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Thema: Flüchtlinge, Pegida & Co.

  1. #1

    Flüchtlinge, Pegida & Co.

    Nazi-Anschlag in Vorra bei Nürnberg: Flüchtlingsheime brennen - Hakenkreuze an der Wand.

    Der deutsche Faschismus lässt mal wieder die Maske fallen!

    ... Wie so häufig in letzter Zeit; Lässt sich doch dieser Anschlag, wie u.a. die SZ richtig bemerkte, in einer Linie mit den zehntausend Deutschen sehen, die kürzlich bereitwillig auf den xenophoben ‪PEGIDA‬ Derivat Demos mitmarschierten, Demos die immerhin von Gruppen wie der German Defence League, Pro Köln, und der NPD mitgetragen werden und von Leuten organisiert, die so weit rechts stehen, dass sie selbst die ‪‎AFD‬ für eine "verkappte linke [Partei]" (sic!) erachten, oder auch in einer Linie mit den immerhin sechs bis acht Prozent der Deutschen, die in der Letzteren, eine zumindest Proto-Faschistische Kraft unterstützen, die u.a. trotz des Vorgenannten die PEGIDA Demos unterstützt, und sich auch nicht zu schade ist auf Kreis-Ebene mit der NPD Anträge einzubringen.

    Quo Vadis Deutschland?

    Da wo es seit man aufhörte auf Lessing zu hören offenbar immer hingeht:
    In den (braunen) Abgrund!

    Muss erst wieder der Tod ein Meister aus Deutschland werden, damit klar wird, wohin schon wieder mal der Zug fahrt aufnimmt?

    "Der Fremde soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer, unter euch. Du sollst ihn lieben wie dich selbst. (...) Ich bin JHWH, euer Gott". - 3. Mose 19,43.
    "'Geht mir aus den Augen, ihr Verfluchten! Geht in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist! Denn (...) als ich fremd war, habt ihr mich nicht aufgenommen (...)." - Matthäus 25,41-43
    Das schwirrt mir im Kopf herum.

    An solchen Tagen harre ich des Feuers des Herrn.‬
    ‪#‎niewiederdeutschland‬!


    Wollte das eigentlich in den News Thread packen, dachte aber es könnte zu viel Gegenstunk für den verursachen, und deshalb ist es nun hier. Bin im Grunde einfach nur enttäuscht (vor allem über Nürnberg, meine Stadt), verdammt wütend, und traurig zu gleich. - Im Grunde also ein Rant. Wenn es den Mods zu offensiv scheint, darf es gerne weg. Musste halt nur raus. - Aber vielleicht mag ja auch wer anderes seinen Senf zu geben.

    Geändert von Jerome Denis Andre (13.12.2014 um 23:15 Uhr)

  2. #2
    Nun ja, 1945 ist nächstes Jahr 70 Jahre zurück. Das macht gute 2-3 Generationen und die letzten Zeitzeugen sterben. Ich glaube nicht, dass wir in Europa wieder in eine Zeit der autoritären Staaten zurückschlittern, aber ich vermute, in den nächsten Jahrzehnten werden wir wohl die ein oder andere recht-konservative Regierung durchmachen, bis die Leute auch da wieder die Schnauze voll von haben.

    Im Übrigen glaube ich, dass "Feuer des Herrn"-Rhetorik und Bibelzitate bei vielen Menschen, mit denen du ähnliche Ansichten teilst, nicht ganz konform gehen und ebenso auf Ablehnung stoßen. Vor allem, wenn es unter anderem um sensible Themen wie Religion geht. Du hast hier deine Meinung kund getan und das ist ja auch Sinn eines Forums, nur glaube ich, dass die Bibel nicht wirklich der Zugang sind um nicht-christliche Menschen in eine Diskussion einzubeziehen (falls du das auch außerhalb des Forums in Diskussionen mit anderen tust). Vor allem, wenn hier archaisch mit der Hölle gedroht wird. Gewalt bringt (in den allermeisten Fällen) wiederum Gegengewalt hervor. Dass der Fremde bei uns nett leben soll finde ich ja auch einen schönen Ansatz, aber dass nun wiederum JHWH der Gott sein soll ... hätte man in dem Fall ja nun auch aus dem Zitat ausklammern können, aber das wolltest du ja anscheinend nicht. Für mich klingt das nach den paar Zeilen so, als sei dein Gegenentwurf eine radikal-christliche Gesellschaft. Und nein, in so einer möchte ich auch nicht leben (und die wäre genau so im Flügelkämpfe zersplittert und würde nicht funktionieren, siehe USA mit ihren Freikirchen).

    Und das versteckte Zitat von Paul Celan sehe ich auch kritisch: wieso sollte die Verantwortung bei Deutschland liegen? Ich sehe gerade mit Le Pen, recht-konservativen Parteien in den nordischen Ländern sowie Ungarn und vor allem Erdogan am Rande Europas viel größere Gefahren im europäischen Ausland. WENN es wieder einen "Tod als Meister" gäbe, dann werden uns diesmal andere Länder zuvorkommen. I guarantee it.

    Geändert von Itaju (14.12.2014 um 12:22 Uhr)

  3. #3
    Zitat Zitat
    ... Wie so häufig in letzter Zeit; Lässt sich doch dieser Anschlag, wie u.a. die SZ richtig bemerkte, in einer Linie mit den zehntausend Deutschen sehen, die kürzlich bereitwillig auf den xenophoben ‪PEGIDA‬ Derivat Demos mitmarschierten, Demos die immerhin von Gruppen wie der German Defence League, Pro Köln, und der NPD mitgetragen werden und von Leuten organisiert, die so weit rechts stehen, dass sie selbst die ‪‎AFD‬ für eine "verkappte linke [Partei]" (sic!) erachten, oder auch in einer Linie mit den immerhin sechs bis acht Prozent der Deutschen, die in der Letzteren, eine zumindest Proto-Faschistische Kraft unterstützen, die u.a. trotz des Vorgenannten die PEGIDA Demos unterstützt, und sich auch nicht zu schade ist auf Kreis-Ebene mit der NPD Anträge einzubringen.
    Irgendwie hab ich bei dem Schlauchsatz den Faden verloren. Wen unterstützen 6-8% der Deutschen? Die Demos? Die Pegida? Die AfD? Die NPD?

  4. #4
    Zitat Zitat
    Muss erst wieder der Tod ein Meister aus Deutschland werden, damit klar wird, wohin schon wieder mal der Zug fahrt aufnimmt?
    Da ich mir abgewöhnen will die Leute hier mit endlosen WoTs zu quälen, will ich es mal auf die Formel bringen, dass Deutschland trotz aller Aufstände irgendwelcher Gruppe zum Trotz sich kaum wieder in einen Hort das Nazismus und der organisierten, ideologischen Menschenfeindlichkeit entwickeln wird. Ich finde da alle Stimmen in dieser Richtung übertrieben. Hitler wird gerne als Mahnbild und Totschlagargument herangeführt, zieht aber nicht. In gleichem Sinne wird es entsprechenden Gruppen ermöglicht sich darüber lustig zu machen und andererseits der überwiegende Teil gerade der PEGIDA-Leute, die sonst eher nicht mit rechten Gruppen viel zu tun hätten, sich mit denen zusammenzuschließen, weil sie sich als Nazis aus ihrer Sicht ungerechtfertigt angegriffen fühlen.

    Das Ganze sind Zweckbündnisse. Die Leute haben Angst, durchaus verständliche Angst und suchen, da die gesellschaftliche Anerkennung trotzallem weit ist (ein paar Tausend Demonstranten? Ich bitte euch. Da waren selbst die Antifa-Gegendemonstrationen deutlich größer) und eine Gesellschaft, die sich für jeden Integrationsschritt frenetisch feiert, weil jeder von ihnen beweisen soll, wie gut wir doch aus unserer ekelhaften Vergangenheit gelernt haben. Wir haben einen millionenschweren Brocken Migranten- und Ausländeranteil an der im Moment in Deutschland ansässigen Bevölkerung. Hier wird der Teufel an die Wand gemalt, obwohl es nur ein kleiner Kobold ist der herumspringt. Eine Massenbewegung wird das nicht. Freilich macht es sich die Politik nicht leichter in dem sie das Wohl und Wehe eines "Einwanderungslandes" Deutschland über die Interessen der Bürger hinweg durchzusetzen versucht und solche Proteste eben abbügelt. Umso mehr sie sich ausgegrenzt oder in der Minderheit sehen umso mehr also werden sie den Schulterschluss mit Kräften suchen, die zumindest in dieser Sache auf ihrer Seite sein würden, ohne aber in jedem Fall die dortige Ideologie auch leben zu wollen. Die rechte Front ist eine Illusion. Rechts von der Mitte ist das Spektrum ebenso stark gesplittet wie es traditionell auch auf den linken Bereich zutrifft. Faschisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretiker, Wertkonservative, Extrem-Konservative bis hin zu Anarchisten, nationalen Sozialisten usw. Die ohne einen "Führer", der allen alles verspricht, zusammen zu bekommen, ist quasi unmöglich. Die NPD "leidet" seit Jahren darunter, unter einem biederen, bürgerlichen Image, dass sie sich zu geben versucht um für die bürgerlichen und konservativen wählbar zu werden, dem eigentlichen sozialrevolutionären Furor (der anders als behauptet nicht unbedingt von den Linken abgeguckt sein muss) und den Radikalen, denen diese bürgerliche Maske zu wider ist.

    Anschläge allerdings auf wen oder was auch immer sind mit der vollen Härte des Rechtsstaates zu ahnden.

    Zitat Zitat
    An solchen Tagen harre ich des Feuers des Herrn.‬
    ‪#‎niewiederdeutschland‬!
    Nationalismus (und hier beschränke ich mich auch, denn dazu könnte ich ewig viel schreiben) sehe ich nicht als das Problem, sondern ich sehe es eher darin, dass die Deutungshoheit über eine kulturelle und nationale Identität gerade eben solchen rechen Gruppen geradezu völlig überlassen wird. Wir sind ein Nationalstaat und sollten das auch weiter sein. Wir können ein Buntsein zweifellos aushalten, müssen aber eben sicherstellen, dass die Grundfeste unserer Werteordnung und unserer Identität nicht auf der Strecke bleiben und bisher konnte keine der etablierten Parteien diese Ängste wirklich glaubhaft ausräumen bzw. erkennt man in den öffentlichen Äußerungen eben vielmehr das Einwanderung und Integration um (zumindest scheinbar) jeden Preis die Maxime das Gebot der Stunde ist. Entsprechend natürlich treibt das den Radikalen die Leute zu. Wenn dann noch Versuche hinzukommen den Nationalstaat als Prinzip an sich zu demontieren (und damit eine letzte Sicherung gegen den Relativismus) dann läuten da natürlich sämtliche Alarmglocken.
    Die autochthone Bevölkerung hat das Interesse daran, dass ihre Identität ihrem (National)staat auch weiterhin das Gepräge gibt und das ist dann eben bei Einwanderung insbesondere aus diametralen Kulturen einfach sicher zu stellen, Gleichzeitig hat auch der Staat ein Interesse daran Migrationsströme (und seien wir ehrlich Asyl ist nicht Asyl sondern faktisch Einwanderung) zu regulieren und zu kontrollieren. Entsprechend hat er das gute Recht über die Leute für die Dauer des Verfahrens zu verfügen, damit sie sich der staatlichen Gewalt nicht einfach entziehen können, die eben auch das Recht hat unbegründete Anträge abzuweisen und die Leute auch auszuweisen, ohne das diese untertauchen. Allerdings sollte für die Dauer der Verfahren eine menschenwürdige Unterbringung gewährleistet sein. Aber auch hier sollte man die Kirche im Dorf lassen: Kein Staat rechnet mit Millionen von Flüchtlingen und Hundertausenden Antragsstellern, deshalb ist verständlich wenn die Unterbringungsmöglichkeiten derzeit nicht optimal sind.

    Vielmehr brauchen wir ohnehin eine Reform des Asylsystems. Die Leute sollten in der Lage sein aus sicheren Drittländern Anträge auf Asyl zu stellen und dürfen dann bei einer positiven Bescheidung auf regulärem Wege einreisen. Damit entfallen die unsicheren Fluchtrouten über das Mittelmeer oder andere zweifelhafte Routen. Die Länder geben feste Kontingente vor bezüglich ihrer Aufnahmekapazitäten, je nachdem wieviel Platz in den entsprechenden Aufnahmeeinrichtungen vorhanden ist (die Plätze der aufnahmeeinrichtungen bestimmen sich zuvor nach einem entsprechenden Schlüssel). Die Flüchtlinge müssen dann generell aber auch bereit sein in anderen sicheren Ländern unterzukommen. Wunschländer werden nicht angegeben, es sei denn es gibt dort Verwandte. Wenn es nämlich nur um eine sichere Unterbringung geht, dann reicht das völlig aus.

  5. #5
    Ich befürchte auch, dass sich der Zustand da einfach wieder normalisiert, leider. Also, wenn man die europäische Brille anlegt: Deutschland wird nicht wieder rechter, es hört nur auf, so hingabevoll anti-rechts zu sein. Dazu kommt, dass ich darin vorrangig einen äußerlichen Prozess vermute, sozusagen eine Image-Frage. Was sagt denn die Statistik zu rechtsextrem motivierten Straftaten über die letzten 10 Jahre? Kann mir nicht vorstellen, dass es da einen besonders alarmierenden Aufwärtstrend gäbe. (Man berichtige mich aber bitte.) Deutschland wird also nicht weniger anti-rechts, es hört nur auf, so zu tun.

    So viel zu meiner Sicht der Dinge. Das Problem wiederum sehe ich eher darin, dass man gemäßigt rechtes (nicht rechtsextremes) Gedankengut in Deutschland immer so aggressiv in den Untergrund drängt. Natürlich latschen die Leute zur AfD, wenn weder die SPD, noch die CDU - als Parteien der linken und rechten Mitte - über Asylfragen reden dürfen, ohne dass eine Panik durch das Land geht. Oder sagten wir gleich mal "durften" ... inzwischen finde ich es umgedreht schon wieder alarmierend, wie krass die Meute auf jedes dümmliche Schundblatt anspringt, das von "Islamisierung" (bei Weihnachtsmärkten oder wo auch immer) und Co. spricht, unabhängig vom tatsächlichen Inhalt.
    Anders gesagt: Ich sehe im scheinbaren "Rechtsextremruck" eine Trotzreaktion auf die wahrgenommene politische Korrektheit und die Unterdrückung von Mitte-Rechts-Gedankengut. Der Deutsche ist nun mal gern ein Opfer, und momentan wird er von seiner bösen Regierung in seiner allerheiligsten Meinungsfreiheit beschnitten. Unerhört! Gleich mal AfD wählen. Scheiß drauf, dass die dumm sind, ich bin ein Opfer und will in den Arm genommen werden!

    Ein guter erster Schritt wäre in meinen Augen etwas Verständnis und Toleranz für all das. Wer sagt, dass die 25% NPD- oder AfD-Wähler in irgendeiner Ossi-Stadt einfach nur Idioten sind, kann auch gleich in die entsprechende Partei eintreten. Sowas ist vielleicht bei 3% möglich, und da kann man sich auch schon drüber streiten. Die Betroffenen fühlen sich höchstens darin bestätigt, dass der Rest des Landes ihre Sorgen und Wünsche ignoriert, und dass es eine "andere" Partei braucht, die sich darum kümmert.

    Wenn man zweifelhafte Dinge erstmal ernst nimmt, kann man auch effektiv dagegen vorgehen, zumindest wenn man eine "echte Gefahr" darin sieht.

  6. #6
    Ich stimme vielem zu, was La Cipolla sagt. Dass bestimmte Meinungen eher unterdrückt werden führt halt zu bestimmten Reaktionen. Ist genauso mit Israel und der Haltung der Bundesregierung(da merkt man oft eine eher freundliche Wortwahl, auch wenn die irgendwas machen, was gar nicht geht - da siehts für das Volk so aus als fände die Regierung bestimmte böse Sachen sogar gut und dann kommen halt irgendwelche Hetzen ausm Volk weil die Regierung zu freundlich ist).

    Ist hier alles eher ein Symptom, nicht die Ursache.

    Gerade wenn irgendwo Leute existieren die nicht zufrieden sind mit ihren eigenen Lebenumständen(Arbeitslosigkeit, sonstige Probleme, usw.) dann lassen die sich leicht beeinflussen. In so einer Situation glaubt man halt gern das was man hören will und irgendwelche andern nutzen das dann aus und erzählen denen Sachen, die sie hören wollen(irgendwelche Asylbewerber verantwortliche machen für die Probleme und anbieten dass die Probleme alle gelöst wärenm, wenn man die wegschickt).

    Das beste ist hier einfach, wenn man sich um die Probleme der Leute kümmert - mehr zufriedene Bürger = weniger die auf irgendwelche Möchtegernführer reinfallen und auf Versprechungen(die langfristig eh nicht zu halten sind). Dann löst sich alles auf bzw. es wird weniger(irgendwo wirds immer welche geben aber die sind dann kein Problem mehr).

    Irgendwie einfach nur die Symptome zu unterdrücken bringt da nix. Da fühlen sich die Büger nur in ihren Rechten eingeschränkt. (Und, wie La Cipolla sagte: "Die Betroffenen fühlen sich höchstens darin bestätigt, dass der Rest des Landes ihre Sorgen und Wünsche ignoriert, und dass es eine "andere" Partei braucht, die sich darum kümmert.") Das ändert nix. Da verhindert man vielleicht dass offen irgendwelcher Unmut gezeigt wird(der hier halt von irgendwelchen geschickten Manipulatoren gegen Ausländer usw. gelenkt wird) aber Probleme werden keine gelöst, wenn im Untergrund die Stimmung weiter schlecht ist.

    Wenn plötzlich über 50 Prozent für irgendwelche radikalrechten Gruppen wären nützt einem es auch nix härter durchzugreifen, weil die dann irgendwann genug Leute haben um das gesamte System zu kippen und nen Bürgerkrieg oder Putsch anzufangen.


    Einfach dafür sorgen, dass alle zufrieden sind. Und gut ist.

  7. #7
    Zitat Zitat von Jean_Claude Beitrag anzeigen
    Einfach dafür sorgen, dass alle zufrieden sind. Und gut ist.
    Und den Weltfrieden \o/
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  8. #8
    ...

    Ich denke auch, dass die Situation momentan erheblich komplexer ist, nicht zuletzt weil die Unterdrückung von Meinungen ja a) allem voran eine Wahrnehmung ist und b) dazu auch noch auf einem Tabu fußt, nicht auf einem Gesetz vom Staat oder so. Der Staat ist der letzte, der was gegen dich tut, wenn du was gegen Flüchtlinge sagst. Man schiebt "dem Staat", was auch immer das bedeutet, aber nun mal gern die Verantwortung für alles in die Schuhe. Was natürlich auch nicht ganz unberechtigt ist, schließlich hat der Staat die besten Mittel, um gegen Dinge vorzugehen, auch Tabus.

    Letztendlich stoßen halt Bedürfnisse aufeinander, und oftmals gehören die nicht mal zu unterschiedlichen Gruppen. Das beste Beispiel ist wohl die ganze Sache mit Russland und Amerika inkls. Spionage, Folter etc. Man fühlt sich zwar verarscht von der Regierung (... wenn auch nicht von Frau Merkel, die ist bekanntlich das größte Opfer; Wahnsinn, wie GUT diese Frau in dem ist, was sie tut ), aber man will auch nicht auf den relativen wirtschaftlichen Wohlstand und die Sicherheit verzichten, die Deutschland momentan als eins der wenigsten Länder in Europa genießt. Und das beißt sich nun mal.

    Aber Widersprüche sind immer schwierig zu akzeptieren, Kompromisse sowieso. Die Situation ist außerdem zu kompliziert für klare Feindbilder oder "alle zufrieden" machen, und so empört man sich lieber gegen die üblichen Verdächtigen, egal ob es gerade die CDU oder den Islam trifft.

  9. #9
    Ich finde es echt erstaunlich, dass sich die "Die klau'n uns unsere Jobs!"-Fraktion nicht nur so lange halten, sondern anscheinend auch noch ein stattliches Klientel rekrutieren konnte dass sogar auf die Straßen geht/gehen darf um allen zu sagen wie kaka Ausländers, Islamists und Moslimes sind die uns Jobs klauen, Frauen klauen und auch noch soweit gehen keine Christen zu sein *gasp*

    Aber ich glaube auch - und das klingt wahrscheinlich fatalistischer und fieser als es gemeint ist - dass ein zweiter Deutscher Herbst für die Situation in der sich das Land gerade befindet gar nicht so schlecht wäre. Denn als Deutscher erkennt und bekämpft man Probleme leider immer erst, wenn es a) direkt vor der Haustür passiert und b) man selbst direkt davon betroffen ist. Ist schade, aber leider Fakt.

  10. #10
    DIe Regierung braucht sich nicht zu wundern, dass es vermehrt solche rechten und anti islamischen Tendenzen gibt.
    Wir sind in einigen Punkten so super links gewesen die ganzen Jahre und haben es nicht gemerkt,dass es doch klar das einige Leute sich hier nicht mehr wohlfühlen.
    Natürlich sind das nur Randerscheinungen, Sonderfälle und Stammtischprobleme die ich nun aufzähle,aber das man das noch nicht mal kritisieren darf ist ein Problem das Wutbürger hervorbringt.

    1. Es gibt rund 28.000 Ausländer in Deutschen Gefängnissen. Die kosten über eine Milliarde pro Jahr. Diese Leute haben dem Staat geschadet und wollten sich nicht benehmen. Jetzt kosten die den Steuerzahler auch noch Geld.
    Wieso können die nicht abgeschoben werden?

    2.Es können doch gerne Leute dem Islam huldigen,aber wenn es in der Schule Weihnachtsplätzchen Backen und Karnevall mit verkleiden nicht mehr gibt,auf Rücksicht auf Muslime,dann muss man sich doch mal fragen,wieso die Mehrheit
    der Kinder dann unter der Religion der anderen Kinder leiden muss? Vom Gebetsraum,dem getrennten Schwimmunterricht etc. brauch ich wohl kaum zu reden. Das mag lächerlich und wie ein erstes Weltproblem klingen,aber wieso muss sich die Mehrheit
    an eine Minderheit anpassen? Das muss doch kritisierbar sein ohne als fremdenfeindlich zu gelten. Die "Fremden" haben doch keine Nachteile dadurch. Sie sind halt intolerant und gehen wohin wo es ihnen nicht gefällt und wollen es dann dort verändern. Ja aber dann sollen sie doch dort bleiben wo es ihnen gefällt.

    3. Ein Juniorprofessor (befristeter Prof.) in Mathematik (aber auch grösstenteils sonst) verdient rund 4000-4200 Euro brutto. Das sind netto so 2400 Euro. Ein Hartz IV-Empfänger in Wiesbaden hat Anrecht auf 530 Euro Miete plus ca. 400 Hartz IV. Verheiratet und mit Kind
    steigt es jeweils um 15 bzw. 10m² und um 400 für den Erwachsenen und ab 220 bis 400 für die Kinder. Man muss also nur mit seiner Frau 3 Kinder machen und hat mehr ein als Prof. wenn er Solo ist. Ist Prof verheiratet,die Frau daheim,haben die rund 300 mehr durch die Ehe und ca. 190 Kindergeld.
    Das entspricht in etwa einem Hartz IV-Ehepaar mit 4 Kindern. Das könnte das HartzIV-Paar niemals im Leben verdienen. Der Staat fördert so indirekt,dass schlecht ausgebildete Menschen viele Kinder haben und so mehr Geld haben als sie verdienen könnten.
    Das darf nicht sein! Nach den Master noch Matheprof zu werden hat eine Wahrscheinlichkeit von 0.3% und ein (Mathe)prof-Gehalt wird ja wohl schon im Verhältniss ziemlich hoch sein. Jetzt nehmt als Vergleich mal einen Fliesenleger oder Bürokaufmann.

    In Kombination mit dem bekannten Fakt,dass Kinder aus sozialschwachen Familien oft selbst sozialschwach werden und Akademiker oft erst spät nur wenig Kinder bekommen,kann man nur zu dem Schluss kommen,dass langfristig die sozialen Probleme zunehmen und vorallem auch das Steueraufkommen im Verhältniss sinken wird. Das ist alles eine Tatsache. Und kommt eben das Klischee das Muslime besonders viele Kinder haben (und für mich sieht das auf der Strasse leider auch tatsächlich so aus.) und dann habt ihr die Erklärung für die Demonstrationen.
    Das sind arbeitende Leute,denen es hier zu sozial ist und die speziell muslische Migranten als Profiteur sehen und wütend sind,dass sie diese noch bezahlen müssen.

    Ich weis,dass es auch genügend "echte Deutsche" gibt, die genau so das System belasten. Genau so wie ich einige Deutschtürken/Deutschiraner kenne,die so sehr integriert sind,dass man sich wirklich anstrengen müsste irgendwas gegen die Leute zu sagen. Der Witz ist,aber dass die genau die Meinung aus Punkt 3 teilen,weil es für sie als Deutsche mit Migrationshintergrund ganz besonders frustrierend und vielleicht sogar verletzend ist,wenn sie mit denen im Punkt 3 gennanten Leuten in einen Topf geworfen werden.

    Insofern wäre die große Lösung für Punkt 3, das Sozialsystem zu reformieren um den finanziellen Abstand zwischen Arbeitenden und nicht Arbeitenden zugwährleisten.Ein höherer Mindestlohn schädigt dabei aber die Wirtschaft und den HartzIV-Satz zu verringern und gleichzeitig ein Existenzminimum zu garantieren ist tatsächlich schwer bis unmöglich. Das ist eben unser Dilemma und da fällt den Wutbürgern als Lösung nur ein,dass die bösen Ausbeuter hier raus müssen. Die sind halt pragmatisch.

    Geändert von noRkia (15.12.2014 um 16:38 Uhr)

  11. #11
    Ich bin da etwa zwiegespalten: Einerseits halte ich Pegida für eine ziemlich miese Art, die Unruhe der Leute auszunutzen. Andererseits sind da viele Leute drunter, die weiß Gott noch keine Nazis sind und deren Bedenken bis zu einem geiwssen Grad zumindest nachvollziehbar sind und gehört werden sollten. Nachgeben ist ein anderes Thema - aber wenn man der Diskussion nie auf sachlich auf Augenhöhe begegnet, wird man diese Leute auch nicht beruhigen können. Ich finde es fragwürdig, wie beinahe jede kritische Äußerung die auch nur latent in die rechte Ecke geht, in Deutschland schnell als nazihaft abgestempelt wird.
    Da brauchen wir uns nicht wundern, wenn die AfD Zuläufer hat, wenn das die einzigen sind, die sich mit den Themen auseinandersetzen. Nicht jeder ansatzweise rechte Gedanke ist gleich rechtsradikal, und wenn man sich nicht mal wirklich mit diesen Menschen auseinandersetzt, läuft man Gefahr, sie AfD & Co. auch irgendwo in die Arme zu treiben.

    Von daher ist zumindest das mediale Aufkommen dieser Aktionen gerade insofern nicht schlecht, als dass der Diskurs nochmal im breiteren Maße angeregt wird. Hin und wieder ist sowas nötig, auch um bestehende Werte und Ansichten neu zu verifizieren und sie sich auch noch einmal bewusst zu machen.

    Apropos, heute Abend sollte es ja eine Bogida (Bonner gegen...) in Bonn geben.
    Zitat Zitat
    Eigentlich sollte es der erste sogenannte Abendspaziergang der "Pegida" in Bonn werden. Doch daraus wurde nichts. Tausende Menschen stellten sich am Montagabend (15.12.2014) den Islamgegnern in den Weg und blockierten die Route.
    Quelle
    Soviel dazu. Find ich schon irgendwo klasse und erinnert ein wenig an die Pro Köln/Pro NRW-Desaster in Köln vor einiger Zeit.

    Wobei ich mir fast sicher bin, 90% der Teilnehmer haben mitgemacht, weil jemand "Nazis!" geschrien hat, nicht, weil sie sich angesehen haben, was Pegida/Bogida inhaltlich soll.

  12. #12
    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen
    Im Übrigen glaube ich, dass "Feuer des Herrn"-Rhetorik und Bibelzitate bei vielen Menschen, mit denen du ähnliche Ansichten teilst, nicht ganz konform gehen und ebenso auf Ablehnung stoßen. Vor allem, wenn es unter anderem um sensible Themen wie Religion geht. Du hast hier deine Meinung kund getan und das ist ja auch Sinn eines Forums, nur glaube ich, dass die Bibel nicht wirklich der Zugang sind um nicht-christliche Menschen in eine Diskussion einzubeziehen (falls du das auch außerhalb des Forums in Diskussionen mit anderen tust). Vor allem, wenn hier archaisch mit der Hölle gedroht wird. Gewalt bringt (in den allermeisten Fällen) wiederum Gegengewalt hervor. Dass der Fremde bei uns nett leben soll finde ich ja auch einen schönen Ansatz, aber dass nun wiederum JHWH der Gott sein soll ... hätte man in dem Fall ja nun auch aus dem Zitat ausklammern können, aber das wolltest du ja anscheinend nicht. Für mich klingt das nach den paar Zeilen so, als sei dein Gegenentwurf eine radikal-christliche Gesellschaft. Und nein, in so einer möchte ich auch nicht leben (und die wäre genau so im Flügelkämpfe zersplittert und würde nicht funktionieren, siehe USA mit ihren Freikirchen).
    Ja, wäre sie. Von dem Münsteraner Täuferreich, über die USA bis hin zur weder sozialen noch christlichen CSU zeigt sich, dass vermintlich christliche Gesellschaften noch Parteien idR. nix taugen.
    Ich harre nicht dem kommen einer christlichen Gesellschaft, sondern des Kommens des Herren.

    Aber ja, ich weiß, dass das viele nicht einschließt. Mein OP war in akuter Wut verfasst, und nicht unbedingt diplomatisch formuliert.
    Das ist wahr.

    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    (...) Die Flüchtlinge müssen dann generell aber auch bereit sein in anderen sicheren Ländern unterzukommen. Wunschländer werden nicht angegeben, es sei denn es gibt dort Verwandte. Wenn es nämlich nur um eine sichere Unterbringung geht, dann reicht das völlig aus.
    Hö? Das haben wir doch jetzt schon.
    Der Flüchtling muss in dem Land bleiben in dem er einreist. Die meisten Flüchtlinge bleiben deshalb ohnehin schon in den Südländern hängen,

    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Ich befürchte auch, dass sich der Zustand da einfach wieder normalisiert, leider. Also, wenn man die europäische Brille anlegt: Deutschland wird nicht wieder rechter, es hört nur auf, so hingabevoll anti-rechts zu sein. Dazu kommt, dass ich darin vorrangig einen äußerlichen Prozess vermute, sozusagen eine Image-Frage. Was sagt denn die Statistik zu rechtsextrem motivierten Straftaten über die letzten 10 Jahre? Kann mir nicht vorstellen, dass es da einen besonders alarmierenden Aufwärtstrend gäbe. (Man berichtige mich aber bitte.) Deutschland wird also nicht weniger anti-rechts, es hört nur auf, so zu tun.
    Fuer die letzten 10 Jahre fand ich auf die Schnelle nichts (außer, dass es in diesem Zeitraum 23 rechtsradikal motivierte Morde gab), aber in den letzten paar Jahren stieg Gewalt von rechts nachweisbar an. 2010 Stieg die rechte Gewalt gegenüber dem Vorjahr stark an. Allein 2012 sind "Überdurchschnittlich stark angestiegen [...] hierbei fremdenfeindliche Straf- und Gewalttaten (+ 16,5 bzw. + 10,8 Prozent). Auch antisemitische Straftaten sind 2012 wieder angestiegen (+ 10,6 Prozent). Im vergangenen Jahr gab es sechs versuchte rechte Tötungsdelikte zu beklagen, eines mehr als im Jahr 2011." [Q] 2013 Stieg das ganze nochmals um 4% an. [URL="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kriminalitaet-zahl-rechtsextremer-straftaten-stark-gestiegen-a-890555.html"][Q]


    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    So viel zu meiner Sicht der Dinge. Das Problem wiederum sehe ich eher darin, dass man gemäßigt rechtes (nicht rechtsextremes) Gedankengut in Deutschland immer so aggressiv in den Untergrund drängt. Natürlich latschen die Leute zur AfD, wenn weder die SPD, noch die CDU - als Parteien der linken und rechten Mitte - über Asylfragen reden dürfen, ohne dass eine Panik durch das Land geht. Oder sagten wir gleich mal "durften" ... inzwischen finde ich es umgedreht schon wieder alarmierend, wie krass die Meute auf jedes dümmliche Schundblatt anspringt, das von "Islamisierung" (bei Weihnachtsmärkten oder wo auch immer) und Co. spricht, unabhängig vom tatsächlichen Inhalt.
    Wie du selbst bemerkst ist das höchstens ein dürfte.
    Ähnlich wie in der Allgemeinen Wahrnehmung es zwar heißt man dürfe in diesem Land nicht Israel kritisieren, dann aber doch jedes mal wieder von der Mehrheit der Medien jede israelische Reaktion als Erstschlag hingestellt wird, und es kaum Medien gibt, die auch die Taten der Hamas in gleichem Verhältnis zeigen, so ist es auch ein Gerücht man "dürfe" nicht über Ausländer und Einwanderung rum jammern. Jeder Trottel darf das. Wir leben nämlich in der Tat in einem Land in dem ein Sarrazin ein Buch schrieb, dessen Kernthesen sich in "Der Türke ist dumm wegen ... Gene" zusammenfassen lassen, dieses Buch ein Bestseller wurde, und in dem er trotz dieser Veröffentlichung in der SPD bleiben durfte.

    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Ein guter erster Schritt wäre in meinen Augen etwas Verständnis und Toleranz für all das. Wer sagt, dass die 25% NPD- oder AfD-Wähler in irgendeiner Ossi-Stadt einfach nur Idioten sind, kann auch gleich in die entsprechende Partei eintreten. Sowas ist vielleicht bei 3% möglich, und da kann man sich auch schon drüber streiten. Die Betroffenen fühlen sich höchstens darin bestätigt, dass der Rest des Landes ihre Sorgen und Wünsche ignoriert, und dass es eine "andere" Partei braucht, die sich darum kümmert.

    Wenn man zweifelhafte Dinge erstmal ernst nimmt, kann man auch effektiv dagegen vorgehen, zumindest wenn man eine "echte Gefahr" darin sieht.
    Und wie kann man denn rechtes Gedankengut "ernst nehmen", und dann "effektiv dagegen vorgehen" ohne es nicht mehr zu tolerieren?
    Indem man wie in den frühen 90ern in Reaktion auf Brennende Flüchtlingsheime das Asylrecht unerträglich verschärft? *Super Lösung*.



    Geändert von Jerome Denis Andre (16.12.2014 um 13:58 Uhr)

  13. #13
    Zitat Zitat
    Ja, wäre sie. Von dem Münsteraner Täuferreich, über die USA bis hin zur weder sozialen noch christlichen CSU zeigt sich, dass vermintlich christliche Gesellschaften noch Parteien idR. nix taugen.
    Ich harre nicht dem kommen einer christlichen Gesellschaft, sondern des Kommens des Herren.

    Aber ja, ich weiß, dass das viele nicht einschließt. Mein OP war in akuter Wut verfasst, und nicht unbedingt diplomatisch formuliert.
    Das ist wahr.
    Okay, wenn der Herr dann irgendwann kommt, dann sind die Probleme doch eh geregelt, warum sich dann Sorgen machen?

    Und als Christ müsstest du wissen, dass Wut nicht unbedingt zu günstigen und versöhnlichen Lösungen führt. Das nächste Mal einfach noch einmal durchatmen.

  14. #14
    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen
    Okay, wenn der Herr dann irgendwann kommt, dann sind die Probleme doch eh geregelt, warum sich dann Sorgen machen?
    Weil es gut sein kann, dass wir nochmals ne Parusieverzögerung von weiteren 2000 Jahren haben werden ... oder auch ein paar hundert tausend .... oder Millionen ...
    Wer weiß schon wie lang der sich noch so Zeit lässt ...

    Und weil ich bis dahin - ergo zu meiner Lebzeit - nicht in einer faschistischen Gesellschaft leben möchte, und ich auch evtl. Nachkommen meiner selbst nicht in einer solchen Leben wissen möchte.

    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen
    Und als Christ müsstest du wissen, dass Wut nicht unbedingt zu günstigen und versöhnlichen Lösungen führt. Das nächste Mal einfach noch einmal durchatmen.
    Ja, ja, ich weiß. Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid, und so ....


    Geändert von Jerome Denis Andre (16.12.2014 um 11:10 Uhr)

  15. #15
    Zitat Zitat
    Hö? Das haben wir doch jetzt schon.
    Der Flüchtling muss in dem Land bleiben in dem er einreist. Die meisten Flüchtlinge bleiben deshalb ohnehin schon in den Südländern hängen,
    http://www.welt.de/politik/deutschla...-umleitet.html
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-993853.html

  16. #16
    Zitat Zitat von steel Beitrag anzeigen
    Ich finde es echt erstaunlich, dass sich die "Die klau'n uns unsere Jobs!"-Fraktion[...]
    Dieses Zitat ist das Paradoxeste überhaupt.

    Leute gehen arbeiten -> Buhu, die klauen unsere Jobs!
    Leute gehen nicht arbeiten -> Buhu, Sozialschmarotzer!

    Ich empfinde die ganze "Ende des Abendlandes"-Nummer ein bischen wie die Vogelgrippe oder die Schweinepest. Es geht doch eigentlich darum mal wieder kollektiv Angst zu haben. Das gibt den Medien ordentlich Auflage, die Politik freut sich, wir sind abgelenkt, die üblichen Schauspieler können sich inszenieren. Ich finde das ganze unsäglich albern, und arm von diesen Deppen, die sich soweit Angst machen lassen, dass sie bei der NPD mitlaufen. Das Geld fehlt nicht bei den Flüchtlingen oder Oma's Rente, sondern in der Bildung. Hohles Pack.

  17. #17
    Zitat Zitat von Corti Beitrag anzeigen
    Dieses Zitat ist das Paradoxeste überhaupt.

    Leute gehen arbeiten -> Buhu, die klauen unsere Jobs!
    Leute gehen nicht arbeiten -> Buhu, Sozialschmarotzer!

    Ich empfinde die ganze "Ende des Abendlandes"-Nummer ein bischen wie die Vogelgrippe oder die Schweinepest. Es geht doch eigentlich darum mal wieder kollektiv Angst zu haben. Das gibt den Medien ordentlich Auflage, die Politik freut sich, wir sind abgelenkt, die üblichen Schauspieler können sich inszenieren. Ich finde das ganze unsäglich albern, und arm von diesen Deppen, die sich soweit Angst machen lassen, dass sie bei der NPD mitlaufen. Das Geld fehlt nicht bei den Flüchtlingen oder Oma's Rente, sondern in der Bildung. Hohles Pack.
    /word

    Bildung und Informationen sind hier glaube ich wirklich der entscheidende Punkt.
    Parallel zu dem ganzen Pegida Unsinn in der Innenstadt gab es in der Kirche Klotzsche (einem Stadtteil von Dresden) einen Infoabend, mit Vertretern der Stadtverwaltung, Politik und Polizei welche Fragen von Bürgern beantwortet haben.
    Darunter gab es, natürlich, die üblichen die vom großen bösen Ausländer der uns die Kinder klaut, Jobs schwängert und Frauen anspricht (das war die richtige Reihenfolge... oder?) berichtet hat und sich noch vor Ende des Abends verdrückt hat. Die meisten haben sich das ganze aber bis Ende angehört und waren wohl recht positiv gestimmt.

    Ich kann mir recht gut vorstellen, dass von den 15.000 Pegida Demonstranten nur 5000 sich als harter Kern bezeichnen lassen die zu NPD, AfD und anderen Gruppen gehören oder einfach nur Xenophob sind (oder Arschlöcher, die haben keine Angst, die wollen einfach nur keine Ausländer bei sich haben... aus Gründen).
    Die meisten sind vermutlich eher un- bzw. misinformierte Bürger die sich zum Stück auch in der Asylheim-Frage übergangen fühlen.

  18. #18
    Zitat Zitat
    Und wie kann man denn rechtes Gedankengut "ernst nehmen", und dann "effektiv dagegen vorgehen" ohne es nicht mehr zu tolerieren?
    Indem man wie in den frühen 90ern in Reaktion auf Brennende Flüchtlingsheime das Asylrecht unerträglich verschärft? *Super Lösung*.
    Ich kann die Wut gut nachvollziehen, aber ich denke, du weißt, dass das nicht das ist, was ich meine, und dass ein Eingehen auf irgendwelche Forderungen nicht alles oder gar die bestmöglichste Lösung ist, um Leute ernst zu nehmen. Und selbst dann gibt es massive Grautöne. Wenn man die weglässt, kommt sowas raus wie bei norkias Post.

    Das mit der Gewalt ist natürlich alarmierend.

  19. #19
    @Gendrek: Mit einer Quote von 33% Ideologen bist du imo sehr optimistisch, was das Engagement der Bevölkung angeht ( auch wenn die Richtung sehr schräg ist ).
    Ich glaube nicht, dass die Anzahl an Menschen, die aus tiefstem Herzen Fremde hassen so groß ist.

    Der typische Westbewohner interessiert sich für die Teilnahme an der bunten Welt aus Gesellschaftsleben und Konsum. Um diese Form der Massenmobilisierung zu schaffen, muss wirklich Angst existieren, dieses Lebensideal zu verlieren, und das ist es doch. Es ist doch nur die Angst, dass die Kombination aus Arbeitsstelle und Freizeit und Konsum irgendwann wegbrechen könnte, z.B. durch Leute, die die selbe Arbeit billiger machen, oder Altersarmut. Schlimmer als Türken hier ist es doch, sich nicht mehr leisten zu können, im Urlaub in die Türkei fliegen zu können.

    Es gibt Sachen, die sollten uns wesentlich mehr Angst machen, aber die sind zu abstrakt, die taugen nicht dazu massenkompatibel Angst zu machen. Eine Regierung, die die Altersversorgung in die Verantwortlichkeit von kapitalgedeckten Anlagen verschiebt während zeitgleich die Tendenz zu Minuszinsen geht, das finde ich bedrohlicher als wenn in Bayern die Türken zuhause nicht deutsch sprechen. ( Ein Witz an sich, denn wahrscheinlich würde ich eher polnisch ( kurwa, kurwa! ) oder türkisch verstehen, als echten bayrischen Dialekt. )

    Was sind NeoNazis? Zu wahrscheinlich 95% Sozialversager, die sonst nirgends untergekommen sind. Der Rest besteht aus Leuten, die gerne Karriere machen würden, in dem sie mit der Angst anderer Politik betreiben. Nicht, dass es unüblich wäre, ob es nun die Angst vor Ausländern, der Familie Rothschild und den Illuminaten oder der Gentechnik ist, mit Angst, Panik und mindestens 5% ausreichend ängstlicher Wähler ist zumindest für einen Abgeordneten die Altersversorgung in trockenen Tüchern.

    Was sind Salafisten? Zu wahrscheinlich 95% Sozialversager, die wegen ihrer Hautfarbe bei den Nazis nicht mitmachen dürfen. Wobei ich dies als taktisches Versagen der Nazis betrachten würde. Hätten die Nazis ihr Feindbild nicht von den Juden zu allgemein Ausländern erweitert, könnten sie nun aus eben diesen rekrutieren. Juden scheisse finden, ist bei minderbemittelten Migranten ja auch gut im Trend. Vielleicht wollten sich die Nazis aber auch nur von den Linken abgrenzen, die in Israel ja den verlängerten Arm des Klassenfeindes USA sehen. Wär ja scheisse, wenn linke und rechten den selben Feind hätten.

    Ich denke, diese Demonstrationen würden so nicht stattfinden, wenn man uns das Ende des Abendlandes in den Medien nicht so vorleben würde. Oder das Ordnungsamt genehmigt Demos nur für Tage, an denen gerade ein Länderspiel stattfindet...

  20. #20
    Zitat Zitat von Corti Beitrag anzeigen
    Dieses Zitat ist das Paradoxeste überhaupt.

    Leute gehen arbeiten -> Buhu, die klauen unsere Jobs!
    Leute gehen nicht arbeiten -> Buhu, Sozialschmarotzer!

    Ich empfinde die ganze "Ende des Abendlandes"-Nummer ein bischen wie die Vogelgrippe oder die Schweinepest. Es geht doch eigentlich darum mal wieder kollektiv Angst zu haben. Das gibt den Medien ordentlich Auflage, die Politik freut sich, wir sind abgelenkt, die üblichen Schauspieler können sich inszenieren. Ich finde das ganze unsäglich albern, und arm von diesen Deppen, die sich soweit Angst machen lassen, dass sie bei der NPD mitlaufen. Das Geld fehlt nicht bei den Flüchtlingen oder Oma's Rente, sondern in der Bildung. Hohles Pack.
    Unterstreich ich mal so.

    Vor allem finde ich es höchst bedenklich dass mit der Begrifflichkeit "Ende des Abendlandes" so pauschal umgegangen wird. Vor allem im Hinblick darauf dass man sich eher Sorgen machen sollte um den momentanen Status des Morgenlandes (IS, Terrorgefahr, allgemeines Clashen von Anhängern verschiedener Auslegungen des Korans, Demokratie und so). Das Abendland ist safe, es gibt keinen Grund sich darüber aufzuregen dass Leute aus anderen Kulturen hier wohnen wollen. Andere Kulturen sind nämlich voll interessant. Und diese anderen Kulturen nur auf die Arschlöcher zu beschränken die daraus Kapital schlagen/damit Leuten Angst machen wollen ergibt auf mehreren Ebenen keinen gottverdammten Sinn. Dass Leute auf diesen hirnverbrannten Zug aufspringen und Öl ins Feuer kippen indem sie die Scheiße promoten ergibt noch weniger Sinn.

    Und ich schwöre, eines Tages wenn ich an einer dieser Demos vorbeilatsche schnappe ich mir ein Megafon und schreie mit all meiner weißen ehrfurchterregenden Wut "Sikderlim ihr Hurensöhne!" Denn als evangelischer Ex-Schüler an einem Ghetto-Günasion darf ich das.

    Geändert von T.U.F.K.A.S. (16.12.2014 um 17:54 Uhr)

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