Voll! Es ist diesbezüglich total kohärent. Gerade das finde ich daran aber eben gar nicht surreal und damit auch ein bisschen schade, weil es eben schon einen gewissen Surrealitäts-Bait gibt. Aber: Du sagst es beim anderen Punkt ja schon. Das ist kein unzulängliches Spieldesign, sondern eine bewusste Entscheidung, die natürlich zum Erfolg beiträgt, weil echter Surrealismus zwar künstlerisch wertvoll wäre und sicher auch seine Fans finden würde, genau so sicher aber nicht so oberflächlich massenhaft begeistern würde. Im Prinzip lässt sich vermutlich jeder meiner großen Kritikpunkte an Clair Obscure darauf herunterbrechen: Dass da durchaus talentierte Leute am Werk sind, die vielleicht sogar mehr könnten, aber was für die Kunst ein Mehr wäre, wäre für das kulturindustrielle Produkt ein Weniger, weswegen sie bewusst unterkomplex bleiben. Für mich ist das aber auch schlimmer. Ich sehe lieber jemanden ambitioniert scheitern als nichtssagend Erfolge feiern. Und das obwohl ich eigentlich keine missgünstigen Tendenzen habe.Zitat
Genau, der Punkt zählt eben auch dazu und so oder so ähnlich hatte ich es in meinem Review glaube ich auch ausgedrückt. Und aus Konsument:innensicht ist das ja auch irgendwo nachvollziehbar. Nicht jeder will sich zu jeder Zeit von einem Spiel tief traurig stimmen oder eventuell sogar retraumatisieren lassen. Gerade weil die meisten Menschen Spiele ja auch eher als Zeitvertreib im Sinne einer Arbeits-Freizeit-Dichotomie sehen, wo Narrative in Spielen, Filmen und Co. gar nicht groß anecken oder bewegen sollen und dürfen, sondern möglichst oberflächlich und leicht konsumierbar bleiben, damit die Konsumierenden tatsächlich "regenerieren" und für den nächsten Arbeitstag wieder ready, verwertbar und im Kopf frei sind, statt dass die Kunst noch nacharbeitet. Schreckliches Prinzip, aber ich gebe mir Mühe, nicht die player zu haten, sondern das game.Zitat
Ne, überhaupt keine Aversion. Wie auch bei Games mag ich nur viele Mainstream-Tropes nicht und kann mit bspw. Shonen oder allgemein einer so stark ausgefeilten Zielgruppenorientierung, bei der nicht die Kunst, sondern die Konsumierbarkeit an vorderste Stelle tritt, nichts anfangen. Aber es gibt Anime, die ich total mag - und darunter auch ziemlich populäre (Ghibli, Makoto Shinkai und so). Ich habe nur verhältnismäßig wenige gesehen und muss mich immer erst mal aufraffen - gerade wenn es um Anime-Serien und nicht -Filme geht. Auch, weil sie ja dann gerne mal 'ne gewisse Länge haben und weil ich auch so meine Probleme mit japanischer Anime-Lokalisierung habe, gleichzeitig aber auch ungerne deutsche oder englische Dubs konsumieren will. Aber ich bin mir auch sicher, dass beides bei "Journal with Witch" nicht so schlimm sein wird. Ist ja augenscheinlich ein recht kurzes Ding und die Sache mit der Lokalisierung fällt auch eher bei Mainstream- und vor allem an Männer gerichtete Animes stärker auf.Zitat

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