Deswegen war ich die ersten Semester nicht ganz so glücklich, aber seit ich so feine Sachen wie Erzähl- und Dramentheorie hatte und mich jetzt mit Sachen wie Motivik und Strukturen befassen kann, macht das gleich deutlich mehr Spaß einfach weil man dann von der Ebene des Textes zwar auch, aber nicht mehr so völlig abhebt in philosophische Diskussionen, sofern die nicht Inhalt des Textes und oder der Geschichte sind. Ein Alptraum sind dann immer jene irgendwie metaphysisch-angehauchten Vorlesung, wie diese Ringvorlesung für fortgeschrittene Studenten und Gasthörer, wo da vergeistigte Professoren in ganz abstrakten Bedeutungsdimensionen über Schrift und Schriftkultur reden.Zitat
So von der Logik auf der Ebene, wie sie es betrachten, ist das kohärent, aber man hat häufiger das Gefühl danach zurückbehalten, dass es bemühtes Rumsalbadern auf einem hohen Niveau war. Zwischendurch sind dann aber immer wieder Dozenten, die dann mal von ihrem Elfenbeinturm heruntersteigen und du das Gefühl hast, jetzt erzählt er auch mal wieder etwas, was im Text selbst auch wieder Verwurzelung hat..
Also die Diskussionen machen schon Spaß, wenn man sie etwas Philosophisch angeht, aber das muss aber stark an den Text und seine Gegenstände und die Darstellung rückgekoppelt sein, ansonsten verliert sich das halt im... Ungefähren. Und ganz besonders enervierend sind eben die Dozenten älteren Semester, die noch ganz selbstverständlich mit den "kritischen" Texten von Adorno und ähnlichen studentisch aufgezogen wurden und diese häufig zitieren und ich mich aus heutiger perspektive auch noch frage, warum diese Leute überhaupt so einen tiefen Impact hatten, nur weil sie pessimistisch über die Literatur als Fußnote der bürgerlichen Gesellschaft und des Kapitalismus hinweggegangen sind. Aber es war eine andere Zeit.
Also ja ich kenne das sehr gut, Glann und such mir daher die textnahen operativen Gebiete und solche Dozenten, die dann auch nicht gleich von einem einzigen Begriff in einem Text gleich auf die transzendente Einheit mit Gott schließen bzw. uns einreden wollen, dass es so sei, weil ebenso ein vergeistigter Forscher das mal behauptet hat.
Und wichtig: Ich brauche lebendige Literatur. Werke die atmen. Deshalb meide ich Nachkriegsliteratur wie der Teufel das Weihwasser. Ich verlege mich Interessenmäßig wirklich immer mehr auf die Romantik/ Klassik. Das hatte ich vorher schon, aber umso mehr ich mich damit befasse, umso sicherer bin ich damit, dass es neben der Phantastik (oder als dessen Vorläufer) der Teil der Literatur ist, den ich am ehesten verstehen kann im Sinne von, dass er etwas in mir anspricht.
Prüfungen und die Zwischenprüfungen bei mir damals auch eine Katastrophe drei Stück und alle in einer Woche mit je einem Tag Vakanz nur dazwischen. Und vor den Abschlussprüfungen hatte ich damals noch einen 3-teiligen-Aufnahmetest ad hoc abgelegt, ohne weitere Vorbereitung (war etwas Knall auf Fall einer plötzlichen Entscheidung und so geschuldet xD) Da half dann an einem bestimmten Punkt nur Mut zur Lücke, weshalb ich Privatrecht geradeso geschafft habe :PZitat
Apropos da fällt mir ein: Was bei mir für eine gute Erwärmung der grammatikalischen Begrifflichkeiten und Funktionen usw. gesorgt hat, nachdem ich lange aus der Sek raus war, war der Lateinunterricht. Wenn du einen Lateinlehrer hast, der wirklich Wert darauf legt, dass du die Mechanismen der Sprache wirklich begreifst, dann habe ich festgestellt hilft es nochmal enorm weiter diese Grundbegriffe, die du auch von deiner eigenen Sprache her kennst, bei einer Fremdsprache noch einmal ebenfalls in Anwendung und Strukturanalyse (was du ja beim Übersetzen bspw. immer machst) zu sehen, zumindest wenn die beiden noch nahe genug beieinander liegen, dass sich gewisse Ähnlichkeiten (z.B. der Fälle) zeigen.Zitat
Den Eindruck hatten mir damals auch noch andere aus der Klasse bestätigt, die meinten, dass sie die Sache mit der Grammatik mit dem Abstand und im Kontext des Lateinunterrichts noch einmal neu verstanden hätten.






