Sicher, mache ich ja auch so. Ich wollte nur auf die Sache mit der Storydichte hinaus bzw. darauf, dass ich mir bei meinen Bewertungen 1/5 für die Spiele aufhebe, die, böse gesagt, gar keine Story haben ^^ Das kann man von FFXIII aber nicht behaupten, denn wie man an uns sieht, bietet es ja einigen Diskussionsstoff, und das sehe ich schon irgendwie ein bisschen positiv. Wie gesagt, das macht keine Story gut, aber ich sehe das schon als Anfang oder als eine Grundvoraussetzung oder eine Minimalanforderung. Vergleiche Something vs. Nothing von einer anderen Stelle in den Beiträgen ^^
Das sage ich doch auch immer wieder, aber selbst ein Film mit Kampfpausen muss deshalb keine schlechte Geschichte haben. Das mit den fehlenden eigenen Entscheidungen sehe ich eher als ein (großes) Problem des Gameplays an. Trotz allem ist mir aber ein Spiel mit vielen aufwändig inszenierten Filmchen ständig zwischendrin immer noch viel, viel lieber als ein Spiel, in dem nur am Anfang eines riesigen Abschnittes gesagt wird "Gehe von hier nach XYZ", und bis man dann bei XYZ ankommt, passiert storytechnisch gar nichts mehr. Das ist in RPGs nämlich leider sehr oft der Fall, insbesondere hervorgerufen durch Dungeons. Gewiss gibt es gute Spiele, die storyrelevante Dinge dann auch über NPC-Gespräche vermitteln können, welche alleine vom Spieler getriggert werden, aber das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit (vor allem leider heute nicht mehr, damals schon noch eher). Insofern finde ich es gut, dass in FFXIII, zumindest bis zur Ankunft auf Pulse, wirklich keine nennenswerten Story-Leerlauf-Phasen vorhanden sind (geht alles Schlag auf Schlag) und man selbst in Dungeons durch Szenen oder Party-Gespräche etwas mitbekommt. Ist zwar nur halb so schön, weil ganz Cocoon als ein einziger Schlauchlevel-Dungeon gesehen werden kann, aber dennoch.Zitat
Ich bin mir nicht sicher, inwieweit das auch einfach Pulse-Propaganda sein kann, denn die beiden Seiten erzählen ja sehr unterschiedlich ausgelegte Dinge über die jeweiligen Gottheiten bzw. fal'Cie ^^Zitat
Ist das so? Haste dich schonmal in die graeco-römische Sagenwelt eingelesenZitat
? Auch die Götter können ziemlich menschlich handeln und dabei sogar menschlicher sein als die Menschen selbst mit jeder Menge Eifersucht, verletzten Gefühlen usw.
Wie ich schon sagte - er ist eine fal'Cie, über die im Spiel nicht genug gesagt wird, dass wir wirklich behaupten können, groß Ahnung von ihnen zu haben. Jedenfalls kann man denke ich schon davon ausgehen, dass der weit mehr über die Götter und ihre Fähigkeiten und Intentionen Bescheid weiß als die kleinen Menschlein, von daher finde ich das gar nicht so weit hergeholt. Man hätte dem nur mehr Exposition widmen sollen. Und wenn ich das richtig verstanden habe und die wiederzuerweckende Gottheit Bhunivelze ist, dann doch, die hat ausgehend von Lightning Returns nicht unbedingt etwas gegen die Vernichtung der Menschheit oder einem Großteil davon *g* Laut Square Enix Erklärbär-Video zur Mythologie muss die Welt sogar irgendwann zerstört werden.Zitat
Ich kann natürlich verstehen, dass solche Konstellationen für manche schwerer zu akzeptieren sind als Storyelemente, die man ohne Probleme und Fragezeichen nachvollziehen kann, weil erstere bisweilen etwas willkürlich und nicht so "rund" rüberkommen (FFX hatte das mit seinen erträumten Welten und Charakteren übrigens auch, wo viele Fragen zur genaueren Natur der Dinge offen bleiben und deshalb geradezu metaphysisch sind, aber da trat das nicht so sehr in den Vordergrund) aber denke nicht, dass das die Geschichten zwangsläufig schlecht machen muss. Manchmal sind gerade das die richtig interessanten Punkte, zumindest, wenn sie es richtig angehn (was in XIII natürlich nur bedingt der Fall war). In XII zum Beispiel darf auch darüber gestritten werden, ob die Occuria jetzt eigentlich gut oder schlecht für die Menschheit sind (Thema Freiheit) und für Venat gilt das gleiche, obwohl er das genaue Gegenteil seiner Artgenossen verfolgt.
Joah, etwas halbgar schon, aber imho durchaus noch nachvollziehbar. Und ich denke, dass gerade Hope, in dem sich eine Menge Wut und Traurigkeit aufgestaut hat, zu unüberlegtem und gefährlichem Handeln neigen kann, weil ihm einfach alles andere, sogar er selbst, in dieser Phase egal geworden ist.Zitat
Da ist natürlich was dran, wobei man sich da auch nicht vollends sicher sein kann. Ich habe beim Spielen afair durchaus darüber nachgedacht, dass Barti/Orphi/Lindzi Kristall-Serah sozusagen als Köder für die anderen ausgelegt hat, immerhin hat das mit ihr ja alles angefangen glaube ich. Auch darf über die Gesellschaft in Cocoon nachgegrübelt werden - ich habe mir das immer als eine Art Befehlskette von größeren, mittleren und kleinen fal'Cie vorgestellt, an dessen Ende die einfachen Menschen stehen, die total abhängig von ihnen sind, schon alleine was die Grundversorgung angeht. Und wenn Barti in Cocoon der Boss ist, dann kann er auch die einfachen Leute ziemlich stark mittels anderer fal'Cie manipulieren und hat überhaupt erst für die Deportation der "Kontaminierten" gesorgt bzw. alles in die entsprechenden Bahnen gelenkt, damit Lightning & Co von dem ausgegrabenen Pulse-fal'Cie ihre Bestimmungen bekommen. Alles recht schwammig, ich weiß, aber funktionieren tut das irgendwie schon. Man hätte nur mehr über die Natur der fal'Cie erfahren sollen, und darauf habe ich zuerst in XIII auf Pulse gehofft - Fehlanzeige. Dann in XIII-2 - totale Fehlanzeige. Und dann nochmal in Lightning Returns - absolute Fehlanzeige. Die Idee mit fal'Cie und l'Cie hat mir ja durchaus gefallen, und XIII dreht sich noch völlig darum. Darauf in den Fortsetzungen nicht weiter aufzubauen und endlich ein paar mehr dringend nötige Antworten zu liefern, zumal das in XIII zu kurz kam, ist imho bescheuert.Zitat
Dazu möchte ich nochmal das Bild bemühen, dass Barti die Fäden in der Hand hält und vermutlich auch noch anderweitig Einfluss nehmen kann, als nur mit der Vision eines feindlichen fal'Cie, den er ja nicht kontrolliert. Er tritt im Spiel ja auch persönlich noch mehrfach in Erscheinung. Da ist es als Plot-Device imho schon irgendwie cool, dass die Vision nicht nur schleierhaft schwammig ist, sondern so ungenau, dass die einzelnen Partymitglieder da verschiedene Sachen hineininterpretieren und dann auch erstmal getrennte Wege gehen ^^ Also wenn schon so eine blöde Idee, dann wird dem im Spiel wenigstens auch Rechnung getragen und für die Charaktere der Gruppe ist es genauso bekloppt und schwer nachvollziehbarZitat
Sehe ich ja im Grunde ganz genauso, und deshalb finde ich die Story von Final Fantasy XIII auch nicht gut ^^ Für solche Höhepunkte wäre Pulse meiner Ansicht nach übrigens die perfekte Gelegenheit gewesen, und deshalb hat mich die Phase dort handlungstechnisch auch am meisten enttäuscht, weit mehr als alles was davor kam. Ansonsten ja, die Situation vom Anfang ändert sich im Laufe des Spiels nicht mehr, und das sehe ich auch als eines der größten Probleme des Spiels an, weil es auch in anderen Bereichen so viel mit sich bringt: Man wird nur verfolgt und gehetzt. Für einen gewissen Zeitraum ist das absolut in Ordnung (kaum ein jüngeres Final Fantasy, das ohne auskäme), aber doch nicht das ganze Spiel! Entsprechend kann die Gruppe auch nirgends wirklich verweilen und entsprechend ist man selbst in den "Städten" (wo die Bevölkerung Panik vor den l'Cie hat und sogar wegrennt) nur auf der ganz eiligen Durchreise. Das entspricht viel mehr einem Action-Film, während ich es in RPGs immer geliebt habe, an einen neuen "Ruhepunkt" zu gelangen und dort NPC-Gesprächen zu lauschen, das Inventar aufzufrischen und die nähere Umgebung auf Schätze und Features abzuchecken.Zitat
Da kann man natürlich nur spekulieren, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei, aber ich schiebe den schwarzen Peter eher den Designentscheidungen beim Spielkonzept und Gameplay zu, als der Story an sich. Die werden sich gefragt haben, was für eine Art von Handlung am besten zu dem Umstand passt, dass es ja absolut undenkbar-unmöglich ist, in RPGs in HD richtige begehbare Städte voller Figuren usw. einzubauenUnd dann kam eines zum anderen. Denn andersherum könnte ich mir die XIIIer Story auch "in gut" und mit einer offeneren Spielwelt vorstellen, in der man Cocoon und Pulse auch vernünftig erkunden kann. Ich glaube, wenn man sich die Zeit bei der Handlung mehr selbst einteilt, hätten nämlich ein paar der Enthüllungen ganz anders gewirkt.
Ist mir ja auch wichtig (besonders das mit dem Entdecken), wenn auch insgesamt vielleicht nicht so sehr wie dir. Also gerade was den Spaß angeht. In Xenogears fand ich die Story zum Beispiel total super, aber gleichzeitig auch super-anstrengend und man merkte (besonders später in dem Spiel), wie die Spielwelt und das Gameplay unter der Handlung litt. Von daher setze ich den Spielspaß nicht grundsätzlich und bei allen Aspekten an erste Stelle, wenn ich diese für sich genommen bewerte, wobei es selbstverständlich sehr positiv ist, wenn die Geschichte zur Freude am eigentlichen Spiel beiträgt.Zitat
In FFXIII finde ich das was du sagst umso tragischer, denn die Möglichkeiten und Zutaten wären eigentlich gegeben gewesen. Das Konzept mit den zwei Welten hört sich doch erstmal sowas von spannend und interessant an! Aber dann bekommt man davon kaum etwas zu sehen. Und gerade das mit dem "etwas bewegen" ist ein Element, das in XIII zu kurz kommt, was meinem Gefühl nach zu urteilen vor allem damit zu tun hat, dass es eine so winzig kleine und kurze Geschichte bleibt. Denn alles, was dort passiert, geschieht vielleicht in drei bis fünf Tagen. In früheren FFs hatte man fast immerzu das Gefühl, dass es eine weltumspannende, eine "große" Geschichte ist, die sich auch über einen längeren Zeitraum zieht. Das habe ich auch in dem Storypart meines Reviews erwähnt ^^ Dieses Problem gehört irgendwie ebenfalls zu der begehbaren Spielwelt, denn an unterschiedlichen Locations unterbietet Final Fantasy XIII quasi alle seine Vorgänger und Nachfolger (was schon irgendwie krass ist, wenn man bedenkt, dass selbst das erste Final Fantasy vor über 25 Jahren von allem irgendwie mehr hatte). Je nach dem, welche Prioritäten man legt, kann man diese Defizite also auch der Story selbst zurechnen.
Ich kann deine Ansicht ja auch irgendwie nachvollziehen, wenn man das so offen darlegt und erläutert, auch wenn ich einer so niedrigen Wertung für die Story nicht zustimmen würde. Denn gut fand ichs ja ebenfalls nicht. Wie du schon sagtest, vor allem eine Frage der Gewichtung. Nur du hattest halt gefragt, warum ich auf 3/5 komme, und schienst so schockiert, was mich wunderte (gehe davon aus, dass die meisten anderen eher kritischen Stimmen zum Spiel wie ich am meisten beim Gameplay zu meckern haben), also habe ich das mal etwas breitgetreten ^^ Hängt vielleicht auch etwas mit meinem recht groben Punktesystem zusammen (das ich ehrlich gesagt damals von SquareNet übernommen habe, keine Ahnung wer ursprünglich dafür verantwortlich gewesen ist), denn wenn man zum Beispiel eine Skala von 1 bis 10 machen würde, dann würdest du wohlwollend vielleicht noch 3 Punkte und ich 4 vergeben und wir kämen uns in der Angelegenheit schon ein ganzes Stück näherZitat
Aber ich mag die Ungenauigkeit dieser lediglich bis zu 5 Punkte Skala mit ausschließlich ganzen Zahlen, einfach weil es zumindest ein bisschen offener ist und dem Leser mehr Spielraum lässt, also dass jeder im Zweifelsfall für sich selbst interpretieren kann, ob jetzt eine "gute" 3 gemeint war, oder eher eine "schlechte".