Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
Ich hab eine Idee davon, was du meinst, aber ich frag trotzdem: Könntest du das noch näher ausführen?
Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben sind sogenannte Clicker Games (oder auch Idle Games) [Link zur Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Clicker_Games].
Für die längste Zeit habe ich nicht verstanden, wie irgendjemand diese Art von "Spielen" genießen kann. Für mich hatten sie überhaupt keinen Existenzanspruch besessen. Das Gameplay ist für gewöhnlich so simpel wie es nur irgendwie möglich ist mit keinerlei Herausforderung.
Dann habe ich aber eine Person kennengelernt, welche ein großer Fan solcher Spiele ist. Wir haben uns lange und ausführlich über diese Spiele unterhalten. Es stellt sich heraus, dass diese Person Clicker Games nach einem langen und stressvollen Arbeitstag spielt. Sie würde diese Spiele nicht an ihrem freien Samstag oder Sonntag spielen. Aber nach 9 Stunden angestrengter Arbeit bieten diese Spiele die Möglichkeiten das eigene Hirn von der Arbeit abzulenken und in einen "Ruhemodus" zu schalten. Es ist das gleiche Prinzip wie das brachlegen von Feldern, um sie für die nächste Saat erholen zu lassen.

Ich habe also niemals verstanden was an diesen Spielen "gut" sein kann, weil ich niemals benötigt habe, was sie mir bieten. Nach meinem Arbeitstag befinde ich mich einfach nicht in dem emotionalen & geistigen Zustand, wo ich diese Spiele "brauchen" würde. Das de-legitimiert diese Spiele aber nicht im allgemeinen, auch wenn es für >mich< so scheint.



Wenn man Spiele entwickeln will sollte man sich daher immer vor Augen führen, für wen man das Spiel entwickelt. Ein Spiel kann einen Zweck haben, welcher über den reinen Zeitvertreib hinaus geht. Sie können für manche Menschen tatsächlich therapeutischen Nutzen haben und sollten auch dementsprechend betrachtet werden.
Heutzutage entscheide ich ob ein Spiel "gut" oder "schlecht" ist anhand dessen, ob irgendwelche Menschen interessiert daran sind es zu spielen. Möglicherweise bin ich selbst nicht in der Lage zu verstehen, was es ist was diesen Menschen gefällt. Solange es aber irgendjemandem gefällt muss das Spiel offensichtlich etwas richtig machen. Ich gehöre dann einfach nicht zur Target Audience.