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Thema: Vampires Dawn 3 - Vollversion

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat von sorata08 Beitrag anzeigen
    Nach meinem bisherigen Eindruck (ich schaue zugebenermaßen nur ein Let's Play, weil ich kein Geld für dieses Spiel ausgeben werde (Gründe dazu weiter unten)) setzt sich das Spiel damit komplett in die Nesseln.
    Weiteres im Spoiler:
    Hier wollte ich nochmal einhaken: Hat Asgar in dieser Szene (ich glaube worauf du anspielst) wirklich nur geschlagen, weil sie eine Frau ist? Für mich spiegelt das eher seine Art wider, mit jeder Art von Widerspruch umzugehen. Wer ihm nicht ergeben ist, wird geschlagen oder getötet. Da hätte an der Stelle auch ein männlicher Vampir stehen. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass es in VD1 eine ähnliche Szene gab, in der Asgar Valnar auf die selbe Art geschlagen und erniedrigt hat. Kurz vor dieser VD3-Szene hat Asgar auch einen seiner Anhänger in der Taverne enthauptet, nur weil der sich getraut hat, "Nein, aber" zu sagen.

    Zu den ständigen verbalen Erniedrigungen von Celene gegen Alaine muss man halt sagen: Das soll Celene als noch junge, unerfahrenere Vampirin zeigen, die krank vor Eifersucht auf Alaine ist. Alaine ist die ehemalige Geliebte Asgars und als Vampirin der ersten Generation auch viel mächtiger als Celene. Da Asgar offenbar immer noch gewisse Gefühle für Alaine hat, ist Celene voller Hass auf diese "Nebenbuhlerin". Auf eine gewisse Art und Weise ist dieses Dreieck (Zwei Frauen, ein Mann) irgendwie unterhaltsam, zumal VD1 und 2 die ganze Zeit ebenfalls mit der Ménage-à-trois-Situation kokettiert haben. Nur war es da eben umgekehrt; zwei Männer und eine Frau.

    Man darf bei dem allen auch nicht vergessen, dass sich VD3 nicht 100% ernst nimmt. Wenn man anschaut, wie Asgar diverse Bücher in Regalen kommentiert, geht das wirklich stark ins Überzeichnete und fast schon Ironische. Klar, das Spiel schneidet ernste Themen an, aber auch nur soweit, dass erkennbar ist, dass diese Welt einfach dystopisch und Asgar ein krankes Schwein ist. Vielleicht kann man in das Spiel auch genau hier eine tiefere Aussage hineininterpretieren. In der Welt von VD haben bis zu einem gewissen Grad alle Charaktere ihre Schattenseiten; ständig wird gemordet, geraubt, versklavt, gekämpft und perverse Gelüste werden ausgelebt. Die ganze Welt ist pervers und böse, und selbst Alaine und Valnar haben wohl hunderte Unschuldige auf dem Gewissen und darüber hinaus ohne mit der Wimper zu zucken Jayna aus Eigennutz ins Unglück gestürzt. Kaum jemand macht sich ernsthafte Gedanken über die Konsequenzen, niemand denkt wirklich an die Zukunft, wohin das alles führt. Genau deswegen steht die VD-Welt ja auch kurz vor dem Untergang. Weil niemand das eigene Handeln wirklich reflektiert.

  2. #2
    Zitat Zitat von Maturion Beitrag anzeigen
    Hier wollte ich nochmal einhaken: Hat Asgar in dieser Szene (ich glaube worauf du anspielst) wirklich nur geschlagen, weil sie eine Frau ist? Für mich spiegelt das eher seine Art wider, mit jeder Art von Widerspruch umzugehen.
    Das tut in dem Moment nichts zur Sache. Ja, prinzipiell unterscheidet Asgars Gewalt nicht beim Geschlecht seiner Opfer. Aber es geht hier eben um Alaine: Die Frau, die ihn vermeintlich betrogen hat und die er auch im Vorfeld konstant erniedrigen und ermorden wollte.


    Mit Asgar hast du gerade bei Frauen, die mal ein emotionales Band mit ihm teilten, eine besondere Art der Grausamkeit.

    Zitat Zitat
    Zu den ständigen verbalen Erniedrigungen von Celene gegen Alaine muss man halt sagen: Das soll Celene als noch junge, unerfahrenere Vampirin zeigen, die krank vor Eifersucht auf Alaine ist.
    Ja, das ändert aber nichts daran, dass es in einem unangenehmen Kontext steht (Alaine wurde fast ermordet, gefoltert und jetzt versklavt und ist dem ganzen Dreck hoffnungslos ausgeliefert) und mir das als Spieler/Zuschauer schon an die Substanz geht.

    Zitat Zitat
    Man darf bei dem allen auch nicht vergessen, dass sich VD3 nicht 100% ernst nimmt.
    Außer halt in den ganzen Stroysegmenten, die des Schockeffekts und Dramas wegen sehr ernst präsentiert werden.
    Das ist gerade bei den gewählten Themen eine sehr bizarre Dissonanz.

    Zitat Zitat
    Klar, das Spiel schneidet ernste Themen an, aber auch nur soweit, dass erkennbar ist, dass diese Welt einfach dystopisch und Asgar ein krankes Schwein ist. (...) Kaum jemand macht sich ernsthafte Gedanken über die Konsequenzen, niemand denkt wirklich an die Zukunft, wohin das alles führt. Genau deswegen steht die VD-Welt ja auch kurz vor dem Untergang. Weil niemand das eigene Handeln wirklich reflektiert.
    Konsequenzen sind tatsächlich ein großes Thema, aber mMn fällt vieles davon flach, weil sie nicht tragisch unvermeidlich sind, sondern weil der Plot sie einfach erfordert.

    Mein Problem ist nicht, dass die Welt von VD3 dystopisch und grausam ist, sondern dass sie auch gar nichts anderes sein möchte, als konstant edgy und extrem zu sein. Und das ist für mich auf Dauer einfach zu stumpfsinnig und depressiv, weil es keine vernünftige Katharsis gibt.

    MfG Der Schilderich
    Team FervorCraft

  3. #3
    @Maturion
    Den sexistischen Beigeschmack bekommt die Szene erst durch die Beziehung der beiden. Und wie sie dann den Beschreibungen nach weiterläuft. Die Sexualisierung der weiblichen Figuren (körperbetonte Kleidung) verstärkt den Eindruck nur noch.

    Über Marlex' Intention können wir nur rätseln, aber ich bin der Ansicht, dass sie nie den Eindruck auf mich als Spieler relativieren könnte. Wie ein Spiel auf mich wirkt ist für die Meinungsbildung das Entscheidende.

    Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Asgar keine Figur ist, die das Publikum hassen soll. Die Spielfigur, jedenfalls dann, wenn sie eine vorgegebene Persönlichkeit hat, ist schließlich die Identifikationsfigur. An ihre Stelle jemanden zu setzen, der von allen verachtet wird, wäre schon sehr seltsam. Zumal Asgar, wenn ich mich nicht irre, eine der beliebtesten Figuren der Reihe ist. Ich nehme an, dass Marlex ihn genau deswegen ausgewählt hat.

    Ich glaube auch nicht, dass das Spiel Gewalt oder sexuelle Gewalt kritisieren will, genauso wenig wie es aufzeigen will, dass schlechte Taten immer in einer Tragödie enden. Die Enden sind mehr ein Ergebnis des Gameplays, als dass sie tatsächlich eine Botschaft vermitteln, so war es ja schon beim zweiten Teil.

    Du solltest dir als Entwickler Gedanken darüber machen, wie dein Spiel auf das Publikum wirkt und was hinter dem steckt, worauf du gerade zurückgreifst. Warum sind düstere Geschichten so oft voller Gewalt und sexueller Gewalt? Weil deren Fans beides so widerlich finden?

  4. #4
    Asgar war in 1 und 2 ein XXL-Arsch - in 2 gab es sogar ein Ende wo das sehr deutlich wird, dass es ihn aufgeilt, wenn er andere umbringen kann.

  5. #5
    Ich weiß noch nicht ob ich meine Ansichten zu VD3 hier noch einmal groß aufstellen möchte. Aber auf den Kern heruntergebrochen rührt meine Enttäuschung über das Spiel daher, dass ich erwartet habe, dass sich die Fähigkeiten bzgl. Charaktergestaltung, Dialoge, Mapping, Plot etc. des Entwicklers in den letzten 15 Jahren weiterentwickelt hätten.

    Ich ging ein wenig davon aus, dass es sich hier um ein Spiel für die Fans von damals handeln würde. Ich müsste zu dem Zeitpunkt des Releases von VD2 um die 15 oder 16 gewesen sein und dachte daher, dass wir nun mit einer etwas tieferen, erwachseneren Geschichte konfrontiert werden würden.

    Individuelle sowie industrielle Standards änderten sich mit der Zeit auch für Indie-Spiele. Ich würde für mich persönlich zwar sagen, dass ich VD3 in allen Belangen bis auf die auch dem neuwertigerem Maker geschuldeten besseren Engine sowie einem Teil der grafischen Darstellung VD2 unterlegen finde, aber jetzt auch im Verlgeich kein gewaltiger Rückschritt ist.

    Allerdings würde ich schon sagen, dass VD3 nach heutigen Maßstäben und der prinzipiell einzurechnenden Reifungszeit der Design-Skills von Marlex (von etwa 15 Jahren) deutlich niedriger einzuordnen ist als VD2 zu seiner Zeit.

  6. #6
    Kann Innoxius auch nur zustimmen. Wie gesagt ich zocke VD3 nicht selber aber schau bisschen nebenbei ein Lets Play dazu.
    Insbesondere der Punkt "Zielgruppe von damals" und "angehobener Erzählungsstil" der Geschichte.
    Damals gabs ja auch schon mal kleinere wörtliche Gefechte zwischen den Protagonisten, aber nicht so geballt wie diesmal.
    Wo früher mehr Geschichte in Dialogen im Vordergrund standen sind nun die Beleidigungen jedesmal dabei ~
    Im Gegesatz dazu sagt Alaine auch in fast jedem Satz mit Valnar "mein Geliebter" was auf Dauer auch echt nervig ist ~

    Grafisch finde ich zu mindestens die Charaktere und die Battler besser in den meisten Fällen.
    Die Chipsets sind auch nicht so verkehrt, aber die Verwendung dieser hätte echt besser ausfallen können.
    Denke gerade auch an diese Eisgräber aus der Demo die in ihrer Form total gleich aussehen ... dann lieber wenn man eine Grafik verwendet schlichter und "förmiger".

    Geändert von erzengel_222 (26.05.2021 um 19:49 Uhr)

  7. #7
    @Innoxious
    Mir kommt es auch so vor, mein Wissen stützt sich aber wie gesagt nur auf LPs und Reviews, dass VD 3 ziemlich anachronistisch ist - das Gefühl hatte ich eigentlich schon beim 2. Teil. Falls dessen Gameplay sich überhaupt an älteren Dungeoncrawlern oder Open-World-Spielen orientiert hat.

    Marlex hat VD 2 nämlich damals, wenn ich mich nicht irre, einen Dungeoncrawler genannt. Mit einem Dungeoncrawler verbinde ich ein Gameplay, das praktisch ausschließlich auf das Kämpfen und Looten ausgerichtet ist und ich dachte, das Prinzip hätte sich seit Rogue gar nicht so sehr geändert. Eine offene Welt und eine relevante Geschichte stehen einem Dungeoncrawler eher im Weg. Eine offene Welt wiederum braucht Interaktivität und Simulation, zumindest in VD 2 beschränkte sich die Offenheit nur darauf, dass man hinreisen konnte, wohin man wollte, sofern man die Gegner überlebte. Die ganzen optionalen Wälder und Wiesen haben mich nicht zum Erkunden eingeladen, denn viel mehr als Gegner und Gebrauchsgegenstände gab es nicht zu entdecken. Das Spiel sitzt also irgendwie zwischen mehreren Stühlen und den Reviews nach ist das beim 3. Teil genauso.

    Nun könnte jemand dem entgegenhalten, dass die Fans gerade diesen Zuschnitt besonders gut finden, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie jegliche Änderung kategorisch abgelehnt hätten. Mit einem modernen Gameplay hätte Marlex aber auch Spieler erreichen können, die mit dem Gameplay der Vorgänger nichts anfangen konnten.

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