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Thema: KOTT #19 - All talk, no games

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Tja und der nächste Strategie-Titel wurde angekündigt, was mich persönlich sehr freut. Endlich ein Anno back to the roots...


  2. #2
    Ich bin zwar kein Annoholiker, wie Heiko Klinge das mal nannte aber ich mochte die Serie immer. Naja bis auf den letzten Teil. Also ich gehörte jetzt nicht zu denen, die das moderne Szenario nicht unbedingt mochten, das mit der überfluteten Welt war nice und die Idee den Mond und verschiedene Weltregionen spielbar zu machen und zu vernetzen, war eigentlich sogar einer der größten Wünsche, die ich für Anno immer hatte, genauso wie persistente Kampagnen-Welten, aber der letzte Teil hat echt sämtliche Spannung in dem Spiel getötet. Ich gehörte zwar bei Anno nie zu den großen Kriegsspielern aber ich mochte es, wenn in der Welt nebenher halt noch Sachen passierten und man auch mal der KI beim Bauen zuschauen konnte. Das fehlte mir einfach. Und die Kampfkarten waren ja nun wirklich ein schlechter Witz vor dem Herren.

    Bin mal gespannt, wie sie das hier designen wollen. Aber das Setting begrüße ich jedenfalls.

  3. #3
    Bei mir ist es eher umgekehrt: Ich bin viel mehr der Annoholiker. Hab zwar bei der Age of Empires-Reihe Teil 1 und Teil 3 gespielt, aber ich spiele doch lieber mehr Aufbau als das typische RTS, wo es doch so wenige mittelalterliche Aufbauspiele gibt (im höher budgetierten Bereich). Aber bei Anno 2205 stimme ich dir absolut zu, habe nur eine Partie gespielt und seitdem nicht mehr und werde es auch nicht - das Spiel war eine echte Zumutung egal wie hübsch es ausgesehen hat. Aber wenn ich an 1404 denke, was mein Lieblingsteil der Reihe ist, freue ich mich über diesen Back to the Roots Schritt. Hätte meiner Meinung nach noch weiter zurückgehen können, 1800 ist ja auch nicht so alt.

  4. #4
    Anno hab ich irgendwie nie kapiert... Ich würde mich freuen, wenn man mal wieder ein neues Siedler ankündigt. Der 7. Teil hat mir an sich ausgesprochen gut.

  5. #5
    Zitat Zitat von Cuzco Beitrag anzeigen
    Ich würde mich freuen, wenn man mal wieder ein neues Siedler ankündigt. Der 7. Teil hat mir an sich ausgesprochen gut.
    Siedler 8 wurde damals Champions of Anteria, was ja richtig in die Hose ging. Der Titel hatte mit der Reihe genauso viel gemein wie Uwe Boll und gute Filme. Erwarte so bald nichts von der Siedler-Marke.

  6. #6
    Einfach was Siedler angeht "Siedler 2" spielen
    Damit machst du nichts falsch.

  7. #7
    Ich hab wegen Online-Scheiß 6 und 7 ausgelassen, obwohl ich wegen Siedler 2 überhaupt erst zum Gamer geworden bin. Es ist schade. Ein deutscher Bannertränner wie Blue Byte ist derartig verkommen. Der Markt ist zu den deutschen Kern-Genres: Aufbau, strategie und Adventures und dem PC leider nicht mehr sonderlich gut. Peschke und Gebauer hatten das Thema auch mal in einem ihrer Podcasts. Ein deutscher Entwicklungs-Veteran meinte auch, dass Spielen aus Deutschland inzwischen auch kaum mehr eine eigene quasi deutsche Handschrift haben und man eher versucht, sich am us-amerikanischen Vorbildern abzuarbeiten. Ein Grund warum zum Beispiel Osteuropa, gab auch Beispiele, besser funktioniert, weil die dortigen Entwickler eine eigene Handschrift entwickeln konnte. Fand das damals relativ interessant. Ich komm leider nicht mehr drauf, welche Ausgabe das war.

    Mit champions of anteria sind wir aber wohl, wie die GameStar berichtet hat, auch nochmal vergleichsweise gut weggekommen, weil uns ja ein Siedler mit Free-2-Play-Mechaniken und der Eleganz eines Browsergames (zahlenmechanische Präsentation) ins Haus stand. Eine gruselige Vorstellung.

  8. #8
    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Mit champions of anteria sind wir aber wohl, wie die GameStar berichtet hat, auch nochmal vergleichsweise gut weggekommen, weil uns ja ein Siedler mit Free-2-Play-Mechaniken und der Eleganz eines Browsergames (zahlenmechanische Präsentation) ins Haus stand. Eine gruselige Vorstellung.
    Man sieht ja an Crytek sehr gut, was passiert, wenn man mit auf dem Free-2-Play-Zug aufspringt. Sowas kann nur schief gehen. Nur wenigen (großen) Entwicklerschmieden ist diese Fahrt auf dem Zug wirklich geglückt, aber der Ruf nach Geld und Ruhm lockt halt sehr viele an. Ich finde es sehr schade, dass ein solch großer Spielemarkt wie Deutschland verhältnismäßig wenige große Entwicklerschmieden hat. Hab mal jüngst gelesen, dass sich die Anzahl der Studios in Deutschland sich um die 460 beziffert. Klingt auf den ersten Blick viel, ist es aber nicht. Viele davon sind sehr kleine Firmen, hauptsächlich Mobile-Games-Studios. Aber Studios, die Triple-A Spiele für die großen Publisher entwickeln? Extrem rar, wenn nicht gleich 0. Franchisen wie Anno oder die Die Siedler sind international nicht so hoch angesehen wie im deutschsprachigen Raum. Immerhin gibts hier mittelgroße Publisher, wie Deep Silver oder THQ Nordic, die doch internationale Games in ihrem Repertoire haben. Doch langsam dürfte die Deutschen wieder ihre eigenen, große Spiele entwickeln - kein zwanghaftes Nachahmen der US-Spiele und weg von zum Scheitern verurteilten Experimenten wie Free-2-Play. Es muss auch nicht immer Strategie sein...

  9. #9
    Auch das Thema war in dem Podcast angeschnitten worden: Deutschland als Spielmarkt hatte das gleiche Problem wie Deutschland im 19. Jahrhundert: Zu klein für eine Weltmacht, zu groß allerdings um es zu ignorieren. Der deutsche Markt ist groß und zahlungskräftig, dass hat deutschen Entwicklern geholfen mittelständisch zu wachsen, war also zu groß für wirklichen Innovationsdruck bzgl der Internationalisierung, andererseits war der Markt zu klein, um sich wie reguläre Riesen die Weltmarktspitze mit Marktmacht und Größe auf dem Heimatmarkt erkaufen zu können. Da haben die USA das einfacher. Die Hersteller können schon allein auf dem Heimatmarkt genug absetzen um Big Player sein zu können und eine internationale Wachstumsstrategie zu finanzieren. Dafür reichte es in Deutschland nie. zumindest ist das eines der Erklärungsmodelle warum es zum Beispiel bei Piranha Bytes im Gegensatz zu CD Projekt zu keinem großen Player gereicht hat, weil man nicht gezwungen war, sich stark auf den internationalen Markt einzuschießen und eben auch Geld für Wachstum in die Hand zu nehmen.

    Wenn man den Sprung von Witcher 1 zu Witcher 2 sieht, dann hat bzw. musste CD Projekt aus dem guten Einstieg, eher was machen, als ihre deutschen Konkurrenten.

    Im Endeffekt sind die meisten größeren Studios, wenn es sie überhaupt noch gibt, Outlets großer Entwickler. Blue Byte ist inzwischen auch nur noch ne deutsche Niederlassung von Ubisoft, den Namen behält man eher wegen des guten Klangs und der Tradition wegen.

  10. #10
    Darf man noch hoffen, dass Spieledeutschland irgendwann besser da steht als Film- und Seriendeutschland?

  11. #11
    Ein weiteres Debattenthema ist ja die Subventionierung und Kulturförderung als Hebel. Ich meine CD Projekt tut gut daran eher auf Techniktöpfe zurückzugreifen. Ich glaube Serien- und Filmdeutschland wurden mit der Subventionierung vornehmlich kaputt gemacht, einfach auch wegen der Auflagen und Bedingungen, die das Ganze mit sich bringt. Im Endeffekt ist aber Finanzierung wohl eines der Hauptthemen. Ich glaube das trifft sich auch bei Filmen und Serien. Deutschland fehlen die nicht-staatlichen Geldgeber für solche Produktionen und hat keine Studios oder Publisher, die aus sich heraus groß genug wären, um dieses Geld zu besorgen.
    Aber Apropos Film und Serien. Ich hab schon vor einer ganzen Weile mal in einem Essay gelesen, das eigentlich mit den ganzen Millionen, den der Staatsfunk zur Verfügung hätte, wenn er sie mal richtig investieren würde, locker Game of Thrones oder zumindest Borgen drin wäre. Ich denke dt. Drehbuchschreiber und Produzenten die auf HBO-Niveau produzieren können, sollte es auch hierzulande geben. Stattdessen kaufen wir uns lieber serielle Beliebigkeit ein.

    Ist eigentlich traurig. Enkidu kann das vielleicht eher bestätigen als ich als Film-Laie aber im Film-Business war Deutschland wie in den 90ern bei den Spielen ja durchaus einer wenn nicht führenden so doch privilegierten Position.

    Das Problem ist aber eben auch, dass ohne das entsprechende Angebot, auch keine Option für uns als Kunden vorliegen irgendetwas finanziell zu unterstützen, wenn es nicht gerade um Crowdfunding geht. Soll heißen, ein Studio muss erstmal ein Triple-A-Spiel machen können, bevor (patriotische) Kunden sofern es gut sind, dann auch mit Käufen in deutschen Entwickler-Bereich rückinvestieren. Bei Crytek kann ich das bei mir zum Beispiel nicht behaupten, da ich keine Schema-F-Shooter spielen will, auch wenn sie noch so gut aussehen.
    Da sind wir nämlich schon beim Problem. Wenn wir von Piranha Byte absehen, wo sind denn deutsche Rollenspiele? Ich hab jetzt ne Weile überlegt und mir fällt nichts ein. Also ich meine schon im Mid- oder High-Class-Bereich. Im Indie-Bereich bzw. Kleinunternehmen-Bereich mag sich da mehr tun (CrossCode yeah!), aber das ist natürlich auch nicht das, womit man einen Nimbus für einen Entwicklungsstandort schafft.

    Geändert von KingPaddy (24.08.2017 um 00:54 Uhr)

  12. #12
    Crytek ist ja nun nicht unbedingt ein Beispiel, dass es nicht funktioniert, sondern eher, dass man auch auf dem Teppich bleiben sollte, wenn es läuft.

  13. #13
    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Ein weiteres Debattenthema ist ja die Subventionierung und Kulturförderung als Hebel. Ich meine CD Projekt tut gut daran eher auf Techniktöpfe zurückzugreifen. Ich glaube Serien- und Filmdeutschland wurden mit der Subventionierung vornehmlich kaputt gemacht, einfach auch wegen der Auflagen und Bedingungen, die das Ganze mit sich bringt. Im Endeffekt ist aber Finanzierung wohl eines der Hauptthemen. Ich glaube das trifft sich auch bei Filmen und Serien. Deutschland fehlen die nicht-staatlichen Geldgeber für solche Produktionen und hat keine Studios oder Publisher, die aus sich heraus groß genug wären, um dieses Geld zu besorgen.

    Aber Apropos Film und Serien. Ich hab schon vor einer ganzen Weile mal in einem Essay gelesen, das eigentlich mit den ganzen Millionen, den der Staatsfunk zur Verfügung hätte, wenn er sie mal richtig investieren würde, locker Game of Thrones oder zumindest Borgen drin wäre. Ich denke dt. Drehbuchschreiber und Produzenten die auf HBO-Niveau produzieren können, sollte es auch hierzulande geben. Stattdessen kaufen wir uns lieber serielle Beliebigkeit ein.
    Ich finde hier steckt ein viel größerer Wurm im Apfel, als es zunächst scheint. Man braucht sich nur die Vielfalt der deutschen Filme der letzten Jahre ansehen - diese geht fast gegen null. Der deutsche Filmmarkt besteht aus hauptsächlich billig gemachten Komödien, die die Deutschen selbst sogar am meisten hassen. Nicht umsonst kommt ein Fack Ju Göhte 3 bald heraus, mittlerweile werden selten Filme gedreht, die aus dem Schema F hervorstechen. Zwar macht Frankreich momentan auch nicht viel anders, aber immerhin sind deren Komödien richtig gut und erlangen Internationalität. Aber der deutsche Filmmarkt ergeht es gleich wie dem Spielemarkt. Bestes Beispiel: Das Studio Yager aus Berlin. Mit Spec-Ops The Line haben sie für viele ein echt gutes Story-Spiel entwickelt, das überhaupt nicht deutsch war. Das Studio hat bewiesen, dass sie international können und wurden danach mit Dead Island 2 beauftragt (keiner kleinen Marke wie ich finde). Heute schrauben die Jungs und Mädels bei Yager nicht mehr daran, sondern an einem x-beliebigen Multiplayer-Weltraum-Free-2-Play, das höchsten ein paar Fans von früher begeistert. Warum es so gekommen ist? Keine Ahnung, den Grund sagt niemand und bleibt hinter geschlossenen Türen.

    Ich verlange an dieser Stelle auch nicht, dass ein Blue Byte plötzlich nicht mehr ein Anno entwickeln soll, viele Entwickler bleiben ihren hauseigenen Marken treu. Aber ohne die erforderliche Finanzierung wie du schon richtig gesagt hast, wird sich an dieser Situation nicht viel verändern. Kein Entwickler wird ein Risiko eingehen, dass er nicht einschätzen kann bzw. das ihm den Kopf kosten könnte. Dafür musst du vorher genug Kohle scheffeln, damit du dir das leisten kannst, aber welcher Entwickler kann das von sich behaupten. Alle größeren deutschen Entwickler sind doch einem großen Publisher unterstellt, jüngst auch Black Forest Games. Aber bis es soweit ist, dass ein deutscher Entwickler wie Ninja Theory ein deutsches Hellblade entwickeln können, müssen noch viele Jahre im Land vergehen.

  14. #14
    Mittelalter (Renaissance eigentlich) hatten sie aber auch lange genug. Frühindustrialisierung ist eigentlich gar nicht so schlecht. Das sieht man in Aufbau- oder Strategiespielen eigentlich auch eher seltener. Deswegen interessiert es mich auch, ob jetzt Age of Empires 4 vielleicht diese Epoche beackern will. Zum Ende von Teil 3 hatten wir ja die Erschließung des Westens in Amerika und die Industrialisierung mit der eisenbahn quasi Zeitaltertechnisch angeteasert, da wäre das auch eine gute Option.Von der Zeit her passt das aber auch super mit Tropico wieder zusammen Da ist ja für kommendes Jahr auch ein neuer Teil angekündigt. Da freue ich mich auch schon drauf. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass sie das System mit den Zeitaltern und der Verfassung so beibehalten. Das kam gut an. Ich hoffe die kehren zu dem alten Mieten- und Lohnsystem zurück. Das aus Teil 5 war leider überhaupt nicht mehr steuerbar.

    Aber zu Anno ja absolut deiner Meinung. 2205 war leider einfach nur tot. Wirklich schade drum.

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