Wer hat das Finale heute auch angeschaut und wer war so enttäuscht wie ich?
Tatsächlich begann die Staffel richtig gut (auch wenn man hier und da im Netz gegenteiliges gelesen hat) und hat die darauffolgenden Ereignisse richtig gut aufgebaut. Hier hatte mir besonders gefallen, wie man Will und Robin mehr miteinander hat agieren lassen und auch ihre Gespräche, bei denen gerade Robin denke ich die Sorgen und Ängste der homosexuellen Community aus den 80ern gut auf den Punkt gebracht hat. Bei den anderen Charakteren wurde die Geschichte nur langsam vorangetrieben, aber es standen sowieso mehr Holly und die anderen Kinder im Mittelpunkt der Geschichte - und somit auch Max. Eine interessant Entwicklung, die schließlich mit einem grandiosen und vor allen interessanten Cliffhanger Volume 1 beendete.
Und dann kam Volume 2, bei dem alles gefühlt nur so vor sich her plätscherte - egal und welchen Charakter es ging. Einzig die Ereignisse um Max und Holly waren super, was denke ich aber am grandiosen Zusammenspiel zwischen Sadie Sink und Nell Fisher liegt (letztere verdient durchweg ein Lob für ihre Leistung in der kompletten letzten Staffel; Respekt für ihre Darstellung und das trotz ihres noch jungen Alters).Und auch wenn die Ereignisse um Dustin, Steve, Nancy und Jonathan im Upside Down ganz interessant waren, insgesamt hat mich das ziemlich kalt gelassen - auch so ziemlich alles was El und ihre "Schwester" betrifft.
Schließlich ist dann noch das Ende der siebten Episode zu erwähnen, welches zwar eine logische Schlussfolgerung der Gespräche zwischen Will und Robin war, aber für die Story war es meiner Meinung nach unbedeutend und absolut unwichtig (und VIEL zu gestreckt). Ob man es so negativ wie die Leute auf IMDb sehen muss, sei mal dahingestellt.
Heute kam dann das Finale und ich hatte mir dennoch viel erhofft, aber tatsächlich wurde ich enttäuscht. Natürlich wurde das Geheimnis um das Upside Down aufgeklärt (schon zum Ende von Volume 2), aber der finale Kampf und die Ereignisse bis dahin waren langweilig und unbedeutend (aber wie der Mind Flayer in der Abyss von allen gegrillt wurde war dann doch ganz unterhaltsam). Und nachdem die Arbeit getan war und die Charaktere wieder in Hawkings waren, taucht kurzzeitig wieder das Militär auf... und verschwindet für den Epilog (der gefühlt länger als der vom Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs ist) kommentarlos und wird nicht mehr wirklich erwähnt.
Hier war ich dann besonders enttäuscht, dass man sich trotz der Länge des Epilogs nicht die Zeit genommen hat sinnvoll auf Robins Freundin einzugehen, sondern das man sich nur auf die Hauptcharaktere konzentriert hat und das mehr schlecht als recht. Klar gab es ein paar schön Szenen und Gespräche, aber wirklich zufriedenstellend war es nicht gewesen. So oder so hat man gerade in der zweiten Hälfte der letzten Staffel zu viel Potential verschenkt, seien es Wills Kräfte, die komplette Geschichte um Vecna und den Mind Flayer oder auch die Wiederherstellung von Eddie Munsons Ruf (das wurde nämlich komplett ignoriert). Es war ein interessanter Ritt in den ganzen Jahren mit dieser Serie, der leider nicht so wirklich belohnt wurde und das trotz vieler Highlights in den vergangenen Staffeln.