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Thema: Der Klimawandel: Kohleverbrennung, Erderwärmung, Klimapolitik

  1. #1

    Der Klimawandel: Kohleverbrennung, Erderwärmung, Klimapolitik

    Lasst auch mal darüber quatschen.

    Paar wild gewählte Quellen, die ihr benutzen könnt (wenn ihr wollt), um einen Einstieg in das Thema zu finden oder um euch einfach nur in Aktuelles einzulesen:

    -> Entstehung und Verwendung von Braunkohle und Steinkohle
    -> Energiekonzern RWE: Hambacher Forst soll doch frei zugänglich bleiben
    -> Die wichtigsten Fakten zur Braunkohle in NRW
    -> RWE rechnet mit Stellenabbau wegen Rodungsstopp
    -> Pariser Übereinkommen
    -> Pariser Klimaschutzkonferenz COP21
    -> Aktuelle Klimaänderungen
    -> Klima: Klimaerwärmung gab es schon mal, aber keine 7 Mrd. Menschen

    Verheißungsvoll,
    Ken der Kot

    Geändert von Ken der Kot (09.07.2019 um 17:11 Uhr)

  2. #2
    Ein sehr ernstes Thema, welches leider viel zu oft hinten ansteht. Da brauch ich gar nicht auf die großen, verlinkten Beispiele eingehen. Es reicht schon, wenn ich einfach eine Straße weiterschaue.

    Düsseldorf gehört zu den Städten, mit der größten Stickoxid-Belastung (https://rp-online.de/nrw/panorama/st...t_aid-18895591). Dennoch werden hier permanent solche Projekte gestartet, wie auf meiner Straße:
    Zwischen einem Häuserblock und einer Schule gibt es einen kleinen Zufahrtsweg. Neben diesem Zufahrtsweg trennt eine große, grüne Wiese mit vielen Bäumen die Häuser von der Schule. Dieses Grün verbessert nicht nur die Lebensqualität der Menschen, die dort verkehren, sondern bietet auch vielen Tieren einen Lebensraum (Hasen, Igel, Vögel, Eichhörnchen, etc.).

    Nun werden diese Bäume und Sträucher allesamt abgerissen und durch einen großen Parkplatz ersetzt. Aber klar, wenn jeder Haushalt durchschnittlich 1-2 Autos besitzt, müssen diese auch irgendwo parken.

    Schade für die Kinder auf dem Schulhof, schade für die Menschen, denen dort auch noch das letzte bisschen Grün genommen wird (für die, die Parkplätze dringend benötigen ist es widerum natürlich sehr hilfreich) und schade für die Tiere.

    Ich bin sehr froh, dass wir auf der gleichen Straße, aber etwas weiter entfernt wohnen und wir im Inneren unseres Häuserblocks eine große Grünanlage + Kinderspielplatz haben. Hier laufen bei uns durch den Garten auch eine Vielfalt von Tieren und ich hoffe, dass die Tiere, deren Lebensraum nun für weitere Parkplätze zersört wird, zum Teil zu uns ziehen können.

  3. #3
    Sehr schade, dass eine ganze Parkanlage für sowas weichen muss.

    Ist ja nicht so, als gäbe es da nicht Systeme und Lösungen um auch auf kleinem Raum, viele Parkmöglichkeiten zu schaffen ohne Flächen komplett platt zu machen. Oh wait.
    Auch wenn der Aufwand natürlich sehr intensiv und die Kosten größer sind, mir würde auf Anhieb einfallen wie man das finanzieren könnte.

    Deutschland ist hinsichtlich moderner und intelligenter Städteplanung leider sehr rückständig.

  4. #4
    Thema Parken:
    Zitat Zitat von Gendrek Beitrag anzeigen
    Ist ja nicht so, als gäbe es da nicht Systeme und Lösungen um auch auf kleinem Raum, viele Parkmöglichkeiten zu schaffen ohne Flächen komplett platt zu machen.
    Ich versteh gar nicht, wieso so etwas nicht konsequent durchgezogen wird. (s.u.)


    Hatte meine Karre selbst mal in einem solchen Parkhaus stehen und es ist absolut nicht unbequem oder stressig. Macht sogar irgendwie Spaß. Die Lösung für etwaige Parkprobleme existiert also schon. Sicher auch nur eine Lösung von vielen, aber man muss die Menschheit halt auch irgendwann mal dazu bringen, Dinge zu etablieren. Leider scheint das immerzu an Profit gekoppelt zu sein.

    Edit: Da ihr ja gerade über Autos und Parken redet, eröffnet sich coolerweise auch ein neues Themenfeld. Lasst mal in diesem Topic gern auch über alternative Fortbewegungsmittel wie e-Autos, e-Bikes-Hybridautos & Co. quatschen. Umweltfreundliche Autos sind in der ganzen Sache betrefflich Treibhausgasen ja mit eingeschlossen. Wenn wir dann noch den Bogen zu erneuerbaren Energien schlagen, dann läufts bei uns.

    Geändert von Ken der Kot (13.10.2018 um 16:51 Uhr)

  5. #5
    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Umweltschutz ist schon richtig und wichtig, genauso der Schutz der Gesundheit. Aber man braucht dafür nicht die Wirtschaft kaputt machen. Die Autoindustrie ist einer der wichtigsten Einnahmenquellen Deutschlands.
    Die Autoindustrie kann gern die wichtigste Einnahmequelle Deutschlands sein. Das ändert nichts daran, dass kein Wirtschaftszweig auch nur annähernd so wichtig sein darf wie der Schutz des Planeten. Wenn du irgendwann mal keine Luft mehr zum Atmen hast, hilft es dir auch nicht, wenn ein anderer Mensch ein paar Millionen auf seinem Bankkonto hat. Die Menschheit sollte nur so langsam mal anfangen, das zu begreifen.

    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Zahlen sollte nur VW. Denn VW hat nachweislich geschummelt.
    Betroffen sind laut dem deutschen Bundesverkehrsministerium auch in Europa zugelassene Autos sowie laut einer zweiten Notice of Violation der EPA von Anfang November 2015 auch Fahrzeuge von Audi und Porsche. (Quelle)

    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Und bezüglich Abgaswerte. Nunja ist schon doof. Aber da gibts andere Wege, die zu senken.
    Jedenfalls braucht man dafür keine Fahrverbote aussprechen.
    Muss man nicht. Man kann auch alles so lassen wie es ist und genauso weitermachen wie bisher, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens auf gar keinen Fall zu erreichen. Das ist einfach, weil man nur an den eigenen Geldbeutel denken muss. Man kann aber auch mal anfangen, den schwierigeren Weg zu gehen und endlich Verantwortung zu übernehmen, um künftigen Generationen einen Planeten zu hinterlassen, auf dem man leben kann.

    Geändert von Ken der Kot (14.10.2018 um 01:34 Uhr)

  6. #6
    Für mich als aktiv lebenden Menschen im Jetzt bin natürlich erst mal ich interessant. Gegebenenfalls noch Menschen in meiner Nähe oder nicht zu weit fern. Was auf jeden Fall nicht mehr von Interesse ist: Sachen die nach meinem Leben passieren. Da kriege ich ja nix mehr davon mit.

    Der Umweltschutz sollte so gestaltet sein, dass er nicht zu viel kostet - das der ärmere Normalbürger auch noch ein erschwingliches Leben führen kann. (Sowas wie EEG-Umlage, was die Reichen die sich mal schnell ne Solaranlage aufs Dach stellen begünstigt - muss nicht sein.) Zu Berücksichtigen gilt es auch, dass international andere Nationen einfach mal nen Sonderweg fahren können, wie sie Lust und Laune haben (zum Beispiel USA). Üben wir uns hier groß im Verzicht, so könnte es sein, dass die Erde sich trotzdem weiter erwärmt (immerhin spart man dann Heizkosten), die andern aber viel besser lebten, weil sie weniger verzichteten. Das möchte ich nicht mit subventionieren. Vielleicht sagen die sich am Ende noch "hey, je mehr die andern einsparen, desto mehr Schadstoffe können wir rauspumpen".

    Was natürlich auch nicht sein muss ist, wenn man ein paar Naturgebiete abholzt, die den älteren Damen und Herren zum Spazierengehen mit ihrem Hund zur Verfügung standen. Da sollte immer genug vorhanden sein. Und wegen ein bissl Kohle ... das ist Unsinn. Atomkraft die ja - wenn richtig verwendet (nicht für Waffen, korrekt in Kraftwerken und ordentlich so dass keine Störungen vorkommen und die Entsorgung angemessen ist) - nicht zu unsauber ist ... das ist okay. Nur an der Sicherheit sollte man halt nicht sparen. Da sind ja schon in der Umgegung des Kraftwerks wohnende Menschen unmittelbar gefährdet. Andere dann auch die weiter weg wohnen (die hätten aber mehr Zeit zu fliehen) - sollte mal ein Vorfall vorfallen.

    Eine Sonderproblematik sind die Kfz. So wie in Peking möchte ich auch nicht leben. Das betrifft einem sehr wohl aktuell im hier und jetzt - wenn man nur kurz 5 Minuten zum nächsten Supermarkt laufen will aber dadurch schon in Gefahr gerät Lungenkrebs zu kriegen durch die Abgase - in manchen Städten.

    Das mit der Parkanlage ist ein gutes Beispiel, wie der Deutsche es hier sieht. Das Kfz ist leider noch für sehr viele mehr Statussymbol als Fortbewegungsmitteln - davon sollte man weg. (Kann ja heute teure Handys kaufen für Statussymbol, etc.) Ich denke bei der Konstruktion in der 2 Autos übereinander da sind ... haben viele vermutlich Angst. Ist halt ungewohnte Technologie. Könnte irgendwie "abrutschen", nen Mini-Kratzer geben. Dann ist total die Panik. Ich mein wenn die Großmutter stirbt, etc. - sowas ist maximal noch aushaltbar. Aber Kratzer im Kfz - das geht halt für viele (noch) nicht. Muss man dran arbeiten. (Vielleicht sollten diese standardmässig mit Kratzern verkauft werden. Hosen/Jeans gibts ja auch so mit Löchern drin wo das als Mode gilt.)


    Komfort mach auch hinzukommen - als Grund Nummer 2. Wenn man ne halbe Stunde auf das nächste öffentliche Verkehrsmittel warten muss, dann ist das schon ein Problem. 10 Minuten schon weniger. Aber wenn dann noch Fußweg von/bis zur Haltestelle hinzukommt. Viele sind dann schnell beim Pkw. Was leider auch angesichts der Gesundheit im eigenen Interesse schon nachteilig sein kann. (Hier ein Grund vorliegt mit dem man werben kann.) Kenne schon die Heli-Eltern die das moligwerdende Kind den 5-minütigen Fußweg nicht laufen lassen sondern mit dem Auto es hinfahrn.

  7. #7
    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Für mich als aktiv lebenden Menschen im Jetzt bin natürlich erst mal ich interessant. Gegebenenfalls noch Menschen in meiner Nähe oder nicht zu weit fern. Was auf jeden Fall nicht mehr von Interesse ist: Sachen die nach meinem Leben passieren. Da kriege ich ja nix mehr davon mit.
    Hierzu fällt mir ein sehr gutes und sehr wahres Zitat ein:

    Zitat Zitat von Rabindranath Tagore (1861 - 1941), in Bengali: Ravindranath Thakur, indischer Dichter und Philosoph, Nobelpreisträger für Literatur 1913
    "Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, daß er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen."
    Du hast demnach den Sinn des Lebens nicht begriffen! Vermutlich bist du aber auch nicht der einzige, der so denkt - das würde zumindest einiges erklären, was auf der Welt passiert.

    Versteh mich nicht falsch: Es steht natürlich jedem frei, nur an sich selbst zu denken und alles andere um ihn herum zu ignorieren. Nennt sich Ignoranz und ist bisher nicht strafbar. Insofern alles okay. Dem Fortbestand unseres Planeten hilft eine solche Denkweise leider nicht. Das soll sie wohl auch nicht.

    Zu bedenken ist dabei folgendes: Hätten schon Menschen vor deiner Zeit so gedacht wie du, dann wärst du heute wahrscheinlich gar nicht hier. Aber das wäre ja egal, denn davon hättest du ja nichts mitbekommen.

    Geändert von Ken der Kot (14.10.2018 um 17:39 Uhr)

  8. #8
    Ne.Der Kerl hatte nur zu viel Freizeit zum Philosophieren und hatte seinen eigenen Sinn gefunden.
    Und Menschen handeln schon immer so, wie ich "denke". Nur gabs früher nicht so viel Technik, dass man hätte großflächig viel zerstören können. Heute mit mehr Technik sind die Auswirkungen schwerer absehbar. Deshalb hält sich das alls auch einigermaßen in Grenzen und wir haben keine großflächigen Atomkriege. (Weil da jeder der anfangen würde selber am Arsch ist. Nich weil es denen am Herzen liegt den Planeten zu sichern.)

  9. #9
    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Und Menschen handeln schon immer so, wie ich "denke".
    Hast du Beispiele?

    Übrigens betreffen der Klimawandel und die unabwendbare Not zum Klimaschutz dich bereits im Jetzt und in den nächsten Jahrzehnten mit steigender Relevanz. Wir sind die erste Generation, die den Anfang vom Zusammenbruch des für den modernen Menschen bewohnbaren Ökosystems miterleben könnte.

  10. #10
    Ich denke das wird nicht so einfach, mit den Beispielen. Speziell auf den Umweltschutz habe ich mich bisher nicht so intensiv damit auseinandergesetzt, um sagen zu können, ab wann der Mensch bestimmte Folgen für die Zukunft genau deuten konnte.
    Für die Antike und das Mittelalter gibt es sehr wohl Belege, die andeuten, dass damals schon die Umwelt verschmutzt wurde. Allerdings hatte man da auch weniger Mittel, diese zu verhindern. Und man kannte die langfristigen Folgen wohl (noch) nicht.

    https://www.berliner-zeitung.de/wiss...e-natur-795306
    http://mittelaltergazette.de/10925/w...g-und-gestank/
    Es gab da wohl tatsächlich schon recht früh gewisse Verbote. Aber mangels Kenntnis über die über die Auswirkungen auf die Zukunft wohl eher auf die Verbesserung der damaligen Lebenqualität bezogen, und nicht weil man für zukünftige Generationen etwas erhalten wollte. Interessanterweise sogar eine Erklärung, wieso die Kirchen zu Weihrauch griffen. Der Gedanke kam mir bisher gar nicht, dass das daher stammen konnte, dass Menschen damals mehr stanken - und man das überdecken wollte.


    Dass der Mensch seinen eigenen Nutzen maximiert - und dass man oft auch erst mal an das hier und jetzt denkt - das ist mehr so eine Grundannahme. Es gibt da ja diese sogenannte Spieltheorie ( https://de.wikipedia.org/wiki/Spieltheorie ) und das Gefangenendilemma ( https://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma - da wird unten es mit Beispielen auch auf die Politik übertragen in einem gesonderten Abschnitt). Da ist das Problem, dass ich damit nicht wirklich "überzeugen" kann, wenn andere Menschen einfach andere Annahmen heranziehen, wieso etwas so sein könnte, wie es ist - und diese auch passen.

    Aber da ich es halt so sehe, dass auch Altruismus einem selber was nützt - kann bei mir halt immer rauskommen, dass alles nur auf den eigenen Nutzen abzielt. Manche fühlen sich halt gut dabei, andern zu helfen. Andere weniger. Und dass es Leute gibt - vor allem wenn diese selber Kinder haben - die auch an die Zukunft denken. Das macht ja Sinn. Dass verneine ich ja auch nicht. Aber es ist halt nicht bei allen so. Deshalb wählen Menschen irgendwie auch unterschiedliche Parteien ... manchmal solche die weniger auf Umweltschutz bedacht sind, manchmal solche die es mehr sind. Manche machen auch freiwillig mehr als gesetzlich erlaubt. Manche loten die Grenzen aus. Manche überschreiten sie, hoffen nicht zu erwischt werden. (Sie wägen ab, was es bringt diese zu überschreiten vs. die Kosten. Kosten können nicht immer nur Geld sein, auch Freiheitsstrafe oder allgemein das "Ansehen", wenn öffentlich was rauskommt, dass man was getan hat, was negativ angesehen wird.)

    Es gibt ja dann tatsächlich auch Staaten, bei denen irgendwie dann bei den Wahlen Ergebnisse rauskommen, die dazu führen, dass die Staat weniger will - beim Klimaschutz. (Wenn halt viele in der Bevölkerung das wollen.) Also auf die gesamte Menschheit nicht mal so dass alle Staaten es gleich wichtig sehen.


    So Sachen wie auf Plastik verzichten bzw. Pfand - find ich übrigens gar nicht schlimm bzw. sogar sehr gut. Da kann ohne viel Kosten für den Einzelnen und ohne dass es unbequem wird "nebenher" was tun. Supermärkte nehmen ja (ist es nich auch durch EU-Regelung verboten ... oder machen die das freiwillig) sogar nach und nach ... bzw. ist mittlerweile schon komplett geschehen - die Plastiktüten raus. Pfand sorgt auch für "Ordnund". Sieht schöner aus mit weniger Flaschen im Gebüsch am Straßenrand. Gut die Energiesparlampen sind teuer ... mal gucken ob/wie die länger halten nd ob der Stromverbrauch den man einspart das reinholt die eventuellen Mehrkosten pro Nutzungsdauer. Das hab ich bisher nie so genau nachgerechnet. (Kann eh nix dran ändern, da muss ich auch nich nachrechnen ob es günstiger wäre die alten Lampen noch zu haben.) Allerdings: Es heizt sich auch der Raum weniger auf, was vielleicht im Sommer mal wenn Nachts Licht an ist nich unbedingt von Nachteil ist. Finger verbrennt man sich auch nich wenn man aus Versehen mal direkt bei ner lang angewesenen Lampe was wechseln oder verstellen (drehen) will. Bei so viel weniger Leistung die da durchgeht werden die kaum kaum warm. Vorher konnte man bestimmt noch Spiegelei drauf machen.

  11. #11
    Die antiken Zivilisationen waren Schmutzfinken ohnegleichen und das Mittelalter hat nur deshalb wenig bleibende Schäden hinterlassen, weil die Leute da ständig weggestorben sind (vor allem weilse Schmutzfinken waren). Aber außer Gengis Khan hat niemand das Klima nachhaltig beeinflusst und der reichlich positiv (weil seine Horde Menschenscharen ermordet hat).

    Gerade wenn du dir das Gefangenendilemma anschaust, schau mal, welche Spielstrategien die erfolgreichsten sind. Oder schau dir nur Tit-for-tat an, das ist das Lehrbeispiel. Wenn du das auf die Evolution unserer Spezies rückbeziehst, wird es umso schwerer, Altruismus den Anstrich von "auch nur eine Form von Egoismus" zu geben; wahrscheinlich sind wir alle so scheiße freundlich miteinander, dass wir uns nicht permanent gegenseitig umbringen, weil sich das evolutionär als nützliche Verhaltensprädisposition herausgestellt hat. Das heißt: Es gibt für Altruismus vermutlich sehr häufig nicht mal einen rationalen oder immediaten Grund, sondern er liegt einfach in unserer Natur.

    Ich finde das nur in deshalb in diesem Kontext für nochmal feststellenswert, weil gegen Klimaschutz viel mit dieser pseudo-neoliberalen Annahme des absoluten homo oeconomicus mit seiner unsichtbaren Hand andiskutiert wird. Als wär allen geholfen, wenn sich niemand um das Klima kümmert, der nicht akut vom Zusammenbruch des Ökosystems bedroht ist. Sich nur um sich selbst zu kümmern ist aber keine Wesenheit des Menschen; das ist ne Ausrede für schlechten Charakter (die ich übrigens als erster fahre -- das ist kein Vorwurf, sondern auch was sehr menschliches: wir haben alle nen unheimlich schlechten Charakter, alle außer meine Doktormutter, weil Charakter keinem Selektionsdruck ausgesetzt ist; Altruismus schon).

  12. #12
    Find ich gut, dass du Tit-for-Tat ansprichs. Ich muss gestehen: Ich habe in meinem abgebrochenen BWL-Studium (das ich aber schon sehr weit führte) nur nebenher - bei VWL - über das Gefangenendilemma mal gehört. (Und nebenher im Wahlfach - alter Diplomstudiengang wo es Wahlfächer gab - ein bissl Sozialpsychologie. ) Da schon extrem viel wieder vergessen. Hatte auch nen passenden Artikel gefunden, der auf andere Strategien der Spieltheorie eingeht. Wollte ihn aber nich posten. Da ich dachte, es wird zu ökonomisch - vor allem wenn ich selber in der Materie dort speziell nicht (mehr) so fit bin.

    https://scilogs.spektrum.de/umweltfo...ngenendilemma/
    Da wird angeführt, dass bei internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz wohl selten das Gefangenendilamme relevant ist. Irgendwas wo andere dann gern "Trittbrettfahrer" sind aber schon.
    (Ganz unten dort, fett: "Meistens kommt es zu einer Mindestmenge des öffentlichen Guts, die durch den/die Partner mit der größeren Wertschätzung für das öffentliche Gut bereitgestellt wird – und zum Freifahren")

    Sprich: Wir rackern uns fürn Klimaschutz ab, weil wir wollen dass zumindest ein bissl was passiert. Die USA haben keinen Bock drauf, fänden aber vielleicht ein bissl auch ganz gut, dass sie mehr machen würden, wenn wir gar nix machen würden. Aber da uns die Sache wichtiger ist machen wir - weil die USA so wenig machen (und auch wenn die USA was machen würden) - schon genug, so dass die USA lieber weniger machen.


    Über das mit dem Altruismus denke ich später nochmal nach - brauche erst mal ne Pause und muss erst mal montagliche Geschäfte erledigen. Mit dem "schlechten Charakter", etc. - da stimme ich ja gerne zu, vor allem dass das menschlich sei.

  13. #13
    Zitat Zitat
    Supermärkte nehmen ja (ist es nich auch durch EU-Regelung verboten ... oder machen die das freiwillig) sogar nach und nach ... bzw. ist mittlerweile schon komplett geschehen - die Plastiktüten raus.
    Naja, EU-Regelung... sah eher so aus, dass irgendwer bei der EU was von Umweltschutz in seinen Bart genuschelt hat, und bei den Einzelhändlern durch stille Post "Ihr könnt jetzt für die Plastiktüten, die ihr für 5 Cent produziert, 20 Cent verlangen und erzählen, ihr würdet den Kunden damit noch was Gutes tun!" angekommen ist...

  14. #14
    ... und der Effekt ist ein verbesserter Umweltschutz, weil mehr Leute ihren eigenen Beutel mitbringen. Immer diese schlimmen Maßnahmen von Einzelhandelsunternehmen und ihre positiven Effekte!

  15. #15
    Na ja ... die Kosten dürften sich auch verändert haben. Habe nur keine Ahnung ob die Papiertüten teurer zu produzieren sind oder günstiger, als die Plastiktüten. Kosten tatsächlich aber mehr für den Verbraucher. Ich könnt mir vorstellen dass Plastik tatsächlich auch billiger in der Herstellung war, auch wenn Papier erst mal "billiger" wirkt. So viel schlechter scheinen die aber auch nicht zu sein. Der Boden ist relativ stabil gemacht. Will man wirklich schwer transportieren, ohne Auto, etc. - dann wird man auch die Mehrwegtüten nutzen - aus Stoff oder Kunststoff oder was auch immer das ist. (Gibt den normalen Stoff - Baumwolle - und die, die angeblich aus recyclten Einweg-Plastik-Flachen hergestellt sind und sehr stabil sind. Ich - ohne Füherschein und Auto - kriegt die auch so stark belastet, dass zwar die Tüte/Tasche nich reißt, aber oben die Naht sich löst. )

    Im Endeffekt ist Mehrweg günstiger als dauernd ne Einweg zu holen (die halt auch schon immer mehrfach nutzbar war, aber nich so viel belastbar) - wenn man viel Belastungsmöglichkeit braucht, die Einweg dann eher reißen würden. Ist halt manchmal unhandlich, wenn man nur ganz wenig Zeug braucht, dann vielleicht lieber ne Plastiktüte mitgenommen hat früher (und den hinweg so ohne die Riesen-Mehrweg-Tüte bestritt).

    Da wägt man jetzt halt ab. Da ich viel zu Fuß unterwegs bin (kein Führerschein, kein Auto, Angst vor den bösen Autos und trau mich nich aufs Fahrrad ) nutz ich die Gelegenheit, regelmäßig meine leeren Pfandflaschen mitzunehmen. Da brauch ich keine riesigen Müllsäcke (da regelmäßig) - hab aber ne Mehrwegtasche auf dem Hinweg gut gefüllt. Aufm Rückwg ist es mir mittlerweile egal, wenn ich nur ne Tafel Schokolade hole oder nen Käse. (Eher nen Käse, da lich ich über den 1,xx bis 2,xx Pfand die ich immer abgeb und kann noch - da nur 1 Artikel und nich so viel Rechnerei - den Geldbeutel um Kleingeld erleichtern und abzählen.)

    Für die sozial Engagierten, die es sich leisten können - bietet das Pfandsystem ja die Möglichkeit (zumindest hier im LIDL) auch mal den Pfand an die Tafel zu spenden. Den nicht so sozial Engagierten (wie ich) passiert es vielleicht nebenher, dass sie trotz gutem Hinweis und gesondert ner Abeckung - auch mal versehentlich was spenden. (Mir noch nicht passiert. Ich hab aber versehentlich weil ich gut drauf war mal ein bissl Kleingeld - weil der Geldbeutel zu dick wurde - irgend nem Bettler gegeben, weil er ja nen netten Eindruck machte. Die, die rumlaufen und aktiv Leute nerven kriegen nix. Das ist eh die organisierte Bettel-Mafia.)


    Im REWE - die haben immer so ne Art "Radio" (Fremdwerbung für lokale Unternehmen, für eigene Produkte/Aktionen) haben sie sogar für Mehrwerg-Netze für Gemüse, etc. geworben aktuell. (Heute mitbekommen irgendwie beim Einkauf.) Das ist wohl die Sache wo bisher noch die kleinen Plastiktütchen erlaubt sind.

  16. #16
    Jo, wobei da manche Supermärkte auch schon so nett sind und auf Papier umgestiegen sind (unser Edeka hat beim Obst zum Großteil schon auf Papier umgestellt).

    Ich selbst habe seit 12 Jahren einen Führerschein, bin seit 11,5 Jahren aber kein Auto mehr gefahren (obwohl ich damit über den Monat gesehen locker ca. 20 Stunden Bahnfahrt sparen könnte).
    Mit dem ganzen Katzenfutter und -streu, Getränken und generellen Einkäufen ist das zwar teilweise viel Arbeit, aber ich gehe auch immer zu Fuß einkaufen. Hab mir schon vor Jahren damals angewöhnt, immer eine Einkaufstasche dabei zu haben (in meiner Arbeitstasche). Und wenn ich von Zuhause aus Einkaufen gehe, nutze ich die Taschen auch gleichzeitig um, wie du Pete, Leergut (+ Altpapier + Glasflaschen) zu transportieren.

    Gibt einige Dinge, auf die ich bewusst im Sinne des Umweltschutzes verzichte - aber auch viele Dinge, die ich (noch) nicht mache (z.B. komplett auf Märkte ohne Verpackung umzusteigen).

    Es muss ja gar nicht jeder auf alles verzichten. Gerade beim Thema verzicht auf Auto und Umstieg auf die Bahn, ist das Konstrukt aktuell auch nicht möglich (die Bahn wäre komplett überfordert, wenn der komplette Verkehr nur noch darüber laufen würde). Aber dass im Schnitt jeder Haushalt 1-2 Autos hat, ist ja schon ziemlich krass.
    Aber selbst dort: jeder ach so kleine Schritt zählt.

  17. #17
    Nochmal ein paar Quellen zu Kohlenstoffdioxid mit interessanten Verlinkungen zum Schmökern.

    Kohlendioxid-Konzentration
    Kohlendioxidemissionen

    Zum gegenwärtigen Thema: Der Umstieg auf Papiertüten, den einige Supermarktketten bereits vollziehen, ist nur zu begrüßen. Plastikmüll ist nämlich nochmal ein anderes, sehr vielfältiges Thema. Dafür brauchen wir aber vielleicht nochmal ein separates Thema.

  18. #18
    Glaubt ihr, dass der Klimawandel vom Mensch gemacht ist?

  19. #19
    Zitat Zitat
    Glaubt ihr, dass der Klimawandel vom Mensch gemacht ist?
    Nein. Wenn die Industrie den Klimawandel produzieren würde, würde sie ihn niemals kostenlos herausgeben!

  20. #20

    steadily ready to stab
    stars5
    Zitat Zitat von noRkia Beitrag anzeigen
    Glaubt ihr, dass der Klimawandel vom Mensch gemacht ist?
    Da gibts nicht viel zu glauben.

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