Ergebnis 1 bis 10 von 10

Thema: --

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Mit so einer hinter den Dingen versteckt liegenden Erklärung hat man einen dramaturgischen Joker für eine spätere Enthüllung zur Hand. Im günstigen Fall kann man dem Spieler eine interessante Überraschung bereiten, weil er dem narrativen Zaubertrick applaudiert und sich voller Neugier der Wahrheit hinter dem Schein zuwendet. Im ungünstigen Fall ist der Spieler enttäuscht, weil er sich durch die alles umdrehende Wendung bestraft fühlt, immerhin hat er ja eigens der ursprünglichen Geschichte seine Gutgläubigkeit und sein Einverständnis entgegengebracht, sich auf die zunächst dargestellte Welt einzulassen. Ich glaube, der erfreute Spielertyp stellt die Mehrheit, kann das aber nicht beweisen.

    Allerdings hat der Trick auch schon einen ziemlichen Bart. Dass hinter der Kulisse der Welt eine die Fantasie des Helden übersteigende Technologie wirkt, die in der Lage ist, die Maxime seiner Anschauung umzukrempeln, ist als erzählerisches Motiv durch häufigen Gebrauch durchaus schon etwas abgestumpft. Um nichts Aktuelles zu spoilern, nenne ich nur ein paar ältere Filme als Beispiele: Planet der Affen, Dark City, Matrix. Wer gezielt sucht, findet sehr leicht mehr.
    Ich glaube, der Großteil der Spieler ist zu medienaffin, gewieft und popkulturell beschlagen, als dass ein nennenswerter Teil noch gar nicht mit diesem Konzept in Kontakt getreten ist, folglich geht der Vorteil der überraschenden Enthüllung verloren oder wird zumindest stark gemindert. Was bleibt, wäre eine wirklich gute Variante des schon oft Erzählten, aber wie leicht man dabei ins unfreiwillig Lächerliche abrutschen kann, zeigt ja das auch in diesem noch so jungen Thread bereits früh gefallene Beispiel der Midi-Chlorianer. Da wäre der Verbleib bei platter Magie wesentlich besser als ein derart unbeholfener Versuch einer "raffinierten Erklärung hinter den Dingen" gewesen.

  2. #2
    Mir fallen einige Geschichten ein, die lieber weniger erklärt hätten. Die Erklärungen sind ja oft pseudowissenschaftlich und selbst als Laie bemerkt man sofort, dass da jemand nur ein paar toll klingende Begriffe in den Raum wirft, ohne sich mit dem Thema auszukennen. Das stört mich nicht immer, aber wenn es mich stört, dann merklich. Manche Geschichten sind dadurch schon zu unfreiwilligen Komödien geworden.

    Ich bevorzuge Magie, aber bei "Contemporary Fantasy" ist ein wenig Pseudowissenschaft schon ok. Es stört mich z. B. nicht, dass B.O.W.s mit Viren erklärt werden, solange nicht genau erklärt wird, wie die Viren funktionieren (die natürlich niemals diese Wirkung haben könnten.)

  3. #3
    Wir brauchen keine wissenschaftlichen Erklärungen in Spielen. Die sind dann meistens pseudowissenschaftlich und es werden einige wild zusammengewürfelte Fachbegriffe in den Raum geworfen, sodass sich der Spieler beim Lesen dieser "Erklärungen" dann denkt "joa, whatever, wird schon passen."

    Ich sag immer: Eine Geschichte muss nur in sich selbst, in der Welt in der sie spielt, konsistent sein, aber keinen Anspruch darauf erheben 1:1 übertragbar auf reale Situationen zu sein.

    Beispiel: Naruto. Warum kann er an der Wand laufen? Antwort: Er konzentriert das Chakra auf seine Fußsohlen. Warum geht das? Fuck it, er konzentriert sein Chakra auf die Fußsohlen, deal with it. Stört mich das? Nope.

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •