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Deus
James Bond 007 – Der Hauch des Todes /The Living Daylights (1987)
War mal was anderes. Daltons erstes Bond Abenteuer ist (vielleicht abgesehen vom Auto-Laser) sehr viel realistischer als die Vorgänger, und auch etwas ernster. Im Grunde mehr Thriller als Actionfilm. Die Kalter Krieg Story mit Seitenwechseln und ein paar Wendungen und Wirrungen wusste zu überzeugen, da musste man als Zuschauer mal ein wenig mehr überlegen als sonst und war sich eine Weile nicht sicher, wem getraut werden konnte und wem nicht. Ich mag den Hauptdarsteller, was ich vorher gar nicht mal zu hoffen gewagt hatte. Und haha, John Rhys-Davies (aka Gimli) als russischer KGB General ^^ Der Typ taucht auch echt überall wieder auf, wo ich ihn nicht erwarte. Ach ja, und bevor ichs vergesse, die Anfangsszene mit Fallschirmsprung und Übung auf Gibraltar war cool und perfekt als Einführung für den neuen Schauspieler!
Ein paar Punkte haben mich aber sehr gestört. Dazu zählt, wieder einmal, das Bond-Girl. Kara hätte so toll und liebenswert und interessant sein können, der Hintergrund stimmte, und ich verlange gar nicht unbedingt, dass sie mit Bond auf Augenhöhe sein muss wie in "Der Spion, der mich liebte" oder so. Gerade ein "schwacher" Charakter wie sie kann zu einer spannenden Dynamik führen, erst recht wenn sie in einer Situation ist wie am Anfang des Films in der Tschechoslowakei. Aber meine Güte, die war sowas von naiv und unfähig und beeinflussbar >_>' An mehreren Stellen hat sie die Probleme im Grunde erst verursacht, ohne sie wäre alles gut gegangen. Sowas hasse ich.
Dazu die Handlungsorte. Etwas trist, wenig Abwechslung für meinen Geschmack. Afghanistan hätte im letzten Drittel eine faszinierende exotische Location sein können, aber da haben sie relativ wenig herausgeholt. Btw., immer wieder interessant, wie positiv zur Zeit der Entstehung des Films die Mudschahedin im Freiheitskampf gegen die bösen Kommunisten dort dargestellt wurden. Vergleiche dazu auch Rambo III, der nur ein Jahr später erschien. Schätze, nach dem 11. September ist sowas inzwischen undenkbar geworden, da hat die Geschichte den Film eingeholt, was ihn als Zeitdokument aber umso bedeutsamer macht.
Unterm Strich zwar leicht über den Erwartungen, aber dann doch irgendwie nur ein Bond-Film des oberen Durchschnitts, dem ein wenig der Fun-Faktor fehlte.
James Bond 007 – Lizenz zum Töten /Licence to Kill (1989)
Hui. Hatte ja schon oft gehört, dass die Teile mit Timothy Dalton so dark & gritty sein sollten, und bei "Der Hauch des Todes" fragte ich mich noch, wovon alle sprachen, da ichs dort gar nicht so krass fand. Jetzt weiß ich Bescheid. Lizenz zum Töten trägt den Titel zu recht. Würde behaupten, dass das der härteste und irgendwie fieseste /grausamste Part der Reihe ist. Jetzt nicht völlig aus dem Ruder gelaufen, aber der Unterschied zu den anderen Filmen ist schon auffällig. Bond auf persönlichem Rachefeldzug, und ziemlich viele Tote oder Schwerverletzte, darunter wohlgemerkt nicht nur Schurken als Opfer :-/
Positiv fand ich, dass es ab und zu richtig spannend wurde, was auch mit dem arschigen Bösewicht zusammenhängt, dem Bond gefährlich nahe kommt. Sozusagen in der Höhle des Löwen, ohne dass der Drogenboss über ihn Bescheid weiß. Aber Bond selbst in misslich-angreifbarer Lage, da er wie gesagt nicht in offizieller Mission unterwegs ist. Das Finale mit den Trucks war auch ganz beschaulich. Pilotin Pam Bouvier (Carey Lowell) war mir sympathisch, Lupe Lamora (Talisa Soto) hingegen nicht.
Schade nur, dass es dem Film diesmal völlig an Spaß mangelte. Im Vorgänger fanden sich immer noch diverse lockere Sprüche und erheiternde Momente, aber hier nur noch down-to-earth, no-nonsense hardcore Thriller Bond. Fällt mir daher schwer, das einzuordnen. Als Gesamtwerk bestimmt ähnlich okay wie der vorherige Teil, aber thematisch irgendwie gar nicht so meins. Hinzu kommt, dass sie bei den Handlungsorten erneut nicht so weit gekommen sind - bleibt grob gesagt in Mittel- und Südamerika. Irritiert hat mich außerdem die Szene am Ende, wo sie Felix am Telefon einblenden. Warum ist der gut gelaunt und lacht auch noch? In seiner Situation würde ich mich hundsmiserabel fühlen, egal ob die Haupthandlung gut ausgegangen ist oder nicht.
Trivia-Runde: Auch hier erkennt man bei genauerem Hinsehen diverse inzwischen bekanntere Schauspieler in frühen, kleinen Nebenrollen xD Benicio del Toro als junger Henchman? Jo! Außerdem Cary-Hiroyuki Tagawa als verdeckter Ermittler. Den kennt der ein oder andere hier vielleicht noch aus Mortal Kombat oder aktuell The Man in the High Castle.
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