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Thema: [Verbrecher von Düsterburg] Tag 1

  1. #81
    Explodieren war das richtige Wort. Es gab einen gewaltigen Lichtblitz und aus irgendwelchen Gründen fing der Dünger an zu BRENNEN. Matt, Leroy und auch Boyle starrten die kleine Porzellanschüssel mit einem Blick ungläubigen Entsetzens an. Sie hatten gedacht, dass der Stoff den Ring vielleicht schmelzen würde oder irgendsowas Langweiliges. Aber nein. Das Floraldehyd flammte noch einmal auf und mit einer letzten Stichflamme löschte es sich auch wieder, nachdem es sich durch den kompletten Goldring gebrannt hatte.

    "Ich vermute, wir können das als "Reaktion" werten."

    Leroys Worte in der plötzlich gruseligen Stille wurden rüde unterbrochen.

    "WAS ZUM FICK ist da gerade passiert?"
    "Chemie?"
    "Die Rauchmelder sind angesprungen, ist alles okay?"
    "Nur unsere Chancen auf ein Gegengift, die sich gerade in Luft aufgelöst haben."
    "Hm...nicht unbedingt. ich habe noch etwas recherchiert, und laut meinen alten Schulaufzeichnungen reagiert von diesen sechs Stoffen nur ein EINZIGER auf Gold, aber dafür gleich richtig."
    "Haben wir gemerkt."

    Aber mit dem Wissen, dass es nur eine richtige Lösung geben konnte, und dass nur ein Stoff auf das Gold reagierte sollte die Lösung in greifbarer Nähe liegen...

  2. #82
    Während alle anderen gebannt auf die Schüssel starrten und zusahen, wie das Floraldehyd auf das Gold zufloss, trat Leroy unauffällig einige Schritte zurück. Er wollte zwar Boyles Wunsch erfüllen, aber nicht unbedingt ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. "KILA, ich nominiere Doktor Tod." murmelte er in die Luft in der Hoffnung, dass ihn niemand außer KILA hören würde. Einen Moment später wurde er jedoch sofort wieder zum Zentrum des Geschehens gezogen. Die Schüssel explodierte geradezu. Daraufhin meldete sich auch KILA wieder zu Wort.

    [...]
    "Hm...nicht unbedingt. ich habe noch etwas recherchiert, und laut meinen alten Schulaufzeichnungen reagiert von diesen sechs Stoffen nur ein EINZIGER auf Gold, aber dafür gleich richtig."
    "Haben wir gemerkt."
    Hatte sie das nicht früher sagen können?
    "Nun, damit dürften wir die richtige Substanz haben. Wir wissen, dass das Calcinat auch die anderen Tests bestanden hat, und wenn keiner der verbleibenden Stoffe auf das Gold eine Wirkung hat, dann treffen somit alle Bedingungen auf das Calcinat zu, ergo muss es sich um das gesuchte Gift handeln, selbst wenn wir mit den beiden verbleibenden nicht alle Tests durchführen konnten.
    Natürlich, da unsere zweite Goldprobe Herrn Boyle gehört, könnte er noch zustimmen, dass wir einen weiteren Test an seinem Ring durchführen, schließlich wissen wir jetzt, dass diesem nichts passieren sollte. Aber wenn alle Informationen, die wir bekommen haben, korrekt sind, ist das eigentlich nicht mehr nötig.
    Wenn keiner meint, ich habe etwas übersehen, würde ich KILA bitten, uns das Gegengift für Calcinat-Hydrogen zu besorgen."


    Was er unerwähnt lies, aber wohl trotzdem allen bewusst war, war, dass der schwierige Teil jetzt eigentlich erst beginnen würde: Wer sollte das Gegengift bekommen? Außerdem musste jemand noch Eerie informieren, dass ihre Kette kaputt war, worum sich die Leute vermutlich weniger reißen würden...

    Geändert von Liferipper (01.03.2017 um 17:18 Uhr)

  3. #83
    "Alles klar!"

    Kila klapperte kurz mit der Tastatur und ein lautes Pfeifen erklang von irgendwo hinter der Hydroponik.

    "Ich habe den staatlichen Medizinschrank geöffnet. Darin befindet sich eine Phiole mit CalciEX-Forte. Wer auch immer ausgewählt wird, der bekommt das Mittel einfach injektziert und müsste dann gegen das Gift immun sein. Ich empfehle, dass derjenige, der das Mittel bekommt, das heimlich mit dem schmerzlosen Injektor macht, damit auch die Mörder nicht wissen, wer heute Nacht immun ist. Außerdem kann das Mittel NICHT aufgespart werden, weil es ohne die richtige Kühlung schnell verdirbt."

    Es war kurz still.

    "Wer soll es denn bekommen?"

  4. #84
    "Aah~ Jau, das Wasser wieder ans Laufen zu bringen war eine spitzen Idee!"

    Sichtlich zufrieden mit sich stand Theo unter der Dusche und genoss das warme Wasser auf seinem Gesicht. Ursprünglich hatte er vorgehabt, schnellstens zu den anderen zu kommen - erbeutete Schätze, Gegengifte, das übliche -, hatte es sich dann jedoch anders überlegt. Der Gedanke daran, alle zusammen einen Sitzkreis zu bilden und zu überlegen, wer für (oder eher gegen) wen abstimmen würde und wer einem wohl am ehesten die Pest an den Hals wünscht... Sagen wir, eine heiße Dusche klang irgendwie besser.

    Theo war sich nicht ganz sicher, ob Boyle seine Drohung ernst gemeint hatte, aber es stimmte schon: Auf dem Händen sitzen brachte niemandem weiter, und von einem Anflug von spontaner Nächstenliebe unter Häftlingen hatte auf Lange Sicht auch niemand etwas. Lieber aufs Gaspedal treten, dann hatte man immerhin die Chance, dass man bald am anderen des Tunnels ankam.

    Fragt sich bloß, für wen Theo stimmen sollte. Auch wenn er nach außen hin sehr feindschaftlich tat, war es nicht so, als wäre er mit irgendwem dick befreundet hier unten. Anders herum erschien es ihm blödsinnig, jemanden rauszuvoten (wir erinnern uns: Ephemismen yay!), gegen den er weder persönlich noch sachlich etwas hatte.

    Überhaupt hatte er viel zu wenig in der Hand was die meisten Leute hier anging. Er wusste aber durchaus, wen er für verdächtig - und in seiner offenbaren Paranoia für zunehmend problematisch hielt.

    Theodor Schumann drehte die Dusche ab und grinste.

    "Hey KILA."

    Er hatte schon immer mal ausprobieren wollen, ob KILAs Augen und Ohren selbst bis hierher reichten.

    "Ich nominiere Doktor Tod. Aber häng's nicht an die große Glocke, ja?"

  5. #85
    Huh, das hatte dann doch besser geklappt als erwartet. Boyle war noch etwas perplex - offensichtlich hatte inne halten, nachdenken und vorsichtig sein in dieser Situation so gar nichts gebracht. Matts Impulsivität war es wohl so ziemlich alleine zu verdanken, dass sie sich jetzt um das Gift streiten durften. Aber irgendwie beschlich Lionel das Gefühl, dass es keinen großen Streit geben würde. Sie waren ausgelaugt und hatten nach leichten Anfangsschwierigkeiten relativ gut zusammengearbeitet. Auch er war einfach irgendwie zu faul, es ernsthaft für sich selbst zu beanspruchen. Außerdem... Wer keine Stimme abgibt, hat keinerlei Anspruch auf das Gegengift. Seine eigenen Worte hallten in seinem Kopf. Das musste wohl oder übel auch für ihn selbst gelten, wenn er jemals wenigstens einen Funken Respekt erhalten wollte.
    Dann sah Boyle zu Matt. Auch er hatte noch nicht gewählt. Aber es gab wohl kaum jemanden, der das Gegengift mehr verdient hatte als er.

    Leroy war noch dicht dran und hatte anscheinend sogar gewählt. Und mit ganz großem Abstand vielleicht noch Erie. Die drei waren am kooperativsten gewesen. Eigentlich hatte keiner der anderen etwas zu der Gegengift-Sache beigetragen. Und ein paar hatten sich sogar geweigert oder waren einfach den ganzen Tag über verschwunden geblieben. "Gut. Ich wähle Nelson." Damit hatte er sich qualifiziert. Nun wartete er noch einen Augenblick, ob Matt es ihm gleichtun würde.

  6. #86
    "Ich habe bislang immer mich selbst gewählt und werde das auch heute tun. Und so lange, bis ich mir nicht sicher bin, wer hier böse ist und wem man vertrauen kann."
    Vor Überraschung ließ Leigh ihr Handtuch fallen und starrte das andere Mädchen ungläubig an. Sie hat was getan??
    "Ich weiß, dass das riskant ist, jetzt, wo wir so wenige sind. Aber ich kann nicht... Schuld am Tod eines Unschuldigen sein. Nicht... so."

    Leigh stieß ein halb amüsiertes, halb fassungsloses Schnauben aus und bückte sich, um ihr Handtuch wieder aufzuheben. Dann schaute sie kopfschüttelnd wieder in Leonas Richtung. "Also... du warst dir nie sicher, also malst du dir eine Zielscheibe auf die Stirn und stimmst für die einzige Person, bei der du sicher sein kannst?" Das sollte Leigh eigentlich nicht wundern, schließlich hatte sie Leona nur kurz zuvor aus der buchstäblichen Scheiße gezogen... in welcher die junge Frau gelandet war, weil sie nett zu der alten Hexe sein wollte. Vielleicht war Herzensgüte in der Nation mittlerweile unter Strafe gestellt worden, das war ein zunehmend plausibler Grund, warum Leona überhaupt hier war.
    "Weißt du", seufzte Leigh, "ich kann's verstehen. Ich kann's wirklich gut verstehen. Ich habe mich selbst meistens enthalten. Keiner will an sowas Schuld sein... okay, manche vielleicht schon, nämlich wahrscheinlich genau die, die uns nachts einen nach dem anderen umlegen. Und das ist halt die Scheiße." Sie begann nun, ihr Haar trocken zu rubbeln. Ihr Gesicht hatte wieder ihren typischen, grimmigen Ausdruck angenommen, aber ihre Stimme klang müde, als sie fortfuhr: "Wir können einfach nur raten und hoffen, dass wir Recht haben. Und wenn wir falsch liegen oder der Falsche stirbt, weil wir die Schnauze gehalten haben, sind wir auch Schuld. Diese Arschlöcher können wenigstens sehen, was sie tun und wissen, dass es falsch ist..."
    Einen Augenblick lang ging sie in sich und überlegte. Es war nicht mehr viel Zeit und sie musste sich entscheiden, sonst würde sie sich doch wieder enthalten und im Zweifelsfall genauso schuldig sein. Erie bot sich natürlich am meisten an, denn verdient hätte sie es allemal, selbst wenn sie keine Mörderin wäre. Auch der Anführer war verdächtig. Andererseits... diese beiden waren doch ziemlich auffällig, standen im Mittelpunkt. Was, wenn es jemand war, der weniger auffiel? Den man selten zu Gesicht bekam und der aus dem Hintergrund die Fäden zog? Leigh beschloss ihrer Intuition zu folgen. Auch wenn ihre Intuition offenbar alles andere als sicher war, was sie ihr diktieren sollte. "Keine Ahnung... vielleicht war es ja Alek Evans? Der Typ kommt mir komisch ruhig vor."

  7. #87
    Alek war noch immer nicht aus der Mensa verschwunden, doch er sah ein, dass er langsam mal wieder in seine Zelle zurückstiefeln sollte. Bisher war alles, wo er sich hätte einbringen können, ohne ihn abgelaufen, doch das machte nichts. Anscheinend sind die anderen Insassen blendend ohne ihn zurechtgekommen.

    Die Nachricht von KILA verunsicherte Alek. Es würde jemand hingerichtet werden und Alek wusste weder ein noch aus. Es gab zwar schon den einen oder anderen, der schon seit einer geraumen Weile verdächtig war, wie z.B. diesen seltsamen Tod - aber das reichte noch lange nicht, um ihm an den Kragen zu wollen. "Womit habe ich das nur verdient?", murmelte Alek, während er in seine Zelle wankte. "Eigentlich reicht das, was wir haben, nicht aus, um irgendjemanden vorschnell zu verurteilen - bis auf den einen, der zwar auf der Insassenliste steht, den man selbst aber bisher noch nicht gesehen hat - Nelson"., flüsterte er KILA zu.

  8. #88
    Matt saß zufrieden grinsend auf der Bank.

    Er war der King von Dingeling, der Scheich vom Deich, der Raja von Matcha. Denn er hatte das Gegengift gefunden. Nice one Matt, nice one.

    "Yo, voll geil. Damit ist heute wohl einer safe. Also... neben Nelson. Die Braut hat sich ja mittlerweile komplett rausgenommen. Hat überhaupt jemand geguckt ob die noch lebt? Kam ja nichtmals zum spachteln raus."

    Matt schaute dann hoch zu den Kameras und zwinkerte in die Linse.

    "Ne, also, damit das klar geht Babe. Nelson und so, wa? Auch wenn ich mir dabei ultra arschig vorkomme."

  9. #89
    Ich... Wähle diesen Nelson. Keiner kennt ihn. Aber... Das bleibt unter uns, KILA.

  10. #90


    Es war also entschieden.

    Die meisten der Überlebenden hatten sich in der Mensa versammelt. Und sie alle wussten, was nun folgen würde. Sie hatten es schon viel zu oft erlebt. Matt war gerade aus der Medizinstation zurückgekommen und blickt immer wieder auf das kleine, viereckige Gerät in seiner Hand, mit dem man das Gegengift schmerzlos injizieren konnte. Er lief auffällig oft und aufgescheucht durch die Reihen, bis sich niemand mehr sicher war, wen er jetzt schon passiert hatte und wo er kurz angehalten hatte.

    "Ich sehe, dass wir 5 Stimmen für Ms. Nelson haben, ist das korrekt?"
    "Korrekt."

    Selbst Boyle antwortete nur knapp, mit vor der Brust verschränkten Armen.

    "Okay."

    Es war kurz still, als sie aus der fast unbenutzten G3 eine Explosion hören konnten. Leona zuckte zusammen, Leigh zog ein grimmiges Gesicht, und wirklich niemand schien zu Lächeln. Niemand wusste etwas zu sagen, weil niemand wirklich etwas über Nelson wusste. Seit dem Tage der Einlieferung war sie in der leeren G3 verschlossen. Was nun kam, fürchteten sie alle. Nach dem Tode eines Insassen würde KILA Zugriff auf die Bewegungsprofile der letzten Tage bekommen. Sie würde sehen können, ob die Person nachts aktiv war.

    "..."

    "KILA?"
    "Es... es tut mir Leid. Die Auswertung zeigt, dass Ms. Rogers ihre Koje seit Tagen und Nächten nicht verlassen hat. Sie war... eine ganz normale Bewohnerin.

    Und so war wieder ein Tag vergangen, an dem sie nichts geschafft hatten. Oder? Immerhin hatten sie eine arme Seele aus ihrem schrecklichen Grab befreit, sie hatten ein Gegenmittel gefunden, was zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer bot. Sie hatten zusammengearbeitet und sich vielleicht ein wenig besser kennengelernt.

    Es war Zeit, in die eigenen Kojen und Zellen zurückzukehren.

    Boyle trat zuerst den Rückweg an. Er ließ den Finger über die edlen Holzoberflächen gleiten, bevor er sich seine Whiskeyflasche zur Hand nahm. Ob er sich noch einen Schluck genehmigen konnte, bevor ihn das Schlafgas holte?
    Linn folgte dem Anführer auf dem Fuße. Es war etwas unbehaglich, in das Zimmer des alten Hydroponikleiters zurückzukehren, der hier anscheinend eine furchtbare Entscheidung getroffen hatte.
    Erie, Leona und Leigh gingen gemeinsam in den Frauenschlafturm G2, alle in ihre eigenen Gedanken versunken.
    Matt lag in seiner Koje und fragte sich, ob er die richtige Entscheidung getroffen hatte.

    Und als das Schlafgas schließlich kam, war es wieder an der Zeit für die unglücklichen Mörder, ihren Dienst zu tun...

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