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Ergebnis 301 bis 308 von 308
  1. #301
    Mir hat mein Lesen alles weh getan, mein Schmerzgedächtnis erinnerte sich an meine JRPG Challenge 2018. Final Fantasy 15 ist einfach scheiße. Punkt.

  2. #302
    Jetzt sind mir auch die ganzen Unzulänglichkeiten wieder eingefallen. Vor allem das Verhandeln war unter aller Sau. Ich habe das Spiel ja damals noch ohne eine einzige Episode gespielt, fand es auch irgendwie komisch. Vor allem weil die Story so verdammt kurz und lückenhaft erschien, dass es mir eher wie ein gestrecktes The Bouncer vorkam.

    Aber ja, das Verhandeln fand ich megakomisch und löste in mir nur Kopfschütteln.
    Die extrem wenig Handlung, die auf zwei bis drei Serienepisoden zusammengedampft erscheint - so ab Altissia, störte mich massiv. Ich fand die Charaktere eben ganz gut gemacht und mochte sie sogar 8(während ich die Riege in Teil XIII zum Beispiel nur unsympathisch finde). Da ärgert man sich natürlich über so viel verschenktes Potenzial.
    Der Kampf gegen Leviathan war dramaturgisch unnötig und hat der Handlung eher noch geschadet. Es war einfach drüber. Dpa ist mit den Entwicklern die (Final) Fantasie durchgegangen...
    Das gerushte Erzähltempo nach Altissia und die extrem wenigen Sachen, die man in dieser wunderschönen großen Stadt machen konnte, lassen aufhorchen.
    Ich fand den Twist am Ende eigentlich super vom Erzählerischen (also mit dieser Dunkelheit und dem Zeitsprung). Aber das Ende war, wie Dudu auch gesagt hast, unbefriedigend.

    Aber ich fand es am Ende trotzdem noch gut. das liegt wohl daran, dass ich Teil XIII noch viel schlechter finde und mich damals ähnlich darüber geärgert habe wie du über Teil XV. Und daher fand ich Teil XV um Welten... nein um Galaxien besser und daher hat es sich für mich als "gutes" Spiel eingebrannt, das aber eben fast sein Potenzial verschenkt hat.

    Für mich ist FF XV vor allem eins: Verschenktes Potenzial und schlampig entwickelt (nicht programmiert), und das ist nach 10 (!) Jahren Entwicklungszeit!

    Das Problem mit zu wenig Story begleitet Final Fantasy schon seit Teil 10.

  3. #303
    @~Jack~

    Das erklärt einiges, danke.
    So wie das im Spiel rübergebracht wird muss man beide Routen spielen um voranzukommen bzw. sich gegenseitig sogar unterstützen.
    Zumindest habe ich das so aufgefasst.
    Hätte dieser unglaublich hässlichen Basis auch nicht geschadet spielerisch ein wenig Abwechslung einzuhauchen.
    Wo würdest du FFXV denn wertungstechnisch einsortieren?

    @Sylverthas

    Ich gönne dir FFXV durchaus.
    Von wegen geteiltes Leid ist halbes Leid.
    Wobei ich am besten noch den Film Kingsglaive finde.

    @La Cipolla

    Habe durchaus etwas brauchbares nach Kapitel 7 erwartet, ja.
    Im Grunde genommen hat sich aus ein keine Erwartung leichte Hoffnung entwickelt, die dann ins bodenlose gestürzt ist.

    @Rusk

    Ich habe eine Zeitreise von drei Jahren unternommen und mir nochmal dein und Winnys Review durchgelesen.
    Sehr witzig wie sehr die Meinungen zum Spiel 1:1 wiedergegeben werden.
    FFXV zeigt halt das Grafik nicht alles ist.

    @Cuzco

    Wenn ich FFXIII mit XV vergleiche muss ich XIII vielmehr loben.
    Egal wie genervt ich manchmal vom Spiel war, ich mochte das Kampfsystem und diesen Fokus der Handlung bis zum Ende.
    Ich weiß, man bewegt sich in einen einzigen riesiegen Schlauch, doch für mich bleibt das Spiel in Ordnung.
    Hatte damals nämlich wie mit FFXV überhaupt keine Erwartungen und wurde dann leicht überrascht.
    Trotzdem stimme ich dir zu, Final Fantasy hatte früher viel mehr Story und war mir allgemein lieber als das, was ab bzw. nach FFX kam (sollte FFX mal durchspielen).
    Square Enix soll sich ruhig ordentlich an FFXVI klemmen.
    Keine Unterbrechungen, keine Neuausrichtung, keine Ankündigung 5+ Jahre im voraus, sondern endlich an alte Tugenden anknüpfen, die ich seid FFIX nicht mehr gesehen habe.
    Geändert von Ὀρφεύς (05.03.2021 um 15:57 Uhr)
    Now: Dry Drowning / Done: Disco Elysium
    Now: Jupiter's Legacy / Done: Soul
    Now: Outcast 2 - Unermesslicher und endloser Zerfall / Done: Berserk Max, Band 1
    RPG-Challenge 2021 / Now: Disco Elysium - The Final Cut - Sei ein Tequila Sunset.

  4. #304
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς Beitrag anzeigen
    Wo würdest du FFXV denn wertungstechnisch einsortieren?
    Allein von der Art wie die Story erzählt wurde würde ich das irgendwo unter den PS1 Teilen einordnen, wenngleich sie mir zumindest mehr gefallen hat als die von FFXII. Ist einfach viel zu fragmentiert und dünn und dazu auch noch gerushed. Ansonsten hätte das vermutlich einer der besten Teile der Serie sein können, vor allem dank dem Ende. So muss ich dir aber zustimmten dass Kingsglaive leider schon das beste ist was FFXV zu bieten hatte. Funktioniert auf sich allein gestellt aber natürlich nicht so gut.

    Nichtsdestotrotz fand ich die Story aber interessant genug um mir The Dawn of the Future zu kaufen, das Buch das die Stories der gecancelten DLCs erzählt. Die hätten das Spiel zwar auch nicht retten können, aber dadurch hätte Lunafreya tatsächlich noch eine wichtige Rolle gespielt. Und das Finale wäre auch viel epischer (wenngleich klischeehafter) gewesen als das was im Spiel geboten wurde. Da ist der Endboss nämlich nicht mehr Ardyn, sondern Bahamut, da sich die Charaktere endlich gegen ihr vorbestimmtes Schicksal auflehnen. Das hätte thematisch aber viel mehr Sinn gemacht wenn FFXV immer noch Teil der Fabula Nova Crystallis gewesen wäre.
    Geändert von ~Jack~ (05.03.2021 um 16:46 Uhr)

  5. #305
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς Beitrag anzeigen
    @Sylverthas

    Ich gönne dir FFXV durchaus.
    Danke
    Vielleicht schaue ich mir mal Kingsglaive an und lasse das Spiel dann sein *g*

    Zitat Zitat
    (sollte FFX mal durchspielen).
    Wieso hast Du das noch nicht? Zwar nicht mein Lieblingsteil und der halbe Cast nervt mich, aber X gehört doch noch zu den "guten" Teilen der Reihe^^

  6. #306

    Xuan-Yuan Sword VII, Bravely Default II & Everhood.

    Xuan-Yuan Sword VII - Wenn in China ein Sack Reis umfällt.
    Vom 12.02.2021-17.02.2021 - Fortschritt: Stunde 0-18.

    Die Xuan-Yuan Sword-Reihe gibt es bereits seit 1990 und kann man einige Teile mittlerweile auf Steam erwerben.
    Der neuste Ableger, Xuan-Yuan Sword VII, hat Anfang des Jahres sogar dt. Untertitel spendiert bekommen und so habe ich mich der chinesischen Mythologie hingegeben und wollte wissen was diese alte RPG-Reihe zu bieten hat.

    Story: Taishi Zhao kümmert sich liebevoll um seine kranke Schwester, die sich nach einem Vorfall zusammen mit ihrem Bruder auf eine Reise quer durchs Land begibt.
    Dabei lernt man die chinesischen Mythologie besser kennen, verkloppt Dämonen und reißt von Dorf zu Dorf, auf der Suche nach Heilung.



    Leider fällt mir auch nicht mehr dazu ein was man jetzt groß über dieses RPG berichten könnte.
    Die Story hat seine stärksten Momente in den ersten drei Stunden und baut dann kontinuierlich ab, die Charaktere sind nicht wirklich nervig, bleiben dafür flach bis zum Schluss, das Kampfsystem ist reinstes Button-Mashing dank einem lachhaften Schwierigkeitsgrad (der für zwei Endgegner künstlich nach oben justiert wurde), Grafik & OST kann man bestenfalls als durchschnittlich bezeichnen und so rennt man schnurstracks von ein Dorf zum nächsten, die dermaßen überschaubar ausschauen, dass man meinen könnte, man muss einen Landkreis, aber nicht ganz China, retten.
    Abseits dessen gibt es nichts zu erkunden, dafür aber zig sinnlose Nebenquests.

    Fazit: So, hat noch jemand Lust auf dieses Spiel?
    Nicht falsch verstehen, Xuan-Yuan Sword VII ist kein schlechtes Spiel, bloß völlig belanglos, austauschbar oder wie der Durchschnitt auf Steam es nennt: Ausgeglichen.
    Man rennt regelrecht durchs Spiel und bis auf die eher unbekannte Mythologie aus Fernost, konnte mich nichts überzeugen.
    Wirklich schade und da fragt man sich gleich, sind die Vorgänger ähnlich belanglos? Irgendwann werde ich es herausfinden.

    Level: 39
    Playtime: 18:35 Std.
    Wertung:



    Bravely Default II - Job wechsle dich.
    Vom 27.02.2021-18.03.2021 - Fortschritt: Stunde 0-68.

    Bravely Default + Second haben mir vor Jahren eine Menge Spaß bereitet.
    Eine solide Handlung, die zwar nicht wirklich originell ist aber ein mit übermäßig viel Kitsch verschont, verpackt in erstklassiges Gameplay.
    Bravely Default II sollte natürlich genau daran ansetzen und enttäuscht wurde ich wirklich nicht.

    So nimmt die Handlung zwar überhaupt nicht an Fahrt auf, wenn der schiffbrüchige Matrose Seth von Prinzessin Gloria gefunden und nach nur wenigen Zeilen überzeugt wird, die vier magischen Kristalle mit ihr und zwei weiteren Begleitern zu suchen, dafür warten einige richtig starke Nebengeschichten auf den Spieler.
    Denn man reißt von Kapitel zu Kapitel in verschiedene Königreiche, sucht einen der vier Kristalle und muss das dortige Problem lösen.
    Hierbei hat es Bravely Default II geschafft mich von Kapitel 1-3 abzuholen, da hier zum Teil wirklich böse Geschichten erzählt werden und überraschend schockieren können.
    Schade nur, dass ab Kapitel 4 dieses Niveau keineswegs gehalten werden kann und der Hauptplot einfach nur schwach bleibt.
    Aber schwach ist immer noch besser als schlecht und nicht nervige Charaktere (außer Elvis) sind immer noch besser als nervige Charaktere.



    Das wahre Potenzial entfaltet sich aber erst beim Gameplay.
    Wer es gerne klassisch mag darf sich hier austoben.
    Sehr ausgeglichener Schwierigkeitsgrad, der ein nichts verzeiht, mit extrem vielen Möglichkeiten.
    So sammelt man über das Spiel hinweg die unterschiedlichsten Jobs in Form von Asterisks und kann diese in Haupt- und Nebenjobs unterteilen.
    Jeder Job bringt seine Vor- und Nachteile mit sich und man sollte Inventarmanagement lieben, denn egal ob Ausrüstung, separate Fähigkeiten und natürlich je nach Gegner, muss man sich immer wieder neu organisieren, damit eine möglichst harmonische Truppe entsteht.
    Die Jobs sind dabei schön ausgefallen, denn während Dieb oder Schwarzmagier noch langweilig klingt, schaut es beim Pictomancer oder Oracle-Job ganz anders aus.
    Kombiniert mal einen Berserker (mein liebster Job ) mit Avantgarde, dabei kommt pure Zerstörung bei rum.
    Der Bravely & Default-Befehl sorgt dann für eine weitere taktische Note und kann ich das Kampfsystem an sich nur als erstklassig bezeichnen.
    Gleichzeitig erkennt man jeden Gegner, so dass keine Zufallskämpfe entstehen und durch die vielen kleinen Dungeons entsteht ausreichend Abwechslung für viele, viele Stunden.
    Selbst optionaler Kram ist reichlich vorhanden + Oberweltkarte (ein aussterbendes Gut).
    Hier fühlte ich mich, als jemand der in den 90er Jahre mit JRPGs angefangen hat, pudelwohl und ist genau das die größte Stärke vom Spiel: Sein Gameplay (mit einigen wenigen wirklich guten Nebenquests).



    Beim Soundtrack und was die gesamte Vertonung angeht hat man oberen Durchschnitt abgeliefert und dann gibt es noch den technischen Aspekt.
    Denn so sehr ich den Look auch mag oder wenn man ins Menü geht und alles wie eine Akte aufgebaut ist mit Lupe usw. oder man die hübschen Städte begutachtet, technisch ist das Spiel eine Katastrophe.
    Man erkennt deutlich die Pixel, wenn man ein Gebäude betritt und ständig lädt das Spiel nach, als wäre die Switch damit völlig überfordert.
    Die vielen kleinen Ladezeiten machen das nicht besser, da hier eben kein AAA-Bonbon Leistung erfordert.

    Fazit: Ich fühle mich in Bravely Default II wie in einem Nioh oder Dark Souls.
    Nicht vom Spiel an sich her, aber die Art auf welcher Ebene es mich abholt.
    Und zwar auf der Gameplay-Ebene.
    Denn so schwach die Handlung auch sein mag und nur in wenigen Kapiteln glänzen kann, rein vom Gameplay her ist es ein fetter Zeitfresser der mich nicht mehr losgelassen und immer wieder aufs neue herausgefordert hat mit den Jobs rum zu probieren, Dungeons zu erkunden oder einfach zu Grinden was das Zeug hält.
    Das alles auf solch hohem Niveau, dass die Kritikpunkte nicht mehr so schwer wiegen und ja verdammt, ich wurde über 68 Stunden lang bestens unterhalten.

    Level: 58
    Playtime: 68:39:42 Std.
    Wertung:
    Ending: True Ending



    Everhood - Der Pinocchio-Groove.
    Vom 05.03.2021-04.04.2021 - Fortschritt: Stunde 0-12.

    Eine Puppe (wir nennen sie Red) erwacht an einem unbekannten Ort.
    Kurz darauf klaut man ihr den Arm und so macht man sich auf den Dieb zu fassen.
    Dabei stellen sich Fragen, warum klaut jemand Arme aus Holz? Wo befindet man sich? Warum tanzt man gegen seine Gegner an? Und warum laufen hier überall so skurrile Gestallten rum?
    Was anfangs ein wenig langweilig wirkt hat durchaus Potenzial, welches vielleicht nicht immer zu 100% genutzt wird, aber für ein Indie-Game, dessen erstes Ende man locker in 6 Stunden erreichen kann, ist die durchaus brauchbar und hat ihre Momente.



    Everhood bedient sich stark an Undertale.
    Man befindet sich in einer anderen Welt, wo man selber keinen Ton rauskriegt, das Kampfsystem ähnelt sich, da man gegnerische Angriffe ausweichen kann bzw. muss und der gesamte - und überaus tolle - Look trägt weiter dazu bei.
    So macht die Umschreibung, man würde ein RPG spielen durchaus Sinn, da es sich irgendwie wie eines anfühlt, aber nicht wirklich eines ist.
    Man entwickelt seinen Charakter nicht weiter, es gibt keine Levels und mehrere Figuren spielt man ebenfalls nicht.
    Entsteht ein Kampf, landet man in einer separaten Arena, wo man gegnerische Angriffe in Form von verschiedene Lichtbalken ausweichen muss.
    Natürlich ist dabei alles auf den passenden Rhythmus abgestimmt und während das Spiel an sich relativ leicht bleibt, zum Ende hin gibt es überaus heftige Endgegner, die man keineswegs unterschätzen sollte.
    Optionaler Kram ist auch reichlich vorhanden und lockt mit mehreren Endings, die die Spielzeit locker verdoppeln können, sofern man wirklich alles mitnimmt.

    Fazit: Ich mochte bereits Undertale und Everhood ist ein schönes kleines Spiel geworden mit einem guten OST, der für die Rhythmus-Kämpfe ein muss darstellt.
    Leider gibt es noch keine dt. Untertitel aber für 10 Euro lasse ich mal eine Kaufempfehlung da, schließlich bekommt man dafür ein solides und vor allem spaßiges Spiel geboten, dass irgendwie leicht an einem RPG erinnert.

    Playtime: 12:18 Std.
    Wertung:
    Endings: Normal, Pacifism, Yellow Doll, Alone, RIP Devs.




    Geändert von Ὀρφεύς (01.05.2021 um 22:18 Uhr)
    Now: Dry Drowning / Done: Disco Elysium
    Now: Jupiter's Legacy / Done: Soul
    Now: Outcast 2 - Unermesslicher und endloser Zerfall / Done: Berserk Max, Band 1
    RPG-Challenge 2021 / Now: Disco Elysium - The Final Cut - Sei ein Tequila Sunset.

  7. #307
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς Beitrag anzeigen
    Nicht falsch verstehen, Xuan-Yuan Sword VII ist kein schlechtes Spiel, bloß völlig belanglos, austauschbar oder wie der Durchschnitt auf Steam es nennt: Ausgeglichen.
    Holy Shit, das Game muss ja absolute Grütze sein, wenns nicht mal auf Steam gut bewertet wird. Oder sehr alternativ sein. Oder außerordentlich schlecht laufen. Oder politische Nachrichten haben, die einem bestimmten Publikum nicht gefallen *g*
    Also, dass ein Spiel, was "mittelmäßig" ist, auch ein "mittelmäßig" bei Steam bekommt, daran glaub ich nicht
    Auf jeden Fall hast Du mich komplett davon überzeugt, um das Spiel nen Bogen zu machen.

    Zitat Zitat
    Aber schwach ist immer noch besser als schlecht und nicht nervige Charaktere (außer Elvis) sind immer noch besser als nervige Charaktere.
    Wow, das nenn ich mal ein zweideutiges Komplement an ein Spiel. Wie schlagen sich Story und Charaktere denn im Vergleich zu Teil 1?

  8. #308

    Disco Elysium - The Final Cut

    Disco Elysium - The Final Cut - Sei ein Tequila Sunset.
    Vom 27.12.2020-14.04.2021 - Fortschritt: Stunde 0-56.



    Okay, RPG Numero 59 für die Challenge ist diesmal ein ganz besonderer Fall, denn hier wartet etwas erfreulich unverbrauchtes und zugleich anstrengendes Spiel auf ein, wofür man sich gut Zeit nehmen sollte und damit meine ich Ganz. Viel. Zeit.

    Story: Stellt euch vor ihr steht eines morgens auf, habt einen fetten Kater und keine Ahnung mehr wer ihr seid.
    Was Scheiße kling ist in Disco Elysium traurige Realität, denn hier spielt ihr einen fetten, bärtigen Mann in seinen Fünfzigern, der sich wortwörtlich seine Vergangenheit weggesoffen und mit Sicherheit viele weitere Substanzen in sein Blut hat, die da für gewöhnlich nicht reingehören.
    Als wäre das nicht schon schlimm genug, quatschen Willenskraft, Konzeptbildung & Elektrochemie wild durcheinander, denn im diesen Spiel findet alles eine Stimme, selbst wenn es charakterliche Merkmale sind, die nur du hören kannst.
    Gut, nicht ablenken lassen, man spielt also einen verwahrlosten älteren Mann, der Stimmen hört und eigentlich sollte man sich jetzt auf den Weg ins Irrenhaus begeben, doch daraus wird nichts.
    Denn kaum hat man sein Zimmer verlassen, findet man sich in einem Hotel im fiktiven Bezirk Martinaise in der Stadt Revachol wieder und soll einen Mord aufklären.
    Problem ist nämlich, man ist Cop und hat unser Protagonist direkt am Tatort eine Woche lang die Sau rausgelassen, ohne sich um irgendetwas zu kümmern.
    Viele Bewohner kennen einen bereits und sind nicht gut auf unsere Schnapsdrossel zu sprechen und so darf man über viele Stunden ein gewaltiges Netz entwirren, was sich in Martinaise zugetragen hat.
    Unterstützung erhält man vom Kollegen Kim Kitsuragi, einen sehr sachlichen Cop von einem anderen Bezirk, der ein trotz fehlender Vergangenheit + Trunkenheit unterstützt wo er kann (okay bei einem bestimmten Bengel vielleicht nicht), da man schließlich einen Mordfall lösen muss.

    Rein von der Handlung her würde ich Disco Elysium gar nicht mal als ein besonders einfallsreiches RPG bezeichnen.
    Selbst ein reines RPG ist es nicht, sondern vielmehr ein Mix aus Adventure & RPG.
    Die ersten drei Stunden tat ich mich zudem schwer es einzuordnen.
    Das Erwachen ist durchaus witzig gewesen, nur als dann die ersten NPCs ein vollgetextet haben verflog mein Interesse zunächst ein wenig.
    Hier wurde nämlich viel über die Welt an sich und deren Politik geredet und das locker eine Stunde lang und so fehlte mir dabei dieser Punkt, dieser eine Momen,t wo ich sage: "Ja verdammt, erzähl mir mehr über die Welt, es interessiert mich."
    Dieser Zustand stellte sich erst nach ca. 5 Stunden ein, wenn man den Ort selbst erkunden kann, Kim mit seinen vielen kleinen Anmerkungen trumpft und ein kleiner Scheißer namens Cuno auftaucht.
    Erst dann wurde ich auf einen Drogentrip mitgenommen, der manchmal wirklich anstrengend sein kann, dafür zu unterhalten mag.
    Denn Disco Elysium ist anspruchsvoll und anders.
    Für ein Adventure ist es zu anspruchslos und für ein RPG fast schon zu klein von der Location her.
    Erwartet also keine Drachen, Magie ein ausgereiftes Kampfsystem, einen Charaktereditor, knappe Texte oder eine Handlung, die euch den Planeten erkunden lässt.
    Was ihr bekommt ist ein:

    Kaputter Bulle.
    Haufen schräger Charaktere.
    Kim Kitsuragi.



    Gameplay: Trotz all den geschwätzigen NPCs kann ich die Dialoge nur als grandios bezeichnen.
    Denn hier liegt das Kernelement vom Spiel.
    Jeder Charakter hat was zu erzählen und für gewöhnlich sogar eine ganze Menge.
    Selbst wenn manche Quests an sich völlig belanglos sind und totaler Scheiß geredet wird - wo man sich bloß fragt, wie man da nur reinstolpern konnte - habt ihr Informationen von irgendwoher erhalten haben dementsprechend manche NPCs wieder was neues zu berichten und immer so weiter.
    Wenn sich zusätzlich nebenbei die inneren Stimmen einmischen (was die sehr gerne machen) ist jede Zeile Gold wert.
    Denn egal wie schnell man die Karte erkundet hat, vom ersten bis zum letzten Dialog wird man vom Cast das ganze Spiel über begleitet.
    Keiner der was zu sagen hat ist unwichtig oder spielt nach zwei Tagen keine Rolle mehr, ein wiederholtes aufeinandertreffen ist erwünscht und erforderlich, wenn man den Mordfall und die Nebenquests abschließen möchte.
    Dabei sammelt man je nach Antwort Erfahrungspunkte, die man in seinen Charakterbogen stecken kann.
    Hier werden die bereits erwähnten inneren Stimmen aufgelevelt, damit ein Würfelwurf bei einigen Entscheidungen bessere Chancen erhält oder man mehr Optionen zum Antworten oder reagieren hat.
    Trifft man trotzdem mal auf ne harte Nuss, die nicht mit sich diskutieren lässt, kann man ins Gedankenkabinett ausweichen.
    Hier finden sich einige... nennen wird es mal Fähigkeiten, die man mit der Zeit erlernt und aktiviert, um seinen Gegenüber selbst die letzte Info zu entlocken und ein ggf. einen Bonus für den Charakterbogen bereithält.
    Diese Fähigkeiten (Gott, was klingt das dämlich in Anbetracht dessen was man da lernt ) schalten sich in bestimmte Situationen frei.
    Zum Beispiel trifft man einen Rassisten, der Zweite um genau zu sein, den man halbwegs rumkriegt, wenn man seine fortgeschrittene Rassentheorie erlernt hat.
    Diesen Punkt kann man aber erst dann erlernen, wenn man mit besagten Spinner gesprochen hat.

    Abseits dessen kann man die Gegend erkunden, sich um diverse Gegenstände bemühen, seine Attribute durch Ausrüstung Kleidung verbessern und sein Image gleich mit.
    Denn sein Image sollte man nicht vernachlässigen.
    Weil egal wie ihr ausschaut und was ihr antwortet, es kann sich schlimmer rächen als im Film Butterfly Effect.
    Bin nämlich in so in ziemlich jedes Fettnäpfchen getreten, welches man finden kann, was zwar für urkomische Situationen sorgt, dafür mir bestimmt die ein oder andere Option versaut hat.



    Sonstiges: Die Warterei auf den Final Cut hat sich gelohnt.
    Die Grafik ist guter Standard mit einem ausgefallenen, fast schon schmuddeligen bis beklemmenden, Look, der dem Spiel gut steht.
    Insbesondere die Avatars von so ziemlich jeden sind so ausgefallen, dass ich es einfach erwähnen muss, wieviel Mühe man sich damit gegeben hat und sehr zur Stimmung beitragen.
    Und während der OST zwar sehr passend das Spiel unterstreicht, aber ein nicht zwangsläufig im Alltag begleitet, ist die englische Synchronisation ein absoluter Traum geworden.
    Jede Zeile wurde vertont und was für eine Atmosphäre das mit sich bringt können alle die ähnliches kennen, wie z.B. Pillars of Eternity: Deadfire oder Divinity: Original Sin 2, gewiss nachvollziehen.
    Jede Silbe sitzt, klingt nicht wie 1000x gehört und fühlt man mit den Charakteren regelrecht mit.
    Und obwohl hier etwas völlig abgedrehtes kreiert wurde, schwebt um das ganze Werk von ZA/UM eine Melancholie mit, die wie ich finde hervorragend von einer Symbiose aus OST, Synchro & Grafik so wie von den erstklassigen Dialogen geschultert wird.
    Denn in Momenten, wo man mit oder über manche NPCs oder unserem bedauernswerten Cop lacht, folgen wieder Szenen, wo ein das Lachen im Halse stecken bleibt und zum nachdenken anregen.
    Besonders wenn ich da an Cuno denke.
    Ehrlich, der Junge ist genial, ich habe Tränen gelacht und wollte den am liebsten eine knallen, leider waren meine Werte nicht hoch genug.
    Wenn man hinterher in seine Wohnung gelangt und sein ach so toller Vater dann mit einer Überdosis im Bett liegt, möchte man den Jungen lieber helfen, da man erahnen kann, woher seine ganze Art stammt.

    Das sind dann diese starken Momente von denen ein Spiel lebt und davon gibt es hier reichlich.



    Fazit: Was habe ich wieder Zeit verplempert?
    Aus den geplanten 30 Stunden pro Durchgang sind 56 Stunden geworden und habe alles ausprobiert was man im ersten Durchlauf ausprobieren kann.
    Bereuen werde ich natürlich nichts, da mir Disco Elysium extrem gut gefallen hat und trotzdem sich irgendwie einer herkömmlichen Wertung entzieht.
    Es ist so außergewöhnlich und halt anders, da fällt mir eine Einstufung schwerer.
    Habe nämlich etwas RPG artigeres Spiel erwartet, wo man eine Stadt erkundet.
    Am Ende rennt man wie in einem Adventure durch ein überschaubares Stadtviertel, verhört die Einwohner und sammelt Hinweise.
    Aber die Warterei hat sich gelohnt, denn so klein es auf den ersten Blick wirken mag, der Inhalt ist enorm.
    Man kann Stunden mit den NPCs verbringen und bekommt wirklich ein Gefühl davon die alle kennenzulernen, woran manch völlig bescheuerte bis anstrengende Dialoge nicht ganz unschuldig dran sind.
    Ich persönlich haben hier das stärkste RPG nach über zwei Jahren (Divinity: Original Sin) erhalten, welches völlig aus der Norm fällt.
    Nein, die Handlung wird nicht so imposant wie in einem Ghost of Tsushima präsentiert und rein vom Gameplay erwartet ein wahrlich kein Nioh 2, aber das muss es auch nicht.
    Disco Elysium hat andere Stärken.
    Eine sehr intensive Handlung, die zwar nicht wirklich innovativ ist, dafür viele kleine persönlichen Geschichten in einer sehr glaubhaften und fantastischen Welt mit enorm viel Potenzial erzählt.
    Oder ein grandioses Duo, bestehend aus einem durchgeknallten Cop, den ich helfen wollte wo es nur geht und seinem Partner Kim Kitsuragi, der mit zum besten gehört, was man in sein Team RPG technisch kriegen kann.
    Die Thematiken sind ebenfalls nicht ohne, jede Emotion wird bedient und bin wirklich, sehr, sehr schwer davon losgekommen, bis ich es schließlich durch hatte.
    Selbst danach war ich lange Zeit damit beschäftigt, was für dieses Ausnahmespiel spricht.
    Ungeachtet meiner Begeisterung lasse ich trotzt allem keine Empfehlung da.
    Hier kann man schnell mit den falschen Erwartungen rangehen, oder sich unter aber auch überfordert fühlen.

    Playtime: 56:16 Std.
    Wertung:


    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Holy Shit, das Game muss ja absolute Grütze sein, wenns nicht mal auf Steam gut bewertet wird. Oder sehr alternativ sein. Oder außerordentlich schlecht laufen. Oder politische Nachrichten haben, die einem bestimmten Publikum nicht gefallen *g*
    Also, dass ein Spiel, was "mittelmäßig" ist, auch ein "mittelmäßig" bei Steam bekommt, daran glaub ich nicht
    Auf jeden Fall hast Du mich komplett davon überzeugt, um das Spiel nen Bogen zu machen.
    Es kommen demnächst sogar physische Versionen für PS4 und Xbox One.

    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Wow, das nenn ich mal ein zweideutiges Komplement an ein Spiel. Wie schlagen sich Story und Charaktere denn im Vergleich zu Teil 1?
    Genauso gut bzw. schlecht?
    Die einzelnen Kapitel sind die eigentliche Stärke.
    Selbst wenn die mir im zweiten Teil besser gefallen haben.
    Geändert von Ὀρφεύς (02.05.2021 um 11:01 Uhr)
    Now: Dry Drowning / Done: Disco Elysium
    Now: Jupiter's Legacy / Done: Soul
    Now: Outcast 2 - Unermesslicher und endloser Zerfall / Done: Berserk Max, Band 1
    RPG-Challenge 2021 / Now: Disco Elysium - The Final Cut - Sei ein Tequila Sunset.

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