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Thema: Die "Alternative für Deutschland"

  1. #201

    Hier wird nicht geterrort
    stars_gf
    Ich zweifle stark daran dass jemand der ernstlich länger als drei Wochen hier im Politikforum rumhängt für PeteS Kommentare mehr als eine hochgezogene Augenbraue übrig hat. Why even bother
    ᕕ( ᐛ )ᕗ.

    -------------------------

    Die Tagesschau hat mich heute morgen wieder an die AFD-Meldeplattform für Schüler gegen Lehrer erinnert. Ein kurzer Ausschnitt von der Seite:

    Zitat Zitat
    Tipps zum Vorgehen bei Verstößen

    Schüler, die den Verdacht haben, Verstöße gegen das schulische Neutralitätsgebot wahrzunehmen, sollten das Gespräch mit dem Fachlehrer oder ggf. seinem Vorgesetzten, also einem Mitglied der Schulleitung, suchen und beschreiben, wie sie die Situation im Unterricht erlebt haben. Hierbei ist es wichtig zu begründen, warum sie darin einen mutmaßlichen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot sehen. In der Regel lässt sich mit einem persönlichen Gespräch die Sache klären und auch eine Verhaltensveränderung erreichen, wenn wirklich gegen das Neutralitätsgebot verstoßen wurde.
    Bis hierhin sind wir uns ja quasi einig! Good job, afd.

    But wait, there is more!

    Zitat Zitat
    Allerdings kann es Situationen geben, in dem sich Schüler oder auch Eltern nicht getrauen oder nicht kompetent genug fühlen, Probleme direkt mit dem Lehrer oder Schulleiter zu besprechen. Vielleicht auch, weil sie persönliche Nachteile befürchten. Dann kann es hilfreich sein, sich an Dritte zu wenden.

    In solchen Fällen machen wir im Rahmen unserer Aktion „Neutrale Schulen Hamburg“ ein Angebot: Mutmaßliche Verstöße gegen das Neutralitätsgebot können uns vertraulich über das folgende Kontaktformular oder über eine Nachricht an die unten angegebene E-Mail-Adresse berichtet werden. Die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten haben dabei höchste Priorität. Es werden keine Namen oder andere schutzbedürftige Angaben veröffentlicht. Sollte ein begründeter Anfangsverdacht auf einen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot oder eine andere diesbezügliche Rechtsvorschrift vorliegen, bieten wir an, den Vorgang unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte an die Schulbehörde zur Überprüfung weiterzuleiten. Um Ihren Hinweis auf einen begründeten Anfangsverdacht hin überprüfen zu können, teilen Sie uns bitte auch ihre E-Mailadresse oder ihre Telefonnummer mit, damit wir uns mit Ihnen in Verbindung setzen können. Die Hamburger Schulbehörde ist bei tatsächlich vorliegenden Neutralitätsverstößen verpflichtet, dienst- oder arbeitsrechtliche Maßnahmen durchzuführen.
    Ich hab einige Probleme mit der Art, wie diese Meldeplattform wohl funktionieren soll, und vielleicht ist das meine eigene inkompetenz, ich bin kein Lehrer, ich kenne die Rechte von Lehrern in Bezug auf Äußerungen zu Parteien nicht, ich weiß nicht wo ein Verstoß dafür anfängt. Krude Hinweise hab ich erhalten von afd Mitgliedern die kommentieren dass Lehrer mit "FCK AFD"-Shirts zur Arbeit kommen oder sich "negativ" zur Partei äußern würden, aber wie wahrscheinlich jedes andere Elternteil/ jeder Schüler, der mit seinen Sorgen und Nöten die afd-Seite aufsucht weiß ich nicht wo eigentlich berechtigte Sorge aufhört und Denunziation in dem Zug anfängt. Es wird auf der Seite kein Material verlinkt, dass die Rechte von Lehrern beleuchtet, dass definiert in welchem Rahmen Lehrer sich über Parteien im Unterricht wie äußern dürfen. Es gibt kein Informationsangebot, dass mich aufklärt, dass mich weiterführt, obwohl es da sicherlich Mittel und Wege gibt, sich beispielsweise an Vertrauenslehrer, Schülersprecher und ähnliche zu wenden, oder zumindest wird nichts davon konkret ausgesprochen. Die afd präsentiert sich als ein sehr starker Fels in einer Brandung, in der sie aber eigentlich nicht alleine ist. Ich weiß hier sind einige Lehrer unterwegs, vielleicht kann sich da jemand dazu äußern oder hat sogar eine deutliche Meinung zu dem Thema. Vielleicht stell ich mir das ganze ja auch zu einfach vor und das politische Klima an Schulen ist tatsächlich ein Problem.

    Das zweite was mich echt stutzig macht ist, dass sie schreiben "Sollte ein begründeter Anfangsverdacht auf einen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot oder eine andere diesbezügliche Rechtsvorschrift vorliegen, bieten wir an, den Vorgang unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte an die Schulbehörde zur Überprüfung weiterzuleiten". Warum arbeitet man nicht mit den Schulen ganz direkt zusammen? Warum landen die Daten bei der afd auf dem Schreibtisch und nicht beim Schulministerium, beim Lehrerverband, bei der Schule? Was machen die mit diesen Daten? Wenn ich eins als Lehrer nicht wollen würde, wäre es, dass irgendein 10 Klässler der bei mir in Sozialkunde, Politik oder Whatever durchfällt aus Missgunst der afd Hamburg meinen Namen und was weiß ich noch weiter gibt, weil er dann schulisch erstmal keine persönlichen Konsequenzen zu spüren bekommt. Wie prüft die afd, dass ein Begründeter Anfangsverdacht vorliegt?

    P.S. jup, ich hab keine Lust dass dieser Thread einschläft, weil ein Troll sich gedacht hat er derailed mal wieder die Konversation, weil wir an einem undiskutablen Thema stecken bleiben. Ich hab nämlich auch seit ein paar Tagen sehr viel Spaß an diesem Thread, weil ich sehe dass hier mittlerweile nicht immer nur die selben drei Leute schreiben. Diversity or something.

    Geändert von Sabaku (11.10.2018 um 13:26 Uhr)

  2. #202
    Letztes Wort und so, mal sehen, wie lange ich das durchziehe.

    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Zu (nicht @) Mordechaj: Ich fand es tatsächlich gestern recht amüsant, als RPG-Devil sich von meinen Äußerungen "distanzierte", Mordechaj sich freute, ihn vermeintlich "auf Spur" gebracht zu haben. Witzigerweise dann im Gender-Thread der andere Hammer, worauf Mordechaj sich zu einer Beleidigung hat hinreißen lassen. Das amüsierte mich echt. Ist witzig, wenn man sich diejenigen dann so vorm Rechner hockend vorstellt, wie sie sich erst freuen, dann wütend auf der Tastatur hämmern, weil derjenige doch nicht so ganz auf Spur gebracht werden konnte, wie man es sich vorstellte - damit der eigene gewünschte Erfolg doch nicht eingetreten ist.
    Ich habe RPG-Devil auf seine Distanzierung hin nur versichert, dass er nicht im Verdacht steht, deine ungeistigen Einlassungen zu teilen. Das hab ich in netter Weise getan, weil es an seiner Distanzierung nichts Streitbares gab, wie eigentlich jeder zweite Einfall, den du hast, streitbar ist, oder prinzipiell jede AfD-Parole, die RPG-Devil hier und da reinkloppt. Ich muss hier mit niemandem konsistent umgehen, wir sind ne anonyme Forenmasse. Zu dir bin ich auch wieder nett, wenn du keinen gehässigen Schwachsinn mehr zusammenbrabbelst, um dir nicht eingestehen zu müssen, dass du in diesem Thread schon zweimal die Grenzen des Sagbaren überschritten hast. Aber das wird in deiner Privatlogik wahrscheinlich alles nicht abzubilden sein.

    Ich habe RPG-Devil in dem anderen Thread beleidigt, ja. Sehr bewusst und, wie ich immer noch finde, berechtigterweise. Es ist eine schreiend gefährliche Idiotie, was ihr beide hier unabhängig voneinander betreibt und ich hab auch für dich noch die ein oder anderen Spitznamen übrig, wenn du's drauf anlegst. Ich habe mit Kelvens sanft-bestimmtem Einwand gerechnet und ich hätte mir auch ne Verwarnung bereitwillig eingepackt. Es ist eine schreiend gefährliche Idiotie, was ihr beide hier unabhängig voneinander betreibt. Da werden die falschen Worte halt manchmal die richtigen. Ich halte beispielsweise nix von "Die Partei"-Stickern, ich find das ne demokratieunwürdige Protestart. Aber wenn sie Hakenkreuze überkleben, bring 'em.

    Zitat Zitat
    [...] einem sogenannten Philologen (sind die eigentlich alle so schlimm?)
    Ne, die meisten sind schlimmer. Musst mal nen Altphilologen oder nen Nationalphilologen fragen, wie er zum europäischen Versagen in der Flüchtlingskrise steht. Hab noch nie so lange, unerbetene Vorträge über Realpolitik gehört, die nichts mit Realpolitik zu tun haben, und eigentlich nur die biedere Bürgerlichkeit herbeisehen, die es im 19ten Jahrhundert nie gab.

    Zitat Zitat
    mit philologischer Deutung einer erfundenen höheren moralischen Instanz
    Eine philologische Deutung von "höhere moralische Instanz" würde dir sagen, dass damit die Transzendentalisierung gesellschaftlich durch Organisationspfade aufrecht erhaltener Regelbedingungen menschlichen Zusammenlebens und Zusammenwirkens unter Ableitung des Moralbegriffs aus dem urältesten Sittenrecht gemeint ist, die darauf ausgeht, den Rahmen der institutionellen Seite der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu stiften, die nur so pfadabhängige Erwartungserwartungen produzieren kann, die ein gesellschaftliches Zusammenleben und Zusammenwirken allererst im Sinne eines korrigierten Gesellschaftsvertrages ermöglichen.

    Das was du eigentlich meinst, ist gesellschaftsphilosophisch und ja, auch in diesem Feld setz ich mir ganz arrogant das Mützlein der methodisch angeleiteten Kenntnisnahme auf.

    Zitat Zitat
    Ich hatte ernsthaft geglaubt, dass ich mit meinem vorigen Post eine normale Reaktion hervorrufen könnte.
    Ja, so ist das mit uninformierten Meinungen über die Welt: Sie werden auf einmal mit der Wirklichkeit konfrontiert. Pfadabhängige Erwartungserwartungen wären was Schönes; hätten wir sowas doch nur!



    Sorry, Sabaku, ich wollt nicht vom willkommen und sehr wichtigen Themenwechsel ablenken. Aber ich bin momentan auch zu butthurt, um mir meine Kindereien zu verkneifen. Ich hoffe, der Rest der Diskutanten ist etwas erwachsener, vielleicht werd ich's dann auch wieder.

    Geändert von Mordechaj (11.10.2018 um 14:02 Uhr)

  3. #203
    Gut, dass es mal wieder was Neues zur AfD gibt. (Ob man damit weitermachen kann hier im Thread - das muss sich erst noch zeigen. Ich weiß ja nicht, wie andere reagieren.)

    Sehe die "Plattform" (= das Kontaktformular) unproblematisch. Da wir eben noch immer in einem Rechtsstaat leben und man da so viel falsch melden kann, wie man will. Überprüft wird es dann letztendlich von zuständiger Stelle - die gegebenenfalls Maßnahmen ergreift. Zu Unrecht nen Lehrer beschuldigen konnte man schon immer - teils mit noch viel krasseren Sachen. Wenn die Lehrer sich korrekt verhalten, haben sie nichts zu befürchten, durch diese Plattform. Wenn irgendwer meint, sie verstoße gegen ein Gesetz, dann kann er ja dagegen klagen - dann wird das noch mal genauer geprüft, ob sowas rechtlich erlaubt ist.

    Zwar mag das den ein oder anderen an Diktaturen erinnern. Aber da sollte man auch sehen, dass Diktaturen andere Gesetze hatten, die sie damit durchsetzen wollten. Neutralität an Schulen wird ja heute niemand wirklich schlecht finden. Und die entsprechenden Stellen (Schulbehörde) werden ja hoffentlich nicht wild einfach alles akzeptieren, was jemand meldet - sondern es überprüfen. Wenn etwas strittig ist, gilt sowieso dass man im Zweifel für den Beschuldigten entscheiden sollte. Wird vermutlich ganz schwer - wenn nicht offensichtliche Verstöße (die man auch ohne die Plattform ahnden sollte) vorliegen ... also da auch mehrere Schüler irgendwie was mitbekommen haben was ziemlich offensichtlich war. Nicht 2-3 die irgendwas vernahmen, worüber man sich streiten könnte ... die vielleicht noch ne schlechte Note bekamen und dadurch weniger glaubwürdig sind, weil man Falschbeschuldigung aus Rache vermuten würde.

  4. #204
    Also in meinem Alltag an einer deutschen Schule weiß ich, dass da im Kollegium mit Selbstverständlichkeit eine Partei diffamiert wird. Größtenteils ist das natürlich in Gesprächen unter Kollegen und komplett als freie meinungsäußerung gedeckt.
    Als ich eine Kollegin allerdings darauf hingewiesen hab, dass sie am Fenster neben ihrem Pult solche FCKAFD Postkarten für alle gut leserlich sehen hat und damit gegen den Beutelsbacher Konsens verstöße, meinte sie, das sei ihr egal und der Zweck heilige die Mittel. Mittlerweile sind nach einigen Monaten die Postkarten allerdings verschwunden.

    Was meint ihr, wie schnell solche Dinger verschwinden würde, wenn in einem deutschen Klassen raum "scheiß Grüne!" oder "scheiß Sozis!" oder "Linke = SED" Aufkleber/Postkärtchen hängen würden.

    Manchmal sind Schulen übrigens Wahllokale. Und wenn in einem solchen Raum solche Aufkleber hängen, verstößt das auch gegen das Wahlrecht (einem Bekannten von mir passiert). Die zuständigen Wahlhelfer waren damit überfordert und haben es einfach nur zu Protokoll gegeben.

    Geändert von Itaju (11.10.2018 um 14:27 Uhr)

  5. #205
    Ich finde allein schon die Tatsache, dass es ein Meldeportal für Lehrer gibt, eine Zumutung, da man so alle Lehrer unter Generalverdacht stellt. Der Job ist schon schwer genug und prinzipiell stünde dann ohnehin Aussage gegen Aussage, da man nicht überprüfen können wird, ob ein Schüler einen Lehrer nur aufgrund einer persönlichen Abneigung anschwärzt. Wie soll das also in der Praxis umgesetzt werden? Wenn ein solches System tatsächlich umgesetzt werden würde, dann untergräbt es die Autorität von Lehrern, weil die Schüler spätestens nach der Einführung eines solchen Kontrollsystems wissen, sie können auf diesem Wege einem unliebsamen Lehrkörper jederzeit "eins auswischen" und das finde ich gefährlich. Die Entrüstung darüber ist also absolut berechtigt. Ich bin außerdem der Meinung, dass ein Lehrer sehr wohl das Recht hat sich im Rahmen der Ausübung seines Unterrichts politisch zu äußern, wenn es zum Ziel hat, das Verständnis der Schüler bezüglich politischer Themengebiete nachhaltig zu fördern. Wie soll ein Schüler denn sonst lernen, seine eigene Meinung zu haben und zu vertreten, wenn der Lehrer, der ihm genau dies beibringen sollte, das eben selbst nicht tut bzw. tun kann, weil ihn eine Instanz kontrolliert, die dafür Sorge trägt, dass rechte Strömungen nicht kontrovers diskutiert werden dürfen?

    Geändert von Ken der Kot (11.10.2018 um 14:29 Uhr)

  6. #206
    Nochmal ein kurzer Einschub:

    Ideologische Diskussionen und Konflikte gehen Hand in Hand, oft stehen sich zwei "verfeindete" Lager gegenüber, die sich nicht verstehen wollen und vermutlich auch nicht können. Es wird irgendwann immer polemisch und es wird auch immer passieren, dass jemand etwas sagt, das die anderen verletzt. Dagegen gibt es keinen absoluten Schutz. Auch nicht durch einen Mod. Ich könnte nur jemanden den Mund verbieten und das ist für mich das letzte Mittel. Der beste Weg gegen zweifelhafte Ansichten ist nicht, sie zu entfernen, sondern sie anzuprangern und über sie zu diskutieren.

    Ich finde das Spiel, das PeteS spielt, auch nicht gut, aber wie gesagt, es gibt bessere Wege, damit umzugehen, als Verwarnungen oder Sperren.

    Falls ihr der Meinung seid, dass das so nicht funktioniert, dass ich für den Job hier ungeeignet bin, dann teilt mir das mit, dann müssen wir jemand anderen finden, der hier moderiert.

    @PeteS
    Du hast ja gefragt, warum sich Leute wegen etwas aufregen, was sie selbst gar nicht betrifft. Das ist eigentlich ganz einfach: Viele Menschen haben moralische Grundsätze und empfinden vor allem Empathie. Ich jedenfalls kann mit anderen Menschen mitfühlen und damit meine ich nicht nur rational ihre Probleme verstehen, sondern auch emotional. Es ist für mich eigentlich selbstverständlich, meine Stimme gegen Unrecht zu erheben, auch wenn es mir selbst gar nicht widerfährt.

  7. #207
    Ich habe ja - aus meiner Sicht - nicht wirklich ein Spiel gespielt. Dass ich beiläufig etwas "abfällig" kommentierte, wie ich Mordechaj interpretiere (das genau was BDraw zitierte) - das war nicht "gut". Dem stimme ich zu. Allerdings war es eine Reaktion auf den sich verändernten Ton. (Mordechaj gab sogar zu bewusst im andern Thread sich in die Gefahr einer Verwarnung gegeben zu haben, gegenüber RPG-Devil.) Dass da etwas rauskam, worüber ich mich amüsierte - das war reiner Zufall. (Und passierte ja als RPG-Devil etwas postete, was Mordechaj nicht passte.) Ich habe - aus meiner Sicht - nie absichtlich trollend gepostete. Eine Reaktion will man natürlich schon, da man meist ja sinnvolle Antworten will aus denen man selber etwas mitnehmen kann. Aber dieses "ich will die andern dazu bringen, sich aufzuregen, damit ich drüber lachen kann" habe ich hier nicht angewandt. Allerhöchstens in mildem Maße im einen Post den BDraw zitierte. (Erstaunlicherweise ist der Post den Mordechaj daraufhin verfasst eher einer, mit dem ich "leben" kann, ohne mich zu sehr zu ner Reaktion hingerissen zu fühlen.)

    Dass Sabaku eine neue Sache vorstellte, über die man hier diskutieren kann (besser zum Thema passend) nehme ich wohlwollend auf. Ich hatte zwar in der Vorschau vorm Abschicken meiner Reaktion dazu schon Mordechajs Post gesehen der auf mich reagierte - fragte mich aber, ob es nicht jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, die Sache zu beenden. Eigentlich wollte ich dies schon früher - und irgendwas suchen, was zum Thema AfD passt. Aber wenn man gerade mal so "drin" ist, spontan nix wichtiges zur AfD hat ... und das gegenüber auch die Sache nicht ruhen lassen möchte ... dann geht das halt irgendwie so weiter.

    ---

    (Auf das nach dem @ bezogen):

    Nur dass die Sache hier nicht wirklich jemanden betraf. Da es darum ging, was wie in welcher Form gesagt werden darf und was nicht. Und verschiedene herangehensweisen wie man da zu Regelungen kommen kann hierfür. Ich hatte schon mal das Beispiel mit dem Vater gebracht, dessen Kind getötet wird - wo ich durchaus nachvollziehen kann, wenn dieser Rache ausüben möchte. (Das ist ja gerade nicht rational, sondern emotional - wenn jemand auf Rache sinnt.) Nicht nachvollziehen kann ich wenn jemand sich über schadlose Äußerungen (wenn, dann möchte ich nur darüber diskutieren, wie die Äußerung an sich schadet; "Geschmacklosigkeit" ist für mich kein Grund; Staatsbürgerkunde ist dafür nicht relevant) - die nicht mal ihn betreffen - derart aufregt, dass er seitenweise Romane dazu schreiben muss, im Glauben mit seiner herablassend belehrenden Art jemanden überzeugen zu können von etwas, dass eben ganz einfach eine andere Ansicht ist, die derjenige nicht zwingend annehmen muss - selbst wenn er alle Infos hat und alles versteht.

    Das Problem dass ich sehe - auch auf die AfD bezogen: Manche Leute glauben mit ein bisschen Geschichtsunterricht löst man alle Probleme die die Menschheit so hat und plötzlich wählt keiner mehr AfD und alle sind happy und den AfD-Wählern gehts auch wieder so gut, dass sie sonst keinen Grund hätten die übrigen Partein zu hassen und auf AfD auszuweichen. Wie gut das klappt sieht man immer wieder. Man muss ja nur in die Umfragen gucken. (Es gibt auch manche Leute, die glauben die AfD löse sich von sich aus in Luft auf - ähnlich wie bei den Piraten. Und die glauben das schon seit es die AfD gibt, nur wurde die bisher meist immer stärker.)


    Edit: Und ich beziehe mich eben auf aktuell lebende Menschen. Mir fällt es generell schwer zu Menschen die historisch gelebt haben etwas wie Empathie aufzubauen. Da ich sie nicht persönlich erlebt habe. Je mehr man einen Menschen erlebt, desto näher geht es einem ja, wenn diesem etwas widerfährt. Außerdem kommt eben noch hinzu, dass ich an vergangenen Ereignissen nichts ändern kann. Also bleibe ich realistisch und schaufe auf die Zukunft und Gegenwart. Was eben nicht - wie fälschlicherweise angenommen - bedeutet, dass man vergangene Taten billigen würde, verharmlosen würde, für die Gegenwart auch gern noch mal haben möchte, etc. Man sieht die Sache nur etwas distanzierter, da es ja mit einem nix zu tun hat und man auch nix mehr dran ändern kann. Bei denen die sich für hungernde in Afrika interessieren: Da kann man ja noch was ändern. Die leben ja aktuell. Aber egal was wer wie und in welcher Form irgendwie über die Vergangenheit äußert: Es macht die schlimmen Dinge nicht ungeschehen. Es macht sie aber auch nicht schlimmer. Wir können nur bewerten inwiefern diese Äußerung für uns im hier und jetzt eine Konsequenz haben wird.

    Das habe ich durchaus anerkannt, dass Überlebende/Angehörige sich verletzt fühlen könnten. Dass es sowas wie den "öffentlichen Frieden" gibt. (Ich habe sogar in ein Urteil des BVerfG reingelesen.) Darauf wurde nicht mehr eingegangen. Sondern sich nur an der Staatsbürgerkunde und wie ein Staat nun mal zu sein hat aufgehangen. Völlig unabhängig davon. Sondern nur vorm Hintergrund, dass irgendwoher ne höhere Instanz, für deren Sprecher sich Mordechaj hielt - das vorgibt. Wenn ichd as ablehne heiß es nicht automatisch, dass ich Chaos will und gegen alle Gesetze will oder es nicht akzeptiere, wenn dennoch Konsequenzen auf irgendwelche Aussagen folgen, die man verhindern will (Öffentlicher Friede, Verletztheit von Angehörigen).

    Geändert von PeteS (11.10.2018 um 16:44 Uhr)

  8. #208
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Falls ihr der Meinung seid, dass das so nicht funktioniert, dass ich für den Job hier ungeeignet bin, dann teilt mir das mit, dann müssen wir jemand anderen finden, der hier moderiert.
    Das ist absolut nicht, was hier passiert (will ich hoffen), und das solltest du dir auch nicht aus diesem Thread mitnehmen.

  9. #209
    Aus der Rubrik "Wer hätte das nur gedacht (jeder, der nicht super naiv ist)": Die AfD möchte einen Gesetzesentwurf einreichen, um die "Ehe für alle" abzuschaffen.

    Ist selbstverständlich reine Provokation und zum Scheitern verurteilt, führt aber eigentlich ganz gut den Irrtum vor Augen, diese Partei hätte "nix gegen Minderheit XYZ, weil ja welche davon in der Partei sind".

  10. #210
    (@RPG-Devil: Ich sehe mich nicht wirklich als konservativ (eher das Gegenteil - ohne aber links zu sein). Scherzhaft bezeichne ich mich gerne als zu fortschrittlich und 100 Jahre meiner Zeit vorraus. Das aber nur so nebenbei. Bei der Gender-Thematik bin ich ja auch eher anderer Meinung als du. Da funktionierte meine Kommunikation mal vor Ewigkeiten mit Mordechaj im dortigen Thread ganz gut. Da war man sich von den Positionen aber auch nicht total unterschiedlich, außer bei den Frauenquoten - wo ich eben wieder mit meiner stark individualistischen Einstellung anders liege.)

    Das mit der Ehe für Alle habe ich tatsächlich auch gehört. In dem "Thread" da bei Twitter war auch nochmal irgendwo erwähnt, dass die CSU unter Druck gesetzt werden soll. Das ist wohl Landtagswahlkampf für Bayern. Da die CSU ja sich nich einfach mit der bösen AfD zusammentun kann oder gegen die Koalition stimmen kann wird sie nich dem Antrag zustimmen. Im konservativen Bayern erhofft man sich wohl seitens der AfD dadurch Stimmen von erzkonservativen heterosexuellen älteren Männern. Ich bin so froh, wenn dort die Landtagswahl vorbei ist und Seehofer - sollte er politisch überleben - auf Bundesebene auch wieder vielleicht ein bissl "normaler" wird.


    Zur Ehe hatte ich glaub ich auch in andern Threads schon mal was gesagt: Nachvollziehen kann ich, dass man damit Familie und auch Nachwuchs fördern will. Macht aber wenig Sinnd wenn in Hetero-Ehen es auch nicht zu Kindern zwingend kommen muss. Und manche nur wegen Steuervorteil heiraten. (Eigentlich müssten die - wer zusammenlebt/woht lebt schon billiger als mit getrennten Wohnungen - ohne Kinder mehr Steuern zahlen. )

    Vorteile sollten sich rein an real in nem Haushalt existierenden Kindern orientieren. (Bei Nicht-Hetero-Paaren dann auch zum Beispiel adoptierte Kinder.) Ob da das Kindergeld oder Kinderfreibetrag reicht. Man das verändert. Oder nebenher andere Boni dazugibt. Ist ne andere Frage. Dieses "für den andern Sorgen, auch weitergehende Verpflichtungen haben, aber auch Rechte Entscheidungen zu treffen, im Notfall" - das kann unabhängig von der Ehe gehen. Ehepartner ... da haben wir es schon. Eltern/Kinder - da gibt es sowas auch. Unter Geschwistern die verwandt sind wegen Verwandschaftsverhältnis vielleicht auch. (Ich kenne da nicht alle rechtlichen Regeln im Detail.)

    Dass man sowas für fremde Personen schafft - noch unabhängig vom Ehepartner von dem man sich vielleicht nur maximal 1 raussuchen können soll ... fänd ich gar nicht sooo abwegig. Ebenso Ehekonstrukte mit mehreren Personen. Sofern nicht einer sich einfach ne "Zweitfrau" nimmt, sondern im Einverständniss aller beteiligter ein neuer Vertrag geschlossen wird, dem alle zustimmen. (Bei bestehender Ehe würden also beide mit der 3. Person verhandeln, nicht etwa eine Person gegen den willen der anden ein zweiseitiges Verhältnis mit ner 3. Person abschließen. Es beeinflusst schließlich auch wie viel Zeit derjenige für die anderne aufwenden kann - wenn es mehr sind, wird es weniger Zeit je Person, da ist vielleicht nich jeder einverstanden.)

  11. #211

    Hier wird nicht geterrort
    stars_gf
    Die afd Unterhält nicht, sie kokettiert mit Ängsten. Und ich bin sehr zuversichtlich zu sagen, dass es nur die unterhält die nichtmal theoretisch von der Politik der afd bedroht ist, selbst wenn es nur eine "Provokation" ist. Trump hat gefordert, Transgender People aus dem Militär zu entlassen - wie lustig fühlt sich dass an, wenn man plötzlich seinen Job gefährdet sieht? Es ist nämlich bei all dem Chaos dass in der USA gerade abgeht nicht offensichtlich, was auf eine verdrehte Weise doch noch seinen Weg in die Umsetzung findet.

    Ich will kein "haha" und "Brot und Spiele" in meiner Politik. Ich will dass sich dort Leute ernsthaft über notwendige politische Schritte unterhalten und nicht den Prozess verlangsamen, in dem sie ab und an mal einen Stock ins Getriebe werfen.

    Du könntest dich halt fragen "Statt Zeit zu verschwenden zu provozieren könnte die afd ja mal meine Sorgen ernstnehmen und wichtige Vorschläge vorlegen." - stattdessen versucht sie die Ehe für alle abzuschaffen, die du doch angbelich sogar unterstützt. Weird.

  12. #212
    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Ich steh ja auch nicht zu 100 Prozent hinter der AfD.
    Ich wähle eher nach Programm, als dass ich ein AfD Fan wäre.
    Darf ich versuchen, das einmal kurz vom Kopf auf die Füße zu stellen und zu fragen, welchen Punkten des AfD-Programms du genau zustimmst? Du hast einige bereits angedeutet bis ausgeführt, es wäre nur noch einmal spannend für die Diskussion, insgesamt zu erfahren, was die AfD deiner Meinung nach an richtigen politischen Programmpunkten hat. Wenn du willst natürlich auch gern gleich mit Abgrenzung zu dem, dem du nicht zustimmst. Und, das ist natürlich nur ein Vorschlag und du schreibst, wie es dir am liebsten ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich das gut nach den 14 Hauptpunkten des Grundsatzprogramms abarbeiten lässt, von denen du dir natürlich auch einfach die relevanten rauspicken kannst. Ich persönlich wäre beispielsweise nicht umfassend in der Lage, zu (10) "Wirtschaft, digitale Welt und Verbraucherschutz" klar und informiert Stellung zu nehmen, wir haben nunmal alle unsere blinden Flecken.

    Es ist richtig, auch andere Parteien haben Schmist im Programm oder verursachen Schmist. Ich persönlich würde gern immer noch begreifen, wie das zum Gebahren der AfD in Beziehung zu setzen ist. Ich kann übrigens gern im Gegenzug (damit hier keine Bringschulden entstehen) dasselbe am Grundsatz- oder Wahlprogramm einer anderen Partei machen, vermutlich würde ich die CDU oder die Grünen nehmen, vor allem weil die SPD nicht gut in aussagekräftigen Katalogen ist (als leidenschaftlicher Leser von Inhaltsverzeichnissen gebe ich übrigens neidlos zu, dass das AfD-Programm eine wunderbar klare und handhabbare Struktur hat, selbst setzerisch isses ein Genuss; das Hamburger Programm ist ne einzige Katastrophe für die Leserorientierung dagegen).

    Achso, und geh natürlich gern von der Programmkurzfassung aus. Es muss nicht wortklauberischer werden, als sowas ohnehin schon zu werden droht.

  13. #213
    Zu 1)
    Gibt es eigentlich gute Artikel/Studien zu der gestiegenen Kriminalität mit Messerangriffen? Was ich so in den letzten Wochen/Monaten immer wieder gelesen habe, dass die Zahl der "Verdächtigungen" gegen Flüchtlinge gestiegen ist - gleichzeitig aber auch generell Flüchtlinge/Ausländer eher angezeigt werden, als deutsche. Würde da gerne mal die Quelle zu sehen, die du da im Kopf hast RPG-Devil (also ernst gemeint).

    Zu 3)
    Solche Aussagen sind wirklich kritisch. Unabhängig davon, Leute aufgrund ihres Glaubens generell schon abzulehnen, schau dir doch mal an, was in der katholischen Kirche so los ist (mal so als Beispiel: http://www.spiegel.de/panorama/gesel...a-1227688.html )

    Gerade auch im Bereich der Religionen ist Diversität was wunderbares (wie auch bei allen anderen Themen) - Horiziont erweitern.

    Zu 4)
    Hier wurden doch schon viele Quellen genannt, wie viele leerstehenden Wohnungen es gibt und das die Wohnungsnot nicht auf die Flüchtlingskriese zurückzuführen ist.

  14. #214
    Zitat Zitat von Linkey Beitrag anzeigen
    Zu 1)
    Gibt es eigentlich gute Artikel/Studien zu der gestiegenen Kriminalität mit Messerangriffen? Was ich so in den letzten Wochen/Monaten immer wieder gelesen habe, dass die Zahl der "Verdächtigungen" gegen Flüchtlinge gestiegen ist - gleichzeitig aber auch generell Flüchtlinge/Ausländer eher angezeigt werden, als deutsche. Würde da gerne mal die Quelle zu sehen, die du da im Kopf hast RPG-Devil (also ernst gemeint).
    https://www.bka.de/SharedDocs/Downlo....html?nn=62336

    https://www.bka.de/SharedDocs/Downlo....html?nn=62336

    Mal so generell was zur Kriminalität von Zuwanderern.

    Gut und interessant auch immer die PKS: https://www.bka.de/DE/AktuelleInform...2017_node.html

    Wird RPG-Devil natürlich nicht gefallen.

  15. #215
    Das orientiert sich aber nicht wirklich am Programm und diesen 14 Abschnitten (habe mal in eine Kurzversion des Programms zur Wahl 2017 reingeguckt) - aber gut, das war auch nur empfohlen, nicht absolut gefordert. Doch scheint mir sehr stark der Fokus auf den Flüchtlingen zu liegen. Man sollte schon mit EINIGEM MEHR übereinstimmen mit einer Partei, als nur dort.

    Ich gestehe: Ich habe noch nie wirklich in ein Wahlprogramm geguckt, vor einer Wahl. Die Wahlplakate, das was man grob so mitkriegt im TV/Internet (Nachrichtenseiten, nicht 4chan) - und ergänzend der Wahl-O-Mat ... das reichte mir immer.

    Bei der FDP die ich ja wähle fand ich auch kritisch, dass die auf Plakaten 2017 sehr mit der Sicherheit worben. (Man war halt unter Zugzwang, da die AfD dieses Thema sehr präsent hielt.) Was mir eigentlich gar nicht sooooo gefällt, wenn mit mehr Polizie, etc. geworben wird. (Als einer der nicht 24/7 von Polizei verfolgt werden will und eigentlich das "frei" bei den Freien Demokraten schätzt.)

    Ins Wahlprogramm hab ich da eben dann sogar mal reingeguckt - ins ausführliche. "Weltbeste Bildung" fordert man da an erster Stelle. Es ist auch grob gegliedert in Überpunkte und diese dann nochmals aufgeführt.


    Die Kriminalitätsstatistiken zu den Messerangriffen lese ich mir vielleicht später mal durch. Ich bin immer der Ansicht, dass durch die Medien stark aufgebauscht wird. Es aber natürlich auch nicht ganz unrealistisch scheint, dass Leute die nich so viel zu tun haben und nicht integriert sind eher mal zu Aggressvität neigen. Das hat aber mit der Religion nichts zu tun.

    Man sagt ja die Flüchtlinge - wenn später integriert - werden auch zu Konsumenten. Wodurch gleich mal mehr Arbeitsplätze nötig sind, um die Nachfrage zu bedienen. Dem stimm ich auch immer zu. (Außerdem muss man bedenken, dass immer vom Konsum direkt mal viel als Mehrwertsteuer abgeholt wird, selbst bei einem der einfach nur Leistungen bezieht. Also der bezieht schon mal "netto" weniger, außer er hortet das Geld alles oder kauft nur steuerbefreite Sachen.)

    Hier wird halt ein bissl Zeit nötig sein, damit sich sowas vollzieht. Deshalb bin ich ja schon dafür, dass man so gut wie möglich integrieren sollt - anbieten, aber auch zur Teilnahme verpflichten. (Möglichst sinnvolle Sachen, nich nur Kram wo die Leute die das durchführen dran verdienen, es aber nix bringt am Ende.) Und man sollte nur so viele aufnehmen, wie man auch integrieren kann. Das vor allem eben wenn man noch auf andere Länder in der EU verteilen kann durch EU-Regelungen. Wenn Familiennachzug im Gespräch ist, wo diese auch jeder für sich einen eigenen Antrag stellen könnten. Ein einzelner der selber erst mal herkommt und tatsächlich in Not ist - da seh ich schon problematisch, da ablehnen zu wollen, nur weil er über einer Zahl/Grenze liegt. Aber genauso halt. Einfach immer mehr hereinkommen lassen aber nicht das bestmögliche herausholen bei Integration. (Ich denke leider dass es besser gehen sollte als jetzt schon der Fall ... aber "bestmöglich" ist halt immer so ein Problem, wenn Bürokratie zwischendrin ist und wir schon sehen welch doofe Maßnahmen man selbst unseren hier lebenden Arbeitslosen teilweise andreht, wo nur die Maßnahmeträger abkassiern.)

  16. #216
    @RPG-Devil: Erstmal danke. Aber ich würd's begrüßen, wenn du's wirklich mal am Grundsatzprogramm (oder ner anderen agendarischen Niederschrift, wie du willst) tust. Du listest gerade wieder Probleme, die du siehst, nicht die Lösungen, die die AfD bietet. Über diese Probleme haben wir hier und anderswo zur Erschöpfung geredet, ich werd's gleich nochmal tun, weil ich ein alter Gegenhalter bin. Aber du sagst, du wählst nach Programm. Ich würde wirklich gern wissen, welche Teile des AfD-Programms du sinnvoll findest.

    So, zur Gegenhalterei:

    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Ich wähle die AfD, weil ich gegen Merkels Flüchtlingspolitik bin.
    Auch hier würde ich gern nochmal geklärt haben, was du für "Merkels Flüchtlingspolitik" hältst. Nicht zum Strietzen, sondern weil es wirklich wichtig ist, dass wir untereinander klären, was eigentlich mit solchen Phrasen gemeint ist.

    Zitat Zitat
    Ja, man könnte behaupten, dann könne man auch eine andere Partei wählen.

    Aber die Partei muss halt über die 5 Prozent Hürde kommen
    Alle aktuell im Bundestag vertretenen Parteien haben Programmpunkte zur Zuwanderungspolitik.

    Zitat Zitat
    und eine realistische Chance haben, die Flüchtlingspolitik zu ändern. Das ist nunmal zurzeit die AFD.
    Wie realistisch siehst du diese Chance? Ich weise nochmal drauf hin, dass die AfD aktuell im Bundestag sitzt und Anträge einbringen kann, dass es Kooperationswege mit den restlichen Bundestagsfraktionen gibt. Warum ist da noch nichts passiert auf Seiten der AfD?

    Zitat Zitat
    Durch die Flüchtlingspolitik ist die Kriminalität insbesondere bei Messerangriffen stark angestiegen.
    Punkt 1
    Zu Messerangriffen gibt es bis heute keine schlüssigen Daten, diese Aussage kannst du also nicht auf Grundlage einer eindeutigen Faktenlage, sondern aus nem Gefühl heraus treffen. Ich verweise auch nochmal auf Sabakus sehr aufschlussreiche Stichprobe aus der AfD-Messerkarte.

    Was die Kriminalität insgesamt betrifft, habe ich Gala nichts hinzuzufügen. Und meiner Stellungnahme zu Itajus (anders gelagerter, prinzipiell aber diese Kriminalitätsanstieg-Hypothese betreffender) Frage auch nicht. Nur zwei Fragen: Was wäre die Konsequenz, wenn auf einmal ein relevanter Anstieg der Kriminalfälle zu verzeichnen wäre? Findest du, man sollte Beförderungserschleichung und Messerangriffe in einem Atemzug nennen, wenn man über Zuwandererkriminalität spricht?

    Zitat Zitat
    Durch die Flüchtlingspolitik entstehen horrende Kosten, die in die Milliarden gehen.
    Sozialkosten.
    Punkt 2
    Diese Kosten entstehen durch Fluchtzuwanderung, sie sind nicht von der Flüchtlingspolitik verursacht. Das mag wie ne krümelkackerische Unterscheidung klingen, bis du dir eins klar machst: Menschen kommen zu uns und deren Versorgung, Asyl, Bleibe oder Duldung verursacht auch mit einer anderen Flüchtlingspolitik hohe Kosten.

    Ich weise in diesem Zusammenhang auch nochmal drauf hin, dass diese Kosten, ja, im Milliardenbereich liegen, prognostizierbar aber gelindert werden, unsere Gesellschaft maximal auf Zuwanderung angewiesen ist (und nein, wir kriegen nicht mal eben so 30 000 hochqualifizierte Westeuropäer in dieses Land, wir könnten aber mit den persönlichen und qualifikativen Potentialen derer, die in den letzten Jahren hier her gekommen sind, wunderbar umgehen und sie gezielt fördern; Beispiele, wo das bereits zum großen Nutzen unseres Mittelstandes passiert, habe ich in diesem Thread ausführlich und mehrfach gegeben). Und dass wir drei- bis fünfmal so viel auf Bundesebene für Verteidigung ausgeben. Die nötigen Ausgaben betragen abnehmend etwa 10% des Gesamtsteueraufkommens (das heißt NICHT, dass 10% Steuern dafür ausgegeben werden) und machen damit bis zu 1-2% des BIP aus, prognostisch sinkend und durch Reeinnahmen gemildert.

    Zitat Zitat
    Durch die Flüchtlingspolitik kommen sehr viele Muslime.
    Der Islam ansich ist nicht verfassungswidrig.
    Aber es gibt einen politischen Islam. Es gibt Islamismus und Salafismus.

    Wir haben schon genug Islamisten im Land. Natürlich ist nicht jeder Flüchtling ein Islamist. Aber die Anzahl wird steigen.

    Punkt 3
    Ja, wird sie. Bezogen auf den letzten Wert, den ich zur Kenntnis genommen habe (ist allerdings schon einige Monate her), geht man aktuell von 5000 bis 10 000 islamistischen oder salafistischen Gefährdern aus, also solchen, deren ideologische Einstellung tatsächlich am Rechtsrahmen kratzt. Muss ich dir den Prozentsatz nennen, den diese Menschen an der Gesamtzahl der Muslime in Deutschland ausmacht? Muss ich dir in Prozent ausdrücken, was für einen "Anstieg" die Zuwanderung bedeutet hat? Wir bewegen uns da in großen Abständen vom Komma.

    Zitat Zitat
    Durch Millionen an Flüchtlinge ist eine Wohnungsnot entstanden.
    [...]

    Unsinnig, also noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

    Punkt 4
    Hierzu habe ich mich bereits geäußert, eine Reaktion von dir darauf steht noch aus. Die Flüchtlingssituation hat die bereits seit Jahren bis Jahrzehnten bestehende Wohnungsnot nicht relevant verschlechtert und dort, wo Wohnungsmangel auf Wohnansprüche von Flüchtlingen trifft, ja, da wurde schlecht verteilt. Die Wohnungsnot hat aber ganz andere Ursachen und ist in Teilen dieses Landes absolut nicht vorhanden -- ich wohne in Chemnitz im bestsituierten Viertel in einem renovierten Altbau mit Parkblick, Tageslicht-Wannenbad und EBK. Ich zahl 7 Euro Warmmiete pro m², das ist verhältnismäßig teuer für diese Stadt (liegt aber vor allem an den Nebenkosten, kalt sind's knapp 5 Euro pro m²). Keine Nebenbewerber. Bis vor etwa vier Jahren konntste hier mit ein bisschen Geningel drei Kaltmieten sparen; eine ansässige Wohngenossenschaft hat bis vorletztes Jahr damit geworben, man nehme eine ihrer glaub 50m² Dreizimmerwohnungen für 300 Euro all inclusive, wenn man will, wird der Grundriss der Wohnung verändert, außerdem EBK und erste Kaltmiete erlassen. Und und und.

    Auf Deutschland gesagt gerechnet, du kannst es im anderen Beitrag nachlesen, ich schreibst dir hier nochmal hin: In Deutschland stehen knapp 2 Millionen Wohnungen leer.

    Zitat Zitat
    Wir haben schon genug Einwohner / m 2 . Siehe dazu Frankreich. Viel weniger Flüchtlinge, viel mehr Wohnfläche.
    Du weißt, dass die Franzosen auch in Häusern wohnen und nicht auf der freien Flur? Selbst in der Gascogne sind sie irgendwann von den Erdhügeln runtergeklettert. Diese Rechnung ist einfach schwachsinnig, die Franzosen haben seit mindestens den 60ern eine noch viel gravierendere Wohnungsnot, mittlerweile leben dort mehr als 12 Millionen Menschen in notdürftigen Wohnverhältnissen -- Frankreich hat 67 Mio. Einwohner. In Deutschland sind es demgegenüber etwa 2 Millionen (älterer Wert, hab ich nicht nochmal neu überprüft). Übrigens ist das auch in Frankreich ein großes Verteilungsproblem, das hängt mit der Ghettobildung und der zentralistischen Missökonomie und dem sozialistisch subventionerten Mietenwucher zusammen (in Strasbourg nimmste schnell mal 5000 Euro in die Hand, nur um eine halbwegs passable Wohnung zu haben, wovon du dir dann über Sozialzuschüsse pro Monat nen Mietanteil zurückholen kannst -- ist n echt wunderbares System, wo der Staat sich freiwillig auf dem Rücken seiner BürgerInnen von Vermieterclans ausbeuten lässt).

    Aber hey, machen wir's doch wie Frankreich.

    Zitat Zitat
    Deutschland hat bereits die höchste Anzahl von Flüchtlingen aufgenommen in der EU.

    Punkt 5
    In absoluten Zahlen stimmt das, Schweden und Ungarn haben aber gemessen am Bevölkerungsanteil mehr aufgenommen. Was ist gerade bei diesem Punkt deine Konsequenz, bzw. ist das ein Problem, das wir lösen können? Wie?

    Zitat Zitat
    Die AFD ist zudem eine patriotische Partei, was ich begrüße.
    Was ich in Polen und Tschechien gelernt habe: Von innen sehen deren Wohnhäuser wie Gründerzeit-Villen aus, von außen wie Abbruchhäuser. Ich glaube, von Innen sieht Nationalismus manchmal wie Patriotismus aus. Ist halt immer die Frage, wer drinnen wohnt und wer den Anblick der Fassade ertragen muss.

    Zitat Zitat
    Die engstirnige Sicht zum Islam bemängel ich bei der AfD, aber auch bei den "Altparteien"
    Beide Seiten haben Recht.
    Und das hätte ich gern dringend noch ausgeführt, was hier die "beiden Seiten" sind.

    Geändert von Mordechaj (12.10.2018 um 15:03 Uhr)

  17. #217
    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    @Morderchaj:
    Erzähl mir doch nicht, dass der Großteil der Flüchtlinge, hochgebildete Leute sind, die wir händeringend suchen.
    Über welchen anderen Kamm sollen wir sie denn dann scheren? Alle arm und dumm? So einfach ist es mit Sicherheit nicht!

    Du kannst Intelligenz und Arbeitsbereitschaft ganz sicher nicht einfach an der Herkunft festmachen, auch wenn die AfD diesen Schritt gerne gehen würde, und ihren Wählern auch noch immer weiter fleißig eintrichtert, dass es so wäre. Aber erstmal ist das einzige, was diese Menschen von uns unterscheidet, die Tatsache, dass sie aus ihrem Land aufgrund besonderer Umstände fliehen mussten.

    So, und jetzt drehen wir das ganze Spiel doch mal fröhlich, um und machen ein Gedankenspiel: Nur hochgebildete Menschen, die wir händeringend suchen, dürfen in Deutschland bleiben und arbeiten. Wie viele Deutsche Staatsbürger müsste man nun abschieben, damit dies gewährleistet ist?

    Fällt dir was auf?

  18. #218
    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    @Morderchaj:
    Erzähl mir doch nicht, dass der Großteil der Flüchtlinge, hochgebildete Leute sind, die wir händeringend suchen.
    Abgesehen von Kens richtigem Einwand: Kannste mir bitte rauszitieren, wo ich das geschrieben habe? Ich erinnere mich so schlecht.

    Zitat Zitat
    Eher das Gegenteil ist der Fall, der Großteil hat nur eine geringe Bildung. Die werden ganz sicher nicht unsere Rente erarbeiten.
    Ich hätte gern eine Quelle und eine Ausführung oder Quelle für diese Prognose.

    Zitat Zitat
    Wir brauchen Ärzte, Ingeneure, Architekten aus dem Ausland.
    Nein, wir brauchen Pflegekräfte, HandwerkerInnen, ArbeiterInnen und DienstleisterInnen. Herzl, du musst halt begreifen, dass wir nicht mehr in den 2000ern leben. Es ist mir wirklich wichtig, dass du das begreifst. Die Ebene der Hochqualifizierten ist dank einer radikalen Bildungsoffensive so gedeckelt, dass diese Berufsschicht zur Abwandererschicht wird. Komm doch mal 2018 an, wir haben hier neue Probleme zu lösen.

    Zitat Zitat
    Aber keine Geringgebildeten aus dem Ausland, die in Konkurrenz stehen zu den deutschen Geringgebildeten, aber meist viel "günstiger arbeiten".
    Du weißt, wie das tariflich gebundene Lohnsystem funktioniert? Weder der Kassierer noch die Auszubildende treten in Lohnverhandlungen ein.

    Zitat Zitat
    Überall wo der Islam die Mehrheit ist, gibt es keine Demokratie. Das sollte uns warnen.



    Kolonialismus, du Oger.



    Und ich hätte gern immer noch meine Ausgangsfrage nach konkreten Programmpunkten beantwortet. Du nutzt die bitte nicht weiter als Sprungbrett für deine geistlosen, subsumptionslogischen und verlogenen Kahlschlagbehauptungen, du gehst bitte nicht über Los, sondern äußerst dich entweder zu dem Programm, das du meinst zu wählen, oder hältst die Babbeln und gehst dich informieren, wie Ausbildung und Arbeitsmarktintegration in diesem Land funktioniert. Oder der Wohnungsmarkt. Oder menschliches Zusammenleben.

    Geändert von Mordechaj (12.10.2018 um 15:44 Uhr)

  19. #219
    Zitat Zitat
    Du kannst Intelligenz und Arbeitsbereitschaft ganz sicher nicht einfach an der Herkunft festmachen, auch wenn die AfD diesen Schritt gerne gehen würde, und ihren Wählern auch noch immer weiter fleißig eintrichtert, dass es so wäre.
    Intelligenz und Arbeitsbereitschaft ist strittig, aber dass Bildungsstand und Schulabschluss was mit Herkunft zu tun hat, musst du schon einsehen, oder?

  20. #220
    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen
    Intelligenz und Arbeitsbereitschaft ist strittig, aber dass Bildungsstand und Schulabschluss was mit Herkunft zu tun hat, musst du schon einsehen, oder?
    Nein, das muss ich nicht. Wieso hat deiner Meinung nach Bildungsstand und Schulabschluss was mit der Herkunft zu tun? Wenn du das schon in den Raum wirfst, wäre eine Begründung nicht ganz verkehrt.

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