Star Ocean: The Divine Force

Star Ocean: Till the end of Time war damals mein erster SO-Teil, an den ich mich - wahrscheinlich aus Nostalgiegründen - sehr positiv erinnere. Das Spiel und das Konzept haben mir damals sehr gut gefallen. Danach habe ich mich an den zweiten Teil gewagt, der das Ganze noch toppen konnte und den ich bestimmt zwei oder drei Mal gespielt habe. An den ersten Teil habe ich leider kaum noch Erinnerungen und mit dem vierten Teil, den ich absolut grausam fand, war die Serie für mich erst einmal gestorben.
Den fünften Teil habe ich aufgrund der schlechten Kritiken übersprungen und mich direkt an The Divine Force gewagt. Und ich muss sagen, dass mich das Spiel sehr positiv überrascht hat. Gerade am Anfang hat es mich wahnsinnig an Teil 3 erinnert. Leider auch von der Optik her. Man merkt, dass das Budget hier überschaubar war. Obwohl ich die meisten Schauplätze eigentlich ganz schick gestaltet finde, ist die Grafik gefühlt auf PS3-Niveau, das sieht alles schon sehr altbacken aus. Das macht aber nichts, denn spielerisch kann das Spiel voll punkten. Das Kampfsystem ist absolut top, auch wenn ich mir noch ein paar Skills mehr gewünscht hätte. Die Welt an sich gefällt mir recht gut und auch die weitläufigen Gebiete haben mir durch die Möglichkeit, mit D.U.M.A. durch die Gegenden zu "fliegen", vor allem am Anfang sehr gut gefallen. Gegen Ende wurden mir die Areale dann etwas zu groß. Die Story und die Charaktere sind eher durchschnittlich, aber das reicht mir hier, da das Gesamtpaket absolut stimmt. Das Pacing ist etwas seltsam. Die ersten 90% des Spiels sind die Gegner super einfach, aber bei den letzten Bossen wird es teilweise heftig, sodass ich dann den Schwierigkeitsgrad runterdrehen musste. Etwas unglücklich fand ich, dass man die Skillpunkte auf alle möglichen Sachen, wie Crafting, Level der Attacken oder passive Fähigkeiten und zusätzlich den Skilltree verteilen konnte. So hatte ich relativ schnell die wichtigsten Skills und Attribute im Skilltree hochgepusht, da ich den Rest weitestgehend ignoriert habe.
Was mich teilweise wahnsinnig gemacht hat, war die Tatsache, dass man während der Gespräche unterwegs nicht auf die Karte, das Menü oder die Analysefähigkeit zugreifen konnte. Und diese Gespräche dauerten teilweise so lange, dass man in der Zeit fast ein ganzes Gebiet durchqueren konnte. Das haben die Entwickler wirklich sehr suboptimal gelöst. Insgesamt hat mich das Spiel aber viel besser unterhalten, als ich es erwartet hätte. Daher auch 7,5/10.