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Moderator Diaboli
Ys Origin (PS4)

Ys gehörte nie zu den Spielereihen, die ich zu meinen Favoriten zähle. The Ark of Napishtim fand ich eher oll, Seven hat mich überrascht, Celceta war okay und Lacrimosa of Dana hat mir gut gefallen. Wieso dann nicht noch einmal einem älteren Teil aus der Reihe eine Chance geben?
Handlung
Die Menschheit hat sich auf eine fliegende Insel geflüchtet, während auf der Erde Dämonen herrschen und einen riesigen Turm gebaut haben. Als die Göttinnen der Menschen verschwinden, werden mehrere Leute zu jenem Turm geschickt, um sie zu suchen.
Man selbst hat nun die Wahl zwischen der Ritterin Yunica und dem Magier Hugo (und später noch einem weiteren Charakter), um das Spiel zu spielen. Die Dungeons bleiben gleich, aber die Dialoge und manchmal Gegner unterscheiden sich etwas.
Im Netz hatte ich gelesen, dass man vor allem im dritten Durchlauf mit dem anderen Charakter das Gefühl haben sollte, ein völlig anderes Spiel zu spielen, aber das ist gelogen.
Das Spiel mit mehr als einem Charakter abzuschließen, lohnt sich insofern, als dass man weitere Hintergrundinformationen zu eben jenem Charakter bekommt und nach dem dritten Durchgang eine kleine (wenn auch nicht gerade spannende) Enthüllung am Ende. Handlungstechnisch hat mich Ys Origin aber nicht umgehauen. Ich fand die Handlung für das doch recht kurze Spiel zweckmäßig, aber nie wirklich umwerfend.
Außerdem wirkt die deutsche Übersetzung (Yunica-Durchgang) so, als hätte man vor allem eine Zielgruppe ansprechen wollen: Kleine Kinder. Brr, keine Ahnung, was die sich dabei gedacht haben. Hier muss man wirklich mal sagen, dass die englische Übersetzung besser ist. Was sie in beiden Fällen nicht retten konnte ist, dass die Charaktere generell nicht wirklich viel Charakter haben. 
Irgendwie nett gemacht: Die Anfangssequenz zeigt die komplette Vorgeschichte der Startsituation des Spiels.
Gameplay usw.
Ein Durchgang des Spiels kostete mich ca. 5 Stunden und während diesen bekommt man mehrere, ziemlich unterschiedliche Dungeons zu sehen, die manchmal mit leichten Rätsel und manchmal mit (leichten) Geschicklichkeitsaufgaben aufwarten. Das Spieltempo ist angenehm schnell, die Kämpfe vom Prinzip her simpel, aber unterhaltsam und (was für mich ein großer Motivationsfaktor ist) das Leveln funktioniert schnell und macht Spaß. Außerdem unterscheiden sich alle Endgegnerkämpfe ausreichend und man benötigt jeweils eine andere Taktik, um sie zu besiegen. Richtig toll fand ich, dass jeder Level zählt – so kann es vorkommen, dass man von einem Endgegner zuerst platt gemacht wird, nach 1-2 aufgestiegenen Leveln jedoch gut damit zurechtkommt.
Was bei weiteren Durchgängen auch hilft, ist, dass sich die drei Charaktere total unterschiedlich spielen. Mein Favorit war Hugo mit seinem Schnellfeuer-Zauberstab, der mich ein wenig an Magus auf der PS3 erinnerte (das „trashig“ war, mir aber irgendwie Spaß gemacht hat).
Die Menüs funktionieren nicht so toll, aber ansonsten fand ich das Spiel technisch einwandfrei.
Graphik und Musik
Graphisch sieht Ys Origin total aus wie die Trails-Spiele, evtl. aber nicht ganz so ausgereift. Gut gefallen hat mir, dass die Ebenen des Turms auch wirklich unterschiedlich aussehen. Musikalisch fand ich einige Stücke gelungen, finde aber, dass andere Titel der Reihe noch bessere Musik haben, die mehr ins Ohr geht.
Fazit
Wie gesagt – ich bin kein Fan der Reihe, auch wenn ich mich langsam mit mir anfreunde. Ys Origin hat mich nicht komplett umgehauen, denn ich fand es doch recht seicht und schnell vorbei war es auch noch. Spaß gemacht hat es mir aber doch – das Spielprinzip funktioniert, ist ordentlich schnell und macht deshalb Laune. Vielleicht sollte man solche Spiele einfach nicht wegen der Handlung spielen, denn alles andere kann man sich durchaus antun.
Insgesamt: 7/10
Spielzeit: 16 Stunden
Berechtigungen
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