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Thema: Deutsche Sprache, schlimme Sprache

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  1. #1
    Hast auch noch entweder so ca. 10 Jahre oder bis zur nächsten Rechtschreibreform, bevor die kommende Generation total verwirrt auf deinen falschen Text guckt.

    Ich sag übrigens liebend gern "macht Sinn", "weil ist so" und benutze generell lieber mal Dativ und Perfekt statt den "richtigen" Formen. Aber als Deutschlehrer darf man da ja auch ein Schnösel sein. Lebendige Sprache und so. <3 Kinder sollten das Recht haben, keine Grammatiknazis zu werden.

  2. #2
    Zitat Zitat
    Kinder sollten das Recht haben, keine Grammatiknazis zu werden.
    Kinder haben vor allem das Recht darauf erst einmal die richtige Grammatik zu lernen und sich dann im Bewusstsein diese zu können, darauf hinaus zu wagen bequemlich zu werden. Umso wichtiger also, dass es Leute gibt, die da mal gerne korrigieren. Natürlich nicht in der Art und Weise, wie ich das häufiger bei YT-Kommentaren lese, wo da irgendwelche Kiddies selbst gerade einmal einen grammatikalisch korrekten Satz zusammenbringen und jemanden (vor allem jüngere) dann erstmal darauf hinweisen müssen, wie scheiße er doch eigentlich schreibt und das wegen irgendwelcher Lappalien.

    Zitat Zitat
    Ich benutze sogar fuer Geschaeftsbriefe alte Rechtschreibung. Einfach, weil ich die neue nie gelernt habe und nicht beherrsche. Die Sache mit dem daß/dass kann ich mir noch beibringen und merken, aber es gibt einfach so viele Aenderungen, die ich nicht kenne, dass ich dann doch lieber alt als neu schreibe, bevor ich irgendeinen halbgaren Bastardmix mache.
    Ich bin irgendwo zwischen und mit den Reformen zur Schule gegangen. Ich hab ehrlich gesagt nicht einmal eine Ahnung, was da jeweils genau geändert oder rückgeändert wurde. Das dass schrieb ich immer mit Doppel-s, aber ansonsten fällt mir jetzt nichts so ein. Vermutlich fabriziere ich irgendeinen Bastardmix, aber mir fällt es gar nicht auf ^^ Ich schreibe da eher so, wie ich denke, dass es richtig ist und kam bisher damit ganz gut durch, was nicht allzu schwer ist, da die meisten anderen auch nicht wissen, was nun die aktuelle Sachlage ist.

    Geändert von KingPaddy (24.03.2014 um 08:35 Uhr)

  3. #3

    Hier wird nicht geterrort
    stars5
    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Natürlich nicht in der Art und Weise, wie ich das häufiger bei YT-Kommentaren lese, wo da irgendwelche Kiddies selbst gerade einmal einen grammatikalisch korrekten Satz zusammenbringen und jemanden (vor allem jüngere) dann erstmal darauf hinweisen müssen, wie scheiße er doch eigentlich schreibt und das wegen irgendwelcher Lappalien.
    Angst machen mir eigentlich eher die Leute, die auf Facebook unterwegs sind, deutlich über 18 sind und die deutsche Sprache dermaßen vergewaltigen, dass man sie gerne wieder zurück in die Grundschule schicken würde. Brrr.

  4. #4
    Ich bin froh und dankbar für jeden, der kein Beamtendeutsch spricht und schreibt. Deutsch lädt dazu ein, mit Substantivierungen, Passivkonstruktionen und schrecklichen Pronomen wie "letztere" oder "selbige" rumzurotzen, und genau deshalb lese ich auffer Arbeit ungerne E-Mails und Dokus. Lebendiges Deutsch ist gesprochenes Deutsch und gute Prosa.

    Trennbare Verben finde ich auch unschön, weil sie so weit auseinandergezogen werden. Andererseits, Goethe hätte der Satz "Ich ziehe von zu Hause aus und in meine erste eigene Wohnung ein.", so wohl besser gefallen: "Ich ausziehe von zu Hause und einziehe in meine erste eigene Wohnung." Dann doch lieber getrennt.

  5. #5
    Zitat Zitat
    Kinder haben vor allem das Recht darauf erst einmal die richtige Grammatik zu lernen und sich dann im Bewusstsein diese zu können, darauf hinaus zu wagen bequemlich zu werden. Umso wichtiger also, dass es Leute gibt, die da mal gerne korrigieren.
    Dann ist es tendenziell schon zu spät und man hat bereits weitere Grammatiknazis geworfen. ;( Muss schon parallel laufen. Wenn einmal was drin ist, kriegst du es schwer wieder raus.

    Korrigieren ist so eine typische Sache von "es gibt eine Zeit und einen Ort". Wenn Eltern ihre 6-jährigen korrigieren, ist das notwendig, in der Schule mindestens angebracht, aber meistens, wenn wer im Alltag korrigiert, hätte er imho mal lieber die Fresse halten sollen. Nicht zuletzt, weil hier natürlich auch "wenn man keine Ahnung hat" zieht, und Sprachentwicklung ist ein schwieriges Feld.

  6. #6
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Dann ist es tendenziell schon zu spät und man hat bereits weitere Grammatiknazis geworfen. ;( Muss schon parallel laufen. Wenn einmal was drin ist, kriegst du es schwer wieder raus.
    Muß nicht unbedingt sein. So Schnösel gibts bestimmt, die sich darin sonnen, die bessere Bildung abgegriffen zu haben. Aber gerade mit einer soliden Grundlage ist es einfacher, mit Sprache zu spielen, bewußt umgangssprachliche oder schlicht falsche Konstruktionen zur Verstärkung, Pointierung, (Selbst)ironie oder ähnlichem einzusetzen.

    Ansonsten noch, was Owly gerade sagte: Beamtensprech ist die Pest! Zumal sich da mitunter durchaus Wort- und Satzkonstruktionen finden lassen, die bei genauerer Betrachtung keinen Sinn ergeben. (ich hatte eben noch ein konkretes Beispiel im Kopf, aber es ist mir gerade entfleucht. Ich liefere es nach).

  7. #7
    Zitat Zitat
    Muß nicht unbedingt sein. So Schnösel gibts bestimmt, die sich darin sonnen, die bessere Bildung abgegriffen zu haben. Aber gerade mit einer soliden Grundlage ist es einfacher, mit Sprache zu spielen, bewußt umgangssprachliche oder schlicht falsche Konstruktionen zur Verstärkung, Pointierung, (Selbst)ironie oder ähnlichem einzusetzen.
    Bestimmt, aber wenn du dabei zu der Überzeugung gelangt bist, dass es nur DIE EINE RICHTIGE SPRACHE gibt, fehlt dann auch wieder jegliche Motivation, irgendwelche Derivate einzusetzen -- oder sie bei anderen zu akzeptieren. Ist schließlich FALSCHES DEUTSCH!!

    Zumal man sich streiten kann, ob diese bewusste Herangehensweise immer die einzige oder die beste ist, um zu denselben Ergebnissen zu kommen.

  8. #8
    Zitat Zitat
    Bestimmt, aber wenn du dabei zu der Überzeugung gelangt bist, dass es nur DIE EINE RICHTIGE SPRACHE gibt, fehlt dann auch wieder jegliche Motivation, irgendwelche Derivate einzusetzen -- oder sie bei anderen zu akzeptieren. Ist schließlich FALSCHES DEUTSCH!!
    Wenn man nicht gerade einen Stock im Allerwertesten hat, wird das eher nicht passieren, denn der Mensch ist ja von Natur aus kreativ. Viele von denen, die wirklich richtig darauf abfahren sind, wie Glann bereits meinte, eher Schnösel, die sich etwas darauf einbilden, dass sie die Standardsprache derart strukturiert beherrschen und das gerne andere spüren lassen wollen, um daraus Selbstwert zu ziehen.

  9. #9
    Dein Wort in Gottes Ohr. ^^

    Um mal zum Thema zurückzukommen: Ich finde sämtliche Lösungsmöglichkeiten für zusammengesetzte Verben grausam. "Zurückzukommen" sieht genau so scheiße aus wie "zurück zu kommen", wenn auch vorrangig durch Gewohnheit (und obwohl dieses Beispiel noch vergleichsweise angenehm ist). Dass die Rechtschreibreglung da inzwischen seit Ewigkeiten uneindeutig ist und man sich dementsprechend auch nicht wirklich an eine Version gewöhnen kann, hilft ebenfalls nicht unbedingt weiter. Selbiges gilt für manche Kommareglungen in komplexen Sätzen.

  10. #10
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen

    Um mal zum Thema zurückzukommen: Ich finde sämtliche Lösungsmöglichkeiten für zusammengesetzte Verben grausam. "Zurückzukommen" sieht genau so scheiße aus wie "zurück zu kommen
    Dem stimme ich zu und freue mich gerade tierisch darüber, dass es nicht nur mir so geht. xD
    Denn darüber stolpere ich beim Schreiben ständig. Ich tippe "zurückzukommen", sehe mir das Wort eine Weile skeptisch an, lösche es, tippe "zurück zu kommen", schaue das Wort eine Weile noch skeptischer an und ändere es wieder um zu der Ursprungsversion. Und frage mich dabei, ob ein Wort, das zusammengeschrieben so blöd aussieht, tatsächlich richtig sein kann.

    "Sinn machen" benutze ich auch, es klingt in meinen Ohren einfach völlig natürlich. Kann dem Argument "aber das kommt doch aus dem Englischen" auch nicht wirklich etwas abgewinnen, weil ich auch denke, dass sich verändernde Sprache etwas Positives und Normales ist.

    Was mir an meinem persönlichen Schreibstil missfällt: Mir fällt zu oft auf, dass ich zu viele Nebensätze mit "dass" schreibe und mir das ziemlich auf die Nerven geht, weil es meiner Ansicht nach eine eher unelegante Lösung ist. Irgendwie schaffe ich aber auch nicht, das effektiv zu ändern.

    Und was einzelne Wörter betrifft: Ich hasse das Wort "schlemmen" und kann nicht sagen, wieso. Aber wenn jemand dieses Wort benutzt, habe ich plötzlich das Gefühl, diese Person schlagen zu müssen.

  11. #11

  12. #12

    Gast-Benutzer Gast
    Zitat Zitat
    "wie" anstatt "als"
    Zitat Zitat
    Das sind gebräuchlich richtige Formen, die ihren Ursprung in den süddeutschen Dialekten haben und sich mittlerweile auch andernorts verbreiten.
    Wir im Süden haben halt solch einen Dialekt. Es regt mich auch auf, wenn dann Bekannte im Gespräch meinen dies korrigieren zu müssen. Ich wüsste nicht wieso ich meinen Dialekt ablegen sollte. In meinen Augen sind die unterschiedlichen Dialekte auch positiv für die Sprache im Allgemeinen und werten diese auf. Solange die Schriftform nicht entsprechend aussieht.

    Zitat Zitat
    Ich bin froh und dankbar für jeden, der kein Beamtendeutsch spricht und schreibt. Deutsch lädt dazu ein, mit Substantivierungen, Passivkonstruktionen und schrecklichen Pronomen wie "letztere" oder "selbige" rumzurotzen, und genau deshalb lese ich auffer Arbeit ungerne E-Mails und Dokus.
    Das Gefühl kenne ich. Mit der Zeit fängt man dann aber selber an solche Schriftstücke zu verfassen.

  13. #13
    Das mit dem "macht Sinn" ist auch nicht ungewöhnlich. Viele verwenden dies ja. Man weiß ja, was damit gemeint ist. Ist also richtig.
    Und hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Hey,_Pippi_Langstrumpf
    Gibt es auch sowas wie "Zwei mal drei macht vier" obwohl das ja dann auch falsch wäre(die Zahlen selber führen ja keine Tätigkeit aus - "machen" also gar nichts).

    Bei Wiktionary wird auch bei "ergeben als Synonym "machen" geführt:
    http://de.wiktionary.org/wiki/ergeben

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