Sehr schöner Bericht, danke dafür! Bist gerade bei der Analyse der Story auch noch mal gedanklich deutlich tiefer eingestiegen, als ich das damals getan hatte

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Das Spiel findet in einer ländlichen, indonesischen Kleinstadt der frühen 2000er statt.
Das fand ich auch echt stark. Einerseits hat es sich nostalgisch-vertraut angefühlt, aber andererseits auch kulturell deutlich anders. Daher gerade auch spannend, dass man den Alltag so stark erlebt. Und Indonesien ist halt kein Land, was in der Popkultur, die man bei uns findet, stark vertreten ist.

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Durch die wiederholte Erkundung der Stadt entsteht ein heimeliges Gefühl - man kennt sie mit all ihren Tücken. So ist Budi, der Besitzer des Gemischtwarenladens, am Anfang nur irgendein Verkäufer mit einer wunderschön bonierten Glatze. Aber im Spielverlauf lernt man mehr über seine Verknüpfungen mit anderen Charakteren und durch Space Dives auch mehr darüber, wie er tickt. Das kann man über viele andere der kauzigen Charaktere sagen - zum Beispiel den Doomsday Propheten, der einem heilige Steine andrehen will, oder die Bäckerin, die eigentlich viel lieber Dim Sum zubereiten möchte.
Dabei ist das Writing ziemlich gut - die Charaktere haben alle ihren eigenen Charme und entwickeln sich über die Tage gut weiter.
Dann wird dir Last Time I Saw You sicher auch gut gefallen. Dort ist das Setting noch ein bisschen begrenzter, weshalb man wirklich alle Charaktere mit der Zeit recht gut kennenlernt.

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Trotz struktureller Probleme hat die Erzählung mich ziemlich erwischt, gerade gegen Ende. Ich konnte auch mit den Problemen der Charaktere stark sympathisieren. Denn egal, wie viele Fehler man macht, wie nutzlos oder unzulänglich man sich fühlt - man darf man selber sein.
Ja, obwohl ich stellenweise das Gefühl hatte, nicht alles so wirklich kapiert zu haben, was das Spiel mir sagen will, fand ich die Message doch auch sehr stark!

Schön, dass es dir so gut gefallen hat