Zitat Zitat von Ligiiihh Beitrag anzeigen
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Ich sage nicht, dass ich den Boykott befürworte (das könnte ich auch gar nicht beurteilen, weil ich sowieso nicht vorhatte, das Spiel zu kaufen), aber ich kann auch das Argument, dass die Entwickler hierbei übergangen werden, nicht als überzeugend einordnen, weil ein Boykott (oder eben auch andere Arten von Streik) ebenfalls eine Aufforderung zur Solidarisierung von Betroffenen/Beteiligten darstellt. Sollten die Verkäufe wirklich aufgrund des Aufrufs einbrechen (wovon ich derzeit fast null ausgehe), obliegt es den zukünftigen Arbeitgebern zu erkennen, dass die Schuld nicht auf Seiten des Entwicklungteams, sondern der ausführenden Produzenten liegt. Wenn das nicht berücksichtigt wird, muss man eben auch einsehen, dass man es mit engstirnigen Lackaffen in der Branche zu tun hat, die in ihrem Job nichts zu suchen haben.
Ok, nur damit ich es richtig verstehe:
Dass Entwickler bei diesem Boykott übergangen werden, findest Du als Gegenargument zu einem Boykottaufruf nicht überzeugend, obwohl Menschen in dieser Branche bei nicht performanten Spielen nicht weiterbeschäftigt werden und ihre Jobs verlieren, auf Basis einer Synchronsprecherin, die einen Stundenlohn von ca. 250 Euro abgelehnt und als Affront erachtet hat? Dem Arbeitgeber ist es - gerade bei US-amerikanischen und japanischen Gaming Studios - egal, warum ein Produkt nicht performt. In den seltensten Fällen liegt das an unfähigen Entwicklern, sondern an schlechtem Marketing oder anderen Faktoren. Ob das jetzt eine defizitäre Konsequenz ist oder nicht, es ist eine realistische Konsequenz. Es ist das, was es für die Mitarbeitenden bedeutet und da bringt es auch nichts zu sagen "ja dann müssen sich halt die bösen Manager ändern". Eine Helena Taylor weiß um diese Kräfteverhältnisse und nimmt es billigend in Kauf, zugunsten ihrer persönlichen Rache-Agenda Arbeitsplätze und Familieneinkommen zu gefährden.