Umfrageergebnis anzeigen: Welche Partei wirst du wählen?

Teilnehmer
46. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • CDU/CSU

    4 8,70%
  • SPD

    8 17,39%
  • FDP

    8 17,39%
  • Die Grünen

    2 4,35%
  • Die Linke

    13 28,26%
  • AfD

    6 13,04%
  • Eine andere Partei

    3 6,52%
  • Ich wähle nicht/ungültig

    2 4,35%
Seite 12 von 14 ErsteErste ... 2891011121314 LetzteLetzte
Ergebnis 221 bis 240 von 269

Thema: Butawa 2017 - Aktuell: Duell-O-Mat

  1. #221

  2. #222
    Es wird eine höhere Wahlbeteiligung erwartet:
    https://www.merkur.de/politik/forsch...r-8668637.html
    (Leute die durch AfD motiviert werden, wo keine andere Partei gefällt. Leute die extra wählen um gegen die AfD zu sein. Und Leute die Merkel nicht wollen.)

    Briefwahl könnte auch mit dazu beitragen - ist für viele bequemer. Aber für mich gehörts einfach dazu, so lang ich fit bin, ins Wahllokal zu gehen und nich per Briefwahl:
    https://www.welt.de/politik/deutschl...-kritisch.html
    Da wurden einige Probleme genannt. Sehe ich auch so - bin aber auch der Meinung, dass die Vorteile (dass vermutlich auch mehr Leute wählen weil Briefwahl geht) überwiegen.

    Hier noch ein satirischer Beitrag - der empfiehlt statt der bevorzugten Partei was anderes (meist etwas was total gegensätzlich/anders ist) zu wählen - aus taktischen Gründen:
    http://www.tagesspiegel.de/politik/m.../20304898.html


    Ich hab auch noch mal beim Welt-Wahlchat bei dem die Spitzenpolitiker interviewt wurden bei Christian Lindner reingeguckt. Meine Frage kam nich dran. Hab auch keine Lust gehabt das ganze Video zu gucken. (Weidel ist heut noch dran, morgen der von der CSU dann warn alle dran. Weidel guck ich vielleicht noch mal rein.) Hab aber dennoch schon einige Minuten geguckt. Als Text wurde im Artikel noch mal zusammengefasst worauf eingegangen wurde.

    Mir gefällt dass sich die FDP nicht der CDU/CSU "unterwerfen" will. Auch wie Lindner einige Sachen erklärte. Er konnte das kurz - und mit öfteren Wiederholungen - klar rüberbringen und auch deutlich machen, wo oft Missverständnisse entstehen. (Dass man auch wenn man nur bestehende Rechtslage bei Flüchtlingen erläutert schon als Rechter gilt oft.)

    Das kommt nich von irgendwo her, dass er oft als gute Rhetoriker gelobt wird. Ist auch recht angenehm und klingt nich zu kompliziet, ihm zuzuhören.

    Siehe auch hier: https://www.welt.de/politik/bundesta...re-Fragen.html (Übersicht mit allen Politikern)
    Und hier: https://www.welt.de/politik/bundesta...terwerfen.html (Christian Lindner, Interview im Video + Artikel der es als Text zusammenfasst.)


    Könnte mir immer mehr Erststimme SPD, Zweitstimme FDP vorstellen - statt beide an SPD.

  3. #223
    @Paddy: Also, ich warte hier auch noch auf Antworten - es ging ja nicht um die Frage nach der politischen Gesinnung, sondern darum, wie der aktuelle Zustand Deutschlands und die Pläne der anderen Parteien sich mit dieser Gesinnung beißen, und welche Zukunftsvision dir Sorgen bereitet. Und welcher demografische Druck herrscht.

    Ein Kommentar zu deiner Erklärung, dass du strategisch wählst:
    Du schreibst selbst, dass die AfD die nächsten 4 Jahre sich nur blamieren wird im Bundestag. Da stimme ich dir zu, das ist sehr wahrscheinlich, da die Partei außer Populismus nichts kann. Wieso denkst du dann trotzdem, dass dein Anliegen bei ihnen in guten Händen wäre? Es ist doch zu erwarten, dass gerade wegen der Assoziation mit der AfD eine Gegenposition populär wird, ganz gleich, um welches Thema es sich handelt. Das heißt, deine Strategie wird nicht aufgehen. Der Nationalstaatsgedanke wird z.B. allein aufgrund dieser Assoziation keine Erfolgschancen haben.
    Und wie im letzten Post schon geschrieben, zum Thema Asylpolitik gab es bereits einen Kurswechsel und eine nun deutlich konservativere Haltung bei der CDU oder bei der FDP. Auch hier ist diese "strategische" Wahl nicht nötig und für dein Anliegen eher kontraproduktiv, wenn du mich fragst.
    Das ist halt ein weiterer Grund, warum ich deine Position ohne eine klare Stellungnahme von dir nicht begreifen kann. Es wirkt, wenn du so abstrakt davon redest, nicht sehr strategisch, sondern eher undurchdacht.

    An Glan, Itaju und andere: Ich gehe übrigens davon aus, dass Paddy mich gut genug kennt, um zu wissen, dass ich ihn nicht bloßstellen will. Ich will nur eine konkrete Problemstellung, die über Generalismen wie "Deutschland wird ein Einwanderungsland" hinausgehen - denn diese Antwort sagt mir nichts, vor allem nicht, was mit "Einwanderungsland" gemeint ist, wie sich das davon unterscheidet, was Deutschland schon immer war.

    Übrigens, ich habe gerade nachgesehen: Israel, das positive Beispiel für einen Nationalstaat, hat immer noch über 20% nicht-jüdische Einwohner und ist damit ungefähr gleichauf mit Deutschland, welches ca. 20% Einwohner mit Migrationshintergrund hat (16,4 Mio. von 82 Mio. Einwohnern). Der Ausländeranteil, also Leute ohne deutsche Staatsbürgerschaft, liegt bei uns aber nur bei ca. 11,4%. ((Quelle) Da könnten also locker noch ein paar Millionen Migranten kommen, bis wir auf Israels Niveau sind.

    Edit @PeteS: Der polemische Beitrag vom Tagesspiegel hat total Recht. Wenn man strategisch wählen will, ist das genau der richtige Weg. Deswegen sind strategische Wahlen in meinen Augen unfair, auch wenn ich den Reiz verstehen kann. Meiner Meinung nach besteht eine Pflicht, diejenige Partei zu wählen, von der man sich am besten vertreten fühlt und die man in einer Regierung jedweder Konstellation am ehesten sehen möchte.

    Geändert von Schattenläufer (10.09.2017 um 14:52 Uhr)

  4. #224
    Schattenläufer das Problem das ich hier mit dem Antworten habe, ist das es gerade ein wenig viel ist Und ihr packt immer neue Sachen drauf. Ich wollte das Wochenende eigentlich andere Sachen tun, arrangiere gerade aber meine grundsätzlichen Überlegungen von jetzt bald 10 Jahren in möglichst knapper Form, um sie für den Fall von Nachfragen, vielleicht einfach verlinken zu können.

    Hier übrigens mein 8values Ergebnis, ich denke man erkennt, dass ich zwischen Polen hin- und herschwanke, mir viele Sachen in gleicher art und Weise wichtig sind:

    Anhang 24298

    Aber klären wir schon mal ein bisschen was davon:

    Erstmal Israel war ein Beispiel, welchen Nutzen die nationalistische Agenda verfolgt bzw. welchen Sinn, nicht das er perfekt funktioniert. Zweitens hatte ich nicht sogar geschrieben das ethnisch reine Nationalstaaten gar kein realistisches Ziel sind? Auch weil man sonst tatsächlich der absurden Idee einer globalen Apartheid anhängen müsste. Allerdings stellen gerade ein Großteil der 20% nicht jüdischen Bevölkerung eben auch ein Problem für diesen Staat dar, bezüglich Spannungen im Inneren, weshalb - das schrieb ich glaube ich, oder? - Israel eigentlich ein Interesse daran haben sollte den Palästinensern einen eigenen Staat endlich zuzugestehen.


    Europa: Mit der Meinung der AfD den Euro aufzugeben stimme ich nicht überein, aber ihr mit ihrer Ablehnung gegenseitiger Haftung. Den Preis, den wir über den Euro bezahlen ist die Kopplung unseres Geldwertes an die Gemeinschaftswährung. Im Endeffekt bezahlen wir über Inflation bereits die Vorteile, die wir aus dem Euro ziehen.

    Desweiteren teile ich auch die Position dazu Europa nicht noch mehr Macht zu verschaffen, als nötig hätte, um seine Aufgaben zu bewältigen. Kann sein, dass es da weitaus noch kritischere Stimmen gibt, die bis hin zu einer Auflösung oder Verlassen der EU wollen, das halte ich für eine mögliche Option, die derzeit aber nicht nötig ist. Ich kann bspw. auch den Brexit verstehen, hielt diesen aber für verfrüht und der nationalen Sache auch von Groß-Britannien an sich schädlich. Vor allem da die eigentliche frage ausgeklammert wurde, ob man nicht eher die Stimmkraft in Brüssel für eine bessere Union braucht.
    Der Kern ist, dass Europa und die EU (und das sind keineswegs dieselben Dinge) alternative Narrative brauchen. Ich kann mich daran erinnern, dass wir beide doch diese Diskussion damals, wenn nicht gar zum Brexit, schon einmal hatten. Mir wäre lieb wir begrenzen denn Alleinvertretungsanspruch der EU für Europa grundsätzlich (das hat nämlich Implikationen des machtbewussten Brüsselns gegenüber Staaten, die nicht mitziehen wollen) andererseits die EU, wie wir sie haben in der Staatenverbundslösung zu halten: formell genug um gemeinsames Handeln zu koordinieren, auch mal verbindlich, aber locker genug, um kein von oben herab diktiertes Zwangssystem zu sein und den Nationalstaaten den Löwenanteil der politischen Entscheidungsfindung überlässt.

    Das Beispiel mit Ungarn ist nämlich der Punkt, wo man besonders gut erkennt, was an der Union nämlich schiefläuft. In der Logik, die du da mit der Bemerkung vorgestellt hast, würden wir, näme Deutschland insbesondere Ungarn (oder Polen oder Tschechien) für seine eigene verfehlte aufnahmepolitik dann in Haftung. Einige europäische Länder haben die Massenmigration so richtig in Fahrt gebracht, waren nicht bereit die moralischen Transferkosten zu leisten, um Grenzsicherung zu betreiben und haben das, um eine weiße Weste auch noch zu behalten, das einerseits nach Osteuropa deligiert, andererseits das moralisch verurteilt um schließlich dann doch ganz froh gewesen zu sein, als die Balkan-Route dann endlich dicht war und der Zuwanderungsdruck etwas abgenommen hatte. Und ich will jetzt nicht einen Orban heroisieren, denn der hatte gewiss seine eigene Agenda das zu tun. Aber jetzt Ungarn und anderen die Folgen einer Politik aufzuhalsen, bei denen sie von Anfang an dagegen waren, während diejenigen, die sie verursacht haben und meinten "Wir schaffen das", sich damit den Druck vom Halse schaffen wollen, das legt tatsächlich eine Axt an die gemeinsame europäische Idee. Natürlich wäre es für uns nützlich einen Teil des Drucks in der EU umzuverteilen, wenn man rein national-egoistisch denken würde, aber es wäre genau das was dann sogar mit einem Kern der Wahrheit die anti-eu-Narrative von Orban und Co, füttern würde.

    Zum Thema Europa und EU anders denken, gab es vor kurzem in der NZZ eine, wie ich fand, guten Beitrag: https://www.nzz.ch/meinung/demokrati...lik-ld.1313499


    Einwanderungsland: Ja und Nein. Wenn man danach geht, ob ein Staat Einwanderung zulässt und es schon mal Einwanderung gegeben hat, wäre jeder Staat auf diesem Planeten ein Einwanderungsland. Das wäre der Begrifflichkeit nach also völlig nichtssagend. Island wäre demnach genauso ein Einwanderungsland wie Japan. Auch der Wunsch vieler Menschen in ein bestimmtes Land zu wollen, ist daher völlig unerheblich. Einwanderungsländer sind Gebilde wie die USA, Kanada oder Australien, ohne eigene Stammbevölkerung, die national und kulturell überhaupt erst durch Einwanderung geschaffen und geformt wurden.
    Auf Deutschland und Europa trifft das nicht zu. Wir sind Stammbevölkerungsstaaten, die auf kultureller Tradition staat einem Einwanderungsnarrativ beruhen. Wenn hier Einwanderung stattfindet nicht in eine lose Gemeinschaft von Glücksrittern, sondern in ein sehr viel engeres und komplexeres System historischer, sozialer und traditioneller Verbindungen. In das kann man einwandern, bedeutet aber vor allem dieser Gemeinschaft beizutreten und sich anzupassen.
    Die normative Deklaration Deutschland sei ein vielfältiges Einwanderungsland, wie es einem Arbeitspapier von Frau Özuguz heißt, zielt eher darauf ab, diese Prägung Deutschlands zu beseitigen und das Vorrecht der Nation der Stammbevölkerung zu ersetzen durch einen allgemeinen Staat aller, die hier leben wollen, multikultureller Prägung. Die AfD ist dagegen, ich auch.

    Das Migration weiterhin stattfinden soll ist zudem meine Meinung und auch die der AfD. Um die genauen Quoren kann man sich sicher streiten, auf das Wie für reguläre Einwanderung antwortet die AfD wiederum mit Kompetenzmodellen klassischer Einwanderungsländern und das halte ich auch für eine vernünftige Lösung.
    Bei der Einbürgerung liegen wir mit der Ablehnung des Doppelpasses ebenso gleich auf. Und ich wüsste nicht, dass die AfD gefordert haben sollte die Einbürgerung von Ehepartnern und Kindern, die ein Deutscher außerhalb kennen gelernt hat oder deren Zuzug in Frage gestellt hätte. Also auch die klassischen Kriterien bleiben erhalten.

    Kommen wir zur Flüchtlingssituation:

    Da ist grundlegend festzuhalten, wir sprechen hier immer noch hauptsächlich von Flüchtlingen obwohl das nur auf einen Teil davon zutrifft. Nur ein kleiner Teil besteht tatsächlich aus Asylanten, also die vor gezielter Verfolgung fliehen, der Rest sind vorrübergehend Schutzbedürftige, alles was da sonst noch - und jetzt inzwischen in der Mehrzahl zu uns kommt, sind hauptsächlich weder das eine noch das andere sondern Wirtschaftsmigranten.

    Während Asylanten ihr verbürgtes Asylrecht haben und sich damit auch für einen dauerhaften Aufenthalt qualifizieren, sofern nicht ein Regime-Change ihre unmittelbare Verfolgung beendet, nehme ich die mal raus. Ich habe - ich verfolge nicht alle AfD-Kanäle, noch keinen ernstzunehmenden Politiker von ihnen darüber reden hören, die Menschen direkt in den Krieg zurückzuschicken oder ins Meer zu treiben. Was jedoch Sache ist, dass erstens über Obergrenzen grundsätzlich immer zu reden ist. Jean Bodin sagte schon, dass es ein Staat selbst moralisch nur soweit auf Hilfe zu verpflichten ist, wie er sie leisten kann ohne sich selbst dem Mangel auszusetzen. Ob die rein technische Obergrenze erreicht ist, kann man in Frage stellen.
    Wenn es zuviele sind um sie wie auf dem Höhepunkt der bewegung zu erfassen, zu bearbeiten und unterzubringen, dann halte ich es nicht für richtig, wenn nicht unmittelbare Gefahr im Verzug ist, zu sagen macht auf, lasst rein, wir schaffen das. Neben der Überlastung und dem Sicherheitsverlust, kommt auch noch die Missachtung von Rechtsgrundsätzen hinzu.
    Eine andere Sache, wo ich auch mit der frühen AfD-Kritik an der Flüchtlingsaufnahme konform gehe ist, dass der subsidiäre Schutz zum Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen überall dort gewährleistet wäre, wo kein Bürgerkrieg herrscht und das es für den Aufbruch nach Europa von dort eigentlich kaum Grundlagen gibt. Entscheidender wäre gewesen die Leute dort vor Ort zu versorgen, wo sie in einer mehrheitlich ebenfalls arabisch-sprachigen und arabisch geprägten Region weder die Gefahr der Reise noch dieser Art Transferkosten hätten auf sich nehmen müssen. Hilfe vor Ort wäre besser gewesen. Nach Schätzungen geben wir inzwischen bis zu 22 Mrd. für die Flüchtlinge hier aus, während wir relativ zu Beginn des Migrationsstrom unsere im Vergleich zu dieser summe lächerlichen Aufwendungen für das UN-Flüchtlingshilfwerk gekürzt haben. Tatsächlich mit dem Geld das wir allein benötigen um hier einen Menschen zu versorgen könnten wir dort sehr viel effizienter mehr Menschen helfen. Aber gut die Milch ist bereits verschüttet, aber ich will nur mal erwähnen, dass die Kritiker Flüchtlingspolitik auch aus der AfD frühzeitig auf sowas hingewiesen haben.

    Auf jeden Fall behagen mir zwei Sachen beim Reden der politik und der Medien über Flüchtlinge, abgesehen von der FDP kürzlich, dass Wirtschaftsmigranten einfach pauschal als Flüchtlinge deklariert werden und hier auch erstmal die ganze Schweinetour des Asylverfahrens mit durchlaufen und selbst dann noch inkosequent rückgeführt werden, aber das man über Flüchtlinge auch allgemein wie von Dauermigranten spricht. Ich bin daher auf einer Linie mit AfD und der FDP jetzt im Wahlkampf (ob sie sich daran halten ist wohl mehr als fraglich), die Leute konsequent zurückzuschicken, sobald der Bürgerkrieg in Syrien endet. Als Einwurf: Die Berichtslage ist zwar immer noch sehr unübersichtlich aber es gibt ja schon Zeichen, dass sich die Situation vor Ort inzwischen ja auch entspannt
    Wer nicht freiwillig geht, soll abgeschoben werden. Wer geheiratet und Kinder bekommen hat mit Einheimischen kann bleiben und andere können nach einem Qualifikationseinwanderungsrecht ebenfalls auf eine dauerhafte Bleibeperspektive achten.
    Das sehe ich allerdings insofern kritisch, da Syrien nach dem Krieg vermutlich alle Fachkräfte brauchen wird, die es bekommen kann. Ich würde für den Rückführungsprozess im Vorfeld eine Wiederaufbauhilfe für syrien veranschlagen, statt die aber Assad in die Hose zu stecken, werden die Pro-Kopf als Entwicklungshilfe verrechnet den heimkehrenden Syrern als neues Startkapital mitgegeben. Desweiteren wäre ich für Sicherheiten, für die menschen und für Unternehmen und Schulen durch großzügige Rückkehrfristen zu schaffen. Die Menschen sollen mehrere Monate Zeit bekommen um ihre Angelegenheiten zu regeln, Angebrochene Schuljahre dürfen zu Ende absolviert werden und laufende Ausbildungen abgeschlossen werden, Die Investitionen, die wir in Bildung und Ausbildung gesteckt haben, sind dann immaterielle Entwicklungshilfe für das Syrien nach dem Krieg.
    Dafür muss von Anfang an klar kommuniziert werden das wer aufgrund des Krieges hier Zuflucht gefunden hat, im Regelfall darauf eingestellt sein muss, zurückzukehren, aber er braucht keine Angst haben, von heute auf Morgen auf gepackten Koffern sitzen zu müssen.

    Ich hoffe das räumt schon ein paar der Fragen ab.

  5. #225
    Es gibt ja noch andere Themen im Wahlprogramm der AfD, die vielleicht sogar ein Stück weit umtrittener sind als ihre Position zu Migration und Flüchtlingen. Wie denkst du über die? Auch wenn du strategisch wählst, unterstützt du mit deiner Stimme letztendlich trotzdem das gesamte Programm der Partei und so wie die Flüchtlingspolitik der AfD zur Diskussion gestellt wird, werden es auch die anderen Positionen.

    Ich zitiere mal einige Stellen aus dem Wahlprogramm der AfD, die ich besonders bedenklich finde.

    "Der Islam gehört nicht zu Deutschland. In der Ausbreitung des Islam und der Präsenz von über 5 Millionen Muslimen, deren Zahl ständig wächst, sieht die AfD eine große Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung."

    Das wird später zwar relativiert, es gäbe viele Muslime, die rechtstreu und integriert seien, und die wären geschätzte Mitglieder unserer Gesellschaft, aber im ersten Moment klingt das ziemlich islamophob. Überhaupt ist alles Fremde der AfD anscheinend ein Dorn im Auge, denn später heißt es:

    "Die Mehrzahl der Täter im Bereich der Organisierten Kriminalität sind Ausländer. Sie auszuweisen, muss vereinfacht werden. Deshalb ist für diesen Personenkreis bei entsprechendem Verdacht die OK-Zugehörigkeit als Ausweisungsgrund einzuführen."

    Unter einem Ausländer verstehe ich jemanden ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Stimmt das wirklich, was die AfD behauptet?

    Weiter heißt es:

    "Das Klassenzimmer darf kein Ort der politischen Indoktrination sein. An deutschen Schulen wird oft nicht die Bildung einer eigenen Meinung gefördert, sondern die unkritische Übernahme ideologischer Vorgaben. Leitbild der schulischen Bildung muss jedoch der selbstständig denkende Bürger sein."

    Das aus dem Mund einer populistischen Partei. Fragt sich nur, was den Schülern indoktriniert wird. Es hat wahrscheinlich etwas mit Queer und Gender zu tun, denn:

    "Eine einseitige Hervorhebung der Homo- und Transsexualität im Unterricht, wie sie die sogenannte „Sexualpädagogik der Vielfalt“ praktiziert, stellt einen unzulässigen Eingriff in die natürliche Entwicklung unserer Kinder und in das vom Grundgesetz garantierte Elternrecht auf Erziehung dar. Dadurch werden Kinder und Jugendliche – oft von schulfremden Personen und meist gegen den Willen ihrer Eltern – in Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert, überfordert und in ihren Schamgefühlen verletzt.

    Die AfD stellt sich allen Versuchen klar entgegen, durch staatlich geförderte Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen das bewährte, traditionelle Familienbild zu beseitigen.

    Unsere Kinder dürfen nicht zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit werden. Das ideologische Experiment der Frühsexualisierung ist sofort zu beenden."


    "Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Institut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der Souveränität hervorbringen kann. Die Gender-Ideologie widerspricht sowohl den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Biologie und der Entwicklungspsychologie als auch der lebenspraktischen Alltagserfahrung vieler Generationen."

    Obwohl sich die AfD so sehr auf wissenschaftliche Erkenntnisse beruft, sagt sie dann aber:

    "Das Spurengas Kohlenstoffdioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für alles Leben. Die Aussagen des Weltklimarats (IPCC), dass Klimaänderungen vorwiegend menschengemacht seien, sind wissenschaftlich nicht gesichert. Sie basieren allein auf Rechenmodellen, die weder das vergangene noch das aktuelle Klima korrekt beschreiben können. Schon vor der Industrialisierung gab es Warm- und Kaltperioden, die sich nicht durch die zugehörige CO2-Konzentration der Luft erklären lassen."

    Einige dieser Positionen finde ich schon menschenverachtend. Selbst wenn ich der Partei in einigen Punkten zustimmen würde, könnte ich sie wegen dieser fragwürdigen Ansichten nicht wählen. Deswegen wundert es mich, dass jemand, der diese Ansichten nicht teilt, darüber hinwegsehen kann.

  6. #226
    Vermischtes

    Weitere kleinere Sachen in der ich mit der AfD übereinstimme ist eine Politik, die Familien- und Kinderförderung richtig anpacken will und ein Gegengewicht auch gegen die ständige Stimmung gegen traditionelle Familienmodelle bildet. Ich meine ich will nicht in Zeiten zurück, wo man nur das Eine als vernünftige Beziehung bezeichnet hätte, aber einige der Sachen haben wir im Ehe-Thread ja schon erörtert, dass ich die Grundannahme teile, dass die feste Kernfamilie doch Gesellschaftsgrundlage ist und mit dem Eherecht auch nochmal einen gesondert besonderen Status behalten sollte. Ich bin aber gegen die Ablehnung der Ablehnung der erweiterten Ehe durch die AfD und wäre vermutlich in reproduktionsmedizinischen Techniken und Verfahren invitro, PID, Leihmutterschaft auch nicht unbedingt auf einer Linie mit dem konservativen AfD-Profil.

    Die Abschaffung des Bargeldes zu verhindern (die Pläne dafür wurden mehr oder weniger deutlich geäußert, nur werden sie sehr langsam umgesetzt) ist auch so ein kleiner Punkt. Und in der Bildungspolitik stimme ich mit der AfD darin überein, das Inklusionsmodell zu beerdigen und einige rot-grüne Bildungssünden auszumerzen, wie die Schreiblern-Methode wo die Kinder durch Schreiben nach Hören zu funktionellen Analphabeten hingezogen werden. Aber das wäre freilich eher etwas für Landesebene. Im Gegensatz zur AfD lehne ich aber Bildungszentralismus ab.
    Anderer Punkt ist das dreigliedrige Schulsystem. Im Prinzip wäre ich nur für die Abschaffung der Hauptschulen, aber nicht aus bildungs- sondern ausbildungspolitischen Erwägungen. Tatsächlich sehe ich schon den Sinn der Hauptschulen, allerdings muss man sehen, dass selbst gute Hauptschulabschlüsse für Unternehmen nicht das PApier wert sind, auf dem sie gedruckt werden. Und eigentlich würde man da freilich auch dem nur noch entgegen kommen, aber die Mentalität auf dem Arbeitsmarkt wird man wohl kaum verändern. Eher sollte man dafür sorgen das ein nur durchschnittlicher Realschulabschluss das Äquivalent zum Hauptschulabschluss völlig ausreichend wäre.
    Das Gymnasium will ich nicht zur Disposition gestellt sehen. Ich denke es hat seinen Wert Realschüler, die an Hochschultechniken und -niveau nicht herangeführt werden müssen, von denen zu trennen, die Abitur machen und damit eigentlich die Zugangsvoraussetzungen allein für die Hochschulen erringen. Man müsste vielleicht schauen, dass man dem Druck zum Studium oder Abitur durch eine Stärkung von regulären Ausbildungen beikommt als gangbaren Alternativen. Von Gemeinschaftsschulen im Sinne von gemeinsamen Unterricht halte ich daher wenig, allerdings wäre es in Zukunft gut, die Schüler physich nebeneinander zu unterrichten im Gleichen oder angrenzenden Gebäuden, sodass dadurch Austausch und Interaktion nicht abreißen. Also im Prinzip bin ich auch hier mit der AfD.
    Bezüglich der sogenannten Frühsexualisierung ist meine Position aus dem Thread, den wir zum Sexualkundeunterricht hatten, dieselbe wie damals. Was die Genderforschung angeht, bin ich grundsätzlich einer Meinung mit der AfD.

    Überbevölkerung

    Im Kern gibt es hier verschiedene Linien, die man verfolgen kann. Da gäbe es den Arbeitskräftebedarf der Zukunft und das Stützen des Renten-Niveaus. Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt und zum Erhalt von Deutschlands Wirtschaftskraft sind neue Arbeitnehmer erforderlich. Lassen wir die Rente kurz beiseite. Das Arbeitsplatzproblem basiert auf den derzeitigen Prognosen während wahrscheinlich ist, dass sich der deutsche Arbeitsmarkt in Zukunft weiterspezialisieren und technisieren wird. Das heißt nach jetzt schon absehbaren Entwicklungen könnte die Mechanisierung in Zukunft ohnehin Unmengen an Arbeitsplätzen kosten, während sich die produktive und kreative Arbeit in einer Weise professionalisieren, dass dafür höher gebildete Fachkräfte in Frage kommen werden. Außerdem basieren die jetzigen Schätzungen auf einem fortgesetzten Wirtschaftsaufschwung, der jederzeit wieder einbrechen kann und auf eine masse von arbeitslosen gerechnet hohe Kosten verursachen würde. Ob wir also tatsächlich auf mittlere oder längere Sicht gesehen tatsächlich eine Menge Zuwanderung brauchen ist fraglich. Dann ist fraglich, ob die Zuwanderer, die gerne zu uns kommen würden, überhaupt die Qualifikationen in der Menge mitbringen, die wir benötigen, eher nicht. Tatsächlich sind die entsprechenden Fachkräfte heiß umkämpft und Deutschland könnte seinen Mangel auch aus eigenen Kräften zur Zeit noch decken, wenn wir unsere Fachkräfte im internatioanlen Vergleich nicht so miserabel bezahlen würden. Ärzte, Informatiker und Ingenieure aus Deutschland wandern ab, weil international bessere Bezahlung und Konditionen winken, während wir wiederum anderen Ländern die Fachkräfte stehlen müssten. Gibt ja das berühmte Bonmot davon, dass in London mehr sudanesische Ärzte praktizieren als im Sudan selbst.

    Das Rentenargument ist schon eher eines. Es ist für unsere Bedürfnisse natürlich völlig fehlkonstruiert und setzt damit es ausreichend ausgeglichen ist, selbst in bevölkerunstechnisch guten Zeiten auf ein ständiges Bevölkerungswachstum um seine Lasten besser zu verteilen. Tatsächlich ist das aber nur ein zeitliches Problem das vorrüber gehen. Um es mal so hart auszudrücken, irgendwann werden die bevölkerunsreichen Jahrgänge weggestorben sein und dann hat sich das große Ungleichgewicht letztlich auch gelegt. Angesichts dessen, was wir bereits über Pump übergangsweise querfinanziert haben über die Staatsschulden, kann der Staat diese Zeit wahrscheinlich auch überbrücken, allerdings kann mit einer besseren Demographie das freilich etwas abgefedert werden. 3 Kinder im Schnitt sind nur ein sehr leichtes Wachstum und reichen eigentlich gerade für den Bestandserhalt hin. Wenn wir uns dauerhaft auf diesem Niveau einpegeln können, dann können wir ein System mit halbwes vernünftiger Balance schaffen.

    Die andere Linie ist ob Deutschland überbevölkert ist. Das ist es nicht. Sowohl die Ressourcen als auch die bestehenden Wohnräume Deutschlands reichen aus, um die jetztige Bevölkerung problemlos zu versorgen. Sie könnte selbst noch etwas wachsen, auch wenn ich das für, wie oben ausgeführt, für unnötig halte. Das was wir feststellen ist eher eine Übervölkerung der Städte, obwohl die Verstädterung also die Konzentration von Menschen auf engstem Raum natürlich günstig für die Umwelt ist. Aber das Ziel müsste eigentlich sein die ländlichen Räume zu stärken, an die Städte wirtschaftlich und verkehrstechnisch anzuschließen und ein Konzept von Zentren, Subzentren und der sie umgebenden Peripherie zu entwickeln, um die Bevölkerung in Deutschland wieder besser zu verteilen, als die Großstädte zu immer schlimmer werdenden molochs anwachsen zu lassen.

    Im Endeffekt sind es also zwei parallel laufende Sachen: Eine Schrumpfung kann man hinnehmen, angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen, im Endeffekt laufen wir aber mit der derzeitigen Bevölkerungszahl aber lange nicht im Bereich der Überbevölkerung, was auch nicht heißt, dass wir wachsen müssen. Eine geeignete Familienpolitik stabilisiert mit dem Faktor durchschnittlich 3 Kinder pro Frau also am besten einfach nur die Demographie.

    Einwanderung jedoch zur Lösung der demographischen Probleme ist nur eine schnelle Droge zur Bekämpfung von Symptomen. Sie schadet den abgebenden Ländern in doppelter Weise. Einerseits verlieren sie die Kräfte, die eine positive Gesellschaftsentwicklung anstoßen und tragen könnten, andererseits reduzieren diese Gesellschaften bzw. die dortigen Regierungen durch die Abgabe den Veränderungsdruck im Innern. Die Revolution wandert quasi aus und mit ihr die Notwendigkeit im Innern etwas verändern zu müssen. Weniger Bevölkerungsdruck, weniger Not, weniger kritische Stimmen und die Überweisungen von außen an die Familien machen den Aufbau eines eigenen Arbeitsmarktes nicht dringlich.
    Und natürlich aus nationalistischer Perspektive sind nationsinterne Probleme und das ist mit der Demographie eine sehr grundlagende Angelegenheit von der Nation selbst anzugehen.
    Die UN wiederum zeigt mit vorschlägen zur Replacement-Migration eine ganz grundlegende ignorante Blindheit bezüglich Menschen, die sie offenkundig, auch wie unsere Regierung, im Sinne von Renaud Camus auffasst als austauschbare wirtschaftliche oder demographische Kenngrößen, wie Schrauben an einer Maschine. Frei nach dem Motto der Norden entwickelt einen Mangel, der globale Süden einen Überschuss, dann wissen wir ja wo wir den Überschuss ansiedeln müssen, damit es ausgeglichen ist.
    In Verbindung mit der Globalisierung ist das ein Bild von Menschen als glatt geschliffenen Arbeitsdrohnen und entwurzelten Arbeitsnomaden, die sich in einer möglichst gleich gemachten Welt als Humankapital reibungsfrei von A nach B verschieben lassen.

    Addendum zur Familienpolitik

    Deshalb stimme ich auch der Aussage: "Neue Deutsche, machen wir selber" zu. Wenn ich von braunem Wind sprach dann als Anspielung auf Käßmann, die diesen Terminus gebraucht hat, um die AfD-Familienpolitik in den Ruch von NS-Deutschland zu rücken, die sich daran richtet, dass die Deutschen eben das natürliche und grundsätzliche tun, sich durch eigene Kinder zu reproduzieren, statt sich humanes Austauschkapital im Ausland zu besorgen, um die eigene demographische Schieflage in den Griff zu bekommen.
    Und nein das bedeutet nicht, dass Deutsche jetzt dazu gezwungen werden sollen, im Sinne einer NS-Gebärpolitik, gegen ihren Willen wie blöd "arischen" Nachwuchs zu werfen. ICh weis das trifft auf viele hier im Forum nicht zu, Caro, aber da draußen gibt es durchaus den sehr verbreiteten Wunsch nach familiengründung. Ich zähle mich auch dazu, nur fehlt mir bis dato die entsprechende Partnerin dafür, ansonsten hätte ich längst wenigstens ein Kind schon. Das wäre jetzt ein weites Feld um über die vielen möglichen nicht direkt persönlichen Gründen zu sprechen, zum Beispiel auch eine Krisenmentalität, die einem sagt, dass nie der passende Moment ist oder das Argument das die Freiheitskosten, die eine Familie mit sich bringt, sich kaum rechnen, insbesondere wenn man nicht finanziell unabhäng ist usw. Aber wenn wir festhalten, dass viele das wollen, aber die Rahmenbedingungen halt viele daran hindern (gerade auch mehr als ein Kind zu bekommen, weil das allein schon mittlerweile ein Luxus ist, den man sich leisten können muss) dann wäre das der Moment wo man finanzielle Absicherungen schaffen muss, eine Arbeitswelt die sich mit Familie und Beruf vereinbaren lässt oder Möglichkeiten für frauen oder Väter sich hauptsächlich um den Nachwuchs kümmern zu können, wenn sie das möchten und Vieles mehr.
    Die Idee sowas wie das Mutterkreuz wieder einzuführen, mag zwar etwas absurd erscheinen, angesichts der Tatsache das der Bundespräsident bei kinderreichen Familien auch Gratulationsschreiben versendet, wirkt das aber nicht ganz so weltfremd. Da wäre es mal zu schauen, ob die Anerkennung von Mutterschaft und Vaterschaft vielleicht wieder verbessert werden sollte. Im Endeffekt wenn ein Kind zu bekommen als der GAU der persönlichen Biographie gilt oder nur erwünscht ist, wenn sie in die generalstabsmäßige Lebensplanung passt, dann ist es ehrlich gesagt kaum ein Wunder, das kaum jemand positiv über eine Familiengründung denkt. Kinderfreundliche Gesellschaft war vor einer Weile mal für die SPD ein Thema, inzwischen hört man davon nicht mehr soviel.

  7. #227
    Zitat Zitat
    Das aus dem Mund einer populistischen Partei. Fragt sich nur, was den Schülern indoktriniert wird. Es hat wahrscheinlich etwas mit Queer und Gender zu tun, denn:
    Das was die AfD da fordert ist nach dem Beutelsbacher Konsens längstens Beschlusslage für Unterricht in Deutschland. Die AfD zieht hier natürlich Opfer-Narrativ aus dem Hut, da a) die Lehrerschaft natürlich politisch nicht neutral ist, b) aber den Schülern entsprechend gewisse politische Modelle auch vermittels über den Unterrichtsplan wie Gender Diversity eher nahegelegt werden und c) die AfD in manch sozialkundlichem Unterrichtsmaterial suggestives Thema war. Ich kann das jetzt gerade nicht verlinken aber das gab es schon. Hat natürlich Einzelfallqualitäten aber dennoch. So an sich kann ich an dem Vorhaben auf dem gesetzten Standard zu bestehen, jetzt auch nichts Verwerfliches finden, wenn gleich man den Manipulationsvorwurf natürlich mit spitzen Fingern anfassen muss. Das Unterricht mit Haltung aber gemacht wird, kann ich mir ehrlich gesagt vorstellen.

    Zitat Zitat
    "Der Islam gehört nicht zu Deutschland. In der Ausbreitung des Islam und der Präsenz von über 5 Millionen Muslimen, deren Zahl ständig wächst, sieht die AfD eine große Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung."
    Das Thema hatten wir im Flüchtlingsthread kurz und ich bin da schon mit Riva aneinander geraten. Auch hier stimme ich mit der AfD überein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Und ich sehe durchaus die wachsende Zahl von Muslime insbesondere aus Ländern eines heißen, unaufgeklärten oder offen anti-aufklärerischem Islam durchaus als bedrohlich an, zumindest wenn wir annehmen, dass sie dauerhaft bleiben. Und empfinde die Religiosierung der Gesellschaft insbesondere durch die Muslime als besonders kritisch.

    Wir sind ein christlich geprägtes Land, das Christentum darf daher gerne eine kulturelle Sonderrolle einnehmen, sofern - auch hier wieder Disposition zur AfD - daraus keine Rereligiosierung der Christenmenschen hier folgen sollte. Das Hochfahren des christlichen Bekenntnisses durch die AfD empfinde ich insbesondere als Atheist als nicht zielführend, kann aber verstehen, dass du zu ihrem Programm als CDU-Ersatzpartei gehört. Die stark religiösen Christen (im Südwesten soll ja auch schon eine Art deutscher Bible Belt entstehen) können von mir aus unter den gleichen Stein zurück kriechen, wie die Muslime. In der Frage aber sehe ich den Islam als derzeit deutlich größere Bedrohung an. Die Position von Frau Attes ist, was ich soweit darüber gehört habe, aus meiner Sicht als einziges akzeptabel und für Deutschland zukunftsfähig.
    Ein Großteil der Islamverbände aber insbesondere DITIB (die dringend in Deutschland verboten werden sollte) und der selbst ernannte Zentralrat der Muslime um den noch furchtbareren Mazyek sollten im Religionsdialog mit dem Staat wenn überhaupt noch, nur die zweite Geige spielen dürfen. Kleinere Gemeinde und Verbände kritisieren ohnehin Mazyeks privilegierte Stellung seit langem.

    Auch unsere Kirchen spielen da eine recht unschöne Rolle. Weil die nämlich um ihre eigenen Privilegien fürchten in der sich zunehemend säkularisierenden Gesellschaft, springen sie auch noch konservativsten Islamverbänden bei, um die dann, weil man inzwischen viel Rücksicht auf sie nimmt, um sich Rechte zu erhalten, die längst schon in frage gestellt schienen. Die Debatte zum Beispiel den bekenntnisorientierten Religionsunterricht generell abzuschaffen, scheint längst abgelöst worden zu sein durch die Einführung von Islamunterricht.

    Zitat Zitat
    Unter einem Ausländer verstehe ich jemanden ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Stimmt das wirklich, was die AfD behauptet?
    Ich hatte ja schon bei den Flüchtlingen geschrieben. Wer das Gastrecht durch Kriminalität mit Füßen tritt, der verwirkt es. Also hier fordert die AfD eigentlich auch nur etwas was selbstverständlich sein sollte, nämlich Nicht-Einheimische Kriminelle ihr Gastrecht abzuerkennen und des Landes zu verweisen. Bezüglich der Organisierten Kriminalität kenne ich die Zahlen nicht, allerdings erscheint mir angesichts der hohen Zahl von ausländischen Tatverdächtigen in einer völlig disproportionalen Relation zu den Einheimischen ein Indiz für die Richtigkeit dieser Aussage zu sein, ebenso wie die Tatsache das ein Großteil unserer aktuellen Gefängnisinsassen kaum noch Deutsch spricht.
    Grenzkriminalität also nicht nur von Flüchtlingen muss man auch mit einrechnen. Das große Problem, das vor allem Ostdeutschland mit Grenzdiebstahl in Richtung Polen und Tschechien hat, ist ja seit Jahren ein Thema der Bürger vor Ort. Andererseits wurden Österreich und Deutschland von der italienischen Polizei auch schon vor einer Weile gewarnt, dass viele internationaltätige Organisationen wie die italienische Mafia in diesem Fall Deutschland als sicheres Drittland nutzen, zum einen dort auch tätig sind, andererseits dort auch Geld waschen.
    Wie gesagt die Zahlen können schon stimmen. Für absurd würde ich die Einschätzung bzgl. organisierter und nicht organisierter Kriminalität nicht halten.


    Zum Umweltschutz müsssen wir nicht diskutieren. Die Position der AfD halte ich für Schwachsinn. Mag sein, dass man da wissenschaftlich tatsächlich ein bisschen dagegen argumentieren an, hat Frau Petry zum Beispiel gemacht, aber am Ende sind es zwei Theorien, von denen man doch eher die wählen sollte, die wissenschaftlich fundierter ist. Im Endeffekt ist die Position hier zum Umweltschutz und der Fehlerhaftigkeit der Modelle eher vorgeschoben, einmal um den Klima-skeptikern ein bisschen entgegen zu kommen, andererseits weil man so eine klassisch konservativ-liberale Wirtschafts- und energiepolitik machen kann, ohne sich von sowas wie Grenzwerten ins Bockshorn jagen zu lassen.

    Der Atomenergie trauere ich auch nicht nach, auch wenn ich das Handeln von Merkel damals für doppelt falsch halte, einmal war es falsch aus dem Ausstieg auszusteigen und dann war es falsch von heute auf morgen wieder aus dem Ausstieg vom Ausstieg auszusteigen. Völlig kopflos und völlig unplanmäßig. Da hatte Rot-Grün seinerzeit das nötige Augenmaß bezgl. der Fristung bewiesen.

    EDIT:
    Da einige der Sachen hier auch in diesem Interview berührt werden, vielleicht mal O-Töne von einem AfD-Politiker dazu:


    Geändert von KingPaddy (12.09.2017 um 22:19 Uhr)

  8. #228
    Zum Unterricht: Die AfD würde sich, könnte sie mit absoluter Mehrheit über längere Zeit regieren, erst recht nicht an den gesetzten Standard halten, damit ist ihre Position auf jeden Fall schon mal scheinheilig. Außerdem kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die AfD jeden Anflug von Toleranz gerne zu etwas Linkem erklärt, denn rechts-konservative Parteien sind nicht unbedingt dafür bekannt, Vorkämpfer für humanistische Werte zu sein. Das, was die Partei für "politisch nicht neutral" hält, ist alles, was ihr nicht in den Kram passt. Tatsächlich beißen sich einige der Ansichten der AfD ja auch mit dem Bildungsauftrag, den Schulen haben, nämlich den, die Schüler zu toleranten, weltoffenen Menschen zu erziehen.

    Zum Sexualkundeunterricht: Ich kenne den Thread zum Theme nicht, deswegen kann ich zu deiner Position nichts sagen. Die der AfD aber ist verkappt homo- bzw. transphob. Rechts-konservative Parteien lehnen bekanntermaßen alles, was queer ist, ab, im Wahlprogramm sagt man das nur nicht so offen. Die ganze Wortwahl schreit trotzdem nach Homo- und Transphobie, und darüber hinaus seh ich dort auch nur leere Worthülsen. Wie kann jemand in Bezug auf seine sexuelle Identität verunsichert werden? Das klingt wie: "wenn die Kinder von Homosexuellen hören, werden sie alle homosexuell". Das Ziel einer "Sexualpädagogik der Vielfalt" ist gerade das Gegenteil: Unsicherheiten sollen abgebaut werden, die Schüler lernen, toleranter zu sein, und jemandem, der z. B. homosexuell ist, soll ein Stück weit die Angst genommen werden. Ich halte es für sehr wichtig, Menschen möglichst früh zu vermitteln, dass "anders sein" nichts Falsches ist. Kontakt mit dem Thema haben die Kinder in der heutigen Zeit durch Medien und Internet sowieso.

    Zur "Gender-Ideologie": Unter dem Deckmantel dieses nichtssagenden Begriffes steckt nur das Hochhalten konservativer Rollenbilder, die letztendlich frauenfeindlich sind. Rechte Parteien sind nicht gerade dafür bekannt, für die Emanzipation einzutreten, die "naturgegebenen Unterschiede der Geschlechter" sollen die Frauen zurück an den Herd und in die Unmündigkeit führen. "Gender" ist nur vorgeschoben. Natürlich können rechte Parteien damit auch nichts anfangen. Ich finde es in Hinblick darauf etwas fadenscheinig, sich auf Wissenschaft und Alltagserfahrung zu berufen. Soweit ich weiß kann die Wissenschaft noch nicht ausreichend erklären, wie sich die Persönlichkeit bildet, und das Verhalten von uns Menschen wird natürlich auch sehr stark durch die Sozialisation geprägt. Rollen sind weniger naturgegeben als menschengemacht.

    Islam: Aus dem Mund einer rechten Partei klingt "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" wie "Wir wollen hier keine Moslems" und das ist wohl auch so beabsichtigt. Ich bin zwar selbst ein Religionsskeptiker (nicht des Glaubens) und Gegner des religiösen Dogmatismuses, halte die Einschränkung auf den Islam aber für zu einseitig.

    Ausländerkriminalität: Ich seh das auch so, dass ausländische Kriminelle ausgewiesen werden sollten. Ich fand das nur mit der Mehrheit beim organisierten Verbrechen etwas suspekt, aber anscheinend ist es nicht aus der Luft gegriffen. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass rechte Parteien natürlich auch bei der ausländerfeindlichen Klientel fischen gehen wollen und dass die AfD kein Fan von "Multikulti" ist, steht ja sogar im Wahlprogramm. Ob die Partei deswegen grundsätzlich ausländerfeindlich ist, ist eine andere Frage. Ich hab mir das Video btw. nicht angeschaut, ich finde Video-Interviews schrecklich ineffizient. In Textform hätte ich das in ein paar Minuten gelesen. Und davon mal abgesehen spiegelt das Video ja auch nur die Meinung von Hyperion wider.

    Geändert von Kelven (13.09.2017 um 10:57 Uhr)

  9. #229
    Da ich mir ziemlich sicher bin, dass King Paddy kein überzeugter Rassist oder Sexist ist und ihr schon wieder auf dreizehn Wegen um die entscheidende Frage herumredet, versuche ich mal, diese anstrengende Persönlichkeitsdiskussion auf den Punkt zu bringen, damit wir thematisch weitermachen können ...

    @Paddy, jetzt mal ganz abgesehen von den Oberflächlichkeiten wie denen, die im Parteiprogramm stehen: Denkst du a) dass die AfD in der Praxis erheblich gemäßigter ist oder sein wird, als es momentan für die meisten den Anschein hat, oder b) bist du bereit, die extremen Tendenzen vorerst hinzunehmen, um die generelle Richtung deiner Meinung vertreten zu sehen oder einen Punkt zu machen? Wenn es eine Möglichkeit c) gibt, die ich und die anderen hier übersehen, dann immer her damit. Aber versuche bitte, in maximal zwei Sätzen zu antworten, sonst sind wir auf der nächsten Seite wieder am selben Punkt.

    Wie gesagt, mir geht es vorrangig darum, diese blöden personenfixierten Gespräche abzuschließen. Das sind hier doch nicht die letzten Selbstdarstellungsreste von StudiVZ ...

  10. #230
    Zitat Zitat
    Zum Unterricht: Die AfD würde sich, könnte sie mit absoluter Mehrheit über längere Zeit regieren, erst recht nicht an den gesetzten Standard halten, damit ist ihre Position auf jeden Fall schon mal scheinheilig. Außerdem kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die AfD jeden Anflug von Toleranz gerne zu etwas Linkem erklärt, denn rechts-konservative Parteien sind nicht unbedingt dafür bekannt, Vorkämpfer für humanistische Werte zu sein. Das, was die Partei für "politisch nicht neutral" hält, ist alles, was ihr nicht in den Kram passt. Tatsächlich beißen sich einige der Ansichten der AfD ja auch mit dem Bildungsauftrag, den Schulen haben, nämlich den, die Schüler zu toleranten, weltoffenen Menschen zu erziehen.
    Also so wie die Linksorientierten Parteien im Moment? Ich sehe den Punkt, aber erstmal ist das hier natürlich auch nur eine Vermutung für die es keine Belege gibt und zweitens ist die AfD aus meiner Sicht eben auch als Korrektiv dafür gedacht. Weil die eine Indoktrination von links kommt, macht es sie nicht besser. Toleranz und Weltoffenheit ist schon so ein Prädikat, früher war das Ziel noch der mündige und mindestens demokratische Bürger, der selbst entscheidet wie weltoffen und tolerant er gegenüber diesem oder jenem sein will. Wenn der Konsens nämlich in einer Frage Indoktrination vorsah, dann nur in dieser Mindestgrundlage zum Funktionieren des demokratischen Systems, Demokratieerziehung, ansonsten sollte er dazu angeleitet werden sich eine eigene Meinung zu bilden, die argumentativ zu verteidigen oder zu revidieren. Toleranz und Weltoffenheit sind in der Hinsicht Leerbegriffe, die zwischen etwas und alles tolerieren sehr viel abdecken und deren Gebrauch aber eine ganz klare Richtung der dahinter stehenden Haltung erkennen lässt. Ich bin sicher nicht gegen Toleranz und Weltoffenheit, allerdings habe ich davon womöglich eine andere Vorstellung als die, die hinter diesen Unterrichtskonzepten steht.

    Zitat Zitat
    Unsicherheiten sollen abgebaut werden, die Schüler lernen, toleranter zu sein, und jemandem, der z. B. homosexuell ist, soll ein Stück weit die Angst genommen werden. Ich halte es für sehr wichtig, Menschen möglichst früh zu vermitteln, dass "anders sein" nichts Falsches ist. Kontakt mit dem Thema haben die Kinder in der heutigen Zeit durch Medien und Internet sowieso.
    Ich gehe damit konform, finde aber das der Unterricht über sein eigentlich Ziel hinausschießt. Ich sage nicht, ich sehe die Probleme bei der gedanklichen Ausrichtung der AfD nicht. Ich hab ja gesagt sie ist chrisltich-konservativ und als solches, wird die Partei halt nie diesen Standards entsprechen. Das ist eines der Opfer, die ich in Kauf nehme.

    Zitat Zitat
    Zur "Gender-Ideologie": Unter dem Deckmantel dieses nichtssagenden Begriffes steckt nur das Hochhalten konservativer Rollenbilder
    Das ist unsinn. Das die AfD auch konservative Rollenbilder hochhält, ist korrekt, allerdings glaube ich, dass wir die Debatte darüber brauchen, dass die konservativen Rollenbilder, ich hatte das im Ehethread kurz angeschnitten bezgl. echter Wahlfreiheit neben den vielen anderen existierenden Rollenmodellen ebenso hochzuhalten sind. Selbst wenn die Einstellung in AfD-Kreisen stärker verbreitet wäre sind gerade die Frontfrauen Petry und Weidel ja auch eher Gegenteile der klassischen Modelle. Meine Position ist eher die von Frau Schröder ehemaliger Familienministerin. Mir persönlich geht es da einerseits um Wahlfreiheit andererseits auch um einen lockereren Umgang mit dem Ganzen.
    Zu Gender-Ideologie kann ich nur sagen: Die Grundannahme das "soziale Geschlecht" als Geschlecht zu konstruieren, halte ich für völlig verfehlt. Alle Teile aus denen sich das Gender zusammensetzt, haben an sich ihre Berechtigung, die Klassiifizierung aber jeder Mischung als eigenes geschlecht ist der völlige Wahnsinn. Es gibt zwei, höchstens drei Geschlechter (wenn man Inter eine Eigenständigkeit zuspricht), ausgehend davon welchem Geschlecht man sich biologisch und oder geistig zugehörig fühlt ist man dann ausgehend davon entweder hetero, bi oder homosexuell ausgehend von den sexuellen Präferenzen und welches Rollenbild man für sich wählt ist im Endeffekt egal. Wir reden hier eigentlich von einer schon grundlegend vorzunehmenden Identitätskonstruktion basierend auf einigen grundlegenden Bestandteilen.
    Vielmehr habe ich das Gefühl, dass die Konstruktion als "Geschlecht" vor allem dem Zweck diente, bereits ausformulierte Muster und Theorien aus dem Geschlechterkampf des Feminismus auszuweiten und auf weitere Gruppen in Anwendung zu bringen. Wenn ich mich also kritisch zur Gender-Ideologie äußere und die AfD von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus kritisch darüber schreibt, dann von diesem aus. Das die Partei an sich auch sonst nicht aufgeschlossen gegenüber solchen Themen ist, klar.

    Zitat Zitat
    Islam: Aus dem Mund einer rechten Partei klingt "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" wie "Wir wollen hier keine Moslems" und das ist wohl auch so beabsichtigt. Ich bin zwar selbst ein Religionsskeptiker (nicht des Glaubens) und Gegner des religiösen Dogmatismuses, halte die Einschränkung auf den Islam aber für zu einseitig.
    Die Frage nach dem Wie und den Wievielen ist bei der Frage allerdings auch nicht angesprochen, sondern es ist eine historische und eine normative Feststellung. Ich hab noch keinen AfD-Politiker von Rang davon reden hören die Moslems, die hier leben, insbesondere, die die Staatsbürgerschaft haben aus dem Land zu weisen. Was die Einseitigkeit betrifft, bin ich wie gesagt deiner Meinung. Ich kann angesichts der christlichen Prägung unseres Landes anerkennen das es religiös konnotierte, aber inzwischen säkularisierte Feiertage gibt. Mal HAnd aufs herz wer geht Ostern oder Weihnachten von euch in die Kirche oder ist überhaupt noch konfessionell gebunden? Das bedeutet aber nicht, dass wir anfangen sollten neue religiöse Feiertage zu schaffen bzw. gesetzlich anzuerkennen, zumal die Genannten ohnehin auch an den genannten Feiertagen bereits frei haben. Das würde für mich für Buddhisten, shintoisten und selbst Asatru auch gelten. Meine Freundin regt sich ohnehin länger darüber auf, dass sie zur Sonnenwende keinen freien Tag beantragen kann

    Zitat Zitat
    Trotzdem kann man davon ausgehen, dass rechte Parteien natürlich auch bei der ausländerfeindlichen Klientel fischen gehen wollen und dass die AfD kein Fan von "Multikulti" ist, steht ja sogar im Wahlprogramm.
    Mit Law and Order Politik tut man sich natürlich auch auf dem rechten Spektrum um. Natürlich macht die AfD eine rechte Politik. Die Leute erwarten das von ihr. Als nationalistischer Sozialdemokrat afaik mag mir da manches auch zu konservativ oder zu christlich sein, aber die Partei ist halt nicht für mich gemacht worden, sondern für enttäuschte CDU/ CSU und FDP-Wähler. Richtigerweise sollte man sehen, dass vieles Oldies der CDU aus den 90ern waren, wo die CDU für die meisten noch ein erkennbares Profil hatte. Die CDU müsste demnach seinerzeit auch schon verfassungsfeindlich gewesen sein, wenn man mal die Berichterstattung zusammenfasst und verdammt nochmal Leute vom Schlage eines Höcke oder Arppe würde ich natürlich gerne auch eigenhändig aus der Partei kehren, wenn ich könnte Petry hat das mal auf den Punkt gebracht, dass sie parteirechtlich auch Probleme haben gegen Parteimitglieder Ausschlussverfahren zu bewerkstelligen, die klagesicher sind und das sich deshalb auch das ausschlussverfahren gegen Höcke derartig lange zieht. Wer sich noch an Sarrazin und seinen versuchten Ausschluss aus der SPD erinnert, obwohl er ja für die meisten dort völlig untragbare Sachen gesagt hat, weis wie schwierig das sein kann. Ich denke das Hauptproblem ist, dass die AfD in ihrer Wachstumszeit nicht aufgepasst hat, wer da alles rüberwechselt, uA von der NPD. Apropos die reißen bei mir in der Heimatregion AfD-Plakate ab

    Zu Multikulti kann ich sagen, dass ich das auch nicht will. Ich kann nicht sagen, welche genauen Implikationen das bei der AfD hat. Dazu hört man zuviel widersprüchliches. Aber ich sehe, das habe ich hoffentlich deutlich gemacht einen Multi-Ethnienstaat als Problem an und als die Option, auf die wir uns ohne Korrektiv derzeit zubewegen. Bedeutet im Umkehrschluss freilich nicht realistischerweise "reine" Staaten anzustreben das ist absurd, einen gewissen Grundstock hat man ethnischer Diversität immer gehabt, immer gab es auch Metöken in Staaten und in Großstädten sowieso, wo gehandelt wird. Aber auch hier geht es wieder um die Verhältnisse einerseits und die Ausrichtung der Politik andererseits.

    Zitat Zitat
    @Paddy, jetzt mal ganz abgesehen von den Oberflächlichkeiten wie denen, die im Parteiprogramm stehen: Denkst du a) dass die AfD in der Praxis erheblich gemäßigter ist oder sein wird, als es momentan für die meisten den Anschein hat, oder b) bist du bereit, die extremen Tendenzen vorerst hinzunehmen, um die generelle Richtung deiner Meinung vertreten zu sehen oder einen Punkt zu machen? Wenn es eine Möglichkeit c) gibt, die ich und die anderen hier übersehen, dann immer her damit. Aber versuche bitte, in maximal zwei Sätzen zu antworten, sonst sind wir auf der nächsten Seite wieder am selben Punkt.
    Man hört zwar immer wieder Ausreißer in gewissen Landtagen, aber ich glaube schon das mit der Parlamentsarbeit (und außerhalb des Wahlkampfes) die AfD "langweiliger" wird, also gemäßigter auftritt. Ich denke man hat auch bei der Zusammenstellung der Listen eher dafür gesorgt die tragbaren Leute nach oben zu setzen, um die dann im Bundestag zu platzieren. Es sind nicht unbedingt Szenen wie beim Einzug der Grünen zu erwarten: Stillende Mütter, Strick-Pullis (obwohl ich mir das von den Grünen manchmal wieder wünschen würde ) also so ein bisschen awkward, das nicht. Meine Befürchtungen pendeln eher zwischen als Opposition zu leise im einen, zu laut im anderen Moment und das sie sich dann auch noch weiter in den ungerechtfertigten Opfer-Narrativen suhlen, statt einfach kalten Blutes ihre Oppositionsarbeit zu machen. Ich hab schon gesagt, ich sehe die Gefahr des Rechtsruckes einfach nicht. Selbst wenn es sehr gut läuft mit 13% haben sie immer noch ein ganzes Parlament gegen sich, dass sie verachtet und verabscheut. Und die CDU müsste schon auf das Niveau der SPD herunterkommen, damit sie eine koalition in Erwägung ziehen würde, zumal Frau Merkel Jamaika sogar ideologisch bevorzugen würde. Ihr Handlungsspielraum ist bis auf die Opoositionsarbeit denke ich reichlich begrenzt und für viel mehr, will ich sie da auch erstmal nicht sitzen haben.

    Deshalb ja ich bin auch erstmal bereit radikalere Tendenzen auszuhalten, sofern sich die Spitze halbwegs glaubwürdig davon distanziert und zumindest ehrlich versucht Leute wie Höcke, Gideon (Gedeon?) oder Arppe und Co. loszuwerden. Da ich nicht Mitglied bin und eigentlich auch nicht vorhabe einzutreten, obwohl ich mich eigentlich gerne einer politischen Partei anschließen würde (wie gesagt vor vier Jahren war ich eigentlich soweit) kann ich natürlich auf den Kurs der Partei usw. keinen direkten Einfluss nehmen. Ich muss also nehmen was ich kriegen kann. Ist schon eine schwierige Wahl, aber Frau Merkel ohne eine rechte Opposition nochmal vier Jahre weiter so machen zu lassen, ist für mich nach reiflicher Überlegung keine Option, die ich für vertretbar halte. Ob ich nun eine der anderen Parteien wähle oder nicht wählen gehe, würde im Endeffekt nur ihr nützen.

    Geändert von KingPaddy (13.09.2017 um 12:21 Uhr)

  11. #231
    @La Cipolla
    Mir geht es ganz allgemein um die Frage, ob es moralisch vertretbar ist, die AfD wegen einzelner Positionen zu wählen und dabei in Kauf zu nehmen, andere Positionen zu unterstützen (und KingPaddy ist hier der einzige Aktive, der aus erster Hand etwa dazu sagen kann). Für mich ist das wirklich das interessanteste Thema der Wahl (die AfD allgemein), denn ansonsten ist die Wahl ja ziemlich langweilig. Der Ausgang steht schon so gut wie fest, es sei denn, die Umfragen sind hier genauso trügerisch wie in den USA. Ich liebe einfach moralische Fragen. Wobei mir nicht ganz klar ist, was du mit Persönlichkeitsdiskussion und personenfixiert meinst.

    Geändert von Kelven (13.09.2017 um 12:22 Uhr)

  12. #232
    Ich glaube das Problem haben viele auch bei andern Parteien - außer man gehört zu den wenigen Fällen die sich zu 100 Prozent mit ner Partei identifizieren können (oder wählt eine Partei eh aus "Tradition" ohne groß drüber nachzudenken). Ich selber hatte ja auch nur mit den höchsten bewerteten Partein bei Wahl-O-Mat zum Beispiel nur 60 Prozent.

    Da wählt man bei den meisten automatisch auch Sachen mit die man vielleicht gar nicht will - aber dulden müsste. (Außer man wird zum Nichtwähler und dann meckern gleich wieder andere.) Also sehe ich es durchaus auch bei der AfD angebracht, sie zu wählen - auch wenn man dann Sachen duldet die man vielleicht nich mag ... und diese vielleicht weniger Ansehen genießen als die Sachen die man bei andern Parteien mitdulden müsste.

  13. #233
    Das stimmt, aber es macht für mich noch einen Unterschied, ob man einer Position nicht zustimmt oder sie menschenverachtend findet. Und ich finde wie gesagt die Einstellung von rechts-konservativen Parteien zur z. B. Homosexualität menschenverachtend.

  14. #234
    Gesprochen für die liberalen, erkennt die AfD schon Homosexualität an (und eine Dunkelziffer von Parteimitliedern nicht unbedingt) aber halt bei der rechtlichen Gleichstellung in gewissen Belangen, wo sie das eigene konservative Familienbild streift, will man nichts wissen. Der Kern ist die konservative Ansicht von Frau und Mann als dem normalen Familienbild, was an sich auch stimmt und der Ehe als rechtlichem Überbau dessen. Eine Position wo man sich ja auf ein älteres Verfassungsgerichtsurteil berufen kann. Die Position der Partei ist es zum Beispiel in der Frage der Beziehungsgleichstellung, dass die eingetragene lebenspartnerschaft ausreichend ist.
    Ich hab ja schon deutlich gemacht, dass aus konservativen Erwägungen rein taktisch, aber auch moralisch die erweiterte Ehe eher als einen konservativen Normensieg betrachte, statt einer schrittweisen Abschaffung der Ehe, wie Herr Maas das interpretieren wollte. Im Endeffekt verstehe ich, warum die AfD diese kritische, distanzierte Haltung dazu hat, eben weil sie nicht in die Falle der CDU laufen und ihr konservatives Profil einbüßen will, zumal es ja auch einen GEsprächskreis von Homoexuellen in der Partei gibt, zu dem Frau Weidel glaube ich auch gehört, aber ich halte es einerseits für falsch und auch für taktisch unklug. Wenn man konservativ ist, sollte man froh sein, wenn Homosexuelle auch heiraten und Familien gründen wollen, also Werte zu leben, die vom linken politischen Spektrum für überholt klassifiziert wurden. Aus nationalistischer Position, die ich zudem noch vertrete, sind Homosexuelle wie andere Mitglieder Nation auch in dieser Frage gleich zu berechtigen, wie auch Frauen. Wenn gleich ich mir natürlich bewusst bin, dass gerade die Rechten aus verschiedentlichen Gründen nicht sonderlich aufgeschlossen ggü Homosexuellen oder starken Frauen sind. Ich denke das hängt aber nach wie vor damit zusammen, dass nationalistisches Denken zumindest in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg eigentlich totliegt. Selbst die Neu-Rechten orientieren sich für meinen geschmack viel zu sehr an der Konservativen Revolution statt in der Zwischenzeit aufgekommene Agenda-Punkte wie ein Frauenbild als selbstbewusster Partnerin oder etwas wie die Anerkennung von Homosexuellen mit etwas mehr positiven Elan zu antizipieren. Für mich gilt da noch dieses Brecht Bonmot aus Furcht und Elend des Dritten Reiches, wo er sich darüber lustig macht, dass sich die den Nazis mitlaufenden Deutschen sich zwar zu Herrenmenschen erheben lassen, sich dann aber von oben herab vorschreiben lassen, wie sie zu handeln und wen sie zu lieben haben.

  15. #235
    https://www.welt.de/politik/deutschl...igt-haben.html
    Ob das jetzt gut oder schlecht ist (falls es überhaupt stimmt) - ist ne andere Frage. Könnte man ja negativ deuten - weil schwarz (keine Steuern, keine Abgaben - aber da kenn ich mich auch nich aus wie das in der Schweiz ist mit Sozialabgaben und Sozialsystem). Oder man könnte es positiv deuten, dass sie ja gar keine Probleme hat mit Asylbewerbern.

  16. #236
    Warum kommen bei mir eigentlich immer Parteien raus, die ich gar nicht wählen will

    Aber gut, man kann auch einfach die Partei die PARTEI wählen. Die wählt ihre Antworten so, dass sie mit möglichst allen die höchste Übereinstimmung hat. Aber Spaß beiseite!

    Ich möchte eigentlich eine Fraktion wählen, die auch tatsächlich reinkommt. Andererseits möchte ich aber auch eine Partei wählen, die ich auch unterstütze. Momentan liege ich mit einer Partei bei fast 80% beieinander. Diese Partei gibt es aber nur in wenigen Bundesländern und die haben auch - glaube ich - noch nicht mal ein Prozent geschafft. Obwohl ich diese Partei eigentlich nur vernünftig finde mit ihren Ansätzen (nein, es handelt sich NICHT um die PARTEI). Aber wenn ich eine der großen beiden Parteien wähle, ist die Übereinstimmung um ein vielfaches niedriger, aber meine Stimme zählt mehr... Es ist ein Teufelskreis! Shame on you, 5-%-Hürde!!!

  17. #237
    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    https://www.welt.de/politik/deutschl...igt-haben.html
    Ob das jetzt gut oder schlecht ist (falls es überhaupt stimmt) - ist ne andere Frage. Könnte man ja negativ deuten - weil schwarz (keine Steuern, keine Abgaben - aber da kenn ich mich auch nich aus wie das in der Schweiz ist mit Sozialabgaben und Sozialsystem). Oder man könnte es positiv deuten, dass sie ja gar keine Probleme hat mit Asylbewerbern.
    Frau Weidel hat dazu inzwischen ein Statement abgegeben. Nach Schweizer Recht und das Arbeitsverhältnis bestand in der Schweiz, ist das wohl alles legal.

  18. #238
    Mal was ganz Anderes, was gestern mit Freunden aufkam:
    In meinem Wahlkreis gibt es einen guten Linken und eine gute SPDlerin. Die sind aber beide hoch auf ihren jeweiligen Listen und kommen garantiert so oder so in den Bundestag.
    Ist meine Erststimme dank Ausgleichsmandaten dann nicht komplett wertlos, wenn ich sie einem der beiden gebe?

    @Paddy, ich denke ich habe deine Position jetzt mehr oder weniger verstanden, auch wenn ich Vieles widersprüchlich finde. Aber am Ende hast du jetzt wenigstens ein paar sehr klare Aussagen gemacht.

  19. #239
    @Schattenläufer
    Ich hab noch was weit asuführlicheres vorbereitet, wenn du magst, kann ich es dir schicken. Das füllt vielleicht noch ein paar dunkle Stellen.


    Wie hoch ist denn hoch? Wenn die Partei in der Region mit einem hohem Zweitstimmen-Anteil rechnen kann, dann ist ein vorderer Listenplatz zwar ne sichere Bank. Bei der Links-Politikerin ist das allerdings wenn sie nur auf Platz 3 oder 4 steht kann das auch schon fraglich sein, je nachdem wie die sonstige Stimmenverteiligung ist. Da ist die Unterstützung einer Direktwahl womöglich besser.



    Ich werfe auch mal was anderes dazwischen, was ich ehrlich gesagt SEHR bedenklich finde:
    Bundestag will eine Verlängerung der Wahlperiode beschließen.

  20. #240
    Was echauffiert man sich darüber eigentlich? Ein Jahr mehr um Mist zu bauen. Und ein Jahr mehr, um sich beim Mist bauen noch mehr Zeit zu lassen.

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •