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Thema: Star Trek Discovery

  1. #161
    Also das war mal eine wirklich coole Episode, direkt im Stil der alten Serien. Ich kann mir vorstellen das Discovery damit einige der unzufriedenen Fans zurück gewonnen hat.


  2. #162
    Ehrlich? ich fand das eher ätzend, besonders die Beziehung von Michael zu dem neuen Sicherheitschef wirkt für mich etwas unglaubwürdig. Die haben sich gerade erst kennengelernt, und schon fliegt sie auf ihn? Da hätte ich wirklich gerne noch einige Folgen dazwischen gehabt, bevor es zwischen den beiden funkt.

    Ich mochte bisher den düsteren Stil der neuen Serie und hoffe sie machen das so weiter.

  3. #163
    Ich finde eigentlich das ist eine ganz nette entwicklung, eher Langsam und nicht so schnell wie in anderen Serien, außerdem darfst du nicht vergessen, das Staments da ziemlich den Kuppler gespielt hat um das in späteren durchgängen zu beschleunigen.

  4. #164

  5. #165
    Andorianer in Star Trek Discovery sehen zumindest einigermaßen aus wie Andorianer, yay! Ist schon grund genug zur Freude, wenn die Macher mal ein wichtiges klassisches Element der Franchise nicht zum reinen Selbstzweck komplett umgekrempelt haben. Blaue Haut, weiße Haare, Antennen: alles wesentliche vorhanden. Auch wenn ich auf das "zweite Mini-Fühler-Paar" über den Augenbrauen hätte verzichten können. Glaube Discovery wäre direkt für mich gestorben, wenn sie meine Lieblings-Trek-Spezies vergeigt hätten.

    Inzwischen wurde auch das erste Bild eines Tellariten veröffentlicht. Damit komme ich noch klar, ist aber schon weniger überzeugend und mehr im Sinne des visuellen Reboots verschlimmbessert. Man kann sie durch die Nase zwar noch wiedererkennen, aber ähnlich wie bei den Klingonen wirkt der auf dem Bild so, als wäre er aus dem nächstbesten Fantasystreifen entsprungen (und die Stoßzähne sind komplett überflüssig und waren früher nie da) :-/

    Faustregel - das wurde meiner Meinung nach in Star Trek Enterprise alles weitaus besser und geradliniger umgesetzt, egal wie sehr sich die Macher von Discovery bemühen. Doch wie gesagt, will nicht zu viel nörgeln und erstmal gucken, wie das in der Serie selbst rüberkommt, besonders wenn noch weitere Vertreter der jeweiligen Arten gezeigt werden. Ist schon viel wert, dass sie mit den anderen bedeutenden Aliens nicht auch so eine stilistische Katastrophe veranstaltet haben wie mit den Klingonen.


    Ich bin mal so freizügig und klaue Gegenüberstellungsbildchen von Trekyards:







    Zitat Zitat von DerZocker Beitrag anzeigen
    Dauert ja noch was bis Discovery weitergeht, von daher pack ich das mal hier rein

    http://www.darkhorizons.com/tarantin...new-star-trek/

    http://www.darkhorizons.com/stewart-...for-tarantino/
    Darüber diskutierte ich in den dortigen Kommentarspalten. Habe dazu sehr gemischte Gefühle. Passt für mich auf den ersten Blick nicht zusammen, besonders wenn viel von Tarantinos üblichem Stil in dem Film zu spüren wäre. Gewaltorgien und massig Schimpfwörter haben in Star Trek imho nichts zu suchen. Die Franchise ist etwas, das sich auch Fans im Alter von 12 anschauen können sollten. Andererseits... wenn er nur das Grundkonzept liefert, ein wenig am Drehbuch mitschreibt, und es zudem kein weiteres verfrühtes Reboot sondern eine Fortsetzung der Kelvin Timeline ist, dann könnte das durchaus für frischen Wind und Einsparungen beim Budget sorgen. Überzeugt bin ich von der Idee zwar nicht, aber hey, schlimmer als eine Rückkehr von Abrams und/oder Orci und/oder Kurtzman und/oder Lindelof wäre das jedenfalls schonmal nicht. Kann mir darunter allerdings noch zu wenig vorstellen und überhaupt scheint das alles nur angedacht und noch nicht in trockenen Tüchern zu sein. Von daher glaube ich es, wenn ich es sehe und ein paar Details bekannt sind.

    Glaube übrigens nicht, dass sie Picard da reinbringen würden. Wäre offen für so etwas, wenn sie eine richtig gute Story hätten, welche einen solchen Schritt rechtfertigt. Aber bitte nicht als Wegwerf-Cameo.

  6. #166
    Hehe, die aktuelle Folge 12 hatte am Ende die erste gute Storywendung der Serie. Die Sache mit Ash Tyler hat mich komplett kalt gelassen, weil man sie vom allerersten Moment an ahnen konnte und es irgendwann so offensichtlich war, dass sie es zu lange hinausgezögert haben. Die aktuelle Enthüllung hingegen war wesentlich besser: Captain Lorca war von Anfang an aus dem Spiegeluniversum! Auch das ist mir zwar schon mehrfach in den Sinn gekommen, aber die Hinweise waren viel subtiler (hieß es in Episode 5 nicht, er habe zuvor seine ganze Crew geopfert und sei selbst geflohen? Da dacht ich mir schon "Welcher Sternenflotten-Captain würde so etwas tun?"). Dadurch rechnete man imho nicht so sehr damit, dass die verantwortlichen Autoren wirklich diesen Weg gehen.

    Interessante Entwicklung jedenfalls. Frage mich, was aus dem anderen Lorca geworden ist und wie sie aus der Situation wieder herauskommen, ohne dass es in (noch dickeren) Diskrepanzen mit dem bisherigen Kanon resultiert. Generell habe ich nicht erwartet, dass sich die erste Staffel so lange im Mirror Universe aufhält (und storytechnisch so eng damit verquickt ist). Mir fehlt immer noch die Abwechslung von Folge zu Folge, und noch immer spielt fast alles nur auf Raumschiffen, nicht auf Planeten. Aber denke schon, dass Discovery ein paar Fortschritte gemacht hat. Auch an die Charaktere gewöhne ich mich langsam. Glaube ich mag zumindest Stamets ^^

    Was mich nach wie vor am meisten stört, hängt mit Fragen der Ästhetik zusammen. Meiner Ansicht nach ist das die mit Abstand hässlichste Serie der Franchise bisher, egal wie viel Geld sie dafür ausgeben und wie viel fortschrittlicher die Computeranimationen sind. Ausnahmslos jede Folge ist übertrieben dunkel gefilmt und das Innere der Schiffe sieht auch unglaubwürdig dunkel aus (als könnte man bei solchen Lichtverhältnissen gut arbeiten). Zudem weichen die Designs (insbesondere Schiffe und Kostüme) unnötig und teilweise extrem stark von allem ab, was Fans von Star Trek gewohnt sind und was die meisten früher daran mochten. Manches wurde ersetzt durch profillosen Sci-Fi-Einheitsbrei.

    Würde ich mich in dieser Serie nur halbwegs zu Hause fühlen können - vielleicht würde ein bisschen Helligkeit dafür ja schon reichen? Dann aber bitte ohne Lensflares - wäre Discovery inzwischen sogar eine ganz passable Trek-Show mit brauchbarer Handlung, wenn auch von der Geschichte her unverhältnismäßig düster und brutal. Einige Gewalt-Aktionen sind da nur für Shock Value drin, ohne was zur Handlung beizutragen. Hätte es früher nicht gegeben. Gute Erzähler können solche Dinge auch effektiv andeuten (wir brauchten zum Beispiel nicht jedes Detail von Picards Folter in Chain of Command sehen, um die Vorgänge zu begreifen oder zu glauben). Eine grundsätzlich etwas hoffnungsvollere Perspektive würde nicht schaden, die vermisse ich wirklich, denn die hat Star Trek stets ausgemacht.

    Nur noch drei Folgen übrig in dieser Staffel. Ob das genug Zeit ist, um die vielen angerissenen Erzählstränge zu einem zufriedenstellenden Ende zu bringen? Wie fandet ihr die letzten paar Folgen?

  7. #167
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Wie fandet ihr die letzten paar Folgen?
    Bisher gefällt die mir sehr gut. Anfangs musste ich mich - wie wohl jeder Star Trek-Fan - an die neue Optik und den deutlich harscheren Tonfall (der gefühlt aber nur in den ersten Folgen so stark auftrat) gewöhnen, mittlerweile geht die Serie aber sehr gut und spannend voran.

    Die "neue" Interpretation des Spiegel-Universums, die vorallem in den letzten beiden Folgen beschrieben wurden, gefällt mir deutlich besser als alles, was in den Trek-Serien zuvor gezeigt wurde. Davor (vielleicht mit Ausnahme von TOS) war Vieles merklich darauf ausgelegt, dass die Schauspieler Spaß an der entgegengesetzten Rolle haben; hier gibts die eine oder andere Dialogzeile, die deutlich macht, in welchem ungemütlichen Teil der Galaxie sie sich gerade befinden. Vor DIS sind mir die Agoniekammern nie so erschreckend vorgekommen^^.

    Was mir in den Weiten des Internets zu DIS-Reviews auffällt, ist, dass sich in deren Kommentaren mittlerweile deutlich mehr Stimmen für DIS aussprechen und dem einen oder anderen stocksteifen Kritiker deutliches Kontra geben. Am Anfang konnte man sich diverse Kommentarbereiche garnicht antun, weil die überlaufen sind von z.T. an den Haaren herbeigezogenen Kritiken (da hatte man nicht die geringste Lust, in dem Haufen zuzugeben, dass man DIS unvorstellbarerweise mögen würde...), mittlerweile siehts da m.E. deutlich besser aus.


    Was mir an der Serie aber momentan nicht wirklich gefällt, ist die Konzentration auf die wenigen Hauptdarsteller ohne genauere Beleuchtung der Nebendarsteller, die alle mindestens ebenso interessant sein könnten. Ich warte die ganze Zeit darauf, dass die endlich mal im Vordergrund stehen und hoffe sogar jedesmal darauf, wenn man mal jemanden ohne Rampenlicht-Fokus sieht. Vorallem von dieser Frau



    würde ich gerne mehr sehen und erst recht ein paar Dialoge mit Michael und/oder Saru hören. Das da nix kommt, lässt meine Erwartungshaltung leider in etwas unrealistische Höhen schrauben die wohl nie erfüllt werden, wenn es dann soweit ist

    Natürlich ist an der Serie nicht alles perfekt; die Ash Tyler-Geschichte etwa war auch zu offensichtlich (mir wärs wahrscheinlich lieber gewesen, wenn er stattdessen wirklich eine Gehirnwäsche bekommen hätte, statt direkt der Klingonen-Spezies anzugehören). Nichtsdestotrotz: Mir macht die Serie Spaß, ich schaue jeden Montag rein wenn eine neue Folge kommt, also macht die Serie für mich offensichtlich irgendwas richtig^^... Und ich bin seit TNG dabei und großer Fan von DS9^^...

    Geändert von Manuel (23.01.2018 um 22:15 Uhr)

  8. #168
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Hehe, die aktuelle Folge 12 hatte am Ende die erste gute Storywendung der Serie. [...] Die aktuelle Enthüllung hingegen war wesentlich besser: Captain Lorca war von Anfang an aus dem Spiegeluniversum!
    Da stimme ich zu! Neben der Erklärung zu seinen Augen, was man vorher nicht wissen konnte, ergibt die Szene mit dem Phaser im Bett nun gleich noch viel mehr bzw. einen anderen Sinn - im Spiegeluniversum muss man als hochrangiger Offizier jederzeit damit rechnen angegriffen zu werden, daher ist man allzeit bewaffnet.

    Ich habe die Serie nach dem Mitlesen hier anfangs erst mal zugunsten von "The Orville" links liegen gelassen, aufgrund der Begeisterung eines Kollegen aber kürzlich doch mal reingeschaut - und dann ziemlich zügig bis zur aktuellen Episode aufgeholt.

    Das Pilznetzwerk war mir anfangs zu esoterisch, mittlerweile geht es.Ich frage mich, ob die angedeutete Seuche dann die Erklärung dafür wird, dass es in chronologisch späteren Serien nicht mehr genutzt wird/werden kann.
    Für das Spiegeluniversum ist es damit womöglich schon geklärt, da diese keine Skrupel hätten, das Netzwerk oder Tardigraden auszunutzen.

    Witzig fand ich die Rotation der Untertassensektion bei Nutzung des Sporenantriebs - erinnert mich irgendwie an den Hyperantrieb(?) von Captain Future's "Komet".

    Auflösen müssen sie mMn auch irgendwie noch, warum die Vulkanier von den Rebellen auf die Seite des Imperiums gewechselt sind.

    Was mich an dieser Interpretation des Spiegeluniversums etwas stört, ist die scheinbare Grundannahme, dass die Menschen jenes Universums von Grund auf böser Gesinnung sind. Ich weiß von einer ENT-Folge, die den Erstkontakt im Spiegeluniversum darstellt, habe sie aber noch nicht gesehen und daher kA, ob es mal irgendwo eine Erklärung dafür gab.
    Die im Roman "Die Bewahrer" sagt mir da deutlich eher zu: Zeframe Cochrane konnte sich nach "First Contact" doch an die Borg erinnern und prägte daher das anfängliche Bündnis von Menschen und Vulkaniern durch seine Furcht vor einer extrem gefährlchen Spezies irgendwo da draußen. Infolgedessen waren die Erkundungen der Galaxis von mehr Misstrauen und schließlich präventiver Eroberung und Unterdrückung geprägt.

    Plothole beim jüngsten Twist? Hätte Lorcas abweichende Quantensignatur nicht nach dem Wechsel ins Spiegeluniversum auffallen müssen? Oder hatte die sich durch seinen langen Aufenthalt im "Main"-Universum angepasst? (Ich weiß nicht, ob eine solche Erklärung in einer Serie oder nur in einem Roman vorkam?)

    Mehr über die Brückencharaktere zu erfahren wäre aber wirklich nett. Das war für mich ein großer Minuspunkt der Pilotfolge, wenn auch hinterher nachvollziehbar. Bei allen anderen Serien kannte ich nach 1~2 Folgen gefühlt bereits die halbe Besatzung.
    Bei dem Mitglied mit dem "Robohelm" war ich mir nicht sicher, ob das nun eine andere Spezies oder eine Anspielung auf Data sein soll. Letzteres wäre mMn ein heftiger Trek-Faux pas...

    Geändert von Ark_X (23.01.2018 um 22:05 Uhr)

  9. #169

    Lässt seine Sig im QFRAT an
    stars5
    Bezüglich Cochraine siehe hier:


  10. #170
    Habe ich bei der vorigen Folge (12) einmal zu oft geblinzelt oder hatte noch jemand den Eindruck, dass die beiden Pauls die Körper getauscht hätten? In Folge13 war davon ja offensichtlich nichts zu sehen.

    Und wieso hing der Discovery selbst noch im Warp die Explosion des Myzelkerns an den Hacken?

  11. #171
    So, erste Staffel Discovery vorbei. Mein Fazit ist leider sehr durchwachsen und nach wie vor tendenziell eher negativ. Aber meiner Ansicht nach hat die Serie nach dem fürchterlichen Start zumindest diverse spürbare Fortschritte gemacht, sodass noch nicht alle Hoffnung verloren ist.

    Ich mochte das Finale weitgehend, schon alleine deshalb, weil es eine Außenmission mit Expeditionsteam auf einem Alienplaneten enthält (wenn auch einer, den wir schon in früheren Zeiten besucht haben). Das ist eines der Dinge, die ich als eine Säule von Star Trek ansehe und die in der ersten Staffel von Discovery bei Weitem zu kurz gekommen ist, weil gefühlt 95% der Handlung bloß auf Raumschiffen spielte. Diese letzte Folge bringt vieles im Tempo-Modus zum Abschluss, vielleicht zu schnell, aber generell mochte ich die Auflösung und dass ein etwas versöhnlicherer und hoffnungsvollerer Ton angeschlagen wurde. Der kurze Vorgeschmack auf das, was in Staffel 2 kommen könnte, hat mich nicht wirklich begeistert sondern stattdessen eher beunruhigt, weil ich nicht noch mehr schwach eingearbeiteten Fanservice möchte, sondern diese Figuren und Konzepte erstmal lernen sollten, auf eigenen Beinen zu stehen, bevor erneut die große Lore-Keule ausgepackt wird. Dennoch war es ein okayiger Cliffhanger um diese Staffel zu beenden und das Update des Enterprise-Designs sah auch halbwegs annehmbar aus.

    Gleichwohl mag ich Discovery insgesamt bisher nicht so recht. Ich versuche immer noch, mich an die Charaktere zu gewöhnen, was diesmal länger dauert als je zuvor. Manche sind okay, mit anderen werde ich überhaupt nicht warm. Ich halte es soweit für eine allenfalls durchschnittliche und oft eher fade Serie mit einem grauenhaft schwachen Sinn für Ästhetik. Ein paar Handlungselemente waren gut und sogar clever, andererseits werden viele unterschiedliche Dinge angeschnitten und dann überhaupt nicht mehr weiter verfolgt. Es muss sich deutlich verbessern, wenn die Show jemals hoffen möchte, auch nur einen Bruchteil der Highlights früherer Inkarnationen der Franchise zu erreichen. Jedenfalls bin ich überaus froh, dass der lahme Klingonenkrieg-Handlungsbogen endlich vorbei ist und nun hoffentlich ein bisschen mehr geforscht wird. Es wird echt Zeit.


    Nicht dass es jemanden interessieren würde, aber hier ist meine persönliche Wunschliste für die zweite Staffel. Mal schauen wie viel davon umgesetzt wird, ein paar Versprechungen in diese Richtung wurden ja immerhin schon gemacht:

    => Mehr Außenmissionen, mehr Entdeckungen. Die Serie sollte endlich ihrem Titel gerecht werden. Ich möchte, dass die Crew bisher unbekannte Alien-Kulturen, -Planeten und -Zivilisationen erforscht und dabei auch Erstkontakte herstellt. Wie wäre es zum Beispiel mal damit, die Kelpien Heimatwelt zu besuchen? Dafür, dass Saru einer der Hauptcharaktere ist, wissen wir bisher enttäuschend wenig über seine Spezies. Die erste Staffel handelte ohnehin fast nur von Menschen, Klingonen und Vulkaniern, mit ein paar Andorianern und Tellariten (und Orions in letzter Sekunde) flüchtig im Hintergrund, ohne ihnen irgendeinen nennenswerten eigenständigen Charakter für die Story zu widmen. Ziemlich langweiliges Standard-Zeugs. Was Aliens angeht, war ausnahmslos jede frühere Star Trek Serie meilenweit kreativer (einschließlich The Animated Series, übrigens).

    => Mehr Kameradschaft. Teamwork, Interaktion und Synergie vermisse ich nach wie vor. Ich weiß, dass die Autoren das bewusst langsam angehen wollten, um eine graduelle Entwicklung aufzuzeigen, und verglichen mit dem Anfang ist es tatsächlich schon besser geworden. Aber ein Gefühl von Vertrautheit untereinander bekomme ich dort noch immer nicht. Ich sage nicht, dass alle happy miteinander sein müssen, aber wenn die so gezwungen nicht miteinander klarkommen oder gegenüber den anderen so distanziert sind, nervt mich das und es macht die Crew langfristig unsympathisch. Habe das Gefühl, dass sich manche der Hauptfiguren gegenseitig kaum kennen. Selbst bei DS9, wo sich viele Figuren so gar nicht grün waren, stellte sich schnell der Eindruck von Nähe ein. Ich denke das hat auch damit zu tun, dass die Discovery-Figuren zu wenig über sich mit anderen reden und wir kaum etwas von ihrem Alltag und der Routine zu sehen bekommen. Aber genau die würde die Situation auf dem Schiff und die Konstellation der Charaktere und ihre Funktionen so viel realer und nachvollziehbarer machen. Die gesamte erste Staffel hatte wenns hochkommt vielleicht 15 Minuten Screentime die dafür genutzt wurden - nicht genug.

    => Der Fokus sollte auf das Ensemble gesetzt werden. Mir vergeht die Lust, wenn Discovery dauerhaft so sehr zu einer "Michael Burnham Show" verkommt. Denn ich kann sie nicht wirklich leiden, da sie sich selbst so unsagbar ernst nimmt. Und gebt den Hintergrundfiguren auf der Brücke etwas zu sagen und was zu tun, verdammt! Sie werden andauernd gezeigt aber sind schmerzlich unterentwickelt und wurden nichtmal vernünftig vorgestellt. Könnte alles so interessant sein.

    => Haltet den fehlgeleiteten Fanservice in Schach. Bloß TOS-Charaktere einbauen und alles mit ihnen zu verbinden macht eure Serie nicht automatisch besser oder wichtiger. Es ist ein simpler, billiger Trick. Verdient dieses Gewicht anstatt uns bloß zu sagen, es sei da. Wenn der Fanservice sein muss, dann lieber etwas indirekteres versuchen, das nicht notwendigerweise etwas mit den Charakteren zu tun hat. Wie wäre es zum Beispiel, die Wolkenstadt Stratos in die Handlung einzubauen, oder weitere bekannte Aliens zu zeigen, ohne unnötig an deren Design herumzufummeln?

    => Apropos: Das Design sollte verfeinert und verbessert werden, damit der neuinterpretierte Look zumindest ein kleines bisschen dem ähnlicher wird, was die Fans kennen und mochten. Es würde etwa überhaupt nicht der Zielsetzung der Produzenten widersprechen, wenn wenigstens hier und da mal ein Klingone mit Haaren auftaucht, oder welche mit menschenähnlicheren Zügen. Oder ein Bird of Prey der auch halbwegs als solcher erkennbar ist und nicht aussieht wie der entstellte Cousin eines Cylon Raiders aus Battlestar Galactica, der über Jahrzehnte hinweg im Keller an einer Kette gehalten wurde. Die Verantwortlichen haben hier völlig verkannt, wie wertvoll Wiedererkennungswert sein kann, wenn er in die richtigen Bahnen geleitet wird.

    => Schaltet das Licht ein! Das ist für mich tatsächlich ein gewaltig großer Punkt, habe ich oben schon erwähnt. Alles ist viel zu dunkel gefilmt und schlecht beleuchtet bzw. gedimmt wie verrückt. So sehr dass es tatsächlich unglaubwürdig wirkt und die Immersion stört, weil das einfach keine realistischen Arbeitsbedingungen im Weltraum sind. Man kann viele Details überhaupt nicht erkennen. Vielleicht haben sie Angst, dass auffällt, wie wenig Deko in vielen Räumen eigentlich vorhanden ist, und versuchen jene Mängel auf diese Weise zu verstecken? Das Budget für die Serie soll doch so gewaltig sein, scheint aber schlecht verteilt zu werden, wenn so wenig für schicke Kulissen draufgeht. Die ISS Charon war für mich eine einzige Enttäuschung. Das große Klingonenschiff am Anfang sah noch ziemlich gut aus, aber danach ging es steil bergab. Der Mangel an Helligkeit macht alles so grimmig und betrüblich, das wird einfach nicht gebraucht.

    => Macht die Serie abenteuerlicher, optimistischer und hoffnungsvoller, ohne übertriebene Gewaltszenen. Ich mochte auch nicht, wie wenig diese Darstellung der Föderation wie die Föderation war; und dass es sich um ein Prequel handelt ist keine Ausrede. Wir wissen unter anderem durch Enterprise, auf welche Ideale sie gegründet wurde, und wir wissen unter anderem durch TOS, wie sie in der Ära von Discovery laufen sollte. Mir fällt es schwer zu glauben, wie rücksichtslos und leichtfertig hochrangiges Sternenflottenpersonal bereit ist, unschuldige Lebewesen zu opfern und so viele grausig-unverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Bei Lorca war das aus Storygründen ja noch verständlich, aber dass ihn niemand ernsthaft angezweifelt und sich widersetzt hat schon weniger. Klar, die Situation war verzweifelt, aber wo war bitte die Sternenflotte, die stets zuerst nach Alternativen sucht? Die Leute müssen ja nicht alle moralisch einwandfrei sein, aber das Umfeld so garstig zu gestalten, dass die zwielichtige Föderation sogar einen Völkermord von unvorstellbarem Ausmaß anzetteln möchte? Sorry, in einem Trek-Universum wie jenem fühle ich mich ganz und gar nicht mehr zu Hause.

    => Stellt mehr Fragen zu Ethik, baut mehr moralische Dilemma ein. Discovery war diesbezüglich sehr seicht und konzentrierte sich stattdessen oft lieber auf Action und Effektspektakel. Ja, einige solche Themen wurden oberflächlich angesprochen, aber nichts wurde intensiv erforscht und behandelt. Nichts davon regte mich zum denken an oder berührte mich emotional. Ich mein, erinnert ihr euch noch an Datas Tochter? An den Klon von Trip der nur für seine Organe leben und sterben sollte? Oder Tuvix? Oder Bashir auf dem Planeten mit der Seuche? Sicher, das war nur die erste Staffel von Discovery, aber ich möchte, dass es sich an diese schwierigen Themen auch mal heranwagt - auch ohne dass alles mit einem großen, physischen Konflikt verbunden ist. Diese Art von Geschichten sollten in sich eigentlich bereits genug sein, um eine ganze Staffel darauf aufzubauen. Zumindest wenn die Autoren ein bisschen Talent haben. Ich halte das für so bedeutsam, weil es jetzt mehr als jemals zuvor angegangen werden könnte, da es sich nicht mehr bloß um Einzelepisoden handelt. Diese Fragen über den Verlauf einer ganzen Staffelhandlung zu thematisieren anstatt sie eine Woche später wieder zu vergessen, das birgt ein ungeheures Potential, das bis jetzt überhaupt nicht angekratzt worden ist. Mit dem Tardigraden zum Beispiel hätten sie so viel mehr anstellen können.


    Wenn Discovery Star Trek sein will und immer wieder betont wird, dass es in der Prime Zeitlinie spielen soll, dann sollten die Macher nicht mit Scham auf frühere Zeiten zurückblicken und auch nicht versuchen dafür zu sorgen, dass sich alles so anders und neu wie möglich anfühlt. Denn indem sie das in der ersten Staffel getan haben, haben sie leider gleichzeitig auch eine Menge von dem entsorgt, was ich an der Franchise immer geliebt und geschätzt habe.





    Zitat Zitat von Ark_X Beitrag anzeigen
    Habe ich bei der vorigen Folge (12) einmal zu oft geblinzelt oder hatte noch jemand den Eindruck, dass die beiden Pauls die Körper getauscht hätten? In Folge13 war davon ja offensichtlich nichts zu sehen.
    Den Eindruck hatten offenbar viele, die Stelle wurde auch irgendwie komisch missverständlich gefilmt, fand ich. Dachte ich für einen kurzen Moment ebenfalls, aber als es danach weiterging, war an seinem Verhalten und den Reaktionen ganz gut zu erkennen, dass das so nicht gemeint war.

    Zitat Zitat von Manuel Beitrag anzeigen
    Was mir in den Weiten des Internets zu DIS-Reviews auffällt, ist, dass sich in deren Kommentaren mittlerweile deutlich mehr Stimmen für DIS aussprechen und dem einen oder anderen stocksteifen Kritiker deutliches Kontra geben. Am Anfang konnte man sich diverse Kommentarbereiche garnicht antun, weil die überlaufen sind von z.T. an den Haaren herbeigezogenen Kritiken (da hatte man nicht die geringste Lust, in dem Haufen zuzugeben, dass man DIS unvorstellbarerweise mögen würde...), mittlerweile siehts da m.E. deutlich besser aus.
    Zähle ja selbst eher zu den Kritikern und habe nicht den Eindruck gewonnen, dass die Leute im Netz Discovery jetzt überwiegend positiv aufnehmen (vor allem langjährige Fans tendenziell oft nicht), auch wenn es wahrscheinlich mehr Befürworter geworden sind als vorher. Es mag sich ein wenig in diese Richtung verschoben haben, doch irgendwie finde ich persönlich es auch beruhigend zu sehen, dass viele mit den kreativen Entscheidungen nicht einverstanden sind, zumal ich die Hoffnung habe, dass die Macher sich das früher oder später vielleicht doch noch zu Herzen nehmen werden. Stimme aber zu, dass bei den Kommentaren oft auch viele Hater aus Prinzip dabei waren und sind, die an den Haaren herbeigezogene Pseudo-Argumente hervorbringen (insbesondere wenn das Thema Political Correctness und Vielfalt aufkommt >_>).

    Zitat Zitat
    Was mir an der Serie aber momentan nicht wirklich gefällt, ist die Konzentration auf die wenigen Hauptdarsteller ohne genauere Beleuchtung der Nebendarsteller, die alle mindestens ebenso interessant sein könnten. Ich warte die ganze Zeit darauf, dass die endlich mal im Vordergrund stehen und hoffe sogar jedesmal darauf, wenn man mal jemanden ohne Rampenlicht-Fokus sieht. Vorallem von dieser Frau

    https://i.imgur.com/p67OkCc.jpg

    würde ich gerne mehr sehen und erst recht ein paar Dialoge mit Michael und/oder Saru hören.
    Sehe ich genauso. In allen früheren Trek-Versionen und den meisten anderen Sci-Fi-Serien hatte ich nach ein paar Folgen oder spätestens nach der ersten Staffel den Eindruck, die ganze Crew ganz gut zu kennen. Man hatte eine Vorstellung davon, wie die einzelnen Leute zueinander stehen. Discovery ist da anders soweit es mich angeht. Und zwei oder drei Figuren, die zunächst wie Hauptcharaktere schienen, wurden umgebracht, sodass jetzt im Grunde bloß noch Burnham, Saru, Stamets und Tilly (und eventuell Tyler) übrig sind - vier oder fünf Protagonisten nur! Selbst in Enterprise, wo die Macher den Cast bewusst kleiner als zuvor halten wollten, gab es eindeutig mehr. Dadurch wirkt Discovery vom erzählerischen Ausmaß irgendwie vergleichsweise klein. Bin gespannt wer demnächst dazu kommt (neuer Captain!) und ob das zur Abwechslung mal wieder jemand nach meinem Geschmack ist.

    Darüber hinaus würde auch ich liebend gerne mal etwas über diese Brücken-Crew erfahren. Die Frau mit dem halb rasierten Kopf, dem einen blauen Auge und dem Metall-Dingens an der Seite von der Stirn heißt übrigens Keyla Detmer (gespielt von Emily Coutts) und Cyborg-Robo-Girl heißt Airiam (gespielt von Sara Mitich), das schwarze Mädel auf der Brücke ist Joann Owosekun (dargestellt von Oyin Oladejo). Das hätte ich auch nicht aus dem Kopf gewusst, da half nur Nachschlagen, da diese Charaktere - obwohl sie in fast jeder Folge gezeigt werden! - weder jemals vernünftig vorgestellt wurden, noch viel zu sagen oder zu tun haben bzw. schlichtweg nicht in irgendeiner signifikanten Weise in die Geschichte eingebaut wurden. Was eine Schande ist. Und lass mich gar nicht erst von dem Rest anfangen... Da gibt es auch noch eine ganze Reihe von benannten männlichen Charakteren, die sich dort tummeln, aber an die kann ich mich kaum erinnern, geschweigedenn sie auseinander halten.

    Ich kann es nicht leiden, wie damit umgegangen wird und all diese potentiell interessanten Figuren bloß als schmuckes Beiwerk im Hintergrund gehalten werden. So eine Verschwendung. Frühere Serien haben kaum mal ein wiederkehrendes Nebenrollen-Crewmitglied gezeigt, ohne dass es zumindest ein bisschen Rampenlicht und Exposition bzw. Bedeutung für die Handlung bekommen hat. Entweder namen- und gesichtslose Statisten, oder richtige Charaktere. So ein Zwischending ist blöd. In dieser Beziehung erscheint mir Discovery geradezu unvollständig. Ich möchte das Schiff wieder begreifen können als lebendiges, atmendes Ding, mit einer Gemeinschaft die zusammenarbeitet, um es am Laufen zu halten. Leute, die sich gegenseitig kennen. Ich glaube einige dieser Nebenrollen könnten Discovery wesentlich besser machen, wenn sie nur mal ein bisschen Zuwendung bekämen. Sie haben besseres verdient als in der Peripherie zu versauern. Dass fast niemand deren Namen kennt, sagt eigentlich alles.

    Mit anderen Worten: Es ist nicht genug Ensemble, sollte es aber sein. Zumindest meiner persönlichen Vorstellung von Star Trek nach. Vielleicht überrascht uns ja die zweite Staffel. Wird allerdings noch bis 2019 dauern.

    Geändert von Enkidu (13.02.2018 um 22:45 Uhr)

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