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Thema: Bundesliga-Stammtisch 16/17 - News, Gerüchte, Diskussionen

  1. #661
    Zitat Zitat von Caro Beitrag anzeigen
    Auch, wenn ich keine Ahnung, und meine fußballerische Erziehung sich auf ein paar Spiele stützt, die ich bei Daen geschaut habe - ich finde RB Leipzig eigentlich ganz symphatisch.

    Und wenn sie wirklich so superkrass unbalanced viel Kohle hätten, dann würden sie doch nicht mit jungen Talenten spielen, sondern sich die krassen Namen herankarren, oder? Und andere Vereine ballern ihre Arenen doch auch mit Markenlogos zu - da finde ich es jetzt nicht unlegitim, dass RB das eben auch macht. Und ich meine, sie haben ja die Liga nichtmal gewonnen, sondern schwimmen einfach recht weit vorne mit.

    Mich jedenfalls hat RB Leipzig für den Fußball interessiert. Und zwar einfach nur deswegen, weil sie frischen Wind in diese ganzen Traditionsvereine bringen und naja, zugegebenermaßen auch, weil der Osten damit endlich einen vernünftigen Verein hat. Ich konnte mit all den Traditionsvereinen und ihrem komischen Rumgebummse rund um Rivalitäten und Fanverbindungen und Hooligens nie was anfangen - und bei Leipzig ist das eben alles etwas gesitteter, professioneller und nüchterner. Und das finde ich gerade sehr angenehm.
    Meinen Respekt, dass Du hier postest, ich find das wirklich klasse, da ich damit eher weniger gerechnet habe Am Ende kochen wir doch alle irgendwo mit heißem Wasser, oder? Jeder hier hat mal Recht, mal wieder Unrecht und auch Du sprichst durchaus wahres an, wenn es darum geht, dass Leipzig durch RB einen neuen Aufschwung erlebt und für frischen Wind bei den "alteingesessenen" Vereinen sorgt.




    Meine ganz persönliche Meinung ist Folgende: Es ist nicht einmal mehr hauptsächlich etwas gegen die Mannschaft, die tollen Fußball gespielt hat und am Ende des Tages verdient da oben steht. Das muss man einfach so sagen. Hierzu zitiere ich mich einmal selbst mit einem Zitat, das ich vor einigen Tagen postete:




    Zitat Zitat von Haudrauf
    Das Beispiel zeigt einmal mehr, dass Leipzig es auch einem verdammt guten Management und Rangnick selbst zu verdanken hat, dass sie überhaupt da stehen, wo sie jetzt stehen. Erfolg definiert sich nicht nur durch einen Investor. Man muss mit dem Geld auch was anfangen können. Ehrlich: Ich fange langsam wirklich an, von Leipzig beeindruckt zu sein.
    Den Satz unterschreibe ich auch heute noch so, obwohl meine Sympathie gegen diesen Brause-Konzern eher gegen Null tendiert. Richtig, ich habe weniger was gegen die Mannschaft, sondern viel mehr gegen den Konzern selbst etwas! Für mich ist Red Bull reines Marketing, das mit Sportlern um ein Gesöff wirbt, bei denen durchaus auch schon mal 12 Jährige draufgehen können, weil die sich das Zeug dann ebenso rein kippen und wie ihr Idol sein wollen.



    Hierzu empfehle ich wirklich jedem hier folgendes Video (Besonders Dir, mein lieber Daen, ist nicht böse gemeint. :3 ):



    Bevor jetzt jemand denkt, dass ich unnötig gegen den Konzern hetze bzw. das Video Hetze gegen den Konzern ist: Nein, es trifft nichts von beidem zu. Das ist ein vernünftiges aufgearbeitetes Info/Aufklärungsvideo, das nüchtern über das Unternehmen aufklärt. Und SO ETWAS will hier in Ostdeutschland nen Verein aufkaufen, aus dem Schlamm ziehen, die Liga plätten und nach Europa abmarschieren! Ich habe etwas gegen diesen Konzern, weil Red Bull klug ist und den Verein als reines Marketing-Instrument missbraucht in erster Linie. Aber auch aus Gründen, wie es weiter oben schon geschrieben steht. Das Video ist Pflicht für jeden, der selbst das Gesöff säuft und Anstalten dazu macht, Red Bull als Konzern gut zu finden. Was ich auch schon mal vor einiger Zeit geschrieben habe: Mir persönlich tut es um die Mannschaft leid. Um die jungen, willigen, tollen Spieler. Dass die für so einen Konzern spielen müssen, weil sie wissen, dass sie bei ihm gut verdienen werden.

    Geändert von Haudrauf (22.05.2017 um 20:33 Uhr)

  2. #662
    Mit dieser Argumentation, so gut und vernünftig sie ist, Haudrauf, müsste ich aber auch gegen Werder sein, weil deren Sponsor Tiere quält, gegen den BVB, weil die so Kommerz sind, dass sie sogar Opfer von Wirtschaftsterrorismus werden und auch gegen Bayern, weil wir jedes Jahr nach Dubai fahren, wo Menschen wie Sklaven gehalten werden.

    Meine Liebe zu Bayern kommt aber nicht von den Fehltritten des Managements, sondern von den Spielern, die mir aus der Seele sprechen, dem Gefühl meiner Heimat und meiner Kindheit, als ich mit der lächerlich großen Bommelmütze vom FCB Schlitten gefahren bin, von dem "MiaSanMia"-Gefühl, das ich in mir trage und den Erlebnissen in meiner Jugend, als ich mit Freikarten im Stadion war.
    Wie in jeder Liebe ist eben nicht alles perfekt und auch die Vereine haben ihre Fehler - manche mehr, manche weniger.

    Aber laut deiner Argumentation müsste man mit seiner Freundin, die man liebt und bewundert, Schluss machen, nur weil man die Schwiegermutter verurteilt - und das ist der falsche Weg.

    Man kann Bayern auch toll finden, während man Hoeness als schwierig einstuft.
    Man kann auch den BVB toll finden, auch wenn ...oh Gott, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll...

    Und deswegen kann man auch Leipzig toll finden, weil sie frischen Wind reinbringen, tollen Fussball spielen, jung, hungrig und voller Leidenschaft sind und auch endlich wieder ein Verein aus dem Osten mitmischt. Leipzig zu verteufeln, nur weil man Sponsor und Besitzer nicht mag, das ist mir zu viel weltfremde Fussballromantik.

  3. #663
    Ich verstehe auch deine Argumentationen vollkommen und erkenne sie vollständig an.

    Aber während Werder, Dortmund, Bayern & Co. durchaus für sich alleine stehen können und nicht am "Tropf" anderer Großsponsoren hängen, ist meine Sicht der Dinge die, dass die Mannschaft rein als Marketing-Instrument missbraucht wird. Wird Bayern als Marketing-Instrument missbraucht? Wohl kaum, weil sie sich das Marketing eher noch selber erfunden haben und in den letzten Jahrzehnten einfach Personen am Werk waren, die genau wussten, was sie wollten und es ebenso schnell in die Tat umsetzten. Und was ist mit Werder? Nein, die werden ebenfalls nicht missbraucht. Und Kommerz-BVB? Meines Wissens nach auch nicht. Dass jeder Verein nicht nur im Fußball von Sponsoren irgendwo abhängig ist, kann ich mir selbst zusammen reimen. Der Unterschied zwischen Evonik, Wiesenhof und Red Bull ist, dass die ersten beiden Firmen keine Vereine aufkaufen und einen komplett eigenen erschaffen, nur um in der weiten Welt Werbung für sich zu machen, ohne Rücksicht auf Verluste. Red Bull hat neben Leipzig und Salzburg noch einen dritten Verein in den USA, macht also auf einem weiteren Kontinent Werbung, auf dem das Gesöff gefühlt zehnfach hinter die Binde gekippt wird. Es wird nicht lange dauern, dann wird Red Bull auch nach China gehen, sich nen "toten" Verein aufkaufen, um damit auch Werbung in Asien zu machen. Man merkt einfach, dass Red Bull kühl kalkuliert, um am Ende nur für sich Gewinne zu erzielen. Dass das reines Marketing ist, merkt man doch allein schon daran (Wenn Du das Video geschaut hast), dass der Hauptsitz von Red Bull weder Dosen herstellt noch in irgendeiner Form vermarktet. Da steht halt so ein Bullen-Komplex, das rein an den Marketing vergeben ist. Dieses Gesöff ist nicht einmal der Hauptbestandteil bzw. die Hauptmotivation. Die Produktion dieses infernalischen Getränks machen die nur größer. Ist doch klar, dass so viele Fans oder eben nicht Fans 1 und 1 zusammen zählen, bis sie darauf kommen, dass RB Vereine hauptsächlich deshalb gegründet werden, um sich am Ende selber heilig zu sprechen. Kann man von Wiesenhof & Co. ja nicht gerade sagen.

    Ohne Frage, der Fußballklub ist für den Osten eine wahre Bereicherung. Gar keine Frage, steht nicht zur Debatte. Aber die Art und Weise, wie Red Bull als Konzern agiert, wirft seine Schatten leider voraus und über diesen Verein. Ich frage mich an dieser Stelle ja einfach, was denn wäre, wenn statt Red Bull Audi gekommen wäre (Wäre eh niemals passiert, aber darum gehts mir aktuell nicht), oder die Telekom. Oder SAP. Oder Siemens. Oder weiß der Geier. Freilich hätte das für fragwürdige bis verschnupfte Mimiken gesorgt. Das Diskussionspotenzial unter dem Großteil der Fans bzw. die Ablehnung wäre nie so groß gewesen. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

    Und zum Schluss: Man muss sich an dieser Stelle ja in der Tat einmal fragen, was mich denn dazu reitet, mich ständig gegen deine Aussagen zu stellen. Mit mir kannst Du das ja machen. Ich mit Dir ebenso. Weil wir beide voneinander wissen, dass wir uns nichts böses wollen, wir uns zumindest vom Sehen her kennen und vor allem, weil wir einfach in einem einzigen Punkt einfach zwei völlig unterschiedliche Meinungen haben, von der weder der eine, noch der andere von uns in naher Zukunft abrückt. Das normalste auf der Welt.

    Ich frage mich dann aber: Warum wird dieses Red Bull als Projekt und als Konzern denn von so vielen anderen Fans (Die gewaltbereiten, hasserfüllten Hooligans lasse ich mal absichtlich außen vor, so etwas dummes zähle ich erst gar nicht dazu!) so kontrovers diskutiert? Es ist ja nicht so, dass ich zu den 15% der Nischenanwälte gehöre, die nichts anderes im Sinn haben einen Verein bzw. die Liga kaputt zu reden. Aber es sind durchaus mal mindestens mehr als die Hälfte der Fans, die sich minimal darüber aufregen oder sich gegen das Projekt aussprechen. Oder eben im idealsten Fall statt gewalttätig zu werden "nur" kontrovers diskutieren. Ich kenne Eisbaer leider nicht persönlich, aber allzu freundliche Worte hat er an den Konzern auch nicht wirklich verloren. Ich kann ihn verstehen. Er ist Fan von einem Verein, der leider alles andere als erfolgreich war in den letzten Jahren. Natürlich schwimmt da die Angst ein bisschen mit, dass sein Herzensverein, vielleicht sogar sein Kindheitsverein an solchen Retortenklubs irgendwann zerbricht. (Mich würde ja hierzu mal die Meinung seiner Frau interessieren, die wohl die etwas energischere/emotionalere (Wie auch immer) Anhängerin zu sein scheint, wenn ich gerade nichts durcheinander werfe.

  4. #664
    Was du schreibst, ist sehr sinnig und ich bin da in gewisser Weise bei dir.
    Aber - wozu schauen wir Fussball? Doch wegen des Spiels und der Mannschaften und nicht wegen der Millionen, die dahinter hängen. Was du sagst, stimmt - aber das ist im Fussball irgendwie doch immer so.
    Deswegen tendiere ich dazu, mich für die Mannschaften Leipzig, Werder, Dortmund und Bayern zu interessieren, anstelle mich mit dem Dreck am Stecken, den alle Vereine in der Hinterhand haben. Denn die Spieler, für die ich jubele, die können ja am allerwenigsten dafür. ^^

  5. #665
    Also wenn man schon Ethik in den Fußball bringen will, der am Ende vor allem durch Geld beherrscht wird, sollte man nicht so selektiv sein, sondern in alle Richtungen feuern.
    Daens Beispiel mit Bremen und Wiesenhof gehört da gut mit rein, aber auch Schalkes Vertrag mit Gazprom zählt da ebenso dazu. Diese Mannschaften bekommen schließlich auch Geld - und zwar nicht unbedingt wenig - von Unternehmen, die (wie Wiesenhof) wegen ihrer Methoden zur Tierhaltung und -Schlachtung harsch in der Kritik stehen. Da kann man sich fragen, ob das jetzt weniger moralisch bedenklich ist als ein Konzern, der einen bankrotten Verein übernimmt, in ihn Geld pumpt und damit wieder aufbaut. Dass die das nicht aus reiner Liebe zum Sport oder aus Mitgefühl zu den Fans machen, sollte jedem klar sein, der nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubt. Wenn ich als großer Konzern Millionen in einen Verein stecke, will ich ja schließlich auch am Ende etwas von dem Geld wiedersehen. Und bei einem Team, das man in der Regionalliga übernommen hat, bekommt man eben durch Werbung kurzfristig einen gewissen Gegenwert für seine Investitionen zurück. Ganz einfache Marktwirtschaft.
    Bei RB Salzburg hat man ja mittlerweile einen Level erreicht, der regelmäßige Teilnahmen an internationalen Turnieren so gut wie garantiert. Bedeutet, dass da die lange Arbeit und das investierte Geld seine Früchte trägt, die man als Konzern nun in Ruhe ernten kann.

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