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Thema: Der große Ernährungsthread

  1. #41
    Sowieso alles, was man für geschmacklos hält, erst mal mit Fond oder Gewürz bekannt machen und schauen, ob es sich nicht in einen Schwan verwandelt (schlechtes Beispiel, Ente schmeckt so schon genial). Gilt übrigens auch für Gerichte, die man immer nur in kantineähnlichen Verhältnissen kennengelernt hat (wie geil Sauerkraut sein kann!). Und ja, ich habe eben festgestellt, dass ich der Prinzipientreue halber mal selber Couscous zubereiten muss (auf der Seite zu Walnussschalen und Gartenteichtang!).

    Ansonsten wäre es übrigens sehr in meinem sicherlich nicht allzu relevanten Sinne, wenn wir hier nicht fragten, wie wir Fleischkonsum rechtfertigen (mit unseren Schneidezähnen nämlich), sondern uns lieber zwischen Zubereitungshinweisen für Quinoa und der Idee moralisch hochwertiger Ernährung bewegten.

    Dazu aber dennoch: Nicht, dass es bei Fleisch nicht auch um Nährstoffqualität ginge und das Totschlagargument der leidenden Tiere (die, sorry, bei richtiger Haltung weitaus weniger leiden, als wenn du sie in die freie Wildbahn aussetzt) sehr unredlich ist. Aber allein beim Genussargument angesetzt: Ich nehme beim Fleischverzehr meist sehr viel inkauf, das stimmt. Mein nutzen ist aber daraus nicht nur, dass es schmeckt, sondern dass es verdammt gut schmeckt und mich sehr gut mit Nährstoffen versorgt, die ich mir in einer anderen Ernährungsform täglich zusammenrechnen und ersetzten müsste. Schonmal ne Rillette auf getoastetem Mischbrot (ihr habt nicht gescheit gelebt, wenn ihr das Wort "Brutzelbemme" nicht kennt) gegessen? Ja, ich kann genauso glücklich werden mit Bauernpellkartoffeln mit Salz, Butter und Kräuterquark und brauche nicht mal die Leberwurst dazu. Aber die Rillette, ja, die macht mich selig über den Tod des Vogels und den Tod der Körner im Brot. Dass wir verlernt haben, Tiere anständig zu halten und zu verarbeiten macht nicht wett, dass wir als Spezies gelernt haben Tiere zu verzehren und zu verarbeiten.

  2. #42
    Einfrieren ist an sich eine gute Idee, ich bin nur leider selber nicht in der Lage, große Mengen einzufrieren (WG, 1 kleiner Gefrierschrank).
    Mein Kommentar zum Bild ist nur ein persönlicher Eindruck, ich finde die Präsentation mit unnötig großer Verpackung mit Trennkammern und lieblos hineingeschmissenen "Qualitäts"-Würsten irgendwie würdelos.


    Zu dem Quinoa: Wenn ich mir so Aufgieß-Zeug wie Couscous oder so mache, dann mache ich das alles immer gewürzt. Brühe/Currypulver, Chiliflocken rein, sehr geil.
    Ohne irgendwas drinnen schmeckt das einfach tatsächlich nach eher weniger.
    1 kleine Zwiebel / Knoblauch im Reis mit aufkochen kommt auch gut, wenn man das mag.

    Edit: @Mordechaj: Die Tiere wären doch gar nicht geboren, wenn sich nicht explizit zur Schlachtung (oder für was auch immer) gezeugt werden.
    Das Argument, dass sie in der Freiheit viel mehr leiden ist doch damit gar nicht gegeben.

    Und selbst wenn wir jetzt mal davon ausgehen, dass wir Tiere vor ihrem Leben schützen, indem wir sie töten, weiß ich nicht, ob das der richtige Ansatzpunkt ist. Es ist ja schlichtweg nicht nötig.
    Im Endeffekt läuft es einfach wieder auf den Genuss hinaus, die vermeintlichen Nährstoffe kannst du einfach durch andere Produkte ersetzen (was ja anscheinend ein Problem darstellt?) ohne irgendwas rumrechnen zu müssen. Vor allem, wieso überhaupt täglich.


    Zitat Zitat
    ...Zubereitungshinweisen für Quinoa und der Idee moralisch hochwertiger Ernährung bewegten....
    Gerade der Konsum tierischer Produkte ist doch ein Idealbeispiel für moralisch minderwertige Ernährung?
    Auch wenn man mal die Tierleidensfrage komplett außen vor lässt, ist die Umweltschädigung durch die Produktionskette für tierische Produkte nicht zukunftsfähig.

    Geändert von Eli (10.03.2019 um 00:00 Uhr)

  3. #43
    Zitat Zitat von Eli Beitrag anzeigen
    Edit: @Mordechaj: Die Tiere wären doch gar nicht geboren, wenn sich nicht explizit zur Schlachtung (oder für was auch immer) gezeugt werden.
    Das Argument, dass sie in der Freiheit viel mehr leiden ist doch damit gar nicht gegeben.
    Es ist sogar noch viel schlimmer, ihre ganze Unterspezies existiert nicht ohne unsere Zuchtwirtschaft. Wenn wir sie weiter zu Nahrung verarbeiten und unsere Haltungsgewohnheiten nachhaltig machen, würden sie immer noch zur Schlachtung geboren werden und zwischendrin recht würdige Existenzen führen. Hören wir mit der Wertkette auf, müssen wir schauen, wie wir eine Subspezies ausrotten.

    Zitat Zitat
    Es ist ja schlichtweg nicht nötig [Tiere für Nahrung zu töten, m.Anm.]
    Nimm mir das Argument bitte nicht übel, es ist nicht gehässig gemeint: Ist es nötig, dass du Zugang zum Internet hast und deine Wegziele alle nicht fußläufig erreichen musst? Ich will vor allem deshalb nicht gehässig klingen, weil ich dein Argument absolut nicht falsch finde. Aber es ist ein bisschen einseitig und moralisierend, es auf diese Notwendigkeitskeule zu bringen: Als würde irgendwas in unserem Leben not tun. Als wäre Ernährung irgendwas der Notwendigkeit für uns. Das klingt sicher relativierend und fies, vor allem vor dem (immer noch unlauteren) Tiernotleiden-Argument. Aber sorry, solange da nur das pauschale "die leiden halt!!" steht, muss ich dir unterstellen, dass du den Wert von Leben am Prinzip der Menschenwürde bemisst -- die ist aber eben keine Tierwürde. Gleichzeitig befürchte ich, ist das hier nicht der richtige Kontext das auszudiskutieren.

    Zitat Zitat
    Im Endeffekt läuft es einfach wieder auf den Genuss hinaus, [...]
    Ich kann dir ohne mit der Wimper zu zucken versichern -- und ich bringe das nur sehr ungern an, weil es meine eigentlichen argumentativen Bedenken hinter "Betroffenheit" verschleiert --, dass mein persönlicher Nährstoffbedarf nur sehr schwer bis so gut wie gar nicht ohne Fleisch, mindestens aber absolut nicht ohne tierische Produkte zu sättigen ist. Also so gesundheitlich, es ist quasi nicht möglich, ich müsst die ganze Zeit Zeug futtern, das mir irgendwann den Darm um die Ohren wirft (ich habe wirklich, wirklich lange nach einer weniger verstörenden Allegorie gesucht).

    Aber ja, eigentlich lohnt sich Fleisch, weil es genussvoll glücklich macht. Ich mein, den Masturbationsvergleich hatten wir schon, deshalb darf ich ihn hier schamlos weiterverwenden (nicht wirklich, ich mach's trotzdem): die ist auch nicht nötig. Klar, stirbt kein Tier dabei. Genau genommen stirbt aber auch kein Tier, wenn ich Fleisch esse. Tiere sterben, wenn man sie tötet. Oder sie leiden unter leidvollen Haltungsbedingungen. Schon wenn man sie zu Wurst macht ist das genau genommen moralisch völlig neutral.

    Zitat Zitat
    die vermeintlichen Nährstoffe kannst du einfach durch andere Produkte ersetzen (was ja anscheinend ein Problem darstellt?)
    Es stellt ein Problem dar u.a. deshalb, weil unsere Stoffwechsel auf tierische Nahrungszufuhr genauso ausgerichtet sind wie auf die Verstoffwechselung z.B. von stärkehaltigen Lebensmitteln. Wir ersetzen da was, wozu wir veranlagt sind. Wie wäre es beispielsweise, wenn wir es nicht ersetzen, sondern nachhaltig machen? Tierprodukte gehen unglaublich gut nachhaltig.

    Und ich muss gestehen, es wird Zeit, dass wir uns in diesem Thread über globale Agrarwirtschaft unterhalten, wenn wir denn unbedingt die Moralkeule schwingen müssen.

    Zitat Zitat
    Gerade der Konsum tierischer Produkte ist doch ein Idealbeispiel für moralisch minderwertige Ernährung?
    Ist sie das? Mal provokant behauptet, ohne die Behauptung zu befürworten: Wenn wir Tiere züchten, halten und töten, hat das nix mit Moral zu tun.

    Widersprich dem gern, in jedem Fall sollten wir von der "Fleischesser = böse"-Keule wegkommen.

    Zitat Zitat
    Auch wenn man mal die Tierleidensfrage komplett außen vor lässt, ist die Umweltschädigung durch die Produktionskette für tierische Produkte nicht zukunftsfähig.
    A wild Agrarwirtschaft appears! It has all the short-comings of its animal-centered counterpart.

    Nein wirklich, ich such dir gern Infos dazu raus. Unsere Ernährungsmisswirtschaft auf globalem Level hat natürlich auch sehr viel mit den eklatanten Fehlern der Fleischindustrie zu tun, aber es ist nicht so, als wäre die Welt auf einmal rosig und gerettet, würden wir alle kein Fleisch mehr essen. Auf Umweltfragen hin untersucht ist es sogar relativ egal, ob ich 11 oder 45kg Hühnchen pro Jahr esse (außer bezogen auf die Entwicklung multiresistenter Keime, da ist Tofu natürlich klar im Vorteil).


    So oder so, versteh das alles bitte nicht als völliges Plädoyer für Fleischkonsum so viel als geht. Aber vielleicht können wir wenigstens so weit gehen, das alles auf ner rationalen statt moralisierenden Basis zu betrachten und immer noch keinen Rechtfertigungsdruck auszuüben.

    Man kann, das ist der Trick, die Fleischindustrie furchtbar finden, ohne das mit einem "Wie kann man nur Fleisch essen!!" zu garnieren.

    Garnitur, übrigens. Weißte, was so ein zugegebenermaßen kaputt gezüchtetes Brusthähnchen Gewächshauspetersilie voraus hat?

    Geändert von Mordechaj (10.03.2019 um 01:21 Uhr)

  4. #44
    Couscous ist mega, aber erfordert halt auch wieder Gewürze (bspw. mit angeschwitzter Zwiebel!) und irgendwas anderes mit Flüssigkeit - Hähnchen würde ich dazu bspw. eher nicht machen, ohne noch was anderes zu haben. Aber Tomaten etwa passen deswegen imho hervorragend dazu.

    Ich würde an dieser Stelle übrigens gerne den Youtube-Channel Pick Up Limes empfehlen, bzw. die Kochvideos dort: Die sind alle Vegan und die Youtuberin ist zertifizierte Ernährungsberaterin. Außerdem sind viele der Gerichte darauf ausgelegt, Mahlzeiten auch vorzubereiten um auch bei einem etwas stressigeren Alltag nicht direkt zum Lieferservice oder Mecces zu greifen. Der Rest des Channels dreht sich sehr um Mindfulness und Wellness und ist vllt. nicht für jeden etwas (ich persönlich finde die Frau wahnsinnig angenehm), aber wie gesagt, zumindest die Kochvideos kann ich empfehlen!

    Was mich aber ein bisschen zu meinem Problem mit vielen veganen Rezepten führt, auch wenn ich sie echt gerne probieren würde: Die Zutatenlisten treiben mir oft die Tränen in die Augen, da entweder aufgrund der Länge, oder weil ich bei der Hälfte nicht einmal wüsste, wo ich die Sachen kaufen soll. ^^"

    @Eli:


    EDIT: Mordechaj war schneller als ich beim posten, aber illustriert schön, was ich meine :')

    Geändert von BDraw (10.03.2019 um 01:37 Uhr)

  5. #45
    Zum Thema Tofu höre ich so einiges, aber die meisten Gegner, mit denen ich diesen Diskurs bisher führen durfte, haben immer die Tatsache missachtet, dass Tofu in den ostasiatischen Kulturen einen festen Bestandteil der Ernährung ausmacht (meist zusammen mit Fleischgerichten serviert) und nicht bloß als halbherziger Fleischersatz gehandhabt wurde, wie er im Westen hauptsächlich berühmt geworden ist.

    Ich wurde in meiner Kindheit mindestens wöchentlich mit vielen verschiedenen Tofu-Spezialitäten beglückt und kann nur sagen: Natürlich schmeckt er euch nicht, wenn die Leute dahinter nicht wissen, was sie damit anstellen sollen. Bei so vielen "Tofu-Experimentierern" ist das so, als würde mir jemand ein Stück Hühnerbrust in 'nem Wassertopf garkochen und mir dann einen Salz- und Pfefferstreuer in die Hand drücken. Die Schlussfolgerung wäre selbstverständlich nicht, dass Hühnchen immer scheiße schmeckt. Man kann aus Tofu geschmacklich und konsistenz-technsisch so viel machen, dass ich den Leuten nie abkaufe, dass sie Tofu im Ganzen nicht ausstehen können (das gleiche denke ich mir auch bei Fisch, aber anderes Thema!).

    Um aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz herauszugreifen, kann ich jedem nur ans Herz legen, mal "Tofu geschmort in Tomateneinlage" zu probieren, ein Favorit vieler Kinder in Vietnam.



    Mit Couscous konnte ich jedoch selbst nie was anfangen, muss auch fairerweise sagen, dass ich immer nur die Kantinenvariante vorgesetzt bekommen habe, und danke allen Leuten hier für ihren Input darüber!

    [edit] Hab das Rezept auf Englisch finden können!

    Geändert von Ligiiihh (10.03.2019 um 08:51 Uhr)

  6. #46
    Danke erstmal, dass so auf mein Palaver eingegangen wird. Wahnsinn, das hier Forenkultur noch nach so vielen Jahren gelebt wird.
    Ich versuche jetzt mal mein Bestes, das irgendwie lesbar zu formatieren, weil meine Forenaktivität in den letzten Jahren doch eher gering war.








    Ich bin auch ein richtiger Tofu-Fan. In Scheiben fettig und knusprig angebraten schmeckt das richtig gut.
    Wenn "normaler" Tofu zu langweilig ist: Mittlerweile gibt es ja tausend verschiedene Varianten, die echt richtig lecker sein können. Selbst komplett roh.

    Zitat Zitat von Ken der Kot Beitrag anzeigen
    Schokolade ist tatsächlich gar nicht so sehr das Problem. Fast Food eher. Lässt sich aber kontrollieren. Ich hab da mega oft abnorm Bock drauf, aber ich lass es dann halt sein und ess stattdessen was anderes. Wenn ich satt bin interessiert mich anschließend ohnehin nicht mehr die Bohne, was ich futtern wollte, als ich eben noch Hunger hatte. Bin ja satt und das Problem ist gegessen. Höhö, gegessen...
    Hierzu wollte ich auch noch was sagen: Ich hab auch ab und an einen unermesslichen Heißhunger auf eine Tiefkühlpizza oder ne Packung Kekse. Und die gönne ich mir dann auch. Da ist meiner Meinung nach wirklich nichts dabei, solange man sich halt sonst ausgewogen ernährt.


    Wie schaut es eigentlich aus bei euch mit geregelten Mahlzeiten?
    Das kriege ich zum Beispiel gar nicht hin. Zum Beispiel frühstücke ich eigentlich nie, weil ich mir einfach die Zeit nicht nehme und morgens auch keinen großen Hunger hab.
    Oft lasse ich das Mittagessen dann auch ausfallen und esse dann Abends eine so dermaßen riesige Portion, dass alles zu spät ist.
    Dafür schäme ich mich aber auch nicht oder so etwas, es fühlt sich aber einfach so viel geiler an, wenn man mit viel Hunger viel frisst. Ich liebe das.
    Es gibt auch Tage, wo ich gar nichts esse wegen lauter Unistress.
    Mich stört das auch nicht sonderlich, man hört nur öfter mal Kommentare deswegen, wenns irgendwie Gesprächsthema wird.
    Auch jetzt habe ich noch nichts gegessen den ganzen Tag, aber werde mir jetzt dann gleich mal mein Thai-Curry reinziehen.

  7. #47
    Zitat Zitat von BDraw Beitrag anzeigen
    Die Zutatenlisten treiben mir oft die Tränen in die Augen, da entweder aufgrund der Länge, oder weil ich bei der Hälfte nicht einmal wüsste, wo ich die Sachen kaufen soll. ^^"
    Ja, bei einigen Rezepten denke ich mir auch "Wo krieg ich das, außer online?" - aber es gibt ja auch noch andere.

    Zutatenliste:
    Tofu - überall außer Lidl (eigene Erfahrung, ich hab gesucht und irgendwie nicht gefunden)
    Sojasoße - Asialaden
    Öl - überall
    Flüssiger Rauch - bin ich jetzt überfragt, hab ich noch nie irgendwo gesehen bzw gekauft
    Balsamico - überall
    Salz - sowieso überall





    Und dann gibts noch die beiden, die Speisen in 5 Minuten zubereiten...


  8. #48
    Feldsalat - aber richtig!
    Eine sehr richtige Feltsalat-Variante von Ken der Kot

    Wir machen jetzt mal folgendes: Da hier jetzt ja schon eine Menge Ernährungsvideos gepostet wurden, gehen wir doch am besten mal mit praktischen Beispielen noch einen Schritt weiter. Mein im Rahmen dieses Topics angesprochener Feldsalat ging heute in die erste Runde. War er gut? Scheiße, ja! Und weil ich will, dass meine ernährungsbewussten Mitmenschen, die ihr seit, auch was davon haben, erzähl ich euch heute nun, aus was das Ding besteht. So könnt ihr das "Rezept" entweder einfach kopieren, wenn ihr grad einfach Bock auf Feldsalat habt, aber nicht viel denken wollt. Oder ihr klatscht da noch eure eigene persönliche Note mit rein. Hab ja kein Plan, was euch schmeckt. Das Ding ist so gemacht, dass es mir schmeckt. Aber vielleicht schmeckt's euch ja auch. Genug Palaver, los geht's:

    Was ist drin?
    • Eine komplett Packung Cherrytomaten (halbiert).
    • Ein grüner Apfel, gewürfelt.
    • Eine Packung gewürzter Fetakäse, gewürfelt.
    • Zwei große Hände voll Feldsalat. Wascht den vorher. Feldsalat ist immer voll mit Erde.
    • Eine halbe Avocado. Nehmt von mir aus eine ganze Avocado. Avocado ist geil und sollte immer gegessen werden!
    • c.a. 200 g Hühnchenfleisch, selbst mariniert, kurz angebraten, "pulled". Macht das, wie ihr wollt.
    • 3 Baconstreifen, kurz angebraten. Braucht ihr nicht unbedingt. Ich hatte das Zeug noch vom Vortag übrig, also rein damit.

    Welches Dressing?
    Ich persönlich mag Honig-Senf-Dressing, demzufolge ist das heute auch da rein gewandert. Die Basis besteht aus ordentlich Wasser, Senf und Honig. Der Rest besteht aus ein bisschen Olivenöl, dazu Sahne bzw. Milch (was auch immer ihr grad da habt) und diversen Gewürzen wie Salz, Pfeffer, Basilikum. Essig auch, haut halt nicht die ganze Flasche rein, sonst ist das Dressing direkt viel zu sauer und ihr könnt von vorn beginnen. Ansonsten gilt: Haut rein, was euch schmeckt. Wenn ihr mein Dressingrezept mit Mililiterangaben und allem, was dazu gehört, haben wollt, dann fragt nach. Ich schreib das dann auch gern nochmal genauer auf.

    Was könnte rein hypothetisch noch in diesen Salat rein?
    • Nüsse! Seid nicht wie ich und vergesst die Nüsse so wie ich sie heute komplett vergessen hab. Nüsse!

    Wie sieht das Ganze dann aus?
    Na, so:



    Es grüßt,
    Ken der Nährstoff- und Vitaminkot

    Geändert von Ken der Kot (10.03.2019 um 23:04 Uhr)

  9. #49
    Okay. Nach "Zwei große Hände voll Feldsalat. Wascht den vorher. Feldsalat ist immer voll mit Erde." (ich will eigentlich schlafen gehen, aber erst muss ich aufhören zu kichern) und "Macht das, wie ihr wollt." -- wer unterschreibt bitte meine Petition, dass Ken der Vitaminkot einen Food-Blog pflegt? Malt sich bitte jemand ebenfalls kurz bildlich aus, wie geil Biolek gewesen wär, hätte die Hälfte seiner Show bestanden aus "ist mir eigentlich egal, haut halt ran, was euch schmeckt oder übrig ist -- aber vergesst um Himmelswillen die Nüsse nicht! Nüsse!" ?

    Das Fleischzeug im Salat kann übrigens gekochtes Ei unglaublich gut ersetzen; nay, eigentlich passt Ei viel besser zu Kens Rezept als das Huhn. Vor allem wenn Bacon übrig ist. Tsss. (Dieses normativ-tadelnde Tsss ist genau der Grund, warum Ken den Foodblog führen sollte und ganz bestimmt nicht ich.)

    (Eli, eine gebührende Antwort folgt noch. )

  10. #50
    Zitat Zitat von Mordechaj Beitrag anzeigen
    -- wer unterschreibt bitte meine Petition, dass Ken der Vitaminkot einen Food-Blog pflegt?
    Food-Blog klingt gut. Allerdings könnte der Spuren von Nüssen enthalten.

  11. #51
    Zitat Zitat von Ken der Kot Beitrag anzeigen
    Allerdings könnte der Spuren von Nüssen enthalten.
    Nicht nur deiner...

    Ontopic: Wer sich Nuss-Karamell-Naschsache mal selber machen will: hier klicken
    Hab ich noch nicht selbst gebastelt, sieht aber auch ohne Sahne lecker aus.

  12. #52
    Weil niemand so richtig auf die Frage eingegangen ist:

    Zitat Zitat
    Wie schaut es eigentlich aus bei euch mit geregelten Mahlzeiten?
    Eine geregelte Mahlzeit am Tag zusammen mit meinem Partner ist mir extrem wichtig. Kommt wahrscheinlich von meiner Erziehung, mit Sicherheit aber auch davon, dass ich eine Zeit lang ein sehr kompliziertes Verhältnis zum Thema Ernährung hatte und deswegen Struktur brauche. Praktischerweise ist das im Falle von Genny und mir das Abendessen. Wir sind zum Glück sehr kompatibel, was unsere Vorlieben angeht, weswegen wir eigentlich immer zusammen essen können. Wann genau das bei uns stattfindet, kommt ein bisschen auf meinen Arbeitsplan und seine Lust an, weil er in unserem Haushalt kocht. Ich peile 20:00 als Zeitpunkt für das Abendessen an, aber das kann sich mal nach vorne und mal nach hinten verschieben.

    Unser Essensplan ist (meiner bescheidenen Ansicht nach) ganz gut und gesund. Wir kaufen in der Regel für zwei bis drei Tage ein (weil unser Kühlschrank winzig ist) und planen dementsprechend vor. Diese Woche sieht das so aus:

    • Montag: Broccoli-Nudel-Gratin
    • Dienstag: Kartoffel-Möhren-Suppe mit Garam Massala
    • Mittwoch: (Einkaufen) Geschnetzeltes mit Sojasauce, Zwiebel und Broccoli mit Reis
    • Donnerstag: Mal schauen, wahrscheinlich Nudeln mit Sauce XY
    • Freitag: FETTE REISE NACH BERLIN
    • Samstag: FETTE RÜCKREISE VON BERLIN
    • Sonntag: Wahrscheinlich RP-Abend mit Essen vom Lieferdienst, weil wir am Samstag nicht einkaufen können


    Normalerweise versuche ich, nur einmal pro Woche außerhalb zu essen und ich führe darüber auch Buch. Klappt mal besser und mal schlechter

    Ich persönlich esse davor meistens nichts. Ich stehe so gegen 14:00 auf und kann die ersten zwei, drei Stunden des Tages eh nichts essen. Frühstück war für mich früher immer eine Höllenqual und wurde nur unter Protest zu sich genommen. Wenn ich mal etwas eher aufstehe, dann esse ich auch vor dem Abendessen eine Kleinigkeit, idealerweise eine Banane oder einen kleinen Salat, oder eine Pizza, wenn ich sonst vor Heißhunger sterbe. Wenn Genny dann gegen Mitternacht ins Bett geht und meine heiße Arbeitsphase beginnt, esse ich auch nicht wirklich etwas. Ja, eine Mahlzeit am Tag ist zwar laut 50000 Millionen Studien zu dem Thema nicht ideal, aber für mich funktioniert das eigentlich sehr gut. Ich bin immer wieder irritiert davon, wenn ich bei meinen Eltern bin und es Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken und Abendessen gibt.

  13. #53
    Ich merke, ich bin Caros totales Gegenstück. Meine drei Hauptmahlzeiten sind mir heilig, dabei ist mir auch völlig egal, ob die tatsächliche Tageszeit noch dazu passt. Wenn ich nachts um 1 feststelle, dass ich das Abendbrot vergessen habe, dann backe ich mir halt nachts um 1 ein Brötchen auf. Da ich aber dazu versuche, mehr zu essen, versuche ich, auch kleine Zwischenmahlzeiten einzubauen.

    Mein Standardrythmus an Arbeitstagen sieht eigentlich so aus:
    - Frühstück: Brötchen, meist mit irgendeinem süßen Aufstrich
    - Zwischenmahlzeit auf Arbeit: eine mittelgroße Portion Müsli mit Quark und Obst (kann man auch prima am Vorabend vorbereiten)
    - Zuhause Mittagessen
    - Nachmittags dann Kaffee mit Obst, Keksen oder sonstwas
    - Abendbrot
    - Nochmal irgendwas kleines für Abends vorm Fernseher

    ...in der Regel haut das mit den Zeiten auch einigermaßen regelmäßig hin. Womit ich etwas kämpfe, ist ausreichend Salat zu essen, da viele von diesen Sachen einfach so wahnsinnig schnell schlecht werden, wenn man alleine wohnt und isst.

  14. #54
    Zitat Zitat von Eli Beitrag anzeigen
    Wie schaut es eigentlich aus bei euch mit geregelten Mahlzeiten?
    So, noch kurz was dazu: Geregelt kann man es bei mir nicht wirklich nennen. Ich ess halt, wenn ich Hunger habe und ansonsten bin ich meist zu beschäftigt, um in einem Moment festzustellen, dass ich vielleicht auch mal wieder was essen könnte. Wobei man auch das als geregelt bezeichnen könnte, denn es kommt selten vor, dass meine "Hungerzeiten" sehr stark vom Vortag abweichen.

    Frühstück ist mir wichtig; das werf ich mir irgendwann zwischen 11 und 13 Uhr rein. Kann auch mal später werden, ist aber eher selten. Gibt dann meistens Brötchen mit Wurst und Marmelade (nicht beides auf einmal, versteht sich) oder -und das ist wirklich sehr gut- weichgekochte Frühstücks-Eier und dazu in Scheiben geschnittenes Baguette mit viel Butter, das ich exakt so schneide, dass ich jedes Stück Baguette passgenau in mein Frühstücks-Ei reindippen kann. Wenn wir mal alle einigermaßen ehrlich zu uns selbst sind, so müssen wir gestehen, dass es doch absolut nichts besseres gibt, als irgendwas irgendwo reinzudippen.

    So, Frühstück hätten wir. Da meine erste Tagesmahlzeit in der Regel recht reichhaltig ausfällt (das geht, weil ich nicht direkt nach dem Aufstehen esse, sondern immer eine Stunde oder länger verstreichen lasse), hab ich erst mal nicht mehr so bald Hunger. Dementsprechend siedelt sich das Mittagessen dann auch recht spät an. Wir sprechen hier von einer Zeit, die irgendwo bei einer Uhrzeit zwischen 17 und 20 Uhr, spätestens 21 Uhr herum oszilliert. Sehr gerne und oft mache ich meine Thunfisch-Bolognese mit Vollkornnudeln (Rezept folgt, wann immer ich Lust hab, das hier reinzuschreiben) oder ich zaubere mir einen Salat. Ich hab auch weniger aufwendige Gerichte in petto, wenn's hungerbedingt mal schneller über die Bühne gehen muss. Sonntags werden dann Reste verkocht, was eigentlich immer recht interessante neue Gerichte ergibt.

    Auf Abendessen leg ich keinen Wert. Meist hab ich bei so spätem Mittagessen am Abend eh keinen Hunger mehr. Vielleicht snack ich noch irgendwas vor der Glotze in mich rein, das kann sein. Aber mehr ist es dann auch nicht. Gurken- und Karottensticks eignen sich mit einem selbstgemachten, scharfen Paprika-Dip (wahlweise Tomaten-Dip) durchaus für einen netten Abend auf der Couch. So schließt sich der Kreis und wir sind wieder dabei, irgendwas irgendwo reinzudippen. Man kann es einfach nicht oft genug machen! Es ist einfach immer wieder ein sehr schönes und absolut anzustrebendes Erlebnis, wenn man sich irgendwas, wo reichhaltig Dip drauf ist, vorfreudig in die Zahnlücke schiebt.

    Geändert von Ken der Kot (12.03.2019 um 01:33 Uhr)

  15. #55
    Zitat Zitat von Ken der Kot
    Zitat Zitat von Cuzco
    Cuzco mag übrigens kein Couscous. Viel zu trocken.
    Awas, das geht schon. Machst dir halt einen Couscous-Salat mit getrockneten Tomaten, Artischocken, Fetakäse und Feldsalat. Da klatscht du dir sowieso dermaßen unerhört viel Dressing drüber, zu trocken wird's also nicht. Was ich aber tatsächlich richtig, richtig übel finde ist Quinoa. Echt mal, das schmeckt nach nichts. Da beiß ich eher noch in ein Stück Styropor und hab mehr Geschmack als bei Quinoa.
    Ich weiß nicht, der Cuzco hat irgendwie noch kein Couscous bekommen, das ihm geschmeckt hat. In der Mensa gab es das bestimmt zweimal pro Woche zum Essen dazu, wobei ich den netten Damen immer gesagt habe, dass ich gerne Reis gehabt hätte. Das hab ich dann auch bekommen.
    Aber weil Du Quinoa ansprichst: Das ist wirklich scheußlich. Hab mal beim dm so Quinoa-Salate probiert - mich hat es wirklich dabei gehoben. Auch der Quinoa-Burger bei MacDonalds hat mich an einen beherzten Biss in den Sandkasten erinnert...

    Zitat Zitat
    Zitat Zitat von Cuzco
    Jeder darf das essen, was er will. Ich persönlich habe für mich entschieden, dass ich mich bewusster ernähren möchte! Achtung: Das ist nicht automatisch gesünder! Ich will nur nicht ständig von der einen Seite gesagt bekommen, dass ich ein Waschlappen, eine Schwuchtel und eine grün-links-versiffte Memme sei und von der anderen Seite mir anhören müsse, dass ich ein Unmensch bin, weil ich mich nicht 100% vegan ernähre... Hallo!?
    Irgendwie klingt das für mich so, als redest du mit den absolut falschen Leuten über deine Essgewohnheiten.
    Ich glaube auch. Irgendwie neigen die Menschen in Ernährungsfragen, extrem zu werden. Ich hab einen Kumpel, der zwei bis drei Kilo Fleisch pro Woche verdrückt. Er witzelt selbst, dass er davon einmal die Gicht bekomme. Gleichzeitig gibt es - vor allem in Würzburg (!) - sehr viele Hipster-Veganer, die zwar erst seit ein paar Jahren Veganer sind, die aber mit tierischen Produkten nicht einmal das Geringste zu tun haben wollen und jeden verurteilen, der etwas "gemäßigter" ist. Ich bin im Sommer 1999 (sprich: neunzehnhundertneunundneunzig) Vegetarier geworden und seitdem nicht einmal "rückfällig" geworden. Eine der militanten Veganerinnen hat mittlerweile schon wieder abgeschworen und gönnt sich ab und an schon mal Gyros...

    Zitat Zitat von Eli Beitrag anzeigen
    Wie kann man rechtfertigen, dass man als erwachsener Mensch tierische Produkte konsumiert?
    Wenn man in den Genuss dieser Produkte kommen möchte, nimmt man wissentlich in Kauf, dass man anderen Lebewesen Leid zufügt. Nur für ein bisschen Gaumenschmaus.
    Eine andere Lebensform ausbeuten/töten, um sich selbst ein paar Sekunden des Wohlbefindens zu bereiten. Abgesehen davon ist der gesamte Herstellungsprozess idR unglaublich umweltschädigend.
    Das ist immer die Crux an der ganzen Sache. Die Frage ist aber, ob es wirklich so schlimm ist, Fleisch zu essen, da Menschen nun mal von Natur aus Allesfresser sind und Fleisch einen kleinen Teil in dem von der Natur vorgesehenen Ernährungsplan ausmacht. Ich finde immer, wenn es sich vermeiden lässt und gleichzeitig Leid für andere Lebewesen bedeutet, sollte man darauf verzichten. Daher bin ich mittlerweile wohl auch dazu übergegangen, mich sehr bewusst zu ernähren und mir wirklich jedes Lebensmittel, das ich kaufe, genau anzuschauen. Ich bin sogar mittlerweile ein Feind von Verpackungen, was ich allerdings noch nicht ganz vermeiden kann, da Unverpacktläden entweder unverschämteste Preise haben oder - der nächste von mir ist in Rüttenscheid und hat nicht die besten Öffnungszeiten - so weit weg sind, dass ich dort nicht regelmäßig einkaufen kann. Immerhin wiege ich beim Obst mittlerweile jede Orange einzeln ab (wobei ich nicht weiß, ob es besser ist, vier Etiketten zu drucken oder ein Etikett und eine Tüte...). Zudem versuche ich nicht zu exotisch einzukaufen. Kakao wird Fairtrade gekauft, Kaffee kaufe ich gar nicht (nur to go und mit eigenem Trinkbecher!!!) und meinen Tee beziehe ich auch von entsprechenden Teehändlern, wo ich weiß, das alles in Ordnung ist...

    Ich denke mal, wenn jeder Mensch nur halb so aufpassen würde, dann wäre der Umwelt und auch dem Tierwohl sehr geholfen. Das bedeutet keinesfalls, dass die Menschheit aufhören soll, Fleisch zu essen. Aber wenn man die WHO-Empfehlung (20kg/ Kopf/ Jahr) einhalten würde, dann gäbe es keine Massentierhaltung mehr, da sie sich schlichtweg nicht mehr rentiert. Und dann kann diese "Unterspezies", z.B. das Hausschwein, auch "würdevoll" eine Zeit lang leben, um Mordechaj an dieser Stelle zu zitieren. Da der Mensch von Natur aus Allesfresser ist (das verrät schon unser Gebiss), gehört Fleisch zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Nur halt nicht jeden Tag. Und schon gar nicht in dieser Form:

    Zitat Zitat
    Bei solchen Räudigkeiten hier frage ich mich aber schon ab und an, ob wir es überhaupt verdient haben, auf diesem Planeten zu leben:
    Anhang 25110Anhang 25111
    Hier werden immer noch Lebewesen getötet, die sich nicht mal wehren können. Diese Form ist, wie Eli schon andeutet, absolut "räudig".

    Um das Ganze aber noch einmal differenziert zu betrachten:
    Das Problem, was mit weniger Fleisch und besserer Tierhaltung einhergeht, ist, dass Fleisch natürlich um ein Vielfaches teurer würde. Das Problem aus wirtschaftlicher Sicht ist, dass der Konsument heute die Wahl hat, ganz billiges als auch ganz teueres Fleisch zu kaufen. Diese "billige" Stufe würde wegfallen und Fleisch vielleicht das Privileg reicherer Schichten werden. So wie früher. Ein ernsthaftes gesellschaftspolitisches Problem - sicherlich. Aber laut Umfragen (ich habe aber vergessen, wo ich die Quellen finde) war es eben auch so, dass Geringverdiener im Schnitt deutlich mehr Fleisch konsumieren, als Besserverdienende. Würde daher eine Erhörung des Preises nicht nur eine Verbesserung der Qualität, sondern auch eine Abnahme des Konsums von Geringverdienern bedingen? Oder führt es zu mehr Ungerechtigkeit in der Gesellschaft?

    Für mich stellt sich diese Frage btw. nicht, da ich kein Fleisch esse. Daher werde ich auch nicht darüber urteilen, sondern die Überlegung jedem einzelnen überlassen.

    Zitat Zitat von Mordechaj
    Ich kann dir ohne mit der Wimper zu zucken versichern -- und ich bringe das nur sehr ungern an, weil es meine eigentlichen argumentativen Bedenken hinter "Betroffenheit" verschleiert --, dass mein persönlicher Nährstoffbedarf nur sehr schwer bis so gut wie gar nicht ohne Fleisch, mindestens aber absolut nicht ohne tierische Produkte zu sättigen ist. Also so gesundheitlich, es ist quasi nicht möglich, ich müsst die ganze Zeit Zeug futtern, das mir irgendwann den Darm um die Ohren wirft (ich habe wirklich, wirklich lange nach einer weniger verstörenden Allegorie gesucht).
    Sagen wir mal so: Vegan funktioniert. Auch ohne Mangelerscheinungen und mit einem nur etwas flüssigerem Stuhlgang... Allerdings ist der Aufwand immens. Du musst quasi, um Dich ausgewogen vegan ernähren zu können, genau wissen, was Du wann und was Du zusammen ist. Dann kann der Körper auch die normalerweise tierischen Eiweise, Vitamine und Aminosäuren aufspalten. Ein Beispiel wäre: (kaltgepresste) Erdnussbutter auf einem Vollkorn-Hafer-Brot. Erzeugt irgendein Spurenelement, dass Du nur aus Fleisch oder Milch bekommst. Das ist nur ein Beispiel: Um als Veganer wirklich "ausgewogen" leben zu können, musst Du Dir quasi einen Speiseplan aufstellen und sehr exakt planen. Als Vegetarier ist die Sache schon deutlich einfacher. Auch hier gilt aber: Einfach nur das Fleisch und den Fisch weglassen, genügt in der Regel nicht. Da der Körper übrigens nur sehr wenig Fleisch "braucht", stellen sich Mangelerscheinungen bei unbedachter Ernährung normalerweise auch erst nach Jahren des Verzichts ein.

    Ich versuche mich, mittlerweile so bewusst zu ernähren, wie es geht und zwar in beide Richtungen: Einerseits im Verzicht auf tierische Nahrungsmittel und anderseits im Sinne der Ausgewogenheit. Mir fällt es relativ leicht, da ich ja auch seit fast 20 Jahren kein Fleisch und keinen Fisch mehr esse, mich auch im Verzicht von Milchprodukten zu üben. Ich bette diese nur noch so in die Ernährung ein, dass sie ausgewogen ist. Was ungefähr den Verbrauch von 1 bis 1,5 Liter Milch pro Woche impliziert. Und ungefähr 2 Eier. Allerdings Ich kaufe in der Regel die lilafarbene Milch von Berchtesgadener Land. Da ist es sicher, dass die Tiere die Weide bzw. die Alm sehen. Da ist es sicher, dass sie nur mit Grünfutter und ohne Soja ernährt werden und da ist es sicher, dass die Kälbchen nicht von der Mutter getrennt werden. Und - besonders gut: Die Bauern bekommen über 50 Cent pro Liter Milch. Und trotzdem kostet sie immer noch weniger als bei Landliebe. Ich damals, als ich in Tölz gewohnt habe, extra die Molkereiführung mitgemacht. Das besonders Gute ist auch: Diese Molkerei produziert KEIN Milchpulver. Alle anderen Molkereien machen das sehr wohl, da es einfach Überkapazitäten gibt. Genau wie beim Fleisch übrigens. Es wird zu viel produziert.

    Das einzige, wo ich mich etwas unbewusster ernähre ist der Käse. Wobei ich mittlerweile Käse kaufe, der aus Roh- und Weidemilch und unter fairen Haltungsbedingungen hergestellt wird. Und der so teuer ist, dass ich ihn mir mittlerweile auch nur noch ein bis zweimal pro Woche gönne (was ja auch vollkommen ausreicht).

    Zitat Zitat
    Aber ja, eigentlich lohnt sich Fleisch, weil es genussvoll glücklich macht.
    Geht aber auch ohne Fleisch:

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    (Spargelzeit, ole! )

    Ich kenne mittlerweile 300+ Gerichte, die nichts Tierisches brauchen, trotzdem total abwechslungsreich und sehr befriedigend. Ich habe unfassbar viele indische und japanische Gerichte auf Lager, die ich regelmäßig koche. Der Nachteil daran ist: Schnell geht es in aller Regel NICHT. Und ich habe (noch) keinen Thermomix. Da wandert dann schon mal eine Tiefkühlportion Frostagemüse in die Pfanne oder es gibt Nudeln mit Pesto Basilico (das ohne Käse) oder - wenn es nicht ganz so schnell, aber immer noch schnell gehen muss, gönn ich mir schon mal das ALDI Süd Cucina Fertigrisotto Spargel oder Gemüse...
    (Wobei ich auf Fertignahrung größtenteils verzichte. Und eigentlich alles frisch zubereite.)

    Zitat Zitat von Ligiiih
    Zum Thema Tofu höre ich so einiges, aber die meisten Gegner, mit denen ich diesen Diskurs bisher führen durfte, haben immer die Tatsache missachtet, dass Tofu in den ostasiatischen Kulturen einen festen Bestandteil der Ernährung ausmacht (meist zusammen mit Fleischgerichten serviert) und nicht bloß als halbherziger Fleischersatz gehandhabt wurde, wie er im Westen hauptsächlich berühmt geworden ist.

    Ich wurde in meiner Kindheit mindestens wöchentlich mit vielen verschiedenen Tofu-Spezialitäten beglückt und kann nur sagen: Natürlich schmeckt er euch nicht, wenn die Leute dahinter nicht wissen, was sie damit anstellen sollen. Bei so vielen "Tofu-Experimentierern" ist das so, als würde mir jemand ein Stück Hühnerbrust in 'nem Wassertopf garkochen und mir dann einen Salz- und Pfefferstreuer in die Hand drücken. Die Schlussfolgerung wäre selbstverständlich nicht, dass Hühnchen immer scheiße schmeckt. Man kann aus Tofu geschmacklich und konsistenz-technsisch so viel machen, dass ich den Leuten nie abkaufe, dass sie Tofu im Ganzen nicht ausstehen können (das gleiche denke ich mir auch bei Fisch, aber anderes Thema!).
    Oh, Tofu kann schon sehr gut schmecken, wenn er richtig zubereitet wird. Außerdem dient er als Grundlage für viele vegane Fleischersatzprodukte wie "Schnitzel", "Fleischbällchen", "Cordon Bleu" oder "Würstchen". Ich persönlich kann bzw. darf allerdings keinen Tofu mehr essen. Ich habe eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dagegen entwickelt. Das lag wohl daran, dass es in der Mensa immer jeden zweiten Tag etwas mit Soja auf dem Speiseplan stand und dieses Soja nicht unbedingt biologisch angebaut wurde. Anscheinend habe ich eine Allergie gegen irgendein Pestizid, mit dem das Soja behandelt wurde und mein Körper hat nun eine Art "Kreuzreaktion" entwickelt. Wenn Soja gegessen wird, werde ich krank, da der Körper meint, er würde das Pflanzenschutzmittel abbekommen. Daher muss ich jetzt (gerade als Vegetarier!) sehr gut aufpassen, dass ich in nächster Zeit nichts mit Soja esse, da ich sonst wieder mehrere Tage mit Bauchschmerzen und Übelkeit flachliege.


    Noch kurz zu meinen Essgewohnheiten:

    Im Moment habe ich einen relativ geregelten Tagesablauf. Ich stehe so gegen 6.30 Uhr auf und frühstücke. Meist gönn ich mir die Zeit und nehme das in Ruhe zu mir. Dabei gibt es oft Porridge, frisches Obst (meist Äpfel), rohes Gemüse (Karotten, Gurken, Paprika oder Tomaten), Schokobrötchen (die Mürbchen) oder Marmeladenbrötchen und ein- bis zweimal in der Woche Skyr bzw. Joghurt. Als ich noch Soja vertragen habe, habe ich auch schon mal eine am Abend vorgekochte Misosuppe gefrühstückt. Jetzt in der Fastenzeit esse ich mehr Skyr bzw. Joghurt, aber keinen künstlichen Zucker, dafür nehme ich gehäckselte Kakaobohnen in den Skyr bzw. Joghurt. Dazu gibt es immer grünen Tee. Meist Sencha oder Drachenbrunnentee.

    Um 8 Uhr beginne ich mit meinem Tagwerk und meinen Aufgaben. Meist Bewerbungen schreiben, Aufträge abarbeiten oder ins MMX posten. Mittags mache ich meist etwas was schnell geht oder esse einfach nur ein Brot mit selbstgerechten (begaben) Aufstrichen. Oft bin ich unterwegs, da ich viel auswärts arbeite. Da kaufe ich dann meist etwas beim Bäcker (auch mal ein Tomate-Mozzarella-Sandwich), bzw. wenn es die Zeit und der Ort zulässt gehts zum Vapiano und es gibt eine Portion Zucchininudeln. Als ich noch studiert habe, habe ich mittags immer in der Mensa gegessen.

    Wenn ich zu Hause bin, mache ich meist um vier oder um fünf meinen Matcha. Das ist für mich der perfekte Kaffeeersatz und gibt mir die Energie, vor allem am Abend noch mal konzentriert zu arbeiten. Ich gebe immer zwei Bambuslöffel eines hochwertigen Ceremonial-Grade-Matcha in meine Schale und gieße es dann mit 120 ml Wasser auf und verrühre es mit dem Besen. Das hat für mich so einen richtigen Zeremoniecharakter und hilft mir, auch mal runterzukommen und Kraft zu tanken.

    Abends - vorausgesetzt ich bin zu Hause - greife ich dann selbst zum Kochlöffel. Wie ich bereits geschrieben habe, koche ich je nach Zeit entweder einfach nur (Dinkelvollkorn-) Nudeln mit Pesto (nur Basilikum) oder auch mal ein aufwendiges indisches Gemüse oder Kichererbsen-Curry mit Nan-Brot oder gefüllte Fenchelschiffe mit Gorgonzola und Zucchini und zahlreichen Beilagen. Gerade wenn ich Besuch bekomme, gibt es auch gerne mal eine Kürbis-Ingwersuppe vorweg. Abends mache ich mir dann nur noch einen Früchte- oder Kräutertee.

    Ich esse übrigens nicht außerhalb der Hauptmahlzeiten. Also so zwischendrin nichts. Das hab ich mir damals abgewöhnt, weshalb ich meist einen festen geregelten Ablauf habe. Ich muss daher auch meist nicht mit dem Auto zum Einkaufen, sondern gehe zu Fuß. Ich schaue mir auch immer die Ernährung genau an, um zu entscheiden, was ich wann koche. Gerade Salate kaufe ich immer an dem Tag, wo ich sie auch zubereite. Obst und Gemüse meist maximal für drei Tage. Meist kaufe ich so also alle zwei bis drei Tage ein, allerdings immer echt wenig und meist nach Plan. Nur Nudeln, Reis, Zucker, Mineralwasserkästen und jede Menge Dosentomaten kaufe ich dann doch mit dem Auto.

    Das also ein kleiner Einblick in meinen Ernährungsplan. Ich gebe mir Mühe, dass ich mich relativ nachhaltig und fair ernähre. Hundertprozentig schaffe ich es nicht. Außerdem lebe ich recht teuer (rund 300 Euro im Monat für Lebensmittel), da ich in der Regel wenig Discounter-Lebensmittel kaufen kann. Hartz IV würde mir auf jeden Fall von vorne bis hinten nicht reichen, da hier nur rund 140 Euro für Lebensmittel eingeplant sind. Das geht meistens aber gar nicht. Da ich mehr Tee trinke, brauche ich zwar nicht mehr so viel Mineralwasser, aber 100 Gram der Tees, die ich so trinke, kosten halt auch schon 7 bis 8 Euro. Dazu kommt noch der Preis für eine Dose Matcha, die mir einen Monat lang hält - 40 (!) Euro. Dafür rauche ich nicht und trinke sehr wenig Bier und Wein.

    Zitat Zitat von Ken der Kot
    So, noch kurz was dazu: Geregelt kann man es bei mir nicht wirklich nennen. Ich ess halt, wenn ich Hunger habe und ansonsten bin ich meist zu beschäftigt, um in einem Moment festzustellen, dass ich vielleicht auch mal wieder was essen könnte. Wobei man auch das als geregelt bezeichnen könnte, denn es kommt selten vor, dass meine "Hungerzeiten" sehr stark vom Vortag abweichen.

    Frühstück ist mir wichtig; das werf ich mir irgendwann zwischen 11 und 13 Uhr rein. Kann auch mal später werden, ist aber eher selten. Gibt dann meistens Brötchen mit Wurst und Marmelade (nicht beides auf einmal, versteht sich) oder -und das ist wirklich sehr gut- weichgekochte Frühstücks-Eier und dazu in Scheiben geschnittenes Baguette mit viel Butter, das ich exakt so schneide, dass ich jedes Stück Baguette passgenau in mein Frühstücks-Ei reindippen kann. Wenn wir mal alle einigermaßen ehrlich zu uns selbst sind, so müssen wir gestehen, dass es doch absolut nichts besseres gibt, als irgendwas irgendwo reinzudippen.

    So, Frühstück hätten wir. Da meine erste Tagesmahlzeit in der Regel recht reichhaltig ausfällt (das geht, weil ich nicht direkt nach dem Aufstehen esse, sondern immer eine Stunde oder länger verstreichen lasse), hab ich erst mal nicht mehr so bald Hunger. Dementsprechend siedelt sich das Mittagessen dann auch recht spät an. Wir sprechen hier von einer Zeit, die irgendwo bei einer Uhrzeit zwischen 17 und 20 Uhr, spätestens 21 Uhr herum oszilliert. Sehr gerne und oft mache ich meine Thunfisch-Bolognese mit Vollkornnudeln (Rezept folgt, wann immer ich Lust hab, das hier reinzuschreiben) oder ich zaubere mir einen Salat. Ich hab auch weniger aufwendige Gerichte in petto, wenn's hungerbedingt mal schneller über die Bühne gehen muss. Sonntags werden dann Reste verkocht, was eigentlich immer recht interessante neue Gerichte ergibt.

    Auf Abendessen leg ich keinen Wert. Meist hab ich bei so spätem Mittagessen am Abend eh keinen Hunger mehr. Vielleicht snack ich noch irgendwas vor der Glotze in mich rein, das kann sein. Aber mehr ist es dann auch nicht. Gurken- und Karottensticks eignen sich mit einem selbstgemachten, scharfen Paprika-Dip (wahlweise Tomaten-Dip) durchaus für einen netten Abend auf der Couch. So schließt sich der Kreis und wir sind wieder dabei, irgendwas irgendwo reinzudippen. Man kann es einfach nicht oft genug machen! Es ist einfach immer wieder ein sehr schönes und absolut anzustrebendes Erlebnis, wenn man sich irgendwas, wo reichhaltig Dip drauf ist, vorfreudig in die Zahnlücke schiebt.
    Oft hängt die Ernährung auch mit der Arbeit zusammen. Ich denke mal dass Dein "Frühstück" ja eher ein Mittagessen und Dein "Mittagessen" ja eher ein Abendessen ist. Allerdings, wenn Du erst mittags rum aufstehst, dann ist es natürlich das Frühstück. Daher arbeitest Du wohl entweder Spät- oder Nachtschicht. Und die dritte Mahlzeit fällt ja bei Dir des Öfteren aus, weil sie wahrscheinlich in die späte Nacht fällt, wo es natürlich schwerer ist, etwas zu essen.

    Ich denke mal, es liegt an Deiner Beschäftigung.

    Fun Fact: Wo ich mal zwei Wochen aushilfsweise Nachtschicht gearbeitet habe, habe ich übrigens 5 Kilo zugenommen, obwohl ich nur zweimal was gegessen habe.

  16. #56
    Es gibt eine "Ernährungsweise", die ich auch als "sehr bedenklich" einstufe...

    Ein Leben ohne essen und trinken zu müssen, klingt eigentlich ganz praktisch... Aber für mich irgendwie ein bisschen sehr unglaubwürdig.
    Wie stehts bei euch? Wer hat das schon versucht?

  17. #57
    Zitat Zitat von Auratus Beitrag anzeigen
    Wie stehts bei euch? Wer hat das schon versucht?
    Ich nicht, weil ich mir irgendwie nicht so recht zutraue, Photosynthese betreiben zu können.

  18. #58
    Ich esse mittlerweile zwar bewusster als früher, aber einige Sünden kann (oder will) ich mir einfach nicht abgewöhnen. Dazu gehört Nutella. Ich weiß, dass es ungesund ist, voller Zucker und Fett und dank des Palmöls auch eine umwelttechnische Katastrophe. Trotzdem besteht mein Frühstück seit Jahren aus zwei Scheiben Toast mit Nutella und dazu mindestens drei Gläsern Milch. Das ist seit meiner Kindheit so und ich rücke auch nicht davon ab, so lange ich an meine geliebte Haselnusscreme komme.

    Abgesehen davon bin ich aber eigentlich recht "vernünftig", was Essen angeht. Ich koche nach Möglichkeit selber (als Student lernt man entweder, gut und billig zu kochen oder geht unter, jedenfalls war es bei mir so), achte auf meine Einkäufe und auch wenn ich kein Ernährungstagebuch führe, so gucke ich doch, dass ich mich einigermaßen ausgewogen ernähre. Ab und zu geht es mal in einen Burgerladen oder zu Five Guys, aber abgesehen davon habe ich mir Fast Food seit einigen Jahren erfolgreich abgewöhnt. Sogar meine gelegentlichen Nascheskapaden bewältige ich mittlerweile mit Karotten, Paprika oder Äpfeln, was meiner Linie und meinem Wohlbefinden nur gutgetan hat.

    Mal als kleine Übersicht, was ich mir so unter der Woche zu Mittag mache:

    Montag: Spaghetti Carbonara (schnell und einfach zu machen, außerdem hatte ich noch Eier im Kühlschrank, die sonst schlecht geworden wären)
    Dienstag: Reis mit Hühner-Ananas-Curry (Curry ist für mich meine zweitgrößte Sünde nach Nutella. Man könnte meinen kleinen Bruder in Curry zubereiten und ich würde zumindest ein Stück probieren)
    Mittwoch: Käse-Lauch-Suppe mit Croutons (Wieder mal "Resteessen", da das Brot langsam etwas hart wurde, da kann man es auch verwerten)
    Donnerstag: Lachs mit Curry-Rahm-Sauce (Dazu Frühlingszwiebeln und ein klein wenig Safran, weniger des Geschmackes als des Instagram-tauglichen Angeberfaktors wegen)
    Freitag: Asiatische Knoblauchnudeln ("Asiatisch" sollte man hier wohl apostrophieren, das asiatischte daran ist das Fischöl, mit dem ich immer aufpassen muss, damit die Küche danach nicht wie ein Hafenmarkt riecht)
    Samstag: Rindsroulade mit Rotkohl (von meiner Mutter gemacht, die ich zwar nicht wegen ihrem Essen besuche, das aber trotzdem liebend gerne annehme)
    Sonntag: Essen gehen!

    Geregelte Mahlzeiten nehme ich eigentlich schon zu mir, meist um 6 Uhr morgens (direkt nach dem Aufstehen), ein Pausenbrot gegen 12 und dann ein gutes, warmes Abendessen gegen 17 oder 19 Uhr (je nachdem, ob ich an diesem Tag Sport habe oder nicht).

    Vegetarisch oder gar vegan lebe ich nicht, aber ich versuche, meinen Fleischkonsum zu begrenzen (auch wenn mein exemplarischer Speiseplan das nicht unbedingt nahelegt) und auf Qualität zu achten. Das sollte man bei Nahrungsmitteln zwar ohnehin, bei Fleisch bin ich da allerdings pingelig. Das höchste Experiment in die Richtung "ohne Fleisch leben" war bei mir tatsächlich auf dem Wacken Open Air, wo der vegane Stand fünf Minuten von meinem Zelt ganz einfach das Billigste war, was es gab (aka. mehr Geld für Alkohol und Merchandise), also habe ich die drei Tage komplett auf Fleisch und andere Tierprodukte verzichtet, um mich besser abschießen zu können. Hat ganz gut funktioniert.

  19. #59
    Linsen mit Spätzle - die legendäre Variante!
    Ein deftiges Rezept von Ken der Kot


    Bereits vor vielen Jahrzehnten sagte einmal ein sehr bekannter Mann folgendes:

    "Hast du Linsen, dann haste immer wat zu Grinsen."
    - Nikola Tesla (1856 - 1943)

    ... und deshalb gibt's heute Linsen mit Spätzle. Der Mensch ist biologisch dafür vorgesehen, ständig Linsen mit Spätzle essen zu können und das sowohl Morgens, Mittags, sowie Abends. Das ist schon ganz erstaunlich! Wir machen das heute aber nicht komplett selber, weil das ewig dauern würde. Nein, wir motzen einen ordinären Doseneintopf derart auf, dass eine legendäre Linseneintopf-Variante entsteht, die mit dem ursprünglichen Produkt nur noch schwer in Einklang zu bringen ist, und die -trotz ihres Dosenfraßhintergrundes- schmeckt wie komplett selbstgemacht. Und jetzt mal Butter bei die Fische: Es wird euch schmecken und zwar sehr! Dafür stehe ich mit meinem Namen (Ken der Linsenkot).

    Deine Einkaufsliste:
    - 1x Linseneintopf (Von Gut und Günstig oder von Ja!)
    - Eine Packung Eierspätzle (Von Gut und Günstig oder von Ja!)
    - Eine große Packung Bacon-Streifen
    - Eine große Gemüsezwiebel (achtet darauf, dass es wirklich eine Gemüsezwiebel ist!)
    - Eine Packung Wiener Würstchen
    - Eine Flasche weißer Essig

    Dein Zubereitungsvorgang:
    Du nimmst dir ordentlich Spätzle aus der Verpackung und lässt sie nebenher im Wasser kochen. In das kochende Wasser wird eine Brise Salz gegeben. Done. Jetzt kommt das wirklich wichtige: Der Eintopf!

    Ihr nehmt euch einen großen Topf, den ihr ausführlich mit Olivenöl auskleidet. Eine halbe Gemüsezwiebel, die auch wirklich eine Gemüsezwiebel ist, weil sie viel milder ist als eine gewöhnliche Zwiebel, wird in diesem Topf einige Minuten glasig gebraten (Topfdeckel zu). Sind die Zwiebeln glasig, kommt auch schon der Bacon komplett mit rein. Das Ergebnis lasst ihr wieder ein bis zwei Minuten anbraten, bis der Bacon eurer Meinung nach halbwegs durch ist. Schlussendlich gebt ihr die geschnittenen Wiener Würstchen in den Topf. Es muss nicht lange gewartet werden, schon kommt die komplette Dose Linseneintopf mit rein. Kräftig umrühren und köcheln lassen. Gewürzt wird das ganze nun mit ordentlich Knoblauch-Granulat und zwei Gemüsebrühwürfeln. Versenkt das jeweils im Topf. Nun sollte das Ganze einmal richtig aufkochen. Ist dies der Fall, so rührt ihr euch in einem kleinen Glas etwas Wasser und eine halbe Hand voll Mehl an. Das kippt ihr nun einfach mit in den Topf. Der zuvor noch sehr flüssige Linseneintopf wird nun eine pampige, eher zähflüssige Konsistenz annehmen - exakt so, wie ihr das haben wollt! Lasst es nochmal kurz aufkochen und nehmt den Topf vom Herd. Wenn ihr ein überragendes Timing habt, dann sind die Spätzle zeitgleich fertig.

    Unser extrem leckeres Endergebnis erfreut sich dem appetitanregenden Anblick, den ihr dem Originalfoto im Spoiler entnehmen möchtet. Garniert mit weißem Essig liegt uns hier ein Geschmackserlebnis vor, das man so in Deutschland vergebens sucht.


    Es wünscht einen hervorragenden Appetit,
    euer Ken der Linsenkot

    Geändert von Ken der Kot (18.03.2019 um 11:38 Uhr)

  20. #60
    Fantastisches Rezept, dann weiß ich schon, was heute Abend hier auf den Tisch kommt! Kleine Abänderung: Wir lassen den Bacon weg (weil ich Speck echt nicht mag) und nehmen frische Spätzle, aber das ist im Endeffekt ja Shietegal. Danke für die Anregung

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