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Thema: KOTT - All talk, no games - Part II

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  1. #9
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς Beitrag anzeigen
    Leider und bereue jede Sekunde.
    Okay, habe vielleicht ne Stunde gezockt und selbst meine PS4 wollte es nicht und ist abgeschmiert.

    So, ich muss einfach Werbung dafür machen.
    Am 25.08. erscheint endlich No Straight Roads.
    Das Spiel ist wie für mich gemacht und eines der wichtigsten Games im diesen Jahr.

    Ich habe das Spiel jetzt bis zur Hälfte circa gespielt und audiovisuell habe ich an dem Titel nichts auszusetzen, Wow das ist einfach unglaublich kreativ und charmant geschrieben die Charaktere ergänzen sich wunderbar und man ist gespannt zu sehen wie die Geschichte verläuft. Es ist im Grunde ein Bossrush-Spiel bei dem jeder Boss quasi ein eigenes Kunstwerk darstellt mit einer unüberschaubaren Anzahl an Phasen wahnsinnig kreativen Artdesign und einer beispiellos catchigen Musik. Wenn EDM so klingt, ist das gar keine so üble Zukunft für Vinyl City *gg*

    ABER jetzt das große "aber", spielmechanisch erscheint mit das Spiel so einige Probleme zu haben, nicht nur solche die zu fixen wären, wie z.B teils ungenaue Kollisionszonen bei der Trefferabfrage, sondern es beginnt schon beim Konzept des Kampfsystems. Es ist in einer solchen Form indirekt, dass ich "Lead Designer von FFXV" sofort abkaufe. (mal ehrlich, für mich ist das mehr Drohung, als Referenz)
    Man kämpft nie gegen die Bosse direkt, sondern der Boss ist eher eine hintergründige Gestalt welche die Stage verändert und aus dem "Off" heraus angreift. Der Boss selber lässt sich primär nur mit Auto-Aim Fernkampfangriffe treffen und diese erhält man nur in dem man Sachen die in der Stage auftauchen zerbricht, Sachen die der Boss beschwört, auf die man also selber keinen Einfluss hat. Im Prinzip fokussiert man sich also bei den Bosskämpfen größtenteils darauf klar indizierte Angriffe auszuweichen und durch die Stage zu rennen, irgendwas zu manipulieren um den Boss zu schaden, häufig passieren viele Dinge aufeinmal die das Geschehen unübersichtlich gestalten und eben mit den wie erwähnten nicht ganz sauberen Kollisionszonen sich "janky" anfühlen, diese Angriffe sehen auch häufig alles andere als spektakulär aus, was im Gegensatz zum Spiel steht, Fadenkreuze bei denen gelbe Kuppeln am Boden spawnen, das sieht sehr billig aus, wo ansonsten die Animationen so smooth sind dass ich dem Spiel durchaus einen "AA" Status zugestehen würde, also es ist schon mehr als ein Indie Titel.

    Ansonsten hat das Spiel auch so viel "Fluff" auf den man hätte auch gerne verzichten können. Das rumrennen und interagieren mit den Charakteren macht Spaß, die Dialoge auch in der deutschen Lokalisierung sind klasse und hochtwertig, es gibt auch keine generischen Nebenquests die das Spiel künstlich in die Länge strecken würden, nur so ein bisschen Erkundung nach Collectibles, Collectibles mit denen man die Skills seiner Charaktere ausbauen kann oder Sticker mit denen man für einen Kampf seine Attribute boosted, das soll wohl irgendwo einen Taktikaspekt fördern, macht die Rematches gegen stärkere Versionen der Bosse später jedoch leichter. Ich hätte hier lieber ein variantenreicheres Moveset gewünscht, statt irgendwelche überflüssigen "Upgrade-Systeme".

    Achja noch ein Ding (achtung wieder typisch für mich dass ich sowas erwähne)
    Ich habe das Spiel mit Version 1.0 gestartet, dort musste man nach Ableben der 10-20 minütigen Bosskämpfe den Kampf komplett von neu starten. Das mag frustrierend erscheinen, man selbst kann sich im Verlauf der Kämpfe aber auch viele Fehler erlauben. Nicht mal ein paar Tage bis Release hat es gedauert dass die Entwickler in Patch 1.01 eine Änderung eingebaut haben die es erlaubt nach dem Ableben gegen Rangabstufung auf "C" (Ränge geben in dem Spiel keine Vorteile) den Kampf an Ort und Stelle fortzusetzen. In dem Sinne kann man eigentlich gar nicht mehr verlieren und das Spiel einfach durchrotzen wenn einem die Kämpfe nicht interessieren. Die einzige Ausnahme stellt "DK West" da, ein wiederauftauchender Zwischenboss, bei dem die Spielmechanik stark vom typischen Gameplay abweicht dass man wohl technisch so eine Option her nicht realisieren konnte. Dabei sind gerade die DK West Passagen für mich die eintönigsten, viel zu lang gezogen und mit den immer selben 2 anspruchslosen Reaktionsspielchen versehen. Also die Art von "Gimmick Boss" die sich einfach unnötig anfühlt.

    Joa finde ich irgendwie lame dafür dass das Spiel sich ja angeblich wie ein 2000er Spiel anfühlen soll. :/
    Der halbwegs "fordernde" Schwierigkeitsgrad ist etwas was die wahnsinnig kurze Länge des Spiels (circa 4-5 Stunden habe ich gelesen) so ein bisschen ausgeglichen hätte, naja ist halt bezeichnend für die heutige Zeit dass man den Spieler sowas nicht mehr zutrauen kann.
    Die Geschwindigkeit wirkt ein bisschen so als seien die Entwickler wegen der Resonanz in "Panic-Mode" verfallen und haben es instant reingepatched, anstatt einfach mal so im Verlauf der ersten paar Wochen abzuwarten. Das finde ich leider etwas unsymphatisch und zeigt dass man selbst nicht so wirklich vertrauen in die eigene Spielmechanik gesetzt hat.


    Kurzum: audio-visuell ein Meisterwerk, wahnsinnig charmant geschrieben spielerisch leider ziemlich bieder, hier würde ich wer "tightes" Gameplay bevorzugt eher ein Furi empfehlen, wenn man es noch nicht gespielt hat.

    Geändert von Klunky (26.08.2020 um 12:38 Uhr)

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