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Ergebnis 21 bis 40 von 101

Thema: Life is Strange - Spoilers between past and future

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Dotnot hat sich mit LiS2 einiges vorgenommen: sie haben die (potentiellen!) Lesben aus Teil 1 durch Brüder ersetzt, von denen der jüngere öfter aufmüpfig ist, die Story zu einem Roadtrip gemacht, sie hochpolitisch aufgeladen, enorme Kritik an Stereotypen in den USA geübt und die Zeitreise durch eine ziemlich uninteraktive Telekinese ersetzt. Ich würde sagen, dass so gut wie jede Kritik, die ich zum Spiel gelesen habe, einen dieser Punkte angreift. Hat das Spiel den 5.6 User Score auf Metacritic verdient? Auf keinen Fall, da sind einfach mal wieder viele Trottel dabei. Ist es schlechter als der Erstling? Das hängt sehr von der eigenen Perspektive ab.

    Zunächst mal zum Setting: ich glaube, bei LiS1 waren viele Leute überrascht, wie gut sie sich doch in ein Teenager-Mädel reindenken konnten. Schule ist halt auch ein recht universales Setting (die Japaner wissen es!), weil jeder dazu einen Bezug hat. Das Murder Mystery war aus meiner Sicht eher der Hook, aber nicht die Geschichte, die die Entwickler eigentlich erzählen wollten (siehe BtS) - aber hat für viele gereicht um dem Game ne Chance zu geben. Davon hat LiS2 praktisch nichts. Das Spiel startet in einer gewöhnlichen, sehr netten Familie, und es steht förmlich "Shit happens in T minus 5" auf dem Screen geschrieben. Das Spiel gibt recht schnell Gas und der Roadtrip beginnt.

    Im Gegensatz zum ersten Teil hat man hier in jedem Kapitel eine ganz andere Umgebung. Dadurch opfert man die Bekanntheit, die der Spieler nach und nach mit der Schule von Max hat, kann die Charaktere abere in viele verschiedene Szenarien bringen. Häufig ist mindestens ein Nebencharakter die Brücke zwischen verschiedenen Kapiteln, aber die meisten wird man nie mehr wiedersehen. Was auch einer der Kritikpunkte von vielen Leuten ist. Man hat hier keinen Stepfuhrer (wobei... *g*), keine split personality Kate, usw. Es wird gesagt, die Charaktere in LiS2 seien viel oberflächlicher als die aus Teil 1. Zugegeben, gerade bei den Charakteren, die eher Karikaturen gleichkommen (also so gut wie jeder extrem rassistische US Amerikaner, dem man hier begegnet - man, die Entwickler wollten echt ne Message verkaufen ), stimmt das. Da haben die Entwickler auch versucht, einem in wenigen Sekunden klarzumachen, dass man die Typen hassen soll.
    Aber machen wir uns nichts vor: LiS1 hat sich außerhalb der zentralen Charaktere einem reichen Schatz an Klischees bedient, und die Charaktere auch nicht so massiv entwickelt. Ich glaube die Illusion entsteht eher dadurch, dass man den meisten von ihnen über alle Kapitel begegnet ist und man sie daher eher für Freunde hält als die flüchtigen Bekanntschaften in LiS2. Der zweite Teil hat auch keine Tearjerker Episode, welche nur darum konstruiert wurde die Spieler emotional fertigzumachen - was für viele den emotionalen Eindruck vom ersten Teil sicherlich erhöht hat. Teil 2 will ich trotzdem mal dafür loben, dass sie es trotz der (vermeintlich) kurzen Screentime geschafft haben, einem viele Charaktere näherzubringen. Ich glaube man wird hier glücklicher, wenn man es als eine Art Abenteuergeschichte ansieht bei der man eben immer neue Charaktere kennenlernt und alte nach und nach verblassen. Und irgendwie ist das ja auch das Herz von einem Roadtrip, oder?

    Der Roadtrip hat auch den Vorteil, dass jedes Kapitel eine komplett andere Atmosphäre hat als die anderen, was das Spiel für mich erstaunlich erfrischend gemacht hat. Sie haben auch die Engine ordentlich aufgebohrt und die Umgebungen sehen teilweise beeindruckend aus. Das Gleiche kann ich nur bedingt von den Animationen der Charaktere sagen, denn diese sind teilweise steif und unnatürlich. Macht zwar die Szenen nicht kaputt, aber hilft auch nicht der Atmosphäre. Erinnere mich noch daran, dass ich das bei LiS1 auch schon kritisiert hatte. Der Soundtrack ist auch wieder großartig und fängt die Atmosphäre der jeweiligen Szenen gut ein. Sehr clever ist definitiv die Einbindung von Awesome Adventures of Captain Spirit. Um in Kapitel 2 den vollen Effekt des Szenarios zu bekommen sollte man das Game definitiv durchgespielt haben, und ich würde auch Kapitel 2 als das stärkste ansehen.

    Aber gut, damit kommen wir zu der politischen Agenda. Denn die ist hier wirklich dick aufgetragen. Das Highschool Setting von Teil 1 war da recht unverfänglich - klar, man hatte Chloe als die Punkerin, die offensichtlich weit links ist. Aber gerade dadurch konnte man viele der Nachrichten halt noch gut als "Geschwätz eines Teenagers" ignorieren, wenn man ihre Gesinnung nicht teilt. Das ist in LiS2 nicht mehr möglich, denn die Entwickler halten hier mit vollem Rohr drauf. Jede Person, die rassistisch ist, ist *extrem* rassistisch und ein Monster und lässt das Sean und Daniel spüren. Schweden schwatzen am Lagerfeuer über den Umweltschutz, man versammelt sich in einem Hippie-Camp, Kirche ist eh korrupt, man lernt viele alternative Lebensweisen kennen, etc. Also die volle Palette an Sozialkritik, die gerade "trendy" ist. Das ist teilweise einfach zu viel und hat mich eher an Spiele wie A Normal Lost Phone erinnert, welche den Spielern eine Message reinhämmern wollen. Und ja, in Kapitel 5 habe ich dann mit den Augen gerollt, als man sich in diesem Trailerpark einfindet, bei dem Leute mit ihren alternativen Lebensweisen alle total glücklich sind - das schwule Paar und die verrückte Künstlerin dürfen natürlich nicht fehlen! Ehrlich gesagt empfand ich Kapitel 5 fast schon zur Hälfte als Filler, weil man weiß, dass es bald zu Ende geht und mich die neuen Charaktere nicht die Bohne interessiert haben. Vermutlich wollten die Entwickler mehr Screentime mit der Mutter rausholen (sehr cooler Charakter, btw.) und, so unnötig das auch war, noch mal den Stepfuhrer einbauen. An den der Preis des sinnlosesten Fanservice-Auftritts geht. Aber waren die "Grenzschützer" echt noch nötig? Glaube die "white trash Americans are racist"-Nachricht kam schon in Kapitel 1 und Kapitel 4 sehr gut rüber.
    Das ist wieder ein Fall von "so überzeugt man Leute mit einer anderen Meinung nicht" Tatsächlich wirkt LiS2 eher wie ein Game, was Leute anspricht, die ohnehin politisch sehr links sind und das eher ein Spotlight darauf wirft, wie schlimm die Zustände in den USA sind - gerade wenn man kein WASP ist. Und ja, damit hat es das Spiel viel schwerer als Teil 1, denn Politik ist ein heikles Thema und es kackt sicher vielen Leuten in den Hof. Es ist schon sehr mutig gewesen von Dotnod, dass sie hier ihre Meinung so zentral ins Licht gerückt haben und das muss man einem Spiel mit einem nicht zu verachtendem Budget schon zugestehen. Es trauen sich nicht viele, potentiell so viele Spieler "zu vergraulen".

    Zu den Brüdern. Finde die Beziehung der beiden wurde wirklich toll umgesetzt, mit allen Höhen und Tiefen. Gegen Ende hatte ich auch ein richtiges Band zu Daniel. Dass es Sean unglaublich schwer hat, selber mit den schweren Umständen zurecht zu kommen und gleichzeitig erwachsen genug zu sein, damit er für Daniel sorgen kann, wird wirklich greifbar gemacht. Es wird sicher viele Spieler aufregen, wie aufmüpfig der kleine ist, aber das halte ich eher für ein Problem der allgemeinen Spielerschaft. Denn der Junge macht definitiv nicht immer das, was man will, was für viele einfach ein No Go ist für Sidekick-Charaktere. Er bitched auch relativ viel rum, was ich angesichts seines Alters und der Position, in der sich die beiden befinden, aber vollkommen in Ordnung finde. Trifft er einige sehr dumme Entscheidungen? Natürlich, er ist ein verdammter Neunjähriger mit Superkräften der sich mit seinem Bruder auf der Flucht befindet! Sean selber würde ich stellenweise als ein wenig langweilig bezeichnen, aber da ist er auch nicht so unähnlich zu Max. Am Ende sollen sich die Spieler ja ein wenig auf den Charakter projezieren können und ihn durch Entscheidungen formen. Und an dieser Stelle muss ich die Enden loben, welche von Orpheus oben sehr gut beschrieben wurden. Ich habe auch das Gefängnis-Ende als erstes bekommen, und fand es unglaublich passend. Die Entscheidung, die Sean (bzw. ich) in diesem Moment im Auto getroffen hat, war einfach genau die richtige und ich ziehe meinen Hut davor, dass das Spiel es in diesem Abspann geschafft hat, dass mir die Tränen gekommen sind. Auch die anderen Enden sind alle gut strukturiert und passen. Womit das Spiel vier brauchbare Endings hat, was drei mehr sind als Teil 1.

    Noch ein paar Stray Thougths: Das Gameplay ist eine massive Reduktion zu Teil 1. Durch die Zeitreise gab es einige kleinere Puzzles und nette Gameplay-Einlagen. Davon hat Teil 2 einfach gar nichts. Die Telekinese kann nur in sehr begrenzten Szenarien benutzt werden und ist insgesamt eher ein Plot Device. Ist den Entwicklern wirklich *nichts* eingefallen, womit man Telekinese-Puzzles hätte bauen können? Ich vermute, dass das eine Überreaktion ist weil LiS1 sicher einige Spieler angezogen hatte, die "nur die Story sehen wollen" und schon mit dem minimalen Gameplay des Spiels Probleme hatten. Also lieber gleich komplett streichen, ne? Finde trotz des Roadtrips, dass die Geschichte von Teil 2 viel homogener funktioniert als die von Teil 1. Das liegt daran, weil LiS versucht hat, das Murder Mystery mit dem Teenage Drama zu kombinieren, was für mich nur bedingt geklappt hat. Bei LiS2 ist die "Action" quasi direkt in der Story drin, was alles viel glatter wirken lässt. Ich hatte im Spielverlauf nicht das Gefühl, dass meine Entscheidungen große Auswirkungen haben. Liegt aber auch daran, weil man die vergangenen Gebiete nie mehr wiedersieht und einem höchstens ein Brief geschrieben wird, der einem die Nachwirkungen erklärt. Zentral für die Enden ist im Prinzip, wie man Daniel behandelt und ob man dann gegen Ende eine damit konsistente Entscheidung trifft oder nicht. Anscheinend kann man in Kapitel 3 auch ne Beziehung mit Finn eingehen, was mir eher wie plumper Fanservice von Dotnod rüberkommt als natürliche Charakterentwicklung. Vielleicht bin ich hier auch zu stumpf um zu erkennen, wieso Sean das tun sollte.

    Fazit: Das Spiel ist gut. Ist es so gut wie Teil 1? Ich würde sie etwa auf eine Ebene stellen, sie versuchen halt sehr verschiedene Sachen und wenn man hier ein LiS1 erwartet hat, dann könnte man enttäuscht werden. Und man, bin ich froh, dass Dotnod sich hier was anderes getraut hat und es sogar so weit getrieben hat, dass man tatsächlich Spieler vergraulen kann damit. Viel zu viele Entwickler kneifen ihren Schwanz ein und liefern "gute, aber unglaublich sichere" Ware ab. Es wäre sicher einfach gewesen, ne andere Schule als Setting herzunehmen und im Prinzip das gleiche abzuziehen wie LiS1. Vermutlich hätte es sogar bessere Wertungen gebracht.

  2. #2
    Mensch, warum ist der Skill aus dem ersten Teil der interessanteste der Reihe mit dem größten Potenzial gewesen?

    Das mit dem Spüren der Emotionen holt mich nicht so ab. Es ist als ob von Teil zu Teil das Übersinnliche immer mehr zur Seite geschoben wird und diese Fertigkeit zu nutzen um einen vermeintlichen Mord aufzuklären scheint mir eher deplatziert. Ein Mensch mit guter Beobachtungsgabe könnte das auch schaffen, dafür ist dieser Skill nicht von Nöten. Und ja mir ist klar dass diese Fertigkeit mehr Fluch als Segen sein soll und dieses Emotionen Spüren seinen psychischen Preis einfordert und dies ein zentraler Aspekt des Spiels sein wird.

    Ich will Zeitreisen oder zumindest einen Antagonisten der auch ähnliche Fähigkeiten wie der Protagonist verfügt, damit ein Duel auf Augenhöhe entstehen kann. Klar da kann ich mir nicht sicher sein, dass nicht doch jemand sowas kann aber das ist in der Reihe noch nicht passiert. Es kann doch over the top und dennoch menschlich sein.

    Geändert von Ninja_Exit (19.03.2021 um 11:03 Uhr)

  3. #3
    Zitat Zitat
    Ich will Zeitreisen oder zumindest einen Antagonisten der auch ähnliche Fähigkeiten wie der Protagonist verfügt, damit ein Duel auf Augenhöhe entstehen kann. Klar da kann ich mir nicht sicher sein, dass nicht doch jemand sowas kann aber das ist in der Reihe noch nicht passiert. Es kann doch over the top und dennoch menschlich sein.
    Hmm also ich mochte die Ausrichtung von LiS2 deutlich lieber. Fänd es eher schade, wenn die Serie stärker in Richtung "Superhelden" gehen würde vom Ausmaß der Fähigkeiten. Fände es wenn dann interessanter, wenn die Spielfigur gar keinen direkten Einfluss auf die übernatürlichen Elemente hat. Ein "Duell" zwischen Protaginist und Antagonist fänd ich da eigentlich noch viel abschreckender, das wäre ja dieselbe Erzählstruktur wie ein jedem anderen Game/Action-Film/Anime. In dem Sinne fand ich die narrative Platzierung des Antagonisten in Teil 1 schon gelungen, aber Teil 2 ohne einen festen Gegenspieler war da noch viel besser.

  4. #4
    Sehe das wie Narcissu.
    Bloß keine Gegenspieler auf Augenhöhe mit ähnlichen Kräften.
    Dann schaue ich mir lieber was von Marvel oder DC an, aber bestimmt nicht Life is Strange.

    Finde dieses spüren von Emotionen in Farben und den dazu passenden Titel "True Colors" ziemlich gelungen und passt doch gut zur Reihe, oder?
    Denn wer weiß warum jemand was fühlt? Könnte aus den unterschiedlichsten Gründen sein, was wieder genug Potenzial mit sich bringt Situationen eskalieren zu lassen.
    Und wie ich sehe orientiert man sich von der Landschaft wieder sehr an Tell Me Why, großartig.

    Hoffentlich verbockt Deck Nine Games das nicht (schon wieder).

    Geändert von Ὀρφεύς (19.03.2021 um 13:50 Uhr)

  5. #5
    Ich find’s auch klasse so, zumal das Wahrnehmen von Auren ein dickes metaphorisches Potenzial und einen interessanten kulturellen Ballast über die New-Age-Szene mit sich bringt. Und so als Fremde in einer verschworenen Community? Passt schon zieeemlich gut.
    Und ja, „True Colours“ als Titel sehe ich auch HERVORRAGEND in dem Ganzen, den das Durchschauen von Dingen ist schon sehr ... teenie-esque..

    That being said, ich hätte auch nichts gegen ein „Duel“ im weiteren Sinne, aber dann muss es natürlich zu Life is Strange passen, also darüber ernsthaft irgendwas für Teenager Relevantes erkunden und nicht nur Superheldenshit sein. Am ehesten denke ich da gerade an Karate Kid. xD Oder wie cool wäre das mit Leuten, die sich verwandeln oder in einen anderen Körper schlüpfen können und dann um die Beliebtheit an der hiesigen Schule kämpfen? 8D

    Apropos, is die neue Madame eigentlich noch ein Teenager? Wirkt alles fast etwas ... älter auf mich.

  6. #6
    In Teil 2 hat im Grunde die Hauptfigur ja keine direkte Kontrolle über die übersinnlichen Fähigkeiten, da der Bruder über diese verfügt hat und während des Roadtrips probiert hat, dass er seine Emotionen in Schach hält da er die Kräfte nicht kontrolieren kann und wenn ich den Trailer richtig interpretiere ist die Kontrolle der Fähigkeiten wieder nicht gegeben. Wenn sie die Wut anderer spürt wird sie z.B selber wütend. Ob das im Laufe des Spiels besser wird wissen wir ja nicht, aber der Prolog bis zum Tod des Bruders wird wohl darstellen dass sie mit dieser Fähigkeit noch nicht umgehen kann und wird später Untersuchungen anstellen ob der Unfall nicht doch ein Mord war. Diese Fähigkeit wird wohl der Auslöser sein, dass sie begründete Zweifel hegt, ob das ein Unfall war. Eine Person könnte z.B Trauer bekunden doch sie spürt Freude und Erleichterung und dann gehts los.

    Ausserdem war Rewind aus Teil 1 auch noch eine interessante Mechanik, die sich vom Telltale Einheitsbrei abgehoben hat und Teil 2 meiner Meinung nach weniger Rund hat wirken lassen, da es weniger und nicht mehr wurde. Hätte man z.B eine Mechanik gehabt, dass man zwischen den Brüdern hin und herwechseln kann wäre das interessanter gewesen doch das spiel war noch linearer und weniger interaktiv als der Vorgänger. Auch das Korsett was die minimalen Konsequenzen zwischen den Parts betraf war enger geschürt als Teil 1. Ich will bei einem Nachfolger nicht unbedingt weniger sondern etwas, was darauf aufbauen kann

    Und hier stellt sich schon die Frage, wie man die Emotionen ins Gameplay einbinden kann und da bin ich vorerst skeptisch bis neue Informationen kommen. Best Case Szenario wäre ja sowas wie das Gameplay von Athena Sykes aus Ace Attorney in die Dialoge einzubinden, da sie ja fast die gleichen Fähigkeiten besitzt.

    Vorteil in diesem Spiel ist aber das alles Lokal stattfindet und man die Charaktere fokussierter ausschmücken kann. Das finde ich schonmal besser als Teil 2.

    Ich bin da auch bei dir, La Cipolla. Die Frau wirkt als wäre sie Anfang 20 und Gabe wirkt mit seinem Holzfällerbart wie ein 26+Jähriger. Das ganze Szenario hat für mich jetzt auch nicht unbedingt die coming of age vibes, da dieses Szenario in einer Stadt ein neues Leben zu beginnen auch noch bei nicht-Teenagern durchaus relevant sein kann.

    Und ein Duel auf Augenhöhe muss nicht unbedingt die gleiche Fähigkeit sein. Falls der Täter z.B bemerkt, dass er sich durch seine Emotionen verraten könnte und seine Gefühle steuert könnte er sie bewusst auf falsche Fährten locken. Bei Duel meinte ich auch keinen Animefight sondern eher etwas auf einer intelektuelleren Ebene wie das Outsmarten des Anderen.

    Geändert von Ninja_Exit (19.03.2021 um 14:41 Uhr)

  7. #7
    Zitat Zitat von Ninja_Exit Beitrag anzeigen
    und wenn ich den Trailer richtig interpretiere ist die Kontrolle der Fähigkeiten wieder nicht gegeben.
    In der Beschreibung des Videos steht aber was davon dass Alex die Emotionen anderer Menschen manipulieren kann, was als passive Fähigkeit keinen wirklichen Sinn ergeben würde. Klingt zwar trotzdem nicht so interessant wie Zeitmanipulation, aber es wäre zumindest besser als nichts. Ob sie das tatsächlich auf interessante Art und Weise ins Gameplay integrieren bleibt abzuwarten.

  8. #8
    Zitat Zitat von Ninja_Exit Beitrag anzeigen
    Ausserdem war Rewind aus Teil 1 auch noch eine interessante Mechanik, die sich vom Telltale Einheitsbrei abgehoben hat und Teil 2 meiner Meinung nach weniger Rund hat wirken lassen, da es weniger und nicht mehr wurde.
    Dem stimme ich zu und war auch einer meiner großen Kritikpunkte an Teil 2. Sie haben das Gameplay weiter reduziert, was ich in einem interaktiven Medium immer für ziemlich fatal halte. Die Superkräfte von Daniel waren in dem Sinne eher ein Plotdevice als ein Gameplay Element, aber es wurde durch nichts anderes ausgeglichen.

    Andererseits
    Zitat Zitat
    Hätte man z.B eine Mechanik gehabt, dass man zwischen den Brüdern hin und herwechseln kann wäre das interessanter gewesen doch das spiel war noch linearer und weniger interaktiv als der Vorgänger.
    wäre das hier auch nicht sinnvoll gewesen. Die Idee hinter LIS2 ist ja gerade, dass man keine direkte Kontrolle über den Bruder und seine Kräfte hat. Hier wäre es natürlich super interessant gewesen, hätte man kleine Puzzles mit indirekter Kontrolle eingebaut. Aber diese wären natürlich sehr frustrierend, wenn sie nicht gut gebaut sind - bzw. wären sie wohl sogar, wenn sie gut gebaut gewesen wären, für das Hauptklientel von LIS nicht der Bringer gewesen. Denn ich denke, die Reihe zieht primär Leute an, die eigentlich gar kein großartiges Gameplay haben wollen.

    Bei dem neuen LIS Teil warte ich noch ein wenig, was daraus wird. BtS war in Ordnung, aber nicht viel mehr. Glaube das beste, was dabei rauskam, waren Cipos interessante Interpretationen.

  9. #9
    Ja, so ein BISSCHEN Gameplay möchte ich auch. Nicht mal als Herausforderung, aber als Unterstreichen der, hm, jugendlichen Agency? ^^ Teil 1 macht das imho konzeptuell ziemlich gut, wenn auch noch sehr krude.

    Ich finde, in LiS2 hätte es gereicht, wenn man den Einsatz der Psy-Kräfte klarer von anderen Handlungen abgegrenzt hätte, bspw. ...
    Option A: Sie erreichen immer das Ziel, verursachen aber immer irgendeine Form von "Colateral Damage".
    Option B: Ihre Auswirkungen haben ein Zufallselement.
    Option C: Sie sorgen dafür, dass sich der Junge in eine bestimmte Richtung entwickelt.
    Letzteres haben sie glaub ich versucht, aber es war weder komplett konsistent noch irgendwie durchschaubar. Ich hatte selten so ein "Wenn/Dann"-Gefühle, sondern immer nur unklare Zweifel ohne wirklich eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

    Das Wahrnehmen von Auren kann ich mir sehr gut in einem Murder Mystery vorstellen, vor ALLEM wenn der Einsatz mit einem Emotionsausbruch der Protagonistin enden kann, wenn man nicht aufpasst. Da wäre einiges möglich, aber ja, wir müssen gucken, ob sie es hinkriegen.

    Zitat Zitat
    BtS war in Ordnung, aber nicht viel mehr. Glaube das beste, was dabei rauskam, waren Cipos interessante Interpretationen.
    xD Ich bin natürlich komplett anderer Meinung, fühle mich aber doch sehr geschmeichelt!

  10. #10
    Habe gestern Life is Strange: True Colors angefangen und bin nach vier Stunden mitten in Episode 2.
    Sehe ich das richtig fünf Episoden erwarten zu dürfen?
    Dachte erst das wären nur 3 bis ich heute was anderes gelesen habe.
    Falls es 5 werden, wie schafft man das Spiel dann in ca. 8 Std.?
    Bin ja langsam, doch solch ein Run finde ich sehr ambitioniert.

    Was ich eigentlich loswerden wollte, wie hart lächerlich ich die erste Episode finde.
    Nicht falsch verstehen, ich mag die an sich schon.
    Die Charaktere sind interessanter als die Teenie-Truppe aus Life is Strange.
    Nur was man angeblich an nur einem Tag erlebt ist mir für ein Spiel, welches immer so sehr auf Realismus setzt wenn es ums zwischenmenschliche geht, ein Dorn im Auge.
    Am ersten Tag kommt Alex also an, trifft ihren Bruder nach 8 Jahren wieder, lernt das halbe Dorf kennen, kriegt einen Streit mit Marc mit, geht auf diesen los, fängt als Kellnerin an, bekommt das Verschwinden von Ethan mit, findet seinen Aufenthalt durch ein Comic heraus, besiegt ihre Angst, rettet den Jungen UND verliert am selben Tag ihren Bruder?
    Nach Gabes tot tröstet Alex dann einige Tage später diese Steph (die mir überhaupt nicht bekannt vorkommt) und beide spielen Tischkicker.
    Dabei könnte man fast meinen Alex wäre der tot ihres Bruder egal und passt ihr Verhalten so gar nicht zu ihrer Gabe.
    Vielmehr scheint man in diesem Moment die Sexualität von Alex abklären zu wollen, was ich für die Szene völlig unpassend finde.

    Also die Frage: Ist das euer Ernst? Hat man es eilig oder scheitert Deck Nine Games voll an das schwere Erbe von Dontnod?
    Bin gespannt was die nächsten Episoden bringen und hat man sich mit Colorado schon die perfekte Kulisse ausgesucht.
    Nur man könnte ruhig das Tempo drosseln, denn würde man die erste Episode auf eine Woche verteilen, hätte das eine ganz andere Wirkung auf den Spieler.

    Geändert von Ὀρφεύς (19.12.2021 um 12:07 Uhr)

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