Schade dass die Handlung des Musicals durchgehend so bescheuert war, ich fand manche Gigs ja recht stark. Aber es hat mir gezeigt dass ein Musical über erlöschende Gaming-Leidenschaft bei mir sogar echt gut funktionieren würde, fand den vorletzten Song sehr stark musikalisch, hätte man den Text etwas umgeformt mehr daran wie die Spieleindustrie den Weg der Filmindustrie geht, Mainstreamisierung, das Ausradieren von Wagnissen, auch bei vielen Indie-Spielen, wo doch viele letztlich selbst mit guten Marketing nicht beachtet werden, wenn sie nicht gewissen Mustern folgen,
die Entwicklung von Trends zu Lifeservice (der immerhin irgendwo ne Rolle gespielt hat, aber nicht nur bezüglich blechen für mehr Inhalte sondern dass Spiele per se darauf getrimmt sind möglichst viel Zeit zu verschwenden durch immer neue Inhalte und arbiträre grindlastige Ziele, selbst so ein Erfolg von Spielen wie Vampire Survivor sehe ich da als Zeichen)
Oder schlicht dass sich die gesamte Form und Ausrichtung des Mediums mittlerweile verändert hat, wie es sich bereits schon nach dem Atari Zeitalter verändert hat und wie diese neue Ausichtung sich auch in auf "retro getrimmte" Spiele so wie Revisionen von tatsächlichen Retro Klassikern sich bemerkbar macht. Und eben der Fakt dass dieser Wandel unaufhaltsam und irreversibel ist.
Wäre es sogar schon irgendwie ein bisschen relatable gewesen.
Also ja das sollte wohl einfach nur witziger funny "Schund" sein, aber im Hinblick dass die Darbietungen sehr hochwertig produziert worden sind, hätte ich für die 300. Folge tatsächlich mal nen künstlerisch ambitionierteren Beitrag erwartet, der wirklich etwas aussagen will, außer nur lustig und unterhaltsam zu sein.
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Geändert von Klunky (18.07.2023 um 14:07 Uhr)
Da hast Du natürlich absolut Recht. Ein wenig Wehmut empfinde ich dennoch immer dabei. Fand die Anfänge von RBTV total super...
Im deutschsprachigen Raum fehlt es mir seit der RB-Entwicklung und der Veränderung bei 4players (zum Negativen) eine wirkliche Instanz in Sachen Gaming. Es gibt einige nette kleinere Kanäle (Spielewelten, Nerdovernews, theParappa (!)) aber es gibt leider nichts im ... naja, im Gaming-Jargon würde man sagen im TripleA Bereich.
Ich liebe ja alleine schon die Aufrichtigkeit, mit der sie das Projekt durchgezogen haben. Es ist immer leichter, alles total zynisch und mit dreimal Augenzwinkern umzusetzen, aber sich so verwundbar zu machen, gerade in der wahnsinnig negativen deutschen Gamer-Bubble, übertönt für mich praktisch alle Fragen von Qualität oder gar "Peinlichkeit", einfach weil so absolut spürbar ist, wie viel Liebe und guter Wille da drin stecken. Deshalb der richtige Level an Cringe. ^^
That being said, inhaltlich und von der Kategorisierung her ist das eine ziemlich kluge Art und Weise, die sehr vielseitige Geschichte der Videospiele irgendwie zusammenzufassen! Klar, ich hätte einen anderen Fokus gelegt, aber da wird man auch kaum zwei Leute mit denselben Prioritäten finden.
Letztlich habe ich aber auch keine Nostalgie für diese Leute, weil ich sie erst seit ein paar Jahren immer mal gucke (wenn mich die Spiele interessieren, oder für Unter dem Radar). Das hilft natürlich auch immer.
Ich finde es ehrlich gesagt gar nicht so aufrichtig. Es gibt da immer noch so viele absichtlich lächerliche Kostümierungen und dance moves, dass man sich gut hinter so einer Trash-Ebene verstecken kann.
Ich denke, das ist für die Produktion auch sehr hilfreich, denn während es einige Mitarbeiter gibt die ja häufiger musikalisch unterwegs sind (Colin, Tim etc.), ist das für viele sicherlich eine große Hürde, sich darauf einzulassen - und wenn man es dann etwas ins Lächerliche zieht, so ist es viel einfacher da über den Schatten zu springen.
Ich vermute es hätte mir auch besser gefallen, wenn es ernsthafter gewesen wäre. Beim Podcast-Ufo fand ich die Musicalfolge (hinter dem Mikrofon) z.B. deutlich aufrichtiger und dadurch auch echt putzig.
Hm, aufrichtig muss für mich absolut nicht direkt "ernst" heißen, was aber sicherlich auch ein bisschen das Problem mit diesem "sincere" ist, für das kein deutsches Wort so wiiirklich passt. ^^ Aufrichtig heißt für mich (speziell in diesem Fall) mehr, dass man das Projekt ernst nimmt, dass man zeigt, wie wichtig einem das ist und sich auch in kreative Positionen begibt, bei denen man weiß, dass es Kritik geben wird.
Kann sogar Trash sein, solange deutlich wird, dass man nicht an jeder zweiten Stelle den bequemeren Weg gegangen ist! Umgekehrt kann eine komplett ernste Produktion auch den gegenteiligen Effekt hat, einen "verschnörkelnden", der dann schon wieder künstlich wirkt.
Es is aber auch komplett okay, das unterschiedlich zu verstehen; letztlich war es mehr eine Gefühlssache beim Gucken, gerade bei den Rocketbeans, die (speziell früher, manchmal aber immer noch!) oft einen auf megazynisch und sarkastisch gemacht haben.