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Thema: Über den moralischen Wert des Vegetarismus\der Tierschonung

  1. #121
    Ich finde es ja lustig, dass das, was eigentlich seit Jahrzehnten als ausgewogene Ernährung kursiert, mit dem Begriff Flexitarier eine eigene Bezeichnung erhält, so als hätten die Leute sich zuvor rein fleischlich ernährt.

  2. #122
    Nö, ich glaube der Begriff ist entstanden, seit der militante Vegetarismus/Veganismus aufgetaucht ist, der zwischen 100g Biomilch/Jahr und 100kg Fleisch/Jahr keinen moralischen Unterschied macht und sich gewisse Leute dann doch in der Pflicht standen, das nicht auf sich sitzen lassen zu wollen.

  3. #123
    Zitat Zitat
    Höhere Mehrwertsteuer auf Tierprodukte?

    Tierprodukte wie Milch und Fleisch sind klimaschädlicher als Obst oder Gemüse. Daher fordert die Chefin des Umweltbundesamts, Krautzberger, die Mehrwertsteuer auf diese Lebensmittel anzuheben. Im Gegenzug könnten pflanzliche Produkte günstiger werden.

    Das Umweltbundesamt fordert aus Gründen des Klimaschutzes eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Tierprodukte wie Milch und Fleisch. Bislang wird auf diese Lebensmittel - ebenso wie auf die meisten anderen Grundnahrungsmittel in Deutschland - der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent erhoben. "Tierische Nahrungsmittel sollten künftig mit den regulären 19 Prozent besteuert werden", sagte die Präsidentin der Behörde, Maria Krautzberger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Im Gegenzug sei denkbar, dass der Staat die zusätzlich entstehenden Steuereinnahmen von rund 5,2 Milliarden Euro verwendet, um den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von derzeit sieben Prozent noch weiter zu senken. Krautzberger schlug vor, mit den freiwerdenden Mitteln zum Beispiel pflanzliche Lebensmittel und öffentliche Verkehrsmittel billiger zu machen. Dies schone das Klima und komme den Steuerzahlern unmittelbar zugute, sagte sie.

    Umweltschädliche Tierprodukte
    Anlass der Forderung ist ein aktueller Bericht des Umweltbundesamtes zu umweltschädlichen Subventionen in Deutschland. Darin heißt es, die Landwirtschaft trage wesentlich zum Klimawandel bei und sei in Deutschland der Hauptverursacher von Methan- und Lachgasemissionen. Obwohl sie deutlich klimaschädlicher seien als Getreide, Obst oder Gemüse, profitierten tierische Produkte vom vergünstigten Mehrwertsteuersatz. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch beispielsweise verursache zwischen 7 und 28 Kilogramm Treibhausgasemissionen - Obst oder Gemüse dagegen weniger als ein Kilogramm.

    Dem Bericht zufolge liegen die umweltschädlichen Subventionen in Deutschland bei 57 Milliarden Euro. Krautzberger sagte, beim Subventionsabbau leiste sich Deutschland "seit Jahren riesige blinde Flecken". Einerseits verpflichte sich das Land auf internationaler Ebene zu mehr Klimaschutz, gleichzeitig werde klimaschädliches Verhalten im eigenen Land mit Steuergeldern subventioniert.

    Quelle
    Ich wusste, ich hätte 2013 nicht die Grünen wählen sollen... Moment, hab ich doch auch nicht...

  4. #124
    Und bio-obst aus China importieren ist nicht umweltschädlich?

  5. #125
    Ich stehe der Idee einer nicht-ermäßigten Mehrwertbesteuerung von Fleisch- und Milchprodukten übrigens grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber, wobei ich stark anzweifle, dass zumindest Milchprodukte nicht zur Grundversorgung notwendig sind und damit ermäßigt besteuert werden müssen.

    Aber muss man wirklich da ansetzen, wo nur ein Bruchteil des umweltschädlichen Subventionsvolumens liegt?

    Außerdem hängt mir diese Utopie vom eingeschränkten Tierproduktverzehr echt zum Hals raus. Vielleicht sollte man die Produzenten zu umweltfreundlicherem Wirtschaften anhalten? Technologischen Fortschritt vorantreiben, Produktionsbedingungen regulieren? Bedarfsorientierte Kaufpraxis fördern? Wenn wir alle ein bisschen weniger Fleisch essen, wird ein bisschen mehr Fleisch weggeschmissen. Wenn der lokale Almmilch-Bauer seine Produkte besser auf den Markt bringen kann als der mexikanische Melkfabrikant, was wird wohl passieren?

  6. #126
    Grundgedanke dahinter ist auch mMn ok, aber
    a) noch eine Aufspaltung des Mehrwertsteuersatzsystems, welche unweigerlich weitere unübersichtliche Ausnahmeregelungen nach sich führen dürfte (Mordechaj gab ja schon ein Beispiel an)

    b) wenn ihnen der Ressourcenverbrauch so schwer im Magen liegt, sollten sie sich wirklich mehr Gedanken darüber machen, wie man Supermärkte usw. besser in die Verantwortung ziehen kann, nicht so massiv über Bedarf Lebensmittel zu ordern und am Ende des Tages en gros wegzuwerfen.
    Ähnliches gilt für Fertigungsbetriebe von Nahrungsmittelns (ich weiß aus direkter Quelle wie viele prinzipiell völlig genießbare Tiefkühlpizzen in verzehrsmäßig einwandfreiem Zustand vom Band in einen Container fliegen, nur weil nicht exakt die gewünschte Anzahl an Salamischeiben draufliegt).

    In das Thema arbeite ich mich auch selbst gerade mit dem Buch "Für die Tonne" von Tristram Stuart ein.

    Außerdem könnte der Grundannahme ja auch wieder jemand folgendes entgegenhalten.

    Geändert von Ark_X (06.01.2017 um 07:30 Uhr)

  7. #127
    Grad auf ner andern Seite (gutefrage) drüber gestolpert, dass jemand fragte, ob bei McDonalds die Patties auf getrennten Grills gebraten werden. (Weil es wohl auch Veggie Burger gibt.) Find ich aus gesundheitlichen Gründen - oder weil mans rausschmeckt und es einem dann nich schmeckt - okay.
    Aus ethisch/moralischen Gründen aber eigentlich lächerlich.

    Ich mein: Egal ob das jetzt getrennt oder gemeinsam gebraten wird ... wenn derjenige sich nen Veggie Burger kauft dann spielt das ja keine Rolle. Ändert am Fleischkonsum der übrigen Kunden nix und selber hat er ja kein Fleisch konsumiert. (Die andern konsumiern ja nich mehr, nur weil seiner auch auf dem gebraten wurd wo Fleisch gebraten wird.)

    Außerdem: Eigentlich wird damit dann ein Großkonzern unterstützt, der mit Marketing und billigen Preisen (1-Euro-Dinger hatte glaub auch nur McDonalds und der Burger King nie) die Bevölkerung (vor allem Jugend) zu vermehrtem Fleischkonsum animiert. Also man unterstützt das quasi noch in dem man Veggie bei denen isst - die verdienen ja dran und betreiben nebenher den Verkauf ihrer Fleischprodukte die den größten Teil ausmachen dürften im Sortiment.

  8. #128
    Als Vegetarier stimme ich Dir da zu. Ich habe im Sommer in der Grillsaison auch das Problem, dass meistens nicht vegetarisch/nicht-vegetarisch getrennt gegrillt wird. Und dann lass ich es meistens ganz bleiben.

    Dass jemand, der sich ernsthaft für Tierschutz interessiert, trotzdem bei McDonalds einkauft, ist natürlich schwachsinn, aber das sind nur meine zwei Cents.

    Wobei eine entsprechend hohe Nachfrage, sagen wir mal beispielsweise bei 20% der verkauften Burgern nur vegetarische, dass McDonalds da schon was an der Unternehmensstruktur vom Tier weg zur Pflanze hin ändern würde.

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