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  1. #9
    Zitat Zitat von dasDull Beitrag anzeigen
    Spiel 4: Radiant Historia: Perfect Chronology.

    Hm, naja. Alles an diesem Spiel ist irgendwie durchschnittlich. Die Geschichte rund um sich bekriegende Königreiche in einem Steampunk-Setting gab es schon oft genug. Die Charaktere besitzen relativ wenig Tiefe. Das Gameplay ist Standardkost - das positionsbasierte Kampfsystem ist eine gute Idee, aber es wird zu wenig daraus gemacht; und es gibt nur wenige Skills die wirklich etwas bringen - viele sind nutzlos weil sie einfacher weniger Schaden machen. Das Dungeondesign ist größtenteils langweilig, fühlt sich ein wenig an wie eine schlechtere Version von Bravely Default.

    Zentraler Aspekt des Spiels ist das Zeitreisesystem und eine große Fülle an damit verbundenen Handlungssträngen und Sidequests. Auch hier wurde das Ganze aber nicht wirklich schön umgesetzt - es gibt nur zwei Hauptzeitlinien, für die man sich ganz am Anfang entscheidet - und alle weiteren Entscheidungen bieten nur die Wahl zwischem dem richtigen Weg und einer sehr kurzen Sackgasse. Am schönsten sind da noch die Momente wo das Erreichen bestimmter Ziele in einer Zeitlinie einen in der anderen Zeitlinie weiterbringt.

    Die Sidequests sind oft leider eher nervig als motivierend - oft ist nicht klar, zu welchem Node man denn jetzt genau zurückspringen muss, und man verbringt viel Zeit damit, die gleichen Abschnitte immer wieder zu durchsuchen. Für viele braucht man einen Guide, um überhaupt weiter zu kommen - ich hatte beim Beenden des Spiels einen großen Teil der Sidequest noch gar nicht entdeckt, und mir fehlen auch nach dem Versuch alles abzugrasen immer noch ca. 50 Knoten + 10 von Nemesia.

    Ich habe mich dabei übrigens entschieden, den Nemesia-Content sofort zu spielen, und sehe auch überhaupt keinen Grund das nicht zu tun, wie das Spiel es einem empfiehlt - es wird dadurch nicht groß irgendwas gespoilert. Diese Quests fühlen sich aber auch nur an wie Füllmaterial, ich fand die Geschichten nie interessant und nach dem Beenden des Spiels hätte ich die Szenen vermutlich gar nicht alle gespielt.

    Insgesamt kann ich dem Spiel keine besonders gute Wertung geben, die ersten paar Stunden fand ich spannend, aber als ich merkte das das Spiel sich nicht groß weiterentwickelt war ich im Mittelteil stellenweise ziemlich genervt. Zum Ende motiviert wieder der Komplettierungsgedanke, das kann ich nicht abstreiten, aber leider gibt es noch keinen Guide für das Remake, weswegen ich da auch noch nicht durchgekommen bin.

    Wertung: 5 / 10

    Als nächstes spiele ich vermutlich Trails in the Sky.
    Interessante Wertung, die Meinungen zu Radiant Historia sind ja wirklich sehr stark gemischt, tatsächlich habe ich das auch so schon erwartet.
    Ich muss jedoch dazu sagen dass ich die Story, so vorhersehbar sie auch sein mag, bis zum Schluss ziemlich spannend und dynamisch erzählt fand, ich habe ein Faible was solche Zeitreisegeschichten und Paralleluniversen betrifft. Letztlich war es der Hauptmotivator das Spiel für mich zu spielen, denn das Gameplay, so gut es auch in den ersten Stunden sein mag... entwickelt sich leider überhaupt nicht weiter.

    Ich glaube nach der Inklusion von Fallen war es das im Großen und ganzen, es gibt nur sehr wenig Gegnertypen und die unterscheiden sich nur marginal untereinander, selbst die Bosse werden reichlich recycled, während die Oberwelt bis zum Schluss auch nur ihre 2-3 Spielelemente enthält die sie in den ersten Stunden des Spiels einführt.

    Also insgesamt ist das zwar schon recht breit aufgestellt was den Handlungsverlauf betrifft, doch der Inhalt mit dem er befüllt ist die Kernelemente, die Spielmechaniken...etc bleiben bis zum Schluss gleichförmig. Am Ende war das ganze für mich tatsächlich mehr sowas wie eine Visual Novel mit Kämpfen zwischen drin.
    Also es ist in einigen Aspekten zwar immer noch fordernd, doch ich hatte kein Interesse mehr an der Charakterentwicklung oder irgendwie die Gegend zu erkunden.
    Sidequests habe ich übrigens bis auf ein bis zwei glaube ich überhaupt nicht gemacht. Ich weiß nicht ob diese vielleicht noch etwas besonderes bieten.

    Ich hatte das Spiel relativ nah zu Release gespielt damals. Als solches fand ich es dennoch überraschend gut, weil ich wirklich überhaupt nichts erwartet habe. Inzwischen ist es ja schon etwas bekannter und ich glaube würde ich mit den genährten Erwartungen rangehen, wie es einige Fans hochhalten, wäre ich am Ende auch eher enttäuscht rausgegangen.
    Doch so wie ich es damals empfand stufe ich es als eines der besseren RPG's ein. Nur auf keinen Fall als einen Meilenstein.

    Ich denke mal wenn man jemand ist der hauptsächlich den Fokus auf die Story und die Narrative legt, kann man durchaus zu so einen Schluss kommen.
    Immerhin ist es nicht so wie Suikoden Tierkreis damals, das hatte ebenfalls eine echt spannende Story, nur hatte ich trotzdem irgendwann abgebrochen weil das Gameplay immer mehr und mehr zu einem No-Brainer wurde (also im Gegensatz zu RH war es auch noch unfassbar anspruchslos) und ich langsam das Gefühl bekam, ich könnte auch einfach ein gutes Buch oder eine Serie gucken. xdd
    Ich hätte es auch zu Ende spielen können, aber ich hatte einfach keine Lust mehr auf das Gameplay. So weit ging es dann bei RH nie.
    Geändert von Klunky (17.03.2018 um 11:24 Uhr)

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