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Thema: Toiletten in RPGs

  1. #1

    Toiletten in RPGs

    Hallo Freunde. Immer öfter fällt einem auf, daß die Heldengruppe im Spiel so gut wie nie aufs Klo muss obwohl sie tagelang unterwegs sind und vielleicht auch mal Essen und Trinken müssten, anstatt immer nur im Inn zu schlafen. Toiletten gibt es nirgends, weder beim Schmied, noch im Inn. In keinem Dorf gibt es Klos. Wie steht ihr dazu? Findet ihr es auch merkwürdig, daß die Spielfiguren nie auf die Toilette müssen? Ist das realistisch? Ist das vielleicht sogar ein Tabu? Möchtet ihr mehr Toiletten in RPGs sehen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.

    Ken der Kot

    Geändert von Ken der Kot (27.07.2018 um 17:18 Uhr)

  2. #2
    Mich stört das Weglassen solcher Elemente nicht. Ob es nun realistisch ist oder nicht (dass die Charaktere in den Spielen nicht auf die Toilette gehen/man keine Toiletten sieht, heißt ja nicht, dass es keine gibt/diese nicht benutzt werden) sei mal dahingestellt.

    Wenn man so anfängt, müsste so vieles ergänzt/gezeigt werden. Wenn alles gezeigt werden würde (Anziehen frischer Kleidung/Unterwäsche, Rasieren der Bartfreien Charaktere, Zähneputzen, Toilettengang), hätte ich viel weniger Zeit für das eigentlich Spiel.
    Es gibt natürlich auch Spiele, wo solche Elemente Sinn machen (Life-Simulatoren, Harvestmoon, etc.).

  3. #3
    Als ich den Titel sah, wusste ich sofort, wer der Urheber dieses Threads sein muss...

    Die Frage ist doch - wie bei allen Dingen beim Makern oder Spieldesign - was man als Spieler davon hat.
    Toiletten machen im Rahmen von Sims einen Teil der Herausforderung (=Zeitmanagement) aus und sind in Fallout ein (schlechter) Witz weil man daraus trinken kann.

    Solange Toiletten keinen Nutzen haben müssen sie nicht Teil des Spiels sein.

  4. #4
    Es hängt sicher immer auch etwas davon ab, wie stark man im Einzelfall auf Immersion setzt. Wenn ich z. B. in einem modernen Setting das Innere eines Hochhauses detailiert abbilden wollte, z. B. weil ein Großteil des Spiels in diesem Hochhaus spielt, werde ich vermutlich auch Toiletten einbauen. In einem Spiel, wo ich die Welt bereise und damit darstellungstechnisch automatisch mehr in die Breite gehe (sprich, mehr Orte werden gezeigt, aber dafür weniger detailiert) dann fallen Toiletten bei den meisten wohl mit als Allererstes raus.

  5. #5
    Die Kacken alle im Wald. Ist doch klar.
    Ansonsten stimm ich Linkey und Dean vom Clan zu.
    In einem Mittelalter, Antike Setting gibt es sowieso nur öffentliche Toiletten.
    Wenn man Toiletten einbaut, warum dann nicht auch richtige Preise für Inns? Ich meine wenn ein Schwert 100 GM kostet und eine Übernachtung 300 GM (und da gibts genug Spiele).
    Eine Übernachtung die überhaupt Goldmünzen kostet ist wucher, wenn dann sollte man eine Unterwährung einstellen.

  6. #6
    Ein Rollenspiel ohne eigene Toilette ist gescheitert. Das mag nicht jeder gerne hören, doch die Wahrheit muss in die Welt pressiert werden. Wie wesentlich ein tatsächlich berücksichtigter Toilettengang das Spiel bereichert, möchte ich anhand häufig auftauchender Spieldesignprobleme demonstrieren:

    Heiltränke untergraben die Spielbalance
    Jeder Bosskampf wird läppisch, wenn der Spieler beliebig oft Gesundheit nachschütten darf. Wie hilft hier die Toilettenfunktion? Der Blasenfüllstand ist das Regulativ. Es darf erst dann oben nachgekippt werden, wenn unten entleert wurde.

    Goldschwemme entwertet den Schatzfund
    Der Spieler findet Gold, hat aber mangels lohnender Ausgabemöglichkeiten keine echte Verwendung für seine Reichtümer. Wie hilft hier die Toilettenfunktion? Die öffentliche Toilette entleert nicht nur den Helden, sondern auch dessen Börse. Hasenmanns Einwand - notfalls kacken eben alle im Wald - möchte ich sogleich aufnehmen und entgegenhalten: Aber das Papier bringt die Fee? Hier führt das Klo im Spiel nur über den Händler.

    Spielzeitgenerierung
    Wie soll ein Rollenspiel "episch" geheißen werden, wenn es nach 90 Stunden bereits vorbei ist? Und wie hilft hier die Toilettenfunktion? Wenn das Klo besetzt ist, heißt es: Anstehen!

  7. #7
    Zitat Zitat von real Troll Beitrag anzeigen
    Hasenmanns Einwand - notfalls kacken eben alle im Wald - möchte ich sogleich aufnehmen und entgegenhalten: Aber das Papier bringt die Fee? Hier führt das Klo im Spiel nur über den Händler.
    Ja gut das überzeugt mich nun wirklich. Als andere Option, wenn man den geizigen Weg gehen will kann man auch einfach auf Hygiene verzichten. Natürlich mit negativen Sozialen Folgen. Wer möchte den schon sein hart verdientes Geld, welches eigendlich zu nichts zu gebrauchen ist ausgeben? Erscheint es nicht ein Ziel im Leben darzustellen jedes Stück Gold zu ehren, als wäre es sein eigenes Kind?
    Möchte man etwa sein Kind für ein Stück Papier umtauschen, das man sofort wieder wegwirft nachdem man es einmal benutzt hat.
    Hier schlage ich auch vor die Moral der Truppe zu boosten, wenn man eine der öffentliche Toileten benutzen will. Einen Klospruch in den Stein zu ritzen darf natürlich ebenfalls nicht fehlen und erhöht die Annerkennung der Truppe im allgemeinen. Damit verbunden ist natürlich das Risiko, des erwischt werdens! Wischen als ein Key Feature des Spiels sollte, wenn man eine Toilette einbaut einfach dazugehören. Ob es das wischen des eigenen Hinterteils ist, das verwischen der Krizeleien mit gloreichen Einblicken in den tiefen Verstand des Menschen oder gar das wegwischen des eigenen Haufens, sollte man es mal nicht geschafft haben das Lokus zur rechten Zeit zu erreichen.
    Desweiteren finde ich es nötig ein Hausbaufeature in das Spiel einzubauen, in welchem man seine eigene Schüssel gestalten darf und mit allerlei Upgrades versehen. Wer möchte nicht die magische bewässerungsanlage, die so sorfältig den Hintern säubert, so das man gar glauben muss niemals seinen Stuhlgang verrichtet zu haben.
    Es gibt Gründe warum Könige den lieben langen tag auf ihrem "Thron" sitzen mögen. Ich meine das ganze hat Endgame potential.

    Und wenn wir schon von Kämpfen sprechen so darf natürlich dabei auch nicht, die neue Art der Zustandsveränderung fehlen: Von Voller Blase über Durchfall bishin zur verstopfung sollte alles dabei sein. Es hält das ganze Dynamischer und gibt dem ganzen seinen besonderen Flair.

    Wie man sieht eine gar unschiere Art an Möglichkeiten sein Spiel zu verbessern mit der Einführung von Toiletten, welche warscheinlich nur die Spitze des Eisberges an Möglichkeiten angegrazt hat.

  8. #8
    Na sowas. Da spiele ich vor ein zwei Tagen noch mit dem Gedanken sämtliche Games im RMArchiv, von denen ich aus dem Stegreif noch sagen konnte, dass sie dedizierte Toiletten-Maps featuren, mit dem Tag "Klo" auszustatten. Zunächst kam mir dieses Klo Feature noch zu unwichtig vor, es speziell in den Tags hervorzuheben, aber dein Thread hatte mich vorhin sozusagen davon überzeugt, das mal eben schnell nachzuholen.

    Allgemein: Toiletten in RPGs sind wie ich finde keine Notwendigkeit, sondern eher ein "nice to have" Detail. In klassischen RPG/Adventure Spielen findet man Toiletten wohl daher selten, weil die am häufigsten verwendeten Chipsets schlichtweg keine sanitären Anlagen beinhalten; anders als in vielen modernen Sets, die meiner Beobachtung nach wiederum häufiger für Horror- oder Fungames zum Einsatz kommen.

  9. #9
    Ich könnte mir vorstellen dass man sowas als Minispiel einbaut. Da könnte der Char dann Verstopfungen haben oder so. Und man muss möglichst schnell auf der Tastatur die Leertaste hauen damit er es rauspresst, etc.

  10. #10
    Zitat Zitat von real Troll Beitrag anzeigen
    Hasenmanns Einwand - notfalls kacken eben alle im Wald - möchte ich sogleich aufnehmen und entgegenhalten: Aber das Papier bringt die Fee?
    Damals hat man Blätter benutzt! Papier war für diesen Zweck viel zu teuer

  11. #11
    Wieso beinhaltet ein Thread über Toiletten in Makerspielen einige der wahnwitzig besten Gameplay-Ideen, die ich seit langer Zeit gelesen habe?
    So etwas sollte eigentlich nicht passieren ...

    Gekauft!

  12. #12
    Ein Paradebeispiel, wie man Toiletten richtig in ein Videospiel einbinden kann, ist für mich Fallout 4: In keinem Videospiel war ich je so gespannt und voller Vorfreude, was ich diesmal in der Toilette für Überraschungen finde.
    Ein neues Easteregg, ein Magazin, sonstige Schätze. - Es gab immer irgendwas interessantes zu finden, wenn man die nächste Toilette ausfindig gemacht hat.
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Screenshot_1.png  

    Geändert von Indy (20.07.2018 um 18:44 Uhr)

  13. #13


    Minispiele auf Toilette? Yakuza's got you covered.

    Geändert von Narcissu (21.07.2018 um 16:42 Uhr)

  14. #14
    Das ist mal ein lustiges Thema. Nicht nur gibt es hier Minispielideen ohne Ende, nein es gibt insgesamt Ideen und ein an sich lustiges Gesprächsthema.

    In meinem Game ist zu jedem Haus auch eine Toilette dabei. Zumindest kann man Türen anklicken und da sagt der Held dann: Da geht es zum Badezimmer oder Dem Geruch nach ist hier das Klo. Ausgenutzt werden kann das aber auch als ein schöner Gag und das gibt es auch noch im Game zu finden. Ein Haus in einem der Städte des Games, kann man betreten und siehe da, es besitzt keine Toilette. Die NPC´s dort drin hüpfen und zappeln da drin herum und sind kaum ansprechbar und insgesamt ist das ganze da drin eine echt nervöse Situation. Warum sie zappeln und hüpfen ist ja schon klar, nicht? Insgesamt wird in meinem Game auch gerne übertrieben auf solche kleinen Dinge etwas aufgebaut. So zum Beispiel auch der übertriebene trunk von Cafe. Siehe da: Mann hüpft kreuz und quer durch die Räume. :P Mal sehen was sich da noch so machen lässt. XD

  15. #15

    steadily ready to stab
    stars5

    Toilette ist der beste Speicherpunkt, don't @ me.

  16. #16
    Toilettengänge sind im normalen Leben schon nicht etwas, was man unbedingt publik machen muss. In Spielen geht es weniger um Realismus als eher um Konsistenz. Wenn dein Spiel das normale Leben nachahmt, dann gewinnt natürlich auch das WC an Relevanz. Wie GSandSDS oben meinte, eine Frage der Immersion. Wenn ich darstellen möchte, wie jemand auf einer Insel einsam gestrandet ist, an der Substanz nagt und seinen natürlichen Bedürfnissen nachgehen muss, ist es naheliegender. Bei RPGs hat man öfters mal Timeskips oder Szenenwechsel, da können sich die Charaktere schnell mal erleichtern. Solche Stilmittel sollten imho ohnehin Anwendung finden. Die ganze Zeit ausschließlich die Perspektive der Heldentruppe inne zu haben und 24/7 in der Weltgeschichte herumzurennen, wirkt auch sehr anstrengend.

  17. #17
    Zitat Zitat von WaterKnight Beitrag anzeigen
    In Spielen geht es weniger um Realismus als eher um Konsistenz.
    Prinzipiell ist es aber weder realistisch, NOCH konsistent, wenn sich die Heldengruppe nach einem verheerenden Endboss-Endsieg zur Feier des Tages/Abends erst mal in der örtlichen Taverne volllaufen lässt und dann am nächsten Tag weder der Kater, noch der damit sicherlich einhergehende Bierschiss auftritt. Stattdessen wird die Truppe dann früh am Morgen (meist vom einzigen weiblichen Partymitglied) aus dem wohlverdienten Komaschlaf gerissen, mit der Aussage, daß alle schnell los müssen zum Berg der Verheißung oder was weiß ich, weil der König hat einen Reiter losgeschickt, der neue Infos überbringt oder kein Plan. Und plötzlich rennen alle wie von einer wilden Wespe gestochen aus dem Inn, obwohl der Met noch durch sämtliche Gedärme zirkuliert und sich eigentlich allerhöchstens 2 Minuten nach dem überstürzten Aufbruch der Helden in einer verheerenden Durchfallattacke entladen müsste, wo ich mich frage... tragen die eigentlich alle Windeln, daß die niemals den Abort aufsuchen müssen? Oder können die das einfach rausschwitzen? Ich weiß ja nicht. Wäre sicherlich fatal, wenn die Heldentruppe gerade gegen den bösen Oberdämonen antritt und ausgerechnet der Heiler der Truppe eine kurze Auszeit erbittet, weil der zum Zerreißen gespannte Schließmuskel keinen weiteren Manaverbrauch zulässt. (Da könnte man einen State draus machen) Ich denke, da wäre eine gezielte Vorsorge deutlich besser und das Klopapier könnte man doch zumindest im Inventar mitschleppen, sodaß sich die Helden -während deines ominösen Szenenwechsels- zumindest im hohen Gras erleichtern können, solange sie damit keine wilden Taubsis verscheuchen.

    Geändert von Ken der Kot (05.09.2018 um 19:20 Uhr)

  18. #18
    @Les: Du vergisst, dass es hier auch konkrete Möglichkeiten gibt, den Toilettengang ins Gameplay einzubauen, um einen spielerischen Mehrwert zu schaffen. Und das ganz ohne den Schwierigkeitsgrad künstlich in die Höhe zu ziehen - wie du zu sagen pflegst. Das Aufsuchen der Toilette kann zum Beispiel durch schnelles Enterdrücken erfolgen. Wenn man es schafft in 30 Sekunden sehr oft Enter zu drücken, seilt man eine Anzahl X an Haufen ab. Ab einer bestimmten Anzahl (zb 50 Haufen) gibt einem die Klofrau dann einen Heiltrank. Man muss Realismus also nicht immer als eine Last sehen. Man muss sich lediglich darüber Gedanken machen, wie man ein solches Feature auf eine für den Spieler motivierende Weise implementiert. Ich denke auch nicht, dass ein Kothaufen in Pixelformat zwangsläufig ekliger wäre als ein abgeschlachteter Random-Encounter, der nach dem Zufallskampf blutig auf dem Waldboden liegen bleibt.

  19. #19
    Zitat Zitat von Ken der Kot Beitrag anzeigen
    Das Aufsuchen der Toilette kann zum Beispiel durch schnelles Enterdrücken erfolgen. Wenn man es schafft in 30 Sekunden sehr oft Enter zu drücken, seilt man eine Anzahl X an Haufen ab. Ab einer bestimmten Anzahl (zb 50 Haufen) gibt einem die Klofrau dann einen Heiltrank. Man muss Realismus also nicht immer als eine Last sehen. Man muss sich lediglich darüber Gedanken machen, wie man ein solches Feature auf eine für den Spieler motivierende Weise implementiert.
    Also in meinen Augen wäre das hier wesentlich realitätsferner als gar keine Toiletten . Sowas passt auch nicht unbedingt in jedes Spiel. Da kommt es extrem darauf an, wie ernst sich das Spiel nimmt und wie es gesehen werden will.

  20. #20
    Caledoriv wieso wäre das realitätsferner?

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