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  1. #41
    Zitat Zitat
    Dass es damals so ein Erfolg war, ist für mich kaum nachvollziehbar.
    Das liegt aber auch einfach vor allem daran, dass Dragon Quest der erste Vertreter seiner Art war, namentlich JRPG, und man ganz einfach nichts zum Vergleichen hatte, um es schlechter da stehen zu lassen. Vor allem wurd das Spiel ja erst in Japan allein ein Erfolg, und auch dort wurd die Serie erst mit Teil 3 zur richtigen Ikone.
    ٩( ᐛ )و

  2. #42
    Also Final Fantasy 1 finde ich ja sogar auf dem GBA ziemlich anstrengend, die NES Version ist da noch mal eine Ecke zäher dadurch dass die Charaktere so eine unfassbar niedrige Trefferchance haben, wer heutzutage mit begrenzter Zeit die Spiele von vorne bis hinten ohne Emulatortricks durchspielt muss wirklich eine Engelsgeduld besitzen.
    Bei Dragon Quest die NES Version ist durchaus auch ein zäher Schinken, wenn es auch noch mal ein Stück simplistischer da das Party-Mangement auf eine Person begrenzt ist und dadurch vor allem die Kämpfe kürzer dauern. (ein Grund warum Dragon Quest 2 & 3 bei weitem anstrengender sind) Auch hat es einen überschaubaren Umfang weswegen es leichter fällt bei der Stange zu bleiben. Auf dem Gameboy Color hatte man noch mal an einigen Werten geschraubt die das Spiel angenehmer machen ohne dass damit eine gewisse Grindingnotwendigkeit eliminiert wird.

    Aber ich glaube gerade wegen seiner Simplizität kann ich dem ersten Dragon Quest noch was abgewinnen und habe es im Gegensatz zu Final Fantasy 1 auch am Ende durchgespielt. Die Zauber so wenige es auch sind, haben alle ihren eigenen kleinen Nutzen, nichts davon ist nutzlos und lässt man einfach liegen. Deswegen kommt man durchaus mal in die Überlegung ob man es wagen will mal Schlaf auf einen Gegner zu wirken der ansonsten über die Dauer zu viel Schaden macht. Genau so gibt es durch das begrenzte Inventar ein gutes Maß an Ressourcenmangement was an die Dungeon-Länge angepasst wurde, es fühlt sich dann irgendwo doch wie ein Abenteuer an. Aber am besten finde ich die offene Welt die man noch gutdünken erkunden kann und wo man durch fast nichts aufgehalten wird. In FF1 ist es eigentlich relativ einfach zu wissen was man als nächstes machen muss, in der Welt von Dragon Quest gibt es aber viele kleine Rätsel und Geheimnisse verstreut die man im Laufe des Spiels zwangsläufig alle lösen muss. Dabei wird es nie zu kryptisch und die Bewohner bieten einen meistens Hinweise. Sich das Spiel nach und nach zu entschlüsseln und herauszufinden wie man zum Endboss kommt, während man munter vor sich her questet und grinded war für mich persönlich der größte Reiz an dem Spiel gewesen. Für das was es ist finde ich es daher ziemlich rund. Und ja damals war das mit dem Leveln alles noch ziemlich neu und selbst heute haben inkrementelle Mechaniken ihren ungeheuren Reiz da fällt es wohl nicht schwer sich vorzustellen wie es damals gewirkt haben muss.
    Geändert von Klunky (28.09.2019 um 16:18 Uhr)
    Gamingblog: Ulterior_Audience (Aktuell: Lobotomy Corporation)

  3. #43

    Dragon Quest - Professional Review

    Einleitung
    Es existieren zwei Gründe, wieso ich mich entschieden habe, das 34 Jahre alte Original-Dragon Quest anzugehen.

    Erstens: Ich möchte dieses Jahr diese Challenge abschließen und das schaffe ich nicht nur bei Spielen, die länger als 70 Stunden benötigen. Und bei Dragon Quest hieß es: „You can beat the full game in a 3 to 5 hours“. Naja, ganz so einfach ist das nicht, aber in unter 10 Stunden schafft man dieses Spiel auf alle Fälle.

    Zweitens: Es gilt als das allererste JRPG-Spiel und hat sozusagen das Genre begründet.

    Im Mai 1986 in Japan erschienen ist das Spiel lediglich zwei Jahre jünger als meine Wenigkeit und damit schon sehr alt – quasi auch immer noch eines der ersten NES-Spiele. Der unter dem Dach von Enix agierende damalige Entwickler Chunsoft entwickelte unter der Leitung von Yūji Horii, der die Serie bis Teil 9 verantwortete, das erste „Dragon Quest“. Ein simples Fantasy-Rollenspiel, das sich an dem amerikanischen RPG Ultima und dem „Dungeons & Dragons“-Regelwerk orientierte. Allerdings ist es trotz spielerischer Gemeinsamkeiten kein dreister Klon seines Vorbildes, denn Dragon Quest hat ein Alleinstellungsmerkmal: Anstelle eines düsteren Sci-Fi oder Fantasy-Settings spielt man diesmal in einer (für damalige Verhältnisse) bunten und comichaften Anime-Märchenwelt.

    Dafür hat Enix hier kurzerhand Bande mit Akira Toriyama geschlossen, dem japanischen Manga-Zeichner, der für seine Dragonball-Universum weltweit bekannt ist. Daher ist Dragon Quest ein eher malerischer Abstecher in einer – wenn auch noch sehr minimalistischen – Animewelt mit bereits einigen Eigenheiten, die ich im Review näher erläutere.

    Ich glaube dennoch, dass es für damalige Verhältnisse schon zu Release etwas veraltet war, bzw. kurz darauf veraltet gewesen sein wurde. Schließlich bot Ultima ab Teil 2, der 1983 erschienen war, schon ein etwas weniger generisches Spielereignis und etwas mehr Tiefe. Wäre ich als Kind mit Dragon Quest eingestiegen, hätte ich wahrscheinlich auch dadurch keine Lust an Rollenspielen entwickelt.

    Wobei man sagen muss: Es kann auch gut gehen. Denn in Dragon Quest ist alles angelegt, was ein wunderbares Spieleerlebnis benötigt: Es hat nur einfach viel zu wenig davon.





    Es geht um Heldentugenden und Kampf. Der Kanzler erläutert noch mal alles im Detail.



    Selbst die Gespielin drückt sich sehr gewählt aus. Auch das berühmt-berüchtigte "Puff-Puff" kam schon vor. Für nur 20 Münzen wurde man hier ebenfalls wieder im Unklaren darüber gelassen.



    Mit dem Zauber "Glow" oder einer Fackel sieht man so weit. Auch hier gibt es witzige Wortspiele mit den Gegnernamen.




    Das sind die "Städte" in diesem Spiel. Das ne Weltkarte.




    Witziger Humor: Im Spiel ist von "eskortieren" die Rede. Also wird die Prinzessin ins Schloss "eskortiert"...
    Die Prinzessin kann sich leider nicht benehmen - in der Gegenwart des einsamen Helden. Die bürgerliche Konkubine drückt sich dabei schon etwas gewählter aus.






    WERTUNG:

    Handlung, Charaktere und Dialoge: ➊➋➌➃➄➅➆➇➈➉ gravierende Mängel: Selbst für 1986 hätte man hier mehr erzählen können. Schon bei Zelda war das etwas besser gelöst. Dafür sind die Texte wirklich nett geschrieben und sorgen durch ihre Eigenwilligkeit, dass das Spiel mehr Lebendigkeit besitzt, als man ihm ansehen würde.

    Gameplay und Kampfsystem: ➊➋➌➍➄➅➆➇➈➉ artet in Arbeit aus ohne Spaß zu machen: Kurze Strecken erfordern zu viel Grind. Es dauert sehr lange, bis der Held im Level aufsteigt und eine Möglichkeit hat weiterzuspielen. Das streckt die Spielzeit um die Hälfte.

    Spielwelt und Atmosphäre: ➊➋➌➍➎➅➆➇➈➉ durchwachsen: Natürlich ist das Königreich äußerst generisch und dadurch ist die Atmosphäre kaum vorhanden. Charme hat’s aber irgendwie trotzdem.

    Technik und Präsentation: ➊➋➌➍➎➏➆➇➈➉ okay: Man sieht dem Spiel trotz neuer Sprites und mehr Farben sein hohes Alter in jeder Kachel an. Aber das macht den Reiz aus und konserviert das Original-Spielgefühl.

    Musik: ➊➋➌➍➎➏➐➇➈➉- gut, Tendenz okay: Erstaunlich gut und vor allem komplex für diesen alten generischen Schinken. Der Soundtrack bietet bereits die verträumt-bizarre Dragon Quest-Magie im Ansatz.



    Gesamtwertung: ➊➋➌➍➄➅➆➇➈➉ Spiel artet in „Arbeit“ aus ohne Spaß zu machen: Der Auftakt zu einem ganzen Genre ist dieses spielbare Heldengedicht, welches aus historischem Interesse und der kurzen Spieldauer auch heute noch spielbar ist.


    Ausblick:

    Ich möchte allerdings nicht wissen, wie die anderen beiden kürzlich erschienenen Remakes sind. Wie Klunky schon angedeutet hat, sind diese Spiele eher anstrengender, da man nun zwar mehr Helden hat, aber längere Spieldauer, mehr Gegner gleichzeitig, was somit längere Kämpfe und noch mehr Grindzeit bedeutet.

    Teil 4, 5 und 6 besitze ich für den DS und hab in Teil 5 schon mal reingeschnuppert. Es wirkt auf jeden Fall schon einigermaßen rund und ist interessanter erzählt und bietet neben der typischen Dragon Quest Magie und den kleinteiligen Episoden aber auch eine interessante Sichtweise auf das Leben des Protagonisten. Ich könnte mir Teil 5 noch am ehesten vorstellen.

    Teil 7 habe ich nach gut 25 Stunden erst mal ruhen lassen. Hier ist es mir zu fragmentarisch und trotz süßer kleiner Geschichten finde ich es, gerade wegen der lamen Heldengruppe, etwas laaaaaaangweilig. Außerdem soll es 80 Stunden dauern...

    Teil 8 hab ich für die Playstation 2 damals gespielt. Ich muss zugeben, dass ich auch mit diesem Exemplar nicht warm geworden bin. Es bietet wieder eine kleinteilige, episodenhafte Handlung und nicht unbedingt gut geschriebene Charaktere. Es ist trotz seiner – für damals – unglaublich schönen Optik und seiner genialen Musik eher langweilig, wobei ich die Grundidee richtig genial finde, mit dem verhexten König und der als Pferd verhexten Prinzessin auf einem Planwagen durch die Lande zu ziehen.

    Was hingegen ein wirklich richtig hervorragendes Spiel ist, ist Teil 11. Auch hier bleibt sich Dragon Quest weitestgehend treu, es holt aber so ziemlich alles aus der Formel raus, was geht! Es bietet aber das erste Mal eine SPANNENDE Story und eine wahnsinnig tolle Heldengruppe. Dem Spiel mangelt es NUR an abwechslungsreichen Dungeons.

    Die Art, wie die Handlung in Szene gesetzt wird, die schrulligen Figuren, die spannenden Ereignisse und die märchenhafte Spielwelt sorgen für eine erstklassige Atmosphäre. Jetzt wo das Spiel in der Switch-Fassung noch zusätzlich mit einem vernünftigen Soundtrack erscheint, würde ich dem Spiel eine ➊➋➌➍➎➏➐➑➒➉ hervorragend geben. Ohne mit der Wimper zu zucken. Ich habe es damals hier mit einer ➊➋➌➍➎➏➐➑➈➉ sehr gut bewertet, da die Musik in dieser Fassung so furchtbar war und die ansonsten so tolle Atmosphäre gestört hat. Aber das Spiel ist eigentlich eine ➊➋➌➍➎➏➐➑➒➉. In der Definitive Edition für die Nintendo Switch würde es von mir diese Note bekommen. Alleine dass man nun für die Oberwelt auch die Musik Dragon Quest 8 nehmen kann. Wobei auch die 11er Musik ganz schön ist, wenn sie – wie gedacht – mit einem Orchester erklingt und nicht mit den GM-Standard-Sounds der Playstation 4!!!
    Geändert von Cuzco (28.09.2019 um 21:48 Uhr)

  4. #44

    The Legend of Heroes - Trails of Cold Steel 2 - Professional Review

    Vorwort:

    Anders als bei vielen anderen Rollenspielserien aus Japan, bei denen die einzelnen Ableger komplett eigene Geschichten in jeweils eigenen Spielwelten erzählen, ist die sehr ambitionierte „Tales of Heroes“-Serie ein zusammenhängendes Konstrukt. So ähnlich wie Suikoden spielen die Ableger zwar an anderen Orten, aber die Handlungen sind miteinander verknüpft und einzelne Charaktere tauchen auch in mehreren Ablegern auf.

    Bei Tales of Heroes ist der Schauplatz der Großkontinent Zemuria. Die einzelnen Ableger spielen dabei jeweils in einem bestimmten Land, wobei sie gegenseitig auch Einfluss auf andere Länder und somit andere Ableger nehmen. Ebenfalls bestehen die Ableger in der Regel aus mehreren Teilen mit Fortsetzungen. Das bedeutet auch wieder, dass die Serie ziemlich ins Detail geht und sich mehr wie ein historischer Roman anfühlt als ein Fantasy-Rollenspiel. Da hier die Schicksale von verschiedenen Charakteren in sämtlichen Einzelheiten beleuchtet werden, erinnert die Serie ein wenig an den Romandreiteiler „Jahrhundert-Saga“ von Ken Follet, die Europa von der Industrialisierung bis zum Mauerfall begleitet und die signifikanten Ereignisse des Weltgeschichte aus dem Blickwinkel verschiedener Familien und deren Angehöriger in einflussreichen Positionen beschreibt. Im Grunde funktioniert die „Tales of Heroes“-Serie genauso – mit dem kleinen Unterschied, dass alles Fiktion ist und in Zemuria natürlich auch Fantasy-Elemente wie Kobolde und Hexen eine wichtige Rolle spielen.

    So begann alles mit der „Trails in the Sky“-Triologie, die sich maßgeblich auf das friedliche und traditionelle Königreich Liberl im Südosten des Kontinents konzentriert. Die Ereignisse nehmen dabei Einfluss auf die vier „Trails of Cold Steel“-Teile, welche die Sicht von wichtigen Figuren aus dem benachbarten Kaiserreich Erebonia beleuchten, einem Großreich, dass besonders viel Scheiß baut und auf dessen politischer Bühne es so richtig zur Sache geht. Der von der Republik Calvard und dem Kaiserreich gleichmaßen beanspruchte autonome Stadtstaat Crossbell, der als Pufferzone zwischen diesen beiden Nationen herhalten muss, bekommt ebenfalls zwei Spiele spendiert, die die Geschichte wiederum aus Sicht einer Gruppe von Ordnungshütern erzählen. Da ich damit rechne, dass der Entwickler Falcom schon den nächsten Ableger in der Mache hat, werden auch in Zukunft neue Teile in neue Länder einführen, die momentan bloße Feindbilder bzw. Verbündete sind wie eben die Republik.

    Das 2017 in Deutschland für Vita und PS3 (und 2019 auch für PC und PS4) erschienene „Tales of Heroes – Trails of Cold Steel 2“ ist der zweite Teil des bisher umfangreichsten Ablegers der Serie und markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Kontinents. Der erste Teil diente als Einführung und endete mit einem Cliffhanger – hier mein Review hier mein Review. Teil 2 beleuchtet den Bürgerkrieg und schließt nahtlos an Teil 1 an. Dabei passiert wirklich viel und das erste Mal werden auch die anderen Ableger (Liberl, Crossbell) interessant, die mit den Ereignissen in direkter Verbindung stehen. Man muss diese anderen Ableger zwar nicht gespielt haben, da das Spiel die Ereignisse schon einigermaßen gut erklärt. Aber wer wirklich en detail alles genau samt Figuren und deren Hintergründe erfahren möchte, der sollte auf jeden Fall wissen, dass es diese Spiele gibt und sie spielen, bzw. zur Not Zusammenfassungen darüber lesen. In dem Review beschränke ich mich nun auf Cold Steel 2 und gebe noch einen Ausblick auf den direkten Nachfolger.

    Wenn Machias wie ein Paket verschnürt ist, freut sich der Jusis. Achtung fieser Spoiler: Es gibt jetzt ein Snowboarding-Minispiel.




    Die Suche und Wiederkehr der Klasse 7 ist sehr emotional. Schützenhilfe bekommt Rean u.a. von dem schlitzohrigen Bracer Oval.



    Hmmm??? Wildlebende Affen im verschneiten und sehr weit nördlichen Ymir? Verstehe das wer will! W... t... f...???



    Auch der gute Herr Makarov inklusive seiner Nikotinsucht ist wieder zur Stelle. Celine ist absolut sensationell. Ich liebe Katzen!









    Handlung, Charaktere und Dialoge: ➊➋➌➍➎➏➐➇➈➉ gut: Das Spiel beginnt außerordentlich stark und wird dramaturgisch toll erzählt, gipfelt jedoch dann in einigen Durchhängern, wo die Luft raus ist. Besonderes Augenmerk auf Charakteren, auf Dialogen meistens auch.

    Gameplay und Kampfsystem: ➊➋➌➍➎➏➐➇➈➉ gut: Ein tolles Kampfsystem mit vielen Facetten und einer spannenden Mech-Erweiterung trifft auf überlange fade Dungeon-Erkundung, 0815-Quest-Aufbauten und nervenstrapazierende Längen.

    Spielwelt und Atmosphäre: ➊➋➌➍➎➏➐➑➈➉ sehr gut: Erebonia ist immer noch Erebonia. Die ganze Spielwelt ist mindestens genauso detailliert wie Westeros. Leider gibt es in Cold Steel 2 ein paar Schauplätze zu wenig.

    Technik und Präsentation: ➊➋➌➍➎➅➆➇➈➉ durchwachsen: angestaubtes Bild, teilweise Performance-Einbußen bei Spezialeffekten und Cut-Scenes, ein leichtes Color-Grading in Richtung Sepia, das es auch nicht besser macht sowie äußerst lückenhafte Sprachausgabe

    Musik: ➊➋➌➍➎➏➐➑➈➉ sehr gut: Weniger Fahrstuhlmusik, keine schrillen Nummern mehr, aber epische passende Scores und wunderschöne neue ruhige Themen



    Gesamtwertung: ➊➋➌➍➎➏➐➇➈➉ Gut
    Unfassbar stark beginnendes Abenteuer, das nahtlos an den Vorgänger anknüpft, auf dessen Stärken aufbaut, aber dem nach der ersten Spielehälfte die Luft ausgeht und das außerdem unter der extrem hohen Spieldauer leidet.


    Jeder der mit Klasse 7 näher was zu tun gehabt hat... Alle diese Charaktere werden ziemlich genau aufgeführt. Da kommt schon was auf einen zu!
    Geändert von Cuzco (07.11.2019 um 21:44 Uhr)

  5. #45
    Ich werde demnächst hier noch die Kritiken zu Little Town Hero und Cold Steel 3 reinhacken. Diese Spiele habe ich noch durchgespielt in den letzten Tagen. Leider ist dieses Jahr die Challenge wieder nicht geschafft. Bei der nächsten Challenge versuche ich es diesmal mit 5 (!) Spielen bis zum Jahresende. Neuer Thread entsteht nach den beiden Kritiken und dem Schlussfazit.

  6. #46

    Little Town Hero - Professional Review

    Einleitung
    Ich weiß, ich bin etwas spät dran. Das Spiel hatte ich doch tatsächlich noch vor Weihnachten durchgespielt, daher zählt Little Town Hero für die Nintendo Switch auf jeden Fall noch als abgeschlossen. Da ich im Herbst letzten Jahres aufgrund extremer Ticketpreise bei der Deutschen Bahn recht häufig auf den Flixbus umgestiegen bin, der die Fahrt zwischen Dortmund und Nürnberg in neun(!) Stunden nimmt, hatte ich dieses Spiel in drei bis vier Flixbus-Touren durchgespielt.

    Little Town Hero ist ein Spiel von Game Freak. Ja, dem Pokémon-Game Freak. Also quasi von Nintendo...

    Könnte man meinen. Es scheint aber so, dass Game Freak bei Little Town Hero sein ganz eigenes Süppchen gekocht hat. Zu erkennen auch daran, dass es, obwohl es sich um ein textlastiges Rollenspiel handelt, nur englische (und japanische) Bildschirmtexte besitzt. Sprachausgabe gibt's gar nicht, wobei das bei Nintendo bis heute so ist...

    Nintendo hat es übrigens vor zwei Jahren mal in einer Direct-Präsentation mit einem hübschen kurzen Trailer erwähnt. Es sah also so aus, als wäre es ähnlich wie bei dem für Portierungen alter N64-Klassiker zuständigen Studio Grezzo. Sie haben mit Ever Oasis eine neue IP und ihr ganz eigenes Rollenspiel geschaffen, das Nintendos Unterstützung erfahren sollte...

    Ganz anders bei Little Town Hero: Es wurde komplett von Gamefreak gepublisht und erschien daher nur als Randnotiz für 25 Euro im Nintendo E-Shop, ohne groß beworben zu werden: mehr oder weniger wie ein Indie-Spiel.

    Meine persönliche Neugierde wurde aber dennoch durch die Berichterstattung geweckt. Ähnlich wie in Ever Oasis wurde geschrieben, dass Little Town Hero ein Spiel sei, dass die Entwickler als Herzensprojekt ansehen. Teilweise war in den Medien sogar die Rede, dass bei Gamefreak intern dieses Spiel größere Priorität habe als das AAA-Pokémon. Diese Annahme ist aber grundsätzlich falsch und mittlerweile widerlegt. Herausgekommen ist bei Little Town Hero nämlich verständlicherweise kein AAA-Spiel. Das Spiel wirkt in gewisser Weise sogar stiefmütterlich behandelt. Man mag über Pokémon schimpfen, was man will, aber der Produktionsaufwand von Little Town Hero kann nur einen Bruchteil betragen haben.

    Insofern eine ganz andere Geschichte als bei Grezzos Ever Oasis, das meiner Meinung nach zu den narrativ schlechteren Spielen zählt, obwohl es einen ungleich höheren Stellenwert als das im folgenden rezensierte "Nebenprojekt" von Gamefreak hat. Dennoch hat sich NIS America (ja, die Cold Steel/ Y's/ Atelier-Publisher für Europa) ein Herz gefasst und bringt nächsten Monat das Spiel sogar als physische Version für Playstation 4 und Nintendo Switch heraus. Jaaaaaaaa, auch für Playstation 4... Damit ist wohl klar, dass das Spiel irgendwie unabhängig von Nintendo vertrieben wird...

    Damit bekommt Little Town Hero, das sich aufgrund seines stiefmütterlichen Marketings bestimmt richtig mies verkauft hat, noch einmal eine richtige Chance. Ob es sich das Spiel meiner Meinung nach verdient hat, lest Ihr im folgenden Review:

    Ähnlich wie bei Ever Oasis treibt nun auch Pokémon-Entwickler Gamefreak eigene Ideen zur Spielumsetzung. Das süße kleine Rollenspiel Little Town Hero war wohl rund zwei Jahre in Entwicklung. Der spannendste Ansatz an dem Spiel ist definitiv sein Gameplay. Es erinnert mehr an ein Brettspiel und hat auch eine ähnliche Atmosphäre und Spieltiefe.
    Im Laufe des Spiels erkundet man sehr viele Geheimnisse. Auch dieses alte Buch hält einige Enthüllungen parat. Mattock, der Masochist möchte ständig verprügelt werden.



    Während Nico eigentlich ganz entspannt ist, will Mattock sich ständig mit ihm messen und fordert ihn zu Kämpfen heraus. "Okay, dir zeig ich's!" Rumor has it, dass die beiden wohl als Kinder die besten Freunde gewesen sein könnten.
    Nico: "Okay, will do..." Nico: "Here you go!" - Mattock: "Das ist nur 'ne Fleischwunde! Einigen wir uns auf unentschieden!"



    Nelz, der Erfinder, könnte wirklich noch Windeln tragen... Um hier eine Bestellung aufzugeben, äfft man die Dame mit der Zahnspange nach. Ich find's zum Schießen!
    Zusammen mit seinen Freunden, fasst man die verschiedensten Pläne ins Auge... ...ob's passt oder nicht!




    Der normale Kampfmodus. Die Ideen sind in einer Art Ringmenü um die Figuren angeordnet. In diesem Fall hat der Gegner nur noch eine einzige Idee und ist kurz vorm Verlieren. Nach einem erfolgreichen Zug kann man hier das Spielfeld wechseln. Zum Beispiel auf dieses Feld mit "Margo". Sie kann eine beliebige Idee in einen zufälligen Angriff mit den Werten 1 bis 5 in Verteidigung und Attacke verwandeln, wenn man das möchte.
    Egal, ob Nebenaufgaben oder Haupthandlung. Ein praktisches Fotoalbum hilft bei der Bewältigung und archiviert das Erlebte. Leider kein Golden Retriever: Der bissige Hund in den Kohlenminen hält die Bergleute ganz schön auf Trab.





    Das ist die gesamte Spielwelt. Und nein, man kann sie leider nicht selber erweitern. Die bleibt so leer. Natürlich möchte der Held auch die Stadt verlassen. Daher schleicht er sich am Anfang des Spiels ins Schloss, wird aber geschnappt.

    Die aus drei Bildschirmen bestehende Kohlenmine hat nicht wirklich viel zu bieten. Nebenaufgaben sind aber meistens spaßig. Die Ausnahme: Die entlaufenen Hühner suchen!



    Auf dem Weg von der Stadt ins Schloss. Das wird gar kein so seltener Anblick sein.





    Warum ich das Spiel nur auf der Nintendo Switch empfehlen kann und nicht auf der PS4:
    Auf eine Sache müsst Ihr Euch noch einstellen, wenn Ihr Little Town Hero spielt: Das Spiel ist unter den rundenbasierten RPGs eines der schwierigsten Spiele, das in dem Genre rumläuft. Auf langen Reisen ist es nicht so schlimm einen 90-Minuten-Kampf, den man gerade so knapp verloren hat, noch zweimal zu machen, bis man es geschafft hat. Vorm heimischen Fernseher fällt mir da dann doch besseres ein, auch weil die Kämpfe Eure volle Aufmerksamkeit fordern. Außerdem hat die Nintendo Switch einen dankbaren Standby-Modus. Da kann man auch mal in einem stundenlangen Kampf die Konsole weglegen. So lange Ihr auf der Switch kein neues Spiel startet, bleibt der Fortschritt erhalten. Denn Zwischenspeichern ist nicht. Auch nicht nach einem verlorenen Kampf. Das heißt, man kann die Eureka-Punkte nur behalten, wenn man den Kampf irgendwann auch schafft. Versucht das mal bei der PS4. Die schaltet sich nach ner Stunde Leerlauf von alleine aus und der Spielfortschritt ist weg. Auf der Playstation 4 hätte ich dieses Spiel NIEMALS durchgespielt. Es ist quasi nicht nur unpraktisch, sondern auch unmöglich. Holt Euch die Switch-Version wenn dann. Da macht es absolut Sinn, da man die Konsole auch mal einige Tage im Standby-Modus weglegen kann.

    WERTUNG:

    Handlung, Charaktere und Dialoge: ➊➋➌➍➎➏➐➑➈➉- sehr gut, Tendenz gut: Ich war angenehm überrascht. Das Spiel ist richtig sympathisch und diese Punkte haben exakt den richtigen Umfang.
    Gameplay und Kampfsystem: ➊➋➌➍➎➏➐➇➈➉ gut: Mal was ganz was anderes. Trotz des geringen Umfangs und einer generischen Nebenqueste ein absolut spaßiges und taktisches Erlebnis.
    Spielwelt und Atmosphäre: ➊➋➌➍➎➅➆➇➈➉ durchwachsen: Generische und viel zu unspektakuläre Spielwelt verhindert die Identität für dieses Spiel.
    Technik und Präsentation: ➊➋➌➍➎➏➆➇➈➉ okay: Im Großen und Ganzen flüssig, aber eben alles nur Durchschnitt plus fehlender Feinschliff und komplett ohne Sprachausgabe.
    Musik: ➊➋➌➍➎➏➆➇➈➉ okay: Keine Offenbarung, untermalt das Spektakel aber absolut angemessen.


    Gesamtwertung: ➊➋➌➍➎➏➐➇➈➉- Gut mit Tendenz zu okay! Noch gutes und interessantes Spiel, das deutlich mehr Potenzial aufweist, als man auf den ersten Blick vermuten würde!

  7. #47
    Der Standby-Modus der PS4 sollte doch genauso funktionieren? Meine PS4 schaltet sich da garantiert nicht ab und das sollten auch andere nicht tun. Wenn man nicht versehentlich das Kabel zieht oder dieSteckdose abschaltet (was mir schon passiert ist) zumindest. Ich schalte meine PS4 auch nur dann ganz aus, wenn ich nicht direkt am nächsten Tag weiterspielen will.

    Aber danke für die Eindrücke. Ich fand das Spiel moderat interessant, aber irgendwie fehlt mir das gewisse etwas. Hoffe dennoch, Gamefreak macht weiter ab und zu ein paar solcher Games statt nur Pokémon und alle Jubeljahre mal ein anderes Spiel.


  8. #48
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Der Standby-Modus der PS4 sollte doch genauso funktionieren? Meine PS4 schaltet sich da garantiert nicht ab und das sollten auch andere nicht tun. Wenn man nicht versehentlich das Kabel zieht oder dieSteckdose abschaltet (was mir schon passiert ist) zumindest. Ich schalte meine PS4 auch nur dann ganz aus, wenn ich nicht direkt am nächsten Tag weiterspielen will.
    Bei mir geht das nicht. Erst einmal läuft der Lüfter weiter, wenn die Konsole im Standby-Modus ist. Ist also quasi wie an und außerdem werden dann irgendwie sämtliche Anwendungen geschlossen. Und wenn ich es laufen lasse, fährt die Konsole irgendwann runter (ohne dass ich irgendetwas eingestellt hätte). Bin bei Tales of Zestiria zwischendrin mal essen gewesen und habe nicht gespeichert gehabt. Spielfortschritt weg!
    Außerdem schalte ich auch immer die Steckdosenleiste aus. Die will ich nicht wegen der PS4 einfach brennen lassen.

    Da ist die Switch mit einem "echten" Standby-Modus wirklich um Welten besser. Durch den gestützten Akku und dem Abbild im Speicher kann quasi der Fortschritt nicht verloren gehen, solange man keine andere Anwendung startet.

    Zitat Zitat
    Aber danke für die Eindrücke. Ich fand das Spiel moderat interessant, aber irgendwie fehlt mir das gewisse etwas. Hoffe dennoch, Gamefreak macht weiter ab und zu ein paar solcher Games statt nur Pokémon und alle Jubeljahre mal ein anderes Spiel.
    Jo, gerngeschehen!
    Dieses Spiel gehört zu den am seltensten rezensierten Spielen - nicht nur hier im Forum, sondern auch in Videospielmagazinen. Es hat quasi keinerlei Aufmerksamkeit erhalten. Daher hoffe ich, dass mein Review zumindest ein bisschen Eindrücke vermittelt.

  9. #49
    Zitat Zitat von Cuzco Beitrag anzeigen
    Dieses Spiel gehört zu den am seltensten rezensierten Spielen - nicht nur hier im Forum, sondern auch in Videospielmagazinen. Es hat quasi keinerlei Aufmerksamkeit erhalten. Daher hoffe ich, dass mein Review zumindest ein bisschen Eindrücke vermittelt.
    Zumindest so viele Eindrücke, als das ich das dieses Jahr selbst noch spielen möchte, da das brettspielartige Gameplay mich echt reizt. Vielleicht als 14. oder 15. Spiel, mal gucken, je nachdem, was eben noch kommt.

    Danke dafür auch von mir!


    Aktuell: [#25] Destiny Connect: Tick-Tock Travellers


  10. #50
    Von diesem Little Town Hero hab ich ja gar nichts mitbekommen, sieht interessant aus, ich werds mir kaufen

  11. #51
    Zitat Zitat von Cuzco
    Bei mir geht das nicht. Erst einmal läuft der Lüfter weiter, wenn die Konsole im Standby-Modus ist. Ist also quasi wie an und außerdem werden dann irgendwie sämtliche Anwendungen geschlossen. Und wenn ich es laufen lasse, fährt die Konsole irgendwann runter (ohne dass ich irgendetwas eingestellt hätte). Bin bei Tales of Zestiria zwischendrin mal essen gewesen und habe nicht gespeichert gehabt. Spielfortschritt weg!
    Ist das noch immer diese halb defekte Konsole von der du letztes oder vorletztes (?) Jahr schon mal geredet hast? Hört sich so an als solltest du die langsam echt mal umtauschen, denn was du geschildert hast ist definitiv nicht normal oder du hast irgendwelche exotischen Energieeintellungen vorgenommen.

    Zitat Zitat
    Da ist die Switch mit einem "echten" Standby-Modus wirklich um Welten besser. Durch den gestützten Akku und dem Abbild im Speicher kann quasi der Fortschritt nicht verloren gehen, solange man keine andere Anwendung startet.
    Der Standby-Modus in der Switch ist nicht "echter" als auf der Playstation 4. Nimmt den Akku raus (entspricht dem Abschalten der Steckdosenleiste der PS4) oder lass ihn komplett entladen und alles ist futsch.

  12. #52
    Zitat Zitat von Nayuta
    Der Standby-Modus in der Switch ist nicht "echter" als auf der Playstation 4. Nimmt den Akku raus (entspricht dem Abschalten der Steckdosenleiste der PS4) oder lass ihn komplett entladen und alles ist futsch.
    Einspruch, Euer Ehren! Der Standby-Modus der Playstation 4 ist hardwaretechnisch eine andere Geschichte als der der Switch. Die Switch ist technisch gesehen ein Handy, die PS4 eher ein Videorekorder. Die Playstation 4 ist nicht wirklich darauf ausgelegt dauerhaft im Standby-Modus zu laufen. Lüfter und Stromverbrauch selbst ohne Lüfter sowie der Neustart beim kleinsten Update und die Hitzeentwicklung zeigen, dass das eher ein Notbehelf ist, um große Downloads weiterlaufen lassen u können.

    Die Switch hingegen ist im Normalfall nicht aus, sondern im Standby-Modus. Alleine das Ausschalten kostet Mühe, ist versteckt und geht gar nicht, wenn die Switch in der am Strom hängenden Docking Station hängt. Die Switch "überlebt" aber ohne Probleme 30 Tage im Standby-Modus und fährt bei einem kritischen Ladestand so weit herunter, dass eventuell pausierte Games noch Wochen lang weiterlaufen.

    Vollkommen unabhängig vom Zustand meiner PS4, die ja eine der ersten war und einige Kinderkrankheiten mitbringt: Ich habe die Energieeinstellungen Zeit bis zum Ausschalten auf [Nie] gesetzt und Zeit bis zum Standby habe ich aufgrund einiger großer Downloads manuell verwaltet (beim FF VII R-Download) habe ich die Konsole manuell in den Standby-Modus gefahren. Sie braucht laut offiziellen Angaben im Standby-Modus immer noch 10 Watt (da kann ich die ganze Zeit ein Licht für brennen lassen), mit meiner Messsteckdose und laufendem Lüfter sind es rund 40 Watt (oh, Glühbirne, ick hör dir trapsen!) und wenn der mal nicht dreht (kein aktiver Download) ist dennoch dieses hässliche orange Licht an und die Konsole immer noch sehr warm. Das Problem haben aber alle PS4s.

    Da ich wirklich einige Probleme mit dem Gerät hatte, habe ich auch bei der Hotline mal angerufen, die auch gemeint haben, dass der Ruhemodus der PS4 nicht ständig verwendet werden sollte. Ist bei mir keine Gefahr, da ich immer alles ausschalte. Ich bin aber schon des Öfteren beim Spielen eingeschlafen und mitten in der Nacht aufgewacht und wollte dann die sich bereits im Standby-Modus befindliche PS4 wieder aufwecken, um sie normal herunterzufahren... Doch dann wacht sie manchmal nicht auf, sodass nur die Option bleibt, sie zu resetten...

    Es ist also egal, ob die Konsole Mucken macht, aber der Standby-Modus ist nicht wie bei der Switch und absolut unbequem. Er verhält sich wie bei älteren Konsolen wie Wii, Wii U oder PS3. Auch diese Konsolen werden sehr heiß, die PS3 auch sehr laut. Die Switch ist ein Mobilgerät und speziell dafür designt im Standby-Modus zu laufen ohne zu zicken - also im Grunde wie bei einem Handy oder Tablet. Meine Streaming-Box kriegt das übrigens auch problemlos hin, im Standby-Modus zu laufen, obwohl sie wie bei der PS4 ein internes Netzteil hat. Aber auch wenn ich sie vom Netz nehme, ist sie nach dem erneuten Einschalten sofort wieder da - ähnlich bei der Switch, während die PS4 rund 20 - 30 Sekunden hochfährt.

    Fairerweise ist aber auch zu sagen, dass die PS4 noch von 2013 ist, Streamingbox und Switch von 2017. Daher denke ich auch, dass die PS5 einen clevereren Ruhemodus bekommt, der den Namen auch wirklich verdient und besser funktioniert.

    Außerdem: In Little Town Hero kann ja ungeplant lange für Kämpfe benötigen. Vielleicht auch mal - bei wenig Zeit - ne ganze Woche, bis man wieder speichern kann, Das vor dem Fernseher auszutragen, obwohl man zwischendrin eventuell was anderes machen muss, ist nicht empfehlenswert. Mit der Switch ist man einfach flexibler. Ich hätte das Spiel nie auf dem Fernseher durchgespielt. Bei einer Flixbusfahrt kann man die Switch einfach in den Standby schalten und abends im Bett weiterspielen...

  13. #53
    Die Geräte funktionieren nach demselben Prinzip. Der einzige Unterschied ist, dass alle Hardwarekomponenten der Switch von Grund auf für einen noch niedrigen Energieverbrauch optimiert sind als bei der Playstation. Die Playstation 4 wurde von Grund auf für den Standby-Betrieb entwickelt, die Southbridge kann das System autark ohne Zutun der Northbridge steuern um diese im Energiesparmodus verweilen lassen. Sony empfiehlt sogar die Konsole eher im Standby zu belassen und sie nur "komplett" auszuschalten, wenn man sie vom Strom trennen will. Die gesamte Benutzerführung ist auf den Standby ausgerichtet, sei es dass dies die erste Option im Menü beim Abschalten ist oder dass sich das Gerät bei einem kurzen Druck auf den Power-Button in eben diesen Modus versetzt. Natürlich verbraucht die PS4 im Standby mehr Energie, immerhin müssen ein größeres Board, ein größerer SoC und mehr RAM mit Strom befüllt werden, auch im Energiesparmodus. Außerdem sind Netzwerk sowie die USB-Buchsen aktiv, können aber auch deaktiviert werden, um deutlich unter die 10 Watt zu rutschen.

    Aber die paar Euro-Cent die der Standby mehr kostet, wenn man ihn in Ausnahmefällen mal aktiv lässt, sind nicht das Thema. Auch nicht ob Switch in bestimmten Usecases angenehmer ist weil die Konsole portabel ist (mir als Autofahrer mit einem relativ kurzen Arbeitsweg bringt die Portabilität z.B. überhaupt nichts). Du hast deine Empfehlung für die Plattform mit falschen Fakten, basierend auf einer defekten Konsole, unterstrichen und das sollte einfach nicht sein.

  14. #54
    Also ein paar Cent mehr kostet das Standby nicht. Sondern es sind schon ein paar Euros. Außerdem ist meine Konsole laut Sony voll funktionstüchtig und muss so. Auch die lila Grafikfehler sind laut ihnen normal, wenn die Konsole etwas wärmer wird. Ich solle sie möglichst frei aufstellen. (Ich habe sie mittlerweile auch schon komplett durchgepustet und entstaubt, das hilft ein wenig, nur die Lautstärke ändert es leider nicht. )

    Sie empfehlen den Standby-Modus laut Kundenhotline übrigens explizit nicht, da es sich bei der Konsole (erstes Modell) wohl um einen ziemlichen Stromfresser handelt.

    Wirklich nur Aus Interesse und ohne jetzt klugscheißen zu wollen, aber folgende Spaßtatsache möchte ich gerne mit dem Forum teilen:
    Ich habe mir mal den Spaß gemacht und meine Test-Steckdose noch mal eingesteckt, um den Energieverbrauch nochmal nachzuvollziehen:
    Ausgeschaltet: 0,3 Watt
    Ruhemodus ohne aktiven Download und Controller beim Laden: 18,3 Watt
    Ruhemodus mit Download am Laufen und einem Controller am USB: 52,5 Watt
    An mit Spiel (Persona 5 Royal): 124 Watt

    Wenn ich davon ausgehe, dass ich eine Stunde am Tag spiele und im Schnitt eine Stunde im Standby-Modus downloade, dann liefe die Konsole im normalen Ruhemodus noch 22 Stunden am Tag. Da wird sie im Übrigen auch warm, die hässliche orange LED ist an und sie genehmigt sich gut 18 Watt. Das bedeutet, dass die Konsole in der Stunde 0,018 kWh braucht, von denen eine bei mir aktuell 31 Cent kostet. Die Konsole verbraucht somit eine kWh in rund 55 Stunden. Da macht im Jahr (365x22h) stolze 45 Euro oder 146 Kilowattstunden. Immerhin halb so viel wie mein Kühlschrank.

    Daher empfiehlt es sich, die PS4 definitiv herunterzufahren, wenn sie nicht benötigt wird.

    Zitat Zitat von Nayuta
    Die Geräte funktionieren nach demselben Prinzip. Der einzige Unterschied ist, dass alle Hardwarekomponenten der Switch von Grund auf für einen noch niedrigen Energieverbrauch optimiert sind als bei der Playstation. Die Playstation 4 wurde von Grund auf für den Standby-Betrieb entwickelt, die Southbridge kann das System autark ohne Zutun der Northbridge steuern um diese im Energiesparmodus verweilen lassen.
    Ich empfinde wirklich nicht, dass die PS4 für den Standby-Modus gemacht wurde. Es ist zwar schön, dass die Speicher- bzw. Busanbindung North- und Southbridge trennen kann, sodass im Standby-Modus nicht Strom durch das ganze Logicboard fließt. Aber technisch gesehen ist der SoC immer noch komplett unter Strom - ähnlich wie bei der Wii, die damals auch noch richtig heiß wurde*. Das ändert dennoch nichts, dass wahrscheinlich die Jaguar- und die RAM-Komponente einen gewissen Strom brauchen, um auf Standby zu bleiben (und sogar mehr als die Wii). Die Switch ist eine ARM-Architektur, quasi ein Handy, daher ist sie ja viel sparsamer. Ich glaube auch, dass da einige Dinge wegen Mobilbetrieb einfach anders laufen (alleine LPDDR-RAM braucht wahrscheinlIch schon fast gar keinen Strom und verhält sich fast wie ein ROM) und so kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, die PS4 nicht herunterzufahren (außer ich brauch einen Download). Klar kann man sie einfacher in den Ruhemodus versetzen als sie auszuschalten. Das ist mittlerweile bei allen Konsolen so. Die Switch muss man auch aus der Docking Station nehmen bzw. diese vom Stromnetz trennen, sonst bleibt die auf ewig im Standby.

    Also noch mal: Meine PS4 scheint angeblich ganz normal zu funktionieren. Manche Spiele laufen auch erstaunlich gut und leise (FF VII Remake), während andere irgendwie Fehler hervorrufen, die an Windows erinnern. Einschicken hat damals nichts gebracht. Bisher hat meine PS4 auch durchgehalten. Ich hoffe, sie macht es noch, bis ich meine PS5 unterm Fernseher stehen habe, die dann hoffentlich weniger Strom frisst, einen vernünftigen Standby-Modus (vll. sogar mit kleiner Akku oder mit Speicherabbild auf seine superschnelle SSD) und vor allem LEISER ist... Das Geschnaufe der PS4 ist ja kaum auszuhalten und übertönt an einigen Stellen sogar die Heimkino-Anlage. Für Streaming von Filmen und Serien habe ich mir dann tatsächlich ein Apple TV 4k geholt, was ich niemals getan hätte, wenn die PS4 vernünftige Lautstärke hätte oder die Switch überhaupt streamen könnte...

    Ich bleibe auf jeden Fall dabei: Ich finde die PS4 für das Spiel in vielerlei Hinsicht unpraktisch. Vor allem, wenn man einen stundenlangen Bosskampf viermal wiederholen muss und man nicht Zwischenspeichern kann.

    EDIT: *Weil der Lüfter der Wii im Standby nicht lief, aber der Grafikchip trotzdem Vollgas gelaufen ist...
    Geändert von Cuzco (24.05.2020 um 21:14 Uhr)

  15. #55
    Zitat Zitat von Cuzco Beitrag anzeigen
    Ich bleibe auf jeden Fall dabei: Ich finde die PS4 für das Spiel in vielerlei Hinsicht unpraktisch. Vor allem, wenn man einen stundenlangen Bosskampf viermal wiederholen muss und man nicht Zwischenspeichern kann.
    Vielleicht bauen sie für die PS4 Version nen Quick Save oder so ein in Kämpfen

  16. #56
    Zitat Zitat von Cuzco
    Daher empfiehlt es sich, die PS4 definitiv herunterzufahren, wenn sie nicht benötigt wird.
    Ich bin mit dir dabei völlig d'accord. Immerhin handelt es sich bei einem Gerät um eine auf Leistung getrimmte Heimkonsole und beim anderen um einen energiesparenden Handheld. Der Energieverbrauch der PS4 wird immer höher sein, selbst wenn bereits bei deren Design alles unternommen wurde um diesen im Standby so weit wie nur irgend möglich zu senken.

    Zitat Zitat von Cuzco
    Ich bleibe auf jeden Fall dabei: Ich finde die PS4 für das Spiel in vielerlei Hinsicht unpraktisch. Vor allem, wenn man einen stundenlangen Bosskampf viermal wiederholen muss und man nicht Zwischenspeichern kann.
    Auch hier stimme ich dir zu. Wenn der Energieverbrauch oder die ständige Verfügbarkeit des Geräts eine höhere Priorität genießen, dann ist natürlich Switch zu bevorzugen.
    Nur handelt es sich beim konkreten Spiel eben um einen Grenzfall, ich bezweifle dass jedes Spiel auf der Welt solch lange Passagen besitzt, zwischen denen man nicht speichern kann oder dass man in Little Town Heroes in jeder Session in einem der, wie du schon geschrieben hast, eher seltenen Kämpfen hängt. Auch dem Rechenbeispiel mit dem Jahresenergieverbrauch stelle ich die lediglich 20 tatsächlichen Spielstunden gegenüber, zwischen denen man wie oft den Standbymodus aktivieren müsste? Zweimal? Dreimal? Eine Notlösung, selbstverständlich. Wie gesagt geht es mir nicht um das Prinzip an sich sondern darum, dass das hier ein ganz spezieller Grenzfall ist, für den die PS4, im Gegensatz zu deinen Angaben, durchaus Mittel besitzt, um diesen abzumildern.

    Dennoch entspricht es nicht der Realität dass sich die PS4, die entsprechenden Energieeinstellungen vorausgesetzt, im Normalbetrieb oder im Standby von alleine komplett abschaltet, unabhängig davon dass der lizenzierte 3rd-Party-Reparaturdienst oder der Callcenter-Mitarbeiter, der ansonsten noch 20 andere Unternehmen betreut, etwas anderes behaupten. Das haben dir hier jetzt schon zwei User versichert, die diese Probleme nicht haben (in meinem Fall ein Gerät vom Mai 2014) und wenn du mehr fragst wirst du höchstwahrscheinlich dieselben Antworten erhalten. Dass du das Problem trotzdem hast und der Fehler nicht identifiziert werden kann ist natürlich bedauerlich, der Normalfall ist es aber nicht.

  17. #57
    Zitat Zitat von Nayuta Beitrag anzeigen
    Dass du das Problem trotzdem hast und der Fehler nicht identifiziert werden kann ist natürlich bedauerlich, der Normalfall ist es aber nicht.
    Ich hoffe einfach, dass meine Konsole mindestens so lange überlebt, bis die PS5 hier steht. Ich habe manchmal echt Angst, dass sie kaputt geht - gerade wenn der Lüfter wieder infernalisch schreit, wenn die Disc vorübergehend nicht lesbar ist, wenn es rosarote Muster in der Spielgrafik gibt oder die Konsole nach einem Update zweimal ihr fieses Relais-Klicken verlautbaren lässt... Laut Kundendienst übrigens alles normal.

    Bisher hat die Konsole sich auch wacker gehalten. Erstaunlicherweise läuft sie gerade bei extrem hardwarehungrigen Spielen (alles mit UE4) sehr ruhig und sehr flüssig, andere Spiele mit Kackgrafik (Cold Steel 3 *hust*) offenbaren hingegen eine stotternde Grafik und ein Lüfter-Fortissimo...

    Naja, jetzt mal wieder an Persona 5 weitergespielt. Das läuft absolut einwandfrei und komplett ohne Ladezeiten (bzw. nur sehr kurze <1s) und gibt dadurch einen Vorgeschmack auf die kommende Konsolengeneration.

    Zum Spiel: Es gibt schon den ein oder anderen Kampf, den man erst einmal nicht gewinnt. Zudem verliert man die Kämpfe immer denkbar knapp. Selbst wenn man sich anstrengt, zu verlieren, hält man erst einmal sehr lange durch. Daher: Überlegt Euch gut, ob Ihr bei diesem Spiel wirklich an den Fernseher gefesselt sein wollt...

    EDIT: Okay, Persona muss warten... jetzt spielt Gladbach gegen Bremen. Bremen beweist mit seiner Startelf durchaus Mut... also schau ich mal lieber doch nur Fußball.
    Geändert von Cuzco (26.05.2020 um 20:31 Uhr)

  18. #58
    Okay, Cold Steel 3 ist jetzt endlich durch. 148 Spielstunden hat es gedauert! Das längste Single-Player-Spiel, das ich bisher gespielt habe. Ich werde demnächst endlich das Review los. Und morgen mit dem vierten Teil loslegen.

    Ich bin schon sehr gespannt, wie lange ich dann für alle vier Teile zusammen gebraucht habe.

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