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Thema: Die "Alternative für Deutschland"

  1. #41
    Hass ist, wenn ich etwas oder jemanden verachte und Energie darauf verwende, dieses Gefühl zu leben und in diesem Sinne zu agieren. Hass ist auch das, was die AfD im Volk zu wecken versucht, um an Stimmen zu kommen. Dieser Hass ist aber nichts, was vorher nicht dagewesen wäre. Es gab zuvor nur keinen Grund, diesen Hass nach außen zu tragen. Vielleicht waren es auch gesellschaftliche Hemmungen, die dazu geführt haben, dass Menschen ihren Hass versteckt haben und nun, da es Personenkreise gibt, in denen dieser Hass Akzeptanz findet, kann man ihn ungeniert nach außen tragen. Und das ist ja eigentlich das beängstigende dran.

    Thema Rassismus: Es gibt keinen Rassismus! Denn es gibt unter den Menschen keine verschiedenen Rassen, sondern nur den Homo Sapiens Sapiens. Was es jedoch gibt sind fremdenfeindliche Arschlöcher, die eine (durch irgendeinen evolutionären Impuls gesteuerte) Angst oder Abscheu gegenüber allem und jedem empfinden, was sich auch nur im geringsten von ihnen selbst unterscheidet. Dass man sich selbst als den absoluten Status Quo ansieht und alles andersdenkende, anders aussehende und anders fühlende Individuum für das, was es ist, verurteilt, ist demnach eine Kombination aus vielen Charakterschwächen, zu denen unter anderem Egoismus und Ignoranz zu zählen sind. Der Hass ist nur das Resultat.

    Geändert von Ken der Kot (22.09.2018 um 20:41 Uhr)

  2. #42
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Wo zieht ihr denn die Grenze? Ab wann ist es keine nachvollziehbare Kritik an der Flüchtlingspolitik mehr, sondern nur noch Rassismus bzw. Fremdenfeindlichkeit?
    Eine klar definierte Grenze kann ich dir nicht bieten, aber wenn ich Leute absolut unironisch schreiben sehe, dass "man ruhig hetzen darf, wenn es gegen dreckige Flüchtlinge und scheiß Ausländer geht. Da kann man ruhig mal beide Augen zudrücken.", "dass es nur die eigene, demokratisch unbedenkliche Meinung ist, wenn auf Facebook dazu aufgerufen wird ein Flüchtlingsheim anzuzünden. Das muss eine Demokratie aushalten können.", "dass man das Flüchtlingsproblem schnell und unkompliziert lösen könnte, wenn man die Nigger alle auslöscht" und "Libtards halt. Gehören vergast.", finde ich das ziemlich eindeutig. Und das ist nicht frei erfunden von mir. Das habe ich alles genau so gelesen (nicht auf 4chan). Kein Witz. Und jeder davon war ein knallhartes AfD-Fangirl.

    Und genau der selbe Personenkreis wundert sich dann, dass man sie und die AfD als braunen Abschaum wahrnimmt. Kann man sich wirklich nicht ausdenken.

    Geändert von Ashrak (22.09.2018 um 21:16 Uhr)

  3. #43

    steadily ready to stab
    stars5
    Zitat Zitat von Ashrak Beitrag anzeigen
    Und genau der selbe Personenkreis wundert sich dann, dass man sie und die AfD als braunen Abschaum wahrnimmt. Kann man sich wirklich nicht ausdenken.
    Nee, die wundern sich nicht, die wissen schon ganz genau wofür das steht, was sie da wählen. Das ist nur der Versuch der Verharmlosung um einerseits den Konsequenzen zu entgehen (denn auch 2018, auch im großen europäischen Rechtsruck steht der Großteil der Deutschen nicht auf Rechtsextreme und Nazipack) und Teil der Bauernfängermethode.

  4. #44

    steadily ready to stab
    stars5
    Ich stehe ja eigentlich nicht auf diese Abart des Politikforums einfach nur Scheiße abzuladen, aber im Gegensatz zu den besudelten Cops im Hambacher Forst triffts hier ja wohl die Richtigen.

    Schlecky Silberstein hat die Tage ein recht harmloses Satirevideo zu Chemnitz gedreht.

    ...und was die AfD daraus macht:

    EIN HAUCH VON ‘33 – UND PLÖTZLICH STEHEN SIE VOR DEINER TÜR
    Zitat Zitat
    Schließlich stand der AfD-Abgeordnete Frank-Christian Hansel mit einem Kameramann vor der Haustür meines Firmen-Partners und filmte das Klingelschild ab. Der Krawatte nach zu urteilen ist Hansel ein Mensch, der erst handelt und dann nachdenkt, aber ein Abgeordneter muss wissen, dass diese Unsitte, Adressen ins Netz stellen, nicht nur illegal ist, sondern auch gefährlich. Das Video mit den Adressdetails wurde über den Facebook- und Youtube-Kanal der AfD-Berlin geteilt, wo viele Kommentatoren sehr erregt über den jüdischen Namen meines Partners waren.

    AUCH NOCH JUDEN!

    Und spätestens wenn Juden im Spiel sind, greift bei Teilen der AfD-Klientel der alte Vernichtungs-Reflex. Die Morddrohung aus dem Antisemitismus-Baukasten ging am 16. September ein und ich lehne mich hoffentlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: Ohne die Initiative von Bundes- und Berlin-AfD, wäre sie uns erspart geblieben.
    Zitat Zitat
    Ihr Juden seid ein Geschwür.
    Euch muss man ermorden!!!

  5. #45
    Zitat Zitat von WeTa Beitrag anzeigen
    Schlecky Silberstein hat die Tage ein recht harmloses Satirevideo zu Chemnitz gedreht.
    Das ist schon länger bekannt. Er war bei Markus Lanz und hat davon erzählt. Richtig extrem aber.

  6. #46
    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Populismus ist nicht automatisch extremistisch.
    Absolut. Das ist ja genau die Frage, wann Populismus in Extremismus umschlägt, bzw. was zu Populismus dazukommen muss, damit es Extremismus wird. Und speziell bei der AfD muss man sich viel eher fragen, nicht ob sie extremistisch ist, sondern inwiefern sie als Steigbügelhalter für extremistische Verrohung herhält. Wer sich eines Vokabulars bedient, das ganze Bevölkerungsgruppen und demokratische Institutionen durch den Schmutz zieht, von Sprüchebildchen grinst, auf dem 'nur so dem Wortsinn nach' steht, dass alle Zuwanderer aus muslimisch geprägten Regionen sittenlose Verbrecher sind, der ist noch nicht extremistisch. Aber auch nicht unschuldig.

    Zitat Zitat
    Es gibt aber auch linken Populismus.
    Und auch linker Populismus kann furchtbar eklig sein. In Hambach etwa fühlten sich einige prominente und weniger prominente Stimmen berufen, den Unfalltod des Journalisten neulich zur "Ihr seid Mörder"-Parole zu instrumentalisieren. Darüber muss man auch sprechen und das kann man auch mega geschmacklos finden. Gleichzeitig gibt es auch im Populismus kein Hufeisen und Linkspopulismus tritt immer noch mehr nach oben als nach unten.

    Zitat Zitat
    Die AfD möchte halt ins Gespräch kommen. Einige nennen das Populismus, andere Entertainment.
    Trump ist ein Entertainer, und das mögen die Leute. Ähnlich ist es mit der AfD.
    Es gibt eine lange und sehr schöne Tradition der Narrenerzählungen im europäischen Raum. Der Narr ist im Prinzip einer, der möglichst unterhaltsam zwischen Fäkalhumor und Schlachtereimetaphern die Absurdität des hegemonialen Systems aufdeckt, und am Ende stellt sich heraus, dass der Narr entweder nur das Pendant zu den Herrschenden ist, oder dass er tatsächlich in der Lage war, Missstände anzuprangern und alle es nur für einen Scherz hielten, bis es zu spät war.

    Katastrophale Regimes werden traditionell begleitet von Konstruktionen der Narrenherrschaft. Das hatte man beispielsweise en masse in Bezug auf das SED-Regime oder mit einem recht prominenten Twist bei Chaplin. Die Essenz der Narrenherrschaft ist, dass der Narr die Maske fallen lassen muss: Ist er ein Herrscher, der die Schlachterei auch in Politik umsetzt, oder stellt er sich als Täuscher heraus, der Fäkalien predigt und Brot bringt.

    Im Weißen Haus und im Bundestag und im Europaparlament sitzen jetzt Narren und sie haben die Maske immer noch auf. Ich weiß nicht, ob wir jemals so viel GEZ zahlen können, dass der Preis für die freien Medien ähnlich hoch wird wie der Preis, den wir für solches Polit-Entertainment bezahlen. In Puerto Rico sind tausende Menschen in einem Hurricane umgekommen, weil da ein Narr am Hebel sitzt, der ausgesprochen unterhaltsam scherzt, dass LateinamerikanerInnen Diebe, Drogenhändler und Vergewaltiger sind ("and some I assume are good people"), und der die offiziellen Todeszahlen erst neulich sehr unterhaltsam anzweifelte, weil halt nur ein paar Dutzend Menschen unmittelbar von der Naturgewalt aus dem Leben gerissen worden sind. Großer Scherz. Was haben wir alle gelacht.

    Die AfD beschädigt momentan ausgesprochen unterhaltsam die Diskurskultur und unsere gesinnungsoffene Medientradition, und Mitglieder unseres Parlaments -- die sitzen im höchsten unserer Häuser und beziehen massive Diäten -- reiben sich aktuell die Nippel über die drohende humanitäre Krise in den BKS-Nationen, weil so ein paar andere Entertainer, die sich unsere osteuropäischen Verbündeten aus Jux ins Haus geholt haben, aktuell eine europäische Lösung für das europäische Problem der Migrationskrise verhindern, mehr noch, aktiv das Leiden und den Tod von tausenden Flüchtlingen (und die können von mir aus alle TerroristInnen, Schmarotzer und Echsenmenschen sein, 's ist scheißegal) inkauf nehmen.

    Und in der nicht-extremistischen, populistischen Entertainerpartei sitzt man da und klatscht sich die Handballen wund. The Human Centipede ist ja strenggenommen auch nur Unterhaltung.

    Geändert von Mordechaj (23.09.2018 um 19:47 Uhr)

  7. #47
    @RPG-Devil
    Die meisten Menschen verstehen unter Hass schon etwas Ähnliches, selbst wenn sie manchmal den Begriff zweckdienlich umdefinieren: Jemand empfindet eine große Abneigung gegenüber jemand anderem und drückt das mit Worten und/oder Taten aus.

    Zitat Zitat
    Die AfD ist ein Mix aus Demokratischen Rechten, Rechtskonservative genannt und Rechtsnationalen, die ich noch innerhalb des demokratischen Spektrums sehe.
    Trotzdem kommen aber gerade von den Politikern, die im Rampenlicht stehen, Aussagen, die eher zum rechten Rand gehören und einige Landesverbände zeigen das offenbar sogar ganz offen (Demonstration mit Pegida in Chemnitz, die Junge Alternative in Bremen und Niedersachsen).

    @Surface Dweller
    Zitat Zitat
    Toleranz ist eine Bringschuld. Es sollte nicht dem einzelnen obliegen, sich für Dinge zu rechtfertigen die nie gesagt wurden.
    Die umstrittenen Aussagen sind ja gefallen und wenn jemand dann Partei für die AfD ergreift, weiß ich nicht, ob derjenige sich auch mit diesen Aussagen identifiziert. Natürlich muss man nicht gleich das Schlimmste annehmen, aber irgendwie zweifelt man ja schon. Was wird denn verteidigt? Die AfD an sich? Die umstrittenen Aussagen? Kritik an der Flüchtlingspolitik?

    Zitat Zitat
    Hat nie wirklich jemanden gejuckt; nur jetzt wo's seit der miesen Außen- Kriegs- und Einwanderungspolitik rechten Aufwind gibt und Politiker durch die niedrigere Schwelle über Smartphones in's Internet kommen und mal sehen was so Müll Leute im Internet schreiben, gibt man sich demonstrativ entrüstet.
    Es liegt eher daran, dass durch Social Media die Stimme der Menschen plötzlich zu hören ist, die früher immer überhört wurden, und die Medien werden auf Verfehlungen schneller aufmerksam. Ich meine, was ist denn besser? Die Verfehlungen zu ignorieren oder sie anzuprangern?

  8. #48
    In der AfD sind jetzt scheinbar auch einige Juden (und Friedman sprang gleich irgendwo herbei und musste kommentiern):
    https://www.t-online.de/nachrichten/...-gruenden.html

    Meiner Meinung nach ist das nicht so überraschend. Und das muss nicht mal gezielt von der Partei gefördert worden sein um sich gut darzustellen. Aber der Islam ist eben das neue Feindbild. Das passt mit den Juden gut zusammen. Ich würde mal sagen die Juden hassen (unter anderem wegen dem Nahen Osten) Muslime noch mehr als manche Deutsche es tun.

    Gegen Israel zu sein ist da ja heute eher links.

  9. #49
    Können wir uns darauf einigen, dass "die Juden", "die Muslime", "die Ausländer", die "Flüchtlinge", "die Sachen" mit 99% Wahrscheinlichkeit eine denkbar unkluge Art ist, irgendetwas zu äußern? Danke.

  10. #50
    Wenn du "die AfD" in die Liste einfügst, geh ich d'accord.

    @ Link: mich überrascht es nicht. die Juden (Achtung, bdraw, jetzt kommt ein Relativsatz), die ich kenne, sympathisieren mit der AfD, weil sie sich ernsthaft sorgen um den muslimischen Einfluss in Deutschland machen.

  11. #51
    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen
    Wenn du "die AfD" in die Liste einfügst, geh ich d'accord.

    @ Link: mich überrascht es nicht. die Juden (Achtung, bdraw, jetzt kommt ein Relativsatz), die ich kenne, sympathisieren mit der AfD, weil sie sich ernsthaft sorgen um den muslimischen Einfluss in Deutschland machen.
    "Die AfD" hat im Gegensatz allerdings zu "den Juden" und "den Ausländern" offizielle Sprecher, offizielle Programme und macht als Partei sogar nur Sinn, eben weil du die unter ein Dach packen kannst - gäbe es "die AfD" nicht (oder "die CDU", "die SPD", etc.) würde das jede Wahl ad absurdum führen. Eine Partei ist halt keine heterogene Bevölkerungsgruppe oder gar eine komplette Religion mit einigen Milliarden zugehörigen.

    Wir können uns aber gerne darauf einigen, dass "die AfD-Wähler" unsinnig ist, da gehe ich durchaus d'accord.

  12. #52
    die Juden und die Moslems haben in deutschland offizielle Sprecher, die der Öffentlichkeit zumindest sehr überzeugend verkaufen können, dass sie allgemeine Aussagen für diese sehr heterogrenen Gruppen treffen dürfen. ändert nichts daran, dass ich dir darin zustimme, dass die Gruppen zu groß sind, um über sie allgemeine Aussagen zu treffen.

    die AfD hat auch eine sehr heterogene Mitgliederstaffierung von desillusionierten Politikern des gesamten (!) politischen Spektrums über wirtschaftsiberale/moderate Konservative bis hin zu echten Neonazis reicht. Wenn man es sich einfach machen will, kann man natürlich sagen, dass das alles dieselbe braune Soße ist, weil die AfD (wie die anderen heterogenen Parteien auch) Parteisprecher besitzt, die die undanbkare Aufgabe bekleiden, diesen durchmischten Haufen Öffentlichkeitswirksam zu verkaufen, und dadurch eine allgemeine Aussage für alle Parteiorgane treffen. Verhindern können tu ich das nicht.

    ich wollte nur dafür sensibilisieren, dass man auf der einen Seite, wenn es der eigenen Sache nützt, für eine Differenzierung einer möglichen Opfergruppe wirbt, aber gerne auf der anderen Seite behauptet wird: zehntausende ultranationalradikale demonstrieren in Chemnitz. Wenn kritische, unzufrieden Bürger zur Rechenschaft gezogen werden, weil sich einer Gruppe zugeschrieben wird, von der ein Teil sich nicht an Gesetze handelt, ist es nicht weniger ungerecht, als z.B. ALLE Flüchtlinge für die Missschritte einer Minderheit derselben Gruppe zu verdammen.

    Geändert von Itaju (25.09.2018 um 23:49 Uhr)

  13. #53
    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen
    ich wollte nur dafür sensibilisieren, dass man auf der einen Seite, wenn es der eigenen Sache nützt, für eine Differenzierung einer möglichen Opfergruppe wirbt, aber gerne auf der anderen Seite behauptet wird: zehntausende ultranationalradikale demonstrieren in Chemnitz. Wenn kritische, unzufrieden Bürger zur Rechenschaft gezogen werden, weil sich einer Gruppe zugeschrieben wird, von der ein Teil sich nicht an Gesetze handelt, ist es nicht weniger ungerecht, als z.B. ALLE Flüchtlinge für die Missschritte einer Minderheit derselben Gruppe zu verdammen.
    Und wer hat diese Differenzierung deiner Meinung nach hier verwehrt?

    Man kann halt nicht immer schreien "Aber wir werden auch ganz undifferenziert behandelt!" -- weil man über die Faschos redet und ihr euch mitgemeint fühlt.
    Wenn du dir den Thread nochmal anschaust, hat hier niemand der AfD unterstellt, sie sei die Rechtsextreme per se. Lass mich dir aber trotzdem nochmal in Erinnerung rufen, dass die AfD etwas tun kann, was kein Zentralrat vermag: Sie kann sich von Vorfällen distanzieren. Hat sie das bisher getan in Bezug auf Chemnitz oder Köthen oder Dortmund? Von Storch hat den Anschlag auf das koschere Restaurant SCHALOM auf Nachfrage hin verurteilt. Das war alles, das ist offenbar die Grenze, die man in der AfD bereit ist zu ziehen (dass kurz darauf die gezielte Anwerbung jüdischer Mitbürger bekannt wurde, hat mein Bild von der Partei nicht verbessert, muss ich gestehen). Aber man hat sehr viel Zeit damit verbracht, in alle Richtungen Vorwürfe zu machen, man würde jetzt mit den Faschos in einen Topf gesteckt werden. Und ja, das ist stellenweise passiert, sowohl in deutschen Parlamenten als auch in den Medien. Und an wirklich ganz unprominenten und kaum hörbaren Stellen -- da gab es auch keinerlei echte Diskussion drüber die letzten vier Wochen, außer halt ÜBERALL -- hat man immer und immer wieder, bis zum Grad der Relativierung betont, dass man Ausschreitungen, Hetze und Gewalt verurteilt, aber weiß, dass sich da kein Mob zu Pogromen zusammengefunden hat, und dass man immer noch gesprächsbereit ist.

    Und in Chemnitz führt man diese Gespräche übrigens diesertage -- nicht dass die ortsansässige AfD die mittlerweile recht zahlreichen Dialogangebote mit der Stadtöffentlichkeit anders vernutzt hätte, als sie zu torpedieren oder boykottieren. Und in Chemnitz waren keine Zehntausende und das hat auch nie jemand behauptet. Worauf es hier ankommt, ist die Verpflichtung zu einer redlichen Darstellungsform und das bedeutet unter anderem, dass man nicht wider besseres Wissen Leuten Aussagen unterstellt oder wider besseres Wissen schlichtweg falsche Aussagen trifft.

    Und dass "Die Juden hassen Muslime noch mehr als manche Deutsche es tun" ne völlig andere Qualität hat als "Bei der AfD muss man sich fragen, nicht ob sie extremistisch ist, sondern inwiefern sie als Steigbügelhalter für extremistische Verrohung herhält", um mich mal selbst zu zitieren, das wirst du aufgrund deines besseren Wissens einsehen können.

    Geändert von Mordechaj (26.09.2018 um 05:46 Uhr)

  14. #54
    Natürlich ist alles in einem Forum eine subjektive Meinung.
    Und @RPG-Devil: Natürlich meinte ich es nicht rassistisch - wie auch, wenn man Muslime verteidigt?

    Meiner Meinung nach - das ist eben die persönliche Wahrnehmung (auch durch die Medien geprägt, die problematisch berichten können) ist eben, dass die Katholiken und Juden doch sehr zentral gesteuert erscheinen. Nicht alle. Aber meiner subjektiven Meinung nach gefühlt eben schon ein großer Tei. Die Katholiken machen das was der Papst sagt. Die Juden das was Israel (= Netanjahu) will. Mal sehr grob vereinfacht gesagt.

    Bei Muslimen gibts doch wieder zig Staaten und die Protestanten sind eh nicht so streng gläubig, etc.

    Da dürften viele Juden schon eher "poliltisch" sein - auch wegen der Sache mit Israel. Dass Einzelne in der AfD den Holocaust verharmlosen steht da nicht im Gegensatz zu Juden die jetzt eintreten. Viele werden sicher auch jünger sein und die damaligen Erlebnisse nicht mitbekommen haben - da ist es eher relevant zu gucken wie die AfD jetzt agiert.

    Meiner Meinung nach auch kein Antisemitismus-Problem in Deutschland und/oder bei der AfD. Halt - wie schon mehrfach erwähnt (und ich hab grad nicht so viel Zeit zu tippen, heute abend vielleicht nochmal) - haben eben viele vor den Muslimen Angst. Die Einzelfälle die Anschläge begehen sind halt öfter Muslime und gar nie Juden.

    Daher auch meine Auffassung, dass es eher rechts ist sich auf jüdische Seite zu stellen (da man dann auch Anti-Islam sein kann, wenn man Juden vor islamistischen Angriffen "schützt" - natürlich verkaufen die auch andere Aktionen als "schützen"). Aus den Medien entnimmt man öfter, dass linke Politiker eher gegen Israel sind, wenn mal in Notwehr überreagiert wird gegenüber Israel. (Im dt. Strafrecht ist übrigens auch bei Notwerh auf die Wahl angemessener MIttel zu achten.)


    Ich finde es daher schon angemessen von "die Juden" zu redne - da es bewusst rhetorisch so gewählt ist, um den Gesprächspartner zu einer Reaktion zu provozieren. Da es eine persönliche Meinung ist (somit erlaubt, sofern nicht beleidigend) - und ich sehe es auch wie Itaju bzw. die Reaktion auf Itajus Post (zumindest die AfD-Wähler werden oft auch sehr verallgemeinernd betrachtet). Eine Partei zu wählen ist für manche ja sowas wie eine Religion (eine Überzeugung - halt weltlicher Natur).

  15. #55
    *sigh* Blame's not mine this time.

    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Natürlich ist alles in einem Forum eine subjektive Meinung.
    Ne, das ist dein erstes Missverständnis: In einem öffentlichen Forum ist es nur einfacher, subjektive Einstellungen zu vertreten und zu diskutieren. Wir gehen hier immer noch mit Fakten und tatsächlichen Ereignissen um und sind, das sehen hoffentlich alle so, zu Wahrhaftigkeit verpflichtet. Und damit geht vor allem ein bestimmter Grad an Informiertheit einher.

    Zitat Zitat
    Und @RPG-Devil: Natürlich meinte ich es nicht rassistisch - wie auch, wenn man Muslime verteidigt?
    Und das ist dein zweites Missverständnis, das auch in deinen leider falschen Schlussweg führt, wer Menschen jüdischen Glaubens umgarnt, könne nicht antisemitisch sein. Hier treffen sich Missverständnis #1 und #2: Rassismus ist keine Meinung, sondern Zustand von Äußerungen oder Geisteshaltungen. Und 'Juden hassen Muslime, weil Naher Osten und so' ist genau genommen eine rassistische Äußerung.

    Ich weiß, wir mögen es nicht, Leuten Rassismus zu unterstellen, und ich tu's auch ungern und PeteS, bei allen Meinungsverschiedenheiten, mir ist klar, dass du kein Rassist bist, und es liegt mir fern, dich irgendwie beleidigen oder kränken zu wollen.

    Aber genaugenommen war allein schon das ne rassistische Äußerung und ich würde mir gern weiterhin vorbehalten, rassistische Äußerungen als solche zu benennen. Den Diskussionsfrieden wahren wir hier nicht, indem wir das angemessene Prädikat "rassistisch" dort vermeiden, wo es eben angebracht ist, sondern indem wir Äußerungen vermeiden, für die dieses Prädikat angebracht ist.

    Zitat Zitat
    Meiner Meinung nach - das ist eben die persönliche Wahrnehmung (auch durch die Medien geprägt, die problematisch berichten können) [...] Nicht alle. Aber meiner subjektiven Meinung nach gefühlt eben schon ein großer Tei. [...] Mal sehr grob vereinfacht gesagt.
    Siehst du das Problem selber, wenn ich aus diesem Absatz die beiden Äußerungen rausnehme, die mehreren hundert Millionen Menschen absolute Hörigkeit gegenüber je einem Meinungsführer unterstellen?

    Pete, der richtige Weg ist, sich zu informieren, bevor man sich eine Meinung bildet. Weil eben gerade nicht alles einfach subjektiv ist.

    Zitat Zitat
    Meiner Meinung nach auch kein Antisemitismus-Problem in Deutschland [...].
    Doch doch, das haben wir, das ist auch nicht wirklich ne Meinungsangelegenheit. Das schmeckt einem immer ähnlich schlecht wie vielen US-AmerikanerInnen der Hinweis, dass die Vereinigten Staaten ein gun problem haben. Davon wird's aber eben auch nicht weniger wahr.

    Zitat Zitat
    Daher auch meine Auffassung, dass es eher rechts ist sich auf jüdische Seite zu stellen
    Es ist meine Auffassung, dass es eher rechtspopulistisch ist, sich auf die Seite rechtskonservativer Menschen zu stellen.

    Zitat Zitat
    Aus den Medien entnimmt man öfter, dass linke Politiker eher gegen Israel sind, wenn mal in Notwehr überreagiert wird gegenüber Israel.
    Ich möchte dich, ceterum censeo, auch gleich mit vor dem Fehlschluss bewahren, Antizionismus ("gegen Israel sein") hätte, vor allem auf linker Seite, sonderlich viel mit Antisemitismus ("gegen Juden sein") zu tun. Weder der Staat Israel noch sein aktueller Ministerpräsident repräsentieren das Judentum. Die Verquickung der jüdischen Identität und des israelischen Staates sind sehr diffizil, was sich aber sehr gut auseinanderhalten lässt, ist ein aktuell rechtskonservativ regierter Staat, der mit Regelmäßigkeit völkerrechtsbrüchig wird, und dem jüdischen Volk, das eine Religion praktiziert.

    Zitat Zitat
    Ich finde es daher schon angemessen von "die Juden" zu redne - da es bewusst rhetorisch so gewählt ist, um den Gesprächspartner zu einer Reaktion zu provozieren. Da es eine persönliche Meinung ist (somit erlaubt, sofern nicht beleidigend)
    Wenn wir uns hier schon in Gegenproben verstricken: Mach mal noch die Gegenprobe zur Gegenprobe. Findest du "AfD-WählerInnen sind halt als Kind zu wenig in den Arm genommen worden und deshalb jetzt alle Heulsusen, die nichts sehlicher wollen, als sich von Papa Putin das aufgeschrammte Knie küssen lassen" ist ne persönliche Meinung oder ein Versuch der Verunglimpfung? Was hältst du von "Die Zigeuner leben doch alle in fahrenden Häusern, können die ohne festen Wohnsitz überhaupt wählen gehen?", ist das sagbar, weil halt ne Meinung?

    Als Lösungshilfe: "die Juden hassen Muslime" tendiert stärker zu der Zigeuner-"Meinung".

    Zitat Zitat
    (zumindest die AfD-Wähler werden oft auch sehr verallgemeinernd betrachtet).
    Hat BDraw nicht gemacht, hier ging es um deine Wortwahl.

    Zitat Zitat
    Eine Partei zu wählen ist für manche ja sowas wie eine Religion (eine Überzeugung - halt weltlicher Natur).
    Und für andere ist es ein politisch folgenreiches demokratisches Recht, das Teil und Konsequenz der öffentlichen Meinungsbildung darstellt und die Art und Weise unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens mitbestimmt. Das kannste über Religion halt so nicht ohne weiteres sagen.

  16. #56
    Zur subjektiven Meinung:
    Ich sehe es dennoch so, dass man eine subjektive Meinung vertritt - da alle Menschen (das wurde glaube ich letztens in nem andern Forum in dem Kelven unter anderm Namen ist diskutiert) eben nur über eine subjektive Wahrnehmung verfügen. Informationen können falsch sein bzw. man kann sie anzweifeln. Unterschiedliche Menschen verfügen über unterschiedliche Informationen. Selbst wenn man über gleiche Informationen verfügt und sie glaubt kann darauf basierend dennoch ne andere Einschätzung/Meinung rauskommen.


    Und natürlich kann jemand der Juden "umgarnt" auch antisemitisch sein. Ich sehe eben nur die Wahrscheinlichkeit allgemein von Antisemitismus in Deutschland geringer als die von "Anti-Islamismus" (Islamfeindlichkeit), da eben die meisten Menschen hier eine tatsächliche Bedrohung sehen. (Vs. nur einen Sündenbock für irgendwas suchen wollen.) Begründet eben durch die Straftaten von einzelnen Muslimen - die auch durch die Medien gepusht werden, so dass es aussieht als würden sehr viel mehr Muslime Straftaten begehen, als es tatsächlich der Fall ist.


    Zu der Sache mit dem Informieren hab ich oben schon was geschrieben. Es ist eben doch subjektiv, welche Vorerfahrungen und Informationen man hat. Klar wird man bei einem einzelnen neuen Menschen der einem begegnet (neu im Sinne von "man hatte vorher noch nie Kontakt/Informationen zu ihm bzw. über ihn") sich eingehender informieren, wenn man mit diesem näher zu tun hat. Je weniger man mit ihm speziell zu tun hat, desto eher greift man auf auf vorgefertigte Einteilungen zurück. Es werden auch diese vorgefertigten Einteilungen immer angepasst/überarbeitet - automatisch.

    Juden gibt es natürlich viel weniger an der Zahl hier in Deutschland. Das mag dazu führen, dass man eher auf vereinfachte Information aus anderen Quellen angewiesen ist. Muslime gibt es mehr: Da hat leider die Berichterstattung über Straftaten von vereinzelten Menschen einen negativen Einfluss. (Aber man sieht ja gerade dass im Osten die Abneigung größer ist - und so weit ich immer lese sind da ja viel weniger Flüchtlinge untergebracht ... vermutlich sonst auch weniger Muslime ohne Flüchtlingshintergrund. Also "hauen" die News über Straftaten die reißerisch berichten härter rein, weil nicht durch eigene positive Erfarungen mit solchen Menschen angepasst werden kann, das Bild von der Gesamtgruppe.)


    Zum Antisemitismus-Problem:
    Vielleicht hängt es von der Definition von "Problem" ab. Vielleicht auch vom Prozentsatz der Straftaten. Das kann auch zu falscher Wahrnehmung führen. Absolult gesehen liest man nämlich relativ wenig. (Aber es gibt halt auch weniger Juden.) Zig muslimische Flüchtlinge die Angst haben müssen dass ihnen das Flüchtlingsheim abgebrannt wird (und sie dann alle verbrennen) ... das schätz ich halt zumindest sehr viel problematischer ein als (auch wenn man da ein Problem sieht) als ein paar Scheiben von nem jüdischen Geschäft die eingeworfen werden, weil man dem den Erfolg nich gönnt und sich irgendwie konstruiert dass er Schuld wäre dass man selber kein Geld hat. Da müsste man jetzt mal in Prozent bei den Straftaten gegen Körper und Leben gucken und die Anzahl der Straftaten mit der Gesamtanzahl der hier lebenden Personen einer Religion vergleichen. Ich weiß ja nicht ob es da Statistiken gibt. Die setzen die Sachen zu anderem Kram in Relation. Straftaten pro Kopf, etc.

    Aber um hier zu Vergleichen müsste man es an den Opfern messen. Auf 100 muslimische Mitbürger 1 Mord und bei 10 jüdischen Mitbürgern 1 Mord - dann wäre natürlich das Antisemitismus-Problem extrem größer (10x so groß).


    Zu links/rechts bei Israel/Juden. Das was du dazu gesagt hat stimmt. Aber da hab ich auch falsch formuliert. Wenn ich sagte "es ist rechts, sich auf jüdische Seite zu stellen" dann meinte ich natürlich, dass es rechts ist, es gut zu finden, wenn Israel mal in Überreaktionen auch unschuldige muslimische Zivilisten tötet. Man unterstützt quasi den Anteil derer die das okay finden es so zu machen - weil es einem selber passt, da man selber gegen die Muslime ist. (Die Linken kritisieren eben aus dem Grund, weil nicht zu kritisieren Rassismus gegenüber Muslimen wäre - wenn man übermäßige Aktionen, die durch mildere Mittel ersetzt werden hätten können, dadurch durch Unterlassen der Kritik stillschweigend billigt.)


    Zu der Sache mit den AfD-WählerInnen: Es ist ne Meinung. Genauso wie bei Juden ich sehr grob das als "Hass" bezeichnete versucht man hier auch vereinfachend die Gründe erst mal zusammenzufassen. Mit so einfach gefassen Sätzen in solcher Sprache versteht es auch meist jeder, was gemeint ist. Im näheren Schritt kann man halt dann sagen dass viele (nicht alle) Juden in Israel so ein bisschen Abneigung gegen Muslime aus Palästina haben - weil da manche gelegentlich mal terroristisch aktiv werden. Dass einige dann auch fernab von Israel das so sehen, weil es Israel so eine besondere Stellung hat und man vermuten kann, dass viele Juden (nicht alle) auch da irgendwie damit verbunden sind. Usw. Das kann man bei den AfD-Wählern auch so machen. Man könnte den etwas angriffslustig formulierten Satz dann genauer aufbereiten und mal gucken ... ob die gemobbt wurden oder sonstwas. (Und das dann dazu führte, dass sie failten im Leben und keinen gescheiten Job bekamen und deshalb eher anfällig wurden für irgendwelche Versprechen.) Ein gewisser Anteil natürlich - nicht alle. Alle hat man eh nie.


    Wobei ich bei der Unterstellung dass jemand bestimmte andere hasst das auch nicht wirklich problematisch sehe. Das ist ja erst mal nichts böses. Und Hass kann begründet sein. (Es klang ja hier so als solle das schlechter/schlimmer sein als ein Spruch zur AfD.) Die Sache mit der Wahlberechtigung von fahrendem Volk kann doch tatsächlich eine legitime Frage sein. Innerhalb Deutschlands wäre sowas bei Kommunal und Landtagswahlen schon mal relevant - da muss man ne bestimmte Zeit an einem Ort gewohnt haben.

    Für die Wahlen bei der Nation, bei der man Staatsbürger ist - auf nationaler Ebene - ist ja vermutlich in den meisten Fällen die Staatsbürgerschaft eben relevant. Werden die Sinti und Roma ja vermutlich eine haben. Entweder von den Eltern diese "vererbt" - oder eben von dem Land in dem sie geboren sind.



    Im Grunde ging es mir eingangs eigentlich nur darum, dass gefüht oft (subjektiv) jüdischen Mitbürgern ein Sonderstatus eingeräumt wird. Ich aus diesen unbegründeten Befürchtungen (und weil ich Muslime eher benachteiligt sehe und ausgleichend wirken will) eben gleich mal vorwarnen wollte, dass zumindest die jüdischen Menschen die in die AfD wollen (oder dort schon sind) eben dies aus den Gründen tun, aus denen die andern Leute dort Mitglied sind. Man soll also nicht sagen dass die Nicht-Juden die bösen bösen bösen sind ... und die jüdischen Mitglieder nur "umgarnt" wurden und ganz nett sind. Da sollte schon Einigkeit herrschen. Wenn man die AfD als rassistisch ansieht, dann sind es auch - nicht alle Juden - aber natürlich eben die jüdischen Mitglieder, die ja nicht "umgarnt" wurden, sondern mit allen Konsequenzen aktzeptieren was die AfD gern mit Flüchtlingen machen würde - nämlichk eine mehr reinlassen. Auch nicht die vielen die legitim auf der Flucht sind und hier friedlich leben. Nur weil einige Einzelfälle Straftaten begehen ... manchmal auch gegenüber Juden, weshalb einige Juden dann in die AfD gehen. Halt nicht alle. Aber auf die bezieht es sich.

    Das ist eben wichtig zu beachten. (Würde man sagen die wären nur "umgarnt" worden, dann müsste man diese Ausrede ja auch für zumindest Teile der andern Mitglieder gelten lassen.)

  17. #57
    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Der Begriff Rassismus ist eh problematisch, da es unter Menschen eigentlich keine verschiedenen Rassen gibt.

    Eher Ethnien.
    Und in Zeiten der "Political Correctness" fällt unter Rassismus jegliche Diskriminierung.

    Sei es Homophobie, Antisemitismus, jegliche Religionsablehnung, aber auch kritische Meinungen zur Migrationspolitik.

    Bei dem Thema "Israel und Judentum" muss man sehr präzise und sachlich argumentieren. Weil ständig der StGB 130 darüber schwebt.

    Ich verweise hier gerne auf die USA und Kanada, wo es echte Meinungsfreiheit gibt.
    Zu blöd, dass es für die von dir aufgezählten Dinge eben genau eigene Begriffe gibt... die du dummerweise auch verwendet hast.
    Kritische Meinungen zur Migrationspolitik werden übrigens häufig als rassistisch bezeichnet, weil ihre Begründung auf rassistischen Thesen beruht.

    Falls du eine andere Meinung zur Migrationspolitik hast, darfst du die gern haben. Aber wenn die meisten Leute ihre andere Meinung halt auf Thesen wie "Die machen nur Ärger weil die unzivilisiert sind" berufen, dann ist das halt rassistisch. Das ist im übrigen auch außerhalb der Zeiten von "political correctness" so.

    Was die Meinungsfreiheit angeht:

    Zitat Zitat
    Art 5
    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
    (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
    (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
    In Realsprech Deutsch: Du darfst sagen was du willst. Sowohl beim sprechen, schreiben als auch in Form von Kunst. Der Staat wird nicht eingreifen. Aber sei dabei bitte kein Arsch.
    Wenn du Kram machst der gegen die Verfassung ist, dann müssen wir was machen. Also sei bitte kein Arsch.

    Wenn dir andere Leute sagen, dass du ein Arsch bist, dann ist das deren Meinung. Weil andere haben auch ne Meinungsfreiheit.
    Meinungsfreiheit befreit nicht davon kritisiert zu werden.

  18. #58
    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Zur subjektiven Meinung:
    Ich sehe es dennoch so, dass man eine subjektive Meinung vertritt - da alle Menschen [...] eben nur über eine subjektive Wahrnehmung verfügen. Informationen können falsch sein bzw. man kann sie anzweifeln. Unterschiedliche Menschen verfügen über unterschiedliche Informationen. Selbst wenn man über gleiche Informationen verfügt und sie glaubt kann darauf basierend dennoch ne andere Einschätzung/Meinung rauskommen. [...] Es ist eben doch subjektiv, welche Vorerfahrungen und Informationen man hat. Klar wird man bei einem einzelnen neuen Menschen der einem begegnet (neu im Sinne von "man hatte vorher noch nie Kontakt/Informationen zu ihm bzw. über ihn") sich eingehender informieren, wenn man mit diesem näher zu tun hat. Je weniger man mit ihm speziell zu tun hat, desto eher greift man auf auf vorgefertigte Einteilungen zurück. Es werden auch diese vorgefertigten Einteilungen immer angepasst/überarbeitet - automatisch.
    Ja, das heißt aber nicht, dass es piepegal wird, ob man ne informierte Meinung oder nur ne irgendwie so subjektiv gefühlte, ganz grobe Meinung aufgrund ner abwegigen Subsumptionslogik hat.

    Zitat Zitat
    Juden gibt es natürlich viel weniger an der Zahl hier in Deutschland. Das mag dazu führen, dass man eher auf vereinfachte Information aus anderen Quellen angewiesen ist.
    Mein Lieber, schmeiß doch einfach mal kurz die Googlemaschine an. Es mag dich überraschen, aber es gibt über jüdisches Leben in Deutschland erstaunlich vielseitige Informationen. Ich würde sogar behaupten, vielseitiger als im Falle muslimischen Lebens.

    Zitat Zitat
    Zum Antisemitismus-Problem:
    Vielleicht hängt es von der Definition von "Problem" ab. Vielleicht auch vom Prozentsatz der Straftaten. Das kann auch zu falscher Wahrnehmung führen. Absolult gesehen liest man nämlich relativ wenig. (Aber es gibt halt auch weniger Juden.) Zig muslimische Flüchtlinge die Angst haben müssen dass ihnen das Flüchtlingsheim abgebrannt wird (und sie dann alle verbrennen) ... das schätz ich halt zumindest sehr viel problematischer ein als (auch wenn man da ein Problem sieht) als ein paar Scheiben von nem jüdischen Geschäft die eingeworfen werden, weil man dem den Erfolg nich gönnt und sich irgendwie konstruiert dass er Schuld wäre dass man selber kein Geld hat. Da müsste man jetzt mal in Prozent bei den Straftaten gegen Körper und Leben gucken und die Anzahl der Straftaten mit der Gesamtanzahl der hier lebenden Personen einer Religion vergleichen. Ich weiß ja nicht ob es da Statistiken gibt. Die setzen die Sachen zu anderem Kram in Relation. Straftaten pro Kopf, etc.
    Antisemitismus beginnt nicht erst bei Straftaten gegen Leib und Leben. Allein schon diese verschwörungstheoretischen Kippfigürchen der Medien sind im Prinzip einer antisemitischen Denke entsprungen, wo der Jude die Presselandschaft heimlich nutzt um dem deutschen Michel in die Taschen zu lügen. Es werden immer noch regelmäßig Hakenkreuze an jüdische Kulturzentren geschmiert und jüdische Friedhöfe vandalisiert, und Chemnitz hat wieder sehr schön deutlich gemacht, dass egal was den Glatzkopf grad beschäftigt, ihm geht's völlig unabhängig vom "Schuldigen" besser, wenn er seine Wut gegen jüdisches Leben richtet. Jüdische Namen sind immer noch mit einem Stigma ausgestattet, jüdische MitbürgerInnen sind von jeher Opfer von gezielt antisemitischer hate speech (schau dir mal an, was die Leute über die Jahre hinweg so über Michel Friedman zu sagen wussten).

    Zitat Zitat
    Aber um hier zu Vergleichen müsste man es an den Opfern messen. Auf 100 muslimische Mitbürger 1 Mord und bei 10 jüdischen Mitbürgern 1 Mord - dann wäre natürlich das Antisemitismus-Problem extrem größer (10x so groß).
    Menschenfeindlichkeit ist aber halt kein Videospiel. Wir müssen keine Punkte zählen und wir müssen auch nicht gucken, wer's nun schlimmer hat.

    Zitat Zitat
    Zu links/rechts bei Israel/Juden. Das was du dazu gesagt hat stimmt. Aber da hab ich auch falsch formuliert. Wenn ich sagte "es ist rechts, sich auf jüdische Seite zu stellen" dann meinte ich natürlich, dass es rechts ist, es gut zu finden, wenn Israel mal in Überreaktionen auch unschuldige muslimische Zivilisten tötet. Man unterstützt quasi den Anteil derer die das okay finden es so zu machen - weil es einem selber passt, da man selber gegen die Muslime ist.
    Die Rechten freuen sich nicht, wenn da mal wieder ein paar PalästinenserInnen weggebombt worden sind, ihnen ist es bestenfalls egal. Auch das ist kein Videospiel, hier geht es um ideologische Grabenkämpfe. Und der gewaltvolle Schlagabtausch zwischen Israel und der Hamas hat auch nichts mit spontanen Überreaktionen oder "Notwehr" zu tun, sondern mit einer berechnenden Eskalationspolitik. Und diese Eskalationspolitik ist den Rechten ebenfalls herzlich egal (wie auch vielen Linken), im Prinzip ist es überhaupt auch der Hamas und den israelischen Rädelsführern herzlich egal, wer da jetzt wo grad wieder mal gestorben ist, außer es lässt sich für die Eskalationspolitik instrumentalisieren. Und das rechtskonservative Interesse an jüdischen Kreisen hat auch absolut nichts mit Israel zu tun, außer man will die harten Zionisten einlullen, aber selbst dann hat das nichts mit dem Nahost-Krieg zu tun, sondern mit Israels okkupativen Ansprüchen. D'où die Verlegung der amerikanischen Botschaft.

    Und wenn du dich etwas umfänglicher informieren würdest als 'Ist halt Krieg Juden gegen Moslems, liegt doch auf der Hand, dass die Rechten tote Moslems sehen wollen, also mögen sie Israel, obwohl sie eigentlich Antisemiten sein sollten so von der Geschichte her', würde dir auch selber auffallen, dass solche Vereinfachungen einfach ganz großer Quatsch sind.

    Zitat Zitat
    Zu der Sache mit den AfD-WählerInnen: Es ist ne Meinung.
    Dann sag das mal zu jemandem in einer Diskussion und schau, ob man dir weiter zuhört.

    Zitat Zitat
    Genauso wie bei Juden ich sehr grob das als "Hass" bezeichnete versucht man hier auch vereinfachend die Gründe erst mal zusammenzufassen. Mit so einfach gefassen Sätzen in solcher Sprache versteht es auch meist jeder, was gemeint ist.
    Pete, es geht hier nicht um ein Problem der Gradierung, sondern dass du weiterhin vollauf überzeugt bist, du könntest von "den Juden" und "den Muslimen" reden. Dass du weiterhin in so ner Pippi-Langstrumpf-Logik meinst, du hättest das Problem durchschaut, jetzt musste's nur in einfache Sprache packen und alles was dann dran zu kritisieren ist, ist nur deiner Nettigkeit geschuldet, das Verständnis aller zu sichern.

    Zitat Zitat
    Im näheren Schritt kann man halt dann sagen dass viele (nicht alle) Juden in Israel so ein bisschen Abneigung gegen Muslime aus Palästina haben - weil da manche gelegentlich mal terroristisch aktiv werden.
    Man kann im Prinzip nichts davon sagen. Eine relative Mehrheit der Israelis (du kannst natürlich auch von "Juden in Israel" reden, um die Diaspora gleich mit in Geiselhaft zu nehmen) hat aus verschiedentlichen, teilweise sich überschneidenden Gründen große Sorge mit der Existenz des Palästinensergebiets, der realiter davon ausgehenden Bedrohung für Leib und Leben, die von einer relativen Mehrheit der Palästinenser vertretenen Gebietsansprüche, die in der Regel das status-quo-Existenzrecht Israels angreifen, und die Tatsache, dass die Gebietsansprüche der Palästinenserführer verquickt sind mit einer "arabischen Bedrohung", wo halt mehrere islamistisch geprägte Nationen schonmal tolle Angriffkriege mit Israel geführt haben aus genau diesem Grund. In den Reihen Palästinas wird auch nicht "gelegentlich mal wer terroristisch aktiv" und das ist auch nicht das Grundproblem der Auseinandersetzungen. Das Problem ist grundlegend erstmal Palästinas Existenz.

    Zitat Zitat
    Die Sache mit der Wahlberechtigung von fahrendem Volk kann doch tatsächlich eine legitime Frage sein. Innerhalb Deutschlands wäre sowas bei Kommunal und Landtagswahlen schon mal relevant - da muss man ne bestimmte Zeit an einem Ort gewohnt haben.
    Ja, und es ist bei solchen legitimen Fragen auch völlig okay, von "Zigeunern" zu sprechen und genau zu wissen, welche ethnischen Gruppen man damit meint, und im Grunde -- wenn man sich informiert hat (Rassismus und Informiertheit schließen sich ja nicht immer aus) -- kann man sogar wissen, dass Sinti, Roma und Jenische Mitglieder ethnischer Minderheiten sind, die durchaus in der Lage sind Grundbesitz zu erwerben und zu halten.

    Zitat Zitat
    (Würde man sagen die wären nur "umgarnt" worden, dann müsste man diese Ausrede ja auch für zumindest Teile der andern Mitglieder gelten lassen.)
    Ich habe nicht behauptet, jüdische Kreise würden "nur" umgarnt werden.

    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Der Begriff Rassismus ist eh problematisch, da es unter Menschen eigentlich keine verschiedenen Rassen gibt.
    Ja, das macht die damit bezeichnete Geisteshaltung problematisch (weil sie rassistisch ist), nicht den Begriff. Es gibt auch keine vordenkliche Ideenursuppe, in die wir uns alle reinmeditieren können; wir sprechen aber trotzdem noch vom Deutschen Idealismus.

    Zitat Zitat
    Eher Ethnien.
    Ich kann euch allen gern rückwirkend noch Ethnozentrismus vorwerfen, wenn du das gern möchtest.

    Zitat Zitat
    Und in Zeiten der "Political Correctness" fällt unter Rassismus jegliche Diskriminierung.

    Sei es Homophobie, Antisemitismus, jegliche Religionsablehnung, aber auch kritische Meinungen zur Migrationspolitik.
    Vor allem fällt in Zeiten der Political Correctness Rassismus unter Rassismus.

    Zitat Zitat
    Bei dem Thema "Israel und Judentum" muss man sehr präzise und sachlich argumentieren. Weil ständig der StGB 130 darüber schwebt.
    Das tut er nun im Falle von Israel absolut nicht und eigentlich auch in Bezug auf das Judentum als Religion.

    Boar echt, und sorry. Wenn du dich in ner Diskussion wiederfindest, wo du dir nicht sicher bist, ob du in den Ahndungsrahmen des Volksverhetzungsparagraphen fällst: Vielleicht lohnt es sich dann, aus der Diskussion auszusteigen und mal die eigene Sozialisation auf Unstimmigkeiten zu prüfen. Ist wie an nem Wald vorbeigehen und ihn einfach nicht in Brand stecken zu dürfen. Wenn alles in Ordnung ist, muss man sich mit solchen Sachen gar nicht beschäftigen.

    Zitat Zitat
    Ich verweise hier gerne auf die USA und Kanada, wo es echte Meinungsfreiheit gibt.
    Sowohl die USA als auch Kanada haben beschränkende Regelungen getroffen, die der vor allem von der US-amerikanischen Rechtskonversative gefahrenen Vorstellung von umfassender "free speech" genaugenommen Abbruch tun. Mal ganz davon abgesehen, dass wir es dort mit zwei nach angelsächsischem Modell verfassten und rechtsprechenden Demokratien zu tun haben, die eine völlig andere Geschichte durchgemacht haben als etwa wir Kontinentaleuropäer: "Echte Meinungsfreiheit" hat man im Zuge der Aufklärung erfunden. Und wenn du dir mal anschaust, was man sich dadrunter vorgestellt hat, nein, was man logisch als Meinungsfreiheit konzipiert hat, dass sie Träger demokratisch-freiheitlicher Grundordnungen werden kann -- dann würdest du erkennen, dass dieses rechtskonservative free-speech-Verständnis grober Blödsinn ist. Selbst die härtesten Liberalisten wussten, dass man nicht alles in eine Masse brüllen darf, dass es Grenzen gibt.


    Und um dir das übrigens nochmal ins Gedächtnis zu rufen (ich schreib das hier regelmäßig und neuerdings auch gern mal in Richtung von AfD-WählerInnen, die meinen, Hitlergrüße und geschmacklose Punk-Liedtexte wären dasselbe Kaliber): §130 StGB definiert eine schwere Straftat gegen die Menschenwürde und den öffentlichen Frieden. Das kann per definitionem keine Meinungsäußerung sein. In keinem existenten Rechtsrahmen.

    Geändert von Mordechaj (26.09.2018 um 23:40 Uhr)

  19. #59
    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Soros ist ein Millionär und Jude.
    Solange du denkst, es ist okay, sowas unter dem Stichwort "Beeinflussung der Weltpolitik" zu schreiben, geschieht es dir verdammt recht, dass man dir dein Wutbürgertum auf's Brot schmiert. Und das ist übrigens keine genuin rechtsradikale Verbindung, die du da grad gezogen hast, sie ist genuin antisemitisch. Was fällt dir eigentlich ein.

  20. #60
    Zitat Zitat von RPG-Devil Beitrag anzeigen
    Ich habe nur Fakten genannt.
    Und ich habe dir nur den Fakt genannt, dass die Verbindung, die du da gezogen hast, um eine Reaktion zu provozieren, antisemitisch ist.

    So haben wir doch beide, was wir wollten. Ich hab wie immer mit allem, was ich sage, furchtbar recht. Und du hast es geschafft, mich mit einer antisemitischen Äußerung aus der Reserve zu locken, sie antisemitisch zu nennen. Toll!

    Höcke ist übrigens Rassist und immer noch in der AfD.

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