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Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Lost in Random



    Lost in Random habe ich vor einer Weile im Sale mitgenommen, weil es süß aussah und ich einfach mal etwas anderes ausprobieren wollte.

    Jetzt bin ich durch damit und habe mich damit leider etwas schwergetan.

    Schon auf den ersten Blick merkt man, dass es ein sehr charmantes Spiel mit einer Vision ist. Die offensichtlich von Tim Buron inspirierte Ästhetik ist im Gaming-Bereich sehr unverbraucht. Das Art Design ist klasse, die zahlreichen skurrilen und schrulligen Figuren sprühen nur so vor Charme.

    Das spiegelt sich auch im Writing wieder. Die Dialoge sprühen nur so über vor Witz (vor allem Wortwitz) und Kreativität. Dazu kommt eine erstklassige Vertonung – großes Lob dafür.

    Leider, leider ist es aber doch schnell ein wenig zu viel. Die NPCs quasseln alle ohne Ende und verlieren sich ständig in ewig langen Witzen, Sophisterei oder schlicht und ergreifend Randomness, die den Wahnsinn der Welt ausdrücken soll.



    Das hat sich bei mir nach einer relativ kurzen Weile doch abgenutzt und irgendwann sogar eher genervt. Der Humor wirkt weniger wie Beiwerk, sondern vielmehr wie ein Selbstzweck, und gelegentlich wird dabei sogar die vierte Wand durchbrochen (z.B. vom Erzähler), was für mich meist ein No-Go ist.

    Die eigentliche Handlung ist recht simpel und kurz. In einer Welt, wo das Schicksal der Menschen durchs Rollen eines Würfels entschieden wird, muss ein Einser-Mädchen namens Even ihre Schwester Odd aus den Klauen der bösen Königin befreien. Dafür muss sie die sechs nach den Würfelaugen benannten Städte (Two-Town, Fivetopolis etc.) durchqueren, um schließlich in den Palast der Königin in Sixtopia zu gelangen.

    Es ist ein süßes und märchenhaftes Spiel mit einem düster-morbiden Touch, wie man es halt von Tim Burton kennt. Die Handlung ist nett. Sie reißt nicht mit und bietet keine Überraschungen, aber sie ist charmant und ordentlich umgesetzt.



    Spielerisch hat Lost in Random leider nicht viel zu bieten. In erster Linie erkundet man die Welt, spricht mit den Bewohnern und findet gelegentlich Geld, von dem man sich Karten kaufen kann.

    Das Kampfsystem ist ein simples Action-Kampfsystem, mit einer Deckbuilder-Komponente. Man schießt mit einer Zwille auf Kristalle an den Körpern der Gegner, um diese einzusammeln. Dadurch kann man Karten ziehen und würfeln. Je nach gewürfeltem Ergebnis kann man dann Karten spielen, die je 1-3 Punkte kosten und vielfältiger Natur sind: offensiv, defensiv, heilend, das Spielfeld manipulierend oder auch passiv. Ohne diese Karten kann man keinen Schaden anrichten.

    Das hört sich auf dem Papier cool an, aber leider hat das System wenig Tiefe. Wenn man eine Taktik gefunden hat, die halbwegs funktioniert, bleibt man vermutlich bis zum Ende des Spiels dabei.

    Leider gibt es in den Kämpfen auch wenig Variation. Zwar gibt es in Bosskämpfen hier und da ein paar Gimmicks, aber im Kern laufen alle Kämpfe gleich ab. Zu allem Überfluss sind sie auch noch relativ lang und zäh, da sie meist aus mehreren Gegnerwellen bestehen. Daher habe ich nach einer Weile auch auf Einfach umgestellt, einfach damit die Gegner nicht solche Damage Sponges sind.



    Der Anfang des Spiels hat mir noch Spaß gemacht, zunehmend fand ich die Städte aber anstrengender, da man so viel NPC-Gelaber über sich ergehen lassen muss. Und es tut mir auch irgendwie leid, weil alles so voller Witz und Charme ist, aber diese Maßlosigkeit ist einfach zu viel und die Balance zwischen Geplänkel, Story und Gameplay ist für mich überhaupt nicht aufgegangen.

    Wäre das Spiel nur 4-5 Stunden lang statt 12-15, hätte ich es vermutlich deutlich mehr genossen. Den Anfang mochte ich, das Ende war befriedigend und zwischendurch gab es immer mal wieder sehr coole Ideen. Als großes Ganzes hat es für mich aber leider nicht sonderlich gut funktioniert.

    Spielzeit: 12:30
    Wertung: 5,5/10

    Backlog: 40
    Bis zum Ziel: 15
    Lol was ein Zufall dass ich gerade dieses Spiel aktuell auch spiele. Bisher weiß es mich aber noch zu unterhalten durch die spannenden Settings und Story. Ich stimme aber zu dass es extrem schwaffelig ist, viele Dialoge sind echt witzig, aber es hätte doch trotzdem dem Spielfluss ein bisschen besser getan das Gameplay und den "mit Leuten Quatsch"-Aspekt nicht so strikt voneinander zu trennen. Das ist auch einer dieser Fälle wo mir simple Textboxen lieber täten, statt dieser ständige Szenenwechsel zur cineastischen "Shot gegen Shot" Einstellungen mit der Auswahl mehrerer meist völlig irrelevanter Antworten - zugegeben in Evens snappigen Antworten kommt häufig auch eine gewisse Komik rüber, aber auch hier - die Menge macht das Gift, da überspannt der Bogen gerne mal.

    Das Kampfsystem ist repetetiv, ich befürchte dass sich da wohl nicht mehr so viel entwickelt, aber bisher geht es noch. Es kommen ja auch nicht so oft Kämpfe zwischen all den Dialogensequenzen.

    Die Spielbretter mit den verschiedenen Feldern sorgen für etwas Abwechslung, ich habe aber das Gefühl es hätte nen Tacken komplexer sein können um den Kämpfen mehr Dynamik zu verleihen. Vielleicht hätte so ne Art Tower Defense / Base Verteidigung Ansatz noch geholfen, so wie ich das einschätze, sollen ja Kämpfe nen gewisses Chaos und Schlachtfeld-Feeling rüber bringen, das klappt nur bedingt.

    Ich verstehe schon warum die Kämpfe ein bisschen länger sind, das ist bei nem Deckbuilder durchaus zu erwarten und dafür kriegt man relativ wenig Schaden, heißt Fehler werden nicht so hart bestraft, dafür muss man langfristiger spielen.
    Es ist eher der ständige Prozess neue Karten durch das Ziel mit der Schleuder auf Schwachstellen zu erhalten, das zieht unheimlich das Tempo raus, gerade zu Beginn. Ich hätte mir wenigstens ne Starthand gewünscht.

    Ich finde es dennoch überraschenderweise anspruchsvoll genug, dass man in den Kämpfen auch ins Gras beißen kann... wenn man so wie ich keine Heilitems ins Deck packt, mit wäre es wahrscheinlich relativ easy, würde aber natürlich noch länger dauern.
    Dann also lieber Risiko und dafür Karten rein holen mit denen man den Damage output maximiert. Wenn man in einer Runde das Schwäche-Barrierekraftfeld + 3er Bomben einsetzt, dank dem Joker, den man sich in einer Runde zuvor mit einer Nadel aufgespart hat und man damit viele mittlere + einen fetten Gegnern innerhalb eines Würfelzuges besiegt, ja dann kommt doch schon mal befriedigende Genugtuung auf.

    Vielleichts machts am Ende wirklich das Gesamtpaket aus, könnte mir aber auch vorstellen dass es sich schlussendlich zu lange ziehen könnte, aber ich spiele ja wie gewohnt immer in kleineren Sessions.
    Geändert von Klunky (25.05.2024 um 17:04 Uhr)
    Spiele durchgespielt - Jahresreviews: 2021, 2022, 2023

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  2. #2
    @Kael: Genau – wovon ich aber nur Demon Gaze etwas gespielt habe. Spielerisch soll es aber sehr ähnlich sein.

    Insgesamt dürfte es aber zugänglicher sein. Vor allem bei der Character Creation kann man so gut wie alles (Klassen, Skillpunkte, Stats) jederzeit resetten und neu verteilen. Zudem gibt es relativ viele Komfortfunktionen und der Schwierigkeitsgrad ist moderater als bei vielen anderen Genrevertretern.

    @Klunky: Ja, dass man in den Kämpfen leicht sterben kann, habe ich auch schnell gemerkt. Durch die Heilitems relativiert es sich schon recht stark, aber das bessere Heilitem bekommt man erst gegen Ende. Davor wird man durchaus dazu angehalten, vorsichtiger zu spielen.

    Bei den Spielbrettern fand ich es schade, dass es keine wirklichen Gimmicks gab außer „Besiege den Gegner, der das Feld blockiert“ oder „Bewege die Spielfigur voran, damit du dem Boss Schaden zufügen kannst“. Da hätte man noch mehr draus machen können. Am coolsten fand ich da noch ein Spiel, wo man unter Zeitdruck gewinnen musste, weil das tatsächlich mal eine neue Komponente war.

    Die 3er-Bomben fand ich auch super und gegen Ende habe ich diese Bombenpfeile benutzt (kosten auch 3), die allerdings schon etwas OP sind, da man sie relativ gut spammen kann. So habe ich zumindest den letzten Boss in ~1 Minute besiegt.

    Gegen Ende wird es tendenziell eher noch leichter, da man sein Deck durch die höheren Würfelergebnisse mit 3er-Karten vollmachen kann, die man anfangs eher sparsam nutzt.


  3. #3
    Atelier Marie Remake



    Im Laufe der Jahre habe ich schon zwei-, dreimal versucht, Atelier Marie zu spielen, bin aber nie sonderlich weit gekommen. Nun gibt es mit dem Remake sogar eine offiziell lokalisierte Version – die sich mechanisch aber nicht allzu weit vom Original entfernt.

    Und das ist gut so. Ich mag Atelier Marie gerade für den noch recht minimalistischen Gameplay-Loop. Man spricht mit Leuten, craftet, sammelt, haut Monstern eins auf die Rübe – rinse & repeat. Dabei geht alles flott und man macht auch schnell Fortschritte, sodass sich von Anfang an ein sehr befriedigender Flow einstellt.



    Atelier Marie ist relativ ziellos. Man hat fünf Jahre, um ein Item zu craften, das die Lehrer von der Akademie genug beeindruckt, damit Marie besteht. Das ist fast schon trivial einfach, denn dafür genügt wirklich ein mittelmäßiges Item, das man schon nach einem Jahr gut craften könnte.

    Aber Atelier Marie hat nicht nur ein Ending – es gibt gleich eine ganze Reihe davon, von denen einige durchaus fordernder sind. Für eines muss man sogar alle Items im gesamten Spiel craften. Das ist im Rahmen der fünf Jahre zwar durchaus möglich, aber fordert einem schon etwas mehr ab.



    In Atelier Marie vergeht Zeit nämlich schnell. Allein das Atelier zu verlassen, kostet einen Tag. Jede Sammelaktion ebenfalls – auch jeder Kampf. Und beim Craften vergehen bei besseren Items locker mal 5-15 Tage pro Crafting. Der Weg zu den Sammelgebieten nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch – bis zu neun Tage pro Wegstrecke!



    Ein Jahr vergeht also echt im Nu – die gesamten fünf Jahre passen locker in zehn Spielstunden.

    Eine weitere wichtige Aktivität sind Events – also entweder jährlich wiederkehrende Events wie der Geburtstag des Königs oder ein Kampfsportturnier. Oder auch einfach „Social Links“ mit den Charakteren. Es ist nicht immer ganz durchsichtig, was welches Event triggert – auch wenn Marie im Remake die Bedingungen im Menü zumindest auflistet.

    Durch die Events lernt man auch die anderen Charaktere besser kennen, einige bekommt man nur so in die Party. Alle Events zu triggern, dürfte wohl die größte Herausforderung im Spiel sein – und ist ohne externe Hilfe wohl kaum in einem Durchgang zu bewerkstelligen.



    Die Kämpfe sind denkbar simpel. Charaktere haben normale Angriffe und einen Spezialangriff, Marie kann zudem Items benutzen. Außerdem ist die Positionierung auf dem Kampffeld zumindest etwas von Relevanz.

    Innerhalb der Kämpfe hat man abseits der Items aber kaum taktischen Spielraum. Bis auf die sehr vereinzelten und stets optionalen Bosskämpfen sind die Gegner im Spiel aber auch sehr einfach – selbst, wenn man 5-10 Level unter ihnen ist, sind sie locker schaffbar.

    Ich habe letztlich das Ende erspielt, bei dem Marie zur Heldin wird, wofür man Level 50 erreichen und einen Heiltrank zur Rettung eines kranken Charakters herstellen muss.



    Die Story ist primär Slice of Life und die Interaktion mit den Figuren das Herzstück. Die Dialoge sind auch meist knapp und leben eher vom Charme – besonders emotional wird es nie. Das Ende fand ich aber trotzdem nett.

    Im Remake gibt es übrigens einen Endlos-Modus, bei dem man nach dem Zeitlimit von fünf Jahren einfach weiterspielen kann, als wäre nichts passiert.
    Oh, und eine Handvoll kleiner, netter Minispiele gibt es auch



    tl;dr: Atelier Marie ist ein simples und ausgesprochen sympathisches Spiel. Diese Einfachheit ist der Reiz. Der flotte Gameplay-Loop und der geringe Anspruch gepaart mit der kurzen Spielzeit machen es zu einem unterhaltsamen, charmanten Spiel für zwischendurch – man vergisst es danach aber auch schnell wieder.

    Das waren damals bei Atelier Annie auch ein bisschen meine Eindrücke. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich diesen Loop in einem Atelier mit 20-40h auch so sehr genießen würde – aber irgendwann werde ich sicher auch die moderneren Titel ausprobieren. Es dürfen aber auch gerne Remakes zu Elie und den Gramnad-Titel kommen^^

    Spielzeit: 6:30h
    Wertung: 6,5/10
    Geändert von Narcissu (Heute um 18:07 Uhr)


  4. #4
    Nice, war das dein erstes Atelier? Ich hab mal Mana Khemia ziemlich weit gespielt, aber es hätte mir noch das letzte Kapitel gefehlt, um es dann doch ganz durchzuspielen. Ich bin nach wie vor auf der Suche nach einem Atelier-Spiel, wenn Marie wirklich so kurz ist, dann wird es vielleicht das.

    Edit: Ich hab gesehen, Annie hast du auch gespielt. Worauf ich eigtl. hinauswollte: Kannst du außer Marie noch einen anderen Teil empfehlen.
    Gründer der JRPG-Challenge
    JRPG-Challenge 2018 - You'll never see it coming!



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