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  1. #3
    Der Thread passt mir gerade gut – bin nämlich vor zehn Minuten mit Lightning Returns fertig geworden (6 Tage gespielt / 40 Stunden).

    Ich gehöre nicht zu den Leuten, die die Final-Fantasy-XIII-Spiele furchtbar finden. Ich hatte an jedem der drei Spiele meinen Spaß und fand sie sogar ganz gut, allerdings hat das Gesamtpaket nie so ganz gestimmt und die Spiele sind weit von dem entfernt, was ich mir von einem Final Fantasy wünschen würde.

    Story: XIII >> XIII-2 >> Lightning Returns
    Gameplay: XIII-2 > Lightning Returns >> XIII


    Entsprechend war für mich auch XIII-2 das beste Spiel der Reihe, und auch das, mit dem ich am meisten Spaß hatte.

    Story/Charaktere/Writing:
    Die Geschichte von Final Fantasy XIII konnte ich trotz einiger Schwächen und gelegentlichem Hollywood-Drama noch einigermaßen ernst nehmen. Final Fantasy XIII-2 hat dann die Geschichte des Vorgängers anscheinend selbst nicht ernst genommen und einen sinnlosen Zeitreise-Plot konstruiert, der aus der Luft gegriffen und absolut nicht zufriedenstellend erklärt wirkt. Trotzdem hatte das Spiel seine Momente (besonders gegen Ende). Lightning Returns ist meiner Meinung nach noch weit darunter. Die Geschichte ist eine einzige Ansammlung wirrer Erklärungen und absolut grausig geschriebener Dialoge (hauptsächlich von Lightnings Seite), in der Lightning mit ihrer kalten Stimme entweder pseudocoole Phrasen von sich gibt oder melodramatisch über ihre Gefühle und die ihrer Umwelt redet. Fast alle Charaktere aus den Vorgängern, die hier eine wichtige Rolle spielen, sind Opfer von unnötigem Dramarama. Ich hatte gehofft, dass wenigstens die Sidequests nettes Storys haben, aber auch das war hauptsächlich Melodrama und viele waren sich von der Handlung sehr ähnlich (Reue weil XXX, gestorbene Person, geheime Identität, Wiedervereinigung nach hunderten von Jahren).

    Gameplay:
    Gameplaymäßig wurde Final Fantasy XIII leider erst ab der Achylte-Steppe interessant. Da die Sidequests aber nur ein Katalog waren, den man abzuarbeiten hatte, habe ich nur eine Handvoll gemacht. Final Fantasy XIII-2 war hier viel spaßiger und ich habe so ziemlich alles im Spiel erledigt. Die Gebiete waren abwechslungsreich, die Freiheit angenehm und das Kampfsystem hat gut funktioniert. Nur auch hier waren die Sidequests von der Story her recht langweilig. Lightning Returns hat sehr viel experimentiert. Das Zeitsystem erschien mir anfangs störend, später hat es mir nichts mehr ausgemacht.

    Welt:
    Final Fantasy XIII hatte die interessanteste Mythologie, aber leider hat man kaum Bewohner der Welt getroffen und daher konnte sich alles kaum entfalten. Final Fantasy XIII-2 hat das schon besser gemacht. Die NPCs an verschiedenen Orten haben lebendig miteinander agiert, hatten allerdings meist nichts Interessantes zu berichten und waren recht identitätslos. Die Welt selbst war aber durchaus nett: Es gab eine gute Auswahl verschiedenartiger Orte, zum Teil in verschiedenen Variationen. Leider ist der Handlungsrahmen hier leider so uninteressant gewesen, dass auch die Welten ein bisschen darunter gelitten haben. Lightning Returns ist ein Musterbeispiel in puncto NPC-Lebendigkeit. Die Welt ist gefüllt mit den verschiedendsten Leuten, die alle zu verschiedenen Zeiten unterschiedlichen Tätigkeiten nachgehen. Tatsächlich fühlt man sich hier als Teil der Welt und nicht so als wäre die Welt um den Spieler herum aufgebaut. Die NPCs haben durch kleine, persönliche Geschichten hier mehr Persönlichkeit, aber da diese Geschichten meist nicht allzu interessant oder unnötig dramatisiert oder einfach durch schlechte Dialoge gekennzeichnet sind, ist das Spiel in dieser Hinsicht immer noch weit vom Optimum entfernt. Die Welt selbst ist aber interessant und es macht sehr viel Spaß, die vier großen und unterschiedlichen Gebiete zu erkunden. Ich mag Endzeit-Szenarios sehr gerne, und man merkt durchaus, dass die Welt kurz vor dem Ende steht. Leider kann man das aber nicht immer ganz ernst nehmen, weil die NPCs darauf merkwürdig gelassen reagieren und auch noch in den letzten Tagen fröhlich weiter ihre Gurken verkaufen.

    Abschließende Meinung: Interessant sind die XIII-Spiele zweifelsohne, aber was mir am meisten fehlt ist das Feingefühl für Storytelling und ein gutes Writing. Zu keinem der Charaktere konnte ich ein starkes emotionales Band knüpfen und es gab immer eine Distanz zwischen mir und der Welt. Auch der Grafikstil hat nicht so sehr meinen Geschmack getroffen (Monsterdesign, Charakterdesign), auch wenn die Spiele zweifelsohne toll aussehen. Die musikalische Leistung war durchaus ordentlich (vor Allem bei XIII-2), aber auch hier muss ich sagen: Es ist nicht ganz mein Geschmack und ich ziehe Komponisten wie Uematsu, Shimomura und Mitsuda (um ein paar zu nennen) jederzeit vor.

    Es sind keine schlechten Spiele, aber sie gehen in eine Richtung, in die ich die Final-Fantasy-Serie nicht gehen sehen will. Am allerwichtigsten sind mir immer noch Handlung und Charaktere und in dieser Hinsicht gab es wenig Lichtblicke. Trotzdem haben die Spiele eine interessante Entwicklung durchgemacht – gameplaymäßig durchaus eine positive – und ich hatte meinen Spaß an ihnen. Dennoch waren es letztendlich Enttäuschungen und ich bin sehr froh, dass das Kapitel Lightning nun abgeschlossen ist. Und jetzt macht bitte die Type-0-Fanübersetzung fertig.
    Geändert von Narcissu (03.03.2014 um 10:55 Uhr)


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