Umfrageergebnis anzeigen: Welche Partei wirst du wählen?

Teilnehmer
59. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • CDU/CSU

    7 11,86%
  • SPD

    9 15,25%
  • FDP

    8 13,56%
  • Die Grünen

    5 8,47%
  • Die Linke

    18 30,51%
  • AfD

    6 10,17%
  • Eine andere Partei

    4 6,78%
  • Ich wähle nicht/ungültig

    2 3,39%
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Ergebnis 1 bis 20 von 590

Thema: Butawa 2017 - Aktuell: Reise nach Jamaika

  1. #1

    Butawa 2017 - Aktuell: Reise nach Jamaika

    Da sich anscheinend niemand sonst bemüßigt fühlt, einen Thread zur anstehenden Bundestagswahl aufzumachen, übernehme ich das eben. Falls irgendjemand mit diesem Eröffnungsbeitrag nicht zufrieden ist, möchte ich nur daran erinnern, dass jeder genug Zeit hatte, es besser zu machen...

    Am 24. September dieses Jahres hat der deutsche Michel mal wieder Gelegenheit, seinen politischen Willen auszudrücken, sprich zu bestimmen, mit wem Merkel diesmal koalieren muss, um die nächsten 4 Jahre tun zu können, was sie will.

    Mit dem heutigen Tag steht auch fest, welche der 63 Parteien (zusätzlich zu den altbekannten), die einen Antrag zur Zulassung gestellt haben, überhaupt zur Wahl zugelassen sind. Eigentlich wollte ich sie in the Good, the Bad und the Ugly einteilen, aber die Probleme daran sind wohl offensichtlich. Daher nach dem Größenkriterium:

    Die Großen:

    CDU/CSU: Muttis Hofstaat. Da sie die letzten 12 Jahre regiert haben, kann man sagen, dass sie für alles, was hierzulande schief läuft, verantwortlich sind. (Im Gegenzug natürlich auch für alles, was gut läuft, aber was ist das schon?)

    SPD: Auch wenn es einige überraschen mag, das zu hören, so war die SPD tatsächlich die letzten 4 Jahre an der Regierung beteiligt. Außerdem ist sie die einzige Partei, die eventuell eine kleine Chance hat, der CDU auf Augenhöhe gegenüberzutreten, auch wenn der Schulzzug direkt nach der Abfahrt auf das Abstellgleis gerollt ist.

    Die Kleinen:

    FDP: Das gelbe Anhängsel der CDU. Sind bei der letzten Butawa wegen fehlender Individualität aus dem Bundestag geflogen. Hoffen jetzt mit ihrem neuem pinken Logo wieder einzuziehen.

    Die Linke: Hieß früher mal PDS und davor SED. Wird nach der Wahl sicher wieder in der Opposition landen, weil eigentlich keine der anderen Parteien etwas mit ihnen zu tun haben will. Das ist ihnen aber nur recht, weil ihre Position zu so ziemlich allem ohnehin "Dagegen" lautet.

    Die Grün*innen: Man stelle sich einen typischen Fantasyelf vor, subtrahiere sämtliche positiven Eigenschaften, und schon hat man das perfekte Mitglied für diese Partei. Dementsprechend machen sie sich stark für Windräder, veganes Essen und Hanfplantagen.

    AfD: Die Newcomer. Aus Sicht der Einen die letzten Bewahrer des Abendlandes, aus Sicht der Anderen die Wiedergeburt der NSDAP. Wo die Wahrheit liegt, ist allerdings ziemlich egal, weil sie die einzige Partei oberhalb der Fünfprozenthürde sind, die sich bei den anderen Parteien noch geringerer Beliebtheit erfreut als die Linken, was ihnen bereits jetzt einen Platz in der Opposition sichert. Ihr Umfragehoch mit zweistelligen Prozentzahlen konnten sie ohnehin nicht halten.

    Die noch Kleineren:
    1. FREIE WÄHLER (FREIE WÄHLER)
    2. Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (Tierschutzallianz)
    3. Die Violetten; für spirituelle Politik (DIE VIOLETTEN)
    4. Magdeburger Gartenpartei; ökologisch, sozial und ökonomisch (MG)
    5. Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
    6. Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)
    7. DIE RECHTE (DIE RECHTE)
    8. Die GERADE Partei (DGP)
    9. DEUTSCHE KONSERVATIVE (Deutsche Konservative)
    10. UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie (UNABHÄNGIGE)
    11. Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)
    12. PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)
    13. Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI)
    14. bergpartei, die überpartei; ökoanarchistisch-realdadaistisches sammelbecken (B*)
    15. Bayernpartei (BP)
    16. Menschliche Welt; für das Wohl und Glücklich-Sein aller (MENSCHLICHE WELT)
    17. Transhumane Partei Deutschland (TPD)
    18. Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
    19. Deutsche Mitte; Politik geht anders… (DM)
    20. Feministische Partei DIE FRAUEN (DIE FRAUEN)
    21. Familien-Partei Deutschlands (FAMILIE)
    22. DEMOKRATIE IN BEWEGUNG (DiB)
    23. Ab jetzt…Demokratie durch Volksabstimmung; Politik für die Menschen (Volksabstimmung)
    24. Partei der Humanisten (Die Humanisten)
    25. Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
    26. Bündnis C - Christen für Deutschland (Bündnis C)
    27. Bündnis Grundeinkommen; Die Grundeinkommenspartei (BGE)
    28. V-Partei³ - Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer (V-Partei3)
    29. Partei für Gesundheitsforschung (Gesundheitsforschung)
    30. Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands (JED)
    31. Die Urbane. Eine HipHop Partei (du.)
    32. Neue Liberale – Die Sozialliberalen (keine Kurzbezeichnung)
    33. DIE EINHEIT (DIE EINHEIT)
    34. Allianz Deutscher Demokraten (keine Kurzbezeichnung)
    35. DIE REPUBLIKANER (REP)
    36. Piratenpartei Deutschland (PIRATEN)
    37. Die Grauen – Für alle Generationen (Die Grauen)
    38. Partei der Vernunft (PDV)
    39. Deutsche Zentrumspartei - Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870 (ZENTRUM)
    40. Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (SGP)
    41. Mieterpartei (MIETERPARTEI)

    Kein Sinn, zu den einzelnen Parteien groß etwas zuschreiben, die werden ohnehin in sämtlichen Statistiken alle als "Sonstige" zusammengefasst und dienen nur als Idiotentest auf dem Wahlzettel. Zu erwähnen sind hier lediglich die Freien Wähler, die als "etablierte Partei" gelten, weil sie bereits im Bayrischen Landtag vertreten sind, was ihre Chancen nach der Wahl noch irgendeine Rolle zu spielen aber nur unwesentlich verbessert.

    *

    Liferippers Kaffeesatz: Wenn nicht noch etwas völlig unerwartetes passiert (z.B. ein Tsunami in Japan...), stehen uns weitere 4 Jahre "GroKo" bevor. Ich hoffe ja, dass diesmal zumindest die Opposition auf 34% (oder mehr) der Stimmen kommt, so dass der Koalition die Zweidrittelmehrheit fehlt, um nach Belieben am Grundgesetz rumzupfuschen.

    *

    Eine Entschuldigung an alle, die bei der Umfrage unbedingt für die Magdeburger Gartenpartei stimmen wollten, aber eine Umfrage mit 47 Möglichkeiten fand ich dann doch zu umfangreich.

    Geändert von Liferipper (25.09.2017 um 10:17 Uhr)

  2. #2
    Zitat Zitat
    Die Linke: Hieß früher mal PDS und davor SED. Wird nach der Wahl sicher wieder in der Opposition landen, weil eigentlich keine der anderen Parteien etwas mit ihnen zu tun haben will. Das ist ihnen aber nur recht, weil ihre Position zu so ziemlich allem ohnehin "Dagegen" lautet.
    Du hättest ncoh hinzufügen können, Schulz einzige Aufsicht darauf, nach der Wahl nicht den Weg alles irdischen und SPD-Vorsitzenden der letzten Jahre zu gehen. Rot-Rot-Grün steht als Option weiterhin im Raum, aber nur wenn die Grünen an ihrem Projekt 4,9> nicht weiterarbeiten.

    Zitat Zitat
    Liferippers Kaffeesatz: Wenn nicht noch etwas völlig unerwartetes passiert (z.B. ein Tsunami in Japan...), stehen uns weitere 4 Jahre "GroKo" bevor. Ich hoffe ja, dass diesmal zumindest die Opposition auf 34% (oder mehr) der Stimmen kommt, so dass der Koalition die Zweidrittelmehrheit fehlt, um nach Belieben am Grundgesetz rumzupfuschen.
    Dem schließ ich mich an.

    Zitat Zitat
    AfD: Die Newcomer. Aus Sicht der Einen die letzten Bewahrer des Abendlandes, aus Sicht der Anderen die Wiedergeburt der NSDAP. Wo die Wahrheit liegt, ist allerdings ziemlich egal, weil sie die einzige Partei oberhalb der Fünfprozenthürde sind, die sich bei den anderen Parteien noch geringerer Beliebtheit erfreut als die Linken, was ihnen bereits jetzt einen Platz in der Opposition sichert. Ihr Umfragehoch mit zweistelligen Prozentzahlen konnten sie ohnehin nicht halten.
    Egal welche Sicht man vertritt, ist ihr Einzug in den Bundestag eines der wichtigsten Kriterien dafür, dass es in den kommenden Jahren eine echte Opposition und damit eine echte demokratische Option gibt.

    Ansonsten Hail:


  3. #3
    50/50 linke und AFD, Das wäre ja mal ein Chaos.

    ansonsten kommentiere ich einfach mal nicht die form in der die Parteien vorgestellt worden sind. Du hättest wenigstens selbst wählen können Liferipper

    Geändert von Lord of Riva (08.07.2017 um 00:00 Uhr)

  4. #4
    Danke für den Thread!

    Das einzige Ergebnis, das momentan ansatzweise realistisch ist und zu irgendwo interessanten Konsequenzen (im Sinne von Popcorn) führen könnte, wäre wohl der Fall, dass die Linke das Zünglein an der Waage ist. Kann mir gut vorstellen, dass die meisten in der SPD keinen Bock mehr auf Merkel-Koalition haben, und mit Schulz, der sich momentan vergleichsweise links inszeniert, sehe ich da auch bessere Chancen auf einen Koalitionskurswechsel als in den Jahren zuvor. Ich denke aber nicht, dass es dazu kommt und tippe auf irgendeine langweilige Merkel-Situation.

    Was ich aber auch nicht mal grundlegend schlecht finde. Prinzipiell bin ich zwar mehr so der Fan von interessanten Entwicklungen, aber gemessen an dem, was gerade in vielen anderen Ländern passiert, ist die gemäßigt-langweilige und letztlich grundlegend erfolgreiche Stabilität, die Merkel bietet, definitiv nicht die schlechteste Option, gerade auch als Gegenpol und "Vorbild" gegenüber den anderen Ländern. Vielleicht schieben wir das mit den großen Experimenten noch ein bisschen auf, bis wenigstens Trump weg ist.

    Zitat Zitat
    8. Die GERADE Partei (DGP)
    Sind die gegen ... Kurven?

  5. #5
    Falls jemand im Rahmen der Wahl der Forschung helfen will:

    Zitat Zitat
    Googeln für die Wissenschaft

    Wenn Sie per Google suchen, sehen Sie dann dieselben Ergebnisse wie Ihre Kollegen? Welche Themen zur Bundestagswahl rangieren bei Google oben? Das möchten Wissenschaftler erforschen - und bitten um Ihre Hilfe.

    Suchmaschinen haben einen Einfluss darauf, welche Informationen wir wahrnehmen. Welche Informationen wir wahrnehmen, hat wiederum Einfluss auf unsere politische Haltung. Unsere politische Haltung hat Einfluss auf die Wahlen. Es gilt zu eruieren, wie groß der Einfluss der Suchmaschinen auf die politische Meinungsbildung ist. Und welchen Unterschied sie zwischen ihren Nutzern machen.

    Die Forscher von AlgorithmWatch wollen das herausfinden und starten unter dem Titel "Datenspende: Google und die Bundestagswahl 2017" ein Crowdsourcing-Projekt. Und sie bitten Internetnutzer um Mithilfe.

    Wie kann man mitmachen?

    Freiwillige werden gebeten, sich eine für das Forschungsprojekt entwickelte Erweiterung (auch Plug-in oder Add-on genannt) für den Chrome- oder den Firefox-Browser herunterzuladen und zu installieren. Damit werden automatisch mehrere Male am Tag von Ihrem Rechner aus Suchanfragen gestartet und deren Ergebnisse an die Forscher gesendet. Ihre eigenen Suchanfragen werden selbstverständlich nicht gespeichert. Es geht nur um stationäre Nutzung, eine mobile Version gibt es nicht.

    Was passiert dann?

    Mit dem Plug-in erlauben Sie AlgorithmWatch, alle vier Stunden über ihren Browser Suchanfragen an Google und Google News zu schicken. Das geschieht nur, wenn Ihr Rechner eingeschaltet und der Browser geöffnet ist. Wenn der Suchvorgang beginnt, geht bei Ihnen ein kleines Browser-Fenster auf. Das nervt kurz, ist aber leider nötig, um die Suchanfragen möglichst realitätsnah durchzuführen. Das Fenster schließt sich nach etwa einer Minute wieder. Der gesamte Vorgang läuft automatisch ab. Die ersten Seiten mit den Suchergebnissen werden an die Forschungsinitiative versendet. Je mehr Nutzer helfen, desto bessere Ergebnisse wird es geben.

    Wonach wird denn da gegoogelt?

    Nach folgenden Namen von Politikern und Parteien:

    Angela Merkel
    Martin Schulz
    Christian Lindner
    Katrin Göring-Eckardt
    Cem Özdemir
    Sahra Wagenknecht
    Dietmar Bartsch
    Alice Weidel
    Alexander Gauland
    CDU
    CSU
    SPD
    FDP
    Bündnis90/Die Grünen
    Die Linke
    AfD

    Da sich Parteivorsitzende oder Kanzlerkandidaten ändern können, wird die Liste im Laufe des Projekts gegebenenfalls noch entsprechend angepasst.

    Wozu das Ganze?

    "Tatsächlich wissen wir sehr wenig darüber, wie sie Informationen gewichten und anzeigen", so die Forscher von AlgorithmWatch, "aber Suchmaschinen sind so zentral für unser Zusammenleben, dass wir eine Möglichkeit brauchen, sie unabhängig zu überprüfen." Personalisiert Google Suchergebnisse? Sehe ich etwas anderes als meine Nachbarn? Wie verändern sich Ergebnisseiten? Welche Medien und Themen haben Konjunktur bei Google News? Solche Fragen sollen beantwortet werden.

    Welche meiner Daten werden für das Projekt verwendet?

    Private Angaben von Ihnen werden nicht gespeichert. Gespeichert wird die Identifikationsnummer des Plugins (ID) sowie Ihr ungefährer Standort, also der Stadt- oder Ortsname, der anhand der IP-Adresse bestimmt wird. Die IP-Adresse selbst wird nicht gespeichert. Ebenfalls wird aufgezeichnet, ob Sie während der Suchanfrage bei Google eingeloggt waren - aber nicht, mit welcher Identität! Falls Sie angemeldet sind, wird den Forschern der Name des Kontoinhabers also nicht mitgeteilt. Schließlich wird dann pro Suchbegriff die erste Ergebnisliste (Search Engine Result Page, SERP) der klassischen Google-Suche sowie von Google News gespeichert. Bei etwa 15 Suchbegriffen werden pro Suchlauf ungefähr 30 Ergebnisseiten mit insgesamt etwa 600 Links gespeichert.

    Was passiert mit den Ergebnissen?

    Die gesamten Daten inklusive der Identifikationsnummern werden nach Ende des Projekts veröffentlicht. Selbst anhand der Identifikationsnummer lassen sich weder Rückschlüsse auf ihre Person noch ihr Surfverhalten ziehen.

    Wer steckt hinter dem Projekt?

    Das Projekt ist eine Kooperation von AlgorithmWatch mit den Landesmedienanstalten Bayern (BLM), Berlin-Brandenburg (mabb), Hessen (LPR Hessen), Rheinland-Pfalz (LMK), Saarland (LMS) und Sachsen (SLM) sowie der Technischen Universität Kaiserslautern.

    SPIEGEL ONLINE ist Medienpartner und wird vor der Bundestagswahl über die Ergebnisse des Projekts berichten.

    Wie lange läuft das Projekt?

    Am 30. September 2017, eine Woche nach der Wahl, stellt das Plug-in automatisch die Arbeit ein. Sie müssen es aber manuell deaktivieren bzw. deinstallieren. Das können Sie auch jederzeit tun, wenn Sie nicht mehr mitmachen möchten: Sie gehen einfach in Ihrem Browser ins Menü Erweiterungen/Add-ons und deaktivieren oder deinstallieren das Add-on.

    Mit wem teilt AlgorithmWatch die Projektdaten und die Software?

    Auf den vollständigen Datensatz haben außer AlgorithmWatch nur Forscher der Universität Kaiserslautern unter Leitung von AlgorithmWatch-Mitgründerin Katharina Anna Zweig Zugriff. Den Quellcode für das Plug-in finden Sie hier.

    Quelle
    Projektseite (mit Pugins zum Downloaden)

  6. #6
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Sind die gegen ... Kurven?
    Ich vermute gegen Konzessionen und faule kompromisse. Schlechte Politiker also.

    Zitat Zitat
    ist die gemäßigt-langweilige und letztlich grundlegend erfolgreiche Stabilität, die Merkel bietet, definitiv nicht die schlechteste Option, gerade auch als Gegenpol und "Vorbild" gegenüber den anderen Ländern
    Das Chaos das um uns herum und in unserem Inneren stattfindet, hat sie maßgeblich mitverursacht. Ich setze keinen Pfifferling mehr auf diese Frau. Über viele der Nahost-Diktatoren sagte man einst sie seien Garanten von Stabilität und Ordnung in ihren Ländern. Das galt solange, bis sie selbst der Grund für die Unordnung wurden. Im SPIEGEL schrieb ein Essayist damals von Schein-Ordnung und Schein-Ruhe. Von Ordnung ohne Nachhaltigkeit. Wie ein Ballon in den immer mehr Wasser hineinläuft, den du noch eine Weile mit deiner Faust komprimieren kannst, bis er unweigerlich platzt.

    Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Merkel einen Ausstieg zum Ende der kommenden Legislatur wählen wird, von ihrer Herrschaft wird ein politisch komatöses Land bleiben, eine Merkel-Jugend wie seinerzeit nach Kohl und eine CDU, die sich nach dem Aufwachen ihrer parteilichen Identität gänzlich entleert im stumpfsten aller denkbaren Wege als konservativ finden wird: im reinen opportunistischen weiter so und das notwendigerweise, aller geistigen Ressourcen hat man sich programmatisch und personell entledigt, die geistige Substanz ist nicht aufgezehrt sondern auf den Müll geworfen worden und da Substanz zum rarsten Gut unserer Zeit geworden ist, deren Quellen bis auf winzige Rinnsale längst versiegt sind, führt die CDU im Verbund mit dem Land, das gar nicht mehr anders kann, als sich mit ihr zu indentifizieren, Musils Gesellschaft gewordenen Mann ohne Eigenschaften auf.

    Irrsinnigerweise habe ich noch Hoffnungen auf die Wahl. Die Erwartungen habe ich längst aufgegeben. Es sind keine guten Zeiten für eine demokratische Ordnung, wenn das Weiter so so egal ist und die Wahl nicht nur bezogen auf die numerischen sondern insbesondere auf die ideologischen Ergebnisse absolut unbedeutend ist. Ob die Linkspartei mit Schulz und den Grünen regieren wird oder nicht, spielt nämlich für die Richtung, in die es gehen wird, keine substanzielle Rolle mehr. Es wird höchstens etwas chaotischer und unterhaltsamer und dann wünscht man sich die CDU wieder zurück, die die gleiche Politik machen wird, nur vielleicht harmonischer, abgesehen davon wenn sich dort die allesamt schwachen Epigonen Merkels um die Nachfolge zerfleischen werden oder aber einen Burgfrieden halten und Frau von der Leyen sich durchsetzt, weil sie am ehesten bereit ist, sich notfalls über die Etikette hinwegzusetzen.

    EDIT: Hab mir das PlugIn zugelegt.

  7. #7
    Bin mal auf die Spots - vor allem bei den kleineren Parteien gespannt. Später mal bei YouTube suchen ob die da schon sind.

    Werde wohl SPD wählen. Linke und AfD sind mir zu extrem. Grüne eher für die Reichen (auch wenn man das der FDP eher nachsagt aber Umweltschutz kostet halt Geld und die ganzen Vegetarier sind auch meist eher aus den gebildeteren Schichten = eher mehr Geld vorhanden bei mehr Bildund und damit besserer Chance auf höherbezahlten Job).

    Bliebe noch FDP und SPD. FDP ... liberal klingt gut. Früher auch mal gewählt. Manche Sachen kommen allen zu Gute. Nur haben die viel ihrer interessanten und versprochenen Sachen nie durchgesetzt und eher nur für die CDU als Stimmgeber für zusätzliche Abgeordnetenstimmen hergehalten, damit die CDU in der Koalition dann ihre Sachen durchbringen konnten.

    SPD zu stärken ist die einzig brauchbare Möglichkeit um die CDU zu schwächen. Ich wähle somit eher auch "taktisch". So wirklich zu 100 Prozent gefällt mir keine Partei. Beim Wahl-O-Mat komm ich mit Glück als Höchstwert auf 60, vielleicht 7x (niedriger 70er-Bereich) und da auch so einige nah beieinander dass - danach (aber den soll man ja nich allein nutzen, deshalb lässt er auch nich alle Parteien vergleichen sondern nur 5 oder so - damit man selber sich vorher schon Gedanken macht) wärs eigentlich fast egal.

  8. #8
    Ich hab dieses mal echt noch keinen Plan. Ich fürchte, egal was man wählt entscheidet es nur drüber mit wem Mutti weitermacht wie bisher oder schlimmeres.

  9. #9
    Das Leute hier die Linke oder die SPD wählen wollen ist absolut schockierend. Das die das Land erst richtig ruinieren werden muss doch jedem klar sein.

  10. #10
    Ich sehe nur in Linken, Grünen und AfD ein Problem. Linke und AfD sind halt zu extrem. Grüne machen mit ihrem Umweltkram (den andere Parteien zwar auch mit drin haben aber weniger extrem) alles teurer und irgendwann für die Ärmeren unbezahlbar. Das kann dann zu sozialen Unruhen führen. Klar finde ich als selber weniger wohlhabende Person von den beiden großen die SPD dann besser als die konservative CDU/CSU. Aber auch im Interesse der wohlhabenden Personen sollte es sein so wenig wie möglich soziale Unruhen zu kreiren. Die Ärmeren sind immer in der Überzahl und wenn die mal loslegen mit Aufständen, etc. - dann werden auch die Reichen Mühe haben das mit Polizei zu unterdrücken. (Was schief gehen kann. Oder wenn es klappt dann mehr Geld an Polizei kostet was man anderswo vielleicht spart gegenüber der SPD die es direkt an Ärmere umverteilt.)

    Lieber dann SPD und soziale Gerechtigkeit.

    Die FDP find ich - im Gegensatz zu vielen - auch als weniger wohlhabende Person wählbar. Zwar sind die nich mehr so gut wie früher (es haben sich wohl ab nem bestimmten Punkt Leute von ihr abgespalten und Parteien gegründet die heut gar keiner wählt die dann "sozialliberal" sind). "Sozialliberal" finde ich gut. Zwar haben die FDP nur noch "liberal" mit drin und hätten am liebsten auch das ganze Sozialsystem mit abgeschafft (okay das wollen eigentlich im Extremfall auch nur ganz Extreme und nich wirklich die ganze Partei) - aber in Koalition mit der SPD wären sie mir am liebsten.

    Leider ist immer die CDU/CSU der favorisierte Partner. Meine auch mal andres gehört zu haben in letzter Zeit. (Dass man zumindest SPD nich mehr komplett ausschließt. Grüne "schlafen" ja auch mit CDU/CSU in manchen Bundesländern schon.)

    SPD sollten Soziales machen. FDP darauf achten, dass Meinungsfreiheit, Datenschutz, etc. gewahrt ist (also halt die persönlichen Freiheiten, währen die Wirtschaft wo das Sozialsystem einschränkt von der SPD stärker beachtet werdne sollte in ner Koalition). FDP wollen halt stark auch auf die Wirtschaft und da zumindenst Sozialsystem zurückfahren.

    Wenn man mal auf die Idee käme, dass bei Alg 2 ohne Sanktionen man Geld sparen könnte - dann könnte man durchaus Stimmen fangen und es wäre auch im Interesse der wirtschaftlich denkenden FDP.
    (Und meiner Meinung nach könnte man es. Würde Bürokratie sparen. Und weniger Leute wären genötigt Sinnlos-Maßnahmen anzutreten. Die würdne auch wegfallen. Zwar bissl mehr Kosten an Leuten die bei der Bürokratie mitwirkten oder bei Trägern von Sinnlosmaßnahmen die jetzt dann auch arbeitslos würden. Aber wäre günstiger als die Maßnahme zu bezahlen wo Gewinnspanne mit drin is und Löhne/Gehälter die höher sind als Alg. Der soziale Druck würde schon verhindern dass zu viele mehr von sich aus einfach nich arbeiten. Wenn die Frau den Kerl nich mehr als echten Kerl ansieht und der nur noch zu Hause Bier säuft und sich wetlos fühlt ... da is schon genug Druck.) Gerichtskosten würde es auch sparen. (Jobcenter verlieren viele Prozesse.)

    Aber vermutlich denke ich da zu fortschrittlich und bin meiner Zeit 100 Jahre voraus.

  11. #11
    Zitat Zitat
    SPD sollten Soziales machen. FDP darauf achten, dass Meinungsfreiheit, Datenschutz, etc. gewahrt ist (also halt die persönlichen Freiheiten, währen die Wirtschaft wo das Sozialsystem einschränkt von der SPD stärker beachtet werdne sollte in ner Koalition). FDP wollen halt stark auch auf die Wirtschaft und da zumindenst Sozialsystem zurückfahren.
    Nette Idee, würde aber nicht funktionieren, weil die FDP einer Koalition, bei der sie sich aus dem Bereich Wirtschaft (immerhin ihr Hauptgebiet) raushalten soll, ganz sicher nicht zustimmen würde.

  12. #12
    Zitat Zitat von noRkia Beitrag anzeigen
    Das Leute hier die Linke oder die SPD wählen wollen ist absolut schockierend. Das die das Land erst richtig ruinieren werden muss doch jedem klar sein.
    ohja die werden das land bestimmt richtig "ruinieren". Untätigkeit ruiniert nicht das hat die Große koalition doch jetzt zu genüge gezeigt.


    Zitat Zitat
    Lieber dann SPD und soziale Gerechtigkeit.
    Die SPD ist ungefähr so sozial engagiert wie die CDU christlich ist (also wirklich, nicht wenns um Homo ehe geht dann sind die ganz schnell christlich)

    Pushen noch liberaler wirschaftsideen wird die "soziale Gerechtigkeit" sicherlich nicht steigern.

    Zitat Zitat
    Aber vermutlich denke ich da zu fortschrittlich und bin meiner Zeit 100 Jahre voraus.



    Linke und AFD sind sicherlich extrem darüber können wir uns einigen. Fraglich ist ob man das nicht mal braucht, kommt halt vor allem darauf an ob man für oder gegen etwas ist.

  13. #13
    Na ja. Im Endeffekt könnte man - wenn man es so sieht - gar nix wählen. Weil man ja dann immer davon ausgehen muss dass die Partei irgendwas anders machen kann nach der Wahl als das was sie vorher versprochen hat. Es ist also immer was Schlechts möglich.

    Ich orientier mich halt mal an den Namen weil mir sonstn nix besseres einfällt. Dass es andere Parteien besser können bezweifle ich auch. Klar haben die SPD viele dumme Ideen - jetzt gerade dieses Tarifeinheitsgesetz, wozu das Verfassungsgeericht entschied. Aber diese "Schnellschüsse" gibt es auch bei andern Parteien.

    Das Gesetzt ist ja so total das Gegenteil von dem für was die SPD steht oder mal stand (die Gewerkschaften sollen ja dadurch geschwächt werdn). Aber es ist halt populär und kam durch die Streiks bei Bahn nd Co die Unmut in der Bevölkerung hervorriefen. Ist wie bei den Killerspielen wo plötzlich fast alle diese dann verbieten wollen wenn mal ein Amoklauf war obwohl das Quatsch ist.

    Die Hoffnung wäre halt dass die SPD - wenn sie mal mehr Stimmen hätte wie die CDU/CSU (wird aber schwer in den nächsten Jahren) mehr eigene Persönlichkeit wieder entwickeln könnte statt sich von der CDU/CSU dominiern zu lasen und für deren Gesetze abzustimmen.

  14. #14
    Indirekte Demokratie ist halt nicht "Ich wähle, was ich will!", sondern "Ich habe diverse Optionen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben", gerade in einer komplexen Welt.

    Ganz ehrlich? Eine Partei, die einem als problemlos (!) wählbar erscheint, wäre wohl wahlweise stark auf eine einzelne Person fokussiert, die zufällig dieselben Ansichten hat, oder einfach nicht ehrlich mit ihrem Modus Operandi in der Alltagspraxis.
    Oder halt ein Affenhaufen.
    Ich behaupte, eine ernst zu nehmende Partei kann heute nicht mehr ernsthaft "rechts" oder "links" oder verlässlich in irgendeiner anderen berechenbaren Hinsicht sein. Und wenn doch, kriegen wir halt einen Affenhaufen, der jedes komplexe Problem mit dem selben Hammer bearbeiten will.
    Trump ist da tatsächlich ein sehr gutes Beispiel für, was auch erklärt, warum er so erfolgreich in den Wahlen war, aber jetzt total abkackt.

    Ich bin eher dankbar, dass Parteien heute darin scheitern, sich eine allzu klare Identität aufzubauen. Das wäre heute eh nur noch wahlweise Schein oder halt Stumpfheit. Dann nehme ich lieber eine vage generelle Richtung im Hintergrund, die beim ersten Anschein der Realität in Pragmatik zusammenbricht.

  15. #15
    Ja stimmt. Das Interessante ergibt sich eben auch erst durch die Koalitionen. GroKo is halt bissl langweilig. Die die dann sich mit einer der Parteien weitgehend identifiziern können nehmen dann auch die Nachteile in Kauf bzw. finden diese nich zu schlimm. Und bei den "kleinen" Koalitionen früher hatte man ja auch meist einen Partner dabei der der andern Partei nicht zu fern war was viele okay fandn.

    Problematisch wird es halt durch sowas wie GroKo. Oder wenn Leute wirklich so derart Vorlieben haben dass doch recht wenig zusagt von den etablierten Parteien. (Beim Wahl-O-Mat komm ich zum Beispiel oft - hab ich ja angesprochen auf 60-70 Prozent höchstens und die meisten Parteien sogar nah beieinander und hab hier im Forum durchaus Leute gesen die stabil bei 80-90 was rauskriegen.)

    Der Vorteil ist halt dass keine zuuu extremem Sachen möglich sind. Da extreme Sachen oft nur von Minderheiten gemocht werden. Deshalb ist es auch kein Problem wenn AfD in den Bundestag kommen weil ja trotzdem CDU/CSU und SPD stark sind. (Nur wenn mal extrem vievle Leute im Volk die extremen Meinungen hätten ... aber dann würd auch nich mehr helfen die Partei zu verbieten wenn es im Volk verankert ist liegt das Problem dann dort und nich bei ner Partei.)

  16. #16
    @ Cipo

    Ich hale das für eine gefährliche Entwicklung, was die Demokratie angeht. Die Abgrenzung und das Aufzeigen verschiedener Visionen (jaja ich kenne das Diktum von Helmut Schmidt) statt einer oberflächlichen gut leben-Debatte wie Frau Merkel die exekutiert momentan, und damit eben auch die Wahl ist das entscheidende. Was du ansprichst, kann funktionieren, wenn wir ein Gremium reiner Personenwahl haben, wo die Abgeordneten dann tatsächlich Solitäre sind, die wir für ihren persönlichen Leumund wählen, die sich dann Verbündete unter ihren Kollegen suchen, also so wie Parteiungen mal in den zarten Anfängen des Parlamentarismus in Deutschland angefangen haben. Wenn wir aber die Demokratie auf Entitäten abstrakter Natur bauen, dann kann der demokratische Auswahlprozess einzig und allein auf einer Verlässlichkeit der ideologischen Spannweiten und deren Durchsetzung beruhen, was Pragmatismus ohnehin nicht ausschließt, wenn die Partei Erfolg haben will, aber Pragmatismus ist nun einfach reaktives Handeln und wir befinden uns damit in einem Nahraum quasi ahistorisch gewordener Politik, die sich ganz dem Umstand entkoppelt, dass der Zustand in dem wir uns jetzt befinden ein hergeleiteter ist. Wir suchen uns gute Sachwalter, Exekuteure, Technokraten, etwas das eigentlich alles mehr oder weniger ausschließlich an konkrete Personen zu adressieren ist, du sagst es ja selbst, wir wählen nicht CDU, denn die steht für nichts, sondern wir wählen Merkel. Und das hier die Legitimation oder besser die ganze Logik des Parteienparlaments, wie wir es kennen, damit vor die Hunde geht. Wenn wir nämlich die Logik der Personenwahl-Merkel über dieses Parlament organisieren, dass auf Parteien fokussiert ist, erschaffen wir immer wieder aufs Neue Situationen von geradezu präsidialer Einmütigkeit. Es fehlt gänzlich die Opposition, weil unter Persona Merkel selbst das, was eigentlich ihre Opposition werden soll zu eigentlichen Mitträgern einer im Grundsatz alternativlosen Politik wird.

    Für so ein System braucht es keine Demokratie das ist das Politikverständnis entweder technokratischer Systeme oder von Monarchien. Ich sehe da ehrlich gesagt nichts Gutes darin, was das System anbelangt.

    Ein anderer Punkt ist, um eine solche Politik der Überparteilichkeit zu generieren, versucht man eigentlich alles aus dem politischen diskurs auszuschließen, was dessen Rationalisierung im Weg steht. Ich bin kürzlich auf einen Artikel der Handelswoche gestoßen, wo diese Dissonanz will ich mal sagen, offenkundig wird, aber selbst da noch nicht ganz pointiert wird. Wir sind in einem status einer völlig mechanistischen Gesellschaftsbetrachtung mit diese Politikverständnis angelangt. Das in dieser Betrachtung insbesondere die Ökonomie selbst in Zeiten relativer sozialer Absicherung der zentrale Stellenwert zukommt, korelliert aus diesem ganz banalen Grund mit der Rationalisierung. Unsere Zeit wirft immer häufiger Fragen nach der geistigen nicht der materiellen Substanz der Gesellschaft auf, aber die Politik scheint einerseits in der Vergangenheit bezüglich der reinen Wichtigkeit materieller Substanz stecken geblieben zu sein, andererseits in ihrem Bemühen sie ganz modern zu einem Feld eigentlich rein rationaler nicht mehr weltanschaulicher Bearbeitung zu machen, werfen sie gleichsam dort - wo sie nicht ideologisch herbeigeführt wird - eine Identitätsdebatte auf, die sie aber selbst nicht verstehen, weil sie in einem mechanistischen Weltbild keine Rolle spielt.

    Wir reden hier über Fragen, die immer wieder in den Dunstkreis des Mechanismus und der Alternativlosigkeit zurückbeordert werden, obwohl sie dort überhaupt nicht verstanden werden. Eine Partei ohne Eigenschaft und ein Parteiensystem ohne Eigenschaft und vor allem ohne Opposition, kann auf die entscheidenden Fragen unserer Zeit keine Antworten geben, zumindest keine die die Demokratie noch in einer Form mit Leben erfüllen.

    Ich sage es nochmal: Wenn die Wahl bedeutungslos wird, wird es mit ihr auch die Demokratie.

  17. #17
    Zitat Zitat
    Martin Schulz: Merkel und Schäuble haben Europa geschwächt

    SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat bei der Vorstellung seines sogenannten Zukunftsplans für Deutschland Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble hart angegriffen. Er warf den beiden CDU-Politikern vor, mit Alleingängen in der Flüchtlings- und Finanzpolitik Europa geschwächt zu haben.

    Merkel habe im Sommer 2015 die Grenzen ohne jegliche Abstimmung mit den EU-Partnern geöffnet. Schäuble wiederum sei maßgeblich verantwortlich dafür, dass in Griechenland die dreizehnte Rentenkürzung durchgedrückt worden sei, sagte Schulz bei einer SPD-Konferenz in Berlin. Während Tausende griechische Familien noch tiefer in Armut versunken seien, habe Schäuble gleichzeitig "dicke Zinsgewinne" verbucht.

    Schulz kündigte an, wenn er Kanzler werde, wolle er sich in Brüssel für eine solidarische Flüchtlingspolitik einsetzen. Wer als EU-Staat die Aufnahme von Flüchtlingen verweigere, solle finanzielle Nachteile zu spüren bekommen. Deutschland zahle netto 15 Milliarden Euro in den EU-Haushalt ein. Die SPD sei dafür, noch mehr Geld zur Verfügung zu stellen, weil kein anderes Land so stark wie die Bundesrepublik von Europa profitiere.

    Schulz will den Staat zu Investitionen verpflichten
    Mit dem Zehn-Punkte-Programm startet Schulz zehn Wochen vor der Bundestagswahl in die heiße Wahlkampfphase. "Deutschland kann mehr", sagte er bei der Vorstellung seiner Kernforderungen. Sie fassen im Wesentlichen das vor drei Wochen beschlossene Wahlkampfprogramm der SPD zusammen. Mit der zugespitzten Version hofft Schulz, den Umfragerückstand der Sozialdemokraten bis zur Bundestagswahl am 24. September aufzuholen.

    Unter anderem schlägt Schulz eine Investitionspflicht des Staates vor. "Neben der Schuldenbremse brauchen wir eine Mindestdrehzahl für Investitionen, die die Substanz unseres Landes erhält und zukunftsfest macht", sagte er. So soll in den nächsten Jahren mehr Geld in schnelle Internetverbindungen, Straßen und Schienen, den Ausbau erneuerbarer Energien und Bildung fließen.

    Im Fall seiner Wahl zum Kanzler werde er in den ersten 50 Tagen nach Amtsantritt eine nationale Bildungsallianz schmieden. "Wir müssen in Deutschland endlich viel mehr Geld für die Bildung ausgeben." Erwerbstätige sollen ein staatlich finanziertes "Chancenkonto" für die Weiterbildung nutzen können.

    Außerdem will Schulz rasch ein digitales "Deutschlandportal" einführen, das den Gang zum Bürgeramt unnötig macht. Innerhalb der nächsten fünf Jahre solle der Staat online gehen, "und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche." Andere Länder seien da Deutschland weit voraus. Einen bundesweiten Portalverbund, über den alle Nutzer einfach und sicher auf Online-Anwendungen der öffentlichen Verwaltung zugreifen können, haben Bund und Länder bereits vereinbart.

    Quelle
    Das moderne Deutschland nach Schulz
    Und weil ich so unparteiisch bin (ich hätte am liebsten keinen der beiden als Kanzler), darf sich auch Merkel noch zu Wort melden:

    Zitat Zitat
    Merkel: Werde Obergrenze nicht akzeptieren

    Die Union bemüht sich um Geschlossenheit in der Flüchtlingsfrage. Doch die Obergrenze trennt die Schwesterparteien weiterhin. CDU-Chefin Angela Merkel stellt klar, dass es eine solche mit ihr nicht geben werde. Nicht der einzige Dissens. Und den SPD-Wahlkampf? Sieht sie gelassen.

    CDU-Chefin Angela Merkel hat ausgeschlossen, dass sie nach der Bundestagswahl im Falle einer Regierungsbildung zentrale CSU-Forderungen wie in der Asylpolitik übernehmen wird. "Zur Obergrenze ist meine Haltung klar: Ich werde sie nicht akzeptieren", sagte die Kanzlerin am Sonntagabend in der ARD. Das gemeinsame Ziel einer Steuerung und Ordnung in der Flüchtlingspolitik lasse sich auch mit anderen beschlossenen Maßnahmen erreichen.

    Merkel rechtfertigt Pkw-Maut
    Merkel sprach sich auch entschieden gegen die CSU-Forderung nach Volksentscheiden auf Bundesebene aus. Sie wolle diese "unter keinen Umständen". Ohne die von der CSU ebenfalls geforderte erneute Anhebung der Mütterrente zu erwähnen, wies sie zudem darauf hin, dass CDU und CSU im gemeinsamen Wahlprogramm bereits erhebliche Zusagen für Steuerentlastungen und Hilfen für Familien gemacht hätten.

    Zugleich verteidigte Merkel, dass die CSU am Sonntag in einer Woche mit dem sogenannten Bayernplan gesonderte Forderungen aufstellen wird, die mit der CDU nicht zu machen sind. CDU und CSU seien zwei unterschiedliche Parteien. Die CSU habe auch in früheren Wahlen eigene Akzente gesetzt, so Merkel.

    Die Kanzlerin widersprach dem Vorwurf, sie habe 2013 bei der CSU-Forderung nach der Einführung einer Pkw-Maut nachgegeben. Sie habe damals nur eine Maut abgelehnt, die die Autofahrer in Deutschland mehr belaste. Unter dieser Maßgabe sei die Pkw-Maut dann auch eingeführt worden.

    Schulz' "Zukunftsplan": Merkel bleibt gelassen
    Gelassen reagierte Merkel auf den "Zukunftsplan" von SPD-Herausforderer Martin Schulz reagiert. Im ARD-Sommerinterview hielt sie sich mit scharfer Kritik an dem zuvor vorgelegten Zehn-Punkte-Plan des SPD-Kanzlerkandidaten zurück und verwies darauf, dass die Union teils andere Schwerpunkte setzt.

    Beim angestrebten Ausbau staatlicher Investitionen etwa sei nicht das fehlende Geld das Hauptproblem, sondern eine zu langsame Planung. In der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes seien zusätzliche Investitionsmittel schon an vielen Stellen festgeschrieben, sagte
    Merkel und betonte zugleich. "Wir können zurzeit das Geld, was wir haben, nicht ausgeben."

    Deshalb setze die Union in ihrem Regierungsprogramm darauf, die Planungsverfahren zu beschleunigen und für vorrangige Projekte die Zahl der Instanzen zu verringern, vor denen geklagt werden könne. Von den Mehreinnahmen des Staates sollte mindestens ein Drittel investiert werden. "Es kann auch mehr sein", sagte Merkel weiter. Es müsse nur verbaut werden können.

    Schnittmenge mit SPD: "Ist doch schön"
    Die SPD will im Falle einer Regierungsübernahme eine Investitionsverpflichtung des Staates einführen. Neben der Schuldenbremse im Grundgesetz soll als Ergänzung eine "Mindestdrehzahl" für Investitionen in der mittelfristigen Finanzplanung verankert werden. Zudem will die SPD rasch ein Deutschlandportal aufbauen mit digitalen Online-Angeboten der öffentlichen Verwaltung für Bürger und Unternehmen.

    Merkel verwies darauf, dass Bund und Länder einen solchen Portalverbund im Rahmen der Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen bereits beschlossen haben. Auch hatte Merkel mehrfach selbst mehr Anstrengungen bei der Digitalisierung kommunaler Angebote gefordert. Sie rede auf ihren Veranstaltungen mit Wählern über das, was künftig anstehe, sagte Merkel. "Und es ist doch schön, wenn es sich deckt mit dem, was die SPD auch will."

    Bundeswehr in Türkei: "Das Ganze ist misslich"
    Zugleich pochte die Kanzlerin auf ein Besuchsrecht für Bundestagsabgeordnete bei den Bundeswehrsoldaten auf dem NATO-Stützpunkt Konya. Auf die Frage nach einem möglichen politischen Handel mit Ankara stellte Merkel am Sonntag in Berlin klar, dies würde die Bundesregierung "rundweg" ablehnen. "Es gibt keine Verhandlungssache", sagte sie im ARD-Sommerinterview.

    Hintergrund der Absage eines bereits geplanten Besuchs deutscher Parlamentarier durch die Türkei sind die aktuell stark belasteten bilateralen Beziehungen. "Das Ganze ist misslich, ausgesprochen misslich", sagte Merkel. Sie betonte, das Besuchsrecht gelte unbeschadet irgendwelcher Nebenforderungen: "Das ist vollkommen klar." Man müsse die Gesamtsituation sehen. Der - auch von Konya aus geführte - Kampf gegen die Terrormiliz IS sei in einer entscheidenden Phase. Da müsse man Verlässlichkeit gegen dieses Recht abwägen: "Aber Randbedingungen wird es da mit Sicherheit mit uns nicht geben."

    Merkel betonte, die Bundestagsabgeordneten hätten natürlich ein Recht, die Soldaten zu besuchen. Nicht nur die Bundesregierung werde mit der Türkei sprechen, sondern auch die NATO. Gespräche müssten in Ruhe erfolgen. Diese sollten abgewartet werden, ehe Schlüsse gezogen würden.

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    Geändert von Liferipper (16.07.2017 um 22:11 Uhr)

  18. #18
    Zitat Zitat
    Das Koalitionsgemurmel beginnt

    Zwei Monate vor der Bundestagswahl regt sich bei den Grünen offenbar Widerstand gegen eine mögliche Jamaika-Koalition. Ungünstig nur, dass zeitgleich SPD-Politiker auf eine Absage an Rot-Rot-Grün dringen.

    Mehrere SPD-Politiker haben dafür plädiert, entgegen dem Kurs der Parteiführung noch vor der Bundestagswahl eine Koalition mit der Linkspartei auszuschließen. „Rot-Rot-Grün ist in ostdeutschen Ländern möglich, für die Bundesebene ist es keine Option“, sagte der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, der Zeitung „Welt am Sonntag“. Der frühere Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) sagte dem Blatt, „eine – wie auch immer geartete – Zusammenarbeit zwischen SPD und Linke ist auf Bundesebene vollkommen ausgeschlossen“. Die SPD-Spitze und Kanzlerkandidat Martin Schulz haben jede Koalitionsaussage vor der Wahl am 24. September abgelehnt. In Umfragen liegt die SPD derzeit mit Werten von 22 bis 26 Prozent weit hinter der Union. In keiner Umfrage gäbe es derzeit eine Mehrheit für Rot-Rot-Grün.

    Widerstände gegen die Linke bei der SPD, Protest bei den Grünen gegen die CSU
    Während einige SPD-Politiker eine Koalition mit den Linken am liebsten offiziell ausschließen würden, regt sich bei den Grünen Widerstand gegen eine mögliche Koalition mit Union und FDP. Nach Informationen des „Spiegel“ sind Vertreter des linken Flügels der Grünen zu einem Geheimtreffen zusammengekommen, um ein sogenanntes Jamaika-Bündnis zu verhindern. Falls ein solches nach der Wahl im September diskutiert werde, sollten mögliche Ministerkandidaten aus dem linken Grünen-Flügel erklären, dass sie für einen Kabinettsposten nicht zur Verfügung stünden, lautet dem Nachrichtenmagazin zufolge die Strategie.

    Das Kalkül der Parteilinken sei, dass der Realo-Flügel der Grünen nicht allein in die Regierung gehen könne. Die Gruppe „Linke in Mitte“, die der frühere Partei- und Fraktionschef Jürgen Trittin ins Leben gerufen habe, tagte laut „Spiegel“ Ende Mai in einem Berliner Hotel. Die wichtigen Vertreter des linken Flügels seien anwesend gewesen, nur Trittin selbst und Parteiratsmitglied Erik Marquardt hätten gefehlt.

    Dem Kabinettsboykott sollten sich demnach vor allem Parteichefin Simone Peter und Fraktionschef Anton Hofreiter anschließen, die am ehesten Chancen auf Regierungsämter hätten, sowie Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die als mögliche Entwicklungsministerin gehandelt werde. Die drei sollen zu dem Vorschlag zustimmend genickt haben, berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf mehrere Teilnehmer.

    Die Betroffenen wiesen den Bericht als „Quatsch“ zurück, sagten dem Magazin aber zugleich: „So etwas sollte man nicht presseöffentlich besprechen.“ Die Vorbehalte gegen eine Koalition, in der auch die CSU sei, seien natürlich riesig.

    Quelle
    Wozu wählen wir eigentlich noch? Wir köntnen auch einfach abwarten, bis am Ende alle möglichen Koalitionen bis auf eine einzige ausgeschlossen wurden...

    Geändert von Liferipper (22.07.2017 um 17:47 Uhr)

  19. #19
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Wozu wählen wir eigentlich noch? Wir köntnen auch einfach abwarten, bis am Ende alle möglichen Koalitionen bis auf eine einzige ausgeschlossen wurden...
    Wir müssen immerhin noch bestimmen wie Groß die CDU-Mehrheit sein wird, mit der Frau Merkel in der nächsten Großen Koalition regieren wird.

    Aber im Ernst, wenn die SPD Rot-Rot-Grün schon von vornherein ausschließt, kann sie sich auch gleich auf die Plakate schreiben: Wenn ihr uns wählt, wählt ihr Merkel. Oder aber sie gehen konsequent in die Opposition. Die beiden Möglichkeiten haben sie dann. Zwar ist Rot-Rot-Grün derzeit nach der Demoskopie auch nicht drin, aber es ist bei der kommenden Wahl realistischer auf dieses Ergebnis zu hoffen, als zu glauben Rot-Grün würden jemals eine Mehrheit erhalten.

  20. #20
    Im aktuellen Fall ist es auch so: Wenn die SPD rot-rot-grün und die Grünen selbst Jamaika von vorneherein ausschließen, welchen Grund gäbe es dann überhaupt noch, die Grünen zu wählen?

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