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Thema: Flüchtlinge, Pegida & Co.

  1. #1081
    Zitat Zitat von Lord of Riva
    Tja ich bin unlängst fan davon Journalisten dazu zu verpflichten reine Fakten niederzuschreiben, Headlines und Formate anzugleidern und Meinungen als solche, deutlich und korrekt zu kennzeichnen und bei mangelnder kennzeichnung Saftige Geldstrafen zu verteilen. [...] ich bezog mich rein darauf das fakten nicht demokratisch sind, es ist unerheblich wieviele leute meinen etwas gesehen zu haben es ist rein wichtig was denn atsächlich wahr ist.
    Darum geht es ja. Wie will ein Journalist beweisen, dass ein Artikel wahr ist bzw. welche rechtlichen Mittel hat er, um gegen den Vorwurf, die Unwahrheit geschrieben zu haben, anzukämpfen? Gerade Vorwürfe dieser Art gibt es ständig (Lügenpresse, Fake News). Und wie kann sich ein Journalist rechtzeitig, zwischen Ereignis und Bericht, rechtlich absichern? Für deinen Vorschlag bräuchte es eine Institution, die die Wahrheit für sich beansprucht und dem sich alle beugen müssten, was den freien Journalismus im Kern schon ad absurdum führt.

    Und selbst wenn deine Idee fliegen sollte: würde der "faktisch deklarierte Teil" deiner Artikel nicht nur zu Schmunzlern unter den Konsumenten alternativer Medien führen? Dort markiert man einfach alles als Meinung und fertig. Und selbst Mainstream-Journalisten würden nichts anderes machen, nur um der potentiellen Strafe aus dem Weg zu gehen.

    Mir scheint wirklich der größte Feind der Demokratie ist der Reiz der einfachen Lösungen.

    Zitat Zitat von Lord of Riva
    Man kann erwarten das sich Parlamente und Präsidenten mit der Politik auskennen [...] Von "dem Volk" kann man das nur bedingt erwarten.
    Wie bereits gesagt, ein Staatsmann ist auch nur ein John Doe, der ein Amt ausübt. Er benötigt auch eine Mannschaft von Rechtsexperten, Politexperten, usw. die sich auf verschiedenen Gebieten spezialisiert haben. Und selbst dann wird teilweise in unseren Demokratien Murks im Parlament beschlossen, der dann vom Verfassungsgerichtshof abgelehnt wird. Und ich widerspreche dir vehement bei der Annahme, vom Volk könne man in politischen Themen wenig erwarten, denn wir beide diskutieren hier öffentlich die Für und Wider unserer staatlichen Substanz und genießen die Früchte des Austauschs, etwas das du in autokratisch geführten Ländern kaum sehen wirst. Und auch wenn sich manch einer auf elitär-egozentrische Weise etwas darauf einbildet und sich nicht zu "dem Volk" zählen möchte, zu dem auch bildungsferne Schichten gehören: wir sind alle das Volk.

  2. #1082
    Oh, ich lese schon von "islamophoben Anschlag", nur weil die Opfer diesmal (18.06., mark you) größtenteils Muslime sind. Dabei ist noch gar nicht auszuschließen, ob der Täter selbst Moslem war, denn die meisten Opfer muslimischer Terroranschläge (und im auch andersrum die meisten Täter bei muslimischen Opfern) sind selbst Muslime. Würde mich also nicht wundern, wenn wir in ein paar Stunden von einem "schiitophoben" oder ähnlichem Anschlag lesen.

  3. #1083
    Also ich habe schon in mehreren Stellen davon gelesen aber bis auf den Verdacht des muslimischen Dachverbandes schreibt sich zu dem Zeitpunkt niemand eine antiislamische Haltung in die Headline. Oh, bis auf Jungs wie diese: Anti-Muslim Terror? Several Injured as Man Ploughs Van into Pedestrians Outside London Mosque

  4. #1084
    Na ja, das is normal - dass die Presse viel vermutet. Wenns gegen Juden geht ist es gleich judenfeindlich. Wenns gegen Muslime geht ist es islamophob. Und wenn die Mehrheit der Betroffenen nicht Muslime oder Juden sind, dann wars ein terroristischer Anschlag - ferngesteuert durch den IS. Dachte man bei dem einen der in München (wars glaub) durchdrehte auch - obwohl rauskam, dass der glaub auch sonst irgendwie gestört war und gemobbt wurde und keine "Fernsteuerung" vorlag. (Die liegt meiner Meinung nach sowieso sehr selten vor - die meisten machen selber irgendwas und der IS nutzt es dann als Propaganda aus. Erzählen kann man viel. Ich könnt auch behaupten dass ich Boss einer Organisation wär und für alles verantwortlich wär und die Leute "ferngesteuert" hätte.)

    Bei ner Moschee liegt es halt nahe dass man sowas vermutet - da es ja genug andere Anschlagsziele gäbe, in der Moschee man aber mit höherer Wahrscheinlichkeit viele Muslime mitnehmen kann. Dass es irgendein Moslem selber gewesen sein kann der "Trouble" hatte mit irgend nem Rechtsgelehrten dort - könnte aber auch möglich sein. Oder die Eltern warn zu streng zu ihm mit der religiösen Erziehung und er wollte sich rächen.

  5. #1085
    Das ist wie die Poo-Stiftung ihre Statistik rechtsradikaler Verbrechen immer ein bisschen aufpumpt: Ein Nazi bringt einen Kamerade um: ein rechtsradikales Verbrechen. Die politische Positionierung des Täters, nicht das politische Motiv zur Tat sind das Entscheidende. Aber schauen wir Mal. Ich will eben auch nicht ausschließen, dass sich nach dem Konzert-Massaker nicht jemand radikalisiert und hat und jetzt ebenso freidreht.

  6. #1086
    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Aber schauen wir Mal. Ich will eben auch nicht ausschließen, dass sich nach dem Konzert-Massaker nicht jemand radikalisiert und hat und jetzt ebenso freidreht.
    Das ist halt die Krux dabei. Ungeachtet dessen, ob das hier jetzt tatsächlich speziell gegen Muslime gerichtet war, sind die Anschläge die vergangenen Wochen soweit das stetig ansteigende Anfeinden von Muslimen beides der perfekte Nährboden für Hass und Radikalisierung auf beiden Seiten (und damit mal wieder ein trauriges Beispiel, warum Generalverdachtsäußerungen nichts weiter erreichen, als noch mehr Schaden anzurichten).

  7. #1087
    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen
    Oh, ich lese schon von "islamophoben Anschlag", nur weil die Opfer diesmal (18.06., mark you) größtenteils Muslime sind. Dabei ist noch gar nicht auszuschließen, ob der Täter selbst Moslem war, denn die meisten Opfer muslimischer Terroranschläge (und im auch andersrum die meisten Täter bei muslimischen Opfern) sind selbst Muslime. Würde mich also nicht wundern, wenn wir in ein paar Stunden von einem "schiitophoben" oder ähnlichem Anschlag lesen.
    Itaju, willst du über irgendwas sprechen? Wollen wir irgendwie zur Wurzel deines Problems vordringen, die übrigens darin begründet liegt, dass du dich zu etwas kritisch äußern willst, aber nicht weißt, was es genau ist, und es deshalb an einer Ethnie festmachst und die Abwehr von Ethnifizierungstendenzen als Friedensheuchelei abtust -- oder willst du lieber weiter tendenziöse Halbargumente in den Raum werfen, die selbst der Petry mittlerweile zu altbacken wären?

    Komm mal klar.

  8. #1088


    Ein kleine Stichprobe darüber wie rechts Europa geworden ist. Die Daumen und die Kommentare sprechen Bände. Wie konnte es nur so weit kommen? Die Solidarität ist der Xenophobie gewichen.
    Aus Angst vor dem Verlust von Wohlstand und Bequemlichkeit werden Konteraktionen gestartet.

    Mag sein dass dieses Video irgendwo auch manipulativ ist, dennoch wurde es für einen guten Zweck produziert.

  9. #1089
    Zitat Zitat von Klunky Beitrag anzeigen


    Ein kleine Stichprobe darüber wie rechts Europa geworden ist. Die Daumen und die Kommentare sprechen Bände. Wie konnte es nur so weit kommen? Die Solidarität ist der Xenophobie gewichen.
    Aus Angst vor dem Verlust von Wohlstand und Bequemlichkeit werden Konteraktionen gestartet.

    Mag sein dass dieses Video irgendwo auch manipulativ ist, dennoch wurde es für einen guten Zweck produziert.
    Alter, sind die kommentare Krank...

  10. #1090
    Zitat Zitat
    Ein kleine Stichprobe darüber wie rechts Europa geworden ist.
    Das ist ein aaabsoluter Trugschluss! Selbst wenn es einen "Rechtsruck" gibt (was ich hier mal außen vor lasse), wird man den an sowas definitiv nicht erkennen, da sich in den Kommentaren immer der Bodensatz der Leute sammelt, die sich unbedingt irgendwie mitteilen müssen. Es ist nur in den letzten Jahren en vogue geworden, seinen eigenen kleinen Kulturkrieg in den Kommentarspalten des Internets auszutragen. Wäre das vor zehn (oder gar 30) Jahren möglich gewesen, hätte es nicht anders ausgesehen.

    Ich will das nur so deutlich machen, weil auch mich gern mal von Kommentarspalten deprimieren lasse, und weil es sehr menschlich ist, Trends und scheinbare Durchschnitte zu sehen, wenn viele ähnliche Dinge aufeinander kommen. Faktisch sind solche Kommentarspalten aber definitiv nicht repräsentativ für irgendwas, da sie kein Querschnitt der Gesellschaft sind, was man bspw. immer schon an dem Verhältnis Klicks/Kommentare sieht. Die aller-allermeisten Leute kommentieren im Netz überhaupt nicht, und das sind wahrscheinlich im Schnitt auch nicht die "Empörten"; will sagen ... Alles gut! Ihr seid nur über einen stinkenden Haufen Müll in einer dunklen Straßenecke gestolpert! Entweder bei Gelegenheit wegmachen, oder nicht jeden Tag durch die dunkle Gasse gehen.

  11. #1091
    Die letzte so promotete YouTube-Aktion war #nichtegal, die viele Leute an sich ganz nice fanden, weil vorgegeben wurde Trollen das Wasser abzugraben, die einfach nur Diskussionen sabotieren, bis man dann gemerkt hat, wer dort die Maßstäbe für Hatespeech festlegen wollte und sollte und wie Leute selbst mit missliebigen Kommentaren umgehen, die dort Aushängeschilder dieser Kampagne sein sollten. Entsprechend ist die Stimmung da sehr schnell gekippt.

    Ich kann nachvollziehen, dass die Leute entsprechend auch keinen Bock mehr auf gutgemeinte Pro-Asyl-Propaganda haben, während die im Mittelmeer tätigen NGOs, die eigentlich da sein sollten, um Menschenleben zu retten, inzwischen den Schleppern bei ihrem schmutzigen Handwerk zur Seite stehen. Im Endeffekt leidet diese Kampagne unter dem Effekt, den ich hier schon vor ein paar Monaten befürchtet habe, dass die Inflationierung des Flucht-Narrativs mit einer kopflosen politischen "Weiter-So"-Mentalität begleitet wird, die Neigung erlöschen lässt, auf so etwas mit etwas anderem als Zynismus zu reagieren.

    Ich sehe nämlich ehrlich gesagt in der Kampagne nicht den geringsten Mehrwert, denn Berichte der Art geben sich bei uns in der Presse seit Jahren, muss man jetzt schon sagen die Klinke in die Hand.

  12. #1092
    Das tut schon weh sich das durchzulesen. Aber vielleicht ändert sich das ja wenn man etwas Geduld und weniger Hysterie mitbringt.

  13. #1093
    Da fliegen ein paar Internetpersönlichkeiten hin und entscheiden sich ein Video zu machen um "ein Zeichen zu setzen", ähnlich wie man in Deutschland die Flüchtlinge direkt am Bahnhof Willkommen heißen wollte. Und weiter? Wer übernimmt die Kosten für die Integration? Wer schafft Alternativen/Perspektiven für die jungen Menschen, die bei uns auf's Abstellgleis gestellt werden und jetzt möglicherweise Lohndumping gegenüberstehen? Wer kontrolliert das ganze?

    Ich finde es sehr wichtig, dass die Gesellschaft Fremden gegenüber offen ist und Flüchtlinge aufnimmt aber es ist verantwortungslos, das ganze Thema mit Wohlfühlvideos zu beschießen, die ein sehr kompliziertes Thema auf "würden Sie dieses junge Mädchen ertrinken lassen?" reduzieren, wo es doch sehr viele offene Fragen aber viel weniger konkrete Lösungsansätze gibt. Es wäre toll, wenn zumindest die Hälfte dieser Publikationen nicht nur aus Asylwerbung, sondern aus konkreten Vorschlägen bestehen würde aber davon sind wir weit entfernt. Der Staat macht das schon und irgendwann sind wir alle happy. Brilliant.

  14. #1094
    Zitat Zitat von Surface Dweller Beitrag anzeigen
    Da fliegen ein paar Internetpersönlichkeiten hin und entscheiden sich ein Video zu machen um "ein Zeichen zu setzen", ähnlich wie man in Deutschland die Flüchtlinge direkt am Bahnhof Willkommen heißen wollte. Und weiter? Wer übernimmt die Kosten für die Integration? Wer schafft Alternativen/Perspektiven für die jungen Menschen, die bei uns auf's Abstellgleis gestellt werden und jetzt möglicherweise Lohndumping gegenüberstehen? Wer kontrolliert das ganze?

    Ich finde es sehr wichtig, dass die Gesellschaft Fremden gegenüber offen ist und Flüchtlinge aufnimmt aber es ist verantwortungslos, das ganze Thema mit Wohlfühlvideos zu beschießen, die ein sehr kompliziertes Thema auf "würden Sie dieses junge Mädchen ertrinken lassen?" reduzieren, wo es doch sehr viele offene Fragen aber viel weniger konkrete Lösungsansätze gibt. Es wäre toll, wenn zumindest die Hälfte dieser Publikationen nicht nur aus Asylwerbung, sondern aus konkreten Vorschlägen bestehen würde aber davon sind wir weit entfernt. Der Staat macht das schon und irgendwann sind wir alle happy. Brilliant.
    Zitat Zitat
    Wer übernimmt die Kosten für die Integration? Wer schafft Alternativen/Perspektiven für die jungen Menschen, die bei uns auf's Abstellgleis gestellt werden und jetzt möglicherweise Lohndumping gegenüberstehen? Wer kontrolliert das ganze?
    Die Kosten sind Kindergarten, wer sich neue Korvetten und Kampfdrohnen Anschaffen will könnte sich auch sowass leisten nen gerechten sozialstaat und ne brauchbare einheitsrente und einen höheren Bildungsetat noch obendrauf. Dann gibts auch kein Lohndumping, es sind ja nicht die flüchtlinge die die jugend aufs abstellgleiß stellt und lohndumping betreibt sondern unsere Wirtschaft. Hartz 4 sei dank.

    Warum das problem immer auf die paar Flüchtlinge projiziert wird ist mir ein Rätsel.

    Geändert von Lord of Riva (22.06.2017 um 21:33 Uhr)

  15. #1095
    Zitat Zitat von Lord of Riva Beitrag anzeigen
    Die Kosten sind Kindergarten, wer sich neue Korvetten und Kampfdrohnen Anschaffen will könnte sich auch sowass leisten nen gerechten sozialstaat und ne brauchbare einheitsrente und einen höheren Biöldungsetat noch obendrauf. Dann gibts auch kein Lohndumping, es sind ja nicht die flüchtlinge die die jugend aufs abstellgleiß stellt und lohndumping betreibt sondern unsere Wirtschaft. Hartz 4 sei dank.
    Du redest als wäre das alles deine Kohle. Es ist aber die Kohle der Steuerzahler. Du hast gar nix zu melden.

  16. #1096
    Im Endeffekt ist des die Kohle der Politiker - die darüber frei verfügen können und auch neue Steuern erheben können wenn sie mehr Geld brauchen. Da hat der Steuerzahler am Ende auch nix mehr zu melden - außer halt alle paar Jahre wenn Wahlen sind.

  17. #1097
    Es handelt sich vor allem nicht um einen Topf voll Gold im Reichstagskeller und auch nicht um Schäubles Geldklammer. "Wer soll das bezahlen?" und "Es ist die Kohle der Politiker." bilden beide ein je eigenes Missverständnis über die staatliche Finanzwirtschaft ab. Das Geld wird genauso wenig alle wie es abundant vorhanden ist: Es handelt sich um ein Verteilungssystem virtueller Mittel, deren Freischaltung je nach festgestelltem Bedarf und Haushaltsfeststellung geregelt wird.

    Ganz unabhängig davon ist die Frage nach der Bezahlung ganz einfach: Wir bezahlen das, als Gesellschaft. Und das wird niemandem weh tun, außer denen, die die Zahlen dafür zusammenstellen müssen. Kennt wer noch die Beträge, die die Bankenrettung gekostet hat? Wem ging's deshalb schlechter? Das heißt nicht, dass man sich mit diesen Fragen nicht beschäftigen sollte. Man muss realistisch darüber sprechen können, dass die Flüchtlingssituation einen Haufen Geld kostet und kosten wird. Und man muss realistisch über die Bekämpfung von Fluchtursachen und die Lösung der diskrepanten Rechtslage, die eigentlich die meisten Kosten verursacht, sprechen können.

    Aber man muss auch die Kirche im Dorf lassen können. Und die Minarette in der Stadt. Man muss über die Flüchtlingssituation als demographischen Wandel und nicht als Einfall der mongolischen Horde nachdenken können.

  18. #1098
    Zitat Zitat
    Die Kosten sind Kindergarten, wer sich neue Korvetten und Kampfdrohnen Anschaffen will könnte sich auch sowass leisten
    Dieses Thema auf nur die Finanzierung (den Geldwert, ohne die gesellschaftliche Wirkung) und die "fehlende" Umverteilung zu reduzieren ist einer der Gründe wieso die Debatte sich ständig ausbremst und der völlig überflüssig ist. Die Welt wird sich nicht in 2 Jahren in ein sozialistisches Paradies, wo alles gerecht verteilt ist, verwandeln. Es gibt zwar die "reichen" Mittelständer, die ständig gegen Zuwanderung wettern und sich selbst schön reden und ja, dort wäre allein ein Umdenken sehr wünschenswert aber das sind nicht diejenigen, die von der Zuwanderung unmittelbar betroffen sind und auch nicht der Fokus der Wahlkämpfe (die wissen schon was sie wählen, ganz wie die Eltern).

    Die Schichten, die davon betroffen sind, sind die ärmeren und orientierungslosen, sprich, die die sowieso niemand auf dem Radar hat, dabei ist gerade dort das Radikalisierungspotential am höchsten. Gerade dort braucht es Aufarbeitung und echte Antworten und gerade dort hilft so ein Video absolut null. Wundert es da wirklich, dass gerade dort die Rechtsparteien mit ihren einfachen Weltbildern und "Lösungen" voll punkten? Sie nutzen nur das Vakuum, um das jeder andere freiwillig einen Bogen macht. Jetzt mag vielleicht einer den Vergleich zum Flüchtling mit seiner viel schwereren Situation ziehen und auch dem ärmeren sagen, wie gut er es nicht im Vergleich hat aber wenn jemand ständig nur am brauchen ist (sozial wie finanziell), sprich, er die letzten Jahre damit verbracht hat, seine Situation ein wenig zu bessern, wird er nicht empfänglich für Botschaften dieser Art sein, vor allem dann nicht, wenn sie von reichen Youtube-Stars kommt. Wieso sollte jemand der z.B. vor der Wahl steht, sein Gehalt vom Staat auf Mindestniveau aufstocken zu lassen oder sich zum ewigen Stempeln zu verdammen und in der Gesellschaft immer der Fußabtreter war, noch Entbehrungen auf sich nehmen für Menschen, die eben aus der Hoffnung auf soziale Besserung heraus, fliehen (was man unter Wirtschaftsflüchtlingen versteht)? Man muss diese Menschen miteinbeziehen und eine Lösung finden, die auch ihnen einen Vorteil bringt oder zumindest diese ernst nehmen anstatt sie in misanthropisch-abschätzender Weise als Bodensatz abzutun.

    Wenn man das Problem lösen will, muss man die Situation mal so nehmen und verstehen wie sie ist. Mit Positionen der äußeren Ecken des politischen Spektrums und den einhergehenden, wirren Forderungen ist gerade hier nichts gewonnen (und die Zeche dieser Situation zahlen zum Teil auch Flüchtlinge).

    Geändert von Surface Dweller (23.06.2017 um 08:15 Uhr)

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