Ich hab das Spiel nach der Szene in der Leichenhalle erst mal abgebrochen. Die Spielfigur stirbt, ohne dass ich wirklich weiß warum. Ich erfahre nur, dass das Licht etwas anlockt, trotzdem schaltet die Spielfigur auf der nächsten Map die Taschenlampe wieder an - mit ungesunden Folgen. Ich kann nicht abspeichern, weil ich dafür die Taschenlampe einschalten müsste und wenn ich es mache, gibt es sofort ein Game Over. Also muss ich mir die Szene in der Leichenhalle immer wieder anschauen und rätseln, wie ich lebendig bis zum nächsten Speicherpunkt komme. Das macht keinen Spaß. Was mir fehlt: Eine Einführung des neuen Gameplays und eine Speichermöglichkeit direkt nach der Szene.

Die Atmosphäre des Spiels gefällt mir und eine Plegeanstalt ist zwar ein sehr klassisches Szenario, aber ich mag es trotzdem. Die Dialoge sind mir manchmal sprachlich zu holprig, mir fällt sofort die Szene ein, als der Polizist von den umgestürzten Bäumen spricht, und die Spielfigur braucht nicht immer wieder zu sagen, dass sinngemäß etwas in der Anstalt nicht stimmt. Das ist beim ersten Mal schon klar. Überhaupt sind die inneren Monologe eigentlich gar nicht nötig.

Das Gameplay eines Adventures besteht zwar meistens daraus, Gegenstände zu suchen und sie an den richtigen Stellen einzusetzen, aber in Haunted 3 sucht man hauptsächlich Schlüssel, etwas mehr Abwechlungs und komplexere Aufgaben wären schon nicht schlecht. Außerdem sind die Laufwege in einem Makerspiel ziemlich lang und weil die Geschwindigkeit der Spielfigur dann auch noch ziemlich langsam ist, zieht sich das Spiel zu sehr. Es passiert ja sonst nicht viel auf den Maps, von den Jump Scares mal abgesehen. Während das Rätsel mit den Schachfiguren zwar einfach, aber ok ist, sind die anderen Aufgaben nicht mal Rätsel. Die Laptops knackt man zum Beispiel nicht durchs Nachdenken oder durchs richtige Interpretieren von Hinweisen, sondern indem man alle Kombinationen durchprobiert. Was spricht denn gegen einen (verschlüsselten) Hinweis?