Auf die Gefahr hin, hier nun zum großen Banausen erklärt zu werden... ich konnte mit Kubrick nie viel anfangen. Hatte für mich immer so etwas übertrieben artsy-mäßiges an sich. Distanziert, konstruiert, kalt. Filme für Leute, die gerne viel (hinein-)interpretieren, aber bei denen letztlich der Unterhaltungswert für meine Begriffe zu kurz kommt. In den Kubrick-Streifen, die ich kenne, kommen oft zwei oder drei wirklich erinnerungswürdige Szenen vor, aber das ist dann irgendwie auch schon alles.
Nicht gesehen habe ich Fear and Desire, Der Tiger von New York, Die Rechnung ging nicht auf, Lolita und Barry Lyndon. Wege zum Ruhm habe ich nur zum Teil geschaut.
Spartacus mochte ich so einigermaßen. Nicht der beste Sandalenfilm ever, aber ein toller Kirk Douglas in der Hauptrolle und schicke Kulissen. Bewegendes, wenn auch vorhersehbares Ende. Fand den gemessen am Inhalt aber insgesamt zu lang, viele Charakterisierungen bleiben erschreckend oberflächlich für einen 3-Stunden-Film.
Dr. Strangelove habe ich kürzlich erst nachgeholt, mit diesem Thread im Hinterkopf. Hat mich davor nie gekümmert, weil ich mir schon dachte, dass mich der nicht anspricht. Diese Vermutung war korrekt. So eine ganz bestimmte Kategorie von Satire, die ich irgendwie abstoßend finde. Kein bisschen amüsant, nur beißend bis verstörend, mit vergleichsweise dezenten Übertreibungen.
Für 2001: Odyssee im Weltraum habe ich abgestimmt, weil er mich thematisch am meisten anspricht. Der Film regt zum Nachdenken an und ist designtechnisch einfach beeindruckend. Insbesondere die Spezialeffekte für die damalige Zeit. Weiß den trotzdem mehr als audiovisuelle Erfahrung zu schätzen, und weniger aufgrund des Handlungsinhalts.
Uhrwerk Orange kann ich nicht leiden. Zu zynisch und unangenehm. Einige Entwicklungen bezüglich der Charaktere, speziell der Hauptfigur, erschienen mir nur schwer nachvollziehbar oder gar unglaubwürdig. Schon klar dass das alles dem gesellschaftlichen Kommentar dienen soll.
Die Shining-Bildungslücke habe ich auch erst vor ein paar Wochen endlich geschlossen. Bin kein großer Stephen King- oder Horror-Fan. War ganz lustig, mal die ganzen Momente im Originalzusammenhang zu sehen, die ich davor hauptsächlich aus diversen Parodien kannte (vor allem South Park ^^). Aber das stark eingeschränkte Setting, die wirre, uneindeutige und doch irgendwie ereignisarme Handlung sowie die extrem geringe Anzahl von Figuren sorgten bei mir nicht gerade für Begeisterung.
An Full Metal Jacket ist die berühmte Szene mit Gunnery Sgt. Hartman bereits das frühe Highlight. Die zweite Hälfte des Films in Vietnam hat mich irgendwie immer weniger interessiert. Überhaupt schien in dem Film für mich alles so vor sich hinzuplätschern - selbst die eigentlich schockierenden Dinge. Kann Kriegsfilme aber ohnehin nicht besonders leiden.
Zu Eyes Wide Shut kann ich gar nicht mehr viel sagen. Erinnere mich nur noch, dass die Figur von Tom Cruise ein ziemlicher Idiot war. Hätte mir gewünscht, dass der Film später irgendwelche bedeutenden Story-Enthüllungen bringt (wer genau steckte hinter den Masken etc.), die blieben aber aus. Für ein erotisches Drama hielt sich auch die Erotik stark in Grenzen.





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