Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 21 bis 40 von 162

Thema: [ZOOOOOmmxBIES! Staffel 3] Station 1 - "Wave Shengs Hope Goodbye"

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Nachdem Eryn und Will von ihrer erfolgreichen Expedition zurückkehrten - mit der Information im Gepäck, dass es unweit von Sheng's Hope neues Leben gab - wurde ihnen augenblicklich von Ranger aufgelauert. Er verhielt sich kurios, beinahe zu freundschaftlich in Anbetracht der Tatsache, dass sie doch nahezu keine Berührungspunkte hatten. Immerhin war er so gut wie nie im Dusty Derrecks zugegen. Fast wirkte er als führte er etwas im Schilde. Da die Barfrau jedoch ohnehin zum Bürgermeister gewollt hatte, machte sie es sich einfach und folgte ihm, während sie Will überließ, den Vogelfreund über das Geschehen auf der Farm aufzuklären.

    "Hey Sheng, Will und Eryn sind zurück", sprach er schließlich, woraufhin sich der Asiate zu ihnen umdrehte. Erst grüßte er freundlich, doch blickte dann vor allem die 25-Jährige sorgenvoll und irgendwie zweifelnd an, während sich Ranger fast etwas aufdringlich hinter ihr positionierte. "Eryn, ich muss mit dir reden!", sagte Sheng ernst und bekam als Antwort nur einen fragenden Gesichtsausdruck. Er und auch der Ex-Kanadier wirkten angespannt, als wäre irgendetwas mit ihr verkehrt. "Okay, ähm...", fing sie an, doch der Bürgermeister unterbrach sie: "Unter vier Augen!"

    Als sie ihm folgte, rätselte sie noch, doch nachdem Sheng sie an eine ruhigere Ecke der Nordseite ihrer Arbeitsstätte geführt hatte, arbeitete ihr Verstand wieder. Sie hatte Derreck beim erst- und zweitmaligen Durchqueren der Siedlung nicht wieder gesehen. War er bereits in Gewahrsam? Wollte er über ihn sprechen? Hatte ihr Chef sie womöglich verraten? Der ehemalige Soldat positionierte sich vor ihr, nicht bedrohlich, aber offensichtlich Bereitschaft zeigend, sie jederzeit abzufangen. Als hätte sie irgendeine Chance.

    "Ich bin ehrlich, Eryn: Ich habe etwas gehört, dass mich beunruhigt..." - sie stoppte den Gründer der Siedlung noch bevor er richtig anfangen konnte mit einer erhobenen Hand. "Ich kann's mir denken, Sheng!", erwiderte sie und ihre Miene verdunkelte sich. Sie nahm sich augenblicklich vor, ihm Drama zu liefern. Doch als die Erinnerungen zurückkehrten, brauchte sie dieses Drama nicht mal spielen.

    "Ich bin so dumm!", fluchte sie und tat, als wäre das lediglich Ärgernis über sich selbst, das er nicht hören sollte, sah ihn dann an und fuhr fort. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Dieses Mal erlaubte sie sich das Weinen. Dieses Mal sollte es ihr helfen. Sie hob die Arme kurz, um anzudeuten, Sheng in eben diese zu nehmen, doch unterließ es dann bewusst, zog zurück. Sie wusste nicht, was er wusste. Seinem Gebaren nach verdächtigte er sie richtigerweise, ein aktiver Teil der gestrigen Eskapaden zu sein. "Es tut mir Leid!"

    Sie holte tief Luft und schluckte das Schluchzen runter. Die errötete Nase und die Tränen nahmen ihr die Attraktivität, doch diese würde ihr ohnehin nicht weiterhelfen. Nicht bei Sheng. Nicht jetzt. "Ich hätte es dir erzählen müssen, ich... d-dummes Ding!", klagte sie. "Aber ich... i-ich wollte nicht, dass es öffentlich wird, verstehst du? Erst weißt du davon und dann... und dann Floyd-Williams..." - ihre Stimme wurde für einen Moment leiser, als sie paranoid in Richtung des Anwesens des Mannes sah, der Schuld am ganzen Dilemma gewesen ist. "Ich wollte nur nicht, dass es noch schlimmer wird. Ich hatte so Angst..."

    Wieder folgte eine Pause, doch wieder ließ sie die Pause nicht so lang werden, das der Bürgermeister das Wort ergreifen konnte. "Ich bin bei Ben in der Wäscherei gewesen!", fing sie an, den vorigen Abend zu rekapitulieren. "Ich habe ihn darum gebeten, die Sachen zu Wingman zu bringen und bin zurück in die Kneipe. Ihr wart noch da und ich habe überlegt, wo ich anfange mit den ganzen Reparaturen und der Reinigung. Und dann habe ich nach Derreck gesucht, damit er hilft. Am Mittag hatten wir einen Streit, weil er das Kultistenmädchen vor allen Leuten 'Menschenfresserin' nannte. Ich hatte ihn seitdem nicht mehr gesehen und dann war sein Büro abgeschlossen. Ich bin also zur Kasse und habe den Ersatzschlüssel geholt und aufgemacht. Da war er dann, mit einem menschengroßen Beutel - und genau das war da auch drin, ein Mensch!" Sie gab sich fassungslos. Immerhin war sie das gestern auch gewesen. "Erst versuchte er mich abzuwimmeln, aber ich ließ das nicht zu. Der Junge im Sack - Raoul - war wohl ein Dieb. Er hatte von der Farm von... George" - wieder ein Blick auf die Felder - "... gestohlen. Der dachte lange Zeit, dass Derreck der Dieb war, doch... Derreck wusste die Wahrheit. Er wollte nichts verraten, weil... weil irgendwo in dem Kerl doch ein Herz steckt, aber Floyd-Williams hat seine Schläger geschickt und ihn immer wieder übel zugerichtet. Das brachte ihn aber immer noch nicht dazu, ihn auszuliefern. Erst als sie drohten..." - der Ausdruck auf ihrem Gesicht wurde ein schuldbewusster - "... mich zu... verletzen, knickte er ein. Und dabei erwischte ich ihn dann auf frischer Tat. Wie er gerade den Jungen bewusstlos geschlagen hatte, um ihn gegen meine Unversehrtheit einzutauschen. Ich habe ihm gesagt, dass das nicht geht. Dass ich die Entscheidung nicht treffen kann. Er sagte, dass ich das nicht müsse. Er sagte, ich solle einfach gehen und ihn machen lassen, doch das konnte ich nicht. Das wäre doch auch eine Entscheidung gewesen." Wieder atmete sie tief ein.

    Da war er; der Moment. Schneller als erwartet. Der Moment, in dem sie die Möglichkeit hatte, ihr frisch belastetes Gewissen rein zu waschen. Ihre Sorgen, ihren Kummer, ihre Schuld in Worte zu fassen und loszuwerden, bei dem Mann, der vermutlich immer nur das Beste für sie und den Rest der Siedlung gewollt hatte.

    Doch sie brachte es nicht zustande. Die Barfrau setzte alles auf eine Karte. "Ich habe ihn darum gebeten, es nicht zu tun, den Jungen gehen zu lassen, auf ihn eingeredet, mehrere Minuten lang. Doch dann nahm er diese... Pfanne und schlug auf den Kopf des Jungen ein. Zwei mal! Beim ersten Mal konnte ich seine Nase brechen hören, beim zweiten Mal gab er schon keinen Mucks mehr von sich." Sie machte einen angewiderten Gesichtsausdruck. "Ich hätte ja was getan, aber... wie? Ich flehte Derreck an, es nicht zu tun. Ich sagte, es würde mir schon nichts passieren, doch er hatte seine Entscheidung getroffen. Er stieg nur aus dem Fenster und zog den Jungen mit sich. Ich weiß nicht mal, ob er da nicht vielleicht schon tot gewesen ist."

    Sie blickte auf den Boden, um dann den Augenkontakt mit Sheng zu suchen. Das konnte sie: Menschen in die Augen sehen. Die Tränen waren in ihrem Gesicht getrocknet, darin lag nun Verzweiflung und Entsetzen. "Ich hätte es dir erzählen müssen...", wiederholte sie sich. "Aber ich kann doch Derreck nicht... er hat es immerhin für mich getan!" Sie sah den Bürgermeister an, in seinem Blick nach Verständnis für ihr angebliches Verhalten suchend.

    Und dann legte sie ihre Arme nach vorne, in einer fast einladenden Gäste. Die Handgelenke drückte sie zusammen. "Ich bin Mitwissende einer Straftat", klärte sie ihn auf. "Nimm mich fest, ich hab' Mist gebaut." Beschämt sah sie zur Seite. "Ich hätte etwas unternehmen müssen", fügte sie ihrem Geständnis leise hinzu.

    Und wenigstens der Satz mit dem sie abschloss entsprach wieder der Wahrheit: "Aber ich bin zu feige!"

    Geändert von MeTa (12.09.2015 um 00:16 Uhr)

  2. #2
    Als sie wieder in Shengs Hope ankamen hatte Will die Geschehnisse im Haus von Cletus immer noch nicht verdaut. Auf dem Rückweg hatte er sich viele Gedanken über das Mädchen gemacht welchem er grade geholfen hatte ein, von ihr wahrscheinlich nicht gewolltes, Kind zu gebären. Sie hatte geschrien, geweint und wollte das kleine Knäul Leben nicht einmal ansehen oder anfassen. Er fühlte sich schrecklich dabei sie und das Neugeborenen dort zurückzulassen.
    Will bemerkte einen neuen, nicht besonders ansehnlichen, Fleck auf seinem Hemd welcher zu den unzähligen anderen unansehnlichen Flecken dazu gekommen war. Dieser hier war jedoch nicht sein Blut und jeder versuch dieses schnell herauszuwaschen war gescheitert.

    Eryn und er hatten auf dem Rückweg nach Shengs Hope nur wenige Worte gewechselt doch das was sie besprochen hatten, hatte ein klares Ziel. Das Mädchen und ihr Kind zu retten. Wills Hände verkrampften sich. Er wollte gar nicht daran denken wie viele der Kinder auf Cletus Gelände so geboren worden waren. Oder wie oft sein Vater dabei geholfen hatte diese Kinder zur Welt zu bringen. Eryn und Will beschlossen, in Shengs Hope jemanden zu suchen der die Sache sauber und ohne Zwischenfälle ausführen konnte. Doch kaum hatten sie einen Fuß hinter die improvisierten Mauern der Siedlung gesetzt kam Ranger auf sie zu und wies Eryn und Will an ihm zu folgen. Wie sehr wünschte Will sich jetzt eine kalte Dusche. Kein Eimer gefüllt mit abgekochtem Wasser den man sich über den Kopf goss. Eine Dusche mit fließend Wasser. Oder ein heißes Bad.

    Vor dem Dusty Derrecks angekommen wollte Sheng mit Eryn unter vier Augen reden. Will war jede Pause recht und er setzte sich auf das, was einmal vor Jahrzehnten, eine Bordsteinkante gewesen war. Kurz überlegte er, ob er Ranger erzählen sollte was auf der Plantage passiert war. Er war sich aber nicht sicher ob der Mann mit der Krähe wirklich der richtige Gesprächspartner für dieses sehr spezielle Thema war.

    Will entschloss sich dagegen mit Ranger darüber zu sprechen, es gab Personen in Shengs Hope die mehr Einfühlungsvermögen hatten als dieser Haufen Muskelmasse. Die Frage war nur, wo trieb sich diese Person herum?

    Geändert von Kaia (12.09.2015 um 00:16 Uhr)

  3. #3
    Al freute sich, dass Lisa ihn begleiten wollte. Allein hätte er sich ungern auf den Weg gemacht, denn auf einer Reise, selbst auf offener Straße, musste man immer mit Gefahren rechnen.

    Die beiden waren der gleichen Meinung, dass sie keine Zeit verlieren und sofort aufbrechen sollten. Noch war es früh, und sie wussten nicht, wie weit die Karawane entfernt war. Zum Glück kannte Lisa die Umgebung besser als er. Sie war hier aufgewachsen und war mit den Wegen und Menschen vertraut.

    Nach kurzer Vorbereitung machten sich die beiden auf den Weg und folgen der westlichen Straße. Igor war in die Lüfte gestiegen, um die Umgebung im Blick zu behalten. Ein Fahrzeug hatten sie leider nicht dabei, aber sie hätten es ohnehin beide nicht steuern können.

    „Wenn er Menschen sieht, oder Untote, dann wird er uns warnen“, erklärte Al Lisa.
    „Dann brauchen wir ja keine Angst vor bösen Überraschungen zu haben“, gab diese zurück.
    „Es sei denn, wir finden die Karawane nicht bis zum Einbruch der Dunkelheit. Falken können nachts leider nicht viel mehr sehen als wir, dann können wir uns nur noch auf sein Gehör verlassen – und unseres.“
    Lisa nickte verstehend. „Na dann... sehen wir zu, dass wir's noch heute schaffen.“ Diese Antwort gefiel Al. Er lachte, und die beiden beschleunigten ihr Tempo.

    Die Sonne stieg höher und der Tag wurde heißer. Es beeindruckte Al, wie Lisa ohne Schuhwerk auf der Straße laufen konnte, ohne sich die Füße zu verbrennen. Bis jetzt hatten sie noch nichts gesehen, und auch Igor war nur einmal heruntergeschnellt, als er Beute erspäht hatte.

    Die Stunden vergingen, die Sonne wanderte weiter und es verblieb nicht mehr viel Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der Zustand der Straße verschlechterte sich zunehmends. Zweimal wäre Al fast in ein tiefes Schlagloch getreten – einen verstauchten Fuß konnte er jetzt am allerwenigsten gebrauchen. Lisa hingegen umging alle Hindernisse leichtfüßig.

    „Falls wir die Karawane nicht mehr entdecken, und danach sieht es aktuell aus, und es Nacht wird“, sprach er Lisa zugewandt, „verlass dich bloß nicht auf mich, falls wir doch überrascht werden sollten. Als Kämpfer tauge ich nicht viel, das hat die Vergangenheit mir leider allzu oft bewiesen.“
    „Von mir brauchst du auch nicht erwarten, dass ich Zombies oder Banditen in die Flucht schlagen werde“, antwortete Lisa lachend.
    „Gut, dann wissen wir ja, was wir tun müssen: uns so schnell wie möglich aus dem Staub machen.“

    Doch dazu kam es nicht mehr. Igor stieß einen Schrei aus. Kurz darauf sahen es auch Lisa und Al: Ein paar hundert Meter vor ihnen, etwas abseits der Straße, befanden sich verschiedene Wagen und Tiere. Ja, es war eindeutig die Karawane.

    (ZIELORT ERREICHT: KARAWANE)

    Geändert von BIT (12.09.2015 um 12:10 Uhr) Grund: Sig aus! ~ BIT

  4. #4
    Kurz zuvor:
    Misstrauisch geworden hatte Sheng damit begonnen, die Bar zu durchsuchen und einmal komplett auf den Kopf zu stellen.
    Und er wurde fündig, genau das was Ranger beschrieben hatte, lag dort, wo es sein sollte. Nicht, dass er dem Mann misstraut hatte, er hatte vielmehr dafür Sorge tragen wollen, dass die Bar nun vollkommen sauber und menschenfrei war, denn ohne seinen Besitzer würde es das perfekte Lager abgeben.
    Auch das Schiff war vorgeschlagen worden, doch hier bestand die Gefahr der Jugendbande und zu vieler dunkler Ecken und Verstecke.

    Er blickte sich um und begann, Tische und Stühle in eine Art Anordnung zu bringen, so dass sie alle Fundgüter der Reihe nach würden auflisten können.
    Wingman verstand die Idee und begann damit, seinen liebevoll erstellen Einsatzplan ebenfalls nach drinnen zu bringen, wo er ihn von dem ehemaligen Tresen des McDonalds herunterhängen ließ.
    So würden sie mit ein wenig Hilfe der Anderen ganz schnell eine Basis haben.

    Sheng wollte die Zeit schnell nutzen, bevor Ranger wieder auftauchen würde, denn es würde ihn eine sehr unangenehme Pflicht erwarten. Sollte sich die Geschichte als wahr herausstellen, dann musste ein Urteil gefällt werden. Und das gegen eine Frau, die heute morgen noch erklärt hatte, dass sie beitragen würde, die Siedlung zu retten.
    Er war gerade dabei, einen der Schränke freizuräumen, als die Taucherin wieder ankam und stolz die erste Ausbeute des Tages in das alte Restaurant brachte.
    Sheng begrüßte sie lachend und nickte ihr anerkennend zu.
    "Das kannst du unmöglich alles alleine gesammelt haben.", schnaufte er lachend, während er versuchte, einen der schweren Tische auf einen anderen zu stapeln, um so eine Art Hochregal zu erzeugen.
    "Richtig...", erwiderte die rothaarige Frau gutgelaunt, "Aber wenn man auf einem Hai reitet, geht es eben doppelt so schnell."
    Der Asiate schüttelte lachend den Kopf, schaffte es jedoch nicht, den Tisch endgültig hochzustemmen. "Lass dir doch helfen...", sagte die Frau lachend und Sheng erwiderte schnaufend: "Niemals, wie steh' ich denn dann vor euch da. Hier glauben doch sowieso alle, ich könnte nicht einmal ein Messer richtig führen."
    Kopfschüttelnd ging sie ihm zur Hilfe und bereitwillig machte er ihr Platz, damit sie am Tisch perfekt anfassen konnte.
    "Du musst mir erzählen, was es mit dem Hai auf sich hat." lockte sie und Sheng erwiderte noch immer unter höchster Kraftanstrengung. "Also, da war dieses..."
    Und dann gab es ein lautes Knacken und der Tisch darunter gab mit einem lauten Knacken nach, die beiden Stützen, die den Beiden zugewandt waren, gaben nach und der obere Tisch, den sie nicht mehr festhalten konnten, sauste direkt auf Sheng und Evi zu. Durch Shengs Leib peitschte Adrenalin, seine Knie spannten sich an, durch seinen ganzen Körper strahlte die Aufregung wie kochende Lava, es gab für ihn nur eine Sache zu tun!
    Er drehte sich zu Evi um, damit er sie heldenhaft zur Seite ziehen konnte, doch noch bevor er sich umgedreht hatte, spürte er schon einen harten Ruck an seinem Leib als Evi ihn aus der Flugbahn des herabstürzenden Tisches rammte. Beide schlugen auf dem Boden auf, sie auf ihm sitzend, die Gesichter ganz nah, Augen, die sich musterten.
    "Danke..."flüsterte Sheng lächelnd. "Bitte." erwiderte sie mit flatternden Lidern ebenso leise und sanft.
    Und dann biss Sheng sich auf die Lippen. Er würde es wagen. Wenn nicht jetzt, wann...

    Hey Sheng, Will und Eryn sind zurück, rief da die energische Stimme von Ranger schon von weitem und die agile Taucherin sprang sofort auf und kam mit einem Satz auf die Beine.
    Sheng war einen Bruchteil später auf den Beinen und rannte nach draußen, als in dem Moment Ranger um die Ecke kam und ihm abermals das Hey Sheng, Will und Eryn sind zurück entgegenrief. "Ha, gut!" erwiderte Dieser ohne rechte Freude und Begeisterung.






    Mum Perlmutter war schon lange genug in diesem Geschäft. Sie wusste genau, dass eine gebrochene Achse im Niemandsland das Todesurteil war.
    Normalerweise hätte sie nun Jemanden nach Shengs Hope geschickt, aber sie traute den Leuten dort nicht. Sie hasste Floyd-Williams und mochten die Gerüchte stimmen, dann gab es dort mittlerweile eine wachsende Gemeinde an Kultisten, die Blutopfer und Herzen an die Plünderer verkauften. Sie spuckte auf den Boden und blickte sich um. "Verdammter Sheng. Hatte nichts im Griff."
    Ihre eigenen Leute waren gerade dabei, die Achse des Hauptwagens zu reparieren, doch sie kamen nur langsam voran, viel zu langsam. Und das war schon der zweite Unfall, den sie hatten. Das Gebiet der Baffin Bay war verflucht. Sie spuckte zu Boden und fischte dann aus ihrem Futteral ein Zigarillo hervor, ein Artefakt und eine Angewohnheit aus der alten Welt. Eigentlich eine lästige Angewohnheit, doch unten im Süden gab es noch immer Menschen, die sowas herstellten. Als wollten die Menschen keinen Fehler der Vergangenheit je aufgeben.
    Sie erwartete die Plünderer schon und schirmte die Augen gegen Hitze und Sonne mit einer Hand ab, kniff die Augen zusammen. Sie wusste, dass sie hier waren und lauerten. Sie umkreisten einander schon seit Stunden, so kam es ihr vor und die Männer und Frauen ihrer Leibwache wurden langsam müde. Denn sie lagen schon seit gefühlter Ewigkeit unter den Wagen und zielten mit ihren Gewehren auf Wolken, Kakteen, Sträucher und jedes Kleintier, dass sich in ihre Richtung vorgewagt hatte.

    Doch noch keine Plünderer. Sie blies den Rauch aus einem Mundwinkel und ließ den Blick über ihre Waren schweifen. Es war nicht viel, aber es war wertvoll. Einige Gewehre, etwas Munition. Sehr wenige Lebensmittel und einige besonderen Luxusartikel wie eine handgefertigte Gitarre sowie gute, feste Kleidung. Und darunter transportierte sie ihre wahren Schätze.
    Sie ging im Kopf ihre Reisestrecke durch, die Geschäfte mit den Sammlern im Süden, der recht geringe Kopfpreis bei den Vultures. Doch jetzt würde sie Territorium der Flameriders und der Bucaneers durchqueren und mit Denen konnte man nicht reden. Wieder grollte ihr Magen vor Durst und Hunger. Doch mehr von ihrer Ware konnte und wollte sie nicht essen. Die eisenharte Frau würde lieber verdurstend unter ihrem Wagen verrecken, als weiter Wertgegenstände zu vernichten, indem sie diese aß oder trank.
    Und dann sah sie einen Vogel zielstrebig über der Karawane kreisen.
    "PLÜNDERER!", schrie sie ihren Leuten zu und mit einer fließenden Bewegung ließ sie ihren Bogen von der Schulter gleiten und schoß einen verdammt gut gezielten Pfeil auf den Vogel ab, von denen sie wusste, dass Plünderer sie oft benutzten, um ihre Beute zu markieren.

    Der Pfeil verfehlte Igor nur knapp und als er sich in leichtem Bogen wieder senkte, schlug er genau neben Al und Lisa ein.
    Beide blickten über den Hügel und konnten die Karawane nun genau erkennen. Bewegung war in die Leute gekommen, sie sammelten sich eindeutig, um gegen sie vorzugehen.

    Al: Probe Handel: Bestanden!
    Lisa: Probe Sprachgenie: Bestanden!


    Es schien, als könnten sie sich gefahrlos nähern und den Kontakt aufnehmen mit den wettergegerbten Händlern.

    Geändert von Daen vom Clan (12.09.2015 um 00:12 Uhr)

  5. #5
    Wieder zurück in der Siedlung machten sich Jäger und Vincent sogleich auf den Weg zum Pub. Es war durchaus befremdlich am Eingang der ehemaligen McDonalds Filiale zwei gut bewaffnete Wachmänner vorzufinden.

    "Hey Sheng, Will und Eryn sind zurück!"

    Dem Ruf folgend öffneten sich die Türen der improvisierten Einsatzzentrale und heraus kam Sheng, der den Eindruck machte, etwas neben sich zu stehen. Er nickte den Beiden grüßend zu und sagte:

    "Gehts euch gut? Alles in Ordnung? Okay. Geht schon mal rein, bin gleich bei euch."

    Im Inneren fanden sie Evi, die ihre Arme in die Hüften gestemmt hatte und gedankenverloren auf einen umgeworfenen Tisch starrte. Als sie die Zwei bemerkte, kam wieder Leben in ihr Gesicht und sie grüßten einander. Jäger waren ihre eigenartig geröteten Wangen und der leicht entrückte Blick in den Augen nicht entgangen. Entweder tat ihr dieser arme Tisch wirklich sehr sehr leid, oder sie und Sheng... Ech, wie dem auch sei. Gemeinsam hoben sie den Tisch wieder vom Boden, drehten ihn um und stellten ihn an der bevorzugten Stelle ab. In diesem Augenblick kam Wingman hereingestürmt und breitete eine große Karte auf der neu aufgestellten Unterlage aus, ohne die Anderen zur Kenntnis zu nehmen. Jäger und Vincent warfen einander belustigte Blicke zu. In Shengs Hope ging das Gerücht um, dass der fleißige Offizier ein Wespennest im Arsch haben muss, aus dem in unbestimmten Abständen die gelben Tierchen herausfliegen und er gezwungen ist im hektischen Lauftempo von einer Aufgabe zur Anderen zu rennen und niemals länger als eine Minute an ein und demselben Ort zu verweilen. Die ganze Operation hatte wohl das ganze Nest aufgescheucht. Er zeichnete mehrere Minuten lang etwas auf die Karte, wischte sich dann mit dem Ärmel die feuchte Stirn ab und bemerkte schließlich, dass er nicht alleine war.

    "Die Buccaneers, richtig? Also?"

    "Mission erfüllt.", meldete sich Vincent zu Wort. "Kanns kaum erwarten, den Dreck aus meine Ohren zu waschen."

    "Ja, auch ich.", stimmte Jäger zu.

    "Also?", wiederholte Wingman und musterte sie erwartungsvoll.

    "Ist kleine Werkstatt dort. Sie stellen selbst Patronen her und lagern viel Kram, auch Essen."

    "Stank bis zum Himmel. Da werden wir lange die Spreu vom Weizen trennen müssen."

    "Wir auch gesehen fette Beute. Große Säcke, die sie anderen bestimmt geklaut. Wir nun klauen von ihnen."

    "Stark bewacht?"

    "Habe Schlimmeres gesehen. Eine Wache behält die Küste im Auge, zwei Männer drehen langsame Runden um den Perimeter. Es wird einfach sein, sie leise aus dem Verkehr zu räumen ohne die Anderen aufzuschrecken."

    "Ja. Berichte von Scout sind korrekt. Wir Trümmer und Einschusslöcher gesehen. Kampf erst neulich stattgefunden. Sie wahrscheinlich von Kanonenboot angegriffen, große Kaliber. In Mauer auf Rückseite ist Loch, man kann durchkommen. Wir sie mit Blechteil zugedeckt, damit niemand sie bemerkt."

    "Unser Ticket nach El Dorado, würde ich sagen."

    Wingman ließ sich das Ganze durch den Kopf gehen. Dann riss er einen Streifen Papier ab, schrieb etwas drauf mit seiner krakeligen Schrift und befestigte es mit einem kleinen Pin an der Karte.

    "Gute Arbeit, Jungs. Die Dusche habt ihr euch redlich verdient."

    Geändert von BIT (12.09.2015 um 12:11 Uhr) Grund: Sig aus! ~ BIT

  6. #6
    Dem guten Bürgermeister, der zwar mutig war und pflichtversessen, der großartig planen konnte, doch in der Tat nicht kämpfen, ging das Herz auf, als er die Geschichte der armen Bardame hörte, die, so weit war es doch bekannt, sehr unter den Nachstellungen von Derrick hatte leiden müssen.
    Als sie ihm endlich die ganze Wahrheit erzählte, presste er die Lippen zusammen und schloß kopfschüttelnd die Augen.
    Ihm wurde klar, dass sie das Opfer war. Genauso wie Derrick auch, der das Pech hatte, sich in diese Schönheit zu verlieben. Aber wer konnte es ihm verdenken...?

    Dann legte er ihr sanft die Hand auf ihre Arme und drückte sie nach unten und anstatt ihr Handschellen anzulegen - die sowieso Frank hatte - nahm er sie in den Arm und drückte sie so voller Trost und Wärme, wie er nur konnte.

    "Die Liebe macht uns alle blind und zu Trotteln.", sagte er leise und strich tröstend mit der Hand über ihren Rücken.
    "Das ist richtig.", stellte Eryn leise wispernd und schniefend fest und erwiderte die Umarmung zärtlich, froh, dass alles so perfekt gelaufen war.

    "Wir können den Funkenflug der Liebe nicht kontrollieren, wissen weder ein noch aus, wenn er uns entzündet. Und in diesen dunklen Zeiten ist es schon ein wahres Geschenk und Privileg, wenn man Jemanden findet, den man sein Herz schenken kann. Das ist mir jetzt erst richtig klar, wo ich Jemanden gefunden habe, der mich anders denken lässt. Und der mir Hoffnung gibt, wo ich schon dachte, das Wort zu vergessen.", sprach er mit seiner sanften Stimme weiter und Eryn erwiderte nun die tröstende Umarmung. "Das ist auch richtig. Aber warum hast du mich dann gestern Abend weg geschickt?", fragte sie flüsterleise und merkte, dass er sie gar nicht hörte, da er mit den Gedanken komplett abwesend schien.

    Und so sprach er weiter, während Eryn immer verwirrter zuhörte und sich in seine Umarmung schmiegte.

    "Aber jetzt bin ich mir sicher. Ich muss nur einen Weg finden, es auszudrücken."
    Ich stehe direkt vor dir, Trottel...?"
    "Aber das würde sie von ihrer Mission ablenken, das ist es, was ich befürchte. Sie gefährden."
    "Ich komme schon wieder, sei ohne Sorge.", lächelte sie und Sheng löste sich von ihr und hielt sie auf Armlänge Abstand.

    Dann drehte er sich um, Eryn den Rücken zu und blickte auf die Stelle, wo Evi ihn umgestoßen hatte. Es wirkte, als würde er zu sich selbst sprechen.
    "Für ein Leben unter Wasser mit ihr fehlen mir zwar die Kiemen, aber ich würde es gerne wagen..." Er schüttelte den Kopf und etwas in Eryn schrie laut "Eeeevi!"
    Und sie wünschte sich eine breite Pfanne herbei, um sie Sheng über den Kopf ziehen zu können.
    Stattdessen lächelte sie und schniefte eine kleine Träne weg, ihre Rolle noch immer perfekt spielend.

    Sheng sah sie nachdenklich an und schien keine Sekunde an ihrer Version zu zweifeln.

    "Derrick hat dies aus Liebe getan. Weil er dich verehrt, vergiss das bitte nicht. Trotzdem muss und wird er sich für seine Verbrechen verantworten müssen."

    Er sah mit einem lauten Seufzen nach unten. "Wenn ich daran denke, was dir fast unterstellt worden wäre, das tut mir sehr leid. Ich schäme mich sogar, wo du dich doch für die Siedlung freiwillig gemeldet hast, obschon du sicherlich mit jeder Faser deines Herzens lieber hier geblieben wärst."

    Eryn nickte stumm und spielte ihren Part weiterhin perfekt aus.
    "Und nun müssen wir Derrick suchen. Wir haben ihn lange nicht mehr gesehen. Hast du irgendeine Idee, wo er sich befinden könnte?"

    'Wieder schossen Tränen in ihre Augen, sorgfältig und wohldosiert, doch nicht zu übertrieben, ganz perfekt, und sie schüttelte den Kopf.

    "Dann komm jetzt erst einmal zur Ruhe und erhole dich. Vielen Dank, dass du die Reise auf dich genommen hast. Wenn du magst, kannst du zudem gerne hier helfen. Wir werden die Bar für die nächsten paar Tage zu einem Kommandoposten ausbauen."

    Er nickte ihr noch einmal zu und machte sich daran, Frank zu suchen, um ihn darüber aufzuklären, dass Derrick dringend gefunden werden musste...

    Doch Frank schien noch bei der Untersuchung des Falles der verschwundenen Munition mit Doc Strider zu sein und der Bürgermeister machte sich im Kopf eine Notiz, das Thema noch einmal anzusprechen.
    Und er nahm sich vor, Haile zu fragen, ob sie vielleicht wusste, wie die Kinder im Schiff mit Verlusten umgingen. Immerhin lebten sie fast zusammen mit ihnen auf dem toten rostigen Metallberg.

    Währenddessen überlegte Eryn fieberhaft, wer sie gesehen und vor allem gehört haben könnte und schmiedete Pläne...

    Geändert von Daen vom Clan (12.09.2015 um 01:06 Uhr)

  7. #7
    Lancaster war in seinem Zelt, er wusste, dass sie nicht mehr lange hier in Shengs Hope bleiben würden.
    Die Abreise stand schon bald bevor und er wollte noch ein letztes Mal durch seine Sammlung privater Erinnerungsstücke gehen.
    Viel war nicht mehr übrig, kaum etwas aus der alten Welt hatte überlebt. Nichts aus seiner alten Welt hatte überlebt. Alles was er dabei hatte musste er in den Jahren tauschen. Oft gegen sein Leben... oder etwas was das zumindest sicher hielt.
    Lancaster griff unter sein Feldbett, eine Sache gab es, die er aufgehoben hat. Eine Sache, die er niemandem anvertraut hat.
    Eine kleine Ledermappe, fest umbunden mit einem rauen Garn welches er selbst gewickelt hat.
    Schnell stopfte er die Mappe in seinen ausgebleichten Rucksack und warf sich diesen wieder über die Schulter.

    Seine unruhigen Schritte führten ihn zurück in die Nähe des Dusty Derrecks. Immer wieder lief er über den Marktplatz, die Zeichen von Veränderung und Aufbrauch standen einigen im Gesicht auch wenn sich diese Leute garnicht mit auf die Reise begaben. Irgendwie wussten sie aber dennoch, dass sich etwas in Bewegung setzen wird.
    "Hey Sheng, Will und Eryn sind zurück!"
    Mhh...
    "Hey Sheng, Will und Eryn sind zurück!"
    Das war einer der Mitreisenden. Die Aufregung lag in seiner Stimme.
    Lancaster hatte am Rande mitbekommen, dass einige aus der Reisegruppe sich ins Umland aufgemacht haben um Vorräte zu holen, Gefallen einzulösen und Vorkehrungen zu treffen. Der Stimmlage nach zu urteilen schien zumindest nicht schlimmes vorgefallen zu sein.
    Seine Augen fuhren zum Dusty Derrecks... hatte sein Gefühl ihn getäuscht? Will, der junge Arzt stürmte irgendwie... aufgelöst auf den abgeranzten McDonalds zu. Irgendwas schien nicht zu stimmen.
    Schnellen Schrittes folgte Lancaster der guten Seele von Shengs Hope um der Sache auf den Grund zu gehen.

    "He... Will. Hab dich hier so langstürm sehn. Bist ja kreidebleich, ist irgendwas vorgefallen?"
    Will auf einer alten Borsteinkante, direkt vor dem Dusty Derrecks. Der junge Mann vergrub seine Stirn in der rechten Hand und während sich seine Augen sichtlich unruhig bewegten, schienen ihm die Lider schwer zu sein.
    "Gut schaust jedenfalls nicht aus... ich hoff mal unser Arzt brauch keinen Arzt"
    Will schaute nun langsam auf, die grau-blauen Augen schienen leicht glasig und Lancaster konnte gleich erkennen, dass einiges dahinter zu bewegen schien. Etwas musste den Mann vor ihm sehr schockiert haben.
    "...Lancaster, ja?"
    "Ja."
    "Ehm... Eryn und ich... wir waren draußen auf der Obstfarm, Cletus Obstfarm."
    "Bei den beschissenen Rednecks? Die sind gruselig."
    Lancaster sah wie sich Will über das Hemd strich.
    "Der ist frisch... was is da draußn passiert?"
    "Eryn... ich... also wir. Wir wollten ein wenig was aushandeln. Gefallen gegen Vorräte für die Reise, wir dachten das wäre eine gute Idee."
    "Aber... irgendwas lief... schief? Unerwartet?"
    Will blickte erneut auf, diesmal direkt in die Augen von Lancaster. Der alte Geschichtenerzähler konnte förmlich sehen wie sich die Zahnräder in Wills Kopf drehen mussten.
    "Weisst du... ich hab einiges gesehen. Vieles was echt nicht schön ist. Aber Cletus... dieser Mann ist ein widerlicher Dreckskerl!"
    Der junge Arzt stand schlagartig auf und legte seine Hand auf Lancasters Schulter, ungewöhnlich für den sonst so ruhigen Menschen drückte er seine Finger fest zusammen.
    "Lancaster... die haben da ein Mädchen. Eingesperrt. Werhlos. Keine Ahnung wo sie her kommt, aber sie gehört da nicht hin. Ich weiss nicht was dort passiert ist aber... Cletus hat sie nur als Stute bezeichnet."
    Lancasters Augenbrauen zogen sich zusammen, die Stirn legte sich in Falten und jetzt wurde ihm auch klar was dieser frische Blutfleck auf Wills Hemd war.
    "Brauchst nicht weiter zu reden... sprich die Details garnicht erst aus."
    Der alte Mann griff Will in die Armbeuge und zog sie leicht nach unten.
    "Ich lauf seit 20 Jahren durch dieses pissige Ödland. Aber so eine Scheiße... habe ich nie mit angesehen ohne irgendwas zu machen."

    Die Entschlossenheit war Lancaster ins Gesicht geschrieben. Er konnte sich nur ausmalen was auf der Ranch passierte. Aber egal wie oft er versuchte etwas weniger grauenvolles in seinen Gedanken zu formen. Am Ende blieb immer diese eine Vermutung.
    Irgendein inzüchtiger Redneck hatte seinen Schwanz nicht unter Kontrolle.
    Vielleicht konnte Lancaster zumindest diesem einen Mädchen helfen. (Aufgabe Xi – Befreie das Mädchen)

    Geändert von Gendrek (12.09.2015 um 01:50 Uhr)

  8. #8
    Haile erkannte ihn sofort wieder. Das war der junge Mann mit dem Kind, den sie gestern auf dem Markt gesehen hatte. Den, den Sheng gestern Niki genannt hatte und immer mit seinem ... Sohn? ... unterwegs war, wenn er sich in der Siedlung blicken ließ. Okay, nachdem Evi bereits verschwunden war und auch ansonsten geschäftiges Treiben unter den Glückssuchern herrschte. Haile mochte es nicht. Sie wollte wissen, was im Ödland auf sie wartete. Sie brauchte einen Beschützer? Pff, genau, ICH brauche einen Beschützer Durch das Gewusel bewegte sie sich auf den weißhaarigen Mann zu.

    "...?"
    "Hmm?"
    "..."
    Sie zupfte an seinem Ärmel und zeigte auf die Stelle in der Ferne, die in unregelmäßigen Abständen aufflackerte.

    "Was?"
    Niki schirmte seine Augen vor dem Sonnenlicht ab und starrte auf den Horizont
    "Da...da ist etwas. Wolltest du mir das sagen?"
    Haile nickte enthusiastisch. Endlich verstand sie jemand auf Anhieb.
    "Willst du...?"
    "...!"
    Haile zupfte wieder an seinem Ärmel und zog ihn in Richtung von Sheng. Mit sanfter Gewalt zog sie Niki und damit auch Alex zum Bürgermeister. Ihr Finger bohrte sich etwas unwirsch in seinen Arm

    "!!!"
    "Haile, nein, du..." Etwas verwundert brach Sheng seinen üblichen Sermon ab und schaute Niki an. "Willst du sie begleiten, Niki?"
    "Anscheinend?"
    Wieder seufzte der Bürgermeister schwer.
    "Na gut."
    "!!!"
    Haile gab ein quietschendes Geräusch von sich und umarmte Sheng stürmisch. Dann strahlte sie Niki an, zeigte auf ihn, dann auf sich, dann auf die Stelle am Horizont. Enthusiastisch drehte sie sich um und wollte schon loslaufen...

    "Warte, du willst doch wohl nicht etwas laufen"
    Was denn sonst?
    "Warte eine Sekunde..."

    Niki nahm Alex an der Hand und schien ihm etwas einzuschärfen. Er fasste das Kind beruhigend an den Schultern und lächelte den Jungen liebevoll an. Dann lief er kurz weg, hinter die Container und kam schließlich mit einem merkwürdigen Motorbiest zurück. Haile kannte so etwas nur aus Erzählungen - die anderen Bewohner der Siedlung allerdings schauten mit einem verwunderten, aufgeregten und offenbar anerkennenden Ausdruck dem jungen Mann mit den weißen Haaren hinterher.

    "Damit sind wir schneller da. Und sicherer..."

    Sie sah das Motorbiest an und zog eine Augenbraue nach oben. Und das sollte schneller sein? Oder gar sicherer? Immer noch ein wenig verunsichert nahm sie hinter Niki Platz.

    "Halte dich gut fest, ja?"
    "...!"

    Niki warf Alex einen letzten, aufmunterten Blick zu, bevor er die Maschine mit einem lauten Rattern anwarf und nach Süden aufbrach. Etwas wehmütig sah Sheng seinem jungen Schützling nach, als sie gemeinsam mit Niki in die Wildnis aufbrach und rieb sich dabei gedankenverloren den Arm. Das Motorrad wurde im Licht der Morgensonne immer kleiner...

    For the Record: [Haile und Niki machen sich auf, das Mysterium um Aufgabe [Delta] zu lösen]

    Es waren nur wenige Minuten vergangen (das Motorbiest war SCHNELL), da sah Haile etwas. Etwas BEWEGTE sich. Und dieses Etwas schien sich auf sie ZU zu bewegen...

    Geändert von Caro (12.09.2015 um 01:52 Uhr)

  9. #9
    Redwrath war ein Hüne von zwei Metern und stolzer Besitzer zweier sehr wertvoller Dinge - seines Feuerstuhls den er liebevoll Vulcan nannte und seiner Gefährtin, der vom Clan der Namen "Kerosa" verliehen wurde.
    Und mit ihr an seiner Seite fühlte er sich nur nur wohler, sondern auch deutlich sicherer. Es war ein guter Tag zum Jagen für die Plünderer des Clans der Flame-Rider. Der Anführer hatte sie heute raugeschickt, damit sie Ausschau hielten nach den "Road-Vultures", die unlängst zwei in Maschinenöl eingelegte Köpfe an sie geschickt hatten.
    Einer davon war der Bruder von Redwrath gewesen und diese Geste konnte nur bedeuten, dass es Krieg geben würde. Und er freute sich darauf. Krieg war eine Bestimmung, der Grund, warum er geboren wurde und feuergetauft war.
    Wie die meisten Plünderer des Clans der "Flame-Riders" hatte auch Redwrath Narben von Verbrennungen an den Beinen, denn die große Flamme hatte ihn geküsst, das hohe Fieber ihn niedergestreckt und nur seiner Stärke war es zu verdanken, dass er wiedergeboren wurde als vollwertiger Mann des Clans. Grinsend blickte er zu Kerosa, die ihn mit schmutzigen Zähnen anbleckte, als wollte sie ihn auffordern, das Fernglas endlich zur Seite zu legen und sich angenehmeren Dingen zu widmen - nämlich ihr.

    Probe Haile: Konstitution: Bestanden!

    Probe Niki: Fortbewegungsmittel: Misslungen!

    Doch plötzlich hielt der Hüne inne, obschon er im Begriff gewesen war, ihr das Oberteil aus Leder vom Leib zu reißen.
    Es näherte sich etwas. Und zwar schnell und hielt genau auf sie zu.
    "Siedler." grinste Kerosa und bleckte wieder ihre schrecklich schrägen und schmutzigen Zähne, während Redwrath glücklich grunzte und seine lange Lanze schulterte.
    Diese Schwachköpfe hatten sich entdecken lassen, frohlockte er und die Plünderin ergänzte vor Freude staunend: "Und sie haben etwa aus der großen Herde dabei....!"

    Niki und Haile waren auf dem Motorbiest genau in die Falle der beiden Plünderer gerauscht.
    Plötzlich bockte das Gefährt auf und überschlug sich, als ein Wurfspeer aus Chrom sich in die Speichen bohrte, sich verbog und Beide wurden in die Luft geschleudert, doch stürzten auf dem heißen, doch weichen Sand nicht schwer.

    Gehetzt blickten sie sich um als sie zwei Gestalten erkannten, die sich aus dem Sand erhoben.
    Ein Mann, ein riesiger Kerl von mindestens zwei Metern, dessen Oberkörper mit einer dicken Weste aus Leder geschützt war, die Beine jedoch waren unbedeckt und verbranntes Narbengewebe.
    Seine Begleiterin hatte tiefschwarze Haare und mochte etwas älter sein, vielleicht 22 Jahre. Ihr Leib war komplett bedeckt von einer Montur wie man sie früher bei Rockern gesehen haben mochte, doch erkannte man bei ihr das ebenfalls verbrannte Narbengewebe am Halsansatz, das sich bis zu ihrer Brust ausgebreitet zu haben schien.

    "Plünderer!" flüsterte Niki erschrocken und ihm wurde klar, dass er nichts hatte, mit dem er sich würde verteidigen können.
    Haile selbst war bereits aufgesprungen und blickte die Beiden mit der Wildheit eines Raubtiers an, ihren Körper immer wieder leicht wiegend. So wie sie es im Tempel gelernt hatte, die Jagd nach Blut konnte beginnen, Kerosa und Haile bleckten gleichzeitig die Zähne.

    Die beiden Plünderer grinsten sich an und teilten sich auf, da schoß Haile nach vorne und trat Niki die Beine weg.
    Dieser war so erschrocken, dass er keinerlei Gegenwehr leisten konnte und ob dieses Stoßes rutschte er hilflos die Böschung nach unten und verschwand dort im Gerümpel und Schrott einiger uralter Autowracks, perfekt, um sich zu verstecken.
    Kerosa und Redwrath blickten sich an waren abgelenkt.
    Haile griff an, denn nun konnte sie tun, wozu sie geboren war. Sie hatte ein Schaf gerettet und sich das Recht erworben, nun Wolf zu sein. Und ihre Beute stank heute nach Benzin.
    Eines ihrer Opfer trug einen weiteren Speer aus Chrom, die Frau nur ihre Fäuste, doch sie sah zäh aus. Hailes Herz schlug bis zum Hals vor Freude....

    Probe Haile: Raufbold: Bestanden!
    zweite Probe Haile deutlich erschwert (-50% durch doppelten Gegner): Raufbold! Misslungen!

    (Spieler hatte darum gebeten, alleine zu kämpfen und dafür massive Mali in Kauf zu nehmen um alleine mit den Konsequenzen umzugehen-> PN)

    Geändert von Daen vom Clan (12.09.2015 um 02:35 Uhr)

  10. #10
    Lancaster: Probe auf super Plan machen: Bestanden!


    Ächzend streckte sich Blades aus und hustete ein wenig Wasser heraus. Ihr taten sämtliche Glieder weh und ehrlich gesagt der ganze Leib, denn sie hatte sich wie wahrscheinlich jeder der Bande dutzendemale gestoßen an so ziemlich jedem herabhängendem Rohr und jeder stählernen Kiste, die da auf dem Weg ihrer menschliches Dosenförderbands gelegen und gehangen war.
    Sie genoß die Wärme auf der Haut, die durch das rostige Metall auf sie überging und sie liebte das aus den Augenwinkeln wahrnehmbare Glänzen des "Schatzes" schon jetzt.

    Sie sah Lancaster neben dem "Schatz" sitzen und mit den Kindern gemeinsam rätseln, was sich wohl in der Dose befinden könnte und was er da an seltsamen Worten in den Raum warf, überstieg ihre Fantasie.
    "Onkel Clancester, was sind denn Bravioli?", fragte eines der Kids vorwitzig und schüttelte eine Dose bis sein Kopf ganz rot war von der Anstrengung, ohne jedoch der Dose das Geheimnis entlockt zu haben.
    "Und was ist ein Spam?", greinte da schon das schüchterne Mädchen und plötzlich sprang eines der Kinder auf Lancasters Bauch, der sich gerade ausgestreckt hatte um Atem zu schöpfen und brüllte: "Ich bin jetzt ein eeeechter Guhuni!"
    Sofort fielen alle anderen Kinder mit ein und wollten noch mehr "Goonie" sein als das Kind, das sich zuvor die Seele aus dem Leib gebrüllt hatte.
    "Das war ein wirklich toller Nachmittag.", war Blades plötzlich neben ihm und lächelte. "Ich wusste nicht, dass es noch Leute hier gibt, die sich für die Waisen interessieren. Stutton, Wingman und Floyd-Williams haben da recht klare Anweisungen hinterlassen..." sagte sie schulterzuckend.
    "Hm.", machte Lancaster nur und schien zu überlegen, was er sagen konnte, um den Moment nicht zu ruinieren, da sprang schon wieder eines der Kinder in sein Sichtfeld und plärrte in Richtung Blades, dass sie Lancaster jetzt zum Ahdalita.Kid machen müssten und er sich mindestens den Rang "Windelklauer" verdient hätte. Schnell waren die Kinder in eine angeregte und sehr laute und tränenreiche Diskussion verstrickt, an dessen Ende sie sich auf "Obermesserstecher mit ohne Angst vor Floyd-Williams" einigten.
    Lancaster grinste und sah Blades an. "Ist das gut?"
    Sie zuckte lachend mit den Schultern. "Ist im guten Mittelfeld, aber der Beiname zeigt, dass du ein Held bist und deswegen gegen Raoul um seinen Posten kämpfen könntest." Sie schluckte kurz einen Kloß hinunter und lächelte dann wieder. "Ach Raoul."

    Lancaster erhob sich dann und erklärte den Kindern, warum er drei Stapel gemacht hatte, erklärte vom "goonigen Piratenkodex" des Schatz teilens und begann dann, seinen Anteil zusammenzupacken, wobei er mitbekam, wie die Kinder plötzlich damit begannen, munter "ihre" Anteile zu tauschen und untereinander zu verschenken.
    Ihm kam eine Idee und er nahm Blades zur Seite.
    "Blades?" Sie blickte ihn an. "Der dritte Stapel ist nicht zum Essen, der ist für eure Zukunft gedacht. Diese Dosen nimmst du und ihr verteilt sie unter den in Shengs Hope, die noch weniger zu essen haben als ihr."
    Blades wirkte für einen Moment wie ein kleines Kind, es wirkte, als wolle sie trotzig mit dem Fuß aufstampfen. "Vertrau mir. Einem Erwachsenen der weiß, wie Erwachsene denken." Er sprach ruhig und eindringlich mit seiner Märchenerzähleronkelstimme und schließlich verstand auch Blades. "Du hast Recht... sie werden diese Geste nicht vergessen. Im Gegenteil."
    "So ist es. Du bist jetzt ihre Anführerin und keine schlechte dazu. Ich wette, so gut ging es euch noch nie." Er lächelte sie an und log dann ein wenig, um sie noch mehr zu motivieren: "Das ist alleine dein Verdienst, mach was draus."
    Er winkte den Kindern dann zu und machte sich auf den Weg nach draußen, auf dem Rücken einen riesigen Sack voll Dosen.

    "Komm uns bald wieder besuchen.", schrien die Kinder gleichzeitig und Blades stumm im Kopf.


    Nahrung +2

    Geändert von Daen vom Clan (16.09.2015 um 20:04 Uhr)

  11. #11
    Niki, Jäger, Eryn und Léo hockten hinter einer Felswand, die Köpfe vorsichtig über den Rand gestreckt um sich ein Bild von der Situation im Buccaneers Camp zu machen. Nach einer Weile bedeutete ihnen Jäger mit einer Handbewegung wieder abzutauchen.

    "Habe Schlimmeres gesehen.", stellte Niki fest, konnte die leichte Unruhe in seiner Stimme aber nicht ganz verbergen.

    "Stimmt.", nickte Jäger. "Sie alle zermürbt von Angriffen durch Vultures. Konnte kaputte Zelte und verbrannte Erde sehen. Bestimmt sie haben Tote oder Verwundete irgendwo in eine Zelt. Solange sie Wunden lecken, sie abgelenkt. Wir also haben zwei Möglichkeiten."

    "Bin ganz Ohr." Léo rückte näher heran und heftete ihre Augen erwartungsvoll an Jäger.

    Niki hob erstaunt die Augenbrauen. "Hast du grade zermürbt gesagt? Wo hast das denn aufgeschnappt?"

    "Irgendwo Magazin mit nackte Ladies gefunden. Gute Vokabeltraining für Jegor.", grinste er schelmisch und setzte sogleich eine ernste Miene auf. Während er sprach, hatte sich seine Stimme schlagartig verändert. In einem militärischen Tonfall fuhr er fort, während seine Augen zwischen den drei Anderen hin und her wanderten:

    "Ok. Es gibt Möglichkeit, Gefahr auf eine Streich zu neu-trali-sieren. Neben Werkstatt stehen brennbare Materiale. Ich während Aufklärung gesehen, wie Kollege dort Schießpulver hergestellt, deshalb fast ganze Boden vollgestellt mit entzündbare Chemie. Vorsichtig einer von uns kann anschleichen und es anzünden. Wenn die Bucas Feuer sehen, sie laufen weg und wir haben Zeit für fette Beute. Für uns das bedeutet, keine Lebensgefahr. Gut?"

    Niki legte die Stirn in sorgenvolle Falten und verzog den Mund. "Und was bedeutet das für die Anderen? Ich habe Frauen gesehen, auch Verletzte mit Verbänden. Eh, das gefällt mir nicht. Was wenn das Feuer außer Kontrolle gerät und alles in die Luft fliegt, dann können wir auch dem wertvollen Plunder gute Nacht sagen."

    Eryn hatte die ganze Zeit über aufmerksam zugehört. Nun redete sie schnell und energisch, ihr ganzer Körper schien unter Spannung zu stehen, als sie zum Sprechen ansetzte.

    "Das sind alles abscheuliche Räuber, Niki. Gib ihnen die Gelegenheit und sie nehmen uns auseinander ohne mit der Wimper zu zucken. Und wir sorgen uns um ihr Wohlbefinden? Denk mal nach. Wir hätten freie Bahn, wenn sie alle davonlaufen wie aufgescheuchte Hühner. Das gesamte Lager würde uns offen stehen, wir könnten rein- und wieder rausspazieren ohne unser Leben aufs Spiel zu setzen."

    Jäger pflichtete ihr mit einem Kopfnicken bei. "Ich meine, Gefahr besteht trotzdem für alle. Für uns, für sie. Aber wir unsere Gesundheit weniger riskieren. Aus Sicht von Krieg und Strategie, wir fahren besser mit menschenleere Zielgebiet."

    Gerade als Niki den Mund aufmachen wollte um darauf zu antworten, hatte Léo bereits das Wort ergriffen.

    "Jäger, du hast zwei Möglichkeiten gesagt. Ich gehe davon aus, Numero Dos ist gute alte Infiltration der feindlichen Basis, stimmts?"

    "Jawohl.", nickte er. "Wir schleichen uns in Lager. Irgendwann wir erreichen Werkstatt in Nordosten. Dann ich und Léo uns hinter Eingang mit Waffe positionieren und Wache halten. Ihr Zwei beginnt alles durchzusuchen. Gut?"

    Niki nickte. "Gut. Finesse statt Feuer, gefällt mir." Er zwinkerte Eryn zu. Sie verdrehte die Augen und schüttelte leicht den Kopf, murmelte jedoch dann: "Meinetwegen."

    Léo biss sich auf die Unterlippe und rieb sich angespannt die Hände. Sie schien als könne sie es kaum erwarten ins Kalte zu springen, stellte Jäger bewundernd fest. Er sagte:

    "Okay, Kollegen. Wir machen also schleichen, wie kleine Igel im Wald, ja? Ziel ist nicht gesehen zu werden. Reihe von Zelten an östlicher Wand sehr dicht nebeneinander. Ich auf der Seite niemanden gesehen, also sieht aus wie tote Winkel. In Reih und Glied wir leise uns bewegen vorwärts. Vor jeder Spalte zwischen Zelt, ich uns anhalte und gucke hinaus. Sobald niemand auf andere Seite herumläuft und Mann auf Turm Kopf wegdreht, ich winke jeden einzelnen an mich vorbei. Wenn wir an Werkstatt sind, dann machen wie vorhin gesagt: ich und Léo nehmen Waffe in Hand und beobachten Eingang. Eryn, du guter Koch, stimmts? Dann du suchst nach guter Nahrung."

    Eryn nickte und Léo fuhr mit der Zunge über die Lippen. "Mhh. Für mich bitte Schweinesteak mit Champignons und Gemüse."

    "Für mich Burger mit Fritten.", fügte Niki hinzu und stupste Léo freundschaftlich mit dem Ellenbogen an. Sofort erstarb Léos Lächeln, so als wäre sie aus einem Tagtraum erwacht und sie wandte den Kopf weg.

    Jäger fuhr fort. "Kann sein, dass ich dich am Eingang nicht brauche und sie dort zu viel Essen lagern. Dann ich dir gebe Zeichen mit der Hand, so." Er hielt ihr den Mittelfinger hin.

    "Du bist ein Arsch, Jegor."

    "Wenn du also Zeichen siehst, Léo, geh zu Eryn und hilf ihr suchen, okay? Niki, du musst gucken, was wir sonst mitnehmen können. Sie mischen dort Schießpulver, also greif alles was in Waffe passen könnte. Mein Rucksack hier wie schwarze Loch. Packt alles rein bis er ist randvoll, ich kann helfen. Gut?"

    Jäger blickte nochmal jeden Einzelnen an. In ihren Gesichtern stand Anspannung und Tatendrang, es gab keinen Grund die Mission länger hinauszuzögern. Vorsichtig richteten sie sich auf.


    Eryn - Koch: durchsucht Werkstatt nach Essbarem
    Niki - Schulbildung: durchsucht Werkstatt nach nützlichen Werkzeugen und Munition
    Léo - Koch: hilft Eryn bei der Suche nach nom nom
    (Bonus: Léo - Sümpfe)
    Jäger - Packesel: das Gefundene verstauen + Metaleveltrait
    (Bonus: Jäger - Klingenkreuzer + Hiebwaffen: unerwarteten Eindringling überrumpeln und Alarm verhindern)

    Geändert von truecarver (16.09.2015 um 23:16 Uhr)

  12. #12
    Eryn lauschte Jägers Erklärungen nickend. Er wusste, was er tat - daran bestand kein Zweifel. Sie würde sich unter seiner Führung sicher fühlen, auch wenn es ihr lieber gewesen wäre, die Plünderer per Brand aus ihrer Niederlassung zu jagen. Doch Niki hätte das niemals über sein viel zu großes Herz gebracht und für ausufernde Diskussionen war keine Zeit. Auch Leo, die die Bardame um Begleitung gebeten hatte, schien sich wehren zu können. Anders als Niki und sie selbst. Aber das mussten sie auch nicht, wenn alles glatt verlief. Dennoch war die 25-Jährige nicht mehr ganz so sicher, jetzt wo das Lager der Plünderer direkt vor ihr lag. Mit Pfannen eingeschlagene Köpfe, das Bestehlen von Plünderern und bald eine Mission zur Rettung der Menschheit? In diesen Tagen verlief ihr Leben alles andere als gewohnt. Ob sie so viel Drama und Action auf Dauer aushalten würde?

    Darüber konnte sie sich Sorgen machen, wenn es soweit war - fand Eryn spätestens in dem Moment, in dem Jäger das Zeichen zum Aufbruch gab, er sich erhob. Die Anforderungen an sie waren klar. Leise bleiben, sich nicht erwischen lassen, Essen finden. So einfach, so gut, wäre da nicht das knappe Dutzend an Plünderern gewesen, die in näherer Umgebung ihr Unwesen trieben. Sie konnte nur hoffen, nicht erwischt zu werden.

    Wie er gesagt hatte, bewegten sie sich Stück für Stück vor, im Osten des Lagers, nicht weit vom Wasser. Einzelne Zeltstoffe sollten ihnen Sichtschutz gewähren, bis Jäger - geschickt Ausschau haltend - vorging und sie weiter winkte. Mal sah er danach aus als würde er etwas Beunruhigendes sehen, doch gerade als Eryn anfangen wollte, sich zu sorgen, gab er das nächste grüne Licht.

    Und so erreichten sie die Werkbank ohne Zwischenfall. Sich ein letztes Mal vorsichtig, fast ängstlich umsehend ging Eryn die letzten Schritte. So langsam schmerzten ihre Füße. Sie sollte jemanden um eine Massage bitten, wenn sie zurückkehrte. Morris... oder Ben. Für den Moment jedoch trat sie an die Kisten, die zum Teil glücklicherweise leicht offen standen, bereits geknackt wurden, als hätte man sie untersucht und das obere Stück Holz nur notdürftig wieder drüber geschoben. Beruhigend - hieß das doch zumindest, dass man hier offenbar nicht davon ausging, bestohlen zu werden. Ein Blick nach rechts verriet ihr, dass Niki sich zur Werkbank gegenüber begeben hatte, die wie auch die Kisten nur von ein wenig Wellblech gehalten und geschützt wurde. Sie mussten vorsichtig sein. Selbst Schatten, die sie gemeinsam mit der Sonne warfen, könnten nun ein verräterisches Zeichen sein. Der Schönheit gefiel es nicht, dass ihr Kleid im seichten Wind etwas hin und her flog.

    Auch die zwei kampferprobteren Begleiter bewegten sich in der Nähe, hatten wie abgemacht ihre Waffen gezückt und bewachten die Lage um die Aufbaute herum aufmerksam. Es beruhigte Eryn, im Notfall jemanden zu haben, der sich gegen heranrauschende Plünderer erwehren, vielleicht auch Schläge einstecken könnte. Womöglich würde ihr eine Kampfsituation genügend Zeit erkaufen, um schnell zu fliehen. Natürlich war sie hier, um etwas Brauchbares zu finden, doch ihr eigenes Leben war allemal wertvoller.

    Bingo! Unter einem lakenähnlichen Stück Stoff - irgendjemand wusste wohl, dass es sich hierbei um etwas Versteckenswertes handelte - entdeckte die gebürtige Irin eine Unmenge an Nüssen. Zu den Zeiten als sie auf dem Schiff gearbeitet hatte, freute man sich immer über solche Feinheiten, die beim seltenen Anlegen von reichen Geschäftsmännern mitgebracht und im Laufe der Jahre ohnehin noch rarer wurden. Die Anbaubedingungen waren nicht besser geworden. So viel des wertvollen Schatzes wie sie konnte lagerte die Barfrau in ihren Rucksack um. Es war langwierig. Sie fand auf die Schnelle kein geeignetes Geschirr, formte stattdessen mit den Händen eine Schaufel, um die Massen an Schließfrüchten in müßiger Arbeit, länger andauernd als ihr lieb war, in ihr Traggerät zu befördern. Kein angenehmes und risikofreies Tun, gab die Masse an Nüssen doch bei jedem Eintauchen ein schabendes Geräusch von sich - doch sie wusste, dass das hier das Gold unter den Lebensmitteln war: Nahrhaft, sättigend und roh zu genießen.

    Ihr Blick streifte umher, als sie den Rucksack anhob und feststellte, dass sie viel mehr nicht würde tragen können. Auch Niki schien bei seiner Suche nach verwertbaren und sich als Munition eignenden Kleinteilen erfolgreich gewesen zu sein, hatte mit seinem geschulten, klugen Auge Dinge ausgemacht, die sie achtlos liegen gelassen hätte. Sie wollte gerade den Daumen in die Luft strecken und ihm optimistisch zulächeln, als sie von der anderen Seite ein Geräusch wahrnahm. Schnell drehte sie sich um. Nicht Leo, nicht Jäger. Vier, fünf Meter vor ihr stand ein Kerl, etwa so alt wie ihr russischer Gefährte, doch heruntergekommener, sein Gesicht zerfurchter. Der Plünderer schien ähnlich überrascht wie sie, doch reagierte er schneller. Bevor Eryn sich überhaupt erheben konnte und bevor er selbst die Seinen alamierte, stürmte er - so schien es - auf die Barfrau zu. Fast abwartend schloss sie die Augen. Sie rechnete damit, jeden Moment von ihm gepackt zu werden oder - noch schlimmer - seine grobe Faust in ihr makelloses Gesicht einschlagen zu spüren.


  13. #13


    Léo war positiv überrascht, dass es sich bei dem Mann, der sich Jegor nannte, um Jemanden handelte, der wirkliche strategische Erfahrung hatte; im besten Fall auch die behauptete kämpferischen Fähigkeiten besaß. Zudem gefiel ihr sein cabrones-Humor. So gab es zumindest etwas Hoffnung für ihre Unternehmung hier und in Bezug auf Dosen-Adam.
    Wie von dem Osteuropäer beschrieben, machte sich das Quartett auf daran, „wie Igel in Wald“ sich langsam dem erhofften Essens- und Munitions- El Dorado zu nähern. Jegor voran, dann Eireen und Hijo de Puta (Niki), Leocadia selbst bildete die Nachhut, die den Rücken im Notfall freihalten würde. Sie war in ihrem Element. Solange sie denken konnte, hatte sie sich zu einer Meisterin im ungesehen von einem Ort zum Anderen entwickelt. Was als Spiel für sie und geniale Geschäftserweiterung für ihren Vater an der Grenze von Tijuana angefangen hatte, wurde nach Sydney zu ihrer Hauptüberlebensstrategie neben schnellen Beinen für viele Jahre. Trotz der mehr als ernsten Lage fühlte sie sich immernoch jedes mal ein wenig, als wäre alles ein großer Spaß.
    An ihrem Ziel angekommen, zog die Frau ihre Machete und hielt angespannt Ausschau nach etwaigen Feinden und dass Eireen in Ruhe ihre Arbeit machen konnte. Für Niki würden ein paar Schrammen noch zu gut sein, vielleicht hatte er ja Glück und sprengte sich selbst in die Luft.
    Der Typ im Turm war unerträglich, wie er mit seinem selbstherrlichen Grinsen um sich blickte. Wenn das der beste Mann war, der jede Gefahr aus seiner super Position heraus erfassen und eliminieren sollte, hatte es dieses Camp mehr als verdient von ihnen geplündert zu werden. Bedächtig patrouillierten Jegor und sie das die nähere Umgebung, jede kleine Bewegung erfassend und bewertend.
    Nach einer Weile blickte Léo zu ihrem Waffenbruder, ihre Blicke trafen sich, und nach kurzem Umschauen hob er die Hand, bei der außer dem mittleren kein Finger ausgestreckt war, und winkte leicht damit. Mit einem Grinsen hauchte sie ihm ein tonloses „•••••••!“ entgegen, ehe sie sich in Richtung des Lebensmittelvorrates und zu Eireen aufmachte.
    Auf dem halben Weg sah sie einen offenbar hungrigen Mann um die Ecke kommen, direkt auf Kollisionskurs mit ihrer Kollegin. Die gesamte Aktion war in Gefahr, wenn er Alarm schlug, ganz zu schweigen von der Schönheit, die keine Ahnung von Selbstverteidigung hatte. Mit doppelter Geschwindigkeit, aber immernoch lautlos und geduckt wie ein Jaguar schlich sie sich an und versuchte gleichzeitig den perfekten Angriffspunkt auszumachen.
    Plötzlich blieb er stehen, eilig pirschte sie hinter ihn und sah, dass er nur wenige Meter von Eireen entfernt stand, die vor ihrem prall gefüllten Rucksack hockte und einen sichtlichen Schock hatte. Jetzt oder nie....
    Mit aller Kraft sprang sie ihn von hinten an, die Überraschung und Wucht warfen ihn vornüber um. Sofort drückte sie sein Gesicht in den Boden, um ihm die Möglichkeit eines Hilferufes unmöglich zu machen, doch dieser Kerl wehrte sich vehement gegen die Behandlung. Mit Armen und Beinen schlug und trat er um sich, um Leocadia zu fassen zu bekommen oder abzuwerfen, doch noch hielt sie ihn angestrengt unten. Ein kurzer Blick in Richtung Bardame verriet ihre, dass diese seelenruhig und mit geschlossenen Augen am selben Platz hockte, anstatt die Beine in die Hand zu nehmen.
    „Meditierst Du grad oder was soll die Scheiße?!“, zischte Léo, „Verpiss Dich endlich von hier!“
    Einen Moment später wurde sie von dem Mann umgeworfen, der keuchend und mit dreckverschmiertem Gesicht versuchte, hochzukommen. Ohne Verzögerung stürzte sich die Halbmexikanerin wieder auf ihn, die eine Hand fest über Mund und Nase legend, die andere mit der Machete erhebend. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, wie Eireen endlich aufsprang, den Rucksack schulterte und sich davon machte. Hoffentlich suchte sie dennoch Deckung.
    Die Kämpfende jedoch holte mit ihrer Machete aus, zog den Kopf des Mannes zu sich und ließ die Klinge über seine Kehle gleiten. Sofort bildete sich ein Fluss aus Blut, der aus der Wunde floss. Verzweifelt und mit schwindenden Kräften wand sich der Hüne, doch Léos Griff war eisern und lockerte sich erst, als seine Bewegung zum Erliegen kamen.
    Schwer atmend ließ sie von ihm ab und sah sich um. Soweit hatte sie hoffentlich keine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, zumindest war nirgends Jemand auszumachen. Skeptisch betrachtete sie den leblosen Körper unter sich. Über Nahrungsmangel konnte er nie geklagt haben, verfügte er doch über beachtliche Muskeln. Gerade sein Bizeps war enorm. Ein leises Knurren war zu vernehmen. Es kam aus Léos Magengegend. Hunger. Und was die anderen nicht wussten, würde sie auch nicht heiß machen.
    Es war fast zu schade, dass sie ihn nicht komplett mitnehmen konnte, aber das wäre weder logistisch noch logisch möglich gewesen. Doch diesen Bizeps musste sie einfach probieren. Kurzum setzte sie die Machete erneut an und wenige Hiebe später hielt sie einen stattlichen linken Arm in Händen, den sie behutsam in das Hemd des Toten einwickelte, damit er nicht alles vollblutete. Eilig verstaute sie ihn in Álvaro und stellte sicher, dass noch Platz für weitere Vorräte für die Gruppe vorhanden war.
    Die Nüsse sahen unglaublich gut aus und ihr Magen meldete sich erneut unwirsch. Es würde sicher kein Problem sein, ein paar Sekunden dafür zu Opfern, ihren Körper ruhig zu stellen, nicht, dass der sie am Ende noch auffliegen ließ. Mit gieriger Hand griff sie in den Berg aus Nährstoffbomben und stopfte sich einige in den Mund. Es war ein Jammer, dass sie die Nüsse so herunterschlingen musste, sie waren absolut köstlich. Dabei machte Lèo den entscheidenden Fehler, gegen eine der wichtigsten Regeln hier zu verstoßen: Sei immer auf der Hut.
    Gerade wollte sie beginnen, Álvaro bis zum Rand mit Nüssen abzufüllen, als ein atemberaubender Schmerz durch ihre Schulter fuhr und ihr den Halt nahm sowie die Gerade noch konnte sie sich mit den Händen abstützen, da spürte sie schon scharfes Metall gegen ihren Nacken drücken.
    „Wen haben wir denn da?“ Die Stimme war rauchig und klang zugleich amüsiert und drohend.


    Geändert von Mephista (17.09.2015 um 13:07 Uhr)

  14. #14
    Howard wusste nicht mehr so ganz was er im ersten Moment tun sollte nach seiner Behandlung der jungen Kultistin, Haile. Die Behandlung hatte wohl richtig gut angeschlagen. Er hatte im ersten Moment noch um ihr Leben gefürchtet, aber scheinbar war sie um eine ganze Menge tougher als er sich das gedacht hatte. Vielleicht war aber seine Diagnose etwas übertrieben? Er wusste jedenfalls, dass bei solchen Verletzungen neben der korrekten Infektion, um die sich sein jüngerer und unnatürlich gut aussehender Konkurrent gekümmert hatte, eine baldige Stabilisierung der Wund am wichtigsten war. Dass sie aber so schnell wieder auf den Beinen war, hätte er kaum gedacht. Er hatte kurz daran gedacht Protest einzulegen, als sie wieder aufbrechen wollte, aber es schien ihm aus einer ganzen Reihe an Gründen unsinnig. Zum einen würde sie kaum auf ihn hören, zum anderen war sie wohl eine der wenigen in ihrer Reisegruppe, die gerade jetzt mithelfen konnte.

    Als er das Angebot von Frank bekam,war er ein wenig überrumpelt. Er wollte zwar mithelfen, war aber wirklich kein guter Arzt. Eine Stimme in seinem Kopf meinte, dass die Brandbehandlung unnötig gewesen sein musste. Natürlich war niemand sonst zugegend und am Ende des Tages war Howard niemand der seine Entscheidungen, gerade wenn sie in kurzer Zeit getroffen werden müssen und Menschenleben retten können, in Frage stellt. Aber er war sich seiner Grenzen stets bewusst. Und empfahl sofort Will. Zumindest hätte er das gleich getan, aber der junge Mann konnte für sich selbst reden und schlug sich selbst sofort vor, als Howard kurz zögerte. Ihm war es recht, auch wenn er sich natürlich wünschte sich direkter in die Angelegenheiten einmischen zu können, am Besten etwas wo er seine eigentliche Ausbildung nutzen konnte.

    Als er merkte, dass er im Dusty Derrek, der neuen Kommmando Zentrale ders Siedlung, eigentlich nur nutzlos umeinander stand und beim hecktischen Getriebe, das sich eingstellt hatte als viele Hände Munition sicher lagerten und Nahrungsmittel behütsam und trocken verpackten, eigentlich nur störte, trat der alte Mann durch die schwingenden Doppeltüren und suchte sich, wie so oft, ein ruhiges Plätzchen um seine Gedanken zu ordnen. Fündig wurde er allerdings an keinem der üblichen Orte. Zu viel los in der ganzen Siedlung. Er fühlte sich etwas ausgeschlossen, aber war dankbar, dass so viele in der Siedlung bereit waren mitzuhelfen. Vielleicht war es der Gedanke, endlich etwas für ihre eigene Zukunft tun zu können, nicht mehr bloß zu reagieren, den Ereignissen um sie herum hinterher, oder eher, davon zu rennen, sondern stattdessen tatkräfig sein eigenes Schicksal voran zu treiben. Er selbst konnte es noch kaum glauben. Auch wenn ihre Mission missglücken sollte, der Gedanke, dass er zumindest erfahren konnte was genau es mit dem Virus auf sich hat. Aber das werden sie wohl erst ganz am Ende ihrer Reise erfahren, dachte sich der alte Mann während er auf die Küste sah. Es war ein ruhiger Tag, keine hohen Wellen. Hier, etwas abgelegen vom Siedlungskern, konnte Howard etwas Ruhe finden.

    Wie so oft viel er schnell in Erinnerungen. An eine Zeit vor der Katastrophe, als die Menschheit mit rasender Geschwindigkeit neuen Technologien hervorbrachte und in fast allen Bereichen Fortschritte erzielt wurden. Alles wurde immer mehr von Rechnern kontrolliert, immer kleiner und allgegenwärtig. Fortschritte in Medizin erlaubten ein langes und gesundes Leben. Es gab auch damals große Unterschiede zwischen den Teilen der Welt, auch daran dachte Howard. In gewisser Weise ist die Welt heute wohl egalitärer als sie es jemals war, vor dieser Apokalypse sind alle gleich hoffnungslos. Wenn überhaupt haben die ruralen Gebiete wohl vorteile, können sich eher versorgen und anpassen.

    Er hoffte, dass sie bald aufbrechen konnten und was ihnen noch bevorstand.

  15. #15
    "He, Nachbar! Etwas am Entspannen was?"

    Eine Stimme weckte Howard plötzlich auf. Nach einer kurzen Desorientierung wusste er wo er war und vor allem wessen Stimme das war. Morris war mit seiner Jacht vor seine Hütte vorgefahren. Er musste bei dem Anblick des Schiffes sich immer fragen, ob es wohl das letzte Funktionstüchtige seiner Art war. Sicherlich galt das für die nähere Umgebung, und auch in der restlichen Westküste dürfte es nur wenige geben. Gleich nach Ausbruch der Apokalypse wurden Schiffe zu einer der wertvollsten Ressource auf dem Planeten. Auf dem Wasser musste man sich nicht den Infizierten fürchten, und die allermeisten Überlebenden Menschen waren wohl in der Nähe eines Hafens, oder konnten sich rechtzeitig zu einem bringen. Umso kurioser war Morris, der seine eigene Luxusjacht besaß.

    Howard würde es zwar nur ungerne zugeben, doch passierte es ihm, von Zeit zu Zeit, dass er eindöste während seiner Überlegungen. Gerade nach eine Anstrengung passiert das eher. Doch es schien, dass Morris taktvoll genug war, die Sache nicht weiter anzusprechen. Howard stand auf, und blickte den kocket angezogenen Mann fragend an.

    "Verzeihen Sie mein Benehmen, ich hab ja noch gar nicht gesagt warum ich ihr .. Domizil mit meinem Besuch ehre. Es geht um folgendes: Ich bin zwar, leider, nicht in der Lage den Konvoi auf seiner gefährlichen Reise zu begleiten, aber dafür umso motivierter praktisch all mein Hab und Gut für diesen edlen Zweck zu spendieren. Allerdings, kann ich natürlich nichts abgeben, bevor ich nicht ganz sicher bin, worum es sich handelt. Bei eingen der Artefakte der alten Welt ist dies nicht immer leicht zu bestimmen. Und ich könnte es niemals verantworten ein Risiko einzugehen, in eurem Interesse natürlich"


    "Natürlich.", plichtete ihm Howard bei, der ahnte, worauf dies hinauslief und dass Morris wohl kaum aus Barmherzigkeit allein handeln wird. "Und so wollen Sie also meine Hilfe ihre .. Ressourcen .. zu analysieren und auf ihre Nützlichkeit oder Gefährlichkeit hin zu bewerten?"

    "Exakt! Ein Mann der direkt zur Sache geht, das gefällt mir.",
    sagte der Bootsherr und warf eine Strickleiter über das Schiff und brachte es bis direkt zur Hütte.

    Howard macht sich an Aufgabe Iota (Probe auf Schulbildung)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •