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Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: [Sky] Two lives - one fate

  1. #1

    [Sky] Two lives - one fate

    Es schreiben:
    Van Tommels mit Kayét Chievas
    Glannaragh mit Neria Eraishah

    Zuflucht bei Falkreath

    Direkt hinter der Pforte führten einige ausgetretene Stufen ein Stück abwärts. Das Licht hier war schummerig, und Neria stützte sich kurz an der Wand ab, während körperlose Worte in ihrem Kopf nachhallten. War das wirklich die Tür gewesen, die gesprochen hatte? Oder doch eher jemand... oder etwas ganz anderes?
    'Anders' als alles, was sie bisher gekannt hatte, war dies hier jetzt schon. Die Dunkle Bruderschaft war etwas, das in ihrer Welt bisher allenfalls in Schauermärchen aufgetaucht war, und plötzlich befand sie sich mittendrin. Neria folgte den Stufen, die schließlich in einer Mischung aus Kammer und Hohle endeten. Vielleicht war die Behausung ursprünglich mal ein Grabmal gewesen. Die Wände wiesen an einigen Stellen Steinmetzarbeiten auf, die sie für rituelle Verzierungen hielt.

    Eine große Frau kam auf sie zu, so typisch Nord, wie man sein konnte. Sie war athletisch gebaut, und ihr ganzes Auftreten strahlte pure Selbstsicherheit aus. Das lange blonde Haar hatte sie zu einer praktischen Frisur geflochten, und noch zeigten sich keine grauen Strähnen darin – vielleicht war das der Grund, weshalb sie auf den ersten Blick jünger wirkte, als sie wohl war.
    Die Selbstsicherheit kam nicht von ungefähr – sie stellte sich Neria schlicht als Astrid vor, und ließ keinen Zweifel daran, dass sie als Matrone der Zuflucht hier das Sagen hatte. Neria, die ihren Kopf recht weit in den Nacken legen musste, um Astrid überhaupt ins Gesicht schauen zu können, hatte nicht die Absicht, diesbezüglich eine Diskussion anzufangen.
    Ohne sich weiter mit Vorgeplänkel aufzuhalten, nahm Astrid die Dunkelelfin beim Arm und führte sie herum: an der Stirnseite des Raums, in dem sie sich befanden, führten wiederum einige Stufen abwärts, wonach sich der enge Gang zu einer riesigen, teils natürlichen Halle öffnete.
    Es hätte beinahe friedlich wirken können, bis auf ein Fenster aus buntem Glas im oberen Teil des Saals, in welches ein schauriges Totenkopfmotiv eingelassen war. Neria fand es trotzdem recht ästhetisch. Die andere Besonderheit, die das Auge des Betrachters unweigerlich auf sich zog, war eine glatt geschliffene Granitwand, in die exotische Runen eingeritzt waren. Auf Nachfrage wusste aber auch Astrid nichts dazu zu sagen, außer, dass dieses Ding schon immer hier gestanden hatte.

    „Es ist gut, dich hierzuhaben“, sagte die blonde Nord schließlich. „Neuzugänge kommen eher... sporadisch hierher, und die meisten bleiben nicht lange.“ Sie warf Neria einen seltsamen Blick zu. „Wenn du verstehst, was ich meine. Bei dir habe ich ein bisschen mehr Hoffnung – zumindest denkst du auf eine vielversprechende Weise. Was den Rest betrifft, so bist du zumindest klein genug, um rasch durch enge Spalten verschwinden zu können.“
    Neria überlegte kurz, ob sie antworten sollte, sagte dann aber: „Woher wisst Ihr denn, wie ich denke?“ Sie musste schließlich wissen, wie es hier lief, und so etwas fand man am Besten durch direkte Fragen heraus.
    „Unser... sagen wir, 'Abgesandter' hat dich mitten im Nirgendwo von Cyrodiil aufgespürt, da wird es wohl ein Leichtes für ihn gewesen sein, mich zu finden und mir mitzuteilen, wie du dich bei dem kleinen Test geschlagen hast, denkst du nicht?“
    „So betrachtet...“, lenkte Neria ein. „Wer war er?“
    „Alles zu seiner Zeit. Erstmal solltest du ein paar andere Leute kennenlernen.“

    Sie gingen weiter; die Anführerin stellte sie einigen weiteren Mitgliedern der Bruderschaft vor. Keiner von ihnen war „normal“, oder jedenfalls in einem Sinne anormal, dass sie außerhalb dieses Refugiums niemals von der Gemeinschaft geduldet worden wären. Abgesehen von der Schattenschuppe vielleicht. Ansonsten gab es einen Werwolf, ein Kind, das eigentlich ein ziemlich alter Vampir war und zwei Magier mit scharfem Verstand und noch schärferen Zungen. Vor allem den mürrischen alten Krex mochte Neria auf Anhieb. Am wenigsten sonderbar wirkte auf den ersten Blick noch ein alternder Rothwardone – jedenfalls bis zu dem Moment, an dem er sich von seinem Platz am Feuer erhob, um sie zu begrüßen. Was genau es war, das ihr einen Schauer über den Rücken laufen ließ, konnte Neria gar nicht genau sagen. Aber sie überlegte, dass es wohl ein interessanter Anblick sein musste, Nazir einmal in Aktion zu erleben.

    Als Astrid sie eine Empore hinaufführte, wirkte die Matrone etwas entspannter, sogar fast zufrieden. Ihr Frischling schien zumindest vorerst keine Probleme mit ihrer ganz speziellen Truppe zu haben, im Gegensatz zu so manch anderem tragischen Fall. Neria nahm es einfach hin, gemischt mit mildem Interesse. Außerdem: Die Neue hatte einige Fragen gestellt, aber mit keinem Wort versucht, ihre Tat zu rechtfertigen oder zu erklären, wie es sonst häufig vorkam, sowohl bei Kunden als auch bei Rekruten. Astrid hoffte, dass das so blieb, denn in dem Fall könnte sie sich viele ermüdende Diskussionen sparen.

    „Wo bin ich hier eigentlich?“, fragte Neria noch. Die Frage war zwar naheliegend, hatte aber keine wirklich hohe Priorität für die Dunkelelfin. Vor allem war sie in relativer Sicherheit, und das war für den Augenblick gut genug.
    „In Himmelsrand, in der Nähe von Falkreath, antwortete Astrid. Den Ort, an dem du aufgewacht bist, nennen wir einfach nur 'Ruine am Wegesrand'. Weil sie nun mal genau das ist. Eine Ruine am Wegesrand, eben.“ Neria nickte. Himmelsrand war ohnehin ihr Ziel gewesen.

    Astrid war oben auf der Empore zwischen mehreren Betten und Nachtschränken stehen geblieben. „So“, verkündete sie und deutete auf eine der Kojen. „Hier wohnst du, ebenso wie die meisten anderen Mitglieder dieser Zuflucht. Manche haben sich ihre eigene Nische gesucht, aber die musst du dir erst verdienen. Die meisten Leute hier hast du bereits kennengelernt, der Rest wird sich dir sicher früher oder später noch persönlich vorstellen. Im Schrank findest du angemessene Kleidung.“ Damit verließ Astrid sie und gab Neria die Gelegenheit, überhaupt erst einmal richtig anzukommen.
    Sie ließ sich auf ihr Bett plumpsen und atmete erst einmal tief durch. So viele Eindrücke, so viel war geschehen. Und niemand behandelte sie wie Abschaum, weil sie ein Aschlandmädchen war.
    Geändert von Glannaragh (09.03.2017 um 18:26 Uhr)

  2. #2
    Während Kayét auf dem Boden in einem abgelegenen Teil der Niederlassung saß und dabei zusah, wie Lis (die Riesenspinne der Bruderschaft, mit welcher sich der Säbelzahntiger kurioserweise blendend verstand) zusammen mit Scimitar gerade ein riesiges Stück Fleisch zerlegte, dachte er mit nachdenklicher Miene über die letzten Wochen nach.
    Es erschien ihm auf eine gewisse Art und Weise ziemlich surreal - seit dem ersten Tag war er ein Teil dieser...Familie geworden und fühlte sich von Anfang an so als ob er endlich nach Hause gefunden hätte. Das Training war hart, härter als er es sich vorgestellt hatte. Natürlich kam ihm seine Physis dabei entgegen, aber verständlicherweise würden sich die Ausbilder der Bruderschaft niemals anmerken lassen, wenn er etwas gut gemacht oder die Anforderungen übertroffen hatte - das Höchste der Gefühle war bis jetzt ein anerkennenden Nicken gewesen, und dabei war es bisher auch geblieben (auch wenn ihm dies gerade von Nazir sehr viel bedeutet hatte). Aber was soll's, Kayét reichte dies; er strengte sich an, strebte stetig nach vorn und hatte mittlerweile bald den ersten eigenen Auftrag vor Augen. Es gab also nichts, worüber er sich beklagen konnte oder was ihm fehlte.

    Nichts?
    Nein, das war nicht ganz richtig.

    Zum einen war da die Tatsache, dass er seinen beiden...Schätzchen seit ihrer Anwerbung in Solitude nicht mehr über den Weg gelaufen war. Vielleicht machte er sich etwas vor oder auch zum Trottel, aber irgendwie hatte er das Bedürfnis, ihnen zu danken. Dafür, dass er von ihnen auf den seiner Meinung nach richtigen Weg geführt hatte - heraus aus der Einsamkeit und Verzweiflung, direkt hinein in ein neues Leben. Aufmerksam hatte der Redguard die Augen und vor allem Ohren offengehalten, aber niemandes Stimme in der Niederlassung erinnerte ihn an die beiden Frauen. Vermutlich waren sie in einer anderen Unterkunft tätig oder hatten eine längere Reise oder Auftrag zu erledigen. Kayét fragte nicht danach, ehrlicherweise hatte er sich dies noch nicht getraut, und ohnehin rechnete er nicht mit einer aufrichtigen Antwort; wenn er denn überhaupt eine bekommen würde. Wie auch immer, er würde sie irgendwann wiedertreffen. Dessen war er sich sicher.

    Abgesehen davon gab Kayét noch eine andere Sache zu denken, und unbewusst ließ er seine Gedanken zu dem inzwischen wieder einmal leere Nachlager neben dem seinen schweifen. Seit Anfang seines neuen Lebens und dem Beginn des Trainings und der Vorbereitung auf seinen ersten Auftrag hatte der Rothwardone bereits zwei weitere Anwärter 'überlebt', und dies konnte durchaus die Frage aufwerfen ob der Weg im Dienste der Mutter ihm nur einfach so leicht fiel oder er schlicht und einfach nur verdammtes Glück bis hierher gehabt hatte.
    Der Erste war ein Kaiserlicher gewesen, eigentlich ein fitter und auch recht sympathischer Typ, aber dies bewahrte ihn nicht vor dem Unfall beim Klettertraining - ein kleiner loser Stein, eine leicht verzögerte Reaktion beim drohenden Fall und unglaubliches Pech beim Aufschlag auf die nur wenige Meter unter sich befindlichen Wasserfläche, all dies in Kombination führten zu einem gebrochenen Genick und ein paar Stunden großer Trauer in der Niederlassung der Dark Brotherhood.
    Seine Nachfolgerin war eine Ork gewesen; eine sehr...grobschlächtige Frau, das ließ sich nicht anders beschreiben. Kayét war der Meinung gewesen, dass sie in der Kriegergilde wohl besser aufgehoben wäre, aber auch der Weg roher Gewalt war anscheinend bei entsprechenden Talent kein Hindernis für ein Leben mit der Dark Brotherhood - siehe Arnbjorn, ein gewalttätiger Nord und Ausbilder für das körperliche Training. Dennoch, woran es bei der grünhäutigen Matrone mit den exorbitanten Hauern scheiterte konnte Kayét erst einmal nur vermuten, denn von heute auf morgen war ihr Schlafplatz wie leergefegt und sie verschwunden. Wie als hätte die Orkfrau niemals existiert. Kayét hatte nachgefragt, jedoch entweder nur einen verständnislosen Blick oder auch ein bedeutsames Kopfschütteln geerntet - was ihm Antwort genug war. Man hatte sich ihrer entledigt, mit ziemlicher Sicherheit aus Vertrauensgründen. War sie eine Spionin? Hatte sie sich abfällig über die Dark Brotherhood oder gar die Mutter geäußert? Befehle verweigert? Was auch immer es war, das Resultat wäre stets dasselbe, und so verschwendete der Redguard keinen weiteren Gedanken mehr an das Schicksal seiner ehemaligen Leidensgenossin und richtete den Blick nach vorn.

    Seufzend und umständlich erhob sich Kayét und warf noch einen Blick auf das ziemlich ungleiche Pärchen vor sich, welches soeben gemeinschaftlich ein großes Stück Fleisch aus dem riesigen Brocken heraustrennte.
    "Kannst ja nachkommen wenn...ihr fertig seid", sprach er zu dem weißen Ungetüm und der riesigen Spinne, aber Scimitar & Lis schienen sich davon nicht stören zu lassen, und damit wandte sich der Redguard ab und begab sich in Richtung der Unterkünfte (wollte man diese Höhle mit Betten so nennen).

    An einem der grob behauenen Eingänge lief er dann auch schon direkt Astrid in die Arme.
    "Ah, Kayét. Falls du dich die letzte Zeit allein gefühlt hast - das ist jetzt vorbei", meinte sie mit einem Augenzwinkern und ließ den Redguard einfach stehen um in Richtung der Werkstätten davonzueilen.
    Auch wenn die Nord mehr als nur ein paar Ränge über ihm stand, sie bemühte sich innerhalb ihrer Niederlassung um eine möglichst flache Befehlsstruktur, auch was den Umgang miteinander anging; vielleicht war genau das der Grund, warum sich Kayét vorkam wie...in einer Familie.
    Es war nicht schwer zu erraten, was diese Aussage zu bedeuten hatte; es gab also einen neuen Anwärter. Oder Anwärterin. Wie auch immer, inzwischen hatte sich Kayét daran gewöhnt, keine Überraschungen mehr zu erwarten, und so schlenderte er zu seinem Nachtlager....um daraufhin dennoch überrascht zu werden.

    Zugegeben, in seinen Augen war es alles andere als schwer, die bullige Orkfrau zu übertrumpfen wenn es um's Aussehen ging, aber das war nun wirklich eine Wendung wie sie Kayet nicht erwartet hatte. Die zierliche Dunkelelfe mit den Kurven an der richtigen Stelle saß etwas verloren auf ihrem Bett und wusste ganz offensichtlich nicht so recht, wie sie ihr zukünftiges Nachtlager bewerten sollte, so zumindest der Eindruck des Redguard. Von all seinen....'Bettnachbarn' war sie nun wirklich mit Abstand die Ansehnlichste, und kaum dass er näher kam wandte sie den Kopf herum und wache, blutrote Augen trafen auf die Grauen von Kayét. Außergewöhnlich, zumindest die Farbe in dieser Intensität.
    "Was ist die Musik des Lebens?", nahm er seine neue (Bett)Nachbarin mit der Türlosung auf die Schippe und ließ sich ihr direkt gegenüber seinerseits auf das weiche Tierfell fallen um sie im Anschluss offen anzublicken.
    "Ich bin Kayét", sagte er im Anschluss und beobachtete Nerias Reaktion auf seine Wenigkeit - spontane Sympathie konnte schließlich auch eine Einbahnstraße sein.

  3. #3

    Dark Brotherhood Sanctuary bei Falkreath

    [Neria]
    "Stille", antwortete Neria, ohne zweimal darüber nachzudenken. "Und wenn du nur wüsstest, wie wahr das ist, mein... Bruder." Sie erwiederte das Lächeln: "Ich bin Neria", zögerte kurz und setzte dann hinzu: "Eraishah."
    Sie musterte den durchtrainiert aussehenden Mann und überlegte, was sie sonst noch sagen sollte, ohne wie eine plappernde Gans zu wirken. Kayét machte den Eindruck, als habe er ein echtes Interesse an ihr, das über unverbindliche Höflichkeit hinausging, da wollte sie ihn andererseits auch nicht wortkarg abspeisen. "Und gerade angekommen. Leider kenne ich mich also noch gar nicht aus. Und du? Bist du schon lange hier?"

    [Kayét]
    Aufmerksam verfolgte der Redguard Neria mit den Augen während sie sich vorstellte - sogar mit Nachnamen - was ihm doch glatt ein Lächeln auf die Lippen zwang. Sehr höflich, grinste er in sich hinein und lauschte ihren weiteren Ausführungen, welche jedoch keinerlei Überraschungen bereit hielten. Wobei...wieso sollten sie auch?
    "Ja und nein", antwortete Kayét der Dunkelelfe und machte ein nachdenkliches Gesicht dabei. "Für die Leute hier in der Niederlassung sind die paar Wochen kaum der Rede wert, ich jedoch würde schon sagen dass ich bereits lang hier bin. Alles Ansichtssache", und er lachte leise dabei auf und ließ den Blick dabei durch den Raum schweifen.
    "Alle guten Dingen sind drei, nicht wahr? Also hoffen wir das beste...", und im selben Moment bereute Kayét diese Bemerkung auch schon wieder. 'Seine' neue Gefährtin war gerade mal ein paar Minuten hier, da musste er ihr nun wirklich nicht gleich auf die Nase binden dass das Bett, auf welchem sie soeben saß, gefühlt noch nicht einmal kalt geworden war. "Vergiss es", schob er auf ihren fragenden Blick rasch nach und wechselte das Thema in der Hoffnung, sie würde nicht nachbohren.
    "Wo genau kommst du denn her?", und Kayét rutschte dabei zu seinem Holzschränkchen herüber und fing an, darin herumzukramen, während er auf eine Antwort wartete.

    [Neria]
    "Äh..." Neria brauchte einen Moment. "Cyrodiil." Das war vielleicht ein bisschen knapp. "Aber das ist vorbei. Zumindest hoffe ich das."
    Sie machte eine kurze Pause. "Kayét, das ist alles noch etwas überwältigend gerade, und ich bin nicht so gut solchen Gesprächen. Du weißt schon: Wer bist du, woher kommst du, was machst du so und so weiter. Ich will nicht unhöflich sein, aber... es fühlt sich alles so surreal an."
    Sie warf ihm einen unsicheren Blick zu, und fuhr dann fort: "Ich habe... gestern, glaub ich, jemanden erschlagen. Dann bin ich abgehauen und war davon ausgegangen, für eine sehr lange Zeit entweder auf der Flucht zu sein oder am nächsten Galgen zu enden. Und jetzt bin ich hier, und keiner ist geschockt. Im Gegenteil - es war mein Zugang zu einem ganz neuen Leben. Keine Ahnung, wie es bei dir war, aber der Kerl, der mich hierher gebracht hat, ließ mich ein zweites Mal töten, und es war... einfach. Fast so, wie ein Schaf zu schlachten. Ich musste kaum darüber nachdenken."
    In Nerias Augen blitzte kurz eine alte Wut auf, und in ihre Stimme schlich sich ein fauchender Unterton: "Bisher war nie gut genug, was ich tat. Oder was ich war. Wenn ich gewusst hätte, was geschehen würde, dann hätte ich dieses verfluchte Weib früher abgemurkst."
    Sie sah Kayét an, mit einem fast trotzigen Ausdruck im Gesicht. "Es ist also gefährlich, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Nun, das ist keine wirklich große Überraschung. Astrid machte eine ähnliche Andeutung wie du gerade, aber ich habe nicht vor, es zu verbocken!"
    Neria wurde wieder ruhiger, und ihr Blick wanderte etwas unstet durch den Raum. Sie schämte sich ein wenig für ihren Ausbruch. "Ich war... nichts, Kayét. Jetzt hat mir die Dunkle Bruderschaft eine Chance gegeben. Ich will nicht an Cyrodiil denken. Ich will... irgendwo hingehören, und wenn es gefährlich ist, dann ist das so. Ergibt mein Gerede überhaupt irgendeinen Sinn für dich?"

    [Kayét]
    Ok, dieser Ausbruch kam nun wirklich überraschend für den Redguard, und sogleich stellte er seine Kramerei in der Schublade ein und wandte sich wieder vollumfänglich Neria zu. Das was sie erzählte erinnerte ihn wage an seine ersten Tage hier in der Niederlassung, auch wenn Kayét rückblickend betrachtet zugeben musste, sich in diesem Maße nie solche Gedanken darum gemacht zu haben. Im Grunde waren sie beide auf derselben Wellenlänge, zumindest nahm er dies an, sie hatten wohl ganz einfach nur völlig andere Wege, damit umzugehen.
    Inständig hoffte der Rothwardone, dass sein Gegenüber keinen Nervenzusammenbruch erlitt, aber so schnell sie sich in Rage geredet hatte, so geschwind beruhigte sie sich auch schon wieder.
    "Ich hab auch nicht angenommen, dass du es verbockst", nahm Kayét den Gesprächsfaden wieder auf und nickte in Richtung des Bettes, auf welchem Neria saß, bevor er fortfuhr. "Im Gegenteil...wäre schön wenn du länger bleiben könntest", und er zwinkerte ihr lächelnd zu, legte die Füße hoch und breitete sich mit auf den Bauch gefalteten Händen auf seinem Nachlager aus.
    "Ist ohnehin nicht wichtig, woher du kommst oder was du getan hast - genauso wenig wie bei mir. Entschuldige bitte die Frage", und dabei drehte Kayét den Kopf zur Seite und schaute Neria wieder direkt an. Er hatte sich bemüht, möglichst ruhig zu sein, aber ganz offensichtlich bestand durchaus die Möglichkeit, dass sein Gegenüber diese...'übertriebene' Ruhe auf die Palme treiben würde.
    Zeit, ihr zuvor zu kommen.
    "Aber um deine Frage zu beantworten: Ja, das ergibt alles Sinn. Für mich zumindest. Und auch für dich in Kürze, da bin ich mir sicher. Wenn du noch etwas wissen willst, über den Ort, die Leute, dann frag ruhig; im Gegensatz zu mir hast du jetzt wenigstens jemand, mit dem du am ersten Tag reden kannst", und Kayét grinste wissend und dachte dabei zurück an seine Ankunft in der Niederlassung mit Scimitar. Zuhören konnte die riesige Katze hervorragend, aber die Antworten blieb das Tier ihm stets schuldig.

    [Neria]
    Sie seufzte kurz und nickte dankbar, dass Kayét das Thema fallen ließ. Dann wandte sie sich ihrerseits ihrem kleinen Schrank zu, worin sie die Rüstung fand, von der Astrid gesprochen hatte. Sie war nicht anders als jene, welche sie bereits an anderen Leuten hier gesehen hatte, inklusive ihres Bettnachbarn - funktionell und elegant. Neria überlegte, dass es wohl das Edelste war, das sie je besessen hatte (abgesehen von Junias Ring vielleicht). Sie schaute von dem Kleidungsstück auf Kayét, der sich auf seinem Lager fläzte, zurück zu dem Kleidungsstück, zuckte die Achseln und begann, sich umzuziehen. Das Gewicht der Rüstung war leicht und dabei angenehm, und die verstärkten Teile stützten an den richtigen Stellen.
    Jemand, fuhr es Neria durch den Kopf, als sie ein paar Riemen einstellte, um die Passform zu verbessern, kümmert sich um mich.
    Der Gedanke war neu, und noch wusste sie nicht so genau, was sie damit anfangen sollte. Aber trotz allen finsteren Andeutungen bezüglich ihrer eventuell kurzen Zukunft bei der Bruderschaft, empfand sie im Moment vor allem Dankbarkeit.
    Damit wandte sie sich wieder Kayét zu: "Eine Frage hab ich tatsächlich noch: Kannst du mir zeigen, wo ich hier etwas zu Essen finde?"

    [Kayet]
    Der Redguard nahm das Nicken von Neria wohlwollend zur Kenntnis, und damit war das Gespräch vorerst beendet. Noch mehr nachzubohren würde wenig Sinn ergeben, daher schaute Kayét noch einen Moment dabei zu wie die Dunkelelfe ihr Schränkchen durchsuchte und blickte dann an die grob gearbeitete Decke des Ruheraums. Er würde schon noch früh genug mehr von ihr erfahren, da war er sich sicher.
    Aus dem Augenwinkel registrierte er dann Nerias Fund - ihre neue Rüstung; und auch dass sie sich ganz offensichtlich keinerlei Gedanken darum machte was das Umziehen anging. Immerhin, das sprach dafür, dass sie sich hier sicher fühlte. In diesem Moment danke Kayét seiner äußerst ausgeprägten peripheren Sicht, denn diese Rückseite zu verpassen wäre wirklich unglaublich schade gewesen.
    Nicht schlecht, dachte er sich (eine gewaltige Untertreibung), und ein mildes Lächeln schlich sich auf seine Lippen.
    Im Anschluss wandte sich dann das neue Mitglied der Bruderschaft wieder ihm zu, und der Redguard schwang die Beine über die Bettkante und erhob sich rasch.
    "Kein Problem", und er deutete auf einen der Ausgänge des Raumes um im Anschluss Neria in ihrer neuen Kleidung kurz zu mustern. Die Rüstung stand ihr wirklich ausgezeichnet, dennoch verkniff er sich einen Kommentar, trat an ihr vorbei und bedeutete Neria mit einer Geste, ihm zu folgen.

    [Neria]
    Kayét führte sie wieder eine Etage tiefer in den etwas grottenartig anmutenden Raum, an dessen einem Ende ein Feuer in einer Kochstelle vor sich hin glimmte. Das alles machte den Raum trotz seiner Größe sehr gemütlich. Vorräte wurden in einer kleinen Seitenkammer aufbewahrt, und Neria empfand es als angenehme Abwechslung, dass sie sich einfach bedienen durfte. Die Bedürfnisse der unterschiedlichen Bewohner dieser Zuflucht waren ohnehin viel zu verschieden, als dass es sich gelohnt hätte, feste Pläne oder Zeiten festzusetzen.
    Neria stellte fest, dass sie noch hungriger und vor allem durstiger war, als sie bisher gedacht hatte. Wie lange bin ich eigentlich ohnmächtig gewesen? Einen halben Tag nur, oder zwei? Wie lange hat es wohl gedauert, meinen Kadaver von Cyrodiil bis hierher zu schaffen, vor allem, ohne Aufmerksamkeit zu erregen? Und wie ging das vonstatten? Nicht zu vergessen der wichtigste Teil der Frage: Wie lange wird es dauern, bis ich auch dazu imstande bin, Leute einfach verschwinden zu lassen? Ist das wohl sehr schwierig, oder muss man einfach nur den Trick dahinter kennen?
    Irgendwann war Neria satt und zufrieden, und sie sah wieder Kayét an. Eigentlich war sie auch hundemüde, andererseits brennend neugierig auf ihr neues Zuhause. DIe Entscheidung, ob sie zuerst noch eine kleine Erkundung auf eigende Faust vornehmen oder sich in ihre Koje verkriechen sollte, war alles andere als leicht.

    [Kayét]
    Gesprächig war Neria während des Essens nicht gerade, aber das sah der Redguard nicht so eng - sie würde schon noch früh genug ein wenig...lockerer werden, spätestens dann wenn sie die neugewonnenen Eindrücke mit ein wenig Ruhe verarbeitet hatte. Im Gegensatz zu der Dunkelelfe wusste Kayét, was sie nach ein wenig Schlaf erwarten würde, und so nahm er ihr die Entscheidung mehr oder weniger ab.
    "Vielleicht sollten wir uns ein wenig ausruhen", und nickte in Richtung des Ruheraums. Neria schien darüber alles andere als unglücklich zu sein, und damit erhoben sie sich und machten sich auf den Rückweg zu ihrem Nachtlager in der Niederlassung.
    Um daraufhin eine kleine...oder wohl eher ziemlich große Überraschung zu erleben.

    Kayét hatte die Dunmerin ein paar Meter vorausgehen lassen, und so war auch sie es welche den Neuankömmling zuerst bemerkte. Die große, weiße Raubkatze hatte sich mitten auf ihrem Bett gemütlich zusammengerollt, und so döste Scimitar mit halb geschlossenen Augen und den Kopf auf die mächtigen Tatzen gelegt vor sich hin und nahm von Neria und Kayét augenmerklich gar keine Notiz. Da sie leicht vor ihm ging, konnte sich der Redguard den Gesichtsausdruck seiner Begleiterin nur vorstellen, und dennoch musste er sich den Anflug eines Grinsens mühsam verkneifen. Seinen tierischen Gefährten hatte Kayét vollkommen vergessen, und dadurch, dass das Nachbarbett bis heute eine zeitlang nicht belegt gewesen war, hatte Scimitar es sich inzwischen als Schlafplatz auserkoren.
    "Das könnte eng werden", konnte sich Kayét einen Kommentar schließlich doch nicht verkneifen und zuckte amüsiert mit den Schultern.

  4. #4
    [Neria]
    Ausruhen klang eigentlich ganz gut, und so folgte sie Kayét, der wohl beschlossen hatte, sich ihrer als Grünschnabel ein wenig anzunehmen. Sie tappste die Stufen zum Schlafsaal wieder hinauf und blieb wie angewurzelt stehen, als sie der riesigen Schneesäbelzahnkatze in ihrem Bett gewahr wurde.
    Genau genommen war es ein Kater. Sie erkannte es an dem wuchtigen, massiven Kopf, der von einem beeindruckenden Fellkragen umsäumt wurde und den es jetzt gerade hob. Das Tier sah sie ein wenig verpennt und mit mildem Interesse an, bevor es seine Aufmerksamkeit Kayét zuwandte, der sich irgendwo hinter ihr befand.
    Da sich das Tier friedlich verhielt und auch sonst niemand in hektische Aktivität ausbrach, weil es sich in der Zuflucht befand, ging Neria nach dem ersten kurzen Schreck (oder eher Überraschung) davon aus, dass die Kreatur zahm sein musste. Sie entspannte sich schnell wieder.
    "Das könnte eng werden", hörte sie da auch schon Kayéts trockenen Kommentar.
    Neria trat einen Schritt zur Seite und wandte sich halb um, so dass sie sowohl Redguard als auch Säbelzahn halbwegs im Blick behalten konnte. Einen Moment lang suchte sie nach Worten, und brachte schließlich ein "Aber zumindest nicht kalt" heraus.
    Ein weiterer Moment verstrich. "Er ist wirklich schön. Aber... er liegt in meinem Bett." Sie sah wieder Kayét an. "Ähm... wie kriege ich ihn jetzt da raus? Der wiegt mindestens hundertfünfzig Pfund."

    [Kayét]
    Auch der Redguard war ein wenig von Scimitar überrascht worden - aber nicht etwa weil er diesen Anblick nicht gewohnt war. Vielmehr haderte er im Stillen mit sich dass er den Riesenkater schlichtweg vergessen hatte, beziehungsweise sein Nachtlager. Aber gut, das Ganze versprach eine lustige Szene zu werden, und dementsprechend nahm Kayét dies mit Humor.
    Die Dunkelelfe hatte sich inzwischen entsprechend zwischen ihnen beiden platziert und blickte sie beide mit einem großen Fragezeichen im Gesicht an. Ahnte sie etwa, dass das Tier zu ihm gehörte? Oder nahm Neria einfach an dass er schon wissen würde, wie das Ungetüm aus dem Bett zu bekommen war, schließlich schlief Kayét jede Nacht neben ihm.
    "Ihn fragen?", frotzelte er grinsend und machte zunächst keinerlei Anstalten, etwas gegen diesen Zustand zu unternehmen. Stattdessen schlenderte er in einer unglaublichen Seelenruhe zu Nerias Bett und griff sich Scimitars buschigen Schwanz, welcher entspannt herunterhing und bis auf den Boden reichte. Spielerisch zog Kayét daran, aber Scimitar rührte sich noch immer nicht; nicht einmal die kleinste Reaktion zeigte das Tier und döste stattdessen einfach weiter. Mit bewusst ratloser Miene blickte Kayét zu Neria, welcher wohl auch nichts besseres einfiel und sich wohl bereits darum Gedanken machte wo sie die Nacht verbringen sollte, aber soweit wollte es der Redguard dann doch nicht treiben. Stattdessen legte er nun beide Hände auf den Rumpf der weißen Säbelzahnkatze und begann, sacht zu schieben. Dies provozierte endlich eine Reaktion von Scimitar - wollte man das Kopfheben, das mächtige Gähnen (welches einem Blick in eine zahnbewehrte Hölle gleichkam) und den fragenden Gesichtsausdruck in Richtung Kayét so beschreiben.
    "Guck nicht so blöd", murmelte der Redguard halblaut, und schob nun sich vom Boden abdrückend das weiße Monster unter Aufbietung aller Kräfte von Nerias Bett herunter. Katzengleich landete Scimitar natürlich auf den Pfoten und schenkte Kayét nun einen verständnislosen Blick (wollte man dies in seine Augen hineininterpretieren), drehte den Kop im Anschluss zu Neria und von da zu Kayéts Bett.
    "Denk nichtmal dran!", lenkte der Redguard die Aufmerksamkeit des Katers auf sich, und wie von Zauberhand (zumindest musste dies auf Neria so wirken) wandte sich Scimitar nach einer Gedenksekunde ab und fläzte sich stattdessen vor das Fußende von Kayéts Nachtlager.
    "Er heißt Scimitar", sagte Kayét schnell bevor Neria überhaupt etwas fragen konnte. Ihn kannte die Dunmerin ganz offensichtlich noch nicht, und Kayét fragte sich in diesem Moment, ob dies auch für Lis galt.
    Das dürfte ebenso lustig werden.

    [Neria]
    "Scimitar", murmelte sie und lächelte, als sich die Erkenntnis langsam verfestigte, dass sie von Redguard und Raubkatze soeben veräppelt worden war. Sie ging in die Hocke und streckte eine Hand aus, um den Säbelzahnkater daran schnuppern zu lassen. Offenbar roch sie nicht mehr genug nach Schaf, um allzu interessant zu sein, und schon kurz darauf ließ sich das Tier von Neria den massigen Kopf kraulen.

    Langsam erhob sie sich wieder, sah Kayét an und grinste schief "Ihr zwei Schurken." Sie schüttelte die Decke ihres Bettes aus, weiße Haare flogen. "Ich geh schlafen. Gute Nacht, Kayét." Mit diesen Worten legte sie die Rüstung ab und stellte fest, dass es recht schnell ging, das Material leistete keinen großen Widerstand. Dann schlüpfte sie unter die Decke und war eingeschlafen, kaum dass ihr Kopf das Kissen berührte.

    [Kayét]
    Ein wenig...enttäuscht war Kayét nun doch, als sich Scimitar ohne überhaupt eine Reaktion zu zeigen von Neria kraulen ließ. Zweifellos wäre die Reaktion des Riesenkaters eine andere gewesen wenn die Dunkelelfe sich ihm mit negativen Absichten genähert hätte, aber so vollkommen teilnahmslos war die Situation nur noch halb so lustig.
    Ich hätte ihn nicht füttern dürfen, dann wär er viel aktiver gewesen, aber großartig darüber nachzudenken hatte der Rothwardon nicht mehr, denn kurz darauf verabschiedete Neria sich im übertragenen Sinne und war auch schon ins Reich der Träume abgedriftet.

    Verwirrt betrachtete Kayét die schlafende Dunmerin und ging ebenfalls zu seinem Bett herüber, Neria nicht aus den Augen lassend. Tat sie nur so, oder war sie wirklich so müde dass sie ohne mit der Wimper zu zucken einschlief? An einem ihr völlig fremden Ort? Während sich der Redguard seinerseits langsam aus der leichten Lederrüstung schälte beobachtete er die schlafende Frau genaustens auf der Suche nach einer Regung, aber tatsächlich - sie schlief. Das war neu und definitiv....anders, zumindest wenn er sie mit ihren Vorgängern verglich. Sorgfältig legte er die Rüstung auf dem kleinen Tischchen neben seinem Schlafplatz ab und ließ sich nun ebenfalls darauf nieder. Hier unten neigte man dazu, das Zeitgefühl zu verlieren, zumindest wenn man neu in der Niederlassung war. Kurz überlegte Kayét; das nächste (und für Neria erste) Training würde bald anstehen, und beim Gedanken daran wie dies bei ihm gewesen war musste er zwangsläufig schmunzeln während er auf den sich im stillen Schlaf ganz sacht bewegenden Körper von Neria schaute.
    "Das dürfte interessant werden", murmelte er leise und war kurz darauf in einen erholsamen, aber bewusst leichten Schlaf gefallen - aus gutem Grund, wie sich wenige Stunden später herausstellen sollte.

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