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Ergebnis 61 bis 80 von 86
  1. #61
    Dass es alle mochten, ist auch der Hauptgrund, dass ich es gespielt habe. Das gibt es (gerade hier!) ja eher selten, und ich muss zugeben, Ys reizt mich sonst null. Vor allem mit dem grenzdebilen Echte-Welt-ohne-Seriennummern-Setting und den KOMPLETT debilen Namen. xD

    Ja, ne? @Illus
    Ich habe generell das Gefühl, dass Ys VIII konzeptuell runder als die meisten JRPGs ist, bis hin zum Lore und sogar dem sonst oft generisch-epischen Shit am Ende. Und die Bilder der Publicity fangen das Spiel wirklich alle total gut ein.

    Man muss sagen, dass es selbst über „Hard“ noch zwei Schwierigkeitsgrade gibt, die man von Anfang an hätte auswählen können. Und es war auch definitiv nicht so, dass das Spiel gedankenlos ist – ich musste selbst normalen Gegnern immer mal ausweichen, ordentlich Items verwenden und auch die verschiedenen anderen Mechanismen des Spiels ausnutzen, damit es so fluffig wird. ^^
    Also ja, wenn das in den 80ern mal so ein klassisches Hardcore-Ding war, ist es das jetzt offenbar nicht mehr, aber man kann es sich definitiv ein bisschen zuschneiden. kA wie sich die anderen Schwierigkeitsgrade spielen, für mich war Hard genau das richtige!

  2. #62
    Und hier noch ein paar Random Gedanken zu Ys VIII.

    Reden wir kurz über Charaktere, weil die Charaktere das sind, was diese Abenteuergeschichte mit Leben erfüllt!
    – Ich mag Adol als stumpfen Abenteurer. Er ist natürlich einfach der praktisch leere Protagonist dieser Reihe, aber das, WAS er an Charaktereigenschaften mitbringt, passt auch ziemlich fucking gut zu Ys VIII!
    – Oh Gott ... Ist Adol eine japanische Verballhornung von "Idol", so wie "Link" bei Nintendo? XD
    – Dana hat für mich leichte Mary-Sue-Vibes, was aber glaub ich auch an der doppelten Kultur- (Japan) und Sprachhürde (Französisch xD') lag. Denn obwohl sie sehr klassisch startet, passieren genügend interessante Dinge mit ihr, um sie auszudifferenzieren, und vor allem ihre Freundinnen sowie das recht düstere Ende ihrer Heimat bringen so einige coole Nuancen heraus. Es hilft aber auch, dass ihr Design einfach HAMMER japanisch im allerbesten Sinne ist, und spätestens bei den verschiedenen Anziehpuppen-Kampfstilen wird dann auch deutlich, dass die Entwickler das ähnlich gesehen haben. ^^
    – Am Rande: Ich liebe den ulkigen Mini-Twist mit der Körpergröße der Eternia-Charaktere. Total lustig, weil ich bis dahin echt nicht gecheckt habe, wie groß/klein sie doch ist. xD'
    – Das restliche Team ist so la la. Sahad als unterhaltsamer Ruhepol funktioniert einwandfrei! Laksha finde ich sogar richtig gut. Sie startet tropey, ist dann aber eigentlich der einzige Hauptcharakter, der eine Charakterentwicklung durchmacht, und obwohl sie damit etwas herausfällt, hat es auch was, einen "echten" Menschen im Team zu haben. Hummel und Ricotta dagegen sind komplett überflüssig. Nicht nervig oder so, aber ja, man hätte sie auch rauslassen können und es wäre nicht wirklich was verloren gegangen.
    – Das Dorf macht genau, was es soll. Es besteht aus unterhaltsamen und vor allem unterschiedlichen Personen, die man gerne besucht und am Ende wieder nach Hause bringen möchte. :3 VIELLEICHT sogar Carlan.
    – Zum Verlauf der Story: Die Sache mit dem Mörder und Barbossa fand ich auch sehr gut gemacht. Sie haben das Misstrauen und generellen die Konflikte im Dorf zum Glück nie zu lang gezogen, aber es war immer eine gute Auflockerung!

    Und anderer Kram!
    – Überhaupt mochte ich total das Suikoden-Feeling des Dorfs und der sammelbaren Charaktere. Es gibt einem halt wirklich eine Heimat als Gegenpol zur Fremde, und ist nett mit den Charaktermechanismen verbunden. Tatsächlich funktioniert es sogar besser als im durchschnittlichen Suikoden, weil man hier nur so viele Charaktere hat wie man braucht und auch das Dorf nur genau so groß ist, wie es sein muss.
    – Generell ist das Spiel SEHR ökonomisch-durchdacht, was seinen Content angeht, vor allem für ein so umfangreiches Spiel! Ich LIEBE, wie überschaubar die Insel ist, aber ich liebe bspw. auch, dass das Fischen und das Kochen leicht durchschaubare Subsysteme sind, die was bringen, aber auch nicht sinnlos Ressourcen zerschießen (FFXV, looking at you ...). Man hat halt das Gefühl, dass es wenig Sinnloses, Überschüssiges gibt, zumindest über weite Strecken.
    – Am Ende dröselt sich das Spiel dann doch etwas auf, mit unzähligen Ausrüstungsgegenständen, von denen 90% sinnlos sind, mit ein paar Gerichten zu viel und generell, NATÜRLICH mal wieder 10-20 Stunden zu viel Spielzeit. Und ein Drittel weniger Dialog wäre auch okay gewesen. Aber die beiden Kritikpunkte habe ich ja bei fast allen JRPGs, ist vielleicht einfach ein persönliches Ding.
    – Ach ja: Endlich mal ein JRPG, das nicht einfach Dinos in die Kämpfe wirft, sondern sich wirklich damit befasst, WARUM es Dinos in diesem Spiel gibt. xD

    Das allgemeine Feeling des Spiels habe ich ja schon angesprochen, aber ich will das noch mal an zwei Beispielen rausholen, die das Abenteuerding so richtig unterstreichen!
    – Erstens die besonderen Orte, die man entdecken kann, mit einer kurzen Beschreibung und einem Vermerk auf der Karte. Wie. cool. ist. DAS DENN?! So eine simple, naheliegende Sache, die SO gut einfängt, was einen wichtigen Reiz des Rollenspiel-Genres ausmacht (Entdeckung! Sense of Wonder!) ... und irgendwie ist es ziemlich selten? Strange.
    – Noch viel cooler ist aber, dass die Welt so klug designt ist, dass man überall in angrenzende Regionen gucken kann. Man sieht sehr oft, was man entdecken wird, bevor man wirklich dort entlangtläuft, und oft fragt man sich sogar, was sich "dort" versteckt. Und das tollste daran: Es ist kein verpixelter Hintergrund, sondern man bewegt sich tatsächlich durch eine 3D-Umgebung! Ich bin ziemlich oft stehengeblieben, um zu gucken, wie sich die Aussicht seit den letzten 100 Metern verändert hat. =D Das beste "kleine" Beispiel ist wahrscheinlich der Baum auf der Mini-Insel am Anfang, aber dieses Design erlaubt halt auch, dass der Moment der Story, an dem man den höchsten Punkt der Insel erreicht, so RICHTIG reinhauen kann. Was er dann auch tut, meine Fresse!

    Und ein abschließender Gedanke, den die Ys-Fans mal kommentieren können:
    – Ich hatte ganz oft das Gefühl, dass die Dinge, die mir hier so gut gefallen, wahrscheinlich gar nicht so wahnsinnig typisch für eine Reihe, sondern eher für diesen spezifischen Teil sein dürften ...? Man spielt zwar immer einen Abenteurer, aber ich vermute mal, dass dieser Umstand selten so direkt den Kern des Spiels darstellt? kA, bin gespannt, was ihr sagt! ^^

  3. #63
    Schön, dass dir das Spiel so gefallen hat! Ist auch mein liebstes Ys.

    Und ja, ich denke, die Dinge, die du am Spiel magst, sind in anderen Teilen nicht so präsent. Geht mir im Grunde genommen auch so: Das Gestrandet-Setting mit den Robinson-Crusoe-Abenteuer-Vibes hebt das Spiel gehörig von anderen Ys-Spielen und eigentlich dem ganzen Genre ab. Und jap, Suikoden-Feeling kam definitiv auf. (Das gibt es auch in Ys IX – sogar noch ein wenig mehr, weil man eine größere Basis mit mehr Charakteren hat.)

    Das merkt man sehr gut im direkten Nachfolger, der vom Gameplay und den Spielsystemen fast identisch ist. Nur erkundet man eben keine einsame Insel voller Geheimnisse, sondern primär eine große Stadt. Hat auch was, aber im Endeffekt ist der Reiz bei Weitem nicht so groß. Liegt vielleicht auch dran, dass alles außerhalb der Stadt absolut vergessenswerte Gebiete aus dem JRPG-Baukasten sind.

    Ich persönlich muss aber auch sagen, dass Ys VIII für mich ein großer Schritt zurück war, was die Charakter angeht bzw. eher die (modernen) Anime-Tropes. Ich mochte Dana zwar auch – auch wegen der Backstory. Dass sie starke Mary-Sue-Elemente hat, würde ich unterschreiben. Aber den Rest des Casts, besonders Laxia, empfand ich eher als negativ. Ys war halt bis VII überhaupt nicht bekannt für Redseligkeit – gab davor ja auch keine Party, sondern es waren Adols Solo-Abenteuer, zeitweise mal begleitet von Dogi. Ys VIII dreht dann die Anime-Tropes aber gehörig auf. Tsundere-Laxia, die das halbe Spiel pissed ist, weil Adol sie nackt gesehen hat (oder wie war das?), ist mir da schon gehörig auf den Geist gegangen. Und Figuren wie Ricotta, ein kleines Mädel mit ’ner Riesenwaffe, ist eigentlich auch eine Art von extremer Anime-Überzeichnung, die ich für ein Ys-Spiel unpassend finde. Vielleicht ist es gar nicht mal so dumm, das Spiel in einer Sprache zu spielen, wo die Klischee-Phrasen vielleicht nicht ganz so schlimm wirken, weil man sie in der Sprache noch nicht gewohnt ist.

    Aber das ist natürlich Gemecker über das moderne Falcom im Allgemeinen, diese Besessenheit mit Waifu-Charakteren ist ja in Ys (auch IX) noch gar nicht mal so schlimm. Ys IX legt aber noch eine Schippe drauf, was langwierige Dialoge angeht, nicht im guten Sinne. Hier habe ich dann irgendwann wirklich Cutscenes übersprungen, weil ich einfach keine Geduld mehr dafür hatte.

    Also tl;dr: Ys VIII ist cool, was vor allem am Setting liegt und das alles sehr gut zusammenpasst. Würde mir wünschen, dass Falcom versucht, diesen Reiz des Neuen auch in Ys X wieder einzufangen. In IX haben sie es arguably versucht und das, was neu ist – die (auch vertikale) Erkundung einer großen Stadt – war ziemlich gelungen. Allerdings ist die Handlung auch deutlich mehr edgy inkl. Kingdom-Heart-Gebrabbel über die Dunkelheit im Herzen und so ein blabla. Nee, das muss nicht.


  4. #64
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Das gibt es (gerade hier!) ja eher selten, und ich muss zugeben, Ys reizt mich sonst null.
    Hmmm... ja, kann ich verstehen - bevor ich mit der Reihe angefangen habe fand ichs auch nicht so interessant. Aber gerade von den ersten paar Teilen ist das Gameplay schon großartig und das Worldbuilding - wenn auch recht generisch - doch gar nicht mal so übel. Und der OST ist eigentlich immer richtig toll!

    Zitat Zitat
    Vor allem mit dem grenzdebilen Echte-Welt-ohne-Seriennummern-Setting und den KOMPLETT debilen Namen. xD
    Bei dem ersten Teil weiß ich nicht mal, was das heißen soll, aber die Titel der Spiele sind doch nicht debil sondern massiv episch
    Also ich finde zumindest "Oath in Felghana", "Arc of Napishtim" und "Dawn of Ys" klingt cool und so, dass ich echt gespannt darauf bin zu erfahren, was es damit auf sich hat!

    Zitat Zitat
    Also ja, wenn das in den 80ern mal so ein klassisches Hardcore-Ding war, ist es das jetzt offenbar nicht mehr, aber man kann es sich definitiv ein bisschen zuschneiden. kA wie sich die anderen Schwierigkeitsgrade spielen, für mich war Hard genau das richtige!
    80er? Oath in Felghana kam doch 2005 raus und war ziemlich knackig. Die Reihe scheint, soweit ich das sehe, erst mit dem Weggang von der isometrischen Perspektive (also ab 7?) nen Gang runtergeschaltet zu haben. Wobei da andere natürlich größere Experten sind als ich, ich spiel mich ja gerade erst durch *g*

  5. #65
    Eigentlich war Ys nie sonderlich hardcore. I & II sind abgesehen vom letzten Boss eigentlich echt relativ human. III ist das Zelda II unter den Ys-Spielen und wohl tatsächlich relativ knackig (habe es als einziges nicht gespielt), die beiden IV-Titel relativ einfach, V geradezu trivial einfach.

    Also „hardcore“ würde ich es keineswegs nennen – im Grunde waren die Spiele immer schon recht zugänglich und wollten auch eine Antithese zu den sich verkomplizierenden RPG-Systemen ihrer Zeit sein.


  6. #66
    Ich spiele jetzt auch gerade Ys VIII. Die Serie ist wirklich wandelbar... ganz wunderbar.

    Nachdem ich mit Ys IX durch bin, das wirklich sehr leicht war und auch Anfang des Jahres Ys I und Ys II, die sehr schwer waren, auf der Vita gespielt habe, konnte ich mich jetzt endlich dazu durchringen, Teil VIII anzufangen. Ich komme leider immer nur sehr sporadisch zum Spielen, da ich momentan viele Aufträge und Arbeit habe. Aber ich werde versuchen, bald auch über die Ys-Spiele zu berichten.

    Ich finde die Serie an sich bisher klasse und selbst den ersten und zweiten Teil auch heute noch äußerst reizvoll. Klassische Anime-Fantasy ist zwar oft schwierig für mich Ernstzunehmen und Ys ist bei weitem nicht so charmant wie bspw. eine Dragon Quest XI, aber es ist halt auch typisch Falcom. Mittlerweile habe ich so ein Gefühl für typisch Falcom... Aber dazu mal später mehr. Insgesamt finde ich es toll, dass Ys VIII ein so unverbrauchte Robinson-Crusoe-Geschichte mitbringt. Das bildet einen perfekten Kontrast zu Teil IX mit seiner gotischen, finsteren und trostlosen Atmosphäre und ist genau das, was ich nach dem Durchspielen des IX. Teils gebraucht habe. Außerdem soll ja Teil VIII der beste Teil sein, was ich nach vier Stunden aber noch nicht bestätigen kann, da gerade Ys VIII sehr langsam in Fahrt kommt.

    EDIT: Alleine diese ganze Vorspann-an-Deck der Lacrimosa-Geschichte hätte man entweder arg kürzen dürfen, z.B. der Captain erzählt von der Sireneninsel und dann kommt auch schon die Bruchstrandung. Oder: Es hätte an Bord etwas spannendes an Handlung passieren dürfen, wo man schon einige Charaktere kennenlernt.

    So kann man zwar mit jeder Figur schon mal kurz reden, aber es bleibt einem nichts in Erinnerung, weil es nur belangloses Geplänkel ist, was die Crew und Passagiere von sich geben. Da ist Teil IX tatsächlich dramaturgisch um einiges stärker in der Handlung, da das Spiel mit der Verhaftung und einigen gut platzierten Ereignissen beginnt.
    Geändert von Cuzco (16.05.2021 um 19:30 Uhr)

  7. #67
    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    80er? Oath in Felghana kam doch 2005 raus und war ziemlich knackig. Die Reihe scheint, soweit ich das sehe, erst mit dem Weggang von der isometrischen Perspektive (also ab 7?) nen Gang runtergeschaltet zu haben. Wobei da andere natürlich größere Experten sind als ich, ich spiel mich ja gerade erst durch *g*
    Ist wahrscheinlich auch so eine Sache, wo der Schwierigkeitsgrad eine Menge ausmacht. Ys I fand ich auf normal schon, nicht ohne, sag ich mal und an Nyrtilgr aus Origin bin ich vier Stunden gesessen, zumindest im ersten Durchgang, allerdings dann halt auf Hard, nicht auf Normal. Ich hab aber gleichzeitig jemandem zugeguckt, der den auch versucht hat, auf Normal - der hat sich an dem die Zähne ausgebissen. Und der nächste Boss (dessen Namen ich vergessen habe) war ja dann nicht viel besser. Aber eh, wenn man ordentlich spielt, schafft man bestimmt auch den Vampirblödel aus Ys I auf Nightmare.

    Wobei ich aber auch ganz klar sagen muss: Damals Nightmare >>> heute Nightmare. xD

    Zitat Zitat
    Also ja, wenn das in den 80ern mal so ein klassisches Hardcore-Ding war, ist es das jetzt offenbar nicht mehr, aber man kann es sich definitiv ein bisschen zuschneiden. kA wie sich die anderen Schwierigkeitsgrade spielen, für mich war Hard genau das richtige!
    Ich selbst hab's auf Nightmare gespielt, und guck hin und wieder mal einem Kumpel zu, der das ebenfalls auf Nightmare spielt. Die Treffer sind schon nicht ohne, wenn man Flash Guard/Move nicht nutzt oder das Timing versemmelt. Das Ganze hebelt sich natürlich irgendwo auch durch die unbegrenzten Heilitems und dem Party-System, was es früher halt einfach nicht gab, aus, ist ja klar. Der andere Kumpel, den ich zu Ys 8 gebracht habe, hat auf Normal angefangen, weil er meinte, er will einfach nur genütlich durchs Spiel kommen. Am Ende hat er mir erzählt, dass "Normal" tatsächlich etwas zu gemütlich für seinen Geschmack war. Insofern würde ich fast sagen, du hast die goldene Mitte getroffen.

  8. #68
    Zitat Zitat von Kael Beitrag anzeigen
    Ist wahrscheinlich auch so eine Sache, wo der Schwierigkeitsgrad eine Menge ausmacht. Ys I fand ich auf normal schon, nicht ohne, sag ich mal und an Nyrtilgr aus Origin bin ich vier Stunden gesessen, zumindest im ersten Durchgang, allerdings dann halt auf Hard, nicht auf Normal. Ich hab aber gleichzeitig jemandem zugeguckt, der den auch versucht hat, auf Normal - der hat sich an dem die Zähne ausgebissen. Und der nächste Boss (dessen Namen ich vergessen habe) war ja dann nicht viel besser. Aber eh, wenn man ordentlich spielt, schafft man bestimmt auch den Vampirblödel aus Ys I auf Nightmare.
    Yo, also gerade I,II, Felghana und Origin würde ich jetzt auch nicht als einfach ansehen. Origin hatte ich auf Normal und einen Durchgang Schwer gespielt, und die Bosse können einem schon gut den Arsch versohlen^^
    Wenn ich das richtig sehe ändern sich da aber auch primär die Werte der Bosse, so dass man auch auf Normal gut ausweichen muss, aber halt eine größere Fehlertoleranz und kürzere Kämpfe hat.

    Zitat Zitat von Narcissu
    im Grunde waren die Spiele immer schon recht zugänglich und wollten auch eine Antithese zu den sich verkomplizierenden RPG-Systemen ihrer Zeit sein.
    Das stimmt ja im Prinzip auch. Also die Spiele haben wenige Systeme und sind sehr "jump in and play". Aber einfach sind sie halt nicht unbedingt, zumindest die Bosskämpfe - wobei sich die Aussage von mir natürlich auf die Titel bezogen hat, die ich selber gespielt habe, wozu keine der Urversionen gehört ^^
    Bei Ys 5 warte ich wohl einfach auf ein (hoffentliches? irgendwie muss die Lücke doch zu xD) Remake, weil das auch von Nayutas Bericht nicht besonders toll klang.

  9. #69
    Also man kann Ys V locker spielen. Es ist nur sehr kurz und hat sehr wenig Tiefe. Ist das erste Spiel ohne Bump-System und man kann im Kampf unbegrenzt Heil-Items mit sich führen. Dafür ist es aber grafisch definitiv mit Abstand der schönste 2D-Titel und die Story bzw. Lore gefiel mir auch ziemlich gut. Also wenn man kein forderndes Gameplay sucht, hat man hier ein recht angenehmes 7-Stunden-Spiel.


  10. #70
    Total interessant, die unterschiedlichen Erfahrungen zu lesen, je nach Vorerfahrung, Schwierigkeitsgrad, Erwartungen ... Das Forum ist da echt wertvoll, gerade bei so komplexen Spielen, und Spielen mit so einem komplexen Franchise-Hintergrund!

    Zitat Zitat von Sylverthas
    Bei dem ersten Teil weiß ich nicht mal, was das heißen soll, aber die Titel der Spiele sind doch nicht debil sondern massiv episch
    Also ich finde zumindest "Oath in Felghana", "Arc of Napishtim" und "Dawn of Ys" klingt cool und so, dass ich echt gespannt darauf bin zu erfahren, was es damit auf sich hat!
    Missverständnis, die finde ich tatsächlich auch ganz gelungen! Nicht zuletzt, weil ich vor ein paar Monaten das erste Mal gecheckt habe, dass "Ys" nicht irgendein dummes japanisches Pseudo-Europäisch, sondern ein tatsächliches französisches Ding ist ... xD'
    Ich meinte die Charakternamen. "Hummel Trabaldo", "Sahad Nautilus", "Licht" ... *hnggggh* Das schon ziemlich fucking hart!

    Zitat Zitat von Narcissu
    Ich persönlich muss aber auch sagen, dass Ys VIII für mich ein großer Schritt zurück war, was die Charakter angeht bzw. eher die (modernen) Anime-Tropes. Ich mochte Dana zwar auch – auch wegen der Backstory. Dass sie starke Mary-Sue-Elemente hat, würde ich unterschreiben. Aber den Rest des Casts, besonders Laxia, empfand ich eher als negativ. Ys war halt bis VII überhaupt nicht bekannt für Redseligkeit – gab davor ja auch keine Party, sondern es waren Adols Solo-Abenteuer, zeitweise mal begleitet von Dogi. Ys VIII dreht dann die Anime-Tropes aber gehörig auf. Tsundere-Laxia, die das halbe Spiel pissed ist, weil Adol sie nackt gesehen hat (oder wie war das?), ist mir da schon gehörig auf den Geist gegangen. Und Figuren wie Ricotta, ein kleines Mädel mit ’ner Riesenwaffe, ist eigentlich auch eine Art von extremer Anime-Überzeichnung, die ich für ein Ys-Spiel unpassend finde. Vielleicht ist es gar nicht mal so dumm, das Spiel in einer Sprache zu spielen, wo die Klischee-Phrasen vielleicht nicht ganz so schlimm wirken, weil man sie in der Sprache noch nicht gewohnt ist.
    Das kann gut sein! xD
    Wobei es wahrscheinlich AUCH hilft, die Reihe nicht zu kennen? Ich habe das Spiel ja praktisch nur mit anderen JRPGs verglichen, und da fällt es im Klischeefaktor nicht so sonderlich heraus ... Ich glaube, einer der Gründe, warum ich Laksha mochte, ist auch, dass sie am Anfang so tropey war und dann mit der Zeit etwas Tiefe (und Charaktermotivation) entwickelt hat.
    Kann mir aber sehr gut vorstellen, dass ich all das in der Bewegungsrichtung einer ganzen Spielereihe ähnlich wie du wahrgenommen hätte. Was noch mal dafür spricht, es bei Teil VIII zu belassen. 8D

    Ich habe mir die ersten Teile trotzdem mal auf meine Wishlist gesetzt, falls es mich noch mal packt. Und da man fast die ganze Reihe bis VIII in der Spielzeit von VIII durchspielen kann ...

    Danke für eure Reaktionen!

  11. #71
    Ich bin gerade wieder etwas vom Videospielen abgefallen, was tendenziell immer nicht das allerschlechteste Zeichen für meinen Stresspegel ist. Neben Yakuza 6, das jetzt gerade läuft, habe ich aber noch was anderes gespielt ...



    Phantasy Star Online 2

    Und hier muss ich direkt sagen: Es gibt eine Menge Kontext!
    1. Ich habe gottlos viele Stunden in Phantasy Star Online auf dem Gamecube investiert, alleine und im Splitscreen mit Freunden. Es ist eins meiner absoluten Nostalgiespiele! <3
    2. Ich habe Teil 2 jetzt VOR New Genesis gespielt, dem Riesen-Engine-Update, das vor ein paar Wochen online gegangen ist. Dazu kann ich also nix sagen, aber im Nachhinein hätte ich vielleicht noch ein bisschen warten sollen. xD' WELL WELL
    3. Ich wollte aber auch nicht mehr warten, weil ich schon fast 10 Jahre gewartet habe! Es ist 2012 in Japan, aber halt erst 2020 oder so im Westen erschienen.



    Und das is auch schon das Hauptproblem: PSO2 ist ein fast 10 Jahre altes MMO. Das merkt man nicht nur an der Technik, man merkt es vor allem auch daran, dass es sich wie ein Haus anfühlt, das ständig irgendwie repariert und erweitert wurde, und zwar von den Leuten, die seit zehn Jahren darin leben. Als Neuankömmling ist man hoffnungslos verloren und ehrlich gesagt auch nicht wirklich ... willkommen? Damit meine ich nicht wirklich die Community (ich spiele praktisch eher solo), sondern den Umstand, dass ich über die 80 Stunden, die ich gespielt habe, pausenlos mit neuen Konzepten, Orten und Informationen zugeschissen wurde, die offensichtlich dafür gedacht waren, über 10 Jahre verteilt zu werden.
    Am ulkigsten ist bspw. der Fakt, dass die PSO2-Hauptstory wohl mal zwischen der grindigen Erkundung von Instanzen passiert ist, was ich eigentlich ganz cool gefunden hätte -- das ist nämlich auch meine nostalgische PSO-Erfahrung. 8D Jetzt hat Sega aber gecheckt, dass neue Spieler da nicht mehr so Bock drauf haben, und deshalb steht im Hauptschiff ein NSC herum, bei dem du dir nacheinander sämtliche Storysequenzen angucken kannst, und zumindest anfangs auch, ohne dabei viel zu spielen. Das heißt, optimalerweise müsste man das Grinden in den Instanzen und diese Storybrocken selbstständig pacen, damit es irgendwie Sinn macht, was einfach unglaublich dumm ist; zumal die Story offensichtlich nicht darauf ausgelegt ist, so schnell am Stück erlebt zu werden. Dazu gibt es aber noch 17 andere Spielmodi, in denselben Instanzen, und ein Casino, und einen Roguelike-Modus, und und und ... Das Ganze eskaliert mit der Zeit völlig, weil neuere Storybrocken in gänzlich andere Richtungen gehen, und weil man ohne diese Brocken nicht mal wirklich die Instanzen versteht. (WARUM BIN ICH PLÖTZLICH IN LAS VEGAS?!)
    Es hilft auch nicht, dass man mit irgendwelchen EXP-Tickets zugeschissen wird, die den Charakter direkt auf Level 80 oder so heben würden. Damit übergeht man dann etwa 9/10 des alten Contents, aber zwangsweise auch die ganzen Zwischenschritte, die es braucht, um das letzte Zehntel zu verstehen.
    Meine Fresse.

    Spaß hab ich trotzdem gehabt? Wenn man sich darauf einlässt, dass man nicht die Zielgruppe ist, wenn man sich wie ein Parasit an einem gewaltigen, komplexen Organismus verhält, sind die unterliegenden Spielsysteme immer noch ziemlich cool. Ich mag bspw. wie der Kern praktisch immer noch das Gameplay von PSO ist, aber mehr oder weniger behutsam erweitert. Ich konnte wahnsinnigerweise immer noch auf mein Muscle Memory von vor 15 Jahren zurückgreifen, aber Sachen wie ... I don't know, SKILLS, damit man nicht immer nur stumpf schießt, helfen natürlich ungemein. Das Grinden ist immer noch cool, die Level und die Charaktere machen ordentlich Anime-Spaß, und der ganze zusätzliche Kram ist auch voll okay.

    Aber ja, es ist halt völlig unmöglich, dieses Spiel so zu erleben, wie es andere in den letzten zehn Jahren erlebt haben. Man kann vielleicht an den Punkt kommen, an dem man es wie diese Leute HEUTE erleben kann, aber das will ich eigentlich gar nicht. Deshalb war ich nach 80 Stunden dann auch irgendwo zufrieden und habe aufgehört, mit einem tränenden Auge, denn ich glaube, anno 2012 hätte PSO2 absolut mein "ever rpg" werden können. Schade drum.
    Na ja, wenn die Schule wieder stressiger wird, versuche ich vielleicht noch mal New Genesis. Das scheint ja ironischerweise einen richtigen Cut für neue Spieler zu setzen. ^__~

    8 von 10 Jahren, in denen ich PSO2 nicht spielen konnte, weil ... JA WARUM EIGENTLICH NICHT SEGA?! Ò_ó
    2 von 10 Jahren, in denen es dann eindeutig zu spät war. Welp.

  12. #72
    Da sprichst du was Interessantes an. Habe nämlich auch das Gefühl, dass man es als Neuling bei MMOs wirklich nicht leicht hat, wenn man Jahre später einsteigt und es 3829738469 Subsysteme gibt, die einem nach und nach erklärt werden. Hatte ja bei FFXIV schon mehrfach überlegt und tbh ist das nicht der Grund, weshalb ich es nicht spiele. Eher, dass ich soziales Spielen auf Dauer anstrengend finde (und dazu zählt auch schon, dass dauernd 200 Leute durchs Bild hopsen, nicht nur die Kommunikation selbst). Aber dass es eben am Anfang doch sehr überfordernd ist, kommt natürlich auch hinzu. Und ich vermute, das ist bei den meisten MMOs oder GaaS-Spielen der Fall.

    Habe übrigens gestern aus Spaß mal wieder Pokémon Go angeschmissen mit einem neuen Account. Da geht’s tatsächlich, paar Textboxen wegklicken und man kann loslegen. Liegt hier vielleicht aber auch daran, dass das Spiel wirklich zu Beginn denkbar simpel war, die neuen Elemente fast alle vom Core-Gameplay getrennt werden können. Wobei man auch bei FFXIV und PSO2 sicher viel von dem Zeug ignorieren kann, mit dem man sich gar nicht auseinandersetzen mag. Aber es ist halt da und irgendwie will man ja auch.


  13. #73
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Ich bin gerade wieder etwas vom Videospielen abgefallen, was tendenziell immer nicht das allerschlechteste Zeichen für meinen Stresspegel ist.
    Spielst Du, um vom Stress runterzukommen oder induzieren Spiele Stress bei Dir?

    Zitat Zitat
    Jetzt hat Sega aber gecheckt, dass neue Spieler da nicht mehr so Bock drauf haben, und deshalb steht im Hauptschiff ein NSC herum, bei dem du dir nacheinander sämtliche Storysequenzen angucken kannst, und zumindest anfangs auch, ohne dabei viel zu spielen.
    Hui, das klingt so, als hätten sie ihr eigenes Spiel zerschossen? xD
    Also, den Spielern einfach die Cutscenes zu geben ohne Gameplay klingt für mich wie der letzte Ausweg, wenn man partout kein Geld investieren will irgendwas zu ändern
    Das mit dem Levelboost klingt für mich auch wie fast der sichere Weg, das Spiel sofort abzubrechen - aber es gibt ja bei MMOs viele Spieler, die einfach nur ins Endgame wollen.

    Ich finde Deine Erzählung echt spannend, weil es mir ähnlich mit FFXI ging, als ich das vor... 8 Jahren oder so angefangen hatte. Da war das Spiel ja auch schon ewig draussen, die meisten Expansions gabs schon und es gab wirklich Systeme über Systeme. Und ein MMO Neuling bin ich ja nicht mal, so viel Zeit ich mit WoW und FFXIV verbracht hatte, aber XI war da doch ne andere Hausnummer. Alleine rauszufinden, wie man sein Inventar erweitert, wie alles funktioniert war anspruchsvoll. Und mit sehr viel Nutzen von Fansites verbunden.

    Denn das muss man Fan Communities immer lassen: Für die meisten Spiele kann man extensive Informationen finden, wenn man danach sucht. Für FFXIV gibt es auch unzählige Anfängerguides, was vielleicht Narcissu helfen könnte, da reinzukommen. Denn wie Du richtig gesagt hast, ist es immer wichtig, dass man filtert, welche Informationen jetzt tatsächlich momentan relevant sind, und welche nicht - was man am Anfang oft nicht richtig einschätzen kann und daher die Spiele so überwältigend sein können.
    Das "Problem" mit anderen Spielern kann man natürlich nicht aus der Welt schaffen - insbesondere, weil XIV derzeit keine wirklich toten Server mehr haben dürfte

    Auf jeden Fall liebe ich dann das Gefühl, wenn man durchaus tief drin steckt, deutlich tiefer, als man es wohl in die meisten offline Spiele schafft und anfängt, die Systeme und Lore zu durchschauen und selber einige interessante Sachen zu machen. Natürlich fordert das alles auch eine Unmenge an Zeit und Investment - aber das ist alles abhängig davon, wie tief man effektiv rein will, oder ob man eher nur den "Flavor" des Spiels haben möchte. Bei FFXI beispielswiese habe ich tatsächlich die ganzen Quests erledigt, die mir meist viel weniger Belohnugn gebracht hätten, als wäre ich schnell zu den späteren Expansions gerushed, einfach, weil ich das Spielerlebnis ein wenig näher am Original haben wollte. Das hat auch sehr viel Spaß gemacht, aber auch sehr, sehr viel Zeit gekostet. Insbesondere, weil man für viele der "unwichtigen" Quests eh kaum Spieler gefunden hat.
    Glaube mittlerweile haben sie das Spiel ja enorm solofreundlich gemacht, so, dass man im Prinzip allen veralteten Content alleine angehen kann. Was im Zuge einer schrumpfenden Spielerschaft auch meiner Meinung nach sinnvoll ist, um einen Hauptteil der FF Reihe spielbar zu halten.

    Zitat Zitat
    Aber ja, es ist halt völlig unmöglich, dieses Spiel so zu erleben, wie es andere in den letzten zehn Jahren erlebt haben.
    Ich glaube, das ist bei MMOs sowieso immer schwer. Kommt eine neue Erweiterung (manchmal sogar nur ein neuer Patch) raus, schon wird alter Content entwertet und man *kann* diesen schwer so wahrnehmen wie Leute, die live dabei waren. Aber das ist ja auch irgendwo der Sinn von einem MMO: Eine sich entwickelnde Welt. Wenn alles konserviert werden würde, dann hätte man 1. eine UNGLAUBLICH fragmentierte Spielerschaft, und 2. einen wohl noch schlimmeren Clusterfuck an Systemen, bei denen bestimmte Systeme immer nur für den neuen Content gelten, in altem dann abgeschaltet werden müssen, was vermutlich noch verwirrender wäre
    Geändert von Sylverthas (31.07.2021 um 00:45 Uhr)

  14. #74
    Zitat Zitat von Narcissu
    Wobei man auch bei FFXIV und PSO2 sicher viel von dem Zeug ignorieren kann, mit dem man sich gar nicht auseinandersetzen mag. Aber es ist halt da und irgendwie will man ja auch.
    Ja, das ist ein wahrer Punkt, und da merke ich auch ein gewisses "Me-Problem", denn ich HÄTTE definitiv einfach nur mit dem alten Content anfangen und den ganzen Zusatzkram erstmal ignorieren können. Es gibt aber auch einige Faktoren, die einen davon abbringen, bspw. Achievements (verbunden mit Boni etc.) für neuere Mechanismen, irgendwelche random Tutorial-Quests, die aufploppen und natürlich der Umstand, dass ein effektives Spiel nur dann so richtig möglich ist, wenn du einen Gesamtüberblick hast; etwa um zu verstehen, wie du den Charakter besser nicht skillen solltest etc. Manchmal ist PSO auch noch echt archaisch, zumal es ja auch free to play ist und versucht, dir Geld aus der Tasche zu ziehen ...

    Pokémon Go dürfte da sicherlich auch schon anders sein, weil es einfach ein ganz anderes Kaliber an Spiel ist. Ich finde, bei den "großen" MMOs -- FFXIV bspw. auch! -- musst du ja immer erstmal den Schock überwinden, den der erste Blick auf das Interface verursacht ...

    Zitat Zitat von Sylverthas
    Spielst Du, um vom Stress runterzukommen oder induzieren Spiele Stress bei Dir?
    Ich glaube, es ist einfach so, dass ich bei Stress eh nicht viel anderes hinkriege. ^__~



    FFXIV fand ich da übrigens deutlich angenehmer als PSO, zumindest vor ein paar Jahren, als gerade Heavensward draußen war. Da sind die "späteren" Inhalte schon etwas deutlicher vom Anfängerkram abgetrennt, was sicherlich auch daran liegt, dass du nicht (wie bei PSO) nur EINEN Hub für alles hast, sondern mehrere große Maps. Und eine funktionale Mainquest ... xD'

    World of WarCraft hatte ich vor einigen Jahren auch noch mal gespielt, und das war HAMMER faszinierend! Einerseits konnte man es noch echt gut solo spielen, ohne viel vom "Content Overkill" zu merken, andererseits waren die Städte am Anfang halt wirklich Geisterstädte. Also immer dann, wenn es um andere Spieler ging, hat man gemerkt, dass man nicht up to date ist. ^^

    Ich habe beide aber auch nur für 20-40 Stunden gespielt, weil ich einfach nicht so der MMO-Ewigspieler-Typ bin.

    Am besten war wahrscheinlich Guild Wars, wo so ziemlich alles instanziert war. Da hat man nur manchmal, und auch erst nach dutzenden Stunden, laaangsam gespürt, das man erst mit dem kleinen Zeh im Wasser steht.

    PSO2 war echt die mit Abstand absurdeste Erfahrung ... ^^ Aber wie gesagt: Es kann GUT sein, dass es bei New Genesis wieder anders ist.

  15. #75
    Yakuza 6



    Definitiv unterhaltsam, definitiv eins der schlechteren Yakuzas. Sie haben eine neue Engine oder so, und die wonkt nicht nur reichlich herum, sie dürfte auch dafür verantwortlich sein, dass das Spiel recht überschaubar ausfällt. (Selbst die 13 Kapiteln sind weniger als üblich.) Eigentlich fände ich das gar nicht mal so schlecht, nach den völlig explodierten vorangegangenen Teilen, aber man bildet sich halt schon ein, dass Nummer 6 umfangreicher werden SOLLTE: Wichtige Teile der Story, zentrale Nebencharaktere und selbst die großen Schurken sind seltsam ... abwesend. Das Kampfsystem ist zurück auf die Basics geschrumpft und langweilt dabei ein bisschen, gerade mit Kiryu als einzigem spielbaren Charakter. Einige Kleinigkeiten drumherum fallen sehr viel minimalistischer als üblich aus, während andere -- wie das fucking Spearfishing Game! -- den gewöhnlichen Level an Polish haben. Generell sehe ich auch kaum den Vorteil der neuen Engine, denn obwohl die Modelle und Gesichter besser aussehen, fühlt sich am Ende des Tages alles seeehr ähnlich an. Die größte Neuerung ist, dass man beim normalen Umherlaufen jetzt nicht mehr nur Leute beiseitestößt, sondern auch noch wie eine Dampfwalze Stühle, Tische und sogar Sofas vernichtet, was schon sehr, sehr unterhaltsam ist, vor allem in irgendwelchen Restaurants. Ich hoffe, diese Vorarbeit hat so richtig für die Zukunft geholfen.

    Generell sind die Story und die Charaktere ... nett. Voll in Ordnung. Onomichi ist nicht nur ein weiterer Ort, sondern wirklich relevant und in dieser Relevanz ziemlich charakteristisch (auch wenn hier mehr coole Sidestories und ein bisschen mehr Leben in der Stadt geholfen hätten). Die Onomichi-Bande is unterhaltsam (wenn auch nicht so präsent, dass sich ihr Finale wirklich verdient anfühlt), und darauf baut eine Menge auf. Dasselbe gilt für Haruka und Kiryu, deren Beziehung man wirklich anmerkt, dass sie sich in aller Ruhe über 6+ Teile entwickeln konnte (auch wenn man AUCH in Teil 6 wieder erwähnen muss, dass die Reihe immer noch ein absolut verstörendes Frauenbild hat. ). In diesem Sinne funktioniert Song of Life ganz hervorragend als Abschluss der Reihe. Die neue Teil-6-Geschichte um Yakuza-Familien, Politik u.ä. ist wie üblich ziemlich komplex (vielleicht unnötig komplex, gerade in einem scheinbar gekürzten Spiel), hat aber wie üblich ihre dramatischen Höhepunkte und Cheese-Explosionen.
    SPOILER!! Das Auftauchen der - brace yourself - Yamato Mark II aus einem Bond-esquen Untergrundbunker in fucking Onomichi war bei mir so ein definitiver Pffff-Moment, und als jemand meinte, der Oberschurke hätte "sein Büro im obersten Stockwerk des Millenium-Towers", musste ich laut "naTÜRLICH!" rufen. Der übernatürliche Moment mit den Geisterpiraten hat auch wieder funktioniert, inklusive überraschtem Kopfschütteln, wie jedes Mal eben. ^__~

    Ob ich das Spiel jetzt empfehle oder nicht, ist eigentlich ziemlich fucking egal: Vor den anderen sollte man es definitiv nicht spielen, aber wenn man es bis hierhin geschafft hat, muss man JETZT auch nicht mehr aufhören. So ein Totalausfall wie Dead Souls ist es definitiv nicht.

    6 von 6? 7? 8? Teilen der Kiryu-Saga, I guess.
    6 von ??? Teilen dieses fucking gigantischen Franchises. Wie hat eigentlich noch IRGENDjemand Bock, daran weiterzuarbeiten?

    Ich jedenfalls nehme mir denk ich erstmal eine Auszeit, eh ich mit Like a Dragon weitermache. Also, länger als das übliche Jahr.

  16. #76
    Ferien! o/ Hab direkt mal Spider-Man und Ys Origins und Knights of Pen & Paper II angefangen, und Anamorphine fertig gespielt. Außerdem spiele ich seit einiger Zeit Undermine, das ich an dieser Stelle auch schon mal wärmstens empfehle, wenn man ein neues, gutes Roguelite möchte!





    Frostpunk



    In Frostpunks postapokalyptischem Winter baut man eine Steampunk-(oder Frostpunk-, I guess)Stadt um einen großen Kohlereaktor. Das habe ich schon letztes Jahr getan, aber jetzt, mit neuem PC und allen DLCs, bin ich durch die Story-Kampagnen gekommen und habe auch ein wenig den Endlosmodus genossen. "Ein wenig" trifft es allerdings perfekt, obwohl ich solche Modi generell total gerne mag - und da sind wir auch schon bei diesem tollen Genre und seiner größten Schwäche, zumindest für mich: Survival-Aufbauspiele (ein anderes großes Beispiel ist Banished) sind total cool, solang man versucht, irgendwie durchzukommen ... aber irgendwie erreichen sie IMMER den Punkt, an dem sie wahlweise trivial werden oder in absolut lächerlichem Micromanagement ausarten. Bei Banished habe ich dafür etwa 40 Stunden gebraucht, bei Frostpunk 60, aber eben mit allen DLCs. Schwierigkeitsgrad hochschrauben macht die Spiele dann üblicherweise nur nerviger, und ich warte immer noch auf den Ableger, der mich meine System Mastery auch wirklich länger genießen lässt.



    Davon ab finde ich Frostpunk aber hervorragend. Das kreisförmige Aufbauen der Stadt ist frisch (um nicht zu sagen COOL ), die Forschungen, Erkundungen und Gesetze sind nette Subsysteme, die für einen tollen Spielfluss sorgen, und die Schneestürme machen das Spiel wiiirklich spannend. Das Thema ist meiner Meinung nach ansprechend eingebunden und richtig atmosphärisch, auch wenn ich durchaus ein paar Diskussionspunkte für den "Punk-"Teil dieses Spiels hätte.
    Die DLCs sind nur was, wenn man mehr Komplexität (nein) und mehr Kampagnen (ja) möchte.

    1 von 10+++ "letzten" Städten. Wat ...? Wenn ich verschmutzte, gesellschaftlich isolierte Orte mit Dreckwetter will, kann ich England auch jetzt schon besuchen!





    Anamorphine



    Hier geht es um ein junges Paar sowie um psychische Störungen und das, was sie mit "den anderen" machen. Klang für mich sehr spannend, vor allem als 2-Stunden-Walking-Simulator (Literally; es gibt nicht mal eine Interaktionstaste) ... ist aber leider ziemlich schlecht geworden. Sie haben es nicht nur geschafft, das Gameplay zu verhauen (How?) und mehrere borderline spielbrechende Bugs einzubauen, der Umgang mit dem Thema ist auch nicht so geschmackvoll oder subtil oder tiefgründig wie in vielen anderen Medien. Anamorphine hat Atmosphäre, bedrohlich-gute Musik, ein paar beeindruckende Bilder und auch ein ziemlich cooles Ende, aber selbst diese Dinge werden ordentlich vom Drumherum heruntergezogen. Ich bereue nicht, es gespielt zu haben, aber das liegt ausschließlich an den 2 Stunden Spielzeit. Und viel mehr Zeit will ich jetzt auch nicht mit diesem Text hier verbringen.

    1 von 1 Spielen in vielen Jahren, von denen ich wirklich abrate, wenn man nicht gerade ALLES zu dem Thema spielen will.

  17. #77
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    In Frostpunks postapokalyptischem Winter baut man eine Steampunk-(oder Frostpunk-, I guess)Stadt um einen großen Kohlereaktor. Das habe ich schon letztes Jahr getan, aber jetzt, mit neuem PC und allen DLCs, bin ich durch die Story-Kampagnen gekommen und habe auch ein wenig den Endlosmodus genossen. "Ein wenig" trifft es allerdings perfekt, obwohl ich solche Modi generell total gerne mag - und da sind wir auch schon bei diesem tollen Genre und seiner größten Schwäche, zumindest für mich: Survival-Aufbauspiele (ein anderes großes Beispiel ist Banished) sind total cool, solang man versucht, irgendwie durchzukommen ... aber irgendwie erreichen sie IMMER den Punkt, an dem sie wahlweise trivial werden oder in absolut lächerlichem Micromanagement ausarten. Bei Banished habe ich dafür etwa 40 Stunden gebraucht, bei Frostpunk 60, aber eben mit allen DLCs. Schwierigkeitsgrad hochschrauben macht die Spiele dann üblicherweise nur nerviger, und ich warte immer noch auf den Ableger, der mich meine System Mastery auch wirklich länger genießen lässt.
    Das kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Fand den Einstieg in Frostpunkt super interessant, habe aber nach nicht mal 10h aufgehört es zu spielen. Dabei hatte ich immer mal wieder Lust es auszupacken. Irgendwie fesseln mich "normale" Aufbauspiele länger.
    Lustig auch, dass meine Banish Spielzeit ca. mit den von dir genannten 40h quasi übereinstimmt.



    Deine abschließende Bewertung ist immer das Beste :'D

  18. #78
    Dankeschön!
    Und gut zu wissen, dass man beizeiten nicht der Einzige ist, dem es so geht ... xD' Normale Aufbauspiele können mich erfahrungsgemäß tatsächlich noch weniger fesseln, wobei ich auch vermute, dass ich da nur die richtigen finden muss. Tropico 4 bspw. hängt seit Ewigkeiten in meinen Favoriten, vielleicht sollte ich es nächstes Jahr mal mit in die Challenge aufnehmen. ^^



    Spider-Man

    Nachdem ich Star Wars Episode IX: The Rise of Skywalker im Kino gesehen habe, war ich so wütend (übrigens das zweite Mal nach Batman v Superman ), dass es in meinem Kopf irgendwie "Klick" gemacht hat: Mittelmäßigkeit, allzu stumpfe Marktforschungsorientierung und "abgeschliffene Kanten" sind für große Produktionen eine sliiiiippery slope, die ernsthaft INS DESASTER führen kann ... ist natürlich klar, aber ich mit meiner Lala-Haltung war ein Teil dieser Entwicklung! T_T Seitdem verteidige ich bspw. nicht mehr den sehr dummen, aber leidlich unterhaltsamen Thor 2: The Dark World, auch wenn er bei weitem kein Star Wars IX ist. Große, teure Produktion können sich nämlich leisten, besser zu sein, und wenn sie es nicht sind, ist das einfach schlecht.
    Spider-Man für die PS4 wiederum ist weder Star Wars IX noch Thor 2, aber es existiert sehr firm in einem frustrierenden Dauerzustand von, kA, 70% Konzeptualität und und kreativem Mut, mit einem allgegenwärtigen Beigeschmack von anstrengenden Konventionen. Das Spiel könnte viel besser sein, und dass es trotzdem immer noch sehr gut ist, macht das Ganze für mich überhaupt erst so frustrierend.
    Was ich damit sagen will: Das Folgende ist Kritik auf hohem Niveau. ^^

    Starten wir mit dem Gesamtkonzept. Nimmt man Spider-Man als Action-Story-Dump à la Discharted, würde es wahrscheinlich ziemlich gut funktionieren. Die Open World allerdings reibt sich für mich stark mit dieser Idee, und zwar obwohl ich noch nie in einem Medium ein SO gutes Gefühl für New York City bekommen und eine MENGE Spaß mit dem Seilschwingen gehabt habe. =O Dabei sind die Ideen gar nicht schlecht: Peters Rucksäcke etwa verteilen kleine Background-Bits, die sich später in der Story auszahlen, die Challenges des Taskmasters und Black Cats Wimmelbilder sind ganz cool ins Universum eingebunden, das Sightseeing ist groooßartig in so einer coolen Sandbox und selbst die Verbrechen fand ich teilweise ganz cool ... aber es ist VIEL ZU VIEL, zu LAME und vieeel zu offensichtlich darauf fokussiert, billige Spielzeit zu erzeugen. Ich denke, man könnte JEDE Kategorie von Collectible um die Hälfte reduzieren, und es würde das Spiel massiv besser machen, was schon ein ziemliches Armutszeugnis ist. Wenn man die Energie stattdessen sogar noch benutzen würde, um die Nebenmissionen cooler zu machen (Wo sind die Superschurken?) und die halbierten Collectibles mit mehr Hintergrund zu versehen, wäre es vielleicht sogar ein richtig gutes Open-World-Spiel. Wie so oft sollten die Entwickler einen dringenden Blick auf die Yakuza-Reihe werfen. So habe ich halt vieles weggelassen, aber es hat sich selbst dann noch komisch angefühlt. Und das blöde ist: Wenn man einmal solche Erwartungen von Spielzeit-Bloat füttert, muss man sie wahrscheinlich auch in den nächsten Teilen erfüllen.

    Ich habe gesagt, die Story funktioniert, und dabei bleibe ich auch. Die letzten zwei, drei Stunden waren ernsthaft Wahnsinn! Aber gerade in der ersten Hälfte hatte das Spiel für mich ein seltsames Problem mit dem Tonfall: Soll es edgy & dark oder dorky & funny sein? Wenn ich mit Miles über einen ziellosen Massenmord schleiche, passt das für mich bspw. nicht zum ständigen Quippen und Comic-esquen des restlichen Spiels. Warum kriege ich, wenn ich mit Mary Jane einen falschen Schritt mache, eine regelrechte "Oh, sie stirbt gerade ... oder Schlimmeres!"-Sequenz? Mir wäre sogar ein halbernstes "Moment, so kann das nicht passiert sein!" lieber gewesen. Welche Richtung das Spiel nimmt, ist mir dabei relativ egal, und auch Mr Negative als Schurke im Fokus bietet sich für beide Extreme an, aber ich hätte hier lieber eine klare Entscheidung gesehen. Was natürlich nicht heißt, dass es nicht auch mal ernst werden kann (gehört bei Spider-Man dazu!), aber es gibt einen MASSIVEN Unterschied zwischen "ernst" und "betont düster". So hat Spider-Man halt diesen unangenehmen Beigeschmack von tonaler Samey-ness und Beliebigkeit, den auch Marvel-Filme gerne mal fahren. Entscheidet euch, Leute!



    Dasselbe gilt für das "neue" Universum des Spiels und die damit einhergehende Optik und ihren Pseudo-Realismus, der hin und wieder mal in den Uncanny Valley stolpert. Ich meine, das Gesamtbild funktioniert, aber es lebt nun mal in einem realen Kontext, in dem die letzten zwanzig Jahre drei+ verschiedene Live-Action-Universen mit sich gebracht haben. Das hier ist vom Feeling her ein viertes Standard-Filmuniversum, aber optisch etwas ... lamer als die anderen? Und inhaltlich ist es auch nur ein uninspiriertes Mix-and-Match? Die Schurken bspw. sind allesamt ihr laaaaaangweiligst-mögliche Interpretation. Was ist das für eine Entscheidung, gerade für ein Medium, in dem man ALLES machen könnte?! Ich will nicht die Standard-Variante, ich will eine IDEE, die mich umhaut, oder zumindest ein besser begründetes Konzept, das durchgezogen wird, selbst wenn ich es subjektiv nicht mag (vgl. etwa Spectacular Spider-Man). Ein Teil von mir vermutet, die wollten eigentlich irgendein Film-Universum benutzen, durften es aber nicht. Ein anderer Teil weiß, dass Spider-Man natürlich ein Kinder-Franchise ist, und dass sich Kinder und Jugendliche nicht seit zwanzig Jahren mit Spider-Man beschäftigen ... ^_~ Geht also klar, sie wollten ein bodenständiges Spider-Man, das trotzdem auch die Casual-Film-Fans glücklich macht; ich bin hier also nicht die Hauptzielgruppe. Schade es ist trotzdem.

    Der Witz ist, dass ich diese Lala-Einstellung selbst im verdammt guten Gameplay spüre: Ich meine, warum macht Spider-Man plötzlich so viel Stealth? Es ist zwar cool gemacht, aber wäre das nicht DIE passende Neuerung für Miles Morales gewesen? Warum sehen die Animationen und die Inszenierung WAHNsinnig nach Spider-Man aus, während sich die Mechanismen dahinter mehr nach Batman und jedem anderen Action-Spiel mit zwanzig verschiedenen Tasten-Kombos anfühlen? Warum verprügele ich huuuuuunderte namenlose Goons? Ich will diesen Punkt nicht überstrapazieren, weil ich es nicht als gänzlich unpassend darstellen will, und weil es am Ende wirklich gut funktioniert; das "mehr ausweichen als aushalten" bspw. ist schon richtig klasse für Spider-Man. Aber es gibt halt auch immer wieder Punkte, die offensichtlich eher auf die Konventionen zurückgehen, und das nervt mich.

    Mehr lustig als alles andere: Man merkt dem Spiel lächerlich-deutlich an, dass es vor den großen Black-Lives-Matter-Protesten entwickelt wurde ... Also, es ist auch generell ein sehr weißes Spiel, aber heute würde man die Polizei wohl nicht mehr so darstellen ... xD' Überhaupt könnte man eine tolle Diskussion darüber führen, welche Rolle es in den ideologischen Grundfesten des Superhelden-Genres einnimmt (Peters Zitat aus dem erschreckend ehrlichen Endkampf: "I want this EVEN MORE!"), aber das ist dann eher was für den Stammtisch, nicht für das Forum. ^_~

    Insgesamt fühle ich bei Spider-Man einfach kein Gesamtkunstwerk, sondern eine starke Lizenz, eine gut erzählte Standard-Story und eine Menge guter Ideen, um diese Story routiniert in spaßiges Gameplay und eine nette Open World zu übersetzen, ohne dass diese Einzelpunkte wirklich konstant ineinandergreifen. Das macht auch mir Spaß, und für 20 Stunden Story und ein bisschen Kram oben drauf bleibe ich auch dabei, aber es hat mich selten wirklich mitgerissen, mich nie so wirklich mitfiebern lassen, endlich weiterzuspielen! Es wird definitiv keins meiner Lieblingsspiele werden, und das ist nicht nur schade, weil ich ein Riesen-Spider-Man-Fan bin, sondern vor allem auch deshalb, weil es hier definitiv drin gewesen wäre. Schade.

    2,5 von 11 Superschurken haben wir noch nicht prominent in einem Realfilm gesehen. Der Arc des Endgegners dagegen stammt fast 1:1 aus Spider-Man 2, wtf? xD
    4 von 4 verpasste Verabredungen ... Sie haben also ernsthaft verstanden, was Spider-Man ausmacht!
    Platz 1 von 3 auf der prominenten Rangliste "Wie sage ich 'With great power comes great responsibility!', ohne es wirklich auszusprechen?"! Well done!

  19. #79
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Nachdem ich Star Wars Episode IX: The Rise of Skywalker im Kino gesehen habe, war ich so wütend (übrigens das zweite Mal nach Batman v Superman ), dass es in meinem Kopf irgendwie "Klick" gemacht hat: Mittelmäßigkeit, allzu stumpfe Marktforschungsorientierung und "abgeschliffene Kanten" sind für große Produktionen eine sliiiiippery slope, die ernsthaft INS DESASTER führen kann ... ist natürlich klar, aber ich mit meiner Lala-Haltung war ein Teil dieser Entwicklung! T_T
    Ich stimme Dir mit Deinem "Klick" zu, weil ich solche Produktionen, die halt "serviceable" sind auch nicht sehen kann.
    Aber war das Problem von Episode IX nicht eher, dass es bis zur nahezuen Unverständlichkeit zusammengeschnitten wurde, weil man auf Biegen und Brechen versucht hat, Episode VIII aus dem Kanon zu tilgen? Obwohl der Film jegliche Übergangszenen schneidet ist er aber trotzdem voll von irrelevanten Geschichten (größtes Verbrechen: Diese FUCKING C-3PO Dolchnummer >_>). Der Film ist doch einfach ein cineastisches Desaster gewesen. Aus meiner Sicht hat er nie den Eindruck gemacht, als wäre er wirklich "geschliffen" gewesen^^
    Ich denke, wenn er diese Probleme nicht gehabt hätte, wäre er sogar einer der beliebteren Filme geworden, weil er so enormes Fan Pandering betreibt und eigentlich jede zweite Szene ein Callback zu irgendwas von Episode 4-6 ist.

    So, damit kommen wir zu meinem zynischen Take, dass das Spider Man Spiel so beliebt ist, weil es exakt so wunderbares Fan Pandering macht und so schön safe ist. Denn mein Ansatz ist ja, dass viele Leute gar nichts wirklich neues oder interessantes wollen. Ich habe bezüglich Episode VIII ja sogar schon mal den Take gehört, dass man in so einer renomierten Franchise bitte doch mal keine derartigen Experimente machen soll, was ich einfach für mindblowing halte. Sony hat das gelernt, daher bringen sie ohne Ende ihre cineastischen Games raus, die alle irgendwie gleiche spielerische Elemente haben, aber trotzdem die Scores sprengen.

    Ich hatte Spider Man nur ein paar Stunden angespielt. Was mich gestört hat war, dass das Schwingen sehr intuitiv ist und sich gut anfühlt, aber spielerisch ne Nullnummer ist. Wie das Klettern in Uncharted. Sieht gut aus, aber gameplaytechnisch ists einfach nichts. Das Spiel hat sonst noch typische Open World Probleme: Eine wichtige Mission? Ah, wayne, ich pimmel lieber noch mal stundenlang in der Stadt rum, die Welt wartet ja auch mich. Naja, ich denke, wenn man ein Spider Man Fan ist (was ich nicht bin^^), wird das Spiel bei einem automatisch nen dicken Bonus bekommen. So wie halt die tonnenweisen Animu Games auf Steam nen Bonus haben, wenn man Animu mag (da bin ich eher^^).

    Zitat Zitat
    Ich meine, das Gesamtbild funktioniert, aber es lebt nun mal in einem realen Kontext, in dem die letzten zwanzig Jahre drei+ verschiedene Live-Action-Universen mit sich gebracht haben.
    Jetzt, wo Du das erwähnst... das ist irgendwie unglaublich witzig
    Leider aber heute auch nicht so selten. Irgendwie wird ja alles mögliche gerebooted und Nostalgie hat echt eine starke Anziehung (und Kaufkraft^^).
    Geändert von Sylverthas (13.10.2021 um 13:57 Uhr)

  20. #80
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Spider-Man für die PS4 wiederum ist weder Star Wars IX noch Thor 2, aber es existiert sehr firm in einem frustrierenden Dauerzustand von, kA, 70% Konzeptualität und und kreativem Mut, mit einem allgegenwärtigen Beigeschmack von anstrengenden Konventionen. Das Spiel könnte viel besser sein, und dass es trotzdem immer noch sehr gut ist, macht das Ganze für mich überhaupt erst so frustrierend.
    Was ich damit sagen will: Das Folgende ist Kritik auf hohem Niveau. ^^

    Peters Rucksäcke etwa verteilen kleine Background-Bits, die sich später in der Story auszahlen, die Challenges des Taskmasters und Black Cats Wimmelbilder sind ganz cool ins Universum eingebunden, das Sightseeing ist groooßartig in so einer coolen Sandbox und selbst die Verbrechen fand ich teilweise ganz cool ... aber es ist VIEL ZU VIEL, zu LAME und vieeel zu offensichtlich darauf fokussiert, billige Spielzeit zu erzeugen. Ich denke, man könnte JEDE Kategorie von Collectible um die Hälfte reduzieren, und es würde das Spiel massiv besser machen, was schon ein ziemliches Armutszeugnis ist. Wenn man die Energie stattdessen sogar noch benutzen würde, um die Nebenmissionen cooler zu machen (Wo sind die Superschurken?) und die halbierten Collectibles mit mehr Hintergrund zu versehen, wäre es vielleicht sogar ein richtig gutes Open-World-Spiel. Wie so oft sollten die Entwickler einen dringenden Blick auf die Yakuza-Reihe werfen. So habe ich halt vieles weggelassen, aber es hat sich selbst dann noch komisch angefühlt. Und das blöde ist: Wenn man einmal solche Erwartungen von Spielzeit-Bloat füttert, muss man sie wahrscheinlich auch in den nächsten Teilen erfüllen.
    Stimmt, Spider-Man für die PS4 ist ein Spiel und kein Film.

    Man muss Spider-Man aber eines lassen, und zwar wie schnell sich diese Nebenaufgaben erledigen lassen.
    Alleine die Rucksäcke habe ich direkt am Anfang alle abgeklappert.
    Sicherlich gehen viele Nebenmissionen besser und gerade diese Standorte von Verbrechern zu säubern hat mich ja am meisten am Spiel gestört, dennoch bleibt es optionaler Kram, den man sich nicht hingeben muss.
    Das man sich vielmehr mit kleineren Fällen und nicht mit Superschurken in den einzelnen Missionen abgibt ist denke ich aber vom Vorteil.
    Denn man bekommt genug Gegner innerhalb der Hauptstory entgegen geworfen, da sind die kleineren Probleme der Bürger auch ganz nett gewesen, gerade weil genau das ein Spider-Man unter anderem ausmacht.
    Er ist halt die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft und kein Captain America.

    Hast du denn den DLC gespielt?
    Der ist nämlich um einiges schlechter geworden als das Hauptspiel und füttert ein wirklich mit belanglosen Quests, sag nur Screwball.

    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Ich habe gesagt, die Story funktioniert, und dabei bleibe ich auch. Die letzten zwei, drei Stunden waren ernsthaft Wahnsinn! Aber gerade in der ersten Hälfte hatte das Spiel für mich ein seltsames Problem mit dem Tonfall: Soll es edgy & dark oder dorky & funny sein? Wenn ich mit Miles über einen ziellosen Massenmord schleiche, passt das für mich bspw. nicht zum ständigen Quippen und Comic-esquen des restlichen Spiels. Warum kriege ich, wenn ich mit Mary Jane einen falschen Schritt mache, eine regelrechte "Oh, sie stirbt gerade ... oder Schlimmeres!"-Sequenz? Mir wäre sogar ein halbernstes "Moment, so kann das nicht passiert sein!" lieber gewesen.
    Die letzten Stunden waren fantastisch.
    So viel habe ich in der ersten Hälfte erst gar nicht reininterpretiert.
    Die Stellen mit Miles & Mary waren für mich eher eine willkommene Abwechslung für zwischendurch.
    Kurz vor der Szene mit Miles hatte ich vielmehr den Eindruck die Story erst jetzt richtig zu erleben.
    Das war dieser Moment wo es spannend wurde und bis zum Ende war ich dann sehr gefesselt vom gesamten Spiel.
    Sogar mehr als von den letzten beiden Filmen.

    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Dasselbe gilt für das "neue" Universum des Spiels und die damit einhergehende Optik und ihren Pseudo-Realismus, der hin und wieder mal in den Uncanny Valley stolpert. Ich meine, das Gesamtbild funktioniert, aber es lebt nun mal in einem realen Kontext, in dem die letzten zwanzig Jahre drei+ verschiedene Live-Action-Universen mit sich gebracht haben. Das hier ist vom Feeling her ein viertes Standard-Filmuniversum, aber optisch etwas ... lamer als die anderen? Und inhaltlich ist es auch nur ein uninspiriertes Mix-and-Match? Die Schurken bspw. sind allesamt ihr laaaaaangweiligst-mögliche Interpretation. Was ist das für eine Entscheidung, gerade für ein Medium, in dem man ALLES machen könnte?! Ich will nicht die Standard-Variante, ich will eine IDEE, die mich umhaut, oder zumindest ein besser begründetes Konzept, das durchgezogen wird, selbst wenn ich es subjektiv nicht mag (vgl. etwa Spectacular Spider-Man). Ein Teil von mir vermutet, die wollten eigentlich irgendein Film-Universum benutzen, durften es aber nicht. Ein anderer Teil weiß, dass Spider-Man natürlich ein Kinder-Franchise ist, und dass sich Kinder und Jugendliche nicht seit zwanzig Jahren mit Spider-Man beschäftigen ... ^_~ Geht also klar, sie wollten ein bodenständiges Spider-Man, das trotzdem auch die Casual-Film-Fans glücklich macht; ich bin hier also nicht die Hauptzielgruppe. Schade es ist trotzdem.
    Wie? Du zählst bei einem Videospiel nur die zahlreichen Live-Action-Universen mit?
    Du hast Spider-Man: Web of Shadows, Spider-Man: Shattered Dimensions, Ultimate Spider-Man und noch viele, viele mehr vergessen.
    Fakt ist doch, egal welches Format, Superhelden werden über Jahrzehnte ständig neu interpretiert, vermarktet usw.
    Batman hat in den letzten 20 Jahren mindestens 3x ein anderer Schauspieler gespielt.
    Über die Videospiele oder den Comics, wo immer wieder ein neues Universum entsteht, fange ich gar nicht erst mit an.
    Oder die Animationsfilme, die Auswahl ist riesig.
    Das gehört irgendwo dazu und kann man natürlich kritisieren, doch ist das irgendwo auch zur Normalität geworden in diesem Bereich.
    Und das sage ich als jemanden der keinen weiteren Peter Parker mehr sehen möchte, zähle mich aber auch nicht zu den Spider-Man Fans.

    Ich sehe da Marvel's Spider-Man auf einer ganz anderen Ebene.
    Und zwar nach der Batman Arkham-Reihe als der zweite ernsthafte Versuch überhaupt einen Superhelden als Videospielreihe vernünftig umzusetzen.
    Kein Einzelteil, sondern eine Story, wo man wirkliche eine Idee erkennt, wo die Reise in den nächsten Jahren hingehen soll.
    Und Marvel's Spider-Man hat das wie ich finde bravourös geschafft, schon deswegen, weil man nicht die Anfänge von Spider-Man erlebt und er das bereits Jahre lang macht.
    Mit Miles & Osborne hat man weitere Teile angedeutet, die ja mittlerweile sogar erschienen bzw. angekündigt worden sind und hoffentlich wird ein Guardians of the Galaxy diesen Monat ebenfalls punkten, was ein Avengers letztes Jahr nicht geschafft hat.
    Sind zwar alles andere Entwickler, doch ja, ich will für meinen Teil endlich mehr Superhelden selber spielen dürfen.
    Das alles gerne als Reihe, hochwertig und bloß keine Filmumsetzung.

    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Der Witz ist, dass ich diese Lala-Einstellung selbst im verdammt guten Gameplay spüre: Ich meine, warum macht Spider-Man plötzlich so viel Stealth? Es ist zwar cool gemacht, aber wäre das nicht DIE passende Neuerung für Miles Morales gewesen? Warum sehen die Animationen und die Inszenierung WAHNsinnig nach Spider-Man aus, während sich die Mechanismen dahinter mehr nach Batman und jedem anderen Action-Spiel mit zwanzig verschiedenen Tasten-Kombos anfühlen? Warum verprügele ich huuuuuunderte namenlose Goons? Ich will diesen Punkt nicht überstrapazieren, weil ich es nicht als gänzlich unpassend darstellen will, und weil es am Ende wirklich gut funktioniert; das "mehr ausweichen als aushalten" bspw. ist schon richtig klasse für Spider-Man. Aber es gibt halt auch immer wieder Punkte, die offensichtlich eher auf die Konventionen zurückgehen, und das nervt mich.
    Du wurdest erhört.
    Miles schleicht sich tatsächlich mehr durchs Spiel, da noch mehr Gegner auf einen losgehen.
    So sehr ich all die Fähigkeiten und die Prügeleien liebe, da man sich extrem austoben kann, hier erhoffe ich mir Besserung in Teil 2.
    Auch wenn ich zugeben muss, Spider-Man macht es einen nicht zu leicht.
    Man muss das Ausweichen und die Fähigkeiten gut aufeinander abstimmen, sonst ist man schneller tot als man Spinne sagen kann.

    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Mehr lustig als alles andere: Man merkt dem Spiel lächerlich-deutlich an, dass es vor den großen Black-Lives-Matter-Protesten entwickelt wurde ... Also, es ist auch generell ein sehr weißes Spiel, aber heute würde man die Polizei wohl nicht mehr so darstellen ... xD' Überhaupt könnte man eine tolle Diskussion darüber führen, welche Rolle es in den ideologischen Grundfesten des Superhelden-Genres einnimmt (Peters Zitat aus dem erschreckend ehrlichen Endkampf: "I want this EVEN MORE!"), aber das ist dann eher was für den Stammtisch, nicht für das Forum. ^_~
    Jetzt musst du dir wirklich Marvel’s Spider-Man: Miles Morales geben.
    Aber lass dir besser Zeit damit, New York schaut 2x hintereinander nicht mehr so toll aus.
    Geändert von Ὀρφεύς (13.10.2021 um 20:11 Uhr)
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