Nach fast einem halben Jahr habe ich es endlich hingekriegt, das Blackstar-Album an einem Stück zu hören ohne zwischendrin einen mitelschweren Heulanfall zu bekommen (zumindest bis "I can't give everything" - der Song zerstört mich immer wieder). Es gibt keine andere Wahl für mich, was den Titel "Album des Jahres" angeht. Die individuellen Songs auf dem Album sind grandios, aber das Album ist als Gesamtwerk einfach ein absolutes Meisterwerk. Vom fantastischen Titeltrack über das fuchtbar verstörende "Lazarus" und "Girl loves me" bis hin zum sprichwörtlichen Closer, der mit der Mundharmonika-Melodie aus "A new job in a new town" vom Low-Album aufwartet und damit für mich den Kreis schließt, den der Mann in den 70ern angefangen hat.

"Blackstar" wird niemals für mich "Ziggy Stardust" oder "Diamond Dogs" oder "Hunky Dory" als bestes Bowie-Album einholen können (dafür ist meine Nostalgie gegenüber der anderen zu stark), aber es ist gleichzeitig eines der todtraurigsten und wunderschönsten Alben die ich je in meinem Leben gehört habe.

Seeing more and feeling less
Saying no but meaning yes
This is all I ever meant
That's the message that I sent


Ich hab die Message verstanden. Denn diese Message wurde mir als Teenager und Anfangzwanziger auch von Scott Weiland, Lemmy und Prince vermitelt.