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Thema: Charaktervielfalt in Makerspielen

  1. #41
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    @Sabaku
    Ich denke auch, dass Spieler genauso wie Entwickler bei den spielbaren Figuren, also der Gruppe, ihre eigene Hautfarbe in der Regel bevorzugen. Mir gehts aber eher um die unzähligen NPCs, die ja oft eine riesige Welt mit den unterschiedlichsten Klimazonen bevölkern.
    aus irgendeinem Grund habe ich angefangen, falls es die option gibt Schwarze zu Spielen, das mache ich seit über nen Jahrzehnt, als Rotschopf gibt es kaum was weiter entferntes.

    vielleicht ist das komisch, aber worauf ich hinaus will ist das es unendliche mengen an spielern gibt, ich für meinen teil denke das es bei mir daran liegt ein Rollenspieler zu sein (also P&P) und ich garkeinen bedarf habe die figur zu sein, sondern die geschichte erleben will die dieser charakter hat.

    Ich denke Diversität ist eine gute Sache, an sich würde ich es viel verstärkter sehen. Allerdings anders als viel heutzutage argumentieren.

    Es ist meiner Meinung nach nicht notwendig in jedem Medium möglichst divers zu sein wenn es um Rasse geht vor allem dann wenn Rasse oder Kultur gar nicht im Vordergrund der Story steht. Das ist wie mit der hier im thread erwähnten Sexualität, welche relevanz hat sie in einem Spiel/Film/whatever wenn sie keinen Sinn erfüllt?

    Das heisst jedoch nicht das andersartige charaktere dem Spiel keinen Flair bringen können, aber maßgeblich sollte sein was ein ersteller versucht mitzuteilen. Gerade im Fantasy bereich gibt es ja unendliche möglichkeiten mit Rassen umzugehen.

    Es gibt natürlich situationen wo mangelnde Diversität genauso problematisch ist wie in anderen eine vorhandene Diversität zu problemen führt,
    Wenn auch viel Kritisiert finde ich die Witcher Reihe absolut korrekt in seiner darstellung eines Reiches angelehnt an das Mittelalterliche Polen und verstehe nicht warum man sich hier über mangelnde Afrikanische/Arabische Kultur/Menschen beschwert, auf der anderen seite, ein Spiel was in New York 2030 spielt oder so sollte vermutlich die (noch vorhandene )Multikulturalität der Stadt representieren.

    Was mich zum eigentlichen Punkt bringt, was ich gerne sehen würde sind Spiele die in den anderen Kulturen spielen. Nicht als weißer außenseiter sondern z.B. als mitglied eines Afrikanischen Stammes oder eine Story die während des Indischen Mittelalters Spielt. In beiden fällen würde es mich übrigens genauso sehr stören weiße charaktere zu sehen wie zwangsweise andere kulturen um jeden Preis überall anders einzuführen.

    Kleines Problem ist ja nur das wir alle kaum GENUG Ahnung von den anderen Kulturen haben, schätze ich

  2. #42
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Um dann auch auf die Schattenseite des Themas zu sprechen zu kommen: Was denkt ihr, wie häufig kommt es vor, dass Entwickler und Spieler eine bestimmt Hautfarbe kategorisch ablehnen?
    Wie häufig der Punkt bei Entwicklern wirksam wird, lässt sich nicht seriös zählen, denn wie will man die Menge an Spielkonzepten messen, die aus diesem Grund gar nicht weiter entwickelt wurden? Sofern der Entwickler keine ganz eigene Sonderlingsform im sozialen Miteinander darstellt, sind die gewöhnlichen Einstellungen der Gesellschaft vermutlich auch auf ihn zu übertragen. Demnach hätten wir also im Makerforum - je nachdem, welches Institut mit welcher gesellschaftspolitischen Ausrichtung man fragt - zwischen 1 und 50% Rassisten, was jetzt auch nur eine andere Form des Ratens abbildet.

    Unter Spielern wird man handfestere Anzeichen finden, weil sich Spieler in ihren Reaktionen auf etwas tatsächlich Erschaffenes beziehen. Zwei halbwegs aktuelle Beispiele fallen mir ein, die zeigen, dass es für manche Spieler Schwierigkeiten geben kann, wenn der Held eine andere Hautfarbe als man selbst hat.
    In Mafia 3 lenkt man einen Schwarzen, daran gab es Kritik. An der Kritik gab es auch sogleich Kritik, die jedweden Einwand gegen die schwarze Hauptfigur (unpassend für ein Mafiaszenario, unverträglich mit den eigenen ästhetischen Vorlieben bei der Figurenwahl, ungebührlich gegenüber dem eigenen Rassedenken (Bing, Treffer)) ungeachtet der vorgebrachten Argumentation unisono als Rassismus der Spieler deutete. Sehr relevant war das nicht, es blieben Randdiskussionen. Mafia 3 hat sich ein paar Millionen mal verkauft. Bugs und farblose Missionen haben vermutlich einen noch größeren Erfolg verhindert, aber die Hautfarbe des Helden scheint hier kein bedeutsamer Einflussfaktor auf den Anklang im Massenmarkt gewesen zu sein.

    Anders sahen Spielerreaktionen aus, als ihnen eine Hautfarbe übergestülpt wurde. Im Spiel "Rust" bestimmt ein Zufallsgenerator, ob man als Minimal- oder Maximalpigmentierter um sein Überleben kämpft. Ich möchte nicht, dass so etwas auf diese Art für mich entschieden werde, bekundeten zahlreiche Spieler. War das artikulierter Rassismus? War das Widerstand gegen Kontrollverlust? Äußerte sich hier ein Beharren auf bereits etablierte Möglichkeitsfüllhörner der Charaktererschaffung, auf die die Kritiker nicht mehr verzichten wollten? Alles verwöhnte Blagen? Wer nichts anderes sehen möchte, kann seine jeweilige These leichterdings als bewiesen ansehen, indem er herausliest, was ihm passt und andere Möglichkeiten ignoriert.
    Ich habe so meine Bauchschmerzen mit den oft simplifiziert argumentierenden Rassismus-Vorwürfen. Sie sind eher Anklage-Aggregatoren als Messversuche. Dass im Umfeld der Videospiele besonders reizbar und lärmend diskutiert wird, kommt erschwerend hinzu.

  3. #43
    Das Thema kam gerade im Politikforum wieder zur Sprache, also hab ich mir gedacht, greif ich es doch auch nochmal hier auf.

    Leitfrage: Welche Vor- und Nachteile hat Charaktervielfalt?

    Zunächst mal möchte ich einen Standpunkt wiederholen, den ich schon zuvor im Thread vertrat. Der eine mag dies, der andere mag das, das ist ganz normal. Niemandem darf zum Vorwurf gemacht werden, was er mag und was er nicht mag, denn darüber haben wir keine Kontrolle. Man kann nicht wollen, was man mag oder nicht mag. Nur unser Verhalten gegenüber anderen Menschen können wir kontrollieren. Es ist also vollkommen in Ordnung, x lieber zu mögen als y, solange man nichts Verletzendes über y sagt. Das Liebermögen alleine ist nicht verletzend.

    Die Frage ist, woher die unterschiedlichen Vorlieben kommen. Nimmt der Spieler sich selbst als Grundlage? Schwer zu sagen, manchmal ja, manchmal nein, eine pauschale Antwort gibt es nicht. Trotzdem haben die Entwickler aber lange Zeit angenommen, dass sich "die Spieler" mit bestimmten Figurenmustern besser identifizieren können als mit andern, deswegen wurde bevorzugt zu diesen Mustern gegriffen. Die Annahme steht aber auf wackeligen Füßen, denn "die Spieler" sind keine homogene Gruppe - ganz besonders heutzutage nicht.

    Was bewirkt die Figurenvielfalt denn überhaupt? Wenn eine ansonsten wenig bedachte Personengruppe ihren Weg ins Spiel findet, freut das die Mitglieder dieser Gruppe normalerweise und natürlich auch die Befürworter der Diversität. Aber ärgert es gleichzeitig die anderen? Die Leute, die einen Hass auf Diversität haben, können wir denk ich ignorieren, bleiben also die Spieler, die sich mit der unkonventionellen Personengruppe weniger identifizieren können. Ganz neutral gesehen stellt sich die Frage, ob der gewonnene Zuspruch größer ist als der verlorene, was ja vor allem für kommerzielle Entwickler relevant ist.

    Grundsätzlich lässt sich sagen, dass körperliche Merkmale - wenn sie nicht gerade thematisiert werden - keinen großen Einfluss auf Figur und Handlung haben. Jemand, der ein bestimmtes Merkmal kategorisch ablehnt, wird eine Hauptfigur, die es hat, natürlich schlecht finden, alle anderen sind nur nicht maximal zufrieden, nenn ich es mal. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass der "Impact" so groß ist, vielleicht lassen sich die Entwickler auch nur von den Schreihälsen zu leicht einschüchtern. Auf der anderen Seite ist es schon möglich, eine Figur zu erschaffen, die von der großen Mehrheit als "hässlich" empfunden wird und das hätte vielleicht schon einen größeren "Impact". Ich muss sofort an Game of Thrones denken. Immer, wenn jemand dort sagt, dass Tyrion oder Brienne hässlich sein sollen, muss ich die Stirn runzeln, denn die Schauspieler sind es ja gar nicht. Was wäre wohl, wenn die Schauspieler wirklich so aussehen würden, wie die Figuren aus den Büchern?

    Dann gibt es noch die sexuelle Ausrichtung, die - klar - kein körperliches Merkmal ist. Da könnte es schon mehr Schwierigkeiten geben, zumindest dann, wenn die Liebesgeschichte des Hauptpaares eine wichtige Rolle spielt. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass sich jemand mit einer abweichenden sexuellen Ausrichtung dann für die Beziehung gar nicht interessiert und damit auch für einen größeren Teil der Handlung. Bei Nebenfiguren würde die Auswirkung natürlich geringer sein.

    Soviel mal als Diskussionsgrundlage.

  4. #44
    Ich denke mal, die Frage hast du dir selbst bereits beantwortet.
    Diversität birgt stets den Nachteil, dass Charaktere ihren Weg ins fertige Spiel finden, die einige Spieler der eigentlichen Zielgruppe gar nicht ansprechen. Ob das diese jetzt dazu verleitet, das Spiel nun nicht zu spielen, hängt wieder vom Individuum ab, wie du schon korrekt angemerkt hast. Ich persönlich denke ja, dass man sich nicht mit ALLEN handelnden Personen direkt identifizieren können muss. Mir reichen ja eine oder zwei vollkommen aus, solange diese genug Screentime bekommen und vielleicht werde ich mit anderen Charakteren auch noch warm.

    Was mich angeht, hat Charaktervielfalt mMn keinerlei nennenswerte Nachteile, da ein guter Mix der Charaktere dem Ganzen doch erst die nötige Würze verleiht und ggf Konflikte schafft, die die Charaktere entweder enger zusammen schweißen oder entzweien, wie im richtigen Leben halt.

  5. #45
    Ich gebe zu bei meiner alten antwort (zwei Posts über dir) UND deiner ausführlichen diskussionsgrundlage sehe ich keine wirklich sinnvolle Antwort drauf.

    Der Faktor ist immer auf der Stärke der charakter (ergo in wiefern werden sie gut dargestellt) in so fern kann man natürlich auch unglaublich interessante dinge thematisieren, leider ist das wie du beschreibst auch nur dann der Fall wenn das tatsächlich diese themen behandelt werden. Ansonten ist halt trotzdem kaum ein nachteil vorhanden, in sofern die Diversität nicht den logischen Grundlagen der Spielwelt widerspricht.

    Das gilt, bevor wir dahin auch abrutschen , auch für diversität in die andere richtung in spielen wie Aurion: Legacy of the Kori-Odan z.B. einen Fokus auf weise charaktere zu finden wäre eine katastrophe, genauso wie es in Witcher 3 eine gewesen wäre wenn es um dunkelheutige ging wäre.

    Geändert von Lord of Riva (13.08.2017 um 17:02 Uhr)

  6. #46
    Ja seh es auch so. Muss in die Spielwelt passen. Und die Chars müssen gut ausgearbeitet sein - dass man nich das Gefühl hat sie wären nur da um ne bestimmte Minderheitengruppe zu berücksichtigen. Weil schlecht geschriebene Chars immer nervig sind. Sind die Chars gut dann spielt das alles keine Rolle. Liebesgeschichten mag ich eh - weil die selten gut sind - mehr nur "angedeutet" oder halt dann auch mal bei Nebenchars. Da ist es auch nich so schlimm wenn die Hauptstory frei davon bleibt. Jedenfalls besser als bei Dragon Age zum Beispiel die zig billig wirkenden Romance-Optionen - wo auch Homosexualität möglich war (erster Teil, Rest von Dragon Age nie gespielt). Da fand ich nur das einer mit der Hexe oder so gut, weil die mehr Bedeutung hatte. Der Rest (also auch die andern Hetero-Sachen - eher schlecht).

  7. #47
    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Jedenfalls besser als bei Dragon Age zum Beispiel die zig billig wirkenden Romance-Optionen - wo auch Homosexualität möglich war (erster Teil, Rest von Dragon Age nie gespielt). Da fand ich nur das einer mit der Hexe oder so gut, weil die mehr Bedeutung hatte. Der Rest (also auch die andern Hetero-Sachen - eher schlecht).
    Das hat aber auch das Niveau eines Dating-Simulators, deren Spielmechanik ja im Grunde daraus besteht, die Dialogzeile zu wählen, die das gegenüber wahrscheinlich am besten aufnimmt. Immer das zu sagen, was jemand hören will, um ihn/sie möglichst effektiv ins Bett zu kriegen hat für mich einen soziopathischen Touch, daher kann ich dem auch nicht viel abgewinnen, zumindest bereichert es keine Geschichte für mich.

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