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Thema: [Gestrandet] - Episode 1 - Bruchlandung (Tag 1)

  1. #21
    Das Fliegen hatte er gemieden, wo und wann immer es ging. Wegen dem Zittern. Doch dieses Mal war es Valentijn diese Unannehmlichkeit wert. Die Zugreise nach Frankfurt war ereignislos verlaufen. Nun saß er in einem Flugzeug, welches soeben vom Boden abhob - Ziel des Fluges: neuer Horizont. Und mit dem Aufstieg kam wie üblich das Zittern. Seine Beine zitterten, ganz sanft, unaufhörlich. Beunruhigend, wenn sich der Körper der eigenen Kontrolle entzieht. Als würde er sich dagegen wehren wollen, den Boden unter den Füßen so unvorgesehen lange zu verlassen. Er blickte um sich. Zur Linken nahm er wahr, wie eine Frau unaufhörlich auf einen weniger beteiligten Herrn einredete. Als er nach rechts neben sich blickte, lächelte ihm eine ältere Dame freundlich entgegen. Er lächelte zurück. Nicht länger bereit, dem Zittern unberechtigte Aufmerksamkeit zu schenken, setzte er sich seine Kopfhörer auf und schloß die Augen.

    Geweckt vom leichten Wackeln des Flugzeugs, öffnete er die Augen und zog seinen Gurt zu. Plötzlich ein Ruck. Valentijn spürte nicht länger das Zittern in den Beinen. Dann fasste ihn eine Hand an der Schulter. Es war die ältere Frau, sie wies auf die Sauerstoffmaske in ihrem Gesicht. Er kannte diesen Gesichtsausdruck - "alles wird gut" stand darin geschrieben. Noch immer wies sie auf die Maske, sogleich zog er seine an. Dann ging alles so schnell ...

    Allmählich kam Valentijn zu Bewusstsein. Ein Pfeifen in den Ohren, dazwischen Stimmen, Rufe. Seine Glieder unglaublich schwer. Er wollte aufstehen, doch der Gurt hielt ihn fest. Nach dem Öffnen ein weiterer Versuch, dieser sollte gelingen. Er überprüfte seinen Bewegungsapparat, konnte keine beeinträchtigenden Schäden feststellen. Dann endlich orientierte er sich. Neben sich seine Sitznachbarin, offenbar tot. Traurigkeit. Weitere Leiber über das Flugzeug verteilt, dieses ein Wrack. Ein sich ausbreitendes Feuer. Doch da, eine Bewegung! Eine junge Frau [Ewgenya] hing kopfüber in ihrem Sitz und schien sich nicht selbstständig aus dem Sicherheitsgurt lösen zu können. "Ha-ha-help!", schrie sie laut.

    "Warte! Ich helfe Dir!", rief Valentijn ihr zu. Er beruhigte sich einmal mehr, dann eilte er zu ihr. Seinen Körper unter ihren stemmend, bewegte er sie mit einem Arm seitswärts, während er mit dem anderen Arm den Gurt öffnete. "Geht es so?", fragte er, zunehmend beunruhigt von dem sich ausbreitenden Feuer.

    Geändert von Narrenwelt (25.04.2016 um 23:19 Uhr)

  2. #22
    '––– Mein Arm tut weh.'

    Das ist das erste, was ich denke, als ich langsam zu mir komme. Es fühlt sich ein wenig so an, als bestünden meine Gedanken aus Sirup, und bahnten sich ihren Weg in Zeitlupe durch mein Gehirn. Dunkel erinnere ich mich, geschlafen zu haben. Bin ich auf meinem Arm eingeschlafen, und deshalb schmerzt er?
    Mein zweiter Gedanke ist, wie warm es ist. Ein bisschen so, wie wenn im Sommer die Sonne aufs Bett scheint und man aufwacht, weil man langsam gegart wird.
    ’…nein, irgendwas stimmt da nicht.'
    Mir fehlt etwas. Zum Einen liege ich nicht auf meinem Arm, ich liege überhaupt nicht, habe ich den Eindruck. Aber warum habe ich dann die Augen geschlossen?
    Ich konzentriere mich. Ich habe geschlafen. Bis der Mann neben mir (’Welcher Mann?') mich geweckt hat; meinte irgendwas von wegen–––

    ”Das Flugzeug–––"

    Mein Herz macht einen Satz und irgendetwas macht etwas ’klick’. Der Flug nach New York. Mein Sitznachbar, der mich weckt, weil wir uns wegen Turbulenzen anschnallen sollen. Ich erinnere mich an die Atemmasken, die von der Decke fallen, an zeitversetzte Schreien der anderen Leute, die Übelkeit. Mein Nachbar, der mir sagt, ich solle die Schutzhaltung einnehmen. ’klick, klick’.

    “–––ist abgestürzt?"

    Als der Groschen fällt, reiße ich die Augen auf, aber die Luft ist so beißend, dass mir die Tränen kommen. Erst jetzt merke ich, dass ich die Luft angehalten habe und der Versuch, einzuatmen beschert mir einen Hustenanfall. Ich blinzele die Tränen weg und merke dabei, wie mir etwas klebriges ins linke Auge läuft. Als ich mir mit dem Handrücken durchs Gesicht wische, sehe ich ein Gemisch aus kaltem Schweiß, Blut und Ruß. Als ich endlich sehen kann, merke ich noch etwas - ich bin draußen. Aber es ist nicht die Sonne, die so warm ist, der Himmel ist pechschwarz vor Rauch. Die Hitze kommt von den brennenden Flugzeugteilen. Ein gutes Stück weiter erkenne ich das, was der Hauptteil des Flugzeugs sein dürfte. Lichterloh in Flammen stehend.
    Wie in Trance schaue ich dem Feuer zu, bis ich bemerke, dass jemand in meiner Nähe liegt.

    Ich brauche zwei Anläufe um zu ihm zu stürzen, da ich jetzt erst merke, wie weh mir alles tut - nicht nur der Arm. Der Mann liegt mit offenen Augen da, mit verzerrtem Gesicht und regungslos. Irgendetwas in mir verhindert, dass ich darüber nachdenke, was das heißt. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, …weiß ich nicht, was ich damit mache, und der Gedanke macht mir Angst.
    In einem plötzliche Anflug von Verdrängung rappele ich mich vorsichtig hoch und sehe mich schnell (zu schnell, gehetzt, panisch) um. Das Flugzeug scheint es zerrissen zu haben, das wird mir jetzt erst klar. Der Gedanke, zu rufen, kommt mir - aber meine Stimme blockiert, als ich ihn umsetzen will. Ich renne zu dem großen Wrack.

    Geändert von BDraw (25.04.2016 um 21:44 Uhr)

  3. #23
    Andrei torkelte aus dem Wrack. Er lief halb aufgerichtet durch die riesige klaffende Wunde, die der Aufprall am Flugzeug hinterlassen hatte. Der Sitz schmiegte sich immer noch an seinen Rücken und ließ sich im Huckepack von Andrei mitschleifen. Seine Beine gaben ständig nach, er stolperte über spitze Metallteile, rappelte sich stets wieder auf und setzte seinen Schildkrötengang mit einer täuschenden Gemächlichkeit fort. Die Nackenschmerzen taten ihr Übriges. Er hatte wirklich kein Bock auf die ganze Situation. Wirklich nicht.

    Durch den Rauch hindurch konnte er eine Reihe von Gestalten ausmachen. Sie sahen aus wie kleine flinke Schatten in seinen tränenden Augen.

    Er torkelte zu einem dieser Schatten hin, immer noch stolpernd, immer noch benommen. Schwebte wie im Traum über den Boden, ohne zu merken wie er sich die Knie an den Wrackteilen aufschürfte.

    Der Schatten nahm Gestalt an. Ein Mädel. Jung, lange dunkle Haare. Dunkles, verschmiertes Mascara. Schwarze Tattoos. Alles erschien irgendwie dunkel an ihr. Ihre Augen sprangen hin und her, konnten sich in dem Chaos für keinen festen Punkt entscheiden.

    Schwer atmend blieb er neben ihr stehen, die Hände auf die Oberschenkel gestemmt, spürte schon die herannahende Ohnmacht.

    "Hey.", sagte er und wusste sofort, dass er zu leise war. "Hey!", rief er diesmal lauter und zeigte mit dem Daumen auf die Stelle wo sich der schwarze Gurt mit der silbrig glänzenden Schnalle über seinen Bauch spannte. "Könntest... könntest du mir aus dem Ding hier raus helfen? Mh? Bitte?"

  4. #24
    Casey sah sich um, auf die Idee mit den Blechen war er gar nicht gekommen. Beim Umsehen wurde ihm auch klar warum. Alleine war so was nicht zu schaffen. Viele der Trümmerteile waren zu unförmig, und die scharfen Kanten konnte man kaum richtig anfassen, ohne sich die Hände aufzuschlitzen. Was sie brauchten war etwas das leicht genug war, leicht verbäult und greifbar.

    Langsam kam ein spürbarer Wind auf, glücklicherweise bließ es den Rauch in Richtung Wald, so dass sich Casey besser umsehen konnte. Er fand einige Teile der Flugzeug-Hülle, die wohl in Frage kämen, wenn man sie sicher anfassen konnte.

    "Hier, schau dir das mal!"
    Rief ihn schließlich der Junge. Er zeigte auf etwas am Boden und grinste siegessicher, seine Panik schien vorerst gewichen oder zumindest verdrängt. Casey war immer noch erstaunt wie schnell sich der Junge mit der Situation abfand. Er kam zu ihm und sah sich das Objekt näher an, es lag halb im Staub, aber die Aufschrift veriet es: Es war tatsächlich eine Löschdecke.

    "Eine alleine wird wohl nicht ausreichen, aber gut gemacht. Falls wir jemanden finden, der noch am Brennen ist könnte das Leben retten."

    "Aber was tun wir jetzt? Meine Klassenkameradinnen .. "


    "Keine Sorge, wir holen Sie da raus"
    Zumindest was von Ihnen übrig sind, dachte sich Casey. Es war schon eine Weile vergangen, und es sah nicht aus als ob irgendwas aus dem Flugzeug heraus kam. Die Flammen breiteten sich derweil immer weiter aus. Keine guten Überlebenschancen, aber Casey wollte den Jungen nicht noch mehr traumatisieren. Nicht so lange er seine Hilfe brauchen konnte.
    "Deine Idee vorhin war richtig gut, ich hab einige Trümmerteile finden können, mit der wir Sand in den Flugzeuginnenraum schaufeln könnten. Allein schaff ich das aber nicht, du musst mir beim anpacken helfen."


    "Ach übrigens, ich heiße Casey."
    Er streckte ihm die Hand aus.

    Geändert von Mivey (25.04.2016 um 21:47 Uhr)

  5. #25
    "Scheiße!"

    Der beißende Geruch war langsam zuzuordnen. Nicht, dass Brittney jemals etwas Derartiges gerochen hätte, aber der Kontext ließ für sie kaum einen anderen Schluss zu: Es musste sich um brennendes, menschliches Fleisch handeln. In diesem Flugzeug - und sie hätte sich für die Naivität ohrfeigen können, das nicht als selbstverständlich zu empfinden - lagen Leichen. TOTE Leichen. Und sie zwang sich dazu, nicht hinzusehen. Brix war nie eine von den Weichen gewesen, doch das hier war fern jeder Vorstellung, die man als glücklicherweise im ungewollten Luxus groß werdende, junge Erwachsene haben konnte. Das bislang größte Problem im Leben der 19-Jährigen - die politische Agenda ihrer faschistischen Mutter - war ein Scheiß gegen das, was sich hier abspielte.

    Die Bassistin konnte nicht sagen, ob sie sich die Todesschreie nur einbildete oder sie Wirklichkeit waren. Die Hektik, die um sie herum zu herrschen schien, war Wirklichkeit, so viel schien sicher. Doch es fiel ihr schwer, sich auf Explizites zu konzentrieren. Ihre Augen fuhren ziellos und - allem voran - unruhig umher, bis sie abrupt ein Ziel fanden. Nicht weit vor ihr stand eine massige Person, die aus dem Wirrwarr an audiovisuellen Eindrücken heraus stach. Und er sprach zu ihr.

    "Hey! Könntest... könntest du mir aus dem Ding hier raus helfen? Mh? Bitte?"

    Eine Sekunde der Stille.
    Zwei Sekunden der Stille.
    Drei Sekunden der St...-
    Na los!

    Ihre Beine setzten sich schwerfällig in Bewegung, überwunden die zwei Meter, die noch zwischen ihr und dem Osteuropäer lagen. Sie konnte hören, wie sie irgendetwas zu ihm sagte, doch sie hätte bei bestem Willen nicht sagen können, was genau. Als wäre es eine andere Person, die für sie sprach.

    Ihr Blick fuhr über den Gurt, der nicht einfach nur fest am Leib des mächtigen Kerls hing, sondern sich perfide um diesen gewickelt hatte. Es war beinahe ein Wunder, dass sie ihre Finger antreiben konnte, sich um die Misere zu kümmern, in die der Flugzeugabsturz diesen Mann gebracht hatte. War er darüber hinaus unverletzt? War sie überhaupt unverletzt? Diesem Mammut würde so schnell wahrscheinlich nichts das leibliche Wohlergehen streitig machen.

    Trotz des Adrenalins, das nicht aufhören wollte, durch ihre Adern zu pumpen, und der damit verbundenen Nervosität, beobachtete Brix ihre zwar zitternden Finger dabei, das Unheil aus Polyester doch zügig zu entwirren, welches seine teils versengte Kleidung bereits in derartige Falten gelegt hatte, dass ein Bügeleisen - sollten sie ein derartiges Gerät denn jemals wieder sehen - so seine Probleme damit haben würde. Mit dem Erfolg dieses Vorhabens kehrten Sekunde für Sekunde auch ihre Sinne wieder mehr in Kraft. Ihre Augen sahen besser, sie konnte nun eindeutig hören, das - und teilweise sogar, was - geschrien wurde, während sie den Gurt schließlich über die muskulösen Schultern und Oberarme des Hünen drückte und der Sitz an seinem Rücken von eben diesem abfiel, mit einem fast dumpfen Geräusch am Boden landete und dort etwas von der trockenen, körnigen Sandmasse aufwirbelte.

    "Ist sonst alles... okay?", stellte sie dem Mann die wahrscheinlich dümmste Frage ihres noch jungen Lebens.

    Geändert von MeTa (25.04.2016 um 22:03 Uhr)

  6. #26
    Ross setzte eine mitleidige Miene auf, atmete insgeheim aber erleichtert auf. Eine Lilly, keine Emily. Natürlich. Wäre auch ein komischer Zufall gewesen.
    "Suchen sie zufällig auch noch jemanden?", fragte Fabian, allerdings schwirrte sein Blick dauernd vom Strand zum Flugzeug und wieder zurück. Wie schaffte es der Kerl trotz seiner eigenen Sorgen immer noch höflich zu bleiben? War wohl wirklich durch den Wind.
    Sie entfernten sich schnellen Schrittes vom Wrack und Ross ließ sporadisch den Blick schweifen. Da lagen tatsächlich einige Sitze und die meisten waren herrenlos. Ob es den Passagieren zu Gute gekommen war, dass sie herausgeschleudert worden waren?
    "Nope, ich bin alleine gereist. Ich dachte du suchst vielleicht meine Sitznachbarin, die hatte einen ähnlichen Namen wie deine Lilly." Oder so ähnlich. "Naja, zum Glück nicht, sonst hätte ich dir schlechte Nachrichten gebracht." Ross klopfte Fabian auf die Schulter, der ihn verwirrt ansah.
    "Wie auch immer. Glaubst du echt, den Brand kann man noch irgendwie löschen?" Der junge Mann nickte und wiederholte in knappen Worten, was er vorhin gesagt hatte und diesmal ergab es zumindest etwas mehr Sinn. Da kannte sich wohl einer aus.
    Etwas ungläubig sah Ross noch einmal über die Schulter zum Flugzeug, das immer mehr von züngelnden Flammen eingenommen wurde. Seine Papiere waren sicher längst hinüber. Andererseits hatte er sie sicher in der Laptop-Tasche verstaut. Wie hitzeresistent die wohl war? Immerhin war der Brand vorhin noch nicht so weit vorgedrungen.
    Eigentlich waren die dummen Verträge egal. Aber der Laptop. Sämtliche seiner Aufzeichnungen waren dort gespeichert. Er hatte immer noch die handgeschriebenen Sachen in seinem Notizblock - schnell vergewisserte er sich, ob er noch in der Innentasche seines halb zerrissenen Sakkos war und war beruhigt - aber es war trotzdem etwas anderes. Wenn dieses Feuer wirklich gelöscht werden konnte... das wäre natürlich einwandfrei.

    "Also ich verstehe, dass du deine Schwester so schnell wie möglich finden willst, aber die Brandbekämpfung ist schon ziemlich wichtig. Ich verstehe davon echt nichts, aber wenn du willst kann ich deine Schwester suchen - ich weiß ja jetzt wie sie heißt und aussieht - und du kannst dich um das Feuer kümmern." Fabian schien kurz zu überlegen. "Hey, kein Problem wenn nicht, ist nur ein Vorschlag."

  7. #27
    Richard blickte zu dem jungen Mann und wischte sich den Schweiß von der Stirn, der durch das peitschende Adrenalin, die Hitze des Feuers und den harten Lauf aufgekommen war.
    Ohne nachzudenken schlug er mit seiner schweißnassen Hand ein und drückte sie kurz und fest. "Richard, aber du kannst mich Dick nennen. Oder Rich. Beides cool."

    Sie nickten einander noch kurz zu, dann griff Rich nach dem erstbesten Blech das er sehen konnte und riss daran.
    Leider hatte er die Größe des Blechs unterschätzt und so schwang dieses mit Gewalt zurück, schlug einmal krachend auf einen Koffer auf und beim erneuten Zurückschwingen lud es sich einen Schwall Sand auf, der Rich auf den Kopf geschleudert wurde.
    "Kacke...soviel dazu.", prustete und spuckte der junge Sportler den Sand zusammen mit den Worten aus.

    Schnell ließ er den Blick über die Bleche wandern. Sie waren verschraubt, kaputt, viele zu heiß und einige mit Elektronik versehen.
    "Ich sehe keine Geeigneten!", ließ er seinen Leidensgefährten Casey wissen, fügt aber noch hinzu: "Aber wenn wir erst Bleche haben, dann kann ich sie auf jeden Fall mit Sand füllen und dabei helfen, die Brände zu löschen, mit vollem Körpereinsatz, eh klar! Kriegst du... kriegst du dieses Blech hier weg? Oder von diesem da die Elektronik belöst, Cas?"
    [Rich meldet sich für Aufgabe Brand löschen mit Blechen, also Teil 2 der Aufgabe]


    Dabei nickte er ernst und wieder flog sein Blick umher, als würde er Jemanden suchen.

    Geändert von Daen vom Clan (25.04.2016 um 22:01 Uhr)

  8. #28
    Das Meerwasser traf Amy wie eine kühle, feuchte Hand aus Beton. Noch während die Wellen über ihr zusammenschlugen, atmete sie erschrocken ein, und verschluckte sich prompt an der allgegenwärtigen salzigen Brühe.

    Was...?

    Unkoordiniert zappelte sie umher und versuchte hustend, sich zu orientieren, irgendwie an die Oberfläche zu gelangen - nur um zu sehen, wie das hellere Wasser über ihr sich weiter und weiter entfernte, während der Druck auf ihren Ohren weiter und weiter stieg. Panik machte sich in ihr breit, als sie bemerkte dass sie immer noch ordentlich auf ihrem Sitz festgegurtet war.

    Rings um sie herum sanken kleinere Trümmerteile langsam dem Meeresgrund entgegen und wühlten das Wasser auf, und hier und da erschwerten Flüssigkeitswolken zusätzlich die Sicht.
    Kaffee. Wo auch immer der Gedanke gerade her kam, sie bekam diese absurde Feststellung nicht aus dem Sinn. Das ist der Kaffee mit dem die Stewardess vorhin rumging. Amy schauderte, kam endgültig in der Gegenwart an, und begann hektisch an ihrem Sitz herumzuzerren.

    Es konnten nur Sekunden seit dem Aufprall gewesen sein, aber für Amy zogen sie sich dahin wie Stunden - panische, schreckenserfüllte Stunden! -, in denen sie verzweifelt versuchte, den Verschluß des in sich verdrehten Gurts zu öffnen, während ihre letzten paar Bläschen an Atemluft aus ihren Lippen glitten und zur schier endlos entfernten Wasseroberfläche entschwebten.

    Und dann war da plötzlich eine Hand, und dann eine zweite, die zielsicher nach dem widerspenstigen Gurt griffen, und mit einem heftigen Ruck endlich den Verschluß öffneten. In dem zunehmend dreckigen und aufgewühlten Wasser fiel es Amy schwer, Details zu erkennen, als sie sich ihrem Retter zuwandte.... der just in diesem Augenblick von einem durchs Wasser pflügenden Trümmerteil erwischt wurde. Die Hand, die eben noch Amys Ellbogen ergriffen hatte, um sie nach oben zu leiten, wurde nach unten gerissen, und nur eine rote Wolke blieb vor Amy zurück.

    Endgültig in Panik verfallen, versuchte sie noch einmal zu schreien, schluckte dabei nur noch mehr Wasser, und paddelte dann mehr schlecht als recht zur Oberfläche.

    Wrackteile, Schreie, Leichenteile, und brennende Kerosinflecken begrüssten sie dort, und dahinter das rettende Ufer! Wie genau sie es letzen Endes an all den Hindernissen vorbei dorthin schaffte, wusste sie im Nachhinein nicht mehr genau. Nur, dass es eine unglaubliche Wohltat war, als sie endlich den hellen Sand unter Händen und Füßen spürte, und sich den Strand hinaufgeschleppt hatte. Gerade weit genug weg vom Wasser, um sich der Rettung sicherzusein - und dann traf sie das gerade Erlebte mit derartiger Wucht, dass sie sich erst einmal übergeben musste.

    Geändert von Shinshrii (25.04.2016 um 22:39 Uhr)

  9. #29
    Richard, oder Dick, wie er scheinbar wollte, war wohl kein Mann der langen Worte. Kaum hatte es Casey vorgeschlagen, schon warf er sich auf das erstbeste Blech, und konnte sich noch rechtzeitig retten als es gleich zurückschwang. Doch glücklicherweise war nichts geschehen.

    "Eben, ein geeignettes zu finden ist eben die Schwierigkeit."
    Casey ging zu einem der Trümmerteile die ihm geeignet erschien. Es war ein Teil der Innenwand, deutlich gebeugt. Wie Dick korrekt festgestellt hatte, waren noch Verkabelungen im Weg. Die ohne Ausrüstung zu entfernen würde einiges an Kraft erfordern, sofern man wusste wie man ziehen musste. Casey war kein Elektriker, aber unter Strom stand hier nichts mehr und mit etwas herumprobieren würde er wohl hoffentlch merken, wie man die Reste der Elektronik am besten entfernen konnte.

    "Hmm, ich denke ich weiß, wie ich die Käbel loswerde. Aber das händisch anpacken ist unsinnig. Ich schau ob sich hier etwas als Hebel eignet, um das Blech zu stemmen, dann sollte man das Zeug besser entfernen können."


    Casey sucht nach etwas, mit der das Blech aufgestemmt werden kann, eine Stange etwa, in den Trümmern um ihn herum.

  10. #30
    Hektische Betriebsamkeit um sie herum. Okay, vielleicht war es ein bisschen assi, einfach nur da zu stehen und dem Feuerwerk zuzuschauen. Aber Zoe konnte sich einfach nicht überwinden, sich zu bewegen. Sie starrte das Wrack an, stand einfach da, mit großen Augen, die Schlafmaske in den Haaren verfangen. Okay, DARAN kann ich was ändern. Sie zupfte das kleine Stück Stoff aus ihren Haaren und schmiss es auf den sandigen Boden. Super. A+, Zoe. Leute sterben, aber deine Frisur sitzt.

    Mit einem letzten, saftigen "Shit" ließ sie sich auf dem Boden sinken und vergrub das Gesicht in den Händen. Entsprechend bekam sie auch den kleinen Wirbelwind nicht mit, der wortwörtlich über sie stolperte. Ein Junge, vielleicht 15, dunkle Haare, ziemlich blutig im Gesicht. Entweder hatte er sie durch den Rauch nicht gesehen, oder er war selbst ein wenig durch den Wind. Durch den Wind. Zoe, hörst du dich manchmal eigentlich selber denken?

    Jetzt jedenfalls lag der Junge vor ihr im Staub. Er blickte sich hektisch um, mit echter 'Panik im Blick. Wie sich das eigentlich gehört. Zoe war seltsam unbeteiligt an der ganzen Sache. Aber jetzt blickte sie der Junge mit großen, dunkelbraunen Augen an, rappelte sich auf und machte sich daran, wieder in Richtung des brennenden Wracks zu laufen. Wartewartewarte.

    "Hey, .... ähm ...Du... Du solltest nicht da hin rennen!"

    Er drehte sich noch einmal um und schaute sie an, offensichtlich massiv verwirrt. Zoe wusste nicht, ob sie hier mit logischen Argumenten wirklich weiterkam. Und was ihre "logischen Argumente" wären. Also kam sie einfach mit dem offensichtlichsten Argument an, das sie finden konnte.

    "Schau, das Teil brennt."
    "..."
    "Komm, setz dich mit hier hin. Dort können wir zwei eh nichts machen, ja?"

    Der Junge blickte sich noch einmal um, immernoch unsicher und komplett verängstigt.

    "Hey, Kleiner...ähm... ich bin Zoe. Vertrau mir einfach kurz, ja? Setz dich hier hin. Komm."

    Zoe.´Warum stelle ich mich als Zoe vor? Egal, wenn das hilft, dann ist ja gut. Sie tätschelte den Sand neben sich, was den Jungen aber auch nicht wirklich dazu bewegte, nicht mehr wie ein Reh im Scheinwerferlicht vor ihr zu stehen. Okay. Plan B.

    "Pass auf, wir sollten ECHT nicht dort hin gehen. Ähm...ich weiß nicht...also, wenn du unbedingt laufen willst, dann vielleicht lieber in die andere Richtung, oder so?"
    "...Okay."
    "Super!"

    Etwas überschwänglich stand Zoe auf, was sie mit einem fiesen Stechen in der Seite sofort bereute. Ugh. Okay. Was würde eine verantwortungsvolle Erwachsene jetzt machen? Leuten helfen? Oder so? Aber auch hier kam ihr der erstaunlich hoch gewachsene Teenager vorraus.

    "Ähm...ich glaube, da hinten ist jemand..."

    Der Junge zeigte auf eine Stelle etwas weiter den Strand hinunter. Sehr gut. Ein Ziel. Damit konnte Zoe arbeiten. Sie nickte kurz und setzte sich dann in Bewegung. Scheisse, tat ihr alles weh. Wortwörtlich alles. Es waren eigentlich nur wenige Schritte zu dem Mann, der da im Sand lag, aber trotzdem waren beide vollkommen außer Atem, als sie sich neben ihm in den Sand knieten. Der Typ sah aus, wie aus einem Otto-Katalog entsprungen, nur jetzt mit einer Extraladung Blut im Gesicht, zahlreichen Schnitten und einem geschwollenen Auge. Scheisse, sehe ich auch so aus? ... Warte ... Ernsthaft, Zoe? DAS ist gerade dein Problem? Während sie den Ohnmächtigen vor sich noch etwas unschlüssig mussterte, hatte sich der Junge schon daran gemacht, seinen Puls zu erfühlen. Zeit für Konversation? Zeit für Konversation! Einfach nur, um die Stille zu füllen, die ihr auf die Ohren drückte. Irgendwas tun. Irgendwas sagen. Irgendwas.

    "Und...wie heißt du eigentlich? Und gehts dem Typ hier gut?"

  11. #31
    Fabian nickte langsam, während er für einen Moment überlegte was er machen sollte. Sein Gegenüber hatte recht. Der Brand musste bekämpft werden. Dort drin würden mit Sicherheit nützliche Dinge zu finden sein und vielleicht seine Schwester, auch wenn er das wirklich nicht hoffte. Ja, das stimmt wohl, da haben sie recht, es bringt niemandem etwas wenn ich wie ein aufgescheuchtes Huhn herum laufe und nach meiner Schwester rufe, zumal ich für die Brandbekämpfung ausgebildet wurde. gab Fabian zu und gab dem anderen dann eine möglichst genaue Beschreibung seiner Schwester und dessen was sie getragen hatte. Wenn du sie findest, sag ihr das es mir gut geht und ich nach dem Absturz noch im Flugzeug war es aber unversehrt heraus geschafft habe und ich versuche zu helfen den beiden da drüben zu helfen, ich glaube die versuchen was gegen das Feuer zu unternehmen. Vielen Dank für die Hilfe. bedankte er sich bei dem anderen und machte sich dann auf den Weg. Er würde ihn mal fragen müssen woher er ihn kannte, noch kannte er ja nichtmal den Namen. Dann machte er sich auf den Weg zu den beiden anderen, die vielleicht so um die 18 waren.

    -----------------

    Hallo, mein Name ist Fabian aus Leipzig, Deutschland.
    stellte er sich auf englisch vor, da das die Sprache war, welche die beiden nutzten und einer von beiden klang unzweifelhaft nach den USA. Da es, zumindest von weitem so aussieht und klingt als ob ihr etwas gegen das Feuer tun wollt, wollte ich mich melden. ich habe mir meinen Urlaub zwar grundlegend anders vorgestellt aber ich dachte mir, als Feuerwehrmann könnte ich hierbei von nutzen sein... auch wenn ich noch nie ein brennendes Flugzeug gelöscht habe und auch nicht ohne Ausrüstung aber das wird schon werden.

    Dabei musterte Fabian was so da hatten, das mit dem Sand war in jedem Fall eine gute Idee, zusammen mit dem was er vom Flugzeug gesehen hatte, würde ihm vielleicht eine Idee kommen wie sie das Feuer effektiver bekämpfen könnten.

    Geändert von wusch (25.04.2016 um 23:51 Uhr)

  12. #32
    "Und...wie heißt du eigentlich? Und gehts dem Typ hier gut?"

    Sagen wir so: Er hat einen Puls soweit ich das beurteilen kann und, wenn man genügend Ruß wegwischt, eine gesündere Gesichtsfarbe als mein Sitznachbar von vorhin. ’Gut’… wäre aber bei der Menge an Blut und dem blauen Auge trotzdem sehr nett ausgedrückt. Zumindest finde ich keine allzu tiefen Schnitte und es sieht nicht aus, als würde er verbluten. Und hey, er atmet. Atmen ist immer gut, richtig?

    “…ich glaube, der ist nur bewusstlos."

    Hoffentlich klang das jetzt für sie sicherer als für mich. Der Erste Hilfe-Kurs ist doch gerade erst gewesen, verflixt! Was noch, was noch… Stabile Seitenlage!
    Gerade, als ich mich über den Kerl beugen und ihn zurechtrücken will–––

    “¡Joder!”, entfährt es mir.

    Was, wenn der was an der Wirbelsäule hat und ich ihm das Genick breche? Ich erstarre, will anders ansetzen, erstarre wieder, will ihn woanders packen und von vorn das Ganze. Wenn ich ihn nicht bewege und es ihm hochkommt, erstickt er. Wenn ich ihn bewege und was kaputt mache, bin ich es schuld. Jaa, weil es darum genau geht, Iker, um die Schuldfrage. Gott, du bist doch echt manchmal ein Vollidiot!

    Kurzentschlossen packe ich den Kerl und fange an, ihn in die stabile Seitenlage zu schieben. Der Typ vom Roten Kreuz hat gesagt, Hauptsache lebendig. Als ich fertig bin, schlägt mir das Herz bis zum Hals. Es macht doch einen Unterschied, das mit jemandem zu üben, der eh lebt, wenn ein Lehrer dabei ist, und das echt im Ernstfall machen zu müssen. Wenn ich was falsch mache, wird die komische Frau mir das schon sagen. Hoffe ich. Immerhin sieht sie erwachsen aus, und Erwachsene wissen, was zu tun ist. Ich höre mein pubertierendes Ich protestieren, aber angesichts der Umstände ist mir das herzlich egal. Wenn es Momente gibt, in denen man auf Erwachsene hören sollte, dann sollte ein fucking Flugzeugabsturz mindestens in den Top drei sein.

    “Ich bin Iker.”, sage ich zu Zoe, ohne sie direkt anzusehen.
    “Bloß bei dem anderen Typen kann ich den Puls nicht finden."

    Geändert von BDraw (25.04.2016 um 23:10 Uhr)

  13. #33
    Erneut blickte Casey sich um, schaute nach einer Stange oder sonst irgendetwas, was dabei helfen würde, ein Blech von den Trümmern zu reißen. Er wurde auch fündig, da neben dem einen Trümmer lag etwas, das hilfreich aussah, irgendeine verkohlte Verstrebung, die sich aus der Wand gelöst hatte. Oder war es einmal ein Teil des Flügels gewesen? Naja, egal. Hauptsache, man konnte irgendetwas damit anfangen.

    Gefunden: [Kurze verkohlte Stange] - Vereinfacht Stärke-Probe bei Blech beschaffen um 5%

    Auch Fabian suchte nach einem Hilfsmittel, nach etwas, das eventuell das Löschen vereinfachen würde. Aber er fand nichts weiter, außer den Trümmern und dem Sand war da nichts, was ihnen helfen konnte.

    Geändert von DSA-Zocker (25.04.2016 um 23:06 Uhr) Grund: Fabian findet nichts

  14. #34
    Nova starrte konzentriert auf das Display Ihres neuen Tablets. Sie hatte es sich erst kurz vor der Reise gekauft und sich gleich vor Beginn Ihrer Tour mit mehreren EBooks eingedeckt.
    Gerade eben überflog sie die virtuellen Seiten des Romans "Der Marsianer". Die blonde Schwedin hatte den Film erst vor kurzem gesehen und wollte die ganze Zeit schon dringend das Buch dazu lesen. Sie war froh, dass sie dafür jetzt die Zeit finden konnte.


    "Bitte schließen Sie Ihre Gurte, wir haben es hier mit einigen Turbulenzen zu tun."

    Nova blickte auf und schaute in die anderen Sitzreihen. Die meisten Leute grummelten in sich hinein, niemand hatte gerne die Gurte an wenn die Reise noch so lange dauerte und niemand hörte gern, dass es Turbulenzen gab.
    Sie selbst dachte nur an den beschissenen Rückflug in der C-130 Hercules. Da wurden Sie und Ihre Einheit wirklich durchgeschüttelt, aber immerhin... der Pilot konnte den Flieger landen und alles war gut.
    Ähnliches würde auch hier gelten, weswegen sich die Schwedin in aller Seelenruhe den Gurt umlegte und sich wieder auf Ihr Tablet konzentrierte.

    Das Rütteln der Maschine wurde mit jeder vergehenden Minute immer heftiger und von der ein auf die andere Sekunde brach die Hölle los.
    Sie merkte nur noch kurz das reißen der Luft. Den plötzlichen Abfall des Luftdrucks.

    Erst der stechende Schmerz des Gurtes der sich in Ihre Taille schnitt brachten die Schwedin wieder zurück zu klaren Gedanken. Sie bemerkte zuerst das schrille Geräusch der Windes der an Ihren Ohren vorbeizog. Dann sah sie das Flugzeug, welches in hunderte Trümmerteile zerbrach und an der Küste einer Insel zerschellte.
    Sie selbst saß noch auf Ihrem Sitz, weiterhin angeschnallt.

    "Skit... skit... jävla skit"

    Sie war befand sich noch mehrere Meter in der Luft. Sie kam der Wasseroberfläche jedoch rasend schnell entgegen. Es war unmöglich abzuschätzen wie viele Meter Sie vom rettenden Ufer trennte, doch die Distanz schien nicht unmöglich zu sein.
    Durchatmen. Ruhe bewahren.
    Nova griff instinktiv mit einer Hand an Ihre Nase, drückte sich die Nasenlöcher zu während sich die andere Hand am Anschaller des Gurtes verhakte.

    KLATSCH

    Sie spürte den Druck auf Ihren Ohren und er schmerzte höllisch. Als sie merkte, dass der erste Ruck des Aufpralls vorbei war und sie nun nur noch sinken würde, löste Sie den Gurt schwamm nach oben. Meter für Meter zur Oberfläche.
    Für sie entbrannte ein Kampf gegen die Wellen und die Strömung die sie immer wieder tiefer ins Meer zog. Minuten um Minute verging.

    Klatschnass und mit verschmiertem Make-Up erreichte sie dann schließlich die Küste.
    Die kurzen, hellblonden Haare klebten Ihr in dicken Strähnen im Gesicht.

    Dabei wollte sie doch nur in die USA und nichts weiteres als einen klassischen Road Trip durch die Staaten.

    Geändert von Gendrek (26.04.2016 um 00:23 Uhr)

  15. #35
    Endlich frei, dachte Andrei und kam sich töricht vor. Warum stand er dann immer noch da wie ein buckeliger Greis? Langsam richtete er sich auf und blickte umher. In der Ferne war der Horizont nicht zu auszumachen, das Grau des Wassers ging nahtlos über in das Grau des Himmels. Der Wind blies ihm den schwarzen Rauch ins Gesicht und die Augen wurden wieder feucht.

    "Ob alles okay ist?", sagte er wie zu sich selbst und legte beim Nachdenken die Stirn in Falten. Bis auf die aufsteigende Galle in seinem Hals und dem Bedürfnis sich für ein kurzes Nickerchen hinzulegen fehlte ihm tatsächlich nichts. Ja, er war "okay". Den Umständen entsprechend.

    Das Mädel schien auf eine Antwort zu warten, blickte ihn durch einen Vorhang aus zersausten Haaren an.

    Er nickte stumm. Dann machte er eine fragende Kopfbewegung und zeigte mit dem Arm in ihre allgemeine Richtung. Als keine Antwort kam brachte er sich dazu den Mund wieder aufzumachen. "Und selbst? Alles klar?" Die Worte kamen raus wie Haferbrei, klumpig und schleimig. Speichel rann von seinem Mundwinkel übers Kinn und anschließend den Hals herab. Die Zunge fühlte sich an wie ein dreckiger, nasser Lappen.

    "Glaub es wird bald regnen." Fügte er hinzu ohne so recht den Grund dafür zu wissen.

  16. #36
    Casey konnte sein Glück nicht fassen. Unter den Überlebenden befand sich tatsächlich ein waschechter Feuerwehrmann. Er schien auch nicht verletzt zu sein. Der perfekte Mann also für diesen Job, dachte sich Casey. Langsam schien sie die Lage um das Wrack herum beruhigt zu haben, ein Geschrei konnte Casey gar nicht mehr ausmachen.

    "Na, dann lassen wir am besten den Fachmann dran, oder Dick? Können wir dir irgendwie unter die Arme greifen?"
    , wandte sich Casey an den Feuerwehrmann. "Ich konnte mal diesen Teil des Flügels finden, sollte sich als Hebel gut machen, würd ich meinen. Was meinst du, Fabian?" Er richtete dabei seinen Fund auf, und zeigte es vorsichtig her.

  17. #37

    steadily ready to stab
    stars5
    Ein paar Minuten vor dem Absturz, knapp dreizehn Kilometer über dem Wasserspiegel

    Ugur hatte auf einen Fensterplatz bestanden, ist aber den gesamten Flug mit seinem iPhone beschäftigt. Auf seinen Ohren sitzt ein Beats-Abklatsch, der gerade bassgeboostet für die Kids in den Sitzen hinter ihm gut vernehmbar einen Track von SSIO herauspumpt. Sein Sitz ist maximal zurückgelehnt, Ugur selbst jedoch nach vorne gebeugt, starrt konzentriert auf sein Handy.
    Irgendwas blinkt, aber das Game ist grade wichtiger. Warum überhaupt anschnallen, fliegt der Pilot gleich nen Looping oder was. Noch drei Schüsse und der Facebook Highscore ist geknackt, zwei, einer—

    Das Flugzeug wackelt, der Daumen rutscht ab, der Schuss geht sonstwohin, der Nuttensohn mit der Pumpgun hingegen trifft. Es erfordert große Selbstbeherrschung das iPhone nicht quer durch das Flugzeug segeln zu lassen.
    EY WIE SCHWER kann es sein das SCHEISSFLUGZEUG grade zu halten du Schmutz ich meine der SCHEISSPILOT wird doch quasi dafür bezahlt gerade nichts zu t
    Ugur wird von einem weiteren Ruck unterbrochen, der das mit der Selbstbeherrschung für ihn erledigt, sein iPhone quer durch das Flugzeug segeln lässt. Es trifft irgendwen weiter vorne am Hinterkopf.
    Eine weitere Schimpftirade versiegt, als der Pilot anscheinend wirklich krasse Stunts fliegt, im Sturzflug.

    Ein paar Minuten nach dem Absturz, ein paar Meter über dem Wasserspiegel

    Nachdem Ugur zu sich kommt, gilt der erste Gedanke dem versauten Highscore. Hätte der Idiot dumm geguckt. Wo ist eigentlich das iPho– oh.
    Der Rest des Flugzeugs sieht aus wie seine Wohnung, nur mit mehr Feuer. Außerdem war das ignorieren der Anschnallsymbole nicht die beste Idee, denn er kann sich vor Schmerzen kaum bewegen. Um genau zu sein reicht es so grade für die grobe Wahrnehmung seiner Umgebung.

    [Platzhalter: Ugur wird von einem Feuerwehrmann gekidnappt]

    Bruchlandung auf einer fucking Insel, was ist das, LOST?

    Geändert von WeTa (25.04.2016 um 23:27 Uhr)

  18. #38
    Mit einem lauten Einatmen meldet sich Sam wieder unter den Lebenden und richtet sich seinen Oberkörper sprunghaft auf.
    Es war wohl doch keine so gute Idee von dem Jungen sich über ihn zu beugen und an ihm herumzuhantieren.
    Eine Kopfnuss und einen heftigen Hustenanfall später - wobei der Husten eindeutig schimmer war - konnte sich Sam erstmals wieder auf seine Umgebung konzentrieren.
    Die Erinnerungen kommen diesmal nicht schlepend wie zuvor, sondern mit aller Macht und erdrücken ihn schier unter ihrer Last.
    Panik!
    Feuer und Hitze.
    Ist er dem Feuer nicht schon entkommen?
    Wie lange war er weg?
    Was ist los?
    Panik!
    Sie will ihn überwältigen, doch da spürt er eine Hand auf seiner Schulter.
    Die aus seinen Träumen!
    Mist, was macht die hier?
    Träumt er immer noch?
    Verliert er den Verstand?
    Das Flugzeug ist doch abgestürzt..
    Ach stimmt, das hübsche Mädel war nicht nur Teil seines Halluzinatorischen Traumes, sondern auch teil der Passagiere in dem Flugzeug.
    Dem Flugzeug, das abgestürzt ist.
    Dem Flugzeug, dass keine verdammten 10 Meter neben ihnen am BRENNEN ist!!!
    Wir müssen hier weg!
    Unglaublicherweise gibt ihm die Nähe der Frau und des Jungen die Kraft, seine Panik weit genug niederzukämpfen um die Situation zumindest so weit klar zu beurteilen um Entscheidungen treffen zu können.
    Also, erstmal hier weg.
    Wart! Der Kerl von vorhin!
    Wo ist er?
    "Was ist.. mit dem Kerl..?"

    Hustenanfall.
    "Der scheint tot zu sein." sagt der Junge, irgendwo im Pubertätsalter.
    "Kein Puls."
    Das sagt er so abwesend, als ob es nichts besonderes wäre.
    Wahrscheinlich ein Schock.
    Mist, darum müssen wir uns später kümmern. Erst mal weg hier.

    Gerade als Sam sich versucht aufzurichten schrecken die 3 zusammen.
    "Was war das?"
    Ruhe.
    Nichts.
    Plötzlich: "Da, wieder!"
    Verdutzt blickt die Gruppe zu dem Körper rüber, von dem ein lautes und unverkennbares rauschen kommt.
    "Schnarcht.. der etwa?"
    Hätten noch zweifel bestanden bemühte sich die große Masse des Bärtigen Mannes die Gruppe von der Richtigkeit dieser Aussage zu überzeugen indem sie einen neuen Schnarcher folgen ließ, lauter als die vorhergehenden und die gesamte Autorität des Mannes vibrierte im Rhythmus des mächtigen Schnarchers.
    "Vielleicht... fühlst du den Puls noch einmal..?" bemerkte die Frau etwas einfältig, aber auch Sam wollte in diesem Moment nichts gescheiteres Einfallen.
    Dem Jungen wohl auch nicht, denn er kroch nach einem Moment zu dem schlaffenden Mann herüber und suchte nach einem Puls.
    "da ist immer noch keiner...?"
    Nicht ganz sicher, ob das eine Frage oder eine Feststellung war gab Sam nur lakonisch die Antwort "Lass uns.. seinen Todeszustand auf.. später verschieben und ihn.. erst mal hier.. wegschaffen."
    Noch immer etwas krächzend aber deutlich klarer gingen Sam die Worte nun über die Lippen.

    Jeder Schnappte sich eine Seite der schnarchenden Leiche und mit vereinten Kräften schoben sie sie über den Sand.
    Das ging doch vorhin deutlich schneller.
    Oh man, wie konnte ich den alleine schleppen?
    Selbst mit vereinten Kräften mühten sich die 3 sichtlich ab, doch nach und nach kamen sie voran.
    Endlich sind die 3 - 4? - in Sicherheit.
    Nach ner kurzen Pause kommt ein Vorschlag, auf den die drei - allen voran die beiden Erwachsenen - schon längst hätten kommen sollen:
    "Wollen wir versuchen ihn aufzuwecken?" Fragt der Junge.

    Geändert von Eddy131 (26.04.2016 um 12:33 Uhr)

  19. #39
    Den beiden war die Erleichterung deutlich anzusehen, als sie hörten, welchen Beruf Fabian ausübte und es freute ihn irgendwie, allein durch seine Anwesenheit die beiden positiver zu stimmen. Er konnte sich ein Lächeln nicht wirklich verkneifen. Er nahm die Stange in die Hand, die ihm hingehalten wurde, wog sie kurz und bewegte sie etwas hin und her. Das sieht doch nach etwas aus, sollte hilfreich sein. meinte Fabian zufrieden. Vielen Dank erstmal das ihr das ihr in die Hand nehmt und für das Hilfsangebot. Eines aber noch: Ich bin zwar dafür ausgebildet mit soetwas umzugehen, bin aber auch kein Zauberer, wir müssen hier sehr stark improvisieren aber ich denke es sollte klappen, nur einfach wird es in keinem Fall. warnte er die beiden vor um zu verhindern, dass sie zu viel von ihm erwarteten. Dick hier kann ich auf jeden Fall für die Löscharbeiten gebrauchen, denn das ist echte Knochenarbeit. Für die du, verzeih mir wenn ich das so sage, nicht die Muskeln hast. Sowohl du als auch Dick hier können mir aber dabei helfen die 'Schaufeln' herzustellen, denn dazu braucht man natürlich auch Kraft, muss aber auch wissen welches Teil man dafür nimmt.Ich schlage vor, wir benutzen die Stange abwechselnd als Hilfsmittel, ich hoffe es macht euch nichts aus wenn ich anfange, mit etwas Glück kann ich euch zeigen, was wir brauchen. Dann nickte er, eher zu sich selbst als zu den anderen. Ich möchte nur das euch bewusst ist, dass die ganze Angelegenheit gefährlich werden kann. Nicht nur wegen dem Feuer, sondern auch wegen dem Flugzeug, denn ich bin mir nicht sicher wie Stabil das Ding noch ist.

    Fabian macht sich dann mit dem neuen Hilfsmittel daran, ein erstes Blech zu beschaffen. [Aufgabe Es Brennt Teil 1] Das war mal eine sehr... ursprüngliche Art und Weise ein Feuer zu löschen. Sollte er jemals Ausbilder werden, würde das hier definitiv auf den Stundenplan kommen.

    Geändert von wusch (25.04.2016 um 23:51 Uhr)

  20. #40
    Fabian betrachtete das Trümmerstück genauer. Es gab mehrere Stellen, an denen man den Stab ordentlich ansetzen könnte, um eine vernünftige Hebelwirkung zu ersetzen. Doch zuallererst - der Trümmer selbst hatte teilweise ja auch Feuer gefangen und war bestimmt noch heiß - zuallererst musst er sich selbst schützen. [Intelligenzprobe gelungen]

    Er riss sich zwei Stücke von seinem Oberteil ab, warm genug schien es hier ja zu sein, und wickelte sie sich um die Hände. Das sollte seine Hände vor der Hitze des Trümmers schützen.

    Dann setzte er die Stange an und drückte sich mit seinem gesamten Gewicht dagegen. Es knackte laut und das Blech brach auf der einen Seite vom Trümmer los. Mit seinen, nun gut geschützten Händen, griff er es an der soeben gelösten Seite und begann mit voller Kraft daran zu ziehen. Mit einem lauten Krachen löste sich auch die andere Seite und er hielt nun ein ungefähr quadratisches, leicht gewölbtes Blech, mit einer Seitenkante von etwa einem halben Meter Länge, in den Händen. [Stärkeprobe gelungen]

    Erhalten: [Blech] - für Aufgabe Feuer mit Sand löschen

    Geändert von DSA-Zocker (26.04.2016 um 10:43 Uhr)

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