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Held
Ich bin ja der starken Überzeugung, dass ein Jrpg im Prinzip kaum eine gute Geschichte erzählen kann. Ein gutes Spiel ist nun einmal primär ein Spiel, und das Gameplay hat Vorrang. Darunter wird eine Geschichte immer leiden. Das geht fast gar nicht anders.
In dieser Hinsicht gibt es nur wirklich wenige Spiele die mich in mancher weise überzeugt haben:
-Final Fantasy 8: Bis auf ein paar kleine Ausnahmen sind hier die Geschichte und das Gameplay sehr nah zusammen. Die Geschichte läuft quasi permanent, bis auf einen Dungeon irgendwo in der Mitte... und der letzte Dungeon.
-Ar Tonelico 2/3/Ar Nosurge: Halbe Visual Novel, die sich demnach auch die Zeit nehmen. Trotzdem weitaus schwächer als FF 8, da teilweise das Gameplay doch im Weg ist und das pacing beeinflusst. Ar Nosurge macht das dann ganz anders, und das Gameplay ist wirklich nur noch Beiwerk.
-Blue Reflection 2: Egal was man an Gameplay macht, mit einer gravierenden (und schlechten) Ausnahme am Ende, wo einen das Spiel noch mal in alle Gegenden schickt um all Bosse noch einmal umzulegen, sowie dem letzten Dungeon, sind das ganze Gameplay nur auf ein Ziel ausgelegt: Die Geschichte. Jedes Sidequest dient dazu, mehr über die Charaktere zu erfahren, wenn die Aufgabe auch oft selbst sehr typisch ist. Dazu hat jeder Dungeon im Prinzip überall Fragmente liegen, die man aufsammeln muss, damit der Charakter, zu dem der Dungeon gehört, langsam seine Erinnerungen zurück bekommt.
Tja. Ist jetzt nicht so viel. Aber für mich können andere Spiele halt schwer eine wirkliche Geschichte erzählen, wenn man zwischendurch mit komplett anderen Sachen beschäftigt ist. Hier mal grinden. Da mal fetch queste. Sowas wie Final Fantasy X geht vielleicht auch so gerade noch, aber im Vergleich zu VIII ist das gameplay schon prominenter. XIII hat alles am Ende weggeworfen, mit der großen freien Ebene, aka die "Story pausiert" Ebene. Im Endeffekt ist das meiste dann eben typischer Rpg Brei. Hat man ein paar gespielt, hat man alle gespielt. Manche mögen es, andere eben nicht. Die Geschichte ist Beiwerk, und kann ganz nett sein, aber eben nicht mehr als das.
Das heißt jetzt nicht, dass die paar Ausnahmen alle eine gute Geschichte haben. Sie haben nur die Voraussetzung, dass es funktionieren kann.
-Final Fantasy 8 ist recht berühmt, dass sich die Gemüter da scheiden. Ich denke, da ist schon alles drüber erzählt.
-Ar Tonelico 2 ist meiner Meinung nach sehr hoch/tief mäßig. Manches ist echt gut gemacht, anderes wiederum sehr schlecht. Der dritte Teil ist da besser, da die Themen und Konflikte besser funktionieren und die Gegner nicht nur irgendwelche Irren sind, sondern tatsächlich Dinge tun, die Sinn machen. Ich mag es wenn die Protagonisten im Prinzip die Irren sind..
Denn ganz im ernst, es sind die Irren die bahnbrechende Entwicklungen verursachen. Im Prinzip hat sich die Serie bis zum dritten Teil nie richtig getraut die Dinge zu machen, die sie wollte. Da hat man klar die Entwicklung von Teil 1 bis 3 gesehen.
-Blue Reflection 2 ist mein persönlicher Favorit des Ganzen. Im Prinzip kümmert es sich gar nicht darum wie ein typisches Rpg zu sein, und das tut so gut. Das Drama ist bodenständig und gut erzählt und es gibt keine schlecht geschriebenen Bösewichte, die nur da sind, da man sie ja braucht (nein, braucht man nicht). Dazu ist es ein japanisches Spiel mit zumindest ein klein wenig budget, was tatsächlich eine recht wichtige lesbische Romanze drin hat. Nicht so ein "ja wir müssen jetzt" wie Nintendo das in Fire Emblem macht. Oder mit "wenn man den weiblichen Protagonist nimmt, ist das script das selbe wie beim männlichen". Ganz einfach zwei weibliche Charaktere die eben so sind.
Im Endeffekt muss ich aber leider noch einmal wiederholen: Es sind immer noch Rpgs. Wenn man wirklich was gutes und rundes sehen will, dann sind andere Medien besser. Und irgendwie muss ich gestehen: Ich weiß wirklich nicht, ob das, was die genannten Titel als gameplay haben, wirklich gebraucht wurde.
Nettes Beiwerk an Geschichte haben allerdings noch einiges mehr an Spielen. Ich mochte da z.B. Wild Arms 3, was sich in mancher Hinsicht so anfühlte, als würde man Archäologen spielen, die einfach wissen wollen, was mit der Welt los ist. Atelier Ayesha ist da auch etwas nettes, was ein wenig in die selbe Richtung geht. Ich finde fast schon, wenn es um Beiwerk geht, ist es vielleicht besser wenn man sich mehr auf die Welt fokussiert. Das passt gut zu Rpgs, wo man ja in der Regel auch viel herum rennt.
Geändert von Kiru (25.05.2022 um 08:52 Uhr)
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