Ich habe alle bis auf Jackie Brown gesehen, wobei Reservoir Dogs schon so lange zurückliegt, dass ich mich kaum noch richtig daran erinnern kann. Muss allerdings auch ehrlich sagen, dass ich kein großer Tarantino-Fan bin, da einige seiner stilistischen Eigenheiten nie so wirklich nach meinem Geschmack waren. Pulp Fiction, Inglourious Basterds und Django Unchained fand ich alle ganz gut und unterhaltsam.
Am meisten Spaß hatte ich mit Kill Bill, da ich behaupte, dass es sich um den abwechslungsreichsten (die weit voneinander entfernten und kulturell sehr verschiedenen Schauplätze!) und vielleicht sogar experimentellsten (Anime-Sequenz!) aller seiner Filme handelt. Auch hab ich eine gewisse Schwäche für Samurai-/Chanbara-Gedöns und Japan generell. Entsprechend gefiel mir schon Lady Snowblood (1973), die bekanntermaßen eine der Haupt-Inspirationsquellen für den Kill Bill-Zweiteiler war. Ferner ist die von Uma Thurman gespielte "Braut" was Charaktere angeht eine seiner kultigsten, einprägsamsten und am besten entwickelten Kreationen.
Obgleich beide Hälften als ein Ganzes zusammengehören und natürlich auch als Einheit gefilmt wurden, mochte ich Volume 1 eindeutig lieber, deshalb habe ich auch nur für diesen Film abgestimmt. Der Showdown im Haus der Blauen Blätter gegen die Crazy 88 und O-Ren Ishii ist so herrlich übertrieben und für mich bereits das Highlight beider Teile. Volume 2 bot zwar auch einige tolle Szenen, aber konnte diesen Abschnitt nie übertreffen. Vor allem fehlte mir da irgendwie ein großes Finale. Die Konfrontation mit Bill ist zwar durch die guten Dialoge und Schauspielleistungen gelungen, aber so ganz ohne Action doch irgendwie äußerst antiklimaktisch. Volume 2 wirkt insgesamt etwas ruhiger und langsamer als Volume 1 und dieses Ungleichgewicht habe ich immer als ein wenig seltsam empfunden.
Hateful Eight fand ich nur okay. Mal wieder ein minimalistisches Kammerspiel, das zwar krass blutig eskaliert, aber bei dem man aus der Geschichte und Handlung echt mehr hätte herausholen können. Zu früh muss man nicht mehr mitraten und die Auflösung erschien mir wenig kreativ. Nichtmal Morricones Soundtrack war so gut wie ich es von ihm gewohnt bin, obwohl er für diesen Beitrag mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Kann man sich angucken, muss man aber nicht.
Bei Death Proof schließe ich mich La Cipolla an. Mochte ich überhaupt nicht und soweit ich es beurteilen kann der schlechteste Streifen von Tarantino. Wobei das als Teil des "Grindhouse" Double Features vielleicht sogar Absicht war. Besteht jedenfalls zu über 90% nur aus unglaublich langweiligen und für die Geschichte vollkommen irrelevanten Gesprächen zwischen uninteressanten, nervigen Figuren. Die letzten zehn Minuten sind sehenswert und kommen nach der vorangegangenen Schnarch-Partie reichlich unerwartet, aber das reißt bei einem knapp zwei Stunden langen Film nicht mehr viel heraus. Auch Kurt Russell ändert für mich nichts daran. Hätte man Death Proof um etwa eine Stunde gekürzt, hätte er vielleicht funktioniert.
Danke![]()






Zitieren