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Thema: Brexit? Yexit!

  1. #61
    Dass sowas ein internes/innenpolitisches Problem ist glaub ich allerdings auch. Ist nämlich halt so, dass man immer irgendwo einen Sündenbock sucht - der war halt die EU. Aber schlechte Politiker die schlechte Politik bei denen machen werden sie weiterhin haben. Wird vielleicht dann wirklich darauf hinauslaufen, dass UK/GB aufgelöst wird (Schottland und Nordirland weg und dann nur Wales + England zusammen macht auch keinen Sinn mehr). Dann können wenigstens Teile davon vielleicht bessere Politik machen und andere Teile halt ... gucken. Irgendwelche anderen Parteien die mal was Neues probieren kann man immer noch machen als letzter Ausweg - wenn die bestehenden nix taugen.

    Die AfD kriegt ja auch hier mehr und mehr Zustimmung - und das ist Schuld bestehender und regierender Parteien die nicht so richtig damit umgehen.

  2. #62
    Zitat Zitat

    More than 17.4 million people across the UK voted Leave in the EU referendum, while 16.1 million voted to remain in the EU.

    But many voters have since spoken out saying they are shocked at the poll's outcome and did not believe their Leave votes would actually count.

    One voter, named only as Adam from Manchester, told the BBC: “I didn’t think that was going to happen.

    “My vote – I didn’t think was going to matter too much because I thought we were just going to remain.


    Another voter, Mandy, said: “I was very disappointed about the result, even though I voted to leave, this morning I woke up and the reality did actually hit me.

    “But if I had the opportunity to vote again, it would be to stay.”

    Other voters have also posted on Twitter that they regretted their decision to vote in favour of leaving the EU.

    One said: “I personally voted leave believing these lies and I regret it more than anything, I feel genuinely robbed of my vote.”


    http://www.standard.co.uk/news/polit...-a3280361.html



    Zitat Zitat
    Mehr als eine Million Briten fordern ein zweites Referendum

    Hunderttausende Menschen im Vereinigten Königreich fordern nach dem knappen Sieg der Brexit-Befürworter in einer Petition an die Regierung ein erneutes Referendum über den EU-Austritt. Das Interesse an dem Schreiben auf der Internet-Plattform war so groß, dass die Webseite am Freitagabend zusammenbrach. Das Unterhaus teilte mit, dass die Zugriffe eine so hohe Aktivität auf der Webseite hervorgerufen hätten wie noch nie.

    Bis Freitagabend hatten 200 000 Menschen unterschrieben. Am Samstagmorgen war die Zahl auf mehr als 800 000 gewachsen. Inzwischen hat sie die Millionenmarke überschritten. Und alle fünf Minuten registriert die Seite etwa 10 000 weitere Unterzeichner. Ab 100 000 Unterschriften muss sich das Parlament mit einer Petition befassen. Unterzeichnen können alle Bürger und Bewohner des Vereinigten Königreichs.

    Dabei ist es nicht so, dass die Petition selbst eine Reaktion auf den Ausgang des Referendums ist. Vielmehr wurde sie bereits Ende Mai gestartet - und soll eigentlich den Abstimmungsmodus ändern: Wenn sich bei einer Wahlbeteiligung von weniger als 75 Prozent keine Mehrheit von mindestens 60 Prozent der Stimmen für die eine oder andere Seite findet, soll die Regierung ein zweites Referendum abhalten. Beim EU-Referendum am Donnerstag hatten sich 72 Prozent der Wähler beteiligt. 52 Prozent von ihnen stimmten für den Austritt, 48 Prozent dagegen.

    Petition für Unabhängigkeit und EU-Beitritt Londons
    Viele der Unterzeichner kommen aus London. Die Stadt steht auch im Mittelpunkt einer weiteren Petition, allerdings über eine weniger offizielle Plattform: Auf Change.org fordern mehr als 110 000 Menschen, Londons Bürgermeister Sadiq Khan solle London für unabhängig vom Vereinigten Königreich erklären - und sich um einen Beitritt zu EU bewerben. "Lasst uns bei unseren Freunden vom Kontinent einziehen", steht im Petitionstext. "Bürgermeister Sadiq, wärst du nicht lieber Präsident Sadiq? Mach es wahr!"

    Downing Street soll Remain-Kampagne gebremst haben
    Derweil werfen einem Bericht der Zeitung The Guardian zufolge die Organisatoren der Remain-Kampagne den Verantwortlichen in der Downing Street vor, sie ausgebremst zu haben. Ihr größtes Interesse sei gewesen, die konservative Partei zusammenzuhalten. Deshalb seien Angriffe gegen Brexit-Befürworter Boris Johnson unerwünscht gewesen. Die Zeitung zitiert auch Quellen, die den Einsatz des Teams um Labour-Chef Jeremy Corbyn als "unprofessionell" kritisiert. "Sie hatten keine Geschichten, keine Inhalte für jeden Tag", sagt eine Quelle. Und eine andere fügt hinzu: "Sie haben nie geliefert und es schien sie nicht einmal besonders zu stören."


    http://www.sueddeutsche.de/politik/n...ndum-1.3051297

    Geändert von Angel|Devil (25.06.2016 um 13:11 Uhr)

  3. #63
    Das erinnert mich an den Moment, wo man mit der Freundin Schluss macht und realisiert, dass es ne dumme Idee war. :P

  4. #64
    Zitat Zitat von Angel|Devil
    ...
    Immer wieder erschreckend, wieviele Leute plötzlich ein Problem mit der Demokratie haben, wenn sie mal der Minderheit angehören...

  5. #65
    Wie Obelix schon treffend sagte: "Die Spinnen, die Briten!"
    Dass viele der Petitionsunterzeichner aus London kommen, überrascht mich nicht. London ist einer der Dreh- und Angelpunkte des europäischen Finanzmarktes. Würde das wegbrechen, hätte London ein großes Arbeitslosenproblem.

  6. #66
    Zitat Zitat von Whiz-zarD Beitrag anzeigen
    Wie Obelix schon treffend sagte: "Die Spinnen, die Briten!"
    Dass viele der Petitionsunterzeichner aus London kommen, überrascht mich nicht. London ist einer der Dreh- und Angelpunkte des europäischen Finanzmarktes. Würde das wegbrechen, hätte London ein großes Arbeitslosenproblem.
    Na, Frankfurt und auch Paris (wie ich hörte) stehen doch schon länger in den Startlöchern.
    http://www.welt.de/wirtschaft/articl...on-werden.html

    Anscheinend haben die sich schon länger auf beide Möglichkeiten vorbereitet.
    Während die Politik so verkrampft überrascht tut. Ich dachte immer, die Pläne für so oder so hat man schon in der Schublade.

    Und die Forderung für ein erneutes Referendum finde ich mehr als berechtigt. Das ist keine echte Mehrheit, 2/3 sollten es schon sein bei solch einer wichtigen Entscheidung.

  7. #67
    Zitat Zitat von Whiz-zarD Beitrag anzeigen
    Wie Obelix schon treffend sagte: "Die Spinnen, die Briten!"
    Dass viele der Petitionsunterzeichner aus London kommen, überrascht mich nicht. London ist einer der Dreh- und Angelpunkte des europäischen Finanzmarktes. Würde das wegbrechen, hätte London ein großes Arbeitslosenproblem.
    Ich sehe den Supergau für England in der Form anrollen, dass sich Nordirland und Schottland tatsächlich abspalten und der EU beitreten.

    Aus wirtschaftlicher Sicht, will ein Staat und dessen Unternehmen definitiv ein Freihandelsabkommen mit der EU haben. England will also, wenn es klug ist, weiterhin solch ein Abkommen haben. Das gibt es ja auch in der Form bereits mit der Schweiz und den skandinavischen Ländern. Die sich dafür allerdings auch an Regeln der EU halten müssen. Das schmeckt England ja nicht.

    Im, für England, schlimmsten Fall kriegen sie also diese Vorzüge nicht mehr. Schottland stimmt bei einem erneuten Unabhängigkeitsreferendum für Ja und spaltet sich ab. Unternehmen Englands wandern nach Edinburgh/Glasgow ab und hinterlassen in England eine fiese Lücke.

    Ich bin gespannt wie sich das weiterentwickelt.
    Wenn England und die EU sich nicht in vielen Wirtschafts- und Finanzfragen einigen, dann hat sich England selbst gefickt und muss sich entweder an die USA oder China/Russland wenden.

    Edit: Und deswegen, allgemein in den Raum geworfen, ist eine Volksabstimmung der letzte Dreck. Da gewinnen Demagogen und keine handfeste Politik.

  8. #68
    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen

    Ich hoffe, dass es in Deutschland nie zu einem Volksentscheid zu einem solch gewichtigen Thema kommt..
    Hahaha unsere Politker sind nicht so Dumm dem Volk irgendeine Entscheidungsfreiheit zu geben. Dann könnte es ja passieren das einige auf ihre Lobby Gelder verzichten müssten und nichtmehr hinter dem Rücken der Öffentlichkeit Gesetze durchprügeln können die dem großteil der Bevölkerung so gar nicht schmecken würde.

    Zitat Zitat von Gendrek Beitrag anzeigen
    Ich sehe den Supergau für England in der Form anrollen, dass sich Nordirland und Schottland tatsächlich abspalten und der EU beitreten.

    Aus wirtschaftlicher Sicht, will ein Staat und dessen Unternehmen definitiv ein Freihandelsabkommen mit der EU haben. England will also, wenn es klug ist, weiterhin solch ein Abkommen haben. Das gibt es ja auch in der Form bereits mit der Schweiz und den skandinavischen Ländern. Die sich dafür allerdings auch an Regeln der EU halten müssen. Das schmeckt England ja nicht.

    Im, für England, schlimmsten Fall kriegen sie also diese Vorzüge nicht mehr. Schottland stimmt bei einem erneuten Unabhängigkeitsreferendum für Ja und spaltet sich ab. Unternehmen Englands wandern nach Edinburgh/Glasgow ab und hinterlassen in England eine fiese Lücke.

    Ich bin gespannt wie sich das weiterentwickelt.
    Wenn England und die EU sich nicht in vielen Wirtschafts- und Finanzfragen einigen, dann hat sich England selbst gefickt und muss sich entweder an die USA oder China/Russland wenden.

    Edit: Und deswegen, allgemein in den Raum geworfen, ist eine Volksabstimmung der letzte Dreck. Da gewinnen Demagogen und keine handfeste Politik.
    England hat sich in jeder Hinsicht selbst gefickt mit dem Austritt. Es wurde ja schon angekündigt das die EU England jetzt richtig hart rannehmen will um nachahmer abzuschrecken. Wenn England das Freihandelsabkommen haben will werden die dafür massiv Bluten und wohl am ende wesentlich schlechter dastehen als vor dem Brexit. Ich finde es super Nett das die meisten Ja votes aus dem Bereich 50/60+ kommen.. die alten Säcke die also vom guten Leben profitiert haben versauen den jüngeren Generationen mit hohe Wahrscheinlichkeit das Leben und werden davon nichtmehr viel mitbekommen da sie sich auf ihren dicken Renten ausruhen können.

    Volksentscheide finde ich Generell nicht schlecht aber es sollte eine 2/3 oder 3/4 regelung geben damit der Entscheid auch gültig ist. Würde England das nochmal durchziehen bin ich sicher das das Ergebniss auf mindestens 65% Ja und 35% Nein fallen würde.

  9. #69
    Zitat Zitat von Gendrek
    Im, für England, schlimmsten Fall kriegen sie also diese Vorzüge nicht mehr. Schottland stimmt bei einem erneuten Unabhängigkeitsreferendum für Ja und spaltet sich ab. Unternehmen Englands wandern nach Edinburgh/Glasgow ab und hinterlassen in England eine fiese Lücke.
    jährl. Bruttoinlandsprodukt/ Einwohner, England: 24.503 €
    jährl. Bruttoinlandsprodukt/ Einwohner, Schottland: 28.326 PFUND (!!!) = ca. 33.425 €
    (Quelle: Wikipedia)

    Das ist schon sehr deutlich!

    @Volksentscheide: In gewissen Dingen sinnvoll (Rauchverbot in Bayern, das auch eindeutig ausfiel), in anderen Dingen unsinnvoll (Todesstrafe in Kalifornien mit 52% zu 48% für die Beibehaltung). Es kommt also immer auf's Thema an... dennoch werden sich viele Wähler für einen Brexit wohl jetzt in den Hintern beißen... In diesem Falle finde ich das Referendum auch etwas überstürzt...

    Wobei vielleicht wird durch eine heftige Diskussion der Schritt ja tatsächlich noch einmal rückgängig gemacht und Großbritannien behält seine Mitgliedschaft... Ich bezweifle das zwar, aber schön wäre es trotzdem.

  10. #70
    Zitat Zitat
    Ich hoffe, dass es in Deutschland nie zu einem Volksentscheid zu einem solch gewichtigen Thema kommt..
    Das ist eine Frage des Wie und nicht des Ob. Darüber kann man sicher gespaltener Meinung sein. In Deutschland führen wir regelmäßig mit Hilfe eines Volksentscheids alle vier Jahre die Besetzung des Parlaments herbei und damit indirekt die Regierungsbildung. Nur das wir diesen Modus als Wahl bezeichnen und demokratisch verklären. Wer sagt denn, dass die Bürger überhaupt in der Lage sind ihre Regierung damit selbst zu bestimmen. Sollten denn nicht die besten untereinander entscheiden, wer von ihnen nun welches Amt innehat? In Anbetracht der Reaktionen nach den letzten Landtagswahlen galten dort die gleichen Reflexe wie jetzt auch bei diesem Volksentscheid. Man brüstet sich zwar mit der Vertretung und Verteidigung demokratischer Tugenden, aber wenn die Leute wirklich mal einen Unterschied machen (und das ist einer der wichtigsten Punkte, den die Demokratie anderen Regierungsformen voraus hat), der einem allerdings nicht opportun erscheint, dann wird das nicht als systemimmanent anerkannt sondern als Fehler und Scheitern des menschlichen Faktors interpretiert, als kenne die Demokratie wie die Diktatur auch nur eine Wahrheit.

    Diese Zweitabstimmung allerdings zeigt ein grundsätzliches Problem aller demokratischer Entscheidungsfindung. Da sie sich eigentlich am Volkswillen orientiert ist die Frage, wie lange eine Volksentscheidung eigentlich zu gelten hat. Theoretisch könnte man jetzt ein zweites Referendum machen und es würde sich vllt. sogar eine Mehrheit für das Ja-Lager herauskristallisieren, allerdings würde die zuvor getroffene Willensentscheidung damit plötzlich entwertet. Planungsunsicherheit wäre uA die Folge. Schwierig. Es kann auch zu dem Modus verleiten die Leute einfach solange wählen zu lassen, bis eine genehme Entscheidung erzielt wurde. Zermürbung im Luhmannschen Sinne.

    Eine andere Sache sind auch die Beteiligungsschwellen. Wenn man die Schwellen zu hoch ansetzt, wird dieses Instrument demokratischer Willensbildung ggf. praktisch wertlos, denn je nachdem wie hoch die Hürden sind, hat der Status Quo tendenziell immer einen Startvorteil, weil die Veränderungsseite nicht nur die Leute von ihrer eigenen Position überzeugen muss sondern auch davon überhaupt abstimmen zu gehen. Hier wird auch häufig die Interpretation umgekehrt. Die Wahlbeteiligung ist zu niedrig gewesen, also kann man nicht von einer legitimierten Entscheidung reden. Jedoch macht die umgekehrte logik auch Sinn. Die die nicht abgestimmt haben ist das Thema sowohl auf der einen wie auf der anderen Seite egal, entsprechend ist ihnen beides grundsätzlich recht und überlassen es damit der Durchsetzungkraft der politischen Lagern unter den Interessierten, welche Entscheidung damit legitim ist. Schweigende Zustimmung wäre eine mindestens ebenso statthafte Interpretation der Verhältnisse.

  11. #71
    Es gibt zwei Möglichkeiten.

    1. Diese Leute die angeblich ihre Wahl bereuen sind bezahlte Statisten und es handelt sich um verzweifelte Propaganda. <-Verschwörungstheorie

    2. Die Leute sind wirklich so dämlich.

    Wenn ich mich nicht für was interessiere, geh ich doch nicht auch noch extra zur Wahl und kreuze irgendeinen Mist an. "Wir dachten nicht, dass unsere Stimme zählt." Ja, aber die Polls sagten doch ein sehr knappes Ergebnis vorraus. Um so lächerlicher ist diese Aussage.

    Das nun viele eine zweite Abstimmung fordern ist klar, denn das sind natürlich alles die, die mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, was ja rund 50% der Wähler sind.

  12. #72
    Zitat Zitat von Mivey Beitrag anzeigen
    Woher kam dann die absolute Mehrheit für die Tories? Die Partei ist so anti-Sozialdemokratisch wie irgendwie möglich, woher kamen denn die Stimmen für die? Der Skandal unter Gordon Brown ist nun bald 6 Jahre her und Labour ist doch sicherlich glaubwürdiger wenn es um soziale Politik geht, als die Partei die eine Bettensteuer einführt.
    Labour ist 2015 mit Miliband -- das menschliche Äquivalent zu schal gewordenem Toast -- angetreten, mind you, und der rechte Rand war mit UKIP bereits angefeuert. Die SNP wiederum hat Labour von links Wähler abgefangen. Der swing für die Tories kam, als Cameron die Gelegenheit ergriff, das EU referendum zum Wahlversprechen zu machen. Damit konnte er sowohl von links als auch von rechts Stimmen abfischen, und gleichzeitig alles rechts von sich näher an die konservative Mitte binden. Labour hatte diesen Mechanismus nicht und hat viele Wähler, die sich mit dem Toastbrot nicht zufrieden geben wollten, an die SNP abgetreten.

    Es sah ja in den Umfragen vor der Wahl auch die ganze Zeit so aus, als würde es wieder zu einer Koalition kommen, den Sieg der Tories hat keiner kommen sehen. (Vor diesem Hintergrund wurden auch die Umfragen vor dem EU referendum bewertet.) Diese Unsicherheit war es ja, die Cameron zum Referendums-Versprechen bewegt hat. Er hat sich damit sein eigenes politisches Grab geschaufelt. Labour hat unter Jeremy Corbin indes mit einer inneren Spaltung zu kämpfen, sodass wir wohl inden nächsten Jahren mit einer Ära Boris rechnen können, bis der englische Karren ganz im Matsch stecken bleibt.

  13. #73
    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Alles nachvollziehbar, was du hier sagst.
    Dennoch kann es nicht gut sein, eine Wahl mit so einer knappen Mehrheit als sinnvoll anzusehen.
    Es gibt immer ein paar Leute, die vielleicht nicht mehr wirklich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind, zu den "Scherzbolden" gezählt werden dürfen, nicht wirklich gut informiert sind oder sonstwie das Ganze nicht ernst nehmen.
    Wenn 3,8 % Differenz ausreichend sind, kann man gleich einen Zufallsgenerator laufen lassen.
    Eine deutliche Willenserklärung ist das nicht.

    Nun gibt es ja auch schon den Bregret.
    Zumindest beschert uns das Spektakel jede Menge Neogolismen ... und macht mir zunehmend Angst wenn ich lesen muss "Die EU ist tot, es lebe Eurasien".

    Frau von Storch weint vor Freude und junge Menschen schreiben das hier: "Liebe Generation Rollator, macht mir mein Europa nicht kaputt".
    Wie wirr ist das alles ........

  14. #74
    Zitat Zitat
    Dennoch kann es nicht gut sein, eine Wahl mit so einer knappen Mehrheit als sinnvoll anzusehen.
    Es gibt immer ein paar Leute, die vielleicht nicht mehr wirklich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind, zu den "Scherzbolden" gezählt werden dürfen, nicht wirklich gut informiert sind oder sonstwie das Ganze nicht ernst nehmen.
    Wenn 3,8 % Differenz ausreichend sind, kann man gleich einen Zufallsgenerator laufen lassen.
    Eine deutliche Willenserklärung ist das nicht.
    Hättest du dasselbe gesagt, wenn das Stimmverhältnis genauso knapp zugunsten von Drinbleiben ausgefallen wäre?

  15. #75
    Zitat Zitat
    Nun gibt es ja auch schon den Bregret.
    Selbst schuld, kein Mitleid.

  16. #76
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Hättest du dasselbe gesagt, wenn das Stimmverhältnis genauso knapp zugunsten von Drinbleiben ausgefallen wäre?
    Ich habe diese Meinung generell zu Wahlen, habe auch erklärt, warum.
    Natürlich rede ich nicht von Wahlen, wo von vorneherein nur eine kleine Anzahl Stimmberechtigter teilnehmen (Vereine, Stadtrat etc.), da mag ja eine Einstimmenmehrheit reichen, weiß ja auch jeder, um was es geht.
    Aber ein Volksentscheid sollte schon mal 65 % aufweisen. Das muss natürlich vorher festgelegt werden.

  17. #77
    Das Problem ist nur, dass es in diesem Fall keine neutrale Lösung gab. Hätten sie gesagt, "ohne x% der Stimmen pro oder contra ändert sich überhaupt nichts" hätte das bedeutet, dass Drinbleiben automatisch mit einem Vorsprung in die Wahl gestartet wäre, und eine solche Wahl hätten keinen wirklichen Wert gehabt.

  18. #78
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Das Problem ist nur, dass es in diesem Fall keine neutrale Lösung gab. Hätten sie gesagt, "ohne x% der Stimmen pro oder contra ändert sich überhaupt nichts" hätte das bedeutet, dass Drinbleiben automatisch mit einem Vorsprung in die Wahl gestartet wäre, und eine solche Wahl hätten keinen wirklichen Wert gehabt.
    Na, ich bin nicht die einzige, die das für seriös hält. Das haben auch kompetentere Leute gefordert. Die Mehrheit soll ja für die Änderung stimmen. Wenn die nicht erreicht wird, bleibt es eben wie es ist. Wäre im umgekehrten Fall ja auch so, wenn zur Wahl stünde, ob ein Land in die EU möchte oder nicht. Auch da gibt es keine neutrale Lösung. Mehrheit: ja - also rein. Mehrheit: nein - stehen bleiben. Ich wüsste auch nicht, dass bei Wahlen neutrale Lösungen angestrebt werden - sondern Entscheidungen für oder gegen etwas.

  19. #79
    Zitat Zitat
    Ich wüsste auch nicht, dass bei Wahlen neutrale Lösungen angestrebt werden - sondern Entscheidungen für oder gegen etwas.
    Also wäre es z.B. auch in Ordnung, wenn bei der nächsten Bundestagswahl die aktuelle Regierung im Amt bleibt, es sei denn, die anderen Parteien bekommen zusammen 65% der Stimmen?

  20. #80
    Is was anderes als ne Bundestagswahl. Und ich würd auch sagen, dass man größere Mehrheiten nur bei bestimmten Sachen verlangen sollte. Verfassungsänderungen ... keine Ahnung wie das da ist - ob das in Großbritannien dann auch immer alles mit 50 Prozent gemacht wird. Bei uns am Grundgesetz braucht man ja für bestimmte Sachen schon größere Mehrheiten - nur dass halt das Parlament abstimmt und nicht die Bürger.

    Würde sagen man könnte ruhig auch 50 Prozent ALLER Wahlberechtigten verlangen. Keine direkte Quote für die Wahlberechtigung - die wäre dann indirekt erfasst.

    Bei 72 Prozent Wahlbeteiligung wär man dann auf 70 Prozent als notwenige Anzahl der ABGEGEBENEN Stimmen gekommen etwa. Liegt durchaus noch nicht zu extrem. (Gibt auch bestimmt Länder die bei bestimmten Sachen statt 2 Drittel 3 Viertelmehrheit verlangen die noch höher wäre.)

    Bundestagswahlen: Da sind es auch feste Perioden. Die Abgeordneten sind dann erst mal NICHT wieder dabei und müssen erneut bestätigt werden (oder halt andere gewählt werden).

    Wäre meiner Meinung nach gar nich so schlecht, wenn man alle 10 Jahre mal die Länder der EU ihre Mitgliedschaft bestätigen liesse - und bindende Volksentscheide überal verlangt. Die dann aber auch immer bestätigen müssen dass das Land drin bleiben will (sonst raus).

    Vielleicht sollte man das Konstrukt EU etwas umbauen - wie bei nem Computer es so komponentenartig machen. Dass man nich einfach in der EU drin ist oder nich in der EU ... sondern halt die ein oder andere Sache mitmacht. Und die andere nich.

    Euro hat man ja schon separat davon - den nich alle haben.

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