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Thema: [Gestrandet] - Episode 3 - Verlassen (Tag 2 - Tag 3)

  1. #61
    Nova durchsuchte das Haus, Schritt für Schritt.
    Ihre Finger strichen immer mal wieder über die Bilder die der Bewohner hier offensichtlich gemalt hat. Es hatte etwas beruhigendes zwischen all diesen Kunstwerken zu sein.

    Aber nirgends verbarg sich ein Keller.
    Was also nun? Weiter dumm rumstehen? Nein danke, Nova musste weiter irgendwas machen.

    Schnurstracks verließ sie also das Haus wieder und rief einmal laut durch das Dorf.

    "FOUR-BRAVO, GE-RÄUMT. KEINE AUFFÄLLIGKEITEN!"

    Militärton durch und durch. Der Sergeant blitzte wieder etwas unter ihrer Schicht hervor.
    Ohne weitere Zuckungen ging Nova die Straße weiter runter. Auf dem Weg die Straße hinab kreuzte auch Sam ihren Weg und betrat Gebäude 3B.
    Nova hatte keine Ambitionen mit ihm in einem Raum, gar einem Haus zu sein. Auch wenn er sich anscheinend wieder entspannt hatte und sich bemühte mit der Gruppe zu arbeiten.

    Die Schwedin ging einfach ein Stück weiter und betrat das nächstbeste Haus, auf der Suche nach einem verdammten Keller.
    Nun ging die Suche also in 2B weiter.

    Geändert von Gendrek (01.06.2016 um 21:29 Uhr)

  2. #62
    Sam befand sich nun also im Haus 3B, in dem auch Fabian gerade war. Er stieg die Treppe hinab in den Keller. Der Raum, der sich direkt nach der Treppe öffnete, war recht dunkel, aber auch hier funktionierte das Licht problemlos. Er befand sich offenbar in einem Heizkeller, den vielen Rohren und dem großen Ölheizofen und Öltank nach zu schließen. Der Ofen war kalt und damit offenbar nicht in Betrieb. Probehalber öffnete Sam den Öltank. Er war noch zu etwa einem Drittel gefüllt - falls sie also heizen wollten, die Möglichkeit bestand. Ansonsten war der Raum allerdings leer, andere Gegenstände waren nicht mehr zu finden.


    In der Zwischenzeit hatte sich Nova in 2B begeben. Tatsächlich, hier führte aus dem Flur eine Treppe nach unten. Das war ja dann immerhin schonmal ein Schritt in die richtige Richtung. Die enge Treppe führte in die Dunkelheit nach unten, bis sie schließlich vor einer Türe stoppte. Als Nova versuchte, sie zu öffnen, geschah im ersten Moment nichts. Frustriert versuchte sie es noch einmal, diesmal mit etwas mehr Druck. Und dann schwang die Tür, mit einem unangenehmen Knarren auf, hatte wohl nur geklemmt. Dahinter war es auch dunkel, aber der Raum war schnell in ein kaltes Licht getaucht, als Nova den Lichtschalter betätigt hatte und die Leuchtstoffröhren an der Decke angesprungen waren. Jackpot, das sah aus wie eine Kontrolleinheit für den Funkturm, was da auf der linken Seite stand. Auf einem Tisch stand die Apparatur, die viele Drehregler und Schalter aufwies, sowie angeschlossene Kopfhörer und ein Mikrofon. Die Kontrollleuchten waren dunkel, es war wohl nicht angeschaltet. Auf der gegenüberliegenden Seite waren einige kleine Fernseher neben und übereinander angeordnet, auf dem Pult darunter fanden sich ebenfalls einige Schalter. Offenbar Kontrollmonitore von Überwachungskameras, ebenfalls nicht eingeschaltet.

    Nova versuchte also, die Kontrolleinheit für den Funkturm anzuschalten - die Lichter begannen zu leuchten. Sie setzte die Kopfhörer auf und drehte ein wenig an den Lautstärkeeinstellungen. Aus den Kopfhörern drangen Gefechtsgeräusche ... wie war das möglich? Obwohl, nein, das war nur statisches Rauschen, was ja ohne passende Antenne auch nicht anders zu erwarten war. Wie hatte sie das nur verwechseln können? Das klang ja nicht mal ähnlich ...

  3. #63
    Endlich. Endlich endlich endlich. Nova hatte es geschafft, die Funkzentrale. Jetzt konnte sie tatsächlich etwas nützliches vollbringen und das sogar noch im kompletten Alleingang! EIn Freudenfeuer durchging die Militärfrau und so grinste sie fröhlich vor sich her.

    Zufriedenen Schrittes machte sich die erfahrene Ingenieurin daran die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. Zu Ihrer Zeit im Außeneinsatz hatte sie solche Anlagen häufig installiert, genutzt und wieder abgebaut. Es sollte also ein Leichtes sein das hier ebenfalls wieder zum laufen zu kriegen...
    Ein paar Bewegungen später sprangen dann auch schon nach und nach die Kontrollleuchten der einzelnen Geräte an, Hintergründe wurden belichtet, Zeige schwenkten aus und das zufriedene Summen einer gut in Schuss gehaltenen Anlage umgab sie.

    Immer noch lächelnd setzte sich Nova auf den Bürostuhl der vor der Anlage stand und wischte ein wissenschaftliches Magazin beiseite unter dem ihr so bekannte Kopfhörer lagen. Langsam setzte sie sich diese auf den Kopf.

    brrzzzzzzzzz

    Lautes Rauschen umgab sie. Langsam drehte die blonde Frau den Lautstärkeregler nach oben. Doch als die Geräusche einsetzten fror ihr Gesicht in blankem Entsetzen ein.
    Sie spürte wie es ihr eiskalt den Rücken runterlief, wie jede ihrer Bewegungen urplötzlich stoppte.

    Sie hörte Schüsse. Sie hörte Explosionen und das auflammen von lodernem Feuer, hörte wie ein Magazin nach dem anderen geleert wurde.

    Erfüllt von Panik krallte sich Nova am Tisch fest. Ihr Herz schlug schneller, ihr Atem ging immer unregelmäßiger.
    Dann erneut nur das Rauschen. Lautes, unangenehmes Rauschen.

    Doch vor Novas inneren Augen spielten die Szenen weiter.
    Neben ihr lag ein Gewehr an dessen Abzug noch eine Hand war, doch der Rest des Körpers fehlte einfach.
    So viele Gerüche die ihr gleichzeitig wieder in die Nase stiegen. Blut, heißes Metall, austretender Diesel. Die Hölle auf Erden war wieder direkt vor ihr.

    Lange hatte Nova versucht das alles zurückzuhalten. Sie war doch eigentlich schon darüber hinweg. Hatte so viel getan um ihre Schwäche in eine Stärke zu wandeln, hatte so viel Hilfe bekommen und doch... in den Momenten, in denen sie am schwächsten und verunsichersten war übermannte sie die nackte Angst.

    Die Augen voller Tränen klappte sie nun endgültig zusammen. Panisch riss sie sich die Kopfhörer endlich vom Kopf und schleuderte sie einfach zur Seite.
    Nun hockte sie hier. Einsam im Keller eines Hauses dessen Buchstaben und Zahlenkombination sie nicht mehr zusammenbekam. Die Arme um die angewinkelten Beine geschlungen, das Gesicht zwischen diesen vergraben. Ihre Panikattacke immer schlimmer werdend.
    Sie wusste, dass sie eigentlich nur wenige Schritte machen müsste damit ihr jemand helfen könnte... aber sie konnte einfach nicht. Denn ihre Angst aufzublicken und in eingebildete und doch real wirkende, leichenhafte Gesichter zu schauen war zu groß.

    Geändert von Gendrek (02.06.2016 um 01:03 Uhr)

  4. #64
    Während Fabian dabei war dem Block sein 'Geheimnis' zu entreißen, bemerkte er, wie Sam an ihm vorbei ging und sich in den Keller begab. Sam hätte zumindest mal ein Wort sagen können aber egal, vielleicht wollte er einfach nur einen Moment seine Ruhe haben, die letzten beiden Tage waren für sie alle anstrengend genug gewesen und sie hatten viel aufeinander gesessen. Kein Wunder, wo hätten sie auch hin gesollt? Nun hatten sie ja dank den Gebäuden hier wieder zumindest die Chance auf ein wenig Isolation von all den anderen. Melde dich wenn du irgendetwas interessantes findest! rief er die Kellertreppe hinab, bevor er sich wieder zum Kleiderschrank begab und einen Sammlung an Kleidungsstücken entnahm, die hoffentlich sowohl Lilly, als auch Susanne passten. Mit diesen Kleidungsstücken in den Armen machte er sich wieder auf den Weg nach draußen.
    Die Formeln auf dem Block hatten ihn entgegen seiner Hoffnungen leider nicht das geringste Bisschen weiter gebracht. Ein Text wäre ihm nützlicher gewesen. Vielleicht konnte aber jemand der sich mit soetwas mehr beschäftigte, vielleicht Amy oder Ross ein wenig mehr Licht in die Sache bringen. Den Block hatte er ersteinmal an Ort und Stelle liegen gelassen, da dem mit Sicherheit keine Beine wachsen würden, mit denen er davon lief.
    Draußen angekommen machte er seine Schwester und Susanne, die so freundlich war sich um diese zu kümmern, ausfindig. Ich habe mir 3B da drüben mal genauer angesehen und dort drin ist... nichts begann er mit einem leichten Zögern, denn er würde garantiert nicht erzählen was er eben gesehen hatte. ausser einer ansehnlichen Kleidung, die genug Auswahl bietet um einige von uns einzukleiden wie ihr seht. mit diesen Worten deutete er auf das T-Shirt das er trug. Das alles hier stammt anscheinend aus den 80ern, das selbe sagt mir auch das Bad in der Hütte, den vom fehlenden Leitungswasser einmal abgesehen. Da hat es auch einen Keller den Sam sich gerade ansieht. mit diesen Worten zog er ein T-Shirt aus Sammlung heraus bei dem er vermutete, das es Lilly gefallen würde und bot es ihr an.Ich hoffe das gefällt dir. meinte er dabei und bot die Kleider dann Susanne an.

  5. #65
    "Okay, wir gehen systematisch vor: Du zeigst mir nun das Büro. Und dann den Keller."
    Ross merkte, dass er selbst auch noch nicht die Antworten parat hatte, die Rich haben wollte. Alles, was er in dem Moment tun konnte, war dem Jungen etwas vor die Nase zu setzen, damit er nicht verzweifelte.
    Aber es brachte ihn auch zum Nachdenken. Warum war er so...äh... chillaxed? Nicht, dass es nun vollkommen ungewöhnlich für ihn war - auch zu Hause stellte er sich immer einem Problem nach dem anderen, eben systematisch und mit kühlem Kopf. Anders sollte man schwierige Situationen auch gar nicht angehen. Und meist war ihm ohnehin der Großteil der nervigen Kleinigkeiten, die andere Leute immer wahnsinnig beschäftigten, egal.
    Aber hier ging es doch immerhin um sein Leben. Selbst ohne verrückte Wissenschaftler war er in einer eigentlich präkeren Situation... aber irgendwie fühlte er sich sogar fast wohl mit all den Leuten, die ihn respektierten und den Geheimnissen, die es aufzudecken galt.

    "Du bist der Captain. Aber hey, wir sollten Zoe mitnehmen, sie hat sich das Schloss schon angesehen."
    Ross nickte etwas abwesend und folgte Rich mit leichtem Abstand, der schon bei der angesprochenen Dame angekommen war. Sie schien sich gerade mit Susanne und Lilly zu unterhalten.
    "Irgendwas Interessantes?", fragte er die blonde Frau mit einem Lächeln. Sie schüttelte den Kopf. "Eigentlich nur eine Wohnung. Da war allerdings ein weiterer Rollstuhl, diesmal aber offensichtlich lange ungenutzt."
    Nun holte Ross seinen Notizblock und Bleistift hervor. "Hätte ich vielleicht von Anfang an machen sollen.", murmelte er, während er Buchstaben und Zahlen in kleine Quadrate kritzelte. "Wo wart ihr?" "2A" "Alles klar".
    Just in diesem Moment drang ein lautes "FOUR-BRAVO, GE-RÄUMT. KEINE AUFFÄLLIGKEITEN!" an ihre Ohren und Ross musste unweigerlich grinsen. Offensichtlich war Nova nach ihrem Aufstieg auf den Funkturm zurückgekehrt. Warum erstatteten nicht einfach alle brüllend Bericht, dann musste man nicht so mühsam mit allen sprechen. Belustigt machte er einen horizontalen Strich zu seinem "4B", als Zeichen, dass es dort nichts Besonderes gab. Hm, vermutlich würde Iker das später wieder etwas aufhübschen müssen, aber für den Moment reichten die Aufzeichnungen auch so.

    "Ich habe mir 3B da drüben mal genauer angesehen und dort drin ist... nichts" Na jetzt ging hier aber ordentlich etwas weiter. Wie immer wenn Rich und Zoe involviert waren, versammelten sich die Scharen um sie. Sehr gut.
    Ross machte auch bei 3B einen Strich und sah dann auf. Fabian hatte offenbar einen Kleiderschrank geplündert und wollte die Sachen an den Mann, oder eher die Frau, bringen.
    "Ich geh schon mal vor, wenn das hier länger dauert.", sagte Ross zu Rich und Zoe, die sich für die Shirts nicht so zu interessieren schienen. ...Wo war eigentlich Brix hinverschwunden? Na, sie konnte vermutlich selbst auf sich aufpassen. Und sie hatte vermutlich auch gehört, wo er als nächstes hingehen würden, falls sie sich einsam fühlte. Heh, ja, ausgerechnet sie, komische Vorstellung.

    Als Ross nun auf 3A zuging, war Rich der Erste, der ihm folgte. "Hey, hör mal...", fing der Geschäftsmann deshalb an. "Ich glaube einigen von uns geht es so wie dir Anfangs. Ich weiß zumindest, dass es mir so geht. Ich habe vermutlich auch noch nicht verstanden, in was für einer Situation wir uns eigentlich befinden - für mich ist das alles auch temporär." Der Junge sah ihn mit großen Augen an. "Also nicht für immer. So wie du sagtest, ein kleiner, spannender Ausflug, bis wir gerettet werden. Weißt du, wie furchtbar langweilig es sein kann, immer von denselben reichen Schnöseln umgeben zu sein, wo es immer nur um Geld, Besitztümer und... na, wahrscheinlich nicht. Wie auch immer. Ich beschäftige mich hier mit dem, was so auf mich zukommt und vor allem mit dem, worauf ich Lust habe. Das ist für mich fast Urlaub. Eine Abwechslung, endlich mal eine echte Überraschung-"
    Er hielt inne, als sein Blick durch eine Tür fiel, nachdem sie das nun Haus betreten hatten. In diesem Zimmer, das offenbar das Büro war, saß Amy über ein paar Ordner gebeugt, aber etwas anderes hatte Ross' Aufmerksamkeit geweckt: Da stand ein PC.
    Automatisch ging er auf das Gerät zu und legte den Kopf schief. Altes Modell, ziemlich verstaubt.
    Huh, das war vielleicht keine extreme Abwechslung von seinem üblichen Alltag, aber definitiv auch eine Überraschung. Also versuchte er einfach mal, das Gerät anzuschalten.

    Geändert von Lynx (02.06.2016 um 08:18 Uhr)

  6. #66
    "Hey, und ihr so? Habt ihr schon was interessantes hier entdeckt? Also, abseits von Staub?" Noch während sie dabei waren die Bettdecke vom gröbsten Staub zu befreien kam Zoe auf sie zu. Zoe… sie löste in Susanne nicht gerade Begeisterungsströme aus. Ein hübsches Gesicht mit nichts dahinter. So zumindest Susannes erster Eindruck, der sich zwar in ihrer Vergangenheit längst nicht immer bewahrheitet hatte, aber es war nicht leicht die 35jährige von einem einmal gefassten (Vor-)Urteil abzubringen. Und somit gehörte Zoe für Susanne in die Kategorie "Dumme Schlampe, die ich nicht mag." Unter normalen Umständen hätte sie einmal freundlich genickt und nur das nötigste gesagt.
    "Naja, da drin sind nur Wohnungen" entgegnete sie ihr und zeigte mit dem Daumen auf Haus 2A hinter sich. "Aber die ursprünglichen Bewohner scheinen schon länger nicht mehr hier gewesen zu sein. Deshalb ist es wohl in Ordnung, wenn wir uns hier vorübergehend niederlassen." Sie klopfte ein letztes Mal auf die Decke und machte sich daran ins Haus zurück zu gehen.
    Allerdings… ‘Wir sind hier auf einer scheiß Insel angestürzt und ich weiß nicht ob und wann wir hier wieder weg kommen. Hier darf ich nicht wählerisch sein was die Gesellschaft angeht. Ohne Zusammenarbeit und Vertrauen kommen wir hier nicht weiter.‘ So drehte sie sich also noch mal um. "Wobei, eine Sache ist mir aufgefallen: Erinnerst du dich an den Rollstuhl, den der asiatische Junge bei den Klippen am Wasserfall gefunden hatte? Hier drin steht genau so einer. Schon komisch sich als Rollstuhlfahrer auf dieser kleinen vereinsamten Insel niederzulassen, findest du nicht?"

    "Hey Saphiri, Ross und ich würden sich nochmal das Schloss ansehen im Keller. Magst du mitkommen?" Schallte es in diesem Moment zu ihnen herüber und der amerikanische Footballspieler, Rich, kam auf sie zugelaufen. Hinter ihm sah sie Ross, welcher ihm mit ein wenig Abstand folgte. "Und hey, Little Fabian und...äh....Susanne, kommt auch mit, je mehr Augen was sehen umso mehr ... sehen wir!" ergänzte der Teenager nun noch an sie gewandt. Und dann gab es die unvermeidlichen Daumen hoch. Sie konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen. Sein Tatendrang war unvergleichlich. "Hallo Richard." begrüßte sie ihn. "Und hey, Ross." fügte sie mit einem Lächeln an den Geschäftsmann gewandt hinzu.
    "Irgendwas Interessantes?" fragte er sie und erwiderte dabei ihr Lächeln. Sie schüttelte den Kopf. "Eigentlich nur eine Wohnung. Da war allerdings ein weiterer Rollstuhl, diesmal aber offensichtlich lange ungenutzt." wiederholte sie für ihn kurz ihre Feststellungen. Nun holte Ross seinen Notizblock und Bleistift hervor. "Hätte ich vielleicht von Anfang an machen sollen.", murmelte er, während er etwas auf seinen Block kritzelte. "Wo wart ihr?" "2A" "Alles klar".

    Just in diesem Moment drang ein lautes "FOUR-BRAVO, GE-RÄUMT. KEINE AUFFÄLLIGKEITEN!" an ihre Ohren, was Ross mit einem Grinsen vernahm und daraufhin erneut etwas auf seinen Block kritzelte. Offensichtlich machte er sich Notizen zu den einzelnen Häusern. Keine schlechte Idee, wenn man den Überblick behalten möchte.

    Noch bevor sie sich weitere Gedanken darüber machen konnte, kam jedoch auch schon Fabian zu ihnen. Was hatte sie auf einmal an sich, dass sie plötzlich alle zu ihr kamen? Oder lag es an Zoe? Vermutlich. Obwohl bei Fabian wohl eher seine Schwester Lilly der Hauptgrund war sich zu ihnen zu gesellen. Und offenbar hatte er den Kleiderschrank einer der Häuser geplündert. "Ich habe mir 3B da drüben mal genauer angesehen und dort drin ist... nichts, außer einer ansehnlichen Kleidung, die genug Auswahl bietet um einige von uns einzukleiden wie ihr seht." Mit diesen Worten deutete er auf das T-Shirt das er trug. "Das alles hier stammt anscheinend aus den 80ern, das selbe sagt mir auch das Bad in der Hütte, vom fehlenden Leitungswasser einmal abgesehen. Da hat es auch einen Keller den Sam sich gerade ansieht." Susanne nickte, wie um seine Ausführungen aufgrund ihrer eigenen Beobachtungen zu bestätigen. Fabian zog ein T-Shirt aus dem mitgebrachten Kleiderstapel und reichte es seiner Schwester. "Ich hoffe das gefällt dir." Anschließend bot er Susanne die übrigen Kleider an. "Äh… danke" murmelte sie ihm leise entgegen. Sie wusste seine Geste zu schätzen. Aber ob ihr das passen würde? Sie beschloss diese Frage auf später zu verlegen, wenn sie alleine in einem Zimmer der Häuser hier war.

    "Ich geh schon mal vor, wenn das hier länger dauert." schaltete sich nun Ross wieder ein, hauptsächlich an Richard und Zoe gewandt, und begab sich auf den Weg zum Nachbarhaus. "Ich bring die Sachen hier mal eben rein" wandte Susanne sich an die übrigen und deutete dabei auf die Bettdecke und die Klamotten in ihren Armen und verschwand damit in der Wohnung in 2A, welche sie zuvor schon betreten hatte und schmiss die Sachen schnell auf’s Bett im Schlafzimmer. Als sie wieder herauskam, war auch Richard verschwunden "Der kann wohl keine Minute an einem Ort bleiben, was?" grinste sie die Verbliebenen an, wandt sich dann jedoch mit ernstem Blick an Zoe. "Aber sag mal, von was für einem Schloss hat er gesprochen?" Es hatte ihre Neugier geweckt und sie begab sich somit ebenso in Richtung 3A.

    Geändert von Layana (02.06.2016 um 09:07 Uhr)

  7. #67
    Im Keller war es stickig. Verständlich, wenn hier seit wahrscheinlich einigen Jahrzehnten niemand mehr drin war. Zum Glück funktionierte das Licht. Erstaunlich, wenn man mal darüber nachdachte. Um Handelsübliche Glühbirnen konnte es sich nicht handeln, die wären schon längst hinüber gewesen. Aber wenn das hier wirklich eine Art Forschungsstation war und so wie es aussah keine X-beliebige, sondern eine gut finanzierte - vielleicht sogar vom Militär - dann müsste es sich um besonders widerstandsfähige Birnen handeln ohne künstlicher Obsoleszenz. Künstliche Obsoleszenz. Darüber hatte er mal einen Aufsatz gehalten. Damals, in der Schule, als noch alles gut und das Leben einfach war. Sam lächelte leise in sich hinein. Der erste größere Fall von künstlicher Obsoleszenz war auch mit Glühbirnen gewesen. Die waren vor etwa hundert Jahren schon so gut, dass sie locker hundert Jahre hielten, was einige Birnen bis heute sogar bewiesen haben. Da gibt's ne ganz Berühmte in ner Feuerwehrstation, die schon seit deutlich über hundert Jahren durchgängig am leuchten ist. Also setzten sich die Glühbirnen-Oberbosse zusammen und heckten einen Plan aus, in dem sie sich alle einverstanden erklärten, die Birnen so zu manipulieren, dass sie nach einer festgesetzten Zeit kaputt gingen und neue gekauft werden mussten. Sam fand das damals hochinteressant. Wie seine Klassenkameraden, die ihm gebannt gelauscht hatten, ein seltenes Phänomen. Und wie banal kam ihm das ganze jetzt vor, nicht viel älter, aber doch reicher an Lebenserfahrung.
    Auch wenn Sam es nicht als Bereicherung ansah, was er alles erleben und sehen musste.

    Seinen Gedanken an vergangene Zeiten nachhängend schritt er den Raum einmal ab, konnte aber nichts außer dem großen Tank, einem Heizkessel und einer Menge an Rohren finden. Ein kurzer Blick in den Kessel verriet ihm, dass er noch gut zu einem Drittel gefüllt war. Bei der Größe das Tanks würde das für eine ganze Weile ausreichen. Vorausgesetzt, das Öl war nicht schlecht geworden. Kann Öl überhaupt schlecht werden? Aber darüber machte er sich nicht all zu große Sorgen. Er konnte daran eh nichts ändern, egal wie es nun war und wenn hier wirklich auf Qualität geachtet wurde, dann konnte er sich zumindest gut vorstellen, dass auch das Öl noch nutzbar war.
    Also Verschluss wieder zu und ab nach oben.

    Sam war sich nicht sicher, aber er glaubte vorhin etwas von Fabian gehört zu haben. Hatte er ihn doch bemerkt? Ach was, kann nicht sein. wahrscheinlich hat er mit jemand anderem gesprochen. Oben angekommen war das Haus jedoch leer, also zuckte Sam nur mit den Schultern und verließ das Haus wieder.
    Als er gerade aus der Tür trat sah er noch, wie Ross und Rich laut redend im Haus gegenüber verschwanden. Dann ist das wohl auch abgedeckt. In dem Haus links ist Nova vorhin verschwunden, also auch Kriegsgebiet. Der Satz war nur halb scherzhaft gemeint. Irgendwie fand er die Dame gruselig. Er hatte nichts gegen Führungspersönlichkeiten, aber bei Nova war das doch etwas zu extrem für ihn. Und dann war da noch diese Szene... Denk an was anderes, denk an was anderes... Blumen! Blumen sind toll, sie blühen, riechen gut, stehen einfach in der Gegend herum und lassen ihre Hosen heru... Blumen! Sind! Toll!
    Um sich abzulenken konzentrierte sich Sam auf seine Umgebung und eilte kurzerhand zurück nach rechts und verschwand im nächsten Haus und ging schnurstracks auf die Kellertreppe zu. 2B, 2B, 2B, Blumen riechen gut, Bienen holen da Hos.. äh, Honig, denk nicht an Hosen, Blumen gibt's in vielen schönen Farben, Blumen sind prächtig anzusehen, denke nicht an.. Nova!?

    Wie angewurzelt blieb Sam auf der untersten Stufe stehen. Was er sah, verstörte ihn mehr, als er gedacht hätte. Ein düsterer Raum. Eine Frau, ganz alleine darin. Eingesperrt, gefangen. Ein panischer Ausdruck auf den Zügen, die Augen erschreckend groß, der Blick ins Leere gehend.
    Dann riss Nova sich die Kopfhörer herunter und schmetterte sie mit solcher Gewalt gegen die Wand, das ein ungesundes knirschen zu hören war und die Erinnerung brach ab und verschwand. Doch die Frau verschwand nicht. Sie war nicht mehr dort, doch saß Nova in der gleichen verkrümmten Haltung da wie sie damals bei ihrer ersten Begegnung. Wobei man es genau betrachtet wohl nicht mal eine Begegnung nennen konnte...
    Diesmal ist es anders. Ich kann etwas tun!
    Mit entschlossenem Blick und zerspringendem Herzen machte Sam einen vorsichtigen Schritt auf Nova zu.

    "Alles.. in Ordnung..?"

    Keine Reaktion. Würde ihr Körper nicht leicht zittern, hätte man meinen können, dass dort eine Tote hockte.
    Sams Herz raste, seine Kehle war wie zugeschnürt. Mit einer gewaltigen Kraftanstrengung riss Sam seinen Fuß abermals vom Boden los und setzte ihn etwas weiter vorne wieder ab. Unsicher wiederholte er seine Frage.

    "Alles.. in Ordnung..?
    Kann.. ich dir helfen..?
    Bitte...
    "

    Das letzte Wort fast schon verzweifelt ausgesprochen, versagte ihm die Stimme. Er merkte, wie die Panik auch von ihm Besitz ergriff, wie sie langsam an ihm ermporkroch.
    Er war jetzt mit ihr in einem Raum. Gefangen. Bewegungsunfähig. Handlungsunfähig. Machtlos.
    Er bekam kaum noch Luft, erstickt versuchte er noch ein paar Worte zu formulieren, wollte ihr und auch ihm selber Mut zusprechen, sagen, dass alles wieder gut werden würde. Er öffnete den Mund.

    "..."

    Nichts. Nicht einmal ein Krächzen drang aus seiner Kehle.
    Ein Wunsch. Er formte sich in ihm und wurde immer größer, bis er alles auszumachen schien. Er wollte sich neben Nova auf den Boden setzen und ihre Haltung nachahmen. Da hocken und ins Leere starren, wie er es bereits viele Stunden getan hatte.
    Aber etwas hinderte ihn. Eine leise Stimme rief - nein, sie schrie, sie brüllte aus Leibeskräften. Undeutlich und aus weiter ferne schrie sie etwas.

    "Du hast es versprochen!"

    Es war nicht wie in den Geschichten und Filmen, der Bann war nicht plötzlich gebrochen. Aber langsam wurde sich Sam wieder seiner Umgebung bewusst und er erlangte zumindest rudimentäre Kontrolle über seinen Körper zurück.
    Ruckhaft und stockend machte Sam noch 2 Schritte. langsam hob er seine Hand um Nova sanft an der Schulter zu berühren. Leichenblass und mit brüchiger Stimme konnte er nur noch ein Wort von sich geben.

    "Helfen..."

    Er hätte selbst nicht eindeutig sagen, was er damit meinte. Ob er selber Hilfe brauchte, oder ob er Nova helfen wollte.
    Oder ihr...

    Einige Augenblicke lang geschah nichts. Seine Hand lag auf Novas Schulter, berührte sie kaum, und er starrte sie an, hoffend und bangend.
    Sein Gesichtsfeld fing langsam an an den Seiten auszufransen, lange würde er das nicht mehr aushalten.

    Geändert von Eddy131 (02.06.2016 um 10:36 Uhr)

  8. #68
    Casey ging vorsichtig die Treppe hinunter. Er konnte im Zwielicht nur erahnen wie die Stufen und die Mauer verlief. Er hoffte bald einen Lichtschalter zu finden, und suchte im Dunkeln die Wand entlang als er hinunterging. Eine ganze Frage war natürlich ob es überhaupt Elektrizität geben würde, er hatte Sarah danach nicht befragt, ihr albernes Gerede hatte ihn etwas davon abgelenkt. Es fiel ihm immer noch schwer ihre Aussage für voll zu nehmen, trotz allem was ihm sogar selbst bisher zugestoßen war. Vielleicht würde sie ja morgen etwas gesprächer zu sein.
    Schließlich hatte Casey glück und fand einen alten, staubigen Schalter und betätigte ihn. Und es ward Licht. Der Keller selbst schien leider nichts wirklich spannendes zu enthalten. Ein alter Notstromgenerator, der noch in Takt schien. Ein Werkzeugkasten fiel ihm ins Auge, dass sollte er wohl im Kopf behalten, falls jemand was reparieren musste. Er musste an Nova denken, die würde wohl etwas damit anfangen können. Des weiteren fand er nur eine alte Heizanlage, mit Ölbetrieben was auch den fahlen Geruch hier unten erklärte. Mehr gab es hier wohl nicht, außer Staub und Spinnweben.

    Mal schauen, was es oben zu finden gibt.

    So begab sich Casey hinauf ins Erdgeschoß und entschloss sich die beiden Wohnungen, links und rechts, anzusehen. Er hoffte nicht mehr zu finden als ein paar alte Möbel und Staub, aber wenn er schon hier war, wollte er das Haus auch komplett untersuchen. Was anderes hatte er ja nicht wirklich zu tun.

    Geändert von Mivey (02.06.2016 um 13:05 Uhr)

  9. #69
    Ross betätigte den Schalter und tatsächlich, einige Lichter begannen zu leuchten und sogar der Bildschirm ließ sich anschalten. Es dauerte eine Weile, bis er sich ein wenig aufgehellt hatte und man sehen konnte, was dort stand. Zunächst sah alles wie ein normaler Bootvorgang aus, auch wenn die Hardware offensichtlich älter war als Ross selbst. Dann erschien ein Wort in großen Buchstaben auf dem Bildschirm: Passwort:.

    Geändert von DSA-Zocker (02.06.2016 um 12:46 Uhr)

  10. #70
    "Tja, diese Tür...", lächelte Zoe und blickte an Susanne und Lilly vorbei an einen unbestimmten Ort.
    Dann, als wäre das Voranschreiten der Erzieherin das Signal zum Aufbruch gewesen, schlossen sich Zoe und Lilly an, während sie sich weiter unterhielten.

    "Hierbei handelt es sich um eine seltsame Kellertür die Rich in diesem Haus hier...", sie zeigte auf das größte Gebäude, "...gefunden hat und welches mit einem Zahlenschloss gesichert scheint. Leider konnten wir sie bisher nicht öffnen oder gar den Code finden. Wobei Amy sich schon fleissig durch die Akten ackert, vielleicht kann sie ja etwas ausfindig machen."
    Zoe zuckte mit den Schultern und ging mit eleganten Schritten die Treppe zum Haus nach oben und der unbewusst wackelnde Hintern war nicht unbedingt dazu geeignet dass Susanne ihren ersten Eindruck der Schönheit revidierte.

    Drinnen angekommen, sahen sie wie Amy noch immer über den Akten brütete und sie kaum wahrzunehmen schien.
    "Hey Amy, schon etwas herausgefunden?", fragte Zoe höflich, doch die asiatische Schülerin, hob nicht einmal den Kopf.
    Zoe grinste entschuldigend in Richtung Susanne und Fabians kleiner Schwester.

    Die Drei konnten zudem Ross und Rich erkennen, der gerade an dem Rechner zugange war.
    Das Wort "Passwort" blinkte auf und ließ die beiden Männer vorerst ratlos zurück, wobei der Manager eher aussah, als würde er zwischen vielen guten Ideen abwägen müssen, während der Jock enttäuscht wirkte, dass der Computer seine Geheimnisse nicht sofort ausspucken wollte.

    "Hey, Girlie-Whirly, geht ihr in den Keller?", kam es von Rich und er schwang sich herunter vom Tisch, auf dem er gesessen war und strahlte die Drei an.
    "Jau, und wir könnten ganz sicher Jemanden gebrauchen, dessen breite Brust sämtliche bösartigen Monster dort unten wegscheucht.", schmunzelte Zoe in einem Tonfall der klar machte, dass sie es nicht ernst meinte und ganz sicher keine Hilfe brauchte, Rich jedoch ein breites Grinsen auf das Gesicht zauberte.
    "Der Ritter in strahlender Rüstung tut bereit stehen.", nickte der Sportler und gesellte sich zu den Dreien.

    Schnell waren sie wieder im Keller angekommen, dessen grelle und ungemütliche Lichter sofort wieder klackend ansprangen und die Tür offenbarten.
    "Tja, da sind wir." eröffnete Zoe und wies einladend auf die Tür.
    Susanne und Lilly nahmen ihrerseits die Tür ebenfalls in Augenschein, konnten aber daran nichts Neues feststellen.
    "Und ihr habt keinen Code oder irgendeine Zahlenkombination gefunden?"
    "Nope.", kam es kurz angebunden von Zoe, während Lilly und Rich sich kurz fragend anblickten, als würden sie mehr spüren als wissen dass sich die beiden Erwachsenen nicht ganz grün waren.
    "Habt ihr denn schon irgendeine Kombination einfach ausprobiert?"
    "Nein, wir wissen ja nicht, ob die Tür dann irgendwie komplett dicht macht. Zudem, bei 8 Stellen sind die Möglichkeiten mannigfaltig."
    "Tja, wäre ich der Bürgermeister, ich hätte wohl meinen Geburtstag als Datum genommen, so kann ich mir das immer merken tun.", grinste Richard und wandte sich wieder zum Gehen, als Zoe plötzlich ein leises Lachen ausstieß.
    "Rich, du bist ein Genie! Ich könnte dich küssen."
    "Was? Aber doch nicht vor dem Kind?", kam es überrascht vom Sportler, während Zoe sich schon wieder abgewandt hatte und sich nun dem Zahlenschloss widmete, während die anderen Beiden der deutschen Escort gespannt über die Schulter blickten.
    So bekam auch keine der Drei das traurige Gesicht von Rich mit, der halblaut murmelte: "Warte, habe ich das grade wirklich gesagt? Ich hab mich versprochen: Ich meinte, Das solltest du! Aber... warum eigentlich?"

    "Ich habe in der Tat EIN Datum welches im Grunde ein achtstelliger Code sein könnte...", triumphierte Zoe auf und machte sich daran, den Code - sprich: das Hochzeitstagdatum - in das Zahlenschloss einzutippen.

    Und trotz der offensichtlichen Aufregung machten sich Susanne, Lilly, Zoe und Rich bereit, wegzulaufen, falls sich dahinter etwas Gefährliches verbergen sollte.
    Auch wenn die Neugier im Moment noch zu siegen schien.

    Geändert von Daen vom Clan (02.06.2016 um 12:58 Uhr)

  11. #71
    Es war keine allzu große Überraschung, dass der PC zu allererst nach einem Passwort fragte. Ross setzte die Stirn in Falten und überlegte.
    "Hey, Girlie-Whirly, geht ihr in den Keller?"
    "Jau, und wir könnten ganz sicher Jemanden gebrauchen, dessen breite Brust sämtliche bösartigen Monster dort unten wegscheucht."
    Der Geschäftsmann bekam so in Gedanken kaum mit, dass Rich ihn schließlich verließ und mit den anderen in den Keller ging. Erst als er zu einem Schluss kam merkte er, dass er alleine war - bis auf Amy, die man kaum hörte
    Der Rechner war bestimmt einige Zeit lang nicht mehr benutzt worden und stammte offensichtlich aus dem Jahre Schnee. Damals war komplizierter Passwortschutz noch nicht so populär gewesen wie heutzutage. Wenn er Glück hatte, dann gab es hier eine ganz einfache, naheliegende Lösung. Ein Name, ein Geburtstdatum, oder etwas völlig dämlich Offensichtliches.

    "Du hast nicht zufällig herausgefunden, wem die Bude hier gehört hat?", fragte er nun also die Asiatin, die erst kaum reagierte.
    "Amy?"
    Er fuchtelte mit seiner Hand vor ihrem Gesicht herum. Sie schreckte fast hoch und schien überrascht, ihn überhaupt hier zu sehen, obwohl sie vorhin definitiv den Kopf gehoben hatte, als er mit Rich hereingekommen war.
    "Steht in den Ordnern zufällig irgendwo, wer hier verantwortlich war oder dieses Gebäude genutzt hat?"
    Das Mädchen überlegte kurz, konnte aber eine recht schnelle und eindeutige Antwort geben: "Ein Herr Michael Nolan scheint recht wichtig gewesen zu sein. Er hat alle Protokolle unterzeichnet - ich denke, das hier war sein Büro."
    "Da stehen nicht zufällig genauere Infos über ihn?" Amy schüttelte den Kopf. "Wie gesagt, das hier sind nur Protokolle.", war die knappe Antwort und sie schien sich wieder in den Ordnern zu vergraben.

    Ross ließ sie also wieder in Ruhe und sah nun auch zum Regal. Protokolle, ja? Irgendetwas klingelte in ihm. Hier wurden offensichtlich über alles Mögliche Aufzeichnungen geführt, und untem im Keller von diesem Michael Nolan befand sich eine der mysteriösen Türen. Mit einem Zahlenschloss.
    Und ganz plötzlich sah er sich selbst wieder in der Höhle, unten im Tal bei den verkackten Klippen. Er stand vor dem Regal mit den Büchern. Bücher mit völlig zufällig wirkenden Zahlen gefüllt - ja, regelrecht vollgestopft.
    Auch wenn ihnen das hier nun nichts brachte, und auch wenn in der Höhle kein Schloss mit Code angebracht gewesen war, konnte es doch trotzdem sein, dass dies die bevorzugte Methode gewesen war, sich die Zahlenkombinationen zu merken. Dann müssten diese jeden Tag gewechselt worden sein, oder wer weiß wie oft - anders ergab es keinen Sinn, dass Bücher damit voll waren. Vielleicht war es auch so, dass diese Bücher nur genutzt worden waren, weil es in der Höhle keinen PC gegeben hatte, und hier waren die Notizen alle elektronisch festgehalten worden - das konnte durchaus sein. Aber das würde sich schon noch herausstellen. Ein Blick auf die Regale davor konnte jedenfalls nicht schaden und würde auch nicht zu viel Zeit kosten - danach konnte er Zoe und Rich immer noch fragen, ob sie vielleicht etwas Genaueres über Michael Nolan herausgefunden hatten.
    Ross sah also nach, ob zwischen den Ordnern auf dem Regal auch Bücher zu finden waren, die ihm ähnlich vorkamen wie das blaue in der Höhle. Und falls nicht, würde er vorsichtshalber auch noch im anderen Raum mit dem großen Besprechungstisch nachsehen.

  12. #72
    In 1A durchsuchte Casey nun auch die beiden Wohnungen, die sich Iker vorhin schon angesehen hatte. Und tatsächlich, außer den Möbeln und Staub fand sich nichts wirklich besonderes, ein paar persönliche Gegenstände, wie Bücher oder eine Vase, in der wohl einmal Blumen gestanden hatten, die sich aber jetzt mit dem restlichen Staub vermischt hatten.

    Zoey tippte also das Hochzeitsdatum ins Tastenfeld ein. 14041979. Dann drückte sie auf Bestätigen. Auf dem Zahlenfeld erschien das Wort ERROR. Das war offenbar nicht die richtige Kombination. Naja, vielleicht ja in einem anderen Datumsformat, die Amerikaner schrieben ja den Monat immer zuerst. 04141979. ERROR. Es wäre ja irgendwie auch seltsam gewesen, wäre das die passende Kombination gewesen, nachdem die Tasten ja so aussahen, als wäre es ein regelmäßig wechselnder Code.

    Ross ließ seine Augen über den Inhalt des Regals streifen. Darin befanden sich offenbar nur Ordner, kein Buch fand sich dazwischen. Schade, hätte ja sein können. Dann also doch mal in den Konferenzraum rübergehen, da sollte es ja auch irgendwas in den Aktenschränken geben. Und tatsächlich die Aktenschränke waren größtenteils gefüllt. Sauber abgeheftete Notizen, scheinbar von verschiedenen Sitzungen. Viel wissenschaftlicher Kram, vermutlich hatten die Wissenschaftler hier ihre Ergebnisse präsentiert. Die ganzen Aufzeichnungen durchzugehen würde bestimmt eine Weile dauern.

    Geändert von DSA-Zocker (02.06.2016 um 20:33 Uhr)

  13. #73
    Die dumpfen Schritte gingen fast komplett an ihr vorbei.
    Sie war einfach nur gefangen in ihrem Alptraum, ihren Erinnerungen und den Flashbacks die an ihr vorbeizogen.

    "Alles.. in Ordnung..?
    Kann.. ich dir helfen..?
    Bitte...
    "

    Sie traute sich einfach nicht aufzuschauen. Sie hatte Angst in ein Gesicht zu sehen, welches ihre Panik nur verstärken würde. Ein Gesicht, welches nicht das der eigentlichen Person war.

    "Hallo Frau Sjöberg, mein Name ist Dr. Andersson. Wie gehts ihnen?"
    "Nicht gut. Sie haben die Akte ja bestimmt gelesen... mich verfolgt das alles."
    "Ja, das habe ich gelesen. Aber fangen sie am besten trotzdem von vorn an. Sie waren in Afghanistan, ja?"

    "Helfen..."

    Sie spürte die schwere, drückende Hand die sich auf ihre Schulter legte.

    "Sie starben. Beide. Ich hab gesehen wie sie starben. Ich bin zu ihnen und wurde getroffen."
    "Machen sie sich Vorwürfe?"
    "Ja, natürlich. Sie standen unter meinem Kommando"

    Die Sekunden vergingen. Langsam, zäh wie kalter Teer. Sie wollte sich losreißen, wollte aufstehen, nicken und einfach weitermachen wie sonst auch. Aber diese lähmende Kälte hielt sie fest im Griff.

    "Ich habe seit Wochen Alpträume. Immer wieder den gleichen. Ich wache schreiend und schweißgebadet auf, finde einfach keine Ruhe mehr."
    "Mhh. Sie hatten doch eine präventive, psychologische Evaluierung. Wurde da nichts festgestellt?"
    "Nein, zu dem Zeitpunkt war noch alles in Ordnung. Erst ein paar Wochen später ging das alles los."
    "Okay Frau Sjöberg. Vielen Dank für ihr Vertrauen. Wir werden uns die nächsten Wochen und Monate noch öfter sehen. Ich werde sie während ihrer Therapie unterstützend begleitend und schauen ob unsere Methoden und Mittel anschlagen oder geändert werden müssen."
    "Brauche ich Medikamente?"
    "Zur Unterstützung werden wir ihnen anfangs etwas geben, ja. Keine Sorge, es ist nur zur Beruhigung, damit sie schlafen können. Die Haupttherapie wird sich mehr auf die Aufarbeitung und Verarbeitung konzentrieren. Keine Sorge Frau Sjöberg, sie werden das in den Griff kriegen. Es wird nur Zeit brauchen."

    Langsam hob Nova ihren Kopf an. das Gesicht gerötet, Tränen bahnten sich ihren Weg hinab.

    "Ich... ich will hier weg... bitte... ich will das nicht allein machen..."

  14. #74
    Ross war hin und hergerissen. Die Akten interessierten ihn, aber diese musste man sich in Ruhe durchsehen und sich Zeit dafür nehmen. Und drüben trennte ihn nur ein schnödes Passwort davon, dem PC seine Geheimnisse zu entlocken. Außerdem war da noch die Tür.
    Der Geschäftsmann machte sich also eine gedankliche Notiz, später wieder vorbeizuschauen und ging in den Keller. Dort standen Rich, Zoe, Susanne und Lilly vor dem Zahlenfeld. Ein resignierendes Seufzen, das durch die Runde ging, verriet schon, dass sie immer noch an dem Code scheiterten. Ein nur allzu vertrautes Bild, auch wenn die Location nun eine andere war. Vielleicht war doch die Tür ihre Nemesis, und nicht die Klippen.

    "Vielen Dank fürs Nichts, Michael und Maria.", kam spöttisch und leicht frustriert von Zoe.
    "Michael und Maria? Sprichst du von Michael Nolan?", fragte Ross und die anderen drehten sich nach ihm um.
    "Keine Ahnung? Ich spreche von dem blöden Ehepaar, das hier gewohnt hat und deren Hochzeitstag ich mir ganz umsonst gemerkt habe."
    "Hochzeitstag?"
    "Ja, du weißt schon. Ein Datum. Achtstellig wie jedes Datum, genau wie der Code bei dieser-"
    "Das ist perfekt!", rief Ross dazwischen.
    "Was ist das Datum?"
    "Alter, wir haben das gerade probiert." Rich schüttelte den Kopf, als wäre Ross schwer von Begriff, was ziemlich ulkig war.
    "Was ist das Datum?", wiederholte Ross die Frage nun ungeduldig.
    "14.04.1979", kam etwas verblüfft von Zoe, und schon eilte der Geschäftsmann die Treppen wieder nach oben.

    Es dauerte nicht lange, bis er wieder beim PC ankam und ohne Zögern tippte er das Datum des Hochzeitstages der Nolans als Passwort ein.

  15. #75
    Sein Sichtfeld wurde immer kleiner. Die Farben verblassten und wirkten selbst für einen schlecht ausgeleuchteten und eingestaubten Kellerraum verwaschen. Sein Atem wurde lauter, bis nur noch dieses Rasselnde Geräusch übrig blieb. Und ein tiefes und immer langsamer werdendes Bumm.. Bumm... Bumm.... bis es schien, als ob sein Herz stehen geblieben wäre.
    Kaum noch etwas wahrnehmend sah Sam in mitten des grauen Schleiers, wie die Gestalt vor ihm ihren Kopf hob. Langsam, wie in einer Ewigkeit gefangen. Tränen rannen dem Gesicht hinab. Etwas rührte sich. Etwas in ihm sprang auf dieses Bild an. Eine Erinnerung. Eine, vergraben unter vielen. Auch wenn es eine traurige war, so gehörte sie doch zu seinen größten Schätzen, denn sie bedeutete Hoffnung. Aber wie er versucht hatte alles aus den letzten Wochen zu verdrängen, so war auch diese Erinnerung fast verloren gewesen.

    Sie saß vor ihm. Er presste seine Stirn noch fester gegen das kühle, in blauer Farbe lackierte Holz. Er konnte sie nicht sehen, aber er wusste, dass sie da war. Nun endlich hatte er sie erreicht. Und er würde sie da heraus holen.
    Sam legte seine Hand an die Tür.

    "Morgen... Morgen wird alles vorbei sein.."

    Fast beschwörend murmelte er diesen, seinen, tiefsten Wunsch. Er hob den Kopf an und drehte ihn zur Seite, um wieder auf den Bildschirm zu sehen, der sie an der Wand zusammengesunken zeigte. Eine Kette war an ihrem Handgelenk befestigt. Was Sam auf dem kleinen Schirm sah, war grausam. Nicht die Szene an sich, aber das Wissen, was auf sie wartete. Er wusste alles. Hatte alles gesehen und gelesen, Haarklein beschrieben. Wut kochte in ihm auf. Vermischt mit Hass, Mitleid und Genugtuung. Genugtuung, dass sein Plan gelingen würde, das er gelingen musste. Er hatte an alles gedacht, alles berücksichtigt...
    sie regte sich. Hatte sie ihn gehört? Oder spürte sie, dass er da war?
    Ihr Kopf hob sich langsam, dann blickte sie genau in die Kamera. Tränen, Flehen und... Hoffnung? in den Augen. Unendlich lange und doch weniger als ein Augenblick dauerte dieser Moment.

    Dann war es vorbei. So heftig wie von einem unerwarteten Schlag wurde Sam in die Wirklichkeit gesogen, in das Hier und Jetzt. Und diesmal war es wirklich so, wie es immer in Büchern beschrieben stand.
    Zwei Augen blickten ihn direkt an. Und sahen durch ihn hindurch. Er befand sich in einem Keller, doch war es ein anderer, nicht ganz so tief unter der Erde. Die Augen, die auf ihn gerichtet waren, vergaßen Tränen; die Pein war greifbar.
    Panik stieg in Sam hoch, diesmal aber eine Panik ganz anderer Natur. Er hatte nur noch einen Gedanken: "Versprochen..."
    Er musste halten, was er einst versprach, auch wenn es einer anderen Person galt, einer die er nie wieder sehen würde. Sein Versprechen würde sein Leben lang gelten, er würde alles dafür tun, selbst wenn es sein Leben kosten würde. Und das war kein plattes und hochgestochenes oder gar ehrenvolles Verhalten. Er wusste genau, was "sein Leben kosten" bedeutet. Und war schon seit langem bereit dafür, ersehnte es manchmal sogar. Und verachtete sich für seine Feigheit.
    Aber was konnte er tun?

    "Ich... ich will hier weg... bitte... ich will das nicht allein machen..."

    Sam verstand kaum die Bedeutung der Worte, aber sein Unterbewusstsein konnte wohl die richtigen Schlüsse ziehen. Mit der linken Hand griff er unter ihre Beine und mit der rechten Umschlang er ihren Rücken. Nova war schwer, aber das spürte Sam kaum. Vollgepumpt mit Adrenalin und praktisch abgeschottet von seinem Schmerzzentrum hob er sie an wie ein Baby und lief mit schnellen Schritten die Treppe hoch.

    Wo vorhin die Farben gefehlt hatten, so hatte er sie nun im Überfluss. Farben tanzten vor Sams Blickfeld, stachen ihm in die Augen, das grelle Licht aus den viel zu hellen Fenstern brannte sich in seinen Kopf. Tränen, die seit seiner Erinnerung im Keller unbemerkt seine Wangen hinab liefen, ließen sein Blickfeld verschwimmen.
    Mit Nova auf dem Arm hastete Sam nach rechts in die offene Wohnung und legte sie behutsam auf das staubige Bett. Sie hatte sich beim Transport nach oben zusammengekauert und verließ die Embryonalhaltung auch auf dem Bett nicht, kugelte sich eher noch mehr zusammen. Völlig verkrampft und erschöpft drückte Sam einige Sekunden lang ihre Hand und suchte fieberhaft nach einer Möglichkeit, wie er ihr helfen konnte. Er ließ ihre Hand los, stürmte er aus der Wohnung, aus dem Haus und rief mit all seiner verbliebenen Kraft.

    "NOVA... HILFE!"

    Kaum mehr als ein flüstern drang aus seiner Kehle.
    Dann brach er zusammen und sein Geist ergab sich der Schwärze.

    Geändert von Eddy131 (03.06.2016 um 13:54 Uhr)

  16. #76
    "NOVA... HILFE!"

    Zoe wollte gerade schwungvoll in den Raum mit dem PC einbiegen, als sie den Schrei von draußen hörte. Alarmiert stürzte sie aus dem zweistöckigen Haus und sah noch, wie Sam gerade effektvoll zusammenbracuh. Oh Shit. Sie stolperte los, setzte zum Sprint an und hüpfte einfach über Sam in Richtung des Hauses, aus dem er kam. Eine Tür im Flur stand offen, und tatsächlich, auf einem Bett lag die leblose Nova. Zoe rannte an ihre Seite und fühlte ihre Stirn. Sie war warm, fast schon heiß. Aber ansonsten zitterte die großgewachsene Frau heftig, war aber anscheinend vollkommen wegegtreten. Was hat Catus JETZT schon wieder angestellt? Anderenseits blutete sie anscheinend nicht...Was HATTE er angestellt? Zoe stand wieder auf und wirbelte wieder nach draußen, wo sie den liegenden Sam kraftvoll an den Schultern packte und schüttelte.

    "Was. Hast. Du. Gemacht?"

    Als Antwort bekam Zoe nur ein tonloses Wimmern von Sam. Er öffnete schwach die Augen und blickte sie mit einem... Ausdruck der unfassbaren Panik und Angst an. Hätte er wirklich Nova einfach so angreifen können? Aber warum...? Aber bevor sie den Mund öffnen konnte, um eine Antwort aus ihm zu bekommen, war er schon wieder ins Land der seeligen Ohnmächtigen entglitten.

    "SHIT."

    Mittlerweile waren Zoe ein paar der anderen nachgeeilt gekommen, allen voran Rich, der den ohnmächtigen Catus argwöhnisch beäugte.

    "Rich? Renn los und lenk Sarah ab."
    "Was?"
    "Pass auf. Sie hat mich vorhin schon fast aufgespießt, als ich sie im Wald getroffen habe. Wenn sie mitbekommt, dass Sam geistig komplett hinüber ist und Nova eventuell angegriffen hat, macht sie Schaschlik aus dem Typen."
    "Aber wäre das nicht...wie soll ich sagen...gut?"
    "Zoe, wenn er wirklich Nova..."
    "Nein. Frag mich nicht warum, aber ich glaube, er hat nichts gemacht."
    "... okay, Saphiri. Was soll ich tun?"
    "Lenk Sarah ab. Sorg dafür, dass sie NICHTS hiervon mitbekommt, am besten, indem sie da unten in ihrem Gruselkeller bleibt. Lass deinen Charme spielen. Was weiß ich. Ich hol dich, wenn die Luft rein ist. Sie darf das nicht wissen."
    "Und was machen wir mit ihm da?"

    Ross deutete auf Sam, der mitten auf dem Weg lag und Sarah damit sofort ins Auge fallen müsste, sollte sie doch erscheinen. Auch wenn Rich sich schon auf den Weg gemacht hatte, so war es doch zu gefährlich, ihn hier einfach liegen zu lassen.

    "Shit. Iker und Amy sind die einzigen, die erste Hilfe leisten können. Und wenn wir Iker aus Sarahs Fängen holen, bekommt sie was mit. Sprich - irgendjemand muss Amy aus ihrer Trance lösen. Und irgendjemand muss Sam ins Haus tragen. Nova ist in der linken Wohnung...also schleppt ihn in die rechte und passt auf ihn auf, bis er aufwacht."

    Sie blickte in die Runde der Schaulustigen, die sich rund um Sam versammelt hatten - eigentlich so ziemlich alle anderen Überlebenden, die nicht gerade in einem Haus verschwunden waren. Sie hoffte, dass sich irgendjemand von ihrer Ansage angesprochen fühlte.

    "Ich schaue nochmal nach Nova. Schickt Amy bitte einfach zu mir."


    Flugs stand Zoe wieder auf und verschwand im Haus. Okay. Wie kümmert man sich um jemanden, der anscheiennd komplett hinüber ist? Zoe hatte null Erfahrung damit und hoffte, dass Nova einfach weiter regungslos liegen blieb, bis die Kavallerie in Form von Amy erschien. Die Schwedin tat ihr diesen Gefallen nur leider nicht. Als Zoe wieder das stickige Schlafzimmer betrat, lag sie da mit weit aufgerissenen, angsterfüllten Augen. Mit der sanftesten Stimme, zu der Zoe in der Lage war, hockte Zoe sich neben sie und strichelte ihr über die schweißnasse Stirn.

    "Hey, Prinzessin. Alles wird gut. Hat er dir was getan?"

    Geändert von Caro (03.06.2016 um 15:15 Uhr)

  17. #77
    "Das lief ja super...", erinnerte sich Rich als er Richtung Sarahs geheimen Metzgerbunker lostigerte, die Hände grummelig in den Hosentaschen und sich das Gespräch mit Zoe ins Gedächtnis rief.

    "Maaaaann", hatte Rich in Richtung Zoe gemault. "Warum gerade ich?"
    "Weil sie dich kennt."
    "Aber sie mag mich nicht."
    "Es gibt Niemanden, der dich nicht mag, Richie.", hatte sie mit bewundernswertem Augenaufschlag geklimpert und Richard hätte ihr fast geglaubt.
    "Maaaann, ich tu das nicht checken tun. Ich soll Sarah ablenken, damit sie nicht mitbekommen tut das Kaktus, der mich schon mal angegriffen hat und eindeutig irre ist, irre ist...während er genau die Symptome zeigt die Sahara-Sarah beschrieben hat. Im Grunde also soll die einzige Person die wo uns sagen kann was mit Kaktus nicht stimmt, nicht davon erfahren, dass mit KACKtus was nicht stimmt. Und das nur weil Sarah die uns nie was sagen tut was gesagt hat und jeder ihr nachrennt und ihr jedes Wort glaubt ohne nachzufragen."
    Er blies die Backen auf und wedelte wild mit den Armen.
    "Genau so ist das. Und jetzt sei so lieb und lauf los."
    "Nein.", sagte Richard entschlossen und verschränkte die Arme.
    Zoe hielt inne und schloß kurz die Augen, dann sagte sie sanft: "Tu es für mich."
    Schon als sie das genervte, Rich-typische "Maaaann" hörte, wusste sie, dass sie gewonnen hatte.
    "Lasst ihr Mädels euch mal ne neue Masche einfallen, das wird ja langweilig. Schickt genau mich zur Messer-Mokeline, ey....", motzte er und machte sich auf in Richtung des Hauses wo er Sarah das letzte Mal gesehen hatte.


    Schließlich war er an dem Haus angekommen, in welchem Sarah vorher das Fleisch zerteilt hatte und ging mit einem mehr als dumpfen Gefühl hinab in den Keller.
    Dort sah er Sarah noch immer das Fleisch zerteilen, der Art ihrer Bewegungen nach, grimmig und konzentriert, wusste sie was sie tat und hatte keine gute Laune.
    Beste Voraussetzungen also.
    "Knock knock." sagte er leise als er eintrat und Sarah sah hoch. Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen.
    "Kein 'who's there?", kam es enttäuscht von Richard als er sich mit vorsichtigen Bewegungen an den Tisch heranschob und ihr dann gegenüber stand. Noch immer hatte sie kein Wort gesagt, ihn nur mit Blicken aufgespießt.
    "Schade, ich hatte ne coole Line am Mann...", sagte Richard und lächelte leicht. Sarah schüttelte den Kopf und widmete sich wieder dem Fleisch.

    "Hey Sarah, ich habe mal nachgedacht.", sagte er. Sanft, doch lauter als normal, wollte er doch etwaigen Lärm von draußen im Rahmen seines perfekten Ablenkungsmanövers ausblenden.
    "Wir hatten nen scheiss Einstieg. Aber wie Coach Morello immer gesagt hat: 'Wenig Zeit für nette Worte im letzten Quarter des Spiels." Verstehst du?"
    Er straffte sich und ging noch einen Schritt näher an sie heran.
    "Bei dem ganzen Scheiss der passiert und bei dem was du erzählt hast... hat dich wohl noch keiner gefragt wie es dir gehen tut, richtig?"
    Sarah blickte nicht auf, nur der härtere Griff am Messer verriet, dass sie ihn hörte.
    "Ich bin ehrlich wenn ich sagen tu dass ich Probleme habe das alles zu glauben. Aber wenn du Recht hast, Kacke, dann bist du die härteste und ärmste Frau im Dorf. Ich kann mir das gar nicht vorstellen wie das ist wenn die Leute, die wo einen gekannt haben plötzlich nachts mit einem Messer rumlaufen und dich jagen tun. Das muss dich fertig machen. Und dann tauchen auch noch wir auf und du versuchst zu helfen und kein Schwan...Schwein glaubt einem. Übel."
    Er nickte sich selbst zu als würde ihm das, was er gerade zu ihr gesagt hatte, die Tragweite seiner Worte also, selbst bewusst werden.
    "Mann, was ich sagen will: Egal was passiert ist oder passieren wird... du musst hier arscheinsam gewesen sein. Ich bin kein so schlauer Ratgeber, hast vielleicht gemerkt. Aber wenn du mal ne stille Schulter zum Anlehnen brauchen tust, dann hey, dann bin ich für dich da. Ich gebe auch garantiert keine schlauen Tipps. Und meine Schulter ist echt groß."

    Er lächelte, irgendetwas in ihm nahm das gerade gegebene Angebot sehr ernst, auch wenn er selber aufgebrochen war um Zoe den Gefallen zu tun und Sarah abzulenken.
    Aber je mehr darüber nachdachte, umso mehr Wahrheit fand er in seinen eigenen Worten. Sarah musste hier Unvorstellbares erlebt haben. Alleine.

    Geändert von Daen vom Clan (03.06.2016 um 16:00 Uhr)

  18. #78
    Nachdem Ross die Ziffern eingetippt hatte, drückte er erwartungsvoll auf "Enter". Es geschah nicht sofort etwas, wahrscheinlich weil das Gerät so alt war, dass es seinem Großvater gehören hätte können.
    Und dann geschah etwas ganz anderes.
    "NOVA... HILFE!"
    Der Geschäftsmann sah auf, konnte noch erkennen, wie Zoe draußen am Flur aus dem Haus stürzte - kurze Zeit später auch Rich. Und ohne dem Bildschirm einen weiteren Blick zu gönnen, stürmte schließlich auch Ross los.

    Draußen konnte er erkennen, wie Sam Catus auf dem Boden lag.
    "...Wenn sie mitbekommt, dass Sam geistig komplett hinüber ist und Nova eventuell angegriffen hat, macht sie Schaschlik aus dem Typen."
    Nova eventuell angegriffen? Eventuell?! Ross ballte die Hände zu Fäusten und presste die Lippen zusammen.
    "Aber wäre das nicht...wie soll ich sagen...gut?"
    Ja. Ja! Vielen Dank, Rich. Alles was er selbst herausbrachte, war nur ein leicht wutunterdrückendes: "Zoe, wenn er wirklich Nova..."
    "Nein. Frag mich nicht warum, aber ich glaube, er hat nichts gemacht."
    Nichts gemacht? Naja, vielleicht... vielleicht war genau das ja das Problem!
    Aber irgendwo in seinem Inneren hörte Ross eine Stimme, die Zoe in allen Belangen Recht gab. Also vor allem damit, dass man Sarah vielleicht erst mal aus der Sache heraushalten sollte und man das Problem klug angehen musste.
    "Und was machen wir mit ihm da?" Abfälliger hätte er es kaum sagen können.

    Mit beeindruckender Reaktionsfähigkeit zählte Zoe auf, was zu tun war.
    Ross nickte und richtete seinen Blick auf Fabian. "Willst du das mit Sam übernehmen? Ich fass den Kerl sicher nicht an. Ich hole Amy."
    Ohne eine Antwort abzuwarten rannte er nun wieder zurück in das Büro, aus dem er gerade erst gekommen war. Wieder ignorierte er den PC völlig und er hatte auch wirklich keinen Nerv, Amy jetzt sanft aus ihrer Konzentration zu lösen. Kurzerhand schnappte er den Ordner, über dem das Mädchen gerade gebeugt war, und zog ihn weg. Verblüfft sah Amy auf.
    "Du musst schnell kommen, bitte." Überrascht stellte Ross fest, dass seine Stimme eine Spur Verzweiflung aufwies.
    "Es ist Nova... sie braucht deine Hilfe. Catus hat... nein, hat er nicht.. ich weiß nicht..."
    Sein Stammeln irritierte ihn noch mehr.
    "Bitte komm einfach schnell mit."

    "Ich bringe ihn um.", murmelte der Geschäftsmann schließlich, als er Amy den Weg zeigte. "Wenn er ihr was getan hat, bringe ich ihn um. Und wenn er dabei war und nichts getan hat, während ihr etwas passiert ist, dann bringe ich ihn auch um." Heilige Scheiße, Rossie, fahr mal eine Spur runter., dachte er zu sich selbst und verstummte endlich. Tief durchatmen. Irgendwo in seinem Inneren war ihm durchaus bewusst, dass er offenbar irgendwie in Panik war, und dass er leicht überreagierte. Zum Glück konnte nur die stille Asiatin ihn hören. Was war bloß in ihn gefahren? "Nicht wörtlich.", sagte er dann, obwohl es das Mädchen vermutlich ohnehin nicht so aufgefasst hatte, sie war ja nicht doof. "Aber vielleicht hau ich ihm eine rein."

  19. #79
    Ross saß vor dem alten Computer, der gerade ein Passwort verlange. Er griff nach der Tastatur und tippte auf den schwergängigen Tasten das Hochzeitsdatum ein. Ein Punkt erschien in der nächsten Zeile. Dann dahinter ein zweiter. Und ein dritter. Dann stand wieder nur ein Punkt da. Offenbar schien das Überprüfen des Passworts eine Weile zu dauern. Und genau in dem Moment ging draußen die Post ab - er konnte ja auch später nachschauen, ob das Passwort das Richtige war, jetzt musste er erstmal die Situation mit Sam und Nova unter Kontrolle gebracht werden.

    Gerade als er den Raum verließ, war das Überprüfen des Passworts abgeschlossen - an der Stelle, an der eben gestanden Passwort: gestanden hatte, befand sich nun ein blinkender Cursor, offenbar hatte das Betriebssystem keine grafische Oberfläche.

    [Neue Aufgabe freigeschaltet:]
    Bürorechner: Das Betriebssystem des Bürorechners sieht verdammt alt aus - und noch dazu selbst angepasst. Gar nicht so einfach, damit zurechtzukommen, aber irgendwie wird das schon klappen. Geforderte Eigenschaft: Intelligenz, Teilnehmerzahl: Beliebig


    "Mann, was ich sagen will: Egal was passiert ist oder passieren wird... du musst hier arscheinsam gewesen sein. Ich bin kein so schlauer Ratgeber, hast vielleicht gemerkt. Aber wenn du mal ne stille Schulter zum Anlehnen brauchen tust, dann hey, dann bin ich für dich da. Ich gebe auch garantiert keine schlauen Tipps. Und meine Schulter ist echt groß."

    "Mach dir keine Sorgen um mich. Ich habe das hier 30 Jahre überlebt. Ihr seid erst seit kurzem hier, du solltest dir eher Sorgen um euch machen. Wenn du dich nützlich machen willst, dann hilf mir mit dem Fleisch. Iker und ich haben zwar den Großteil schon erledigt, aber zwei helfende Hände können wir hier immer noch brauchen. Ach ja, wie heißt du denn überhaupt?", mit diesen Worten hielt Sarah Rich ein Messer entgegen, während Iker konzentriert dabei war, ein großes Stück Fleisch in kleinere Scheiben zu zerteilen.

    Dann sammelte sie das bisher verarbeitete Fleisch zusammen, füllte es in einen sauberen Eimer und machte sich auf, es die Treppen hinaufzubringen: "Ich bin gleich wieder da, ich werde das nur schonmal in meine Küche bringen, dann haben wir hier etwas mehr Platz."

    Geändert von DSA-Zocker (03.06.2016 um 18:32 Uhr)

  20. #80
    Richard war alarmiert!
    Wie in Zeitlupe sah er Sarah die Treppe hinaufsteigen und seine Gedanken rasten, da sein Kopf nicht schnell genug arbeiten wollte.
    Sie durfte auf keinen Fall nach oben gehen, so lautete die Anweisung Zoes für die er sich dummerweise hatte breitschlagen lassen.

    Iker neben ihm sah plötzlich auf und legte fragend den Kopf schief. Der Junge hatte seinem hilfsbereiten Naturell entsprechend bisher nur Fleisch geschnitten und den Aufruhr oben gar nicht mitbekommen.

    Schon hatte Sarah die erste Stufe erklommen, als Rich zwar 500 recht miese, jedoch keinen einzigen richtig guten Plan im Kopf hatte.
    In seiner schieren Verzweiflung packte er den vollkommen überraschten Iker am Handgelenk der Hand, die noch immer das Messer in der Hand hielt.
    Iker blickte überrascht in Richtung Rich und es war ihm deutlich anzusehen, wie verwirrt er war wobei sein Gesichtsausdruck eher empört wirkte, als könne er nicht fassen welche Dummheit Rich jetzt schon wieder am Ausbrüten war. Und da er ein bisschen kräftiger als der jüngere Schüler war, zog er dessen Hand mit Messer bis in Richtung seines Halses.
    Geistesgegenwärtig wollte Iker das Messer natürlich fallen lassen bevor er Richard damit verletzen würde, doch Richard hielt dessen Hand umklammert und schob sie unaufhörlich und rettunglos in Richtung seines Halses, während die umfassenden Hände des Sportlers wirkten, als würde er genau dieses Messer von sich fernhalten wollen.

    "Neeeeiiiin, Iker, tu's nicht! Ich habe Familie!", kreische Richard und Sarah fuhr sofort auf dem Absatz herum und war mit zwei schnellen Schritten wieder im Raum.
    Knurrend sprang sie auf die Beiden zu als Richard "sich endlich lösen konnte" - indem er selber den Druck von der Hand Ikers nahm - und der Deutsche das Messer sofort fallen ließ. Die Verwirrung auf seinem Gesicht schien das beabsichtigte Chaos nur noch intensiver zu machen, denn Sarah war sofort und schnell zwischen ihnen und "zog sie auseinander".

    "Nichts passiert, nichts passiert!", versicherte Richard Sarah schnell bevor sie möglicherweise den armen und wirklich unschuldigen Iker "bestrafen" konnte.
    Schnell sprach Rich dann weiter und versuchte seinem Gesicht einen geschockten Ausdruck und seiner Stimme etwas zittriges Timbre zu geben: "Scheisse, du hast mit jedem Wort Recht gehabt, Sarah!"
    Er improvisierte wie dereinst auf den Bühnen ihrer paar Auftritte.
    "Sarah! Ich muss sofort alles wissen was damals passiert ist. Wie es sich gezeigt haben tut. Als die Leute anfingen, sich gegenseitig anzugreifen. Und by the way, ich bin Richard, aber sag einfach "Rich" zu mir."
    Er hoffte, dass die ungeteilte Aufmerksamkeit eine Frau, die seit 30 Jahren keinen Gesprächspartner mehr gehabt hatte und der nun - wenngleich auch nur geschauspielert im Moment noch - grade geglaubt wurde, dazu bringen würde, sich zu öffnen und zu erzählen. Und wenn es nur fünf Minuten mehr waren, die Sarah dann nicht nach oben ging und Zoe damit Zeit verschaffte, ihren Plan auszuführen...

    Geändert von Daen vom Clan (03.06.2016 um 19:49 Uhr)

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