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Thema: Diskussionskultur bei Videospielen

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  1. #3
    Ich habe jetzt auch echt lange nachgedacht, was und ob ich überhaupt hier was zu beisteuer. Da mir das Thema allerdings wichtig ist und mir das MMX schon am Herzen liegt, möchte ich schon meine Gedanken zu dem Thema hier lassen. Erstmal finde ich es echt super, dass Ninja_Exit erkannt hat, dass ein Thread zu dem Thema mal echt gut wäre und diesen hier eröffnet hat, danke dafür. Auch dein Opener ist echt gut, keine Sorge.

    Ich denke was ein grundlegenes Problem bei Diskussionen im Internet allgemein ist, ist, dass meistens alle Parteien in einer Diskussion oft mit deutlich weniger Empathie rein gehen als sie es im echten Leben machen würden. Das liegt an zeitverzögerter Kommunikation, das liegt natürlich daran, dass man niemand echt vor sich stehen hat, sondern nur einen Avatar und den Post dazu sieht, das macht das Ganze natürlich ziemlich gesichtslos für alle. Und ich denke, dass wir an mehr Empathie für andere Meinungen, andere Stellungen in einem Thema einfach arbeiten sollten, jeder an sich selbst. Und damit will ich jetzt keine "Fraktion" besonders ansprechen. Auch hier im MMX sehe ich immer wieder, dass sämtliche Parteien persönlich werden, unsachlich und man liest es einfach heraus, dass nicht mal kurz gestoppt und überlegt wurde "Warum hat der das wohl jetzt gepostet? Ist das ein ernsthafter Angriff gegen mich und meine Meinung? Unwahrscheinlich, der kennt mich ja nicht mal richtig, vermutlich wollte er mehr über sich sagen als über mich." Kommunikation halt. Das ist schwer, zweifelsohne, niemand sagt, dass es super leicht ist und es ist auch in Ordnung, wenn einem das nicht immer gelingt super empathisch an alles ran zu gehen, immerhin sind wir alle auch nur Menschen und vor allem bei emotionaleren Themen, wo unsere grundlegenden Meinungen, die tief in unserer Persönlichkeit graviert liegen, angezweifelt und hinterfragt werden, da ist es nicht leicht empathisch zu bleiben. Wenn wir aber alle mal versuchen kurz zu Überlegen vor dem Posten, was wohl damit gemeint war, ob das jetzt wirklich ein Angriff war und halt schlichtweg einfühlsamer und offener für andere Positionen zu bleiben, wenn das wirklich jeder mal versuchen würde, dann ist es auch gar nicht so schlimm, wenn 1-2 Leute in einer Diskussion mal emotionaler werden und das nicht schaffen, weil man sich gegenseitig wieder runter bringen und die Empathie einbringen kann.

    Mir fällt auch vermehrt auf, dass Positionen, Meinungen, Einstellungen, die anscheinend nicht mit einem selbst übereinstimmen hier oft respektlos herabgewertet werden, statt sie einfach mal zu akzeptieren. Darüber zu diskutieren und sie nicht zu mögen ist völlig in Ordnung, aber man muss es halt nicht so öffentlich hier emotional zur Schau stellen. Kritisch hinterfragen ja, aber eben halt nur solange es konstruktiv bleibt und da sind viele Diskussionen hier im MMX, im Internet generell, vor allem im Bereich der Videospiele längst über die Stränge geschlagen, und das sogar ziemlich schnell. Und es fällt mir immer öfter auf, dass Leute so oft in dieser armeverschränkende Opferrolle fahren "Ich habe alles richtig gemacht, du bist Schuld!" und wenn das dann halt alle beteiligten Parteien machen, dann bringt das keine Diskussionen so wirklich voran. Davon will ich mich selbst auch nicht freisprechen, generell sollte jeder hier mal anfangen vor der eigenen Türe zu kehren, wenn es um Diskussionskultur geht und überlegen, was er selbst auch aktiv ändern kann, statt sich zu beschweren, dass das Feuer zu heiß ist, aber trotzdem im brennenden Gebäude stehen zu bleiben. Ich will hier niemanden speziell ansprechen, da es mir bei allen möglichen Parteien früher oder später mal aufgefallen ist und Schuldzuweisungen echt nichts bringen. Und es ist auch in Ordnung, mal vollkommen unrational, emotional und wirr zu diskutieren. Wir sind alle Menschen, das kann bei aufgeheizten Themen mal passieren, auf jeden Fall. Nur sollte man dann auch seine eigenen Fehler eingestehen und sich dafür entschuldigen können, dass man vielleicht voreingenommen, gemein und sonst was war.

    Ich hoffe aus diesem verwirrenden Wirrwarr wird klar, was für eine Botschaft ich senden will. Einfach mehr Empathie und Offenheit für andere Positionen mitbringen, kurz innehalten, ob manche Posts wirklich Angriffe gegen einen sind oder doch mehr über den Poster aussagen als über mich alá "Jeder hat halt mal einen schlechten Tag und kann das dann auch mal kanalisieren." und auch mal eigene Fehler eingestehen und sich selbst verändern. Entschuldigungen tun dir und deinem Stolz nicht aktiv weh.

    Geändert von poetBLUE (23.06.2020 um 10:26 Uhr)

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