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  1. #1

    Narcissus Gamelog 2026 (Neu: Linda³)

    Ich habe gehört, wir haben das Bingo-Jahr, also bin ich natürlich auch dabei!

    Diesmal halte ich die Challenge wieder offener ohne viele konkrete Ziele. Auf jeden Fall spielen will ich nur mein Wichtelspiel Linda³ sowie Suikoden II.

    Dafür gibt es aber ein Bingo, das vor allem Themen/Elemente enthält, vereinzelt aber auch Genres. Es soll mich in erster Linie motivieren, eine breite Vielfalt von Spielen auszuprobieren




    Hübsche Grafiken habe ich diesmal keine vorbereitet, aber vielleicht kommt ja noch was


    Gespielt 2026:
    Spiel Spielzeit Beendet Wertung
    Peglin 08:30 03.01. 6,5/10
    Octopath Traveler 0 50:05 12.01. 6,5/10
    BALL×PIT 15:20 26.01. 7,5/10
    Cat God Ranch 09:00 20.02. 5,5/10
    Linda³ Again
    Geändert von Narcissu (27.02.2026 um 18:32 Uhr)

  2. #2
    Die einzelnen Bingo Felder klingen sehr interessant (Müll & Dreck, Angeln & Fische xD). Bin gespannt, was da an Spielen in den nächsten Monaten kommt (sehe ja öfter Spiele aus meiner Kindheit bei deinen Challenges - mal schauen ob da dieses Jahr auch wieder etwas dabei ist)
    Viel Spaß bei deiner Challenge.

  3. #3
    Ach, schon wieder ein Bingo *g*
    Die Challenge ist geschafft, sobald Du ein Bingo hast?

    Die Kategorien sind echt witzig, von wegen "hübsches Metroidvania"
    Ist Müll & Dreck auf die Spielqualität oder den -inhalt bezogen?

    Auf jeden Fall guten Start in die Challenge!

  4. #4
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Ich habe gehört, wir haben das Bingo-Jahr, also bin ich natürlich auch dabei!

    Diesmal halte ich die Challenge wieder offener ohne viele konkrete Ziele. Auf jeden Fall spielen will ich nur mein Wichtelspiel Linda³ sowie Suikoden II.

    Dafür gibt es aber ein Bingo, das vor allem Themen/Elemente enthält, vereinzelt aber auch Genres. Es soll mich in erster Linie motivieren, eine breite Vielfalt von Spielen auszuprobieren



    Hübsche Grafiken habe ich diesmal keine vorbereitet, aber vielleicht kommt ja noch was
    Für "Müll & Dreck" ist ja das perfekte RPG vor kurzem erschienen. Du weißt sicherlich welches ich meine.

  5. #5
    Danke euch allen!

    @Sylverthas: Ja, ich dachte mir, es gibt so viele schöne 2D-Platformer und Metroidvanias, dass ich auf jeden Fall mal wieder eins spielen muss. Ein Kandidat wäre z.B. Mio: Memories in Orbit, das im Februar erscheint.
    Und bei Müll & Dreck … mal sehen

    Hatte aber tatsächlich u.a. an Kingdoms of the Dump gedacht, was Klunky ja sicher meinte


  6. #6
    Nach einigen Stunden kann ich Kingdoms of the Dump nur empfehlen.
    Richtig originell und witzig, mit einem leicht taktischen Kampfsystem.
    Besonders interessant für Liebhaber der SNES-JRPGs.

    Und bist du jetzt unser Bingobär, Narcissu?
    Now: Ghost of Yotei & Dragon Quest VII Reimagined / Done: Dog Man: Mission Impawsible
    Now: Modern Family Staffel 5 / Done: The Fantastic Four: First Steps
    Now: John Constantine: Hellblazer - Tot in Amerika Band 1 / Done: Rooster Fighter Band 4
    RPG-Challenge 2026 / Now: Prince of Persia: The Lost Crown

  7. #7
    Das bisherige Jahr war bei mir extrem busy, aber jetzt ist es endlich etwas besser geworden. Furchtbar viel gespielt habe ich auch nicht, aber ich werde mich bemühen, die sträflich vernachlässigten Berichte in nächster Zeit nachzureichen.

    Fangen wir an mit:

    Peglin



    Peglin ist ein nettes kleines Pachinko-Roguelite, also eine Art Pinball.

    Die Spielstruktur ist wie bei vielen Roguelites an Slay the Spire angelehnt: Man bewegt sich durch einen Baum an Räumen, in denen sich normale Kämpfe, Minibosse, Schätze, Shops oder Events befinden können.

    Es ist effektiv ein Deckbuilder, nur hat man hier statt Karten Kugeln, die alle einen normalen Schadenswert, einen kritischen Schadenswert und einen Effekt haben.

    Man kämpft immer wie in einem rundenbasierten RPG gegen eine Gruppe von Gegnern, wobei die Gegner jeden Zug näher kommen. Der Erfolg der eigenen Züge hängt hingegen ganz davon ab, wie gut man seine Bälle wirft, d.h. was man auf dem Spielfeld alles aktiviert.

    Diese Effekte können passiv sein (mehr Schaden bei Bedingung X) oder aktiv (z.B. Veränderungen am Spielfeld bewirken).

    Darüber hinaus gibt es auch Artefakte, die dauerhafte passive Effekte diverser Natur bewirken.



    Peglin hat eine starke physikalische Komponente. Der Ball hüpft ziemlich unvorhersehbar über das Spielfeld, aber mit etwas Übung kann man zumindest die ersten 1-2 Abpraller halbwegs einschätzen.

    Das Spannende ist wie bei allen Deckbuildern die Synergie der verschiedenen Elemente – und hier gibt es durchaus richtig coole Kombinationen, da eine Vielzahl physikalischer Variablen (Schwerkraft, Magnetismus, Gewicht, Sprungkraft uvm.) verändert werden können.

    Es gibt drei „Stockwerke“ mit je drei verschiedenen Bossen, von denen man per Zufall einen bekämpft. Hat man alle drei geschafft, gilt der Run als gewonnen und man kann es auf einem höheren Schwierigkeitsgrad noch mal versuchen. Ferner kann man drei weitere Charaktere freischalten, die je andere Spezialisierungen haben. Ansonsten gibt es kaum Metaprogression.

    Das ist dann auch der Punkt, wo es für mich irgendwann eintönig wird. Ich habe so viele Runs gemacht, dass ich alle Bosse einmal besiegt hatte. Dann war es aber auch genug~

    Grafisch erinnert es leider ein wenig an Mobile-Cashgrabs oder Shovelware.



    tl;dr: Cooles und kurzweiliges Gimmick-Roguelite, das für ein paar Runden viel Spaß macht, nach einiger Zeit aber eintönig wird.

    Spielzeit: 08:30h
    Wertung: 6,5/10
    Bingo-Feld:


  8. #8
    Octopath Traveler 0



    Obwohl ich von Octopath Traveler II nicht restlos begeistert war, hat es in mir seinerzeit doch eine so große Freude am Erkunden und den RPG-Mechaniken ausgelöst, dass ich knapp zwei Jahre später auch Octopath Traveler 0 direkt zum Release gekauft habe.

    Wie auch bei II bin ich hier sehr zwiegespalten: Der Gameplay-Loop hat mir wieder mal eine Menge Spaß gemacht, während die Story enttäuschend bis geradezu komisch schlecht war.

    Das Spiel beginnt mit einem relativ klassischen Prolog, der dem Protagonisten eine Agenda gibt, danach folgen drei parallele Arcs mit je unterschiedlichen Villains, die vor allem eines sind: grausam und edgy. Wenn ich mir die allgemeine Rezeption anschaue, scheint das allgemein gut angekommen zu sein. Vielleicht weil JRPGs sonst meist recht handzahm sind? Ich hingegen fand es eher zum Augenrollen. Die Antagonisten sind absolut eindimensionale Comic Villains, die überzeichnete Grausamkeit wird bald vorhersehbar und das Spiel wartet an jeder Ecke mit einem möglichst schockierenden Twist auf, sodass es sich doch schnell abnutzt.

    Im weiteren Handlungsverlauf mäandert es dann etwas zwischen Politik, Krieg, kurzen Charakter-Arcs und weiteren Twists hin und her. Figuren werden eingeführt, die bald keine Rolle mehr spielen. Die meiste Zeit über ist weder die Party noch der Protagonist in die Handlung eingebunden. Ich hatte es eigentlich begrüßt, dass das Spiel eine durchgehende Geschichte statt acht einzelnen erzählt wie die Vorgänger. Aber hier merkt man dem Spiel die episodische Gatcha-Herkunft doch leider stark an.

    Während ich Octopath II zwar im Grunde sympathisch, aber in der Umsetzung langweilig fand, habe ich bei 0 spätestens ab der Hälfte begonnen, die Szenen zu überspringen. Genretypisch spitzt es sich im Verlauf zu, mit mehreren Zwischenfinale-Momenten. Mehrere Dungeons könnten von Umfang und Atmosphäre die letzten Dungeons sein. Es sind halt doch alles bekannte Versatzstücke und die Erzählung halt relativ unpersönlich, weshalb es mir letztlich nichts gegeben hat.



    Hinzu kommt, dass ich wie beim Vorgänger im Grunde die ganze Welt erkundet hatte, sobald es möglich war. Von Anfang hat man sehr viel Freiheit. Einige Orte werden erst im Verlauf der Story zugänglich, aber mindestens die halbe Welt steht von Anfang an offen. Jedes Gebiet hat zum ein empfohlenes Level, woran man sich gut orientieren kann.

    Wie auch im Vorgänger kann man durch die Path Actions wieder auf verschiedene Weise mit allen möglichen NPCs interagieren, um ihnen z.B. gute Items abzuluchsen oder sie für das eigene Dorf zu rekrutieren. Man findet auf diese Weise auch sehr viele spielbare Charaktere. Das hat für mich auch die Erkundung der vielen Dörfer und Städte spaßig gemacht. Zugleich levelt man auf, verbessert seine Jobs und findet neue Ausrüstung – einfach ein sehr effektiver Gameplay-Loop.

    Wie so oft in solchen Spielen ist das Problem dabei nur, dass die Story vom Schwierigkeitsgrad trivial wird, wenn man die ganze Erkundung der Welt an den Anfang stellt. Auch die Items, die man im Storyverlauf findet, sind dann meist nutzlos. Die zweite Hälfte der Spielzeit habe ich also primär mit Story-Content verbracht – ab dann hat mir das Spiel leider auch einfach nicht mehr viel Spaß gemacht.

    Das Jobsystem des Spiels hat mir leider auch nicht so gut gefallen. Der Clou ist, dass nur der Hauptcharakter Jobs wechseln kann, während es so viele Charaktere gibt, dass diese eh alle verfügbaren Jobs mehrfach abdecken. Die Möglichkeit, Fähigkeiten mehrerer Jobs zu kombinieren, besteht nur noch über Skills in Form von Items, die man in der Welt findet und später auch von den Jobs selbst erhält.

    Das hat es für mich wenig reizvoll gemacht, mehrere Jobs zu meistern. Cool ist dafür aber, dass die vielen Charaktere trotz überlappender Rollen meist eigene Spezialitäten haben. Es macht Spaß, damit herumzuexperimentieren, um ein gutes Setup zu finden. Allerdings waren mir 30+ Charaktere dafür schon fast zu viel, denn wenn ich erst mal eine gute Party gefunden habe, tue ich mich schwer damit, später noch viel daran zu ändern.



    Das Spiel bietet eine Menge Sidequests, die meisten davon folgen bewährten Mustern. Bei einer bekommt man ein Schiff (das man auch später für die Story braucht), was ich sehr cool fand. Viele führen zu neuen Charakteren oder Bürgern für das eigene Dorf.

    In Octopath Traveler 0 gibt es nämlich eine Art Aufbausimulation: Man baut ein zerstörtes Dorf wieder neu auf und bevölkert es mit Menschen aus der ganzen Welt. Das ist ein gradueller Prozess. Es gibt eine gewisse Verflechtung mit dem Kerngameplay (z.B. Bonusitems durch bestimmte Charaktere oder das Freischalten neuer Features). Trotzdem hat mich der Aufbau selbst wie in den meisten Spielen nicht allzu sehr motiviert. Vielleicht auch, weil der emotionale Bezug zu den Figuren für mich so gering war.

    Erwähnenswert ist zudem, dass das Spiel lang ist. Ich bin auf über 50h gekommen, aber wer die Kämpfe nicht auf dem höchsten Tempo ablaufen lässt, vielleicht noch ein bisschen gründlicher erkundet, mehr mit Partys herumexperimentiert oder sich die Story in Gänze antut, ohne Cutscenes zu überspringen, wird locker auf 80+ Stunden kommen. In dem Sinne ist das Spiel ein echter Brecher – deutlich mehr noch als die Vorgänger. Und nicht unbedingt zum Vorteil des Spiels, da die Handlung doch recht aufgeblasen wirkt. Auch hier merkt man eben, dass es als GaaS konzipiert wurde, nicht als von Anfang an durchgeplante Story. (Am Gameplay merkt man es erfreulicherweise nicht – von den Gatcha-Mechaniken ist nichts mehr vorhanden und alle Collabs mit anderen IPs wurden natürlich auch rausgestrichen.)



    tl;dr: Während ich zunächst sehr viel Spaß an dem Spiel mit seiner offenen Welt und den vielen Möglichkeiten hatte und die Grundformel stimmt, schwankt die Handlung zwischen edgy und langweilig und war mir einfach zu unpersönlich. Auch die Überlänge hat dazu beigetragen, dass ich am Ende eher negativ eingestellt war. Ob ich ein Octopath Traveler III spielen würde, weiß ich nicht.

    Spielzeit: 50:05h
    Wertung: 6,5/10
    Bingo-Feld:


  9. #9
    BALL×PIT



    BALL×PIT ist ein Roguelite-Titel, der letztes Jahr sehr gut aufgenommen wurde. Da auch MeTa positiv darüber schrieb, habe ich es im Januar auch gleich mal probiert.

    Das Spiel bezeichnet sich selbst als „brick-breaking, ball-fusing, base-building survival roguelite“ – was ziemlich passend ist.

    Das Spiel besteht aus zwei sehr verschiedenen Komponenten: Einem arcadeartigen Dungeon-Modus und einem kleinen Aufbau- und Management-Modus.
    In ersterem Kämpft man sich durch Gegner, um Geld und Blueprints zu sammeln, mit denen man im Management-Modus neue Einrichtungen bauen kann. Durch die wiederum schaltet man in Roguelite-Manier neue Charaktere, Features und permanente Upgrades statt. Waffen können z.B. Flächenschaden anrichten, Gegner einfrieren oder HP stehlen.



    Der Dungeon-Modus erinnert sehr an Vampire Survivors. Man pflügt sich durch Horden von Gegnern, die einem unablässig von oben näherkommen. Deshalb hat es auch was von Tower Defense.

    Bei jedem Level Up kann man eine neue Waffe (d.h. einen neuen Ball) oder einen passiven Skill wählen. Alles lässt sich zudem zweimal upgraden – danach ist oft eine Fusion (zwei Waffen werden kombiniert, ein Slot wird dadurch frei) oder eine Evolution (aus zwei Waffen wird eine neue, stärkere Waffe) möglich.

    Wie immer ist die Synergie zwischen Fähigkeiten der Schlüssel zum Sieg. Es ist befriedigend, gute Kombinationen zu finden. Manche sind durchaus naheliegend, aber bei manchen Mechniken ist das Spiel auch eher undurchsichtig – da muss man dann selbst ein bisschen experimentieren.



    Es gibt nur eine Handvoll Stages im Spiel und der Schwierigkeitsgrad ist für das Genre eher moderat. Man braucht zwar oft mehrere Runs, um eine Stage zu schaffen, und im Mittelteil des Spiels zieht der Schwierigkeitsgrad kurz stark an. Sobald man die Möglichkeit freischaltet, zwei Charaktere zugleich zu spielen, relativiert sich das aber sehr – tendenziell fand ich es von dort an sogar leichter als vorher.

    Die Charaktere haben alle eine unterschiedliche Startwaffe und eine passive Fähigkeit. Ein Charakter hat z.B. mehr Baby Balls (kleine Bälle, die den Hauptball begleiten), ein anderer fügt mehr Flächenschaden zu und wieder ein anderer wählt Upgrades sogar automatisch. (Am Ende gibt es sogar einen Charakter, der komplett von alleine Spielt ^^’).

    Leider gibt es doch relativ wenig Variation zwischen den Levels. Durch die Struktur des Spiels gibt es anders als in Vampire Survivors nicht wirklich Geheimnisse oder Überraschungen. Zum Glück ist der Gameplay-Loop aber sehr effektiv und das Spiel gerade so lang, dass es sich nicht abnutzt.



    tl;dr: BALL×PIT ist eine sehr effektive Mischung aus Vampire Survivor, Tower Defense und Basenbau. Auf Dauer fehlt ein bisschen die Abwechslung, aber das Grundprinzip ist so spaßig, dass es sich gut über ~15 Stunden trägt. Definitiv eins der besseren Roguelites des letzten Jahres.

    Spielzeit: 15:20h
    Wertung: 7,5/10
    Bingo-Feld: Minen & Edelsteine


  10. #10
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    während die Story enttäuschend bis geradezu komisch schlecht war.
    You had my curiosity...
    danach folgen drei parallele Arcs mit je unterschiedlichen Villains, die vor allem eines sind: grausam und edgy.[/QUOTE]
    ... now you have my attention
    Zitat Zitat
    Die Antagonisten sind absolut eindimensionale Comic Villains, die überzeichnete Grausamkeit wird bald vorhersehbar und das Spiel wartet an jeder Ecke mit einem möglichst schockierenden Twist auf, sodass es sich doch schnell abnutzt.
    Man merkt, dass es von Square Enix ist. Ist hier der Schreiber von Final Fantasy XVI am Werke? *g*

    Sind die Twists denn einer Haupthandlung dienlich, oder eher für die Substories da? Dass die Party nicht direkt involviert ist riecht aber echt nach einem Live Service Game, wo die spielenden Charaktere irgendwo "neutral" sein müssen. Weil man halt in nem Gacha die verschiedensten Partykonstellationen haben kann.
    Zitat Zitat
    Der Clou ist, dass nur der Hauptcharakter Jobs wechseln kann, während es so viele Charaktere gibt, dass diese eh alle verfügbaren Jobs mehrfach abdecken.
    Das klingt irgendwie mehr nach nem Shin Megami Tensei Game, bei dem man nen Mainchar hat und dann halt seine Goons, die man dazubeschwört. Hätte ich mir jetzt gar nicht so vorgestellt. Kann man die Charaktere denn on the fly auswechseln?

    Zitat Zitat
    Gatcha-Mechaniken ist nichts mehr vorhanden und alle Collabs mit anderen IPs wurden natürlich auch rausgestrichen.
    Das liest sich zumindest gut. Auch wenn man nicht in allen Aspekten das Gacha rausgekriegt hat *g*

    Zitat Zitat
    Bingo-Feld:

  11. #11
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Octopath Traveler 0
    [...]
    Enttäuschend, aber nicht überraschend. Octopath Traveller ist und bleibt mid. So richtig konnte mich die Demo ebenfalls nicht begeistern, weil es auch zu sehr nach der gewohnten Kost schreit. Ich denke das Positivste hierbei ist wohl dass man nicht gezwungen ist 8 Charakter-Stories in Order abzuarbeiten, wodurch man sich auf nen kohärenteren Plot einstellen kann... naja nicht so ganz scheinbar, weil es wieder in 3 Subplots sich aufspaltet, aber es fühlt sich weniger nach abarbeiten an schätze ich.
    Das man sich versehentlich überpowern kann, scheint nen typisches Problem solcher Spiele zu sein, aber einem was man hier vielleicht leichter entgegen wirken kann. Ich bezweifle zumindest dass mir das Erkunden der Welt Spaß machen würde, so eintönig, statisch und bürokratisch diese geordnet ist, da würde es mir nichts ausmachen darauf zu verzichten und stumpf der Hauptstory zu folgen.
    Obgleich das Spiel mit Abenteuer-Feeling locken möchte, gerade in seinem Art und seiner Gestaltung, hat diese Serie noch nie Abenteuer-Feeling bei mir aufkommen lassen, was an den typisch modernen JRPG-Design Quirks liegt, aber sicherlich auch zu nem Teil wie die Geschichte strukturiert ist.

  12. #12
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    tl;dr: Während ich zunächst sehr viel Spaß an dem Spiel mit seiner offenen Welt und den vielen Möglichkeiten hatte und die Grundformel stimmt, schwankt die Handlung zwischen edgy und langweilig und war mir einfach zu unpersönlich. Auch die Überlänge hat dazu beigetragen, dass ich am Ende eher negativ eingestellt war. Ob ich ein Octopath Traveler III spielen würde, weiß ich nicht.

    Spielzeit: 50:05h
    Wertung: 6,5/10
    Schade, aber wahrscheinlich ist das Konzept auch irgendwann ausgelutscht. Ich hab Octopath 0 selbst noch nicht angefangen ... und jetzt auch nicht unbedingt mehr Bedürfnis danach. xD

  13. #13
    Zitat Zitat von Sylverthas
    ... now you have my attention
    Spiel du mal lieber Root Letter, ich glaube, da würdest du dich herrlich amüsieren, wenn dir schon Caligula Effect gefallen hat

    Zitat Zitat
    Sind die Twists denn einer Haupthandlung dienlich, oder eher für die Substories da?
    Es gibt lose Verbindungen zwischen den einzelnen Story-Arcs, aber auch hier merkt man, dass die eher notdürftig reingeschrieben wurden.

    Im Grunde ist die Struktur so:
    1) drei parallele Story-Arcs mit je eigenen Villains als eine Art Prolog
    2) ein längerer, zusammenhängender Story-Arc über verschiedene Königreiche und einen Krieg mit einem richtigen Finale
    3) die drei Villains haben noch mal je einen Arc
    4) wieder ein zusammenhängender Story-Arc, wieder mit großem Finale

    Und ich denke, hier sieht man auch gut, in was für Einheiten das Spiel geplant wurde. Erst mal ein bisschen, um die Wasser zu testen, dann ein großer Arc, mit dem man das Mobile Game hätte beenden können. Dann war es aber populär genug, um doch weiterzumachen – und so weiter.

    Zitat Zitat
    Dass die Party nicht direkt involviert ist riecht aber echt nach einem Live Service Game, wo die spielenden Charaktere irgendwo "neutral" sein müssen. Weil man halt in nem Gacha die verschiedensten Partykonstellationen haben kann.
    Ja, wobei man zumindest teilweise auch Charaktere in der Party hat, die gerade in dem aktuellen Story-Arc wichtig sind, während andere wichtige Nebencharaktere NPCs bleiben. Es ist also sehr inkonsistent gelöst, man hätte ja sonst die storyrelevanten Charaktere unabhängig von der Partykonstellation auch über ihre Arcs hinaus zumindest als NPCs auftauchen lassen – aber das geschieht nur sehr bedingt.

    Zitat Zitat
    Das klingt irgendwie mehr nach nem Shin Megami Tensei Game, bei dem man nen Mainchar hat und dann halt seine Goons, die man dazubeschwört. Hätte ich mir jetzt gar nicht so vorgestellt. Kann man die Charaktere denn on the fly auswechseln?
    Der Vergleich ist gar nicht schlecht – in gewissem Sinne ist es ein Creature Collector *g*
    Man hat tatsächlich 8 Leute in der Party, eine vordere und eine hintere Reihe, wobei die hintere Reihe stets Reserve ist und nicht agieren kann bzw. auch (fast) nicht Ziel gegnerischer Angriffe wird. Man kann einen Charakter jeweils mit dem dahinter austauschen, es ist also eine Art Tag Team.

    Zitat Zitat von Klunky
    Ich denke das Positivste hierbei ist wohl dass man nicht gezwungen ist 8 Charakter-Stories in Order abzuarbeiten, wodurch man sich auf nen kohärenteren Plot einstellen kann... naja nicht so ganz scheinbar, weil es wieder in 3 Subplots sich aufspaltet, aber es fühlt sich weniger nach abarbeiten an schätze ich.
    Das dachte ich zuerst auch, aber leider fand ich es am Ende sogar noch mühseliger, weil der Reiz einer zusammenhängenden Story kaum ausgespielt wird. In den Hauptteilen konnte man sich zumindest damit trösten, dass man die uninteressanteren Storys häppchenweise abarbeitet.

    Am liebsten wäre mir vermutlich ein Octopath Traveler, dass sich ganz aufs Gameplay konzentriert und gar nicht versucht, groß eine Story zu erzählen ^^’

    Zitat Zitat von Kael
    Schade, aber wahrscheinlich ist das Konzept auch irgendwann ausgelutscht. Ich hab Octopath 0 selbst noch nicht angefangen ... und jetzt auch nicht unbedingt mehr Bedürfnis danach. xD
    Ja, hab nach 0 jetzt auch den ersten Teil von meiner Wishlist genommen, den ich noch nicht gespielt hatte ^^’


  14. #14
    Cat God Ranch



    Und wieder ein Roguelite – man merkt, dass ich Anfang des Jahres wenig Kapzitäten für Spiele hatte, die einem etwas Commitment abverlangen ^^’

    Cat God Ranch ist ein chinesisches Casual Game, das sich teils wie ein Brettspiel, teils wie ein Deckbuilder anfühlt und ganz ohne Kämpfe auskommt. Spielziel ist es stets, das Zahlungsziel zu erreichen, das der namensgebende Katzengott von einem verlangt.

    Der Ablauf ist dabei simpel:
    1) Man startet mit drei zufälligen Tieren auf einem vorher ausgewählten Spielfeld
    - jedes Tier hat einen Geldwert und einen Effekt
    - Tiere werden jeden Tag zufällig auf dem Spielfeld positioniert
    - am Ende nimmt man Geld anhand der Geldwerte und Effekte ein
    2) Jeden Tag wählt man aus einer zufälligen Auswahl ein weiteres Tier
    3) Nach x Tagen endet eine Runde und man muss seinen Tribut zahlen (sonst Game Over)
    4) Zwischen den Runden kann man in einem Shop Items und passive Upgrades kaufen
    5) Nach x Runden gilt das Spiel als gewonnen
    6) Nach jedem Run gibt es etwas Metaprogression (neue Tiere, Stages, Cat Gods)



    Dabei gibt es eine sehr breite Auswahl an Tieren, unterteilt in verschiedene Kategorien wie Vögel, Raubtiere, Huftiere, Kleintiere, Mäuse & Hasen, Insekten, Meerestiere und sogar Dinosaurier. Die Vielfalt und die charmanten Grafiken sind ein Highlight des Spiels.

    Zu Beginn jedes Spiels wählt man drei Kategorien aus. Nur Tiere dieser Kategorien tauchen dann auf. Jede Kategorie hat dabei eigene Schwerpunkte. Vögel können z.B. Eier legen und sich so vermehren, Fleischfresser fressen andere Tiere und generieren so Geld/Stärke. Hasen und Mäuse vermehren sich schnell, Reptilien können z.T. eine eigene Nachtphase nutzen.

    Dabei gibt es zahlreiche Synergien, wie man sich denken kann. Manche naheliegend, bei manchen muss man etwas um die Ecke denken. Gerade zu Beginn des Spiels führen aber viele Wege nach Rom.



    Das Spiel hat imo jedoch vier Kernprobleme:
    1) Das Balancing ist nicht besonders gut durchdacht, sodass man schnell Kombinationen herausfindet, die einem ziemlich sicher den Sieg bringen
    2) Mit fortschreitendem Spiel hat man 15+ Tiere auf dem Feld, deren Wechselwirkungen so komplex sind, dass man selbst den Überblick verliert, was nun eigentlich geschieht und wie viel Geld man perspektivisch generiert
    3) Trotz der Variation bei den Tieren laufen die Runden vom Schema doch so ähnlich ab, dass es nach einer Weile eintönig wird
    4) Die Lokalisierung ist leider ziemlich mies, sodass es nicht nur grammatikalisch sehr wonky ist, sondern sich auch viele Effekte nicht wirklich erschließen – was wirklich problematisch ist, weil die Mechaniken später doch durchaus komplexer werden.

    Zwar gibt es mehrere Stages in insgesamt 8 Schwierigkeitsgraden, die einem zunehmend mehr Hindernisse in den Weg legen. Man tut aber effektiv nichts, als jede Runde ein neues Tier zu wählen (+ hin und wieder ein Upgrade) und sich die Abrechnung anzuschauen, was bei 30+ Tagen pro Spiel dann auf Dauer etwas zu passiv ist.

    Ich war also froh, als ich alle Stages und Kategorien an Tieren freigeschaltet hatte und das Gefühl hatte, das Wichtigste gesehen zu haben, was das Spiel bereithält. Die erste Hälfte hatte ich noch recht viel Spaß, aber leider hat dieser Zauber nicht allzu lange gewährt.



    tl;dr: Cat God Ranch ist ein süßes brettspielartiges Roguelite mit einem tollen Konzept, das zu Beginn viel Spaß macht, aber leider nicht komplett durchdacht wirkt und sich zu schnell abnutzt. Erschwerend kommt die miese Lokalisierung hinzu, die das Verständnis der Mechaniken erschwert.

    Spielzeit: 9:00h
    Wertung: 5,5/10
    Bingo-Feld: Dinosaurier


  15. #15
    Das sieht positiv weird aus! xD
    Ich entwickle ja auch zunehmend ein Faible für schlechte Lokalisierungen, auf meine alten Tage.


    Mein zweites Spiel, jetzt bereit für eure Wishlist! =D

  16. #16
    @BALL×PIT

    Hat mich bereits bei MeTa gelinde interessiert, aber ich glaube insgesamt betrachtet wäre es mir zu hektisch. Und die vielen grellen Lichteffekte im Trailer sind leider so gar nicht meins.
    (Apropos Trailer: Hat der Typ in einem der Trailer Jagdwurst gefuttert? Der wird ja immer schneller beim Reden. )
    BITE ME, ALIEN BOY!

    Spiele gerade: The Cruel King and the Great Hero
    Zuletzt gespielt: Wild Arms 3, Das Geheimnis von Brownsea Island, Lord Winklebottom Investigates
    Best games ever: Paper Mario: The Origami King, Tales of the Abyss / Vesperia / Symphonia / Legendia, Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney, Zelda - Skyward Sword / Ocarina of Time / The Minish Cap, Kingdom Hearts 2, Dragon Quest VIII & XI, Okami, Ace Attorney-Reihe, Ghost Trick, Shadow Hearts - Covenant, Suikoden Tierkreis, Final Fantasy 6, 7, 9 & 12

  17. #17
    Linda³ Again


    (Wichtelspiel von Ὀρφεύς)

    Linda³ ist ein wirklich, wirklich anderes RPG. Ursprünglich 1995 für PC-Engine veröffentlicht, kam 1997 ein Port/Remake für die PS1.

    Die Prämisse eine Art Neuinterpretation der Arche-Noah-Geschichte: Die Erde steht kurz vor ihrer Zerstörung, also muss der Protagonist Ken von möglichst vielen Tierarten auf dem Planeten ein männliches und ein weibliches Exemplar fangen und anschließend mit seiner Geliebten Linda ins Weltall aufbrechen.

    Zu Beginn wählt man aus einem von drei Szenarien. Die unterschieden sich in der Vorgabe, wie viele Tiere man fangen muss:
    – Szenario A: 30 Paare
    – Szenario B: 50 Paare
    – Szenario C: 120 Paare (=alle)

    Dafür hat man ein Zeitlimit von ein paar Jahren.



    Das Spiel beginnt in einem kleinen Dorf. Kurz lernt man Kens Mutter Meme und Linda kennen. Von Linda erhält man den Auftrag, bis Level 3 zu leveln und sie in einer anderen Stadt zu treffen. Dann geht es auch schon auf die Jagd.

    Von Anfang an ist die Welt fast vollständig frei begehbar. Alle paar Locationwechsel ändern sich die Jahrezeiten, was wiederum bestimmt, welche Gegner auftauchen. An einem Schalter beim Eingang jeder Start kann man sich zudem Tipps über Monster in der Umgebung holen.

    Es gibt keine Zufallskämpfe, alle Gegner sind auf der Karte sichtbar. Streng genommen gibt es quasi gar keine verpflichtenden Kämpfe im Spiel, solange man die vorgegebene Anzahl an Tieren fängt. Bis auf einen letzten Boss gibt es nicht mal Bosskämpfe im Spiel!



    Das Kampfsystem ist klassisch rundenbasiert, aber mit einigen ungewöhnlichen Kniffen:
    – Die Party besteht nur aus Ken, später Linda und optional Hunden als Begleitern (wobei man auch Söldner anheuern kann). Die Hunde kämpfen von allein.
    – Gegner tauchen nicht nur vor einem auf, sondern in allen Himmelsrichtungen. Also muss man sich im Kampf ggf. drehen oder wird von hinten angegriffen.

    Besiegte Tiere werden automatisch gefangen, es sei denn, man ist zu stark – dann werden sie einfach zerquetscht und hinterlassen auch keine EXP. Eigenwillig!



    Ken kann zunächst nur normal angreifen und sich verteidigen. Mit dem Aufleveln und vor allem durch gefangene Gegner lernt er aber mit der Zeit diverse Skills.

    Bringt man ein neues Tier nämlich auf die Arche, lernen Ken (bei männlichen Tieren) und Linda (bei weiblichen Tieren) je nach Tier ggf. Skills. Ferner erhalten sie einen kleinen Boost der Statuswerte.

    Tiere kann man aber auch zu Fleisch verarbeiten (für HP-Heilung) oder zu Ausrüstung, oder aber man verkauft die Tiere beim lokalen Händler. Da man zu Beginn kaum Geld hat, ist das zunächst der Standardweg, um neue Ausrüstung zu bekommen.

    Es gibt auch diverse Dungeons, die man von der Weltkarte aus begehen kann (meist Höhlen). Auch dort trifft man Gegner und findet Schätze. Ungewöhnlich für die Zeit: Man hat in jedem Gebiet auch stets eine Karte, auf der Ein- und Ausgänge markiert werden.



    Linda³ ist ein extrem dreckiges Spiel. Es fühlt sich sehr postapokalyptisch und bisweilen cyberpunkig an. Die Städte sind voll von Graffitis, Gesetzlosen und Leuten, die um ihr Überleben kämpfen.

    Die Tierdesigns sind grotesk und ernsthaft hässlich (!), und das meine ich nicht im guten Sinne. Ansonsten ist die Grafik eher basic, aber der Artstyle bringt die Verdorbenheit der Welt gut zum Ausdruck.

    Ferner gibt es eine Reihe von Anime-Sequenzen für die wichtigsten Szenen. Alle Storyszenen sind zudem voll vertont – sehr ungewöhnlich für ein Spiel dieser Zeit.



    Die Handlung selbst ist auch relativ kurz. Neben der Tierjagd wird man hauptsächlich von A nach B gescheucht. Linda verliert ihr Erinnerungen, also muss man eine Medizin für sie finden. Danach wird sie entführt, also muss man ihr nachjagen. Das setzt sich bis kurz vorm Schluss so fort.

    Am meisten lebt die Story aber definitiv davon, wie schonungslos brutal, absurd und grotesk sie ist. Der erste Antagonist des Spiels läuft durchgehend im Weihnachtsmannkostüm herum. Vor allem in den Anime-Sequenzen ist das Spiel sehr grafisch, was Blut und teils auch Gore angeht. In einem Telefongespräch bekommt man zudem eine sehr lebendig vertonte Folterszene mit.

    Vor allem sind die Gegenspieler und viele NPCs extreme Psychopathen. Ein Extrembeispiel ist der Endboss:

    In dem Sinne fühlt es sich sehr nach 90er Jahre an, die Zeit der Anime-OVAs, die sich nicht an die Beschränkungen der TV-Sender halten mussten und in puncto Gewalt und Sex bis an die Grenzen gegangen sind. (Linda³ hat keine direkten Sexzenen, aber teils implizierte Momente bei NPCs, z.B. eine ältere Frau, die sich von ihrem Diener unter dem Tisch ständig befriedigen lässt, während man mit ihr spricht.)



    Spielerisch ist es ein Mixed Bag. Die Suche nach den Tieren macht zunächst Spaß, aber ich hatte so schnell meine 30 Paare gefunden, dass ich danach kaum noch was zu tun hatte. Der Schwierigkeitsgrad sinkt zudem auch schnell so sehr, dass es keine wirklichen Bedrohungen gibt.

    Da Gegner nicht mal mehr EXP hinterlassen, wenn man zu stark ist, gibt es also wenig Anreize zu kämpfen. Das ist in Szenario C sicher anders, wo man wirklich alle Tiere fangen muss. Das dürfte nicht nur zeitlich eine Herausforderung sein, man darf auch nicht zu stark werden, weil man die schwachen Gegner sonst nicht mehr fangen kann. Vermutlich kann man sich da an allen Ecken und Enden permanent ins Aus manövrieren.

    Die Handlung selbst glänzt definitiv in ihren verstörenden Momenten und der dreckigen Atmosphäre. Sie fühlt sich definitiv einzigartig an, aber auf Charakterebene ist sie darüber hinaus extrem basic. Die Figuren, vor allem Linda, haben definitiv eine markante Persönlichkeit, aber die ist meist auf ein oder zwei Merkmale beschränkt. (Linda ist zum Beispiel zum einen sehr liebenswürdig und in Ken vernarrt, zum anderen auch extrem gewalttätig.)



    (Kann ja mal passieren)

    Sehr gefallen hat mir, dass man viel entdecken kann. Das meiste im Spiel ist optional und einige Gebiete und Schatztruhen sind in Szenario A gar nicht zu erreichen. Besonders in Zeiten ohne Internetlösungen muss es cool gewesen sein, sich mit anderen Spielern auszutauschen, was man wie und wo findet. Gerade auch, weil Szenario C wirklich herausfordernd sein dürfte.

    Ich fand das Spiel anfangs motivierend, insgesamt sehr einfach, später etwas zäh, aber eigentlich immer schmerzlos. Je nach Szenario wird man jedoch andere Erfahrungen machen.

    Ach ja, ein Manko noch: Zwischen den meisten Story-Abschnittenmuss man warten, bis man eine Sprachnachricht bekommt, bevor man weitermachen kann. Gerade gegen Ende musste ich oft ziellos herumlaufen, um diese Wartezeit zu überbrücken.



    tl;dr: Linda³ ist ein extrem eigenes RPG – storymäßig und spielerisch. Es ist kreativ, dreckig, pulpy, extrem verstörend, teils aber auch humorvoll und charmant. Obwohl es ein RPG ist, trotzt es vielen Genrekonventionen und ist hundertprozentig ein Spiel, das nur zu dieser Zeit in Japan hätte entstanden sein können.

    Das macht die Bewertung auch so schwierig – man kann es eben wirklich nicht gut einordnen. Einen Blick ist es aber definitiv wert!

    Spielzeit: 8:50h (Szenario A)
    Wertung: 6,5/10
    Bingo-Feld: Retro-RPG


  18. #18
    Ich wollte schon fragen, wie du dieses Spiel durchbekommen hast (Die Erklärung dafür war fix gefunden: Spielzeit geringer als 10h). Hab mir den Spoiler angeguckt und ... nein. Einfach nur nein.

    Auf der anderen seite find ich, hat das Konzept echt was - ist mal 'ne andere Herangehensweise. :3

    Zitat Zitat
    Die Städte sind voll von[...] Gesetzlosen und Leuten, die um ihr Überleben kämpfen.
    Haben die Ken und Linda wenigstens regelmäßig angefleht, ihnen die Tiere abzunehmen, um sie anschließend zu Wurst zu verarbeiten?

  19. #19
    Was zum Fick ... Das ist mir zu viel, kann ich direkt mit vollster Überzeugung sagen! =D
    Schon hammerfaszinierend, aber der Level an Edge geht heute nicht mehr. xD


    Mein zweites Spiel, jetzt bereit für eure Wishlist! =D

  20. #20
    @Kael: Tatsächlich kann man die Tiere alle zu Wurst verarbeiten oder verarbeiten lassen Man kann sie auch aufschneiden lassen, um Items in ihrem Bauch zu finden – das war meine Hauptquelle für Geld am Anfang.

    Ach ja, und damit Hunde neue Skills lernen, muss man sie einem Training unterziehen, bei dem sie verprügelt werden

    @Cipo: Ja, das verstehe ich sehr gut Ich bin da vermutlich recht abgestumpft, gleichzeitig habe ich aber auch keine große Affinität für solchen Edge. In modernen Spielen würde es mich vermutlich mehr triggern^^


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