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Thema: Der große Ernährungsthread

  1. #21
    Zitat Zitat von Grendel Beitrag anzeigen
    Wär mir neu, dass Chicken-Nuggets und Co. sonderlich viele Mineralien und Nährstoffe hätten.
    Besser als vegane Ernährung für ein Kind ist es allemal. Und dass ich das Wort "viel" benutzt habe, wusste ich gar nicht.


    Zitat Zitat von Grendel Beitrag anzeigen
    Weil die Fleisch-Industrie = böse ist.
    Das wusste ich gar nicht. Dann werde ich mal aufhören auf Papier zu schreiben, dann wachsen sicher wieder mehr Bäume in den Regenwäldern. Ne warte mal, die Papierindustrie ist ja gar nicht böse.

  2. #22
    Ich will mich in eure Privatunterhaltung nicht einmischen, aber...

    Zitat Zitat von Rusk Beitrag anzeigen
    Sry, aber das finde ich von dir gegenüber deinen Eltern nicht fair. Als Kind kannst du doch sowas gar nicht entscheiden geschweige überhaupt verstehen. Kinder brauchen in ihrer Entwicklungszeit genügend Mineralien und Nährstoffe und veganes Essen kann halt Fleisch nie ersetzen. Sei froh, dass deine Eltern dir eine solche Ernährung bieten konnten, hier haben sie in ihrer Verantwortung völlig richtig gehandelt. Dass du dich jetzt nicht vegan ernähren kannst, liegt nicht an deinen Eltern.
    ... das hier sollte auf jeden Fall nochmal deutlich unterstrichen werden, weil das extrem wichtig ist. Niemand anders ist für das, was du tust, verantwortlich, außer du selbst. Erziehung legt einen Grundstein für Gewohnheiten und für das, was man später selbst am angenehmsten und komfortabelsten findet (bestenfalls), aber das heißt nicht, dass man gewisse anerzogene Verhaltensweisen als Ausreden dafür heranziehen darf, dass es einem im Alter schwerfällt, aus eben jenem Schneckenhaus auszubrechen. Man muss die Verantwortung und die Bereitschaft, etwas zu verändern, stets bei sich selbst suchen. Mit Schuldzuweisungen kommt man persönlich nicht weiter, im Gegenteil: Man rechtfertigt den gegenwärtigen Zustand so sogar noch vor sich selbst und verhindert damit, eine eigenmotivierte Bereitschaft zu entwickeln, die es ermöglicht, die Dinge, die man erreichen will, einfach mal anzupacken!

  3. #23
    Mal ganz davon abgesehen, dass die Schuldzuweisung natürlich blödsinnig ist und Grendel jetzt auch nicht den vernünftigsten Ton angeschlagen hat, finde ich, dürfte "biste halt selber schuld" (ich spitze zu) auch nicht die angemessenste Antwort sein. Obschon dann "Fleischindustrie = böse" auch kein Argument, sondern ein Diskursabbruch ist, und der Rückzug auf "Fleisch = Chicken Nuggets" (übrigens voller Salz das Zeug, Mineralien! -- und der Proteingehalt ist jetzt auch nicht der schlimmste) nicht weniger unlauter. Aber verteidigen müssen sollte hier niemand seine Essgewohnheiten, das liefe Kens Diskussionsanstoß, denke ich, auch zuwider.

    Ich persönlich würde viel lieber nochmal einen bereits vage angeklungenen Punkt aufgreifen, was auch mit der Frage zu tun hat, wie böse die Fleischindustrie wirklich ist: Was genau (ganz wertfrei, wirklich) versprechen sich diejenigen VegetarierInnen/VeganerInnen, die sich aus "rein" ethischen Gründen fleischlos respektive ohne Tierprodukte ernähren? Geht es um ein ändern der Zustände, oder eher darum, nicht an z.B. unethischen Haltungsbedingungen etc. beteiligt zu sein? Und damit einhergehend (auch an die Fleisch- und "ausgewogenen" Esser): Was müsste sich an der Fleischindustrie ändern und wie ändert man sie, damit Fleischgenuss ethisch vertretbar möglich ist? Würden die "ethisch Essenden" wieder bzw. ohne Gewissensbisse Fleisch konsumieren, wenn das gewährleistet wär? Oder ist dem Fleisch prinzipiell abzuschwören (Stichwort-Argument: "ausgewogene Ernährung geht heutzutage problemlos fleischlos")?


    Zu Auratus' sehr willkommener Kostenaufstellung gebe ich übrigens noch eines zu bedenken, auch weil mir die Agrarindustrie hier viel zu gut wegkommt: Wenn ich mir ne Hähnchenbrust schön auf Reis mit verschiedenem Gemüse und ner einfachen Soße mache, oder einen Lammlachs mit Bohnen und Kartoffeln, oder ein Lachsfilet in Salbei-Zitronen-Buttersauce mit Kartoffelbrei und Gemüse auf der Seite, komme ich auf so um die 4 bis 8 Euro pro Mahlzeit. Bei einem gemischten Salat mit Ei und Dressing bin ich pro Mahlzeit zwischen 3 und 6 Euro satt (hängt bei mir vor allem vom Ei ab). Bei Mischbrot mit verschiedenem Belag/Bestrich und etwas Gemüse als Schmuck für's Gemüt bin ich für 1,30 bis 2 Euro satt. Getränke ganzheitlich rausgerechnet, auch wenn ich ein alter Saftfanatiker zu Hauptmahlzeiten bin, Gewürze rechne ich hier auch nicht mit, obwohl ich gerne so viel wie möglich an Gewürz und Kräutern an prinzipiell alles ranhaue. Mein Punkt ist: Von 200g Rispentomaten bin ich weder satt noch glücklich, Kartoffeln essen sich in aller Liebe nicht alleine -- son Hähnchen, das schaff ich in der richtigen Zubereitung (lies: würzen was das Zeug hält!) grade so auch mit nur Brot dazu, obwohl mich das schon echt wenig glücklich macht. Das geht sicher auch alles mit anderen Beispielen ohne Fleisch, ich bin großer Verfechter von Brot und von Milchprodukten und ich finde, mit Ei kann man alles machen, wenn es zu ner Mahlzeit führt.

    Ich will nur der Argumentation verhüten, Fleisch ist ja so teuer -- und dazu auch noch unethisch --, ohne beides komplett abzustreiten. Aber zumindest mir persönlich fällt es schwer, ein Gericht um son olles Gemüse drumrum zu bauen, vor allem weil, ich mag ja Tomaten, aber es gibt halt Tomaten und es gibt diese roten Wasserbälle mit ein bisschen Tomatengeschmack innen. Um ein angemessenes Stück Fleisch herum lässt sich Großartiges zaubern, und mein letztes Fressgelage waren 150g Lammlachs im eigenen Saft, dazu 100g schnöde Bohnen und 200g Kartoffeldrillige, auf der Seite eine Viertel Gurke und acht Cherrytomaten, dazu eine Scheibe Toastbrot (weil ich verfressen war; steinigt mich, ich hab vorher 6 Stunden Klausuren korrigiert und 3 Stunden lang eine Arbeitssitzung protokolliert, alles ohne nennenswerte Nahrungszufuhr!). Die Mahlzeit, die mich glücklich gemacht hat, war nicht die viertel Gurke, sondern der Lammlachs, um den das ganze Gemüse drapiert war. Wer Fleisch isst, isst meist nicht einfach nur Fleisch, selbst zu vernünftigem Gulasch gehört Reis oder ähnliches. Von Pizza und der Aufhübschbarkeit von Fastfood (schonmal Sprossen, Tomate und Salat mit Ei auf nen Burger gepackt? Na?) haben wir noch gar nicht gesprochen. Und Nudeln und Reis, Kinder, Nudeln und Reis. Brot!

    Nicht, dass mein persönliches Nahrungsverhalten hier irgendeinen nennenswerten Richtwert liefern sollte, deshalb wie gesagt nur, um das Argument etwas zu verhüten. Ich bin dahingehend auch einerseits glücklich aufgewachsen (Mischung aus verdammt gut kochenden Eltern und v.a. der Angewohnheit meiner Mutter, Gemüse und Obst allein schon als Deko zu kaufen -- und ihr denkt alle, diese riesigen dekorativen Äpfelhaufen in französischen TV-Filmen wären unrealistisch, ha! Ostdeutsche Mütter!) und überhaupt ist mein Appetitgefühl sehr gut auf Ausgewogenheit und kleine Portionen bezogen. Aber: Ich bezahle für meine Selbstverpflegung (Essengehen rausgerechnet, Süßkram und Getränkezeug -- Säfte, wie gesagt -- eingerechnet) monatlich rund 150, nur ganz selten mehr als 200 Euro. Während ich etwas mehr als die empfohlene Wochendosis verarbeitetes tierisches Gewebe (Fleisch) konsumiere, frühstücke ich zwar kaum mehr als Kaffee mit Milch und abendbrote vor allem auf Mischbrotbasis, meine Hauptausgaben entfallen aber auf Obst (die teuren Monate sind meist auch die obstiglastigeren Sommermonate). Das war zu Studienzeiten nicht anders. Ich weiß, dass ich damit nicht an dem nage, was z.B. die Armutsgrenze an eingeschränkten Ausgaben verordnet, aber über den Verhältnissen lebe ich da auch nicht (noRkia, wir haben dich nicht vergessen <3 ).

    Ich will hier jetzt nicht den Guru mimen, aber: Mir scheint, man muss auf nichts verzichten -- und man muss sich, wenn man nicht gerade dahingehend eine Schädigung zu bedenken hat, nicht immer die Nährwerte zusammenrechnen --, um gesund und kostengünstig zu leben. Das heißt nicht, dass man sich damit nicht auseinandersetzen sollte oder dass rigorosere Ernährungsgewohnheiten irgendwie schlecht wären. Aber mir persönlich tut es immer ein bisschen weh, wenn Lebensmittel gegeneinander aufgerechnet werden, und ein wenig liegt es tatsächlich außerhalb meines Einfühlungsvermögens, wenn Leute Tofu und Seitan zu sich nehmen, als wär das WIRKLICH gleichwertig zu dem, was es ERSETZEN soll. Essen soll und muss auch ein bisschen glücklich machen, wir sind art-, nein, lebensmäßig dazu veranlagt, dass Nahrungsaufnahme uns glücklich macht.

    Mich macht weder so ne Packung Cherrytomaten noch das antibiotikaverpumpte Brüstchen eines auf Brüstchengrößen-Ökonomie hin zutode gezüchteten Hühnchens glücklich. Selbst mein Lebenselixier -- weißen Spargel -- muss ich wenigstens mit Kartoffeln und irgendwas auf Butterbasis kombinieren. Essen ist nicht nur "das gegen das", und die Tofu- und Seitan-Esser (wie auch immer sie DAS essen können!) werden auch, wenn sie eine Seele und Selbstachtung haben, aus dem Stehgreif all das aufzählen können, was sie mit dem Tofu- und Seitan alles machen (müssen! MÜSSEN!!) und in welche Gerichte sie ihn integrieren.


    Und in all diesem Sinne liefert Grendel ein sehr schönes Argument: Egal, wem wir die Schuld dafür geben wollen, Verzicht macht nicht glücklich. Ausgewogene Ernährung schon. Die kann auch vegetarisch oder vegan sein, Ausgewogenheit ist nicht von Fleisch oder Tierprodukten abhängig, wohl aber von -- nun ja, Ausgewogenheit. Und manchmal gibt es natürlich diesen verordneten Verzicht auf Ausgewogenheit, beispielsweise aus Kostengründen; das ist beschissen und gehört geändert, es ist in einer entwickelten Gesellschaft nur noch zynisch, wenn Menschen sich die maximal möglichen Kosten ihrer nächsten 60 Mahlzeiten ausrechen müssen. Aber wenn wir über gute Ernährung sprechen, sprechen wir nicht über Rispentomaten vs. Hähnchengeschnetzeltes, und wenn wir über "ethische" Ernährung sprechen, können wir nicht nur auf die böse Fleischindustrie gucken und sagen, sie ist ja böse. Und wenn wir über Essen sprechen, dann dürfen wir ruhig mit eindenken, wie absolut obergeil so ne Frischkäsestulle schmeckt, wenn man ein bisschen Gartenkresse draufstreut, und dass die Puten, die in meinen Putengulasch mit Ananas und Champignons eingegangen sind, ganz gewiss nicht glücklich waren und es schöner wäre, wenn sie es gewesen wären und nicht in genozidartigen Massakern industriell vernichtet und zerkleinert worden wären -- aber dieser Gulasch auf Reis mir glückliche Jugendtage ins Gedächtnis ruft und darüber hinaus auch noch schmeckt wie der Kuss zarter Engelslippen.


    TL,DR: Essen ist ne verdammt geile Sache. Lasst uns bitte nicht gegenseitig Kalorientabellen abgleichen und darüber ganze Branchen verteufeln. Und ganz offiziell festgehalten: Tofu und Seitan sind meiner Meinung nach die besten Scherze, die der Teufel seiner Großmutter erzählt hat, und sie lacht bis heute! (Auf Platz zwei kommt übrigens Couscous und die Liebe der Franzosen dafür, die so weit geht, dass sie Gerichte haben, wo diese sandig-breiige Entschuldigung für "Kartoffeln sind uns zu deutsch" neben Wild liegt. Ja, neben Wild. Oder Kaninchen! Dafür haben die ein Gericht, dafür dass so ein armes Waldtier geschossen, verarbeitet und leckerst zubereitet wird, nur um in der letzten Erfüllung von einer ungenießbaren Beilage gedemütigt zu werden. Franzosen würden selbst Altreifen und Plotonium essen, wenn sie nur damit durch kämen, dazu Couscous zu servieren und das für ein Gericht mit fancy-frenchypants Namen vorzumachen!)

    Geändert von Mordechaj (24.02.2019 um 01:39 Uhr)

  4. #24
    Zitat Zitat von Rusk Beitrag anzeigen
    Das wusste ich gar nicht.
    Kein problem, man lernt ja nie aus.

    Zitat Zitat
    Was genau (ganz wertfrei, wirklich) versprechen sich diejenigen VegetarierInnen/VeganerInnen, die sich aus "rein" ethischen Gründen fleischlos respektive ohne Tierprodukte ernähren? Geht es um ein ändern der Zustände, oder eher darum, nicht an z.B. unethischen Haltungsbedingungen etc. beteiligt zu sein?
    Ich ernähre mich zwar nicht nur rein 'ethisch' vegan, aber zu einem großen teil. Es ist wie du sagtest, ich muss das alles nicht unterstützen, und der gedanke, die leichenteile anderer lebewesen gebraten und gekocht zu essen verursacht bei mir mittlerweile übelkeit wenn man es mal ganz profan herunterbricht auf das, was es ist. Bei mir kommt auch hinzu, dass ich ohnehin nie viele tierprodukte konsummiert habe, also konnte ich so auch gleich noch was gutes tun.

    Ich sehe das so, ich habe früher eine packung milch in der woche gekauft für 60 ct. Das sind im jahr 31,20 €. Dann eier. Im jahr bei mir damals sicher so 40 €. Und fleisch. Sicher 200 € im jahr. Es entgehen der tierindustrie seit drei jahren also alleine davon knapp 300 € die ich beitragen würde. Wenn das 10 andere genau so machen sind es 3000. Bei 100 300.000 €.
    So bilde ich mir ein, irgendwie, irgendwo etwas beizutragen. Aber ich finde militante veganer furchtbar, die anderen ihre essensgewohnheiten vorschreiben wollen und alle fleischesser für moralbefreite psychomonster hinstellen wollen. Jeder sollte sich so ernähren wie er es für richtig hält, aber im besten fall ist man sich seiner ernährung bewusst, und der frleischindustrie bewusst, und weiß sein steak zu schätzen.

    Ich finde es sehr interessant, was in der lebensmittelindustrie momentan in richtung künstliches fleisch an forschung bzw. entwicklung betrieben wird. Ich bin nicht auf aktuellem stand, bilde mir aber ein, dass es da schon einiges gibt, und wenn sich das weiter fortsetzt hat man richtiges fleisch ohne tiere zu schlachten. Ich selbst würde das nicht mehr essen, aber das wäre eine in vielen gesichtspunkten günstigere lösung als tierhaltung.

    Zitat Zitat
    Tofu und Seitan sind meiner Meinung nach die besten Scherze, die der Teufel seiner Großmutter erzählt hat, und sie lacht bis heute!
    Der tofuessende veganer ist aber auch ein klischee aus der mottenkiste, das ist als ob ich meinen würde, ihr fleischesser habt immer einen rohen batzen mett im giftschrank, den ihr zum draufrumkauen rausholt wenn der sonntagabend mal wieder länger wird. Tofu ist einfach ekelhaft.

    Viele sind übrigens auch heutzutage schon lange nicht mehr hardliner. Stattdessen wird hier mal der vegetarische schinken gekauft, dort wird sojamilch probiert, und da wird auch mal ein sojaschnitzel angebraten. Man muss gar nicht vegetarier werden, jedes non-tierprodukt trägt etwas bei und schmeckt im bestfall auch noch.

    Zitat Zitat
    Auf Platz zwei kommt übrigens Couscous
    Nein also, jetzt machst du dich lächerlich. Couscous ist wundervoll und die geheime dritte Ecke neben Nudeln und Reis. Man kann absolut alles damit machen und vor allem kann man alles damit vermischen - Soßen, gewürze, Gemüse, reste... es kommt immer etwas dabei heraus.

    Geändert von Pacebook (24.02.2019 um 02:02 Uhr)

  5. #25
    (Sorry, ich weiß, das ist massiv unseriös OT, aber ...)
    Zitat Zitat von Pacebook Beitrag anzeigen
    Nein also, jetzt machst du dich lächerlich. Couscous ist wundervoll und die geheime dritte Ecke neben Nudeln und Reis. Man kann absolut alles damit machen und vor allem kann man alles damit vermischen - Soßen, gewürze, Gemüse, reste... es kommt immer etwas dabei heraus.
    Altreifen und Plutonium, sag ich euch! "Es kommt immer etwas dabei heraus" -- ja, aber um welchen Preis, frage ich dich! Um welchen Preis!

    (Ich wollte übrigens auch nicht das Tofu-Veganer-Klischee breittreten, da hab ich den Scherz [des Teufels an seine Großmutter!] etwas zu spitz abgepackt vielleicht. Indes habe ich für den von dir beschriebenen Zweck tatsächlich oftmals Fuets oder italienische Salami vorrätig, weil ich Salzstangen und Konsorten hasse. ^^" Und Mett kaut man nicht, das verachtet man wie Fliesentische, ja!)

  6. #26
    Zitat Zitat von Pacebook Beitrag anzeigen
    I3 monate später bin ich veganer geworden. Das ist jetzt 3 jahre her. Ich bereue es nicht. Vor allem, weil es heutzutage so viel einfacher ist.
    EIn bekennender, frei postender Veganer! Grüße aus der Tempeh-Ecke...

    @Mordechaj: Also theoretisch könnte man sich ja aus diesen Angeboten Kartoffeln mit Tomaten machen, als Nachspeise Feldsalat.... aber klar, Dressing braucht man ja auch noch. Für mich fällt die Option schonmal absolut flach, ich kann Kartoffeln absolut nicht leiden.

    Bezüglich Heißhunger und "Gelüstchen"

  7. #27
    Zitat Zitat von Pacebook Beitrag anzeigen
    Danke für den Link, aber mein Satz war eher zynisch gemeint, da ich Grendels Argument (welches gar keines ist), komplett unsinnig finde. Warum sollte ich ein Produkt verteufeln, wo ich eig. doch eher mit der Sache dahinter nicht klar komme? Muss ich automatisch auf Fleisch bzw. auf alle tierischen Lebensmittel verzichten, weil ich die Fleischindustrie "böse finde"? Warum wird diese Haltung nicht bei der Textilindustrie oder in meinem vorherigen Fall bei der Papierindustrie eingenommen. Was macht das Huhn in der Tierfabrik anders, als die Kinder in Bangladesch? Für mich ist ein Rind, Huhn oder Schwein Nutztiere, nicht mehr und nicht weniger und so handhabe ich das auch. Heutzutage ist es doch mit all den Gütesiegeln und Kampagnen ein leichtes, sein Produkt von bestimmten Erzeugern zu bekommen. Geht doch zum Bauern nebenan, der verkauft euch liebend gerne seine Eier, von seinen freilaufenden Hühner. Meine Mutter holt auch, wenn sie Joghurt macht, die Milch beim Bauern. Ist sogar billiger! Und nicht, weil sie eine bestimmte Industriepolitik oder was weiß ich missbilligt.

    Ich verteufle nicht die Ernährungsform der Vegetarier oder Veganer, wohl aber die Intention dahinter, da diese pure Heuchelei ist und Grendel das beste Beispiel dafür ist.

  8. #28
    Ja, die Fleischindustrie ist böse. Aber die Amerikanier sind auch böse und trotzdem kaufen viele Leute amerikanisches Zeug und gucken amerikanische Kinofilme.
    Ich ess worauf ich Lust hab - und was mir schmeckt. Und eigentlich reichte der andere Thread der irgendwie in die ähnliche Richtung ging: https://www.multimediaxis.de/threads...r-Tierschonung

    Ging zwar hier - ursprünglich - breiter um die allgemeinen Ernährungsgewohnheiten. Aber wie man sieht: Es entwickelt sich doch recht speziell der Thread mit Fokus auv Vegetarismus/Veganismus. Da hätte der andere Thread auch gereicht. Da kann man genauso erklären, wieso einem Tiere egal sind (falls das der Fall ist) und dann Rechnungen anbringen, falls man gern möglichst günstig sich ernährt.

    Ich kauf hauptsächlich Angebote - darüber spar ich viel. Kann man auch gut sich bissl Abwechslung zusammenstellen und die billigen Sachen sind jetzt nich superschlecht. Wir haben auch gewisse Standards und Vorschriften. (Und selbst bei Bio-Kram sind irgendwo mal Rückrufe oder in Tests dann nachgewiesene Schadstoffe. Da kauf ich lieber billig mit geringem Risiko als teuer mit trotzdem noch geringem Risiko und vielleicht nich soooo viel besser dass es den zigfach höheren Preis rechtfertigt.)


    Über die Leute die sich über billiges Fleisch aufregen kann ich mich noch mehr aufregen als diese sich über das Fleisch aufregen: Das sind dann so Wohlhabende, die es sich teuer leisten können. (Und dann wundert man sich, wieso Leute die AfD wählen. )

  9. #29
    Ich wollte mich zu diesem Thema eigentlich nicht äußern, habe aber eure Posts mit sehr viel Interesse gelesen.
    Nun muss ich aber einmal eine Lanze für den Tofu brechen. Ich liebe dieses Zeug. 1x die Woche besteht mein Frühstück + Mittagessen auf der Arbeit aus dem geräuchterten Tofu von Edeka - kalt und ohne irgendwelche Beilagen. Finde den Geschmack einfach Klasse.

  10. #30
    So, ein kurzer Einwurf meinerseits, weil manche Leute gerade anfangen, hier groben Mist zu posten und es nicht in meinem Sinne ist, wenn in diesen Thread grober Mist gepostet wird. Wenn das, was euch einfällt, wenn es um das Stichwort Ernährung geht, unweigerlich und ausschließlich zum Thema Vegetarismus/Veganismus führt und auch dort verbleibt, dann ist das in Ordnung und dann soll das hier meinetwegen sehr gern auch ausreichend thematisiert werden. Aber bitte nicht auf plumpem Facebookkommentarspaltenniveau.

    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Ja, die Fleischindustrie ist böse. Aber die Amerikanier sind auch böse und trotzdem kaufen viele Leute amerikanisches Zeug und gucken amerikanische Kinofilme.
    Man kann die Fleischindustrie auch mit amerikanischen Kinofilmen vergleichen. Oder aber man vergleicht die Fleischindustrie nicht mit amerikanischen Kinofilmen, weil das irgendwie halt ein bisschen weniger intelligent ist.

    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Ich kauf hauptsächlich Angebote - darüber spar ich viel. (...) Über die Leute die sich über billiges Fleisch aufregen kann ich mich noch mehr aufregen als diese sich über das Fleisch aufregen: Das sind dann so Wohlhabende, die es sich teuer leisten können. (Und dann wundert man sich, wieso Leute die AfD wählen. )
    Sich darüber aufzuregen, dass andere Leute teures Fleisch kaufen können, während man es selbst nicht kann, lässt sich auch ganz profan mit Neid übersetzen. Und ich verstehe nicht, inwiefern Neid ein Argument ist.

  11. #31
    Zitat Zitat
    Sich darüber aufzuregen, dass andere Leute teures Fleisch kaufen können, während man es selbst nicht kann, lässt sich auch ganz profan mit Neid übersetzen. Und ich verstehe nicht, inwiefern Neid ein Argument ist.
    PeteS hat geschrieben, dass er sich über die Menschen aufregt, die darüber klagen, dass andere billiges Fleisch (aus ökologisch fragwürdiger Tierhaltung) kaufen. Ich kann ihn verstehen. Es gibt viele Menschen in Deutschland, die in Armut leben und die gerne Fleisch essen. Diese Menschen haben aus finanziellen Gründen keine andere Wahl, als das billige Fleisch zu kaufen.

  12. #32
    Zitat Zitat von Pacebook Beitrag anzeigen
    Ich war als kind regelmäßig (gerne) bei mcdonals, mein lieblingsessen waren bis 18 chicken nuggets, und ich habe mir bis 20 regelmäßig kalte fleischbällchen mit mayonnaise zum abendbrot reingedrückt weil ich zu faul war zu kochen. Dann bin ich vegetarier geworden, weil mir klar wurde, was für ein gigantischer haufen scheiße die fleischindustrie ist und was ich meinem körper damit antue. 3 monate später bin ich veganer geworden. Das ist jetzt 3 jahre her. Ich bereue es nicht. Vor allem, weil es heutzutage so viel einfacher ist. So gut wie jede fleischart gibt es vegan und vegetarisch. Veganer käse, alles kein problem.

    Nicht deine eltern oder deine kindheit ist schuld, wenn du nicht auf fleisch verzichten kannst. Sondern du. Veganer ist für den einstieg auch schwer, kein wunder, dass du dann sofort wieder in fleischwahn verfällst. Versuch dir stückweise das fleisch abzugewöhnen, mach erst einen, dann zwei, dann drei vegetarische tage in der woche. Dann hör auf kuhmilch zu trinken und ersatzmilch zu benutzen, die meistens sowieso besser schmeckt. Dann fang an eier wegzulassen. Guck bei käse hinten drauf ob microbielles lab draufsteht. Ess nur noch weingummies ohne gelatine. Fang an die vegetarischen schnitzel und brotbelege zu essen, die größtenteils genau schmecken wie ihre vorbilder.

    So hast du bessere chancen, deinen fleischkonsum dauerhaft zu reduzieren.
    Ich habe ja schon mehrere Wochen vegan durchgehalten. Aber irgendwann wird die Lust auf Tierprodukte dann leider zu groß.
    Auf Gelatine und Ei in Kleinstmengen würde ich wegen der gesundheitlichen Vorteile ohnehin nicht mehr verzichten. Mir geht's auch nichtmal darum, wenn ich MAL ein Stück Lachs oder so esse. Das Problem sind bei mir die oben angesprochenen "Orgien", die mich manchmal überkommen, und die scheinbar das einzige Mittel sind, die Lust erstmal wieder für ein paar Tage in Ekel zu verwandeln, bis sie dann leider wiederkommt, wenn ich dann wieder längere Zeit vegan oder vegetarisch unterwegs gewesen bin.

    Und das mit den Eltern sehe ich anders. Hier ein Beispiel (prüde SJWs bitte mal wegschauen):
    Wenn ihr nie in eurem Leben gewichst hättet, wäre es auch kein Problem für euch, es nicht zu tun. Aber so ist es trotzdem unfassbar schwer! Genauso ist es auch mit Fleischkonsum. Von sich aus würde kaum ein Mensch auf die Idee kommen, ein totes Tier aufzufressen. Hat nicht umsonst lang genug gedauert, bis der Mensch diese Möglichkeit entdeckt hatte in einer Zeit der Pflanzenknappheit. Hätten meine Eltern mir das also nicht immer penetrant vorgesetzt, hätte ich es auch nie probiert und wäre nicht der Sucht verfallen.

  13. #33
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    PeteS hat geschrieben, dass er sich über die Menschen aufregt, die darüber klagen, dass andere billiges Fleisch (aus ökologisch fragwürdiger Tierhaltung) kaufen. Ich kann ihn verstehen. Es gibt viele Menschen in Deutschland, die in Armut leben und die gerne Fleisch essen. Diese Menschen haben aus finanziellen Gründen keine andere Wahl, als das billige Fleisch zu kaufen.
    Das seh ich jetzt auch. Mein Fehler.

    Allerdings bleibe ich dabei, dass man beim Essen nur aufgrund seiner finanziellen Lage keine Abstriche machen (müssen) sollte. Das finde ich nicht richtig. Da bin ich irgendwo auch bei Mordechaj. Es muss ja nicht das eingeschweißte Lammsteak für 14,99€ sein, aber wer für 1,99€ Fleisch kauft darf sich halt auch nicht wundern, wenn er genau die Qualität bekommt, für die er bezahlt. Und wenn es wirklich gar nicht anders geht, dann verzichte ich halt einfach mal für 2 bis 3 Tage auf Fleisch und hol mir dann am 4. Tag einmal Fleisch, aber dafür auch qualitativ hochwertiges Fleisch.

  14. #34
    Für die, die nicht "zwischen den Zeilen" lesen können: Der Vergleich mit den Amerikaniern war mehr ein weiteres Beispiel - um zu zeigen, dass es viele Sachen gibt, die irgendwie mit Problemen behaftet sind. Man könnte sich über alles mögliche aufregen und wenn man es übertreibt müsste man am Ende im Wald wohnen in ner Hütte und nich mehr aus der Hütte raus und alles selber produzieren. (Ich sprach auch die Bioprodukte an, die auch öfter mal in Tests durchfallen.)

    Zum billigen Fleisch: Da hat Kelven es richtig verstanden. Ich mein: In den Hartz-IV-Sätzen ist glaub sogar ein Anteil für Tabak mit einkalkuliert. Klar hat jeder hier das Recht drauf auch mal Fleisch zu konsumieren und das sollte nicht so teuer sein, dass nur noch Leute in gehobenen Positionen sich das leisten können.

    Das Aufregen über billiges Fleisch - welches der Wohlhabende grüne Akademiker aus gutem Hause tätigt ist ja auch mehr ein "seht her und lobet mich: ich bein ein Tierschützer und tue Gutes". Dient also über Umwegen - wie alles was wir tun - dem Aufwerten der eigenen Person. Als gäbs nich dringendere Probleme als das ganze Huhn für n Euro beim Discounter in der Aktion. Lieber freuen dass andere Leute dann auch mal ein Huhn essen können und wenn man selber teuren Kram braucht um sich vermeintlich mehr Sicherheit (da können halt trotzdem auch mal Schadstoffe vorkommen) zu erkaufen dann soll man es halt machen - aber den andern nich den Spaß am günstigen Einkauf und dem Genuss rauben.

    Das sind einfach Leute die negative Stimmung verbreiten. Mit denen will doch keiner was zu tun haben. Außer andern die sich auch "Aufwerten" - damit die sich gegenseitig loben können.


    Edit: Und ich wundere mich auch nicht über schlechtere Qualität bei günstigerem Fleisch. Das ist völlig okay. So lang es das gibt und nich andere einem das verwehren wollen. Wie gesagt: Ich esse gern auch mal günstig. Und der Aufpreis kommt zwar mit besserer Qualität. Aber das kostet dann doppelt und dreifach so viel (oder noch mehr) und gefühlt schmeckt es 1,x besser, aber nich doppelt und dreifach besser. Und irgendwo sind doch auch mal in Bio-Sachen Mineralöl-Rückstände oder sonstwas was nich gut ist.

    Eine MIschstrategie fahre ich durchaus übrigens auch - so wie sie Ken im aktuellen Post der noch dazwischen kam nach Kelven und vor mir, erklärte. Nur dass ich halt gar nich verzichte. Sondern regelmäßig billig esse. Gelegentlich auch mal was besseres. Man erwischt auch mal 30 Prozent reduziert bei REWE wenn etwas kurz vor Ablauf der Haltbarkeit ist. Also jetzt nich bei frischem Fleisch. Aber bei abgepackten Sachen besseren Niveaus. (Halt REWE, kein LIDL.) Dazu tut man noch Gutes, weil man es nich verderben lässt - würde nach Ablauf ja weggeschmissen werden.

    Geändert von PeteS (24.02.2019 um 14:21 Uhr)

  15. #35
    Zitat Zitat von Grendel Beitrag anzeigen
    Das Problem sind bei mir die oben angesprochenen "Orgien", die mich manchmal überkommen, und die scheinbar das einzige Mittel sind, die Lust erstmal wieder für ein paar Tage in Ekel zu verwandeln, bis sie dann leider wiederkommt, wenn ich dann wieder längere Zeit vegan oder vegetarisch unterwegs gewesen bin.
    Aber findest du es nicht verdammt ungesund, dich in Ekel reinzufressen? :/ Ich mein, es gibt durchaus einen Zwischenweg zwischen voll-vegan und Fleisch-Orgie, und vielleicht lässt sich sogar ergründen, ob du dich nicht vielleicht insgesamt falsch ernährst, wenn du so mega Heißhunger auf Fleisch kriegst. Wie gesagt, rechtfertigen müssen sollte sich hier keiner, aber du stellst es ja selbst recht deutlich als Problem dar. Die Lösung könnte jenseits der Entscheidung zwischen Fleisch und Kein-Fleisch liegen.

    Zitat Zitat
    Und das mit den Eltern sehe ich anders. Hier ein Beispiel (prüde SJWs bitte mal wegschauen):
    Wenn ihr nie in eurem Leben gewichst hättet, wäre es auch kein Problem für euch, es nicht zu tun.
    Woher nimmst du diese erstaunliche Einsicht in den Sexualtrieb? Wollen wir noch weitere falsche Äquivalenzen aufstellen? Hätten deine Eltern dich niemals ernährt, müsstest du heutzutage gar nichts mehr essen!

    Zitat Zitat
    Aber so ist es trotzdem unfassbar schwer! Genauso ist es auch mit Fleischkonsum.
    Du willst uns sagen, dass du Schlaf- und Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen gepaart mit Deprivationserscheinungen kriegst, wenn du kein Fleisch isst? Nicht, dass das hier hingehört (also bitte, bei Amors Bleipfeilspitze, antworte nicht, es ist eine rein rhetorische Frage), aber hast du mal ne Woche die Hände über der Bettdecke gelassen, dann einen halben Tag nur an dir rum gespielt und fandest das dann ein paar Tage eklig? Können wir uns hier und jetzt darauf einigen, Essen nicht mit Masturbation zu vergleichen?

    Und was zur Hölle erzählst du eigentlich all den VegetarierInnen und VeganerInnen, die von ihren Eltern in Vollkost ernährt wurden und sich jetzt trotzdem nicht alle paar Tage einen Pornomarathon gönnen? (Ich könnte hier etwas durcheinander gekommen sein.)

    Zitat Zitat
    Von sich aus würde kaum ein Mensch auf die Idee kommen, ein totes Tier aufzufressen.
    Ja, das Gehäuse vom Apfel isst auch keiner mit. Nun gibt es aber die Möglichkeit, vom Apfel abzubeißen und das zarte Gewebe eines Tiers bekömmlich zuzubereiten. Wenn du deinen Eltern vorwerfen willst, sie hätten dich nicht zum stolzen Pleistozän-Affen erzogen, kannste schon viel früher als beim Essen ansetzen.

    Zitat Zitat
    Hat nicht umsonst lang genug gedauert, bis der Mensch diese Möglichkeit entdeckt hatte in einer Zeit der Pflanzenknappheit.
    Ja, so war das. Waren die Beeren alle, hat der Homo halt stattdessen eine halbe Gazelle gefrühstückt. ._____."

    Zitat Zitat
    Hätten meine Eltern mir das also nicht immer penetrant vorgesetzt, hätte ich es auch nie probiert und wäre nicht der Sucht verfallen.
    Mein Gott, in welchem Clockwork-Orange-artigen Zwangsernährungs-Szenario bist du bitteschön groß geworden? Das muss ja furchtbar gewesen sein.

    Geändert von Mordechaj (24.02.2019 um 14:47 Uhr)

  16. #36
    Zitat Zitat von Grendel Beitrag anzeigen
    Und das mit den Eltern sehe ich anders. Hier ein Beispiel (prüde SJWs bitte mal wegschauen):
    Wenn ihr nie in eurem Leben gewichst hättet, wäre es auch kein Problem für euch, es nicht zu tun. Aber so ist es trotzdem unfassbar schwer! (...) Hätten meine Eltern mir das also nicht immer penetrant vorgesetzt, hätte ich es auch nie probiert und wäre nicht der Sucht verfallen.
    Woher weißt du, dass du es nie probiert hättest? Klar, es ist schwer, seine Gewohnheiten zu verändern, aber das liegt doch an dir und an niemandem sonst. Für Nichtraucher ist es auch einfacher, nicht zu rauchen. Trotzdem kannst du nicht deine Freunde aus der 5. und 6. Klasse dafür verantwortlich machen, dass du heute Raucher bist und es dir schwer fällt, aufzuhören. Du hättest jederzeit die Gelegenheit dazu gehabt, eine Entscheidung gegen deine Gewohnheit zu fällen, und hast sie auch heute noch. Diese Entscheidung nimmt dir niemand ab. Anstatt die Schuld also ausgerechnet bei denjenigen zu suchen, die in der Vergangenheit dafür gesorgt haben, dass du immer einen vollen Magen hast, geh das Problem stattdessen doch einfach kreativ an. Viele vegetarische/vegane Produkte sehen bereits aus, wie das, was sie ersetzen sollen, und schmecken auch schon recht ähnlich. Hau dir halt Unmengen davon rein. Ernähr dich proteinreich - das macht dich so schnell satt, dass dein Heißhunger da auch nicht mehr gegen ankommt. Probier dich durch. Aber am Status Quo festhalten, weil "die anderen sind schuld", ist halt nicht unbedingt ein zielführender Weg, wenn man -wie du- eigentlich vor hat, ein entsprechendes Ziel zu erreichen.

  17. #37
    Zitat Zitat von Rusk
    Auf Platz zwei kommt übrigens Couscous.
    Cuzco mag übrigens kein Couscous. Viel zu trocken.

    @Topic: Ich würde mir schon wünschen, dass sich die Ernährung in unserer Gesellschaft wieder etwas "verhältnismäßiger" gestaltet. Ich esse zwar seit knapp 20 (!) Jahren kein Fleisch (und keinen Fisch mehr) und trinke nur noch sehr eingeschränkt (hochwertige Kälbchen-darf-bleiben-) Milch und (Bruderhahn-)Eier, aber ich will niemanden vorschreiben, was er isst.

    Jeder darf das essen, was er will. Ich persönlich habe für mich entschieden, dass ich mich bewusster ernähren möchte! Achtung: Das ist nicht automatisch gesünder! Ich will nur nicht ständig von der einen Seite gesagt bekommen, dass ich ein Waschlappen, eine Schwuchtel und eine grün-links-versiffte Memme sei und von der anderen Seite mir anhören müsse, dass ich ein Unmensch bin, weil ich mich nicht 100% vegan ernähre... Hallo!?

    Ich würde mir allerdings wünschen, dass sich diese "Industrieproduktion" von Lebensmitteln wieder mehr in Richtung Ursprünge geht. Wenn die Konsumenten im Jahr nicht 80kg Fleisch und Wurst, sondern "nur" noch 20kg Fleisch essen (zweimal in der Woche!). Dann fällt nämlich die Massentierhaltung mal komplett weg. Es liegt ja in der Natur, Fleisch zu essen. Es liegt nur nicht in der Natur, soviel Fleisch zu essen. Natürlich ziehen dann die Preise an. Aber dann kann man ja auch mal eine Steige nehmen und für 8 Euro eine Streuobstwiese besuchen, wo man sich sein Steinobst (Pflaumen, Äpfel, Birnen und Co.) selbst pflückt und dann schon mal für einen Monat frisches (und unbehandeltes) Obst zu Hause hat, anstelle sich für 3,99 Euro jede Woche vier Äpfel zu kaufen, die quer durch die Republik gefahren werden. Dann kann man auch mal 2-3 Euro für 100 Gramm Schweinefilet hinlegen und nicht nur 49 Cent!

    EDIT:
    Zitat Zitat von PeteS
    Zum billigen Fleisch: Da hat Kelven es richtig verstanden. Ich mein: In den Hartz-IV-Sätzen ist glaub sogar ein Anteil für Tabak mit einkalkuliert. Klar hat jeder hier das Recht drauf auch mal Fleisch zu konsumieren und das sollte nicht so teuer sein, dass nur noch Leute in gehobenen Positionen sich das leisten können.
    Hartz IV ist schon sehr sehr tight kalkuliert, vor allem, was die Mobilität betrifft. Die ist bei Hartz IV nicht vorhanden. Mich wundert es nur, dass Fleisch im Verhältnis zu pflanzlichen sowie Milchprodukten so unfassbar günstig ist. Ich esse halt kein Fleisch, aber sehr gerne (wenn auch sehr selten) Käse. Und Käse ist unverschämt teuer. Dennoch: Es ist ok. Du sollst ja auch nicht täglich Käse essen. Daher kaufe ich nur selten sehr hochwertigen Käse, den ich dann mit einem Glas (nicht günstigen) Wein genieße. Für den Alltag tun es auch einfachere Dinge... Ich hätte nur so gerne einen Thermomix.

    Geändert von Cuzco (26.02.2019 um 19:17 Uhr)

  18. #38
    Zitat Zitat von Cuzco Beitrag anzeigen
    Cuzco mag übrigens kein Couscous. Viel zu trocken.
    Awas, das geht schon. Machst dir halt einen Couscous-Salat mit getrockneten Tomaten, Artischocken, Fetakäse und Feldsalat. Da klatscht du dir sowieso dermaßen unerhört viel Dressing drüber, zu trocken wird's also nicht. Was ich aber tatsächlich richtig, richtig übel finde ist Quinoa. Echt mal, das schmeckt nach nichts. Da beiß ich eher noch in ein Stück Styropor und hab mehr Geschmack als bei Quinoa.

    Zitat Zitat von Cuzco Beitrag anzeigen
    Jeder darf das essen, was er will. Ich persönlich habe für mich entschieden, dass ich mich bewusster ernähren möchte! Achtung: Das ist nicht automatisch gesünder! Ich will nur nicht ständig von der einen Seite gesagt bekommen, dass ich ein Waschlappen, eine Schwuchtel und eine grün-links-versiffte Memme sei und von der anderen Seite mir anhören müsse, dass ich ein Unmensch bin, weil ich mich nicht 100% vegan ernähre... Hallo!?
    Irgendwie klingt das für mich so, als redest du mit den absolut falschen Leuten über deine Essgewohnheiten.

    Heut gab's bei mir übrigens fett Rührei mit Speck und Eiweißbrötchen. Dazu eine Avocado, weil Avocado immer geht. Aktuell bin ich dabei, ein Feldsalatgericht zu "entwickeln", das so ziemlich alles enthält, was man für den Tag so braucht. Bisherige Inhaltsstoffe sind Feldsalat (Balaststoffe), Hühnchenfleisch (Protein), Aprikosenschnitze (Vitamine), geröstete Mandeln (nochmal Protein), Feta (macht satt, weil Käse), sowie Avocado (weil geil. Und weil gute Fettsäuren). Vielleicht klatsch ich da noch Tomaten oder geraspelte Karotten mit rein, das wird sich aber zeigen. Irgendwie macht das Kreieren neuer Gerichte mega Spaß. Vor allem dann, wenn man sich noch ein Jahr zuvor eher wenig Gedanken darüber gemacht hat, was man sich so ins Fressbrett zementiert.

  19. #39
    Wie kann man rechtfertigen, dass man als erwachsener Mensch tierische Produkte konsumiert?
    Wenn man in den Genuss dieser Produkte kommen möchte, nimmt man wissentlich in Kauf, dass man anderen Lebewesen Leid zufügt. Nur für ein bisschen Gaumenschmaus.
    Eine andere Lebensform ausbeuten/töten, um sich selbst ein paar Sekunden des Wohlbefindens zu bereiten. Abgesehen davon ist der gesamte Herstellungsprozess idR unglaublich umweltschädigend.

    Klar, es gibt Gründe, warum man es tut, aber es gibt meiner Meinung nach keine moralische Rechtfertigung dafür.

    Ich verurteile hier keinen und stelle mich über niemanden, ich bin kein Veganer und auch kein Vegetarier.
    Man ist ja auch nur ein Mensch und das ganze menschliche Dasein basiert ja quasi auf der Befriedigung von Gelüsten.

    Ich kaufe selbst kein Fleisch, lehne aber auch kein Fleisch ab, wenn es mir angeboten wird.
    Ohnehin denke ich, dass sich Leute, die sehr streng irgendwas komplett ablehnen viel eher in eine Situation geraten, wo sie Schaden anrichten.
    Zum Beispiel bringt mein Mitbewohner immer längst abgelaufene Lebensmittel mit, wo auch Wurst o.Ä. dabei ist.
    Das esse ich natürlich auf, bevor es vergammelt und dann der komplette Herstellungsprozess gänzlich verschwendete/-s Energie und Leben war.


    Ich finde es zudem sehr schwer, im Winter tatsächlich eine abwechslungsreiche Gemüseauswahl hinzubekommen, die nicht erst um den Globus geschippert ist.
    Karotten aus Israel, Lauchzwiebeln aus Ägypten, Zwiebeln aus Neuseeland, fast der ganze Rest aus Spanien und Frankreich.
    Wenn man nicht nur Kohl und Pilze essen will, dann wird es echt mager.

    Insgesamt esse ich meistens Gemüse mit Reis, Nudeln oder anderen Getreideprodukten dazu.
    Ich bin nicht sehr wählerisch und liebe (Thai)Currygerichte.


    Bei solchen Räudigkeiten hier frage ich mich aber schon ab und an, ob wir es überhaupt verdient haben, auf diesem Planeten zu leben:
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    Geändert von Eli (09.03.2019 um 16:19 Uhr)

  20. #40
    Zitat Zitat von Ken der Kot Beitrag anzeigen
    Was ich aber tatsächlich richtig, richtig übel finde ist Quinoa. Echt mal, das schmeckt nach nichts. Da beiß ich eher noch in ein Stück Styropor und hab mehr Geschmack als bei Quinoa.
    Deswegen das gute Zeug (mit dem guten Aminosäurenprofil, weil alle vorhanden!) nicht nur in Wasser garen, sondern in einer kräftigen Brühe. Es hat, wie dir nämlich schon aufgefallen ist, soviel Eigengeschmack wie Parboiled-Reis.

    @ Eli: Hier könnte das Geheimnis sein, während der Erntezeit beim Bauer ein paar km weiter einzukaufen und dann selber einzufrieren. Oder einzuwecken, oder zu trocknen, einzusalzen, oder eine der zig anderen Konservierungsmöglichkeiten...
    Was ist an den Wurstfotos so räudig, außer dass sie unscharf sind...?

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